RRB Nr. 1338/2009
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2009, 5. Serie
26. August 2009Deutsch19 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 26. August 2009
1338. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2009, 5. Serie) Gemäss § 161 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungs- legung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allge- meinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 10 Mio. Franken bewilligen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten dieses Gesamtbetrages sind bis anhin Fr. 6 338 500 bewilligt worden (einschliesslich eines mit RRB Nr. 1503/2007 festgelegten jähr- lichen Betrages von Fr. 200 000 zugunsten des Kontos «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltungen usw.»). Somit stehen dem Regierungsrat zulasten der Quote 2009 noch Fr. 3 661 500 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständigen Fachdirektionen im Rahmen einer 5. Serie 2009 die folgenden Beitrags- leistungen aus dem Lotteriefonds:
1. Erweiterungs- und Umbauvorhaben Ausbildungsheim Bereich Soziales gesuchstellende Genossenschaft Lindenbaum: Die Genossen- Organisation schaft betreibt seit bald 80 Jahren in Pfäffikon ZH ein Ausbildungs- und Wohnheim für weib- liche Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung oder leichter körperlicher Behinderung. Projektrahmen Die Einrichtung ermöglicht jungen Frauen eine erstmalige berufliche Ausbildung im Hauswirtschaftsbereich (mit interner Wohn- möglichkeit). Die Lernenden werden arbeits- agogisch und sozialpädagogisch betreut und damit für ihre Eingliederung vorbereitet. Die Kosten werden von der Invalidenversicherung mitgetragen. Mit der Neuordnung des Finanz- ausgleichs richtet der Kanton der Genossen- schaft keine Subventionen mehr aus. Die Infrastruktur des Heims ist zum Teil veral- tet und entspricht nicht mehr den Anforde- rungen eines Grosshaushaltes. Die Genossen- schaft plant deshalb Umbauten und Erweite- rungen.
Projektinhalt Das Hauptgebäude erhält einen zweigeschos- sigen Anbau mit Büros und Lagerräumen für die Küche sowie einen neuen Treppenturm mit Lift für die behindertengerechte Erschliessung aller Geschosse. Gleichzeitig werden im Ge- bäudeinnern Anpassungsarbeiten (v. a. Haus- technik und Grossküche) durchgeführt. Gesamtkosten Fr. 3 600 000 gewünschter Betrag Fr. 400 000 übrige Finanzierung Der Bund übernimmt rund 80% der Umbau- kosten. Den Rest (rund Fr. 720 000) muss die Genossenschaft mit eigenen Mitteln und über Zuwendungen von Dritten decken. Bis heute liegen ihr von Stiftungen und Privaten Zusagen von rund Fr. 300 000 vor. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion und die Baudirektion befürworten eine Beitragsleis- tung. Der Erneuerungsbedarf ist ausgewiesen, die baulichen Änderungen führen zu besseren Ausbildungsbedingungen und besseren betrieb- lichen Abläufen. Ein Beitrag ist auch wegen des hohen Anteils von Schülerinnen aus dem Kanton gerechtfertigt. bewilligter Betrag Fr. 400 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Bedingungen gebunden: – Der zweigeschossige Anbau nimmt der Küche einen Teil der Fenster und damit viel Tageslicht. Die Genossenschaft hat zu prü- fen, ob eine bessere bauliche Lösung mög- lich ist.
2. Investitionen und Jubiläumsproduktion Bereich Kultur gesuchstellende Theater am Gleis, Winterthur. Das Theater Organisation feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Projektrahmen Es bietet freien Gruppen aus der Region Win- terthur, aber auch auswärtigen Ensembles, einen Aufführungsort für Produktionen in den Sparten Tanz, Theater (auch Kindertheater) und Musik. Das Theater muss einen Teil seiner Infrastruktur erneuern.
Projektinhalt So sollen die Eingangsfassade und das Foyer mit Garderobe neu gestalt werden. Altershalber muss ein Teil der Bühnen- und Lichttechnik ersetzt werden. Insgesamt sind für diese Mass- nahmen rund Fr. 150 000 veranschlagt. Parallel zum Gesuch an den Lotteriefonds um einen Infrastrukturbeitrag (gewünschter Betrag: Fr. 102 798) hat das Theater die Fachstelle Kul- tur der Direktion der Justiz und des Innern um einen Beitrag von Fr. 7000 für eine Jubiläums- produktion ersucht. Bemerkung Es ist sinnvoll, dass der gesamte Jubiläumsbei- trag über den Lotteriefonds ausgerichtet wird. Gesamtkosten Fr. 187 800 gewünschter Betrag Fr. 109 798 übrige Finanzierung Einen kleinen Teil der Kosten deckt das Thea- ter durch Eigenleistung. Hinzu kommen Bei- träge von Privaten und der Stadt Winterthur, sodass insgesamt noch ein offener Restbetrag von Fr. 131 800 besteht. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion und die Fach- stelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern empfehlen eine Beitragsleistung. Die geplante Teilerneuerung der Infrastruktur ist notwendig. Nur dadurch kann das Theater den Ansprüchen der auftretenden Gruppen gerecht werden. Deshalb und weil das Theater einen bedeutenden Beitrag an die kulturelle Vielfalt in Winterthur leistet bzw. aufgrund seiner langjährigen qualitativ guten Arbeit ist ein Beitrag gerechtfertigt. bewilligter Betrag Fr. 110 000
3. Einrichtung Chorbüro Bereich Kultur gesuchstellende Stiftung Ars Vocalis: Die Stiftung bezweckt Organisation die Förderung der im Verein Basler Madriga- listen und Schweizerischer Kammerchor zu- sammengefassten professionellen Vokalensem- bles.
Projektrahmen Vor allem der Schweizer Kammerchor arbeitet mit schweizerischen Berufsorchestern zusam- men, seit elf Jahren auch in Zürich. So ist er jährlich an 12 bis 18 Konzerten des Tonhalle- Orchesters beteiligt. Hinzu kommen Auftritte mit dem Orchester des Musikkollegiums Win- terthur. Der Chor erhielt in den vergangenen Jahren Subventionen der Stadt Zürich. Noch offen ist, ob diese Leistungen weitergeführt werden. In den vergangenen Jahren hat der Winterthurer Leiter des Chors neben der künstlerischen auch die administrative Leitung innegehabt. Diese geht nun an einen Nach- folger über. Für ihn ist in Zürich ein neues Büro einzurichten. Der vorgesehene Raum diente bisher als Chornotenbibliothek. Projektinhalt Der Raum muss neu mit Büromöbeln und EDV-Einrichtungen ausgestattet werden. Die damit verbundenen Kosten betragen Fr. 35 100. Gesamtkosten Fr. 35 100 gewünschter Betrag Fr. 12 000 übrige Finanzierung Die Eigenleistung der Stiftung und die Bei- tragsleistungen Dritter betragen Fr. 23 100. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Fachstelle Kultur der Direk- tion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung. Ein gut ausgestattetes Büro ist für die effiziente Bewältigung der Adminis- trativarbeiten unerlässlich. Deshalb ist eine Beitragsleistung gerechtfertigt. bewilligter Betrag Fr. 12 000
4. Kauf eines Traktors Bereich Freizeit, Kultur/Bildung gesuchstellende Verein Theaterwerkstatt Fahr.werk.ö!: Der Organisation Verein besteht seit 1999 und feiert somit die- ses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Er betreibt eine rollende Theaterwerkstatt für Kinder. Die Vereinsmitglieder erbringen grosse Eigen- leistungen, ohne die der Betrieb der Theater- werkstatt nicht zu sichern wäre.
Projektrahmen Insbesondere für Schulen bietet der Verein Projektwochen an mit Theater, bildender Kunst, Musik und Werken. Diese Wochen sind bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt und werden meistens im Rahmen von Klassen- lagern oder als Ferienanlässe durchgeführt. Projektinhalt Die mobile Theaterwerkstatt besteht aus einem Küchen-, drei Schlaf- und einem Materialwagen sowie drei Traktoren. Eine dieser Zugmaschi- nen ist defekt. Eine Instandstellung lohnt sich nicht mehr. Der Verein beabsichtigt, ein älteres Occasionszuggefährt zu kaufen. Die Kosten betragen rund Fr. 36 000. Hinzu kommen Um- rüstungsarbeiten für rund Fr. 7300. Gesamtkosten rund Fr. 44 300 gewünschter Betrag Fr. 40 000 übrige Finanzierung Der offene Restbetrag muss durch den Verein gedeckt werden. Da er Stiftungen und andere Institutionen jeweils um Betriebsbeiträge er- sucht, verzichtet er darauf, sie parallel um einen Beitrag zugunsten des Traktorenkaufs anzuge- hen. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion und die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern haben das Gesuch geprüft. Sie be- fürworten eine Beitragsleistung. Der defekte Traktor muss zwingend ersetzt werden. Der Verein Fahr.werk.ö! leistet eine wertvolle so- ziokulturelle Arbeit, die vor allem in der Landschaft stattfindet und dort sehr beachtet und geschätzt wird. bewilligter Betrag Fr. 40 000
5. Investitionen Arbeitsintegrationsprojekt «Restaurant Viadukt» Bereich Soziales gesuchstellende Stiftung Netzwerk: Die Stiftung mit Sitz in Organisation Hinwil besteht seit 1998. Sie bezweckt die Unterstützung sozial benachteiligter Menschen (vor allem Jugendlicher und jugendlicher Erwachsener) im Zürcher Oberland und den angrenzenden Gebieten durch Wohn- und Arbeitsintegrationsvorhaben (AIP).
Projektrahmen Die Stiftung betreibt unter anderem zwei AIP in Form von Restaurant und Mittagstisch. Im Restaurant (in Wetzikon) mit 16 Ausbildungs- und Beschäftigungsplätzen können Jugend- liche, die auf dem freien Arbeitsmarkt keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben finden können, Attestlehren als Küchen- und Restau- rationsangestellte und dreijährige Berufslehren als Köchin bzw. Koch machen. Dadurch erhal- ten die Jugendlichen eine Tagesstruktur, Schu- lung und Arbeitserfahrung und verbessern so ihre Sozialkompetenzen, ihr Bildungsniveau und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Für diese Lehrstellen besteht grosse Nachfrage. 2007 hat sich das Netzwerk nach einer Anfrage von der Stiftung zur Erhaltung von preiswerten Wohn- und Geschäftsräumen in der Stadt Zürich (PWG) entschieden, ins Projekt «Im Viadukt» einzusteigen. Die Stiftung PWG hat von den SBB den Letten- und Wipkinger- viadukt im Baurecht übernommen und plant den Ausbau der Viaduktbögen zu einem Be- gegnungszentrum. Es soll auch ein Restaurant umfassen (Raumbedarf: zwei Bögen). Das Netzwerk beabsichtigt, durch das Führen des Restaurants 20 Arbeitsplätze für Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen (Restaurant- betrieb in zwei bis drei Schichten). Der Grund- ausbau wird von der Stiftung PWG übernom- men. Der Mietvertrag zwischen Stiftung und Netzwerk ist bereits abgeschlossen. Projektinhalt Im einen Brückenbogen wird ein Restaurant mit Galerie eingebaut. Es umfasst den Gäste- raum mit Bar/Buffetanlage, eine Plattform mit Sitzplätzen und die WC-Anlagen (mit Behin- derten-WC) sowie den Lüftungsraum. Im be- nachbarten Bogen werden im Erdgeschoss die Betriebsräume mit Küche, Getränkelager, die Kühlzelle und das Mitarbeiterinnen-/Mit- arbeiter-WC eingerichtet sowie auf der Galerie ein offenes Büro, die Technik-, Lager und Personalräume. Die Mieterausbaukosten (ein- schliesslich Betriebsmobiliar und Ausstattung) betragen rund 1,35 Mio. Franken.
Gesamtkosten Mieterausbau Fr. 1 350 000 gewünschter Betrag Fr. 500 000 übrige Finanzierung Die Eigenleistung der Stiftung fliesst in den Betrieb. Deshalb versucht das Netzwerk, die gesamten Mieterausbau-Kosten mit Zuwen- dungen von Dritten zu decken. Zurzeit liegen Zusagen im Betrag von Fr. 230 000 vor. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion, die Volkswirtschaftsdirektion, die Bildungsdirek- tion und die Baudirektion empfehlen eine hohe Beitragsleistung. Die Stiftung hat während ihrer mehr als zehnjährigen Tätigkeit gezeigt, dass sie Arbeitsintegrationsangebote mit Vorbild- charakter schaffen kann. Die Dienstleistung der Stiftung ist notwendig, da sie das Angebot der öffentlichen Hand bei der Bereitstellung von Angeboten zur Integration junger Men- schen mit Defiziten im Arbeits- und Sozial- bereich sinnvoll ergänzt. bewilligter Betrag Fr. 500 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Bedingung gebunden: Im Rahmen des Pro- jektes «Restaurant Viadukt» sind neue Ausbil- dungsplätze sowohl für zwei-, als auch für drei- jährige berufliche Grundbildungen zu schaf- fen. Mindestens die Hälfte dieser Ausbildungs- plätze ist für zweijährige Ausbildungen mit Berufsattest bereitzustellen.
6. Publikation «Elektrische Strassenbahn Uster–Oetwil» Bereich Verkehr(sgeschichte) gesuchstellende Prellbock-Verlag, Leissigen: Der Verlag hat sich Organisation sich auf Einzelmonografien zu (historischen) Lokal- und Regionalbahnen spezialisiert. Projektrahmen Die Bahnstrecke Uster–Oetwil wurde 1909 in Betrieb genommen und am 1. Oktober 1949 stillgelegt. Aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums erscheint im Prellbock-Verlag eine Monografie.
Projektinhalt Das Buch gibt einen Überblick zu mehreren Bahnprojekten im Zürcher Oberland. Dann folgt im Hauptteil die Geschichte der Stras- senbahn Uster–Oetwil. Neben den Stationen und Haltestellen werden auch Unter- und Oberbau sowie das Rollmaterial vorgestellt. Der Anhang umfasst einen chronologischen Rückblick. Das rund 160 Seiten starke, illus- trierte Buch erscheint in einer Auflage von 1800 Exemplaren. Der Verkaufspreis beträgt voraussichtlich Fr. 31.50. Gesamtkosten Fr. 65 750 gewünschter Betrag Fr. 7 000 übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden rund Fr. 47 000 er- wartet. Von zwei Gemeinden der Region, den Verkehrsbetrieben Zürcher Oberland und einem Verein bestehen Zusagen von insge- samt Fr. 8500. Der Restbetrag muss über Zu- wendungen von Dritten gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Volkswirtschaftsdirektion hat das Gesuch geprüft. Ein Beitrag ist ge- rechtfertigt, da das Buch einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung eines wichtigen Bestandteiles der Verkehrsgeschichte des Zürcher Oberlandes darstellt. bewilligter Betrag Fr. 7 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass dem Kanton gratis zehn Belegexemplare abgegeben werden.
7. Stiftung Technorama Winterthur Bereich Bildung gesuchstellende Stiftung Technorama Winterthur: Die Stiftung Organisation betreibt das Technorama (Swiss Science Cen- ter), das Wissenschaft, Technik und Natur für eine breite Öffentlichkeit zur Darstellung bringt. Es zählt jährlich mehr als 250 000 Besu- cherinnen und Besucher (unter anderem jähr- lich rund 650 Schulklassen). Der Kanton un- terstützt das Technorama seit 1978, seit 1992 mit einem jährlichen Beitrag, der seit 1. Januar 2009 1,1 Mio. Franken beträgt. Zudem erhält das Technorama einen Jahresbeitrag aus dem Finanzausgleich von zurzeit Fr. 300 000.
Projektrahmen Das Technorama verfügt über ein Jugendlabor, das mit Versuchsanordnungen, Analyse- und Visualisierungsgeräten usw. vor allem Schüle- rinnen und Schülern praktische bzw. ergän- zende Erfahrungen zum Schulbetrieb bietet. Die Infrastruktur des Labors ist stark ausge- lastet und genügt den Anforderungen nicht mehr. Deshalb beabsichtigt das Technorama eine bauliche Erweiterung um rund 1000 m2 mit dem Ziel, den jungen Besucherinnen und Besuchern dort das selbstständige Experi- mentieren zu ermöglichen. Dabei sollen vor allem die Themenbereiche Energie und alter- native Energien, Genetik und Mikrobiologie, Biologie und Medizin, Physiologie des Men- schen und Akustik berücksichtigt werden. Vorstudien haben gezeigt, dass eine Erweite- rung durch die Verlängerung des bestehenden Ostflügels möglich wäre und zusammen mit einer ebenfalls notwendigen Fassadensanie- rung und einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach rund 8,5 Mio. Franken kosten würde. Projektinhalt Das Technorama beantragt in einem ers- ten Schritt einen Lotteriefondsbeitrag von Fr. 400 000 an die Projektierungskosten. Die- ser Betrag soll die Durchführung eines Archi- tekturwettbewerbs und die Erarbeitung eines Bauprojektes mit Kostenvoranschlag ermögli- chen. Ausblick Später wird das Technorama dem Kanton ein Folgegesuch um einen Beitrag an die Baukos- ten einreichen. Die gewünschte Summe dürfte rund 4 Mio. Franken betragen. Gesamtkosten Projektierung Fr. 450 000 gewünschter Betrag Fr. 400 000 übrige Finanzierung Das Technorama übernimmt die Restkosten von Fr. 50 000. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion und die Baudirektion sowie die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern empfeh- len eine Beitragsleistung. Die Durchführung eines Architekturwettbewerbs ist sinnvoll und aufgrund der Submissionsvorschriften not- wendig.
Vom Technorama profitieren in grossem Aus- mass die Schulen. Mit den Versuchsanordnun- gen im Jugendlabor können vielfältige natur- wissenschaftliche Experimente durchgeführt werden, die im Unterricht in den Schulen oft- mals nicht möglich sind, d. h., das Jugendlabor ist eine ausserschulische Bildungsstätte. Da- durch fördert das Haus indirekt auch den na- turwissenschaftlichen Nachwuchs. bewilligter Betrag Fr. 400 000 Auflagen Die Stadt Winterthur beteiligt sich nicht an den Kosten der Planungsphase. Der Planungs- kredit ist an folgende Auflage gebunden: Von der Stadt Winterthur wird eine Beteiligung an den Kosten des späteren Bauvorhabens er- wartet.
8. Publikation «Wandmalereien des Dominikanerinnenklosters Töss» Bereich Kultur gesuchstellende Dr. Silvia Volkart, Winterthur: Die mittelalter- Organisation liche Kunst in Frauenklöstern zählt u. a. zum Spezialgebiet der Kunsthistorikerin. Sie leitet eine Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung der Tös- ser Wandmalereien und ist zugleich Haupt- autorin der Publikation. Projektrahmen Das 1223 gegründete und während der Refor- mation aufgehobene Dominikanerinnenkloster Töss besass im Kreuzgang eine um 1500 ent- standene, wertvolle Bilderreihe. Sie ist in Ko- pien aus der Mitte des 19. Jahrhunderts über- liefert. Projektinhalt Die rund 180 Seiten starke, mit 150 Illustratio- nen versehene Publikation erscheint voraus- sichtlich Ende 2010 im Chronos Verlag (als Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur). Die Auflage beträgt 1100 Exemplare, der Ver- kaufspreis voraussichtlich Fr. 44. Gesamtkosten Fr. 108 700 gewünschter Betrag Fr. 20 000 übrige Finanzierung Neben den Winterthurer Bibliotheken unter- stützen die Kirchen und mehrere Stiftungen das Vorhaben. Zurzeit liegen Zusicherungen von insgesamt Fr. 67 000 vor. Aus dem Verkauf werden Fr. 28 000 erwartet. Der Restbetrag muss mit Zuwendungen weiterer Institutionen gedeckt werden.
Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleistung. Die Aufarbeitung der Geschichte der Wandmalereien bedeutet einen wichtigen Schritt in der Erforschung der regio- nalen und überregionalen Kunst- und Kultur- landschaft in der Zeit um 1500. Es ist gerecht- fertigt, die Publikation vergleichsweise gross- zügig zu unterstützen, um mit einem günstige- ren Verkaufspreis die Verbreitung der Publi- kation zu fördern. bewilligter Betrag Fr. 20 000 Auflage Die Gewährung ist mit der Auflage verbunden, dass dem Kanton gratis 20 Belegexemplare zugestellt werden.
9. Kauf einer neuen Musikanlage Bereich Kultur gesuchstellende Verein Albani Music Club, Winterthur: Der Organisation Verein besteht seit 1988 und führt den gleich- namigen Music Club als Konzertlokal. Projektrahmen Dort treten einerseits bekannte Musikgrössen aus der Schweiz und dem Ausland, anderseits auch junge Nachwuchstalente – vorwiegend in den Bereichen Blues, Pop/Rock und Hip- Hop – auf. Die 14-jährige Musikanlage des Albani ist nicht nur störanfällig, sondern fiel kurz nach der Gesuchseingabe an den Lotte- riefonds aus und musste notfallmässig ersetzt werden. Projektinhalt Neu zu beschaffen waren ein Mischpult und mehrere Gross-Lautsprecher. Gesamtkosten Fr. 57 989.25 gewünschter Betrag Fr. 57 989.25 übrige Finanzierung Eine Kostenübernahme von 100% wider- spricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Der vom Fonds nicht gedeckte Kostenanteil ist durch Eigenleistung oder durch Beiträge Drit- ter abzudecken. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Fachstelle Kultur der Direk- tion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Kostenbeteiligung.
Da die Stadt Winterthur den Betrieb des Albani jährlich mit rund Fr. 70 000 unterstützt, der Kanton jedoch keine Subvention leistet, ist ein Beitrag von Fr. 40 000 gerechtfertigt. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Albani Music Club für die kantonale Musikszene von Be- deutung ist und er einen wichtigen Beitrag an die kulturelle Vielfalt von Winterthur leistet. bewilligter Betrag Fr. 40 000
10. Publikation «Dichter am Berg» Bereich Kultur gesuchstellende AS-Verlag, Zürich: Der Sachbuchverlag veröf- Organisation fentlicht mit Schwergewicht Publikationen zu den Themen Alpinismus, Verkehrs- und Sport- geschichte. Projektrahmen Er beabsichtigt, unter dem Titel «Dichter am Berg – Alpine Literatur aus der Schweiz» einen Sammelband mit Porträts zu 22 bergsteigen- den Schweizer Autorinnen und Autoren (Zeit- raum Ende des 19. Jahrhunderts bis heute) herauszugeben. Projektinhalt Autor der essayistischen Porträts ist Emil Zopfi. Das rund 340 Seiten starke Buch mit 21 Abbildungen umfasst auch mehrere Porträts von Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus dem Kanton (Annemarie Schwarzenbach, Max Frisch, Roland Heer, Oswald Oelz). Vorge- sehen ist eine Auflage von 3000 Exemplaren. Der Verkaufspreis beträgt voraussichtlich Fr. 39.80. Gesamtkosten Fr. 58 398 gewünschter Betrag Fr. 5 000 übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden Fr. 42 984 erwartet. Der offene Betrag von Fr. 15 414 soll über Bei- träge von Kantonen und Stiftungen gedeckt werden. Die Kantone Basel-Stadt und Glarus sind ebenfalls je um Fr. 5000 ersucht worden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Fachstelle Kultur der Di- rektion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung. Wegen des inhaltlichen Bezugs zum Kanton ist eine Beitragsleistung gerechtfertigt.
bewilligter Betrag Fr. 5 000 Auflage Die Bewilligung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis fünf Belegexemplare abgegeben werden.
11. Kantonale Informationskampagne zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen Bereich Soziales gesuchstellende Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Organisation Mann (FFG): Die FFG hat u. a. die Aufgabe, sich mit verschiedenen Aktivitäten und Mass- nahmen gegen Gewalt an Frauen einzusetzen. Projektrahmen Seit Anfang 2009 führt das Schweizerische Ko- mitee der UNIFEM (United Nations Deve- lopment Fund for Women) zu diesem Thema eine Dachkampagne durch. Aus Anlass des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen vom 25. November 2009 möchte die FFG in Zusammenarbeit mit dem UNIFEM-Komitee eine Schwerpunktaktion im Kanton durch- führen und dadurch gleichzeitig die Dachkam- pagne verstärken. Projektinhalt Für den Zeitraum vom 23. November bis zum 13. Dezember 2009 sind Kleininserate in Tages- und Regionalzeitungen sowie Poster in der S-Bahn und Online-Werbung auf News- Portalen vorgesehen. Hinzu kommen die Ab- gabe von Info-Flyers und der gezielte Versand von E-Mails. Die Unterlagen werden von UNIFEM zur Verfügung gestellt und dann an Zürcher Verhältnisse angepasst. Gesamtkosten Fr. 221 000 gewünschter Betrag Fr. 62 000 übrige Finanzierung UNIFEM leistet Fr. 108 500. Die FFG hat die Konzept- bzw. Vorbereitungsarbeiten über- nommen. Der Restbetrag muss über Beiträge von Stiftungen und Kirchen gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung. Mit der Kampagne können die Bemühungen der UNIFEM in diesem Bereich verstärkt und zu grösserer Wirkung gebracht werden.
Bemerkung Der Beitrag des Lotteriefonds ist ausschliess- lich für die Umsetzung der Kampagne zuguns- ten der breiten Öffentlichkeit bestimmt. Mit eigenen Mitteln ist es der FFG nicht möglich, die Kampagne in der wünschbaren Breite durchzuführen bzw. die äussert günstige Aus- gangslage (Dachkampagne der UNIFEM) zu nutzen. bewilligter Betrag Fr. 62 000
12. Publikation über die Zürcher Porzellanfiguren der Sammlung Dr. E. Kern Bereich Kultur gesuchstellende Stiftung des Zürcher Heimatschutzes: Sie be- Organisation zweckt den Erwerb, die Erhaltung und Wieder- herstellung von Objekten des Heimat-, Denk- mal- und Naturschutzes im Kanton. Projektrahmen Die Stiftung ist durch Schenkung von Dr. E. Kern seit 1998 Eigentümerin und Betreiberin eines als Wohn- und Porzellanmuseum genutz- ten Hauses in Horgen, in welchem auch die Porzellanfiguren der Sammlung Kern ausge- stellt sind. Die Sammlung umfasst 147 Einzel- objekte. Hergestellt wurden die Figuren in der Porzellanmanufaktur Kilchberg-Schooren. Projektinhalt Eines der nächsten Mitteilungsblätter des Ver- eins der Keramik-Freunde wird der Sammlung Kern gewidmet. Die Publikation (92 Seiten, 184 Abbildungen) ist einerseits ein Katalog, anderseits eine Darstellung über den Model- leur Johann Jakob Wilhelm Spengler, den Sohn des Manufakturbesitzers. Gesamtkosten Fr. 42 000 gewünschter Betrag Fr. 5 000 Übrige Finanzierung Die Stiftung des Zürcher Heimatschutzes un- terstützt die Herausgabe der Publikation mit einem Beitrag. Der Verein Keramik-Freunde leistet rund 600 Stunden Gratisarbeit (Erar- beitung Grundlagen, Verfassen Katalogtext) und einen Druckkostenbeitrag. Von der Ge- meinde Horgen wird ein Beitrag erwartet. Die Restkosten sind mit dem allfälligen Erlös aus dem Verkauf und Beiträgen von Stiftungen zu decken.
Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion und die Fach- stelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern befürworten eine Beitragsleistung. Ein Beitrag ist aufgrund der kulturpolitischen Be- deutung der Sammlung Kern gerechtfertigt, bewilligter Betrag Fr. 5 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis sechs Belegexemplare abgegeben werden.
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000 000):
Fr.
1. Genossenschaft Lindenbaum Investitionsbeitrag 400 000
2. Theater am Gleis Jubiläumsbeitrag 110 000
3. Stiftung Ars Vocalis Investitionsbeitrag 12 000
4. Verein Theaterwerkstatt Fahr.werk.ö! Investitionsbeitrag 40 000
5. Stiftung Netzwerk Investitions- und Starthilfebeitrag 500 000
6. Prellbock-Verlag, Leissigen Druckkostenbeitrag 7 000
7. Stiftung Technorama, Winterthur Projektierungsbeitrag 400 000
8. Dr. Silvia Volkart, Winterthur Druckkostenbeitrag 20 000
9. Verein Albani Music Club Investitionsbeitrag 40 000
10. AS-Verlag, Zürich Druckkostenbeitrag 5 000
11. Fachstelle für Gleichstellung, Direktion der Justiz und des Innern Kampagnenbeitrag 62 000
12. Stiftung des Zürcher Heimatschutzes Druckkostenbeitrag 5 000 Total 1 601 000
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi