RRB Nr. 1494/2010
Rotationsgewinne 2009, Berichterstattung, Kenntnisnahme
6. Oktober 2010Deutsch4 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 6. Oktober 2010
1494. Berichterstattung Rotationsgewinne 2009
Erwägungen
1. Ausgangslage und Auftrag Rotationsgewinne entstehen, wenn Funktionen durch Mitarbeitende besetzt werden, deren Lohnniveau tiefer ist als dasjenige der Vorgänge- rinnen und Vorgänger. Mit RRB Nr. 1294/2008 wurde die Methodik zur Berechnung der Rotationsgewinne festgelegt und zu den Rotationsge- winnen 2005 bis 2007 Bericht erstattet. In diesen drei Jahren betrugen die Rotationsgewinne pro Direktion 0,4% bis 1,0% der Lohnsumme, im Jahr 2008 gemäss RRB Nr. 1647/2009 0,6% bis 1,3% der Lohnsumme. Der Regierungsrat beschloss mit RRB Nrn. 1294/2008 und 1647/2009, dass für die künftigen Finanzplanungen Rotationsgewinne im Umfang von 0,4% der Lohnsumme verwendet werden können. Die Verwendung der Rotationsgewinne wird jeweils in den Richtlinien zum Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan und zum Budget festgelegt. Da Rotationsgewinne von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus- fallen, ist eine jährliche Erhebung und Berichterstattung notwendig.
2. Ergebnisse Rotationsgewinne 2009 pro Direktion und Personalgruppe Rotationsgewinne sind sowohl von der Lohndifferenz zwischen den ein- und austretenden Mitarbeitenden als auch von der Anzahl bzw. dem gesamten Beschäftigungsgrad der ein- und austretenden Mitarbeitenden abhängig. Grundsätzlich werden die Rotationsgewinne auf der Grund- lage des Personalbestandes der Direktionen gemäss der Personal- und Lohnstatistik des jeweiligen Berichtsjahres berechnet. Nicht ermittelt werden die Rotationsgewinne der Staatskanzlei, der Rechtspflege und der selbstständigen Anstalten. Nicht berücksichtigt bei den Rotations- gewinnen werden zudem Anstellungen im Stundenlohn, da diese in der Regel variabler sind und die Zuordnung zu einer bestimmten Funktion nicht zwingend beim folgenden Anstellungsverhältnis gültig bleibt. Ausserdem werden Ausbildungsfunktionen, Magistratsfunktionen und Kommissionsmitglieder nicht berücksichtigt. Diese werden in der Per- sonalstatistik unter der Rubrik «Übrige» ausgewiesen. Schliesslich wer- den die Rotationsgewinne auf den Grundlöhnen berechnet, also ohne Zulagen wie Kinderzulagen, Schichtzulagen oder Dienstaltersgeschenke. Entsprechend vermindert sich die für den prozentualen Ausweis der Rotationsgewinne massgebende Lohnsumme pro Direktion gegenüber der Personal- und Lohnstatistik. Grundsätzlich werden die Rotations-
gewinne pro Direktion ausgewiesen. Zudem werden die Rotations- gewinne einerseits nach den Lehrpersonen und anderseits nach dem Verwaltungs- und Betriebspersonal gemäss Personalverordnung ein- schliesslich des Polizeipersonals gemäss Kantonspolizeiverordnung (kurz: Verwaltungspersonal, einschliesslich Polizeipersonal) ausgewertet.
Tabelle 1: Rotationsgewinne 2009 pro Direktion Direktion Lohnsumme 2009 Rotationsgewinn 2009 Rotationsgewinn 2009 (Grundlohn) in % der Lohnsumme in 1000 Fr. in 1000 Fr. Justiz und Inneres 162 715,5 1 544,1 0,95 Sicherheitsdirektion 346 264,7 3 200,4 0,92 Finanzdirektion (inkl. BVK) 93 357,3 656,5 0,70 Volkswirtschaftsdirektion (inkl. ALK, ZVV) 69 072,9 673,9 0,98 Gesundheitsdirektion 227 411,7 2 028,7 0,89 Bildungsdirektion 1 438 949,1 18 595,5 1,29 Baudirektion 133 347,8 464,5 0,35 Total Direktionen 2 471 119,0 27 163,5 1,10
Tabelle 2: Rotationsgewinne 2009 pro Personalgruppe Personalgruppe Lohnsumme 2009 Rotationsgewinn 2009 Rotationsgewinn 2009 (Grundlohn) in % der Lohnsumme in 1000 Fr. in 1000 Fr. Lehrpersonen 1 303 205,7 17 729,7 1,36 Verwaltungspersonal (inkl. Polizeipersonal) 1 167 913,3 9 433,8 0,81 Total Direktionen 2 471 119,0 27 163,5 1,10
3. Beurteilung der Rotationsgewinne 2009 betrugen die Rotationsgewinne der Direktionen insgesamt 1,1% der Lohnsumme und liegen zwischen 0,35% und 1,29% der Lohnsumme. Die Rotationsgewinne fallen somit 2009 etwas höher aus als die Rota- tionsgewinne von 2005 bis 2008. Wie in den Vorjahren ist der prozentuale Anteil der Rotationsgewinne in der Bildungsdirektion bzw. bei den Lehrpersonen auch 2009 höher als beim Verwaltungspersonal. Die Lehrpersonen verweilen tendenziell länger in ihrer Funktion als das Verwaltungspersonal, da bei den Lehr- personen ein Funktionswechsel in der Regel mit einem Berufswechsel verbunden ist. Ausserdem ist die Einstufung bei Anstellungen von Lehr- personen stark reglementiert, sodass bei Neuanstellungen im Lohn- bereich kein Spielraum besteht, um auf Veränderungen des Arbeits- marktes zu reagieren.
Der tendenziell tiefere Wert in der Baudirektion ist darauf zurück- zuführen, dass in einigen Funktionen die Stellen der austretenden Mit- arbeitenden mit älteren und somit durchschnittlich besser bezahlten Mitarbeitenden besetzt wurden. Dadurch verminderte sich in den be- troffenen Funktionen der Rotationsgewinn. Da für die Finanzplanungen Rotationsgewinne von 0,4% der Lohn- summe verwendet werden können, wird davon ausgegangen, dass die Rotationsgewinne in jeder Direktion in mindestens diesem Umfang an- fallen werden. Der knapp unter den Vorgaben liegende Rotationsge- winn 2009 der Baudirektion widerspricht zwar diesem Grundsatz, doch die Auswertungen der Vorjahre weisen darauf hin, dass dieser tenden- ziell eher tiefe Wert als Ausnahme zu werten ist. Zudem ist der 2009 über alle Direktionen angefallene Rotationsgewinn von 1,1% der Lohn- summe höher als in den Vorjahren (vgl. RRB Nrn. 1294/2008 und 1647/ 2009,). Aus diesen Gründen ist keine Anpassung der Finanzplanung vorzunehmen. Sollten jedoch die Rotationsgewinne in den kommenden Jahren in den Direktionen höher oder tiefer ausfallen, ist die Vorgabe der für die Finanzplanung zu verwendenden Rotationsgewinne zu über- prüfen.
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Von der Berichterstattung zu den Rotationsgewinnen 2009 wird Kenntnis genommen.
II. Mitteilung an die Direktionen des Regierungsrates, die Staatskanz- lei und an die Vereinigten Personalverbände (Cécile Krebs, Museums- strasse 7, 8400 Winterthur).
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi