RRB Nr. 1989/2009
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2009, 6. Serie
9. Dezember 2009Deutsch18 min
Source zh.ch
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2009, 6. Serie
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 9. Dezember 2009
1989. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2009, 6. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungs- legung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allge- meinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 10 Mio. Franken bewilligen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten dieses Gesamtbetrages sind bis anhin Fr. 7 939 500 bewilligt worden (einschliesslich eines mit RRB Nr. 1503/07 festgelegten jähr- lichen Betrages von Fr. 200 000 zugunsten des Kontos «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltungen usw.»). Somit stehen dem Regierungsrat zulasten der Quote 2009 noch Fr. 2 060 500 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständigen Fachdirektionen im Rahmen einer 6. Serie 2009 die folgenden Beitrags- leistungen aus dem Lotteriefonds:
1. Ausbau Opferhilfe-Beratungsstelle Bereich Soziales gesuchstellende Stiftung Hilfe für Opfer von Gewalttaten: Die Organisation Stiftung betreibt seit 1. Oktober 2000 die vom Regierungsrat anerkannte Allgemeine Opfer- hilfe-Beratungsstelle. Finanziert wird die Be- ratungsstelle zum überwiegenden Teil von der Direktion der Justiz und des Innern, seit 2006 über einen Leistungsauftrag. Diese Abgeltung umfasst jedoch nur laufende bzw. kleinere In- vestitionen. Für grosse Investitionen muss die Beratungsstelle Drittmittel beschaffen. Projektrahmen Die Beratungsstelle richtet sich an Opfer von Straftaten (gemäss Opferhilfegesetz) und soll ab 2010 einen erweiterten Leistungsauftrag der Direktion der Justiz und des Innern umsetzen. Dieser neue Auftrag kann nur mit zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfüllt wer- den. Die gegenwärtig genutzten Büros sind dafür zu klein. Die Stiftung fand an der Garten- hofstrasse 17 in Zürich neue geeignete Räum- lichkeiten. Gegenüber dem alten Standort wei-
sen sie entscheidende Vorteile auf (alle Räume auf der gleichen Etage, rollstuhlgängiger Lift, ruhige Umgebung). Projektinhalt Die Verlegung der Beratungsstelle bzw. das Einrichten zusätzlicher Arbeitsplätze machen bauliche Anpassungen in den gemieteten Räu- men (Neueinteilung, neue Bodenbeläge, tech- nische Installationen, Ausbau Alarmsystem, Kosten Fr. 360 000), Schallschutzmassnahmen (voraussichtlich Fr. 45 000), die Möblierung der zusätzlichen Arbeitsplätze (Kosten Fr. 74 000) sowie ein angepasstes Erscheinungsbild (Logo, Briefpapier usw., Kosten Fr. 64 000) notwendig. Gesamtkosten mindestens Fr. 543 000 gewünschter Betrag Fr. 461 000 übrige Finanzierung Von Spenderseite sind für bauliche Massnah- men Fr. 37 000 zugesichert. Die Eigenleistung der Opferhilfe-Beratungsstelle wird in Form von umfangreicher Gratisarbeit erbracht. Beurteilung Eine Unterstützung der baulichen Massnah- men und der Anschaffungen entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirek- tion und die Kantonale Opferhilfestelle der Direktion der Justiz und des Innern empfeh- len eine Beitragsleistung. Der Umfang der not- wendigen Schallschutzmassnahmen ist noch nicht abschliessend festgelegt. Deshalb ist die Höhe der gesamten Investitionskosten noch offen. Somit ist es angezeigt, den Beitrag aus dem Lotteriefonds als Kostendach zu bewilli- gen. bewilligter Betrag Fr. 431 000 Zusatzinformation Die Opferhilfe-Beratungsstelle erhält vom Kan- ton Betriebsbeiträge. Die Gewährung eines In- vestitionsbeitrages entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds und führt nicht zu einer Doppelsubventionierung. Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die Stiftung Hilfe für Opfer von Gewaltta- ten hat in den Mietvertrag die Option auf Verlängerung einzubauen. Die Stiftung hat mit dem Vermieter eine Vereinbarung anzu-
streben, dass sie bei einer Auflösung des Mietverhältnisses keine Kosten für allfällige Rückbauten zu tragen hat. – Der Betrag von Fr. 431 000 ist ein Kosten- dach. Fr. 397 000 werden sofort ausbezahlt. Die restlichen Fr. 34 000 werden erst nach Vorliegen der Schlussrechnung ausbezahlt und nur im Umfang der tatsächlichen Kosten.
2. NATUR 2010 in Basel, Auftritt Gastkanton Zürich Bereich Ökologie gesuchstellende Amt für Landschaft und Natur der Baudirek- Organisation tion (ALN): Das ALN setzt in enger Zusam- menarbeit mit den Gemeinden das kantonale Naturschutzkonzept zum Schutz der einhei- mischen Tier- und Pflanzenwelt (Biodiversi- tät) um. Projektrahmen Im Rahmen der MUBA findet 2010 in Basel während vier Tagen zum fünften Mal die Gross- veranstaltung NATUR (Messe, Kongress, Aus- stellung, Festival) statt. Ziel der Veranstaltung ist es, ein breites und anspruchsvolles Publi- kum für den Naturschutz und die damit ver- knüpften politischen, wirtschaftlichen und so- zialen Belange zu sensibilisieren. Es werden rund 40 000 Besucherinnen und Besucher, wo- von rund 600 Fachleute und Entscheidungs- träger, erwartet. Projektinhalt Die NATUR 2010 ist dem Thema «Biodiver- sität – unsere Zukunft» gewidmet. Gastkanton ist der Kanton Zürich. Dies gibt ihm die Mög- lichkeit, sich im Internationalen Jahr der Bio- diversität mit einer Ausstellung von einer noch wenig bekannten Seite zu zeigen. Das ALN hat in Zusammenarbeit mit der Firma Ecos AG ein Konzept ausgearbeitet. Vorgesehen ist eine interaktive Ausstellung mit dem Titel «Überraschend vielfältig», die vor allem mit bildnerischen Mitteln die Lebensraum- und Artenvielfalt zeigen und dadurch Verständnis für die Biodiversität wecken soll. Es ist vorge- sehen, die Ausstellung nach der NATUR wei- ter zu verwenden.
Gesamtkosten Fr. 132 000 gewünschter Betrag Fr. 132 000 übrige Finanzierung Das ALN stellt Materialien und personelle Mittel für die Vorbereitungsarbeiten und dann für die Betreuung eines Ausstellungsstandes zur Verfügung. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion und die Staats- kanzlei empfehlen eine Beitragsleistung. Die NATUR 2010 bietet dem Kanton eine gute Möglichkeit, auf seine Leistungen im Bereich Artenschutz aufmerksam zu machen. Zudem hilft die Ausstellung mit, Teile der Bevölke- rung für den Naturschutz weiter zu sensibili- sieren. bewilligter Betrag Fr. 132 000
3. Publikation Modellbaubogen Bereich Bildung gesuchstellende Pädagogischer Verlag des Lehrerinnen- und Organisation Lehrervereins Zürich: Der Verlag wird ehren- amtlich geführt. Er veröffentlicht unter ande- rem die bei Schülerinnen und Schülern belieb- ten Modellbaubogen. Projektrahmen Der Verlag besteht seit 1919. Schon in seinem Gründungsjahr veröffentlichte er einen ersten «Modellbogen in der Schweiz» («Haus im Da- vostal»). Das Angebot wird ständig aktuali- siert. Pro Jahr werden rund 260 000 Bogen ver- kauft. Projektinhalt Aus Anlass des 90. Gründungstags des Ver- lages erscheint ein Jubiläumsbuch. Es umfasst ein kulturgeschichtliches Essay über den Mo- dellbaubogen, die Geschichte des Verlages sowie einen Beschrieb, wie die Bogen entwor- fen und hergestellt werden. Ebenso werden die wichtigsten Bogenkonstrukteure und -gra- fiker vorgestellt. Das rund 230 Seiten starke Buch enthält zudem einen Katalog aller bisher publizierten Bogen. Es soll in einer Auflage von 2000 Exemplaren erscheinen. Der voraus- sichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 25.
Gesamtkosten Fr. 50 000 gewünschter Betrag Fr. 5 000 übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden Fr. 3000 erwartet. Die Stadt Zürich leistet einen Beitrag. Von an- deren Institutionen werden insgesamt Fr. 22 000 erhofft. Alle Arbeiten für das Buch (ausser Layout und Grafik) werden durch die Verlags- mitarbeiterinnen und -mitarbeiter ehrenamt- lich geleistet. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion empfiehlt eine Beitragsleistung. Es ist zu begrüssen, dass die Geschichte dieses Zürcher Verlages und seiner kultur- und gesellschaftshistorisch inter- essanten Produkte aufgearbeitet wird. bewilligter Betrag Fr. 5 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass dem Kanton gratis fünf Belegexemplare zugestellt werden.
4. Ausstellung «100. Geburtstag Jeanne Hersch» Bereich Bildung gesuchstellende Jeanne-Hersch-Gesellschaft: Die Gesellschaft Organisation pflegt das Andenken der im Jahr 2000 verstor- benen Philosophin. Projektrahmen 2010 würde Jeanne Hersch ihren 100. Geburts- tag feiern. Hersch war die erste Philosophie- professorin in der Schweiz (Universität Genf) und genoss international Anerkennung. Sie hat ihren gesamten Nachlass der Zentralbibliothek Zürich übergeben. Aus Anlass des Jubiläums führt die Gesellschaft mehrere Aktivitäten in Genf und Zürich (Symposium, Ringvorlesung, Tagung) durch. Alle Aktivitäten stehen unter dem Patronat der UNESCO-Kommission. Im Frühjahr 2010 erscheint auch eine Publikation mit 20 Vorträgen der Philosophin. Projektinhalt Unter anderem wird im Juli 2010 in der Zen- tralbibliothek eine Ausstellung über Jeanne Hersch eröffnet. In 13 Vitrinen soll Material aus dem Nachlass von Hersch gezeigt werden. Die Hauptthemen sind: Lebenslauf, Kalter Krieg, 68er- und 80er-Unruhen, Erziehung,
Menschenrechte und Freiheit. Die Exponate in der Ausstellung müssen zweisprachig be- schriftet sein (UNESCO-Vorgabe). Zudem soll ein kleiner Prospekt auf die Jubiläumsaktivi- täten hinweisen und gleichzeitig als Ausstel- lungsführer dienen. Die Kosten für die Über- setzungsarbeiten und den Prospekt sind mit Fr. 15 000 budgetiert. Gesamtkosten der Aktivitäten in Zürich Fr. 53 300 gewünschter Betrag Fr. 15 000 übrige Finanzierung Die Stadt Zürich beteiligt sich zusammen mit der Staatskanzlei an einem Empfang im Rah- men der Jubiläumsfeierlichkeiten. Die Jeanne- Hersch-Gesellschaft übernimmt eine kleinere Eigenleistung. Der Restbetrag muss durch Dritte gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion wünscht eine Beitragsleistung. Es ist angebracht, den Nachlass von Jeanne Hersch einer interessier- ten Öffentlichkeit bekannt zu machen. bewilligter Betrag Fr. 15 000
5. Kauf von Simulatoren Bereiche Soziales/Bildung gesuchstellende Trägerverein Alkohol am Steuer nie (ASN): Organisation Seit 1991 ist der Verein über seine gleichna- mige Fachstelle in der Alkohol- und Drogen- prävention sowie im Bereich Verkehrssicher- heit tätig. Die meisten Einsätze der Fachstelle erfolgen an Schulen der Oberstufe, in Berufs- schulen und Gymnasien. Projektrahmen Die Fachstelle führt in Zusammenarbeit mit dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt der Bildungsdirektion seit Jahren regelmässig und erfolgreich Veranstaltungen an Mittel- und Berufsfachschulen durch. Das Ziel dieser Prä- ventionsarbeit besteht darin, möglichst alle jungen Erwachsenen zu erreichen und sie durch den Einsatz guter Simulationshilfen von einem angemessenen Verhalten zu überzeugen.
Projektinhalt Der Trägerverein ASN plant den Ankauf von 15 neuen Simulatoren sowie eines Transport- fahrzeugs. Die Simulatoren werden mindes- tens für eine Dauer von sechs Jahren an den Schulen eingesetzt werden können. Die De- ckung der Kosten für Betrieb und Unterhalt ist gesichert. Gesamtkosten Fr. 171 472 gewünschter Betrag Fr. 126 000 übrige Finanzierung Der Bund leistet Fr. 45 000. Der Restbetrag muss durch Beiträge von Dritten gedeckt wer- den. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheits- und die Bil- dungsdirektion sowie der Beauftragte des Kan- tons für Prävention und Gesundheitsförde- rung empfehlen eine Beitragsleistung. Die zu beschaffenden Simulatoren sind ein wirksa- mes Mittel zur Erhöhung der Verkehrssicher- heit. Grosse Bedeutung kommt ihnen zu, weil damit zukünftige Autolenkerinnen und -len- ker erreicht werden können, bevor sie selbst ein Auto führen. bewilligter Betrag Fr. 110 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass die Fachstelle ASN zu- sammen mit der Suchtpräventionsfachstelle Mittelschulen und Berufsbildung ein Konzept für einen systematischen Einsatz der neuen Simulatoren an den Berufs- und Mittelschulen ausarbeitet.
6. Ausbau Infrastruktur Bereich Bildung/Kultur gesuchstellende Stiftung Zürcher Lehrhaus: Die Stiftung besteht Organisation seit 1976. Sie ist Nachfolgeorganisation der Stiftung für Kirche und Judentum und förder- te ursprünglich die Begegnung und Vernet- zung von Angehörigen der jüdischen und christlichen Religionen. 2007 erweiterte sie den Stiftungszweck um den Islam. Projektrahmen Seit 1994 befinden sich die Räumlichkeiten der Stiftung an der Limmattalstrasse 73 in Zü- rich. Spätestens seit 2007 reichen die ohnehin
schon stark ausgelasteten Arbeits- und Kurs- räume der Stiftung nicht mehr aus. Das Platz- problem soll nun durch einen Umbau beho- ben werden. Projektinhalt Mehrere (bisher weniger intensiv genutzte) Räume werden durch bauliche Anpassungen zu Büro- und Schulungsräumen. Sie müssen entsprechend eingerichtet werden. Es ist zu- dem vorgesehen, das Gebäude mit einer äus- seren Treppenliftanlage behindertengängig zu erschliessen sowie am ganzen Haus alte Vor- und Doppelglasfenster zu ersetzen. Die Kosten für diese baulichen Arbeiten betragen rund Fr. 620 000. Zudem soll die Bibliothek systema- tisch ausgebaut und um eine islamische Biblio- thek erweitert werden. Die Kosten dafür be- tragen Fr. 120 000. Gesamtkosten Fr. 740 000 gewünschter Betrag Fr. 500 000 übrige Finanzierung Für den offenen Restbetrag nimmt das Lehr- haus eine Hypothek auf. Für den Betrieb der Jahre 2009 und 2010 erwartet es von den gros- sen Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften und der Stadt Zürich Betriebsbeiträge von insge- samt Fr. 630 000. Zudem hofft es auf Beiträge von Stiftungen und der Wirtschaft. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern sowie die Baudirektion unterstüt- zen eine Beitragsleistung. Ein Beitrag an die Infrastrukturkosten der Stiftung dient dazu, die religionsübergreifende Verständigung und dadurch letztlich auch den religiösen Frieden zu fördern. bewilligter Betrag Fr. 500 000
7. Züri Fäscht 2010 Bereiche Freizeit, Feste gesuchstellende Verein Zürcher Volksfeste (VZV): Der VZV Organisation besteht seit 1995 und hat vor allem den Zweck, das mittlerweile traditionelle Züri Fäscht durchzuführen.
Projektrahmen Das Fest verdankt seine Entstehung der Feier «600 Jahre Kanton Zürich in der Eidgenossen- schaft» von 1951. Damals wurde, erstmals nach den Krisen- und Kriegsjahren, ein grosses Volksfest gefeiert. Seither fand das Fest in der Regel im Abstand von drei Jahren statt, letzt- mals 2007. Der Grossanlass ist weit über Zü- rich hinaus beliebt. Am letzten Züri Fäscht nahmen rund 2,1 Mio. Besucherinnen und Be- sucher teil. Dies hängt auch mit den grossen Feuerwerken zusammen. Der Kanton betei- ligt sich jeweils mit einem Lotteriefondsbei- trag an den Kosten des Anlasses. Die Stadt Zürich leistete bis anhin jeweils einen gleich hohen Beitrag. Projektinhalt Das nächste Züri Fäscht findet vom 2. bis 4. Juli 2010 statt. Es soll wiederum ein Volksfest für alle sein. Vorgesehen sind wiederum zahlrei- che Attraktionen sowie je ein Feuerwerk am Freitag- und Samstagabend. Gesamtkosten Fr. 6 015 500 gewünschter Betrag Fr. 405 000 übrige Finanzierung Von der Stadt Zürich wird erstmals ein gerin- gerer Beitrag als vom Kanton gewünscht. Hin- gegen werden von der Stadt grosse Leistungen ohne (direkten) Geldfluss erwartet. Mit die- sen Beiträgen bzw. Leistungen weist das Fest- budget noch eine Unterdeckung von mehr als Fr. 220 000 aus. Diese offenen Kosten sollen durch Sponsorbeiträge gedeckt werden. Für den Schlechtwetterfall verfügt der ZVZ über eine Rücklage. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Staatskanzlei empfiehlt eine Beitragsleistung. Das Züri Fäscht hat für die ganze Region Zürich ausserordentlich grosse Bedeutung. Es ist mittlerweile das grösste Volksfest der Schweiz und bedeutet eine star- ke Ausstrahlung für Stadt und Kanton. Ein Beitrag an dieses überregionale Festereignis ist gerechtfertigt. bewilligter Betrag Fr. 405 000
Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflage gebunden: Der VZV muss einen allfälligen Gewinn zweck- gebunden für künftige Durchführungen des Züri Fäschts zurückstellen. Hinweis Dem VZV ist mitzuteilen, dass der Kanton auf Gebühren für die Beanspruchung von Kon- zessionsland bei der Durchführung des Züri Fäschts 2010 verzichtet.
8. Jubiläum Theaterhaus Gessnerallee Bereich Kultur gesuchstellende Verein Theaterrat Gessnerallee: Der Verein ist Organisation zuständig für den Betrieb des Theaterhauses Gessnerallee. Das Haus ist ein Zentrum für das professionelle freie Theater- und Tanz- schaffen aus dem In- und Ausland und verfügt über einen ausgezeichneten Ruf. Projektrahmen Das Haus besteht seit 20 Jahren. Die starke Nutzung des technischen Materials seit der Spielzeit 2004/05 (letzte Spielzeit: 60 Produk- tionen, 240 Vorstellungen) hat trotz sachgerech- ter Wartung und regelmässiger Instandsetzung zu grossen Abnutzungen geführt. Deshalb steht eine Erneuerung dieses mittlerweile auch ver- alteten Materialparks an. Aus Anlass des Jubiläums möchte der Thea- terrat eine grosse Jubiläumsproduktion, ver- teilt auf die gesamte Spielzeit 2009/10, zeigen. Daran sollen sich Künstlerinnen und Künstler, die regelmässig am Haus gearbeitet haben, wie auch die Bevölkerung beteiligen. Projektinhalt Die geplanten Investitionen betreffen die Be- reiche Bühne, Beleuchtung, Video, Tontechnik und Werkstatt. Dafür sind insgesamt Fr. 287 500 budgetiert. Die Jubiläumsproduktion umfasst zwölf Teil- produktionen in verschiedenen Quartieren der Stadt Zürich. Diese einzelnen Produktionen werden zusammen mit lokalen Gruppen und Vereinen vor Ort umgesetzt und am Ende der Spielzeit 2009/10 mit einer grossen Festveran- staltung im Theaterhaus zu einem gemeinsa- men Abschluss gebracht.
Gesamtkosten Fr. 610 400 gewünschter Betrag Fr. 387 500 übrige Finanzierung Die Stadt Zürich hat im Theaterhaus zwischen 2005 und 2008 rund 4 Mio. Franken investiert. Über den selben Zeitraum hat das Theaterhaus Fr. 153 000 für Investitionen aufgewendet. So- mit sind die Leistungen der Standortgemeinde und des Theaterhauses so gross, dass auf eine zusätzliche Leistung zugunsten der Jubiläums- vorhaben verzichtet werden könnte. Von der Stadt ist jedoch ein Produktionsbeitrag zugesi- chert. Der offene Restbetrag muss durch Stif- tungen gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Fachstelle Kultur der Direk- tion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung von Fr. 387 500. Aufgrund der langjährigen überzeugenden Arbeit des Hau- ses ist ein Beitrag gerechtfertigt. bewilligter Betrag Fr. 387 500
9. Wanderkarten Kanton Zürich Bereich Freizeit gesuchstellende Verein Zürcher Wanderwege (ZAW): Die Ar- Organisation beitsgemeinschaft ZAW betreut das Wander- wegnetz auf dem Gebiet des Kantons. Sie mar- kiert unter anderem die Routen, überprüft das Wegnetz und veröffentlicht Publikationen wie Wanderbücher und Wanderkarten. Projektrahmen Die Wanderkartenserie des Kantons umfasst sechs Blätter im Massstab 1:25 000. In diesen Karten sind nebst den Wanderwegen die Bus- haltestellen, Feuerstellen, Parkplätze und Res- taurationsbetriebe eingezeichnet. Die Quali- tät der Karten ist hoch, entsprechend sind sie sehr beliebt. Die Veränderungen in der Land- schaft und der grosse Verkaufserfolg machen eine 4. Neuauflage der Karten notwendig. Be- reits erschienen ist das Blatt Nr. 4 (Zürich, Al- bis und Knonauer Amt).
Projektinhalt Die Neuauflage der Karten 1–3, 5 und 6 ist in Planung. Damit die Preise auf einem vertret- baren Niveau (Fr. 23 für Mitglieder, Fr. 29 für Nichtmitglieder) gehalten werden können, ist die ZAW auf Beiträge Dritter angewiesen. Gesamtkosten (pro Karte) Fr. 85 000 gewünschter Betrag (pro Karte) Fr. 10 000 übrige Finanzierung Aus dem Verkauf und mit einer Eigenleistung deckt die ZAW Kosten von rund Fr. 75 000 pro Karte. Für den Restbetrag ist die ZAW auf Beiträge Dritter angewiesen. Zurzeit ist es äusserst schwierig, von Stiftungen oder ähnli- chen Institutionen Beiträge zu erhalten. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleistung. Eine Unterstützung ist ge- rechtfertigt, da die Karten einem grossen Be- dürfnis entsprechen. bewilligter Betrag Fr. 50 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Um Konflikte insbesondere mit Anliegen des Naturschutzes und der Wildökologie zu verhindern, sind die Karten vor dem Druck dem Amt für Landschaft und Natur zur Sichtung vorzulegen. – Dem Kanton sind nach Abschluss der Ar- beiten fünf vollständige Kartensätze zuzu- stellen.
10. Bekanntmachung Kinderrechte Bereich Soziales, Bildung gesuchstellende Pro Juventute (PJ): Die Stiftung PJ setzt sich Organisation ein für die Erfüllung der Bedürfnisse und die Umsetzung der Rechte von Kindern und Ju- gendlichen. Projektrahmen Mit der Ratifizierung der UN-Kinderrechts- konvention hat sich die Schweiz verpflichtet, die Kinderrechte bei Erwachsenen und Kin- dern allgemein bekannt zu machen. Zur Um- setzung dieses Auftrages leistet PJ wichtige Beiträge. Neu beabsichtigt sie, ihre weit ver- breiteten Elternbriefe auch für die Informa- tion der Eltern über die Kinderrechte zu nut- zen.
Projektinhalt Den Elternbriefen, die regelmässig versandt werden, sollen sechs Kinderrechtsbeilagen in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italie- nisch beigelegt werden. Dadurch werden ins- gesamt 50 000 junge Familien und zusätzlich rund 1000 Fachpersonen erreicht. Gesamtkosten Fr. 180 000 gewünschter Betrag Fr. 15 000 übrige Finanzierung Nach Abzug der Eigenleistung der Gesuch- stellerin und eines Beitrages des Bundesamtes für Sozialversichung verbleibt ein Restbetrag von Fr. 85 000, der über Beiträge der Lotterie- fonds gedeckt werden soll. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion wünscht eine Beitragsleistung. Auch im Kanton kommt den Elternbriefen eine breite Wirkung zu, da damit rund 16 000 Eltern erreicht werden kön- nen. bewilligter Betrag Fr. 15 000
11. Publikation «Anne-Marie Blanc» Bereich Kultur gesuchstellende Römerhof-Verlag, Zürich: Er veröffentlicht mit Organisation Schwergewicht Biografien. Projektrahmen Noch dieses Jahr soll eine Biografie über die Schauspielerin Anne-Marie Blanc (1919–2009) erscheinen, verfasst von Anne Cuneo. Blanc arbeitete seit 1938 am Schauspielhaus Zürich und blieb dem Haus über sechs Jahrzehnte mit Saison- oder Stückverträgen verbunden. Erst 2004 verabschiedete sich von ihrem Zürcher Publikum. Projektinhalt Das rund 290 Seiten starke Buch wird in einer Auflage von 2000 Exemplaren erscheinen. Es enthält zahlreiche Abbildungen. Der voraus- sichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 44. Gesamtkosten Fr. 82 790 gewünschter Betrag Fr. 10 000 übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden rund Fr. 14 700 er- wartet. Die Stadt Zürich beteiligt sich an den Druckkosten, ebenso ein privater Geldgeber. Zurzeit besteht eine Finanzierungslücke von rund Fr. 21 000.
Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Fachstelle Kultur der Di- rektion der Justiz und des Innern empfiehlt eine Beitragsleistung. Die Tatsache, dass die renommierte Autorin Anne Cuneo die Bio- grafie verfassen wird, lässt erwarten, dass dem Buch eine hohe Qualität zukommen wird. Angesichts der langjährigen Tätigkeit von Anne-Marie Blanc und aufgrund der grossen Beliebtheit der Schauspielerin beim Zürcher Publikum ist der inhaltliche Bezug gegeben. bewilligter Betrag Fr. 5 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis acht Belegexemplare abgegeben werden.
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000 000): in Franken
1. Opferhilfe-Beratungsstelle Investitionsvorhaben 431 000
2. Ausstellung Biodiversität Ausstellungsbeitrag 132 000
3. Pädagogischer Verlag des Lehrervereins Zürich Druckkostenbeitrag 5 000
4. Jeanne Hersch Ausstellungsbeitrag 15 000
5. Trägerverein Alkohol am Steuer nie Investitionsbeitrag 110 000
6. Stiftung Zürcher Lehrhaus Investitionsbeitrag 500 000
7. Verein Zürcher Volksfeste Festbeitrag 405 000
8. Verein Theaterrat Gessnerallee Investitions- und Produktionsbeitrag 387 500
9. Zürcher Arbeitsgemeinschaft Wanderwege Druckkostenbeitrag 50 000
10. Pro Juventute Kampagnenbeitrag 15 000
11. Römerhof-Verlag Druckkostenbeitrag 5 000 Total 2 055 500
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi