RRB Nr. 1531/2010
Lotteriefonds, Inlandhilfe 2010, Ermächtigung
27. Oktober 2010Deutsch24 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 27. Oktober 2010
1531. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Inlandhilfe 2010
Erwägungen
1. Einleitung
1.1 Allgemeines Mit Vorlage 4415 (KRB vom 5. November 2007) bewilligte der Kan- tonsrat dem Regierungsrat einen Rahmenkredit von 16 Mio. Franken für die Inlandhilfe 2007 bis 2010. Dem Regierungsrat stehen somit für diesen Zeitraum jährlich 4 Mio. Franken zur Mitfinanzierung von Ein- zelprojekten mit je höchstens Fr. 400 000 zur Verfügung. Die Kriterien für die Auswahl der Inlandhilfeprojekte sind in den «Richtlinien über Beiträge an Katastrophen-, Ausland- und Inlandhilfe- vorhaben» festgelegt. Aufgrund des harten Steuerwettbewerbs unter den Kantonen und aufgrund der hohen Zahlungen des Kantons im Zu- sammenhang mit der NFA hat der Regierungsrat diese Kriterien 2009 präzisiert (vgl. Abschnitt 1.2). Mit seiner Inlandhilfe möchte der Kanton folgende Ziele erreichen. Er will – zur Verhinderung von Katastrophen und zur Bewältigung der Folgen von Katastrophen beitragen, – beim Erhalt bedeutender Kulturobjekte mithelfen, – regional wichtige Alpwirtschaftsvorhaben und – regional bedeutungsvolle Natur- und Umweltschutzprojekte, die bei der Bevölkerung akzeptiert sind, fördern und – über die konkrete Hilfeleistung hinaus ein Zeichen der Solidarität setzen. Der Kanton berücksichtigt in der Regel nur Projekte aus finanz- schwachen Gebieten der Kantone Graubünden, Tessin, Uri und des Oberwallis. Im Bereich Inlandhilfe arbeitet der Kanton mit drei Hauptpartnern zusammen. Dies sind: – die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (SPB), – die Schweizer Berghilfe (SB) und – die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL).
Sie legen dem Kanton jährlich bereits vor der eigentlichen Gesuchs- eingabe mehrere Projekte vor, unter denen in Absprache mit dem Lotteriefonds eine Auswahl für die Gesuchseingabe getroffen wird. Andere Organisationen reichen dem Kanton einzelfallweise Inland- hilfe-Gesuche ein.
1.2 Präzisierte Vergabekriterien ab 2009 Die seit Juni 2009 präzisierten Richtlinien enhalten u. a. folgende Be- stimmungen: – Beiträge an kulturhistorische Vorhaben sind dann möglich, wenn sie regionale oder kantonale Bedeutung aufweisen, der Öffentlichkeit zugutekommen und nicht vorwiegend der touristischen Förderung eines Gebietes dienen. – Projekte, bei denen der Standortkanton über «Neue Regionalpolitik- Gelder» (NRP-Gelder) des Bundes verfügt, werden nicht unter- stützt. – Die Höhe des Beitrages des Kantons Zürich entspricht in der Regel höchstens der gesamten Leistung von Projekt-Standortkanton, Stand- ortregion und Standortgemeinde bzw. regionalen/lokalen Körper- schaften. Eine Ausnahme stellt das Projekt Nr. 11 dar, weil dort der Standortkanton einen anderen Projektteil mitfinanziert.
1.3 Weiterführung der Inlandhilfe nach 2010 Über eine Weiterführung der Inlandhilfe nach 2010 hat der Regie- rungsrat noch nicht entschieden. Falls er dem Kantonsrat einen Rahmen- kredit für die Weiterführung beantragen wird, ist offen, in welcher Form die Inlandhilfe zukünftig geleistet werden soll. Die Überarbeitung der Vergabekriterien ist in Prüfung.
2. Gesuchseingabe 2010
2.1 Allgemeines Für 2010 haben die SPB, die SB, die SL und die Stiftung Umwelt- Einsatz Schweiz (SUS) insgesamt 17 Projekte in der Gesamtsumme von Fr. 3 619 500 eingereicht. Die Gesuchsdossiers gingen zur Prüfung an die fachlich zuständigen Direktionen: Sämtliche Eingaben gingen an die Baudirektion, fünf Gesuche an die Volkswirtschaftsdirektion und je eines an die Bildungsdirektion und an die Direktion der Justiz und des Innern. Deren Beurteilungen waren entscheidend für die Berück- sichtigung eines Projektes bzw. für das Festlegen der jeweiligen Bei- tragshöhe.
2.2 Abgelehnte Gesuche Von den insgesamt 17 Eingaben wurden drei Gesuche abgelehnt. Es sind dies: Gesuchstellende Organisation / Begründung Projektbezeichnung/-inhalt SPB, Beitrag von Fr. 250 000 für das Kultur- Das Gebäude ist zwar ein regionales zentrum Malvaglia TI: Im ehemaligen Baudenkmal. Deshalb begrüsst die Bau- «asilo infantile», das seit 1993 als Jugend- direktion eine Beitragsleistung. Doch die zentrum genutzt wurde und mittlerweile Direktion der Justiz und des Innern weist leer steht, soll ein Kulturzentrum entstehen. darauf hin, dass dem zukünftigen Kultur- zentrum keine regionale Bedeutung zu- kommen dürfte. Somit ist eine Beitrags- leistung nicht möglich. SPB, Beitrag von Fr. 100 000 für die Sanierung Die Sanierung der Strassen ist notwendig. einer Forststrasse und die Wiederherstellung Allerdings kommt den Vorhaben indirekt einer Verbauungsstrasse in Saas Grund VS auch touristische Bedeutung zu (Berg- bahnen haben grosses Interesse am Vorhaben). Der offene Restbetrag von Fr. 102 000 kann durch die Gemeinde ge- deckt werden. Die Baudirektion empfiehlt die Ablehnung des Gesuches. Eine Bei- tragsleistung ist nicht gerechtfertigt. SB, Beitrag von Fr. 140 000 für das Didak- Die Baudirektion empfiehlt eine allenfalls tische Zentrum Kastanienselven Soazza GR: verminderte Beitragsleistung, die Volks- Im Rahmen der Wiederherstellung von Kasta- wirtschaftsdirektion empfiehlt Ablehnung, nienselven sollen drei (teilweise zerfallene) da die Notwendigkeit des Wiederaufbaus Rustici wieder aufgebaut und als Didaktisches der Rustici nicht zwingend gegeben sei. Zentrum sowie für die Unterbringung und Ver- Da kein ausgewiesener Bedarf für das Vor- pflegung von auswärtigen Zentrumshelferin- haben besteht, ist keine Beitragsleistung nen und -helfern genutzt werden. angebracht.
3. Ausgewählte Einzelprojekte Es ist nicht Absicht des Regierungsrates, die verfügbare Inlandhilfe- Gesamtsumme von 4 Mio. Franken zwingend auszuschöpfen. Vielmehr werden nur Projekte berücksichtigt, die von den zuständigen Fachdi- rektionen zur Mitfinanzierung empfohlen werden. In drei Fällen wird der nachgesuchte Betrag gekürzt. Die dadurch entstehenden zusätzli- chen Fehlbeträge haben die gesuchstellenden Organisationen entweder durch (zusätzliche) Eigenleistungen bzw. Spendengelder oder durch eine zeitliche Staffelung der Projekte aufzufangen. Bei keinem der ausgewählten Vorhaben werden NRP-Gelder mit- verwendet.
Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält die notwendigen Kurzinformationen zum jeweiligen Projekt. Ange- geben sind dabei auch die Projektbegleitkosten (PBK), welche die je- weiligen Organisationen vom Kanton wünschen. Die SPB deckt ihre PBK aus allgemeinen Spendengeldern, ebenso die SUS. Die SB und die SL wünschen PBK von 5% bzw. bis zu 10% (vgl. Abschnitte 3.2 und 3.3).
3.1 Projekte der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden SPB (Projekte Nrn. 1–5) Anzahl Gesamtsumme in Franken Geprüfte Projekte 7 1 300 000 Berücksichtigte Projekte 5 885 000
1) Wildbachverbauungen Archa Gronda Bezirk/Kanton Val Müstair, Fraktion Valchava, GR Verantwortlich Gemeinde Val Müstair für das Projekt Projektbeschrieb Der Bach in der Val Archa Gronda ist mit rund 70 Wildbachsperren gesichert. In den 90er-Jahren wurden einige der damals beste- henden Sperren durch Betonverbauungen er- setzt. Schon bald zeigten diese Sperren Risse (verursacht durch Kriechbewegungen in den Seitenhängen). Noch im Frühjahr 2009 wur- den diese Schäden als wenig gravierend be- urteilt. Durch einen Lawinenniedergang hat sich die Schutzwirksamkeit einiger Sperren derart verringert, dass ergänzende bauliche Massnahmen dringlich wurden. Das jetzt zur Ausführung anstehende Projekt sieht vor, die Bauwerke durch bewegungsflexible Holzkas- tenbauten von der Einwirkung der Kriech- belastung zu entlassen. Zudem sollen stark zerrissene Sperren ersetzt werden. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner von Valchava Kosten Fr. 660 000 Finanzierung – Bund Fr. 231 000 – Standortkanton/-region Fr. 165 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 264 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 230 000
Prüfung des Gesuches Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleis- tung. Das Vorhaben dient der Eindämmung von Naturgefahren. Da sich der Standortkan- ton mit Fr. 165 000 beteiligt, kann der Kanton Zürich das Vorhaben ebenfalls mit höchstens Fr. 165 000 mitfinanzieren. Beitrag des Kantons Fr. 165 000 Projektbegleitkosten Die SPB deckt ihre PBK mit allgemeinen Spenden. 2) Bau Löschwasserbecken und Sanierung Forst-/Landwirtschaftsstrasse Bezirk/Kanton Sta. Maria in Calanca, GR Verantwortlich Gemeinde Sta. Maria für das Projekt Projektbeschrieb Ende Oktober 2009 brach oberhalb des Dorfes ein Waldbrand aus. Mit verschiedenen Löschaktionen (Helikopter, Bodenangriffen) versuchte die Feuerwehr, eine Ausweitung des Brandes und weitere Waldschäden zu verhin- dern. Das felsige und steile Gelände liess den Einsatz von Bodenmannschaften jedoch nur beschränkt zu. Erst Schneefälle Anfang De- zember 2009 vermochten die letzten Brand- herde zu ersticken. Aufgrund der häufig bestehenden grossen Waldbrandgefahr sollen in der ganzen Region Löschwasserbecken erstellt werden. Damit wird sichergestellt, dass bei Ausbruch eines Brandes genügend Wasserreserven in relativer Nähe des Brandplatzes vorhanden sind. Ein Becken wird oberhalb von Sta. Maria auf 1100 m ü. M. gebaut. Die Zufahrt erfolgt über eine bestehende Forststrasse. Gleichzeitig mit diesem Projekt wird eine bereits bestehende, 5 km lange Waldstrasse ausgebessert. Sie er- schliesst einzelne Alpen und grosse Waldflä- chen (zum Teil Schutzwälder). Begünstigte Talbewohnerinnen und -bewohner Kosten Fr. 754 956 Finanzierung – Bund Fr. 242 500 – Standortkanton Fr. 319 133
Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 193 323 muss durch Dritte gedeckt werden. Gewünschter Beitrag Fr. 170 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion unterstützt eine Beitrags- leistung von Fr. 170 000. Das Vorhaben dient zu einem grossen Teil der Eindämmung von Naturgefahren. Beitrag des Kantons Fr. 170 000 Projektbegleitkosten Die SPB deckt ihre PBK mit allgemeinen Spenden. 3) Renovation Patriziatshaus Bezirk/Kanton Peccia, Val Lavizzara, TI Verantwortlich Patriziato die Peccia für das Projekt Projektbeschrieb Das historisch bedeutsame Patriziatshaus ist heute ungenutzt und in zunehmend schlech- tem Zustand. Mit einer Renovation soll das Haus wieder Blickfang des Dorfzentrums wer- den, dem Patriziato als Versammlungsraum und Büro dienen und zudem das kulturelle Leben im Dorf fördern (Vereine, Ausstellun- gen usw.). Begünstigte Einwohnerinnen und Einwohner von Peccia bzw. des Val Lavizzara, nachrangig Touristin- nen und Touristen (Ausstellungen) Kosten Fr. 650 000 Finanzierung – Standortkanton/-region Fr. 230 000 – Stiftungen Fr. 110 000 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 310 000 müssen durch Dritte gedeckt werden. Gewünschter Beitrag Fr. 220 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion bezeichnet es als angemes- sen, dieses Vorhaben aus denkmalpflegerischen Gründen mit Fr. 220 000 zu unterstützen. Dem Vorhaben kommt nur nachrangig touristische Bedeutung zu, es dient in erster Linie dem Er- halt des kulturhistorischen Erbes. Beitrag des Kantons Fr. 220 000 Projektbegleitkosten Die SPB deckt ihre PBK mit allgemeinen Spenden.
4) Steinschlagverbauung Bezirk/Kanton Zeneggen, VS Verantwortlich Gemeinde Zeneggen für das Projekt Projektbeschrieb Der Dorfteil Chastel ist durch Blockschlag und Felssturz gefährdet. Zum Schutz der Wohn- bevölkerung, der Landwirtschaftszone und von Erschliessungsstrassen sind verschiedene Sicherheitsmassnahmen notwendig geworden: Oberhalb der bewohnten Gebiete wird ein Damm von 341 m Länge und 5 m Höhe er- stellt. Der Weiler Gstei wird ebenfalls durch einen Schutzdamm gesichert, in einem weiteren Ge- biet wird auf einer Länge von 240 m ein Stein- schlagschutznetz erstellt. Diese Schutzeinrich- tungen müssen mit Fahrzeugen gut erreichbar sein; nur so ist es möglich, nach einem Stein- schlag schnell eine Räumung vorzunehmen. Entsprechend werden Zufahrtswege gebaut. Begünstigte Einwohnerinnen und Einwohner von Zeneg- gen Kosten Fr. 2 220 000 Finanzierung – Bund Fr. 888 000 – Standortkanton Fr. 110 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 222 000 sind durch Dritte zu finanzieren. Gewünschter Beitrag Fr. 180 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion unterstützt eine Beitrags- leistung. Das Vorhaben dient der Eindäm- mung von Naturgefahren. Beitrag des Kantons Fr. 180 000 Projektbegleitkosten Die SPB deckt ihre PBK mit allgemeinen Spenden. 5) Hochwasserschutz Jolibach Bezirk/Kanton Niedergesteln, VS Verantwortlich Gemeinde Niedergesteln für das Projekt Projektbeschrieb Schon mehrfach, letztmals im Oktober 2000, verursachte der Jolibach in den Gemeinden Steg, Hohtenn, Niedergesteln und Raron zum
Teil grossflächige Überschwemmungen. Die kantonale Dienstelle für Strassen und Fluss- bau stufte die Sanierung des Bachs daher als dringend ein und liess ein entsprechendes Pro- jekt ausarbeiten. Der Bach wird auf seiner ge- samten Länge von heute 2,1 m auf 4 m verbrei- tert. Im unteren, weniger steilen Teil wird das Bachbett vertieft. An den kritischen Stellen werden Mauern erstellt, die extreme Wasser- mengen gezielt auf den weniger empfindli- chen Dorfteil ableiten. Begünstigte Einwohnerinnen und Einwohner von Nieder- gesteln Kosten Fr. 3 235 000 Finanzierung – Bund Fr. 1 294 000 – Standortkanton/-region Fr. 1 779 250 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 161 750 müssen über Dritte gedeckt werden. Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion unterstützt eine Beitrags- leistung. Das Vorhaben dient der Eindäm- mung von Naturgefahren. Beitrag des Kantons Fr. 150 000 Projektbegleitkosten Die SPB deckt ihre PBK mit allgemeinen Spenden.
3.2 Projekte der Schweizer Berghilfe SB (Projekte Nrn. 6–7) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 3 475 500 Berücksichtigte Projekte 2 335 500
6) Instandstellung Forsterschliessung Bezirk/Kanton Langwies, Schanfigg, GR Verantwortlich Gemeinde Langwies für das Projekt Projektbeschrieb Die Waldfläche der Gemeinde (1080 ha) ist ins- gesamt als Schutzwald eingestuft, davon zäh- len 408 ha als Waldgebiet mit besonderer Schutzfunktion. Rund 40 km Strassen und Wege dienen zur Erschliessung des Wald- gebietes und zur Pflege der Schutzwälder, die für einen Teil der Dorfsiedlung, Schule und
Kirche sowie für die Kantonsstrasse und die Bahnlinie Chur–Arosa von Bedeutung sind. Die bestehenden Wege müssen saniert, ent- wässert und befestigt werden. Begünstigte Einwohnerinnen und Einwohner von Langwies, nachrangig Talbewohnerinnen und -bewohner sowie Touristinnen und Touristen Kosten Fr. 1 207 291 Finanzierung – Bund Fr. 342 601 – Standortkanton Fr. 513 902 – Gemeinde Fr. 140 787 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 210 000 müssen über Dritte gedeckt werden. In den Kosten enthalten sind 5% PBK (Fr. 10 000) der Schwei- zer Berghilfe. Gewünschter Beitrag Inkl. 5% PBK Fr. 220 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion befürwortet die Übernah- me des offenen Betrages. Das Vorhaben dient zu einem beträchtlichen Anteil der Eindäm- mung von Naturgefahren. Beitrag des Kantons Inkl. 5% PBK Fr. 220 000 7) Sanierung Seilbahn Gitschenen Bezirk/Kanton Isenthal, UR Verantwortlich Luftseilbahngenossenschaft Gitschenen für das Projekt Projektbeschrieb Die Personenseilbahn St. Jakob-Gitschenen wurde 1957 erstellt und 1982 umgebaut. Die Bahn dient in erster Linie den Einwohnerin- nen und Einwohnern von Gitschenen und ihren landwirtschaftlichen Betrieben und Alpen. Die Bahn ist die einzige Fahrverbin- dung zwischen Tal und Alp. Mittlerweile hat die Pannenhäufigkeit der Bahn zugenommen und das Beschaffen von Ersatzteilen wird schwieriger. Zudem entspricht die Ansteue- rung der Betriebsbremse nicht mehr den ge- setzlichen Anforderungen. Die Bahn muss gänzlich saniert werden (Stützen, Kabinen, Berg- und Talstation, Steuerung). Begünstigte In erster Linie fünf Alpwirtschaftsbetriebe (ganzjährig) und Einwohnerinnen und Ein- wohner von Gitschenen (32 Personen), in
zweiter Linie Touristinnen und Touristen. Für die Landwirtschaft und die Alpbetriebe ist die Seilbahn der eigentliche Lebensnerv. Kosten Fr. 955 500 Finanzierung – Bund Fr. 202 000 – Standortkanton/-region Fr. 278 640 – Dritte/Sponsoren Fr. 185 000 – Eigenleistung Fr. 174 360 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 115 500 müssen durch Dritte gedeckt werden. In den Kosten enthalten sind 5% PBK (Fr. 5500) der Schwei- zer Berghilfe. Gewünschter Beitrag Inkl. 5% PBK Fr. 115 500 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion und die Volkswirtschafts- direktion empfehlen eine Beitragsleistung. Das Vorhaben dient vorab dem Erhalt der Land- und Alpwirtschaft auf der Alp Gitsche- nen. Beitrag des Kantons Inkl. 5% PBK Fr. 115 500
3.3 Projekte der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL (Projekte Nrn. 8–13) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 6 1 444 000 Berücksichtigte Projekte 6 1 297 400
8) Kastanienselven und Terrassen Bezirk/Kanton Linescio, Maggiatal, TI Verantwortlich Associazione Pro Linescio und Associazione für das Projekt per la protezione del patrimonio artistico e ar- chitettonico di Valmaggia Projektbeschrieb In einer ersten Projektphase konnten von 2006 bis 2008 rund 350 m2 Trockensteinmauern neu gebaut werden. Auf den hergerichteten Terras- sen sind Rebstöcke und kleine Fruchtbäume gepflanzt worden, die bewirtschaftet werden. Bei der nun folgenden Projektphase stehen die Kastanienselven mit ihren Trockenstein- mauern und traditionelle Nutzbauten im Mit- telpunkt: Etappenweise werden die Selven ausgelichtet und die dazugehörigen Trocken- steinmauern und Steintreppen saniert. Die of-
fenen Selven sollen beweidet und regelmässig geschnitten werden. Zudem ist geplant, Kasta- nienholz und -früchte zu verarbeiten. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner von Linescio Kosten Total Fr. 577 000 Finanzierung – Bund Fr. 31 688 – Standortkanton/-region Fr. 208 400 Restfinanzierung Die Restkosten von Fr. 336 912 müssen von Dritten gedeckt werden. In den Kosten enthal- ten sind 10% PBK (Fr. 36 000) der SL. Gewünschter Beitrag Inkl. 10% PBK Fr. 240 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion wünscht eine Beitragsleis- tung von Fr. 240 000. Sie bezeichnet die bisher erreichten Resultate als beeindruckend und spricht dem Vorhaben grosse Bedeutung zu. Es ist in der Region gut verankert und vermag viele Freiwillige zur Mitarbeit zu bewegen. Im Dorf selbst hat es zu einem eigentlichen «men- talen Wandel» beigetragen. Es gilt als Refe- renzvorhaben weit über das Maggiatal hinaus. Da Kanton Tessin und Gemeinde Linescio sich mit insgesamt Fr. 208 486 am Vorhaben beteiligen, ist eine Leistung des Kantons von ebenfalls Fr. 208 400 möglich. Beitrag des Kantons Inkl. 10% PBK Fr. 208 400 9) Instandstellung der historischen Via della acqua Bezirk/Kanton Bignasco, Cevio, Maggiatal, TI Verantwortlich Gemeinde Cevio für das Projekt Projektbeschrieb Die Gegend weist ein altes Kanalsystem auf, das zum Teil in Fels gehauen ist. Damit wurde Wasser gefasst, die Hangentwässerung ge- währleistet und somit eine Zerstörung der Terrassenstrukturen verhindert. Gleichzeitig wurde dadurch die Bewässerung der Land- wirtschaftsflächen beim Dorf sichergestellt. Nicht mehr genutzt, zerfallen die Kanäle und die dazugehörigen Mauern, was zum Teil zu Steinschlag führt. Das Hauptziel des Projektes besteht darin, den alten Wasserweg (Weg ent- lang von Wasserkanälen) zwischen Bignasco und Cantone wieder instand zu stellen, ebenso
die Wasserkanäle und die bestehenden Trocken- mauern. Hinzu kommen Entbuschungen (Ent- fernen von jungen Bäumen und Sträuchern) und das Sensibilisieren der Bevölkerung und der Touristinnen und Touristen für die Via und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung. Das Kanalsystem soll wieder genutzt werden. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner von Cevio und Umgebung Kosten Total Fr. 374 000 Finanzierung – Standortkanton/-gemeinde Fr. 224 000 Restfinanzierung Die Restkosten von insgesamt Fr. 150 000 müssen über Dritte gedeckt werden. Darin in- begriffen sind PBK der SL von Fr. 15 000 (10%) Gewünschter Beitrag Inkl. PBK von 10% Fr. 150 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion und die Volkswirtschafts- direktion empfehlen eine Beitragsleistung von Fr. 150 000. Die Via della acqua ist ein aus- serordentlich wertvolles Kulturlandschaftsele- ment. Bewässerungssystem, Wasserweg und Terrassierungen belegen, mit welch hohem Aufwand dieses Gebiet einst für die Landwirt- schaft nutzbar gemacht wurde. Das Projekt schützt ein Baudenkmal von grosser Bedeu- tung und macht es der Öffentlichkeit zugäng- lich. Beitrag des Kantons Inkl. PBK von 10% Fr. 150 000 10) Kultur- und Naturweg Bezirk/Kanton Mergoscia, Verzascatal, TI Verantwortlich Associazione Pro Mergoscia für das Projekt Projektbeschrieb Das Projekt hat das Ziel, die Natur- und Kul- turlandschaft im Raum Mergoscia aufzuwer- ten. Zentrales Element ist der Kultur- und Naturweg, der zahlreiche naturschützerisch und kulturell interessante Orte und Objekte erschliesst bzw. miteinander verbindet. Der Weg wurde im Rahmen einer ersten Ausbau- etappe 2008 grösstenteils erstellt. Die zweite Ausbauetappe umfasst folgende Teilprojekte: Sanieren und Aufwerten einer historischen
Destillieranlage und Wiederinbetriebnahme einer ehemaligen Trotte, Renovation und Er- schliessung der wasserbetriebenen Mühle mit zugehörigem Ofen, Erhalt und Inbetriebnah- me eines Dörrhäuschens, Massnahmen zum Erhalt und zur Pflege eines Hangmoors und eines Trockenrasens, Sanierung und Pflege von Terrassierungen und Trockenmauern. Die Kastanienselven von Mergoscia zählen auf- grund ihres Sortenreichtums zu den schönsten im Kanton Tessin. Durch das vorgenommene professionelle Bepfropfen von Jungbäumen kann langfristig die Sortenvielfalt erhalten werden. Die Aufwertearbeiten erfolgen gross- teils durch Arbeitseinsätze von Jugendlichen (unter anderem durch Lehrlinge von Grün Stadt Zürich) Begünstigte Land- und Alpwirtschaftsbetriebe von Mer- goscia Kosten Total Fr. 626 000 Finanzierung – Standortkanton/-region Fr. 196 620 – Übrige Fr. 233 380 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 196 000 müssen durch Beiträge von Dritten abgedeckt wer- den. Darin inbegriffen sind PBK der SL von Fr. 39 000 (10%). Gewünschter Beitrag Inkl. 10% PBK Fr. 196 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion und die Volkswirtschafts- direktion befürworten eine Beitragsleistung. Dem Vorhaben kommt eine grosse kultur- historische und landwirtschaftliche Bedeu- tung zu. Seine Ausstrahlung ist regional. Es fördert das Verständnis für die Kulturland- schaft und die zivilisatorischen Leistungen früherer Generationen. Beitrag des Kantons Inkl. 10% PBK Fr. 196 000
11) Pflege der Kulturlandschaft von Terra Vecchia Bezirk/Kanton Terra Vecchia, Bedrettotal, TI Verantwortlich Stiftung Terra Vecchia Villagio (FTVV) für das Projekt Projektbeschrieb Die Stiftung FTVV und zuvor die Stiftung Terra Vecchia haben seit 1973 die beiden einst verlassenen Weiler Bordei und Terra Vecchia im Centovalli wieder aufgebaut. Sie zählen heute zu den schönsten Siedlungsgruppen im Tessin und sind geschützt. Während die FTVV den Wiederaufbau und die Pflege der Kultur- landschaft betreibt (landwirtschaftliche Nutz- fläche von 25 ha), bietet die andere Stiftung im Rahmen des Wiederaufbaus und der Kultur- landschaftspflege sozialtherapeutische Be- treuungs- und Arbeitsplätze für 15 psychisch und sozial gefährdete Jugendliche an. Sie sind zum Beispiel tätig bei der Sanierung der Ge- bäude, beim Auslichten von Kastanienselven und beim Bau neuer Trockenmauern und in der Landwirtschaft. Ziel des vorliegenden Projektes ist die Restau- rierung von sechs stattlichen, noch nicht sanierten Ställen rund um das Bordei. Die FTVV wird diese Ställe landwirtschaftlich nutzen. Begünstigte Kulturlandschaft Bordei / Terra Vecchia, Land- wirtschaftsbereich der Stiftung FTVV Kosten Fr. 917 000 Finanzierung – Eigenleistung Fr. 170 000 – Spenden (zu einem Teil aus Mitteln regionaler Stiftungen) Fr. 347 000 Die Kosten für das Vorhaben sind hoch, je- doch durch die Transportkosten und die be- sonderen Bedingungen im unerschlossenen Gelände erklärbar. Der Kanton Tessin leistet keine Erhaltungsbeiträge für einzelne Ställe. Er unterstützt den Betrieb der FTVV jedoch mit jährlich Fr. 58 000. Zudem hat er den Wie- deraufbau der beiden Weiler bis anhin mit ins- gesamt Fr. 500 000 finanziert.
Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 400 000 müssen über Dritte gedeckt werden. Darin inbegriffen sind PBK der SL von Fr. 40 000 (10%) Gewünschter Beitrag Inkl. 10% PBK Fr. 330 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion wünscht eine Beitragsleis- tung von Fr. 330 000. Sie bezeichnet das Vor- haben als sachgerecht geplant. Die bisher aus- geführten Arbeiten sind eindrücklich. Sowohl Planung und Umsetzung erfolgten äusserst sorgfältig. Aus ökonomischer Sicht lohnt sich die In- standstellung kaum. Die Gebäude sind aber integraler Bestandteil eines eigentlichen Ge- samtkunstwerks. Das Vorhaben ist ein Modell- beispiel für gelebte regionale Nachhaltigkeit, wobei Jugend- und Erwachsenenarbeit, The- rapie, Schule, Beschäftigung in Landwirtschaft und Landschaftspflege einzigartig vernetzt sind. Auch wenn der Standortkanton die Sanierung der Ställe nicht direkt unterstützt, finanziert er das Gesamtvorhaben mit. Unter Berücksich- tigung der bisher erbrachten Leistung und der jährlichen Kantonssubventionen, insbeson- dere aber aufgrund der hohen Qualität des Gesamtvorhabens ist eine Beitragsleistung gerechtfertigt. Beitrag des Kantons Inkl. 10% PBK Fr. 330 000 12) Reaktivierung und Instandstellung von historischen Verkehrswegen Bezirk/Kanton Leuk, VS Verantwortlich Via Storia, Zentrum für Verkehrsgeschichte für das Projekt Projektbeschrieb Das Vorhaben strebt den Erhalt von histori- schen Verkehrswegen in der Region Leuk an und umfasst vier ViaRegio-Routen (Leuker Sonnenberge, Albinenleitern, Wege von Cor- dona, Wege rund um das Bella-Tola-Massiv), an denen folgende Arbeiten ausgeführt werden sollen: Erstellen eines Kataloges mit baulichen Massnahmen, Ausarbeitung von In-
formationsunterlagen und didaktischen Lehr- mitteln zu den instand gestellten Objekten und zur Geschichte der Kulturlandschaft, Signa- lisation der instand gestellten Objekte (Lei- tern, Brücken, Mauern als Zeugen traditionel- ler Erschliessung und Bautechniken), denen mindestens regionale Bedeutung zukommt. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner der Region (vor allem auch Schulen), nachrangig Touris- tinnen und Touristen Kosten Fr. 867 000 Finanzierung – Gemeinden/Region Fr. 400 000 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 467 000 müssen über Dritte gedeckt werden. Darin inbegriffen sind PBK der SL von Fr. 23 000 (5%). Gewünschter Beitrag Inkl. 5% PBK Fr. 315 000 Prüfung des Gesuches Gemäss dem Motto «Schutz durch Nutzung» soll das Verständnis für historische Verkehrs- wege und Kulturlandschaftselemente erhöht werden. Die Baudirektion empfiehlt eine Bei- tragsleistung. Sie erwartet vom Projekt einen lange anhaltenden Nutzen für die Kulturland- schaft. Die Volkswirtschaftsdirektion unter- stützt ebenfalls eine Beitragsleistung. Beim Vorhaben überwiegen kulturhistorische und landschaftsschützerische Gesichtspunkte, aller- dings kommt dem Vorhaben auch eine gewisse touristische Bedeutung zu. Somit ist eine Kür- zung am gewünschten Gesamtbetrag gerecht- fertigt. Beitrag des Kantons Inkl. 5% PBK Fr. 200 000 Auflagen Der Beitrag ist an die Auflage gebunden, dass die Baudirektion über Beginn und Abschluss der Instandstellungsarbeiten informiert wird. Sie erhält zudem je ein Exemplar der produ- zierten Druckerzeugnisse Faltprospekt und Kulturlandschaftsführer.
13) Alpweg Stall und Wasserleitung Bezirk/Kanton Baltschiedertal, VS Verantwortlich Gemeinde Ausserberg für das Projekt Projektbeschrieb Das Projekt bezweckt in einem ersten Teil, den wichtigen Alpweg Erl wieder instand zu setzen, nachdem mehrfach Rutschungen den Weg fast unpassierbar gemacht haben. Der Weg ist für die Alpwirtschaft (Umtriebsweide-Wirtschaft) sehr wichtig. Er führt an einem noch nicht sa- nierten Stallbau vorbei, der in traditioneller Weise renoviert werden soll. In einem zweiten Projektteil wird die 800-jährige Suone «Mane- ra» ausgedolt und saniert. Sie führt Wasser aus dem Bietschtal nach Ausserberg und ist auf- grund von Rutschen stellenweise schadhaft oder gar zerstört. Ihre Sanierung ist dringend. Begünstigte Alpwirtschaftsbetriebe Kosten Fr. 753 000 Finanzierung – Bund Fr. 238 900 – Standortkanton/Gemeinde Fr. 272 650 – Übrige Fr. 28 450 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 213 000 müssen über Dritte gedeckt werden. Darin inbegriffen sind PBK der SL von Fr. 19 000 (10%). Gewünschter Beitrag Inkl. 10% PBK Fr. 213 000 Prüfung des Gesuches Die Baudirektion empfiehlt eine Beitrags- gewährung von Fr. 213 000. Weg und Wasser- leitung sind für die nachhaltige land- und landwirtschaftliche Nutzung der Region von grosser Bedeutung. Zusatzinformation Die Sanierung erfolgt in engem Einverneh- men mit der Baltschiedertalkommission. Beitrag des Kantons Inkl. 10% PBK Fr. 213 000
3.4 Projekt der Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz SUS (Projekt Nr. 14) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 1 400 000 Berücksichtigte Projekte 1 400 000
14) Projektwochen der Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz in den Kantonen Graubünden, Uri und Wallis 2010 bis 2012 Regionen Kantone Graubünden, Uri und Wallis Verantwortlich SUS für das Projekt Projektbeschrieb Die SUS besteht seit 1976. Sie plant, finanziert und organisiert in der ganzen Schweiz pro Jahr um die 220 ein- und mehrwöchige Umweltein- sätze zum Schutz und zur Pflege wertvoller Natur- und Kulturlandschaften. Unter Leitung von Fachleuten beheben freiwillige Jugend- liche und Erwachsene Unwetterschäden, er- stellen Bergwege, pflegen Bergwälder und Naturschutzgebiete, bauen Trockenstein- mauern und legen Wasserleitungen. 2009 be- teiligten sich rund 3400 Personen an diesen Einsätzen. Davon kamen 545 aus dem Kanton. Begünstigte Bergregionen und Gemeinden, in denen Pro- jekte durchgeführt werden, Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Arbeitswochen Kosten Die Kosten einer Arbeitswoche (25 Personen, fünf Arbeitstage) betragen im Durchschnitt Fr. 13 500. Finanzierung Durch Spenden, Beiträge und weiterverrech- nete Kosten lassen sich davon rund Fr. 10 319 decken. Somit besteht pro Arbeitswoche eine Unterdeckung von Fr. 3181. Für 270 Arbeits- wochen in den Kantonen Graubünden, Tessin, Uri und im Oberwallis beträgt die Unterde- ckung Fr. 859 000. Die SUS muss diese offenen Restkosten durch Beiträge von Dritten de- cken. Der Kanton Graubünden bzw. die Bünd- ner Projektgemeinden unterstützten die SUS in den vergangenen Jahren durchschnittlich
mit einem Gesamtbeitrag von jährlich rund Fr. 470 000. Die Unterstützung aus dem Kanton Tessin betrug Fr. 84 000, aus dem Kanton Uri Fr. 50 000 und aus dem Oberwallis Fr. 251 000. Gewünschter Beitrag Fr. 400 000 Prüfung des Gesuches Die Bildungsdirektion wünscht eine Beitrags- leistung. Die Baudirektion empfiehlt ebenfalls eine Beitragsleistung (verbunden mit einer Auflage). Sie betont den wertvollen Beitrag der SUS zur Erhaltung, Pflege und zum Schutz von Naturschutzgebieten, Bergwäldern und Kulturdenkmälern, erwähnt jedoch auch den grossen pädagogischen Nutzen der Projekt- wochen. Beitrag des Kantons Fr. 400 000 Aufteilung Aufgrund der bisherigen Leistungen aus den Kantonen Graubünden, Tessin, Uri und Wallis zugunsten der SUS gehen vom bewilligten Beitrag Fr. 220 000 an Arbeitswochen im Kan- ton Graubünden, Fr. 40 000 an Einsätze im Kanton Tessin, Fr. 24 000 an Einsätze im Kan- ton Uri und Fr. 116 000 an Arbeitswochen im Oberwallis. Auflagen Der zürcherische Anteil unter den Teilnehme- rinnen und Teilnehmern ist in den letzten Jah- ren gestiegen. Dieser Anteil muss noch mehr gesteigert werden. Deshalb ist die Gewährung des Beitrages an die Auflagen gebunden, dass die SUS – in den kommenden drei Jahren besondere, grosse Anstrengungen unternimmt, um Zür- cher Gruppen zu gewinnen (z. B. Informa- tionsschreiben an Schulen, Medienberichte in Zürcher Zeitungen) und – sämtliche Standortkantone zu einer gross- zügigeren Beteiligung an den Projektwo- chen einlädt.
4. Überblick Die für die Inlandhilfe 2010 zur Verfügung stehende Summe wird unter den berücksichtigten Kantonen wie folgt aufgeteilt: Kanton Organisation Projekt in Franken in Franken GR SPB 1 Wildbachverbauungen 165 000 Valchava SPB 2 Löschwasserbecken und 170 000 Forststrasse Calancatal SB 6 Forststrasse Langwies 220 000 SUS 14 Anteil Arbeitswochen GR 220 000 Total Graubünden 775 000 TI SPB 3 Patrizierhaus Peccia 220 000 SL 8 Kastanienselven Linescio 208 400 SL 9 Via della acqua Bignasco 150 000 SL 10 Kultur- und Naturweg 196 000 Mergoscia SL 11 Stiftung Terra Vecchia 330 000 SUS 14 Anteil Arbeitswochen TI 40 000 Total Tessin 1 144 400 UR SB 7 Seilbahn Gitschenen 115 500 SUS 14 Anteil Arbeitswochen UR 24 000 Total Uri 139 500 VS SPB 4 Steinschlagverbauung 180 000 Zeneggen SPB 5 Hochwasserschutz 150 000 Niedergesteln SL 12 Historische Verkehrswege Leuk 200 000 SL 13 Weg und Wasserleitung 213 000 Baltschieder SUS 14 Anteil Arbeitswochen VS 116 000 Total Wallis 859 000 Total 2 917 900
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Inlandhilfebeiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3650 4980): in Franken – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden 885 000 – der Schweizer Berghilfe 335 500 – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz 1 297 400 – der Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz 400 000 Total 2 917 900
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, an die Finanz- direktion und die Finanzkommission des Kantonsrates.
Vor dem Regierungsrat Der stv. Staatsschreiber:
Hösli