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Entscheid

RRB Nr. 1712/2010

Universitätsspital, Gesamterneuerung Gebäudeautomation, gebundene Ausgabe

1. Dezember 2010Deutsch5 min

Source zh.ch

Universitätsspital, Gesamterneuerung Gebäudeautomation, gebundene Ausgabe

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 1. Dezember 2010

1712. Universitätsspital (Gesamterneuerung Gebäudeautomation)

Erwägungen

Mit dem Begriff «Gebäudeautomation» werden sämtliche Überwa- chungs-, Steuerungs- und Regelungseinrichtungen in Gebäuden be- zeichnet. Die Gebäudeautomation dient vor allem der Sicherstellung des reibungslosen Betriebes der haustechnischen Anlagen, der Regelung und Steuerung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsprozesse, der Optimierung des Energieverbrauches und der Bewirtschaftung der Gebäude. Über die zentralen Anlagen der Gebäudeautomation können der Zustand von Anlagen abgefragt und Geräteeinstellungen verändert werden. Störungs- und Alarmmeldungen aus den verschiedenen Syste- men werden nach vorbestimmten Ablaufschemen von der Gebäude- automation weiterverarbeitet. Die zentralisierte und automatisierte Überwachung und Regelung der Anlagen vereinfacht zudem deren Wartung und Unterhalt. Die zentralisierte Regelung der gebäudetechnischen Anlagen am Universitätsspital ist ebenso heterogen zusammengesetzt wie die über die Jahrzehnte erstellten und immer wieder modifizierten Anlagen selbst. Die vorhandenen Überwachungs- und Regelsysteme spiegeln in ihrer Vielfalt zudem die Entwicklung der Gebäudetechnik in den letz- ten Jahrzehnten. Am Universitätsspital sind Systeme unterschiedlichen Jahrgangs im Einsatz; ihnen allen ist jedoch gemein, dass sie sowohl von der Hard- als auch der Software her technisch weitgehend veraltet sind. Zudem ist die Kompatibilität der Systeme eingeschränkt und es besteht kein durchgängiges Konzept für die Überwachung, die Bedienung und den Betrieb dieser Anlagen. Daraus ergeben sich folgende betriebliche Mängel und Risiken: – Die Gebäudeautomation entspricht bezüglich der Visualisierung der Haustechnikanlagen, der Bedienung und Steuerung der Systeme und der Alarmierung bei Fehlern bei Weitem nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Dies führt zu Lücken in der Anlageüberwachung, zu übermässigem Energieverbrauch und bezüglich Wärme, Kälte und Luft zu einer Anlagesteuerung, die nicht immer den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzern entspricht. – Wegen der uneinheitlichen Architektur der Gebäudeautomation können Fehlerquellen in den Haustechnikanlagen nicht immer sofort lokalisiert und die Fehler behoben werden.

– Die Anlagen sind sehr störanfällig. Lebenswichtige Systemkompo- nenten sind nicht mehr lieferbar bzw. können bei einem Ausfall man- gels Ersatzteilen nicht mehr repariert werden. – Das pneumatische Steuersystem ist undicht, was zu einem erhöhten Energieverbrauch führt. – Die Verkabelung entspricht nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben, wodurch die betriebliche Sicherheit vermindert ist. Die Gebäudeautomation ist daher zu erneuern. Die Sanierung umfasst Komponenten der Gebäudeautomation in nahezu allen Gebäuden des Universitätsspitals mit Ausnahme des Nord- traktes 1, wo die Erneuerung bereits im Rahmen der energetischen Sanierung erfolgte (RRB Nr. 1750/2007). Im Wesentlichen werden folgende Massnahmen durchgeführt: – Das Steuerungsnetzwerk und die Leitrechner werden vollständig aus- gewechselt. Auf dem ganzen Areal werden Objektserver installiert, die mit den einzelnen Automationsstationen verbunden werden. – Die Schaltschränke sowie die Steuer- und Regeleinrichtungen wer- den erneuert. – Alle pneumatischen Steuerungen werden durch elektronische Steue- rungen ersetzt, das pneumatische Leitungssystem wird rückgebaut. – Die Fühler, Ventile und Antriebe sowie deren Verkabelung werden ersetzt. Die Umsetzung der Massnahmen wird traktweise vorgenommen und erstreckt sich über einen Zeitraum von voraussichtlich sieben Jahren. Das Hochbauamt hat durch die ISP und Partner AG, Hochdorf, ein Projekt mit Kostenvoranschlag ausarbeiten lassen. Die Kosten der Massnahmen betragen gemäss Kostenvoranschlag der Ingenieure vom 23. April 2010 Fr. 16 554 000 (Kostenstand 1. April 2009, Genauigkeits- grad ±10%). Sie setzen sich wie folgt zusammen: in Franken Vorbereitungsarbeiten 19 400 Gebäude 14 857 400 Baunebenkosten 172 200 Reserve (rund 9%) 1 505 000 Total (einschliesslich MWSt 7,6%) 16 554 000

Gemäss IPSAS errechnen sich die jährlichen Kapitalfolgekosten wie folgt: Baukosten Kapitalfolgekosten Kontierung Zinsen (3,0%) Abschreibungs- Abschreibung satz % Fr. Fr. % Fr. Konto 5041 1 00000 Hochbauten Rohbau 1 0,6 95 400 1 400 3 2 900 Konto 5041 2 00000 Hochbauten Rohbau 2 2,5 409 100 6 100 3 12 300 Konto 5041 3 00000 Hochbauten Ausbau 3,4 559 200 8 400 3 16 800 Konto 5041 4 00000 Hochbauten Installationen 93,5 15 490 300 232 400 5 774 500 Total (einschliesslich MWSt 7,6%) 100 16 554 000 248 300 806 500 Total 16 554 000 1 054 800 Personelle und betriebliche Folgekosten entstehen nicht. Das Uni- versitätsspital rechnet mit einer Senkung des Energieverbrauches im Bereich Heizung, Lüftung und Klimatisierung von rund 15%. Die Abwicklung des Projektes erfolgt gemäss Standardprozess der Immobilienverordnung. Der Projektantrag wurde mit RRB Nr. 1241/ 2008 mit geschätzten Kosten von Fr. 4 200 000 genehmigt. Im Rahmen der Projektierung zeigte sich, dass der Erneuerungsbedarf und die Ein- griffstiefe weit grösser sind als ursprünglich vom Betrieb angenommen. Der Erneuerungsbedarf erfordert neu auch die Anpassung der Elekt- roinstallationen sowie der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Für das Vorhaben ist gemäss § 22 Abs. 2 des Gesetzes über das Uni- versitätsspital Zürich (USZG) eine Ausgabe von Fr. 16 554 000 zu be- willigen. Es handelt sich gemäss § 37 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung um eine gebundene Ausgabe zur Erneuerung und Anpassung der betriebsnotwendigen Infrastruktur. Die Ausgabe geht zulasten des Kontos 6340.5041, Erneuerungsunter- halt Hochbau. Im Entwurf zum Budget 2011 sind Fr. 1 900 000 einge- stellt. Im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2011– 2014 sind für 2012 Fr. 2 000 000 und für 2013 Fr. 2 700 000 eingestellt. Der Restbetrag verteilt sich auf die Jahre 2014 bis 2017.

Dispositiv

Auf Antrag der Gesundheitsdirektion und der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Für die Gesamterneuerung der Gebäudeautomation des Univer- sitätsspitals wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 16 554 000 bewilligt (Kostenstand 1. April 2009). Dieser Betrag erhöht oder vermindert sich entsprechend der Entwicklung des Zürcher Baukostenindexes.

II. Die Ausgaben gehen zulasten der Investitionsrechnung der Leis- tungsgruppe Nr. 6300, Somatische Akutversorgung und Rehabilitation.

III. Die Baudirektion wird ermächtigt, die entsprechenden Verträge abzuschliessen.

IV. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Gesundheitsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi

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