RRB Nr. 238/2019
ZHAW Hochschule Winterthur, Campus Technikumstrasse, Projektierung "Campus T" 1. Etappe, gebunde Ausgabe
13. März 2019Deutsch7 min
Source zh.ch
ZHAW Hochschule Winterthur, Campus Technikumstrasse, Projektierung "Campus T" 1. Etappe, gebunde Ausgabe
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 13. März 2019
238. Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur, Campus Technikumstrasse (Projektierung «Campus T»
Erwägungen
1. Etappe; gebundene Ausgabe)
A. Ausgangslage Für die Gebäude der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissen- schaften (ZHAW) auf dem Campus Technikumstrasse in Winterthur be- steht ein grosser Sanierungsbedarf. Zudem weist die School of Enginee- ring (SoE), die auf dem Areal konzentriert werden soll, einen zusätzli- chen Flächenbedarf aufgrund des prognostizierten Wachstums der Anzahl von Studierenden und Mitarbeitenden aus. Eine Erweiterung des be- stehenden Raumangebots wird dadurch notwendig. 2011 wurde ein Testplanungsverfahren durchgeführt, das den Nachweis für eine weiterführende Entwicklungsstrategie für das Areal erbrachte. Gestützt auf die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurde in der Folge ein Masterplan erstellt, der die verbindliche Grundlage für die etappenweise zu erweiternde Campusanlage bildet. Der Masterplan sieht vier Etappen für die vollständige Umsetzung der Standortstrategie vor. Auf dem Areal Campus Technikumstrasse lassen sich laut Masterplan rund 35 000 m² Hauptnutzflächen (HNF) umsetzen. Die erste Etappe umfasst 14 800 m² HNF. Die Bildungsdirektion hat mit Verfügung vom 16. September 2016 die finanziellen Mittel für die Vorstudien des Projekts freigegeben. Mit Beschluss Nr. 1057/2017 hat der Regierungsrat die Erhöhung des Vorstu- dienkredits zur Durchführung des Wettbewerbs der 1. Etappe, Erarbei- tung des Gestaltungsplans sowie Ermittlung des Kreditbedarfs für die Projektierung bewilligt. Im Dezember 2017 wurden unter der Leitung des Hochbauamtes in einem Projektwettbewerb mit Präqualifikation Vor- schläge zur Umsetzung der ersten Etappe gesucht. Diese Etappe umfasst zwei Laborneubauten (TL_N und TL2_N) im südöstlichen Teil des Areals, die als Labor-Cluster für die SoE erstellt werden sollen, sowie einen Park, der als räumliches Bindeglied des Areals dient. Ziel der Laborneubau- ten ist eine räumliche Konzentration der Institute und Zentren mit tech- nisch anspruchsvoller Infrastruktur. Das Preisgericht hat am 25. September 2018 das Projekt «BELO HORI- ZONTE» der ARGE Graber Pulver Architekten / Takt Baumanagement AG aus Zürich als Siegerprojekt ausgewählt. Im Anschluss an den Wettbewerb erfolgt die Erstellung eines kantona- len Gestaltungsplans, der das Planungsrecht für das Areal sicherstellen soll.
B. Projekt Die beiden Neubauten ersetzen sanierungsbedürftige Hochschulge- bäude mit Laboren und Werkstätten auf dem Campus Technikumstrasse und vergrössern die Nutzfläche für die SoE. Damit wird die im Master- plan festgelegte Verdichtung des Campus eingeleitet. Die zwei neuen Gebäude TL_N und TL2_N zeichnen sich durch eine breite Nutzungsvielfalt aus. Neben Lehr- und Forschungsflächen um- fassen sie Büroflächen und Verpflegungsangebote. Im TL_N sind rund 30 050 m² und im TL2_N 5650 m² Geschossfläche vorgesehen. Zudem wer- den unterirdisch rund 125 Parkplätze sowie 793 Veloabstellplätze (davon 400 unterirdisch) erstellt. Die Errichtung der beiden Neubauten und die Erstellung des Parks bedingen den Rückbau der Gebäude Technikum- strasse Maschinenbau (TM), Technikumstrasse Verfahrenstechnik (TV), Technikumstrasse Laborgebäude (TL) und Technikumstrasse Biblio- theksgebäude (TB). Abbildung 1: Modellfoto Siegerprojekt
Das Gebäude TL_N mit der Mensa richtet sich in erster Linie auf den Park und die wichtige Verbindungsachse aus, die vom Hauptzugang in den Park zur Eulach führt. Während die Unterrichtsgeschosse mit den Labor- und Büroräumlich- keiten in den obersten vier Geschossen angeordnet sind, liegen die zum grossen Teil befahrbaren Werkhallen im Erd- und im Untergeschoss. Sie sind von aussen einsehbar und geben den Passantinnen und Passanten sowie den Angehörigen des Campus Einblick in die grosse Werkstatt der
ZHAW. Links und rechts des mittig angeordneten Eingangs bieten zwei grössere Räume Platz für Ausstellungen, Vernissagen, Vorträge und Ta- gungen. Dazwischen bildet die Mensa im Piano Nobile ein wichtiges Zen- trum des gemeinschaftlichen Austausches und der Verpflegung sämtli- cher Angehöriger der Fachhochschule. Innerhalb der vorgeschlagenen Struktur soll auf der Grundlage eines Gebäuderasters eine modulartige Raumaufteilung entstehen, die eine Vielfalt an unterschiedlichen betrieblichen Szenarien ermöglicht und den sich in Zukunft verändernden Bedürfnissen angepasst werden kann. Der Neubau berücksichtigt die Mantellinie des Masterplans und weist dank seiner kompakten Ausgestaltung ein sehr gutes Verhältnis von Ge- schossfläche zu Fassadenfläche auf.
C. Termine Mit den Projektierungsarbeiten soll im März 2019 begonnen werden. Der Baubeginn ist für beide Bauten Anfang 2022 geplant, die Inbetrieb- nahme des Gebäudes TL2_N im Herbst 2023, diejenige des Gebäudes TL_N im Herbst 2026.
D. Finanzielles Die Investitionen für die Realisierung der beiden Neubauten und Rückbauten sowie des Parks belaufen sich gemäss Kostenschätzung der ARGE Graber Pulver Architekten / Takt Baumanagement AG vom 11. Dezember 2018 auf rund Fr. 283 200 000 (±20%), einschliesslich Aus- stattung. Die Kosten für die Provisorien, das Wasserbauprojekt Eulach- raum, die Zügelkosten, die Altlastenentsorgung und Schadstoffsanierun- gen sowie die Kosten für das Energie- und Erschliessungskonzept des Areals sind darin nicht enthalten. Für die Projektierungskosten sind zwei Kreditbeschlüsse notwendig, um keine Finanzierungsunterbrüche und somit eine durchgehende Pro- jektplanung zu erhalten. Der erste vorliegende Projektierungskredit um- fasst die SIA-Phasen Vorprojekt, Bauprojekt sowie das Bewilligungsver- fahren (Honorare SIA-Phasen 31, 32 und 33). Der zweite Projektierungs- kredit, der in die Kompetenz des Kantonsrates fällt, umfasst Teile der Ausschreibung sowie die vorgezogene Ausführungsplanung (Anteile Honorare SIA-Phasen 41 und 51).
Abbildung 2: Terminplan, einschliesslich Kredite Kreditkompetenz Kreditkompetenz Kreditkompetenz
RR KR KR Projektierungskredit 1 (PK 1) PK 2 Objektkredit 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028
Vorprojekt Bauprojekt Ausschreibung Ausführungsplanung Realisierung
Antrag Beschluss Projekt - Finanzierungsphase
Die gesamten Projektierungskosten, d. h. die Kosten beider Projektie- rungskredite, einschliesslich vorgezogener Ausführungsplanung, belau- fen sich auf Fr. 36 230 000 (ohne Projektierungskosten Wasserbauprojekt Eulachraum). Die Projektierungskosten für die Phasen Vorprojekt, Bauprojekt und das Bewilligungsverfahren (Projektierungskredit 1) belaufen sich auf Fr. 23 800 000. Die Projektierungskosten für die Teilphasen Ausschrei- bung sowie vorgezogene Ausführungsplanung (Projektierungskredit 2) belaufen sich auf Fr. 12 430 000. Die Projektierungskosten des Projek- tierungskredits 1 setzen sich wie folgt zusammen: Tabelle 1: Kostenzusammenstellung Projektierungskredit 1 SIA-Phase Bezeichnung in Franken 3 Projektierung 31 Vorprojekt Studium von Lösungsmöglichkeiten, Vorprojekt, KGS, KS 4 520 000 32 Bauprojekt Bauprojekt, Detailstudien, KV 10 660 000 33 Bewilligung Bewilligungsverfahren 1 290 000 Ergänzende Kosten Zusatzleistungen Führen Raumbuch, Ermitteln von Lebenszykluskosten usw. 400 000 Übrige Honorare PQM, QS-Team 960 000 BIM-Pilotprojekt Beratungen, Informationsmanager, Weiterbildungen usw. 600 000 Nebenkosten Bewilligungen, Muster, Modelle, Vervielfältigungen usw. 3 080 000 Reserve 10% BKP 1–5, 20% BKP 7 und 9 2 290 000 Gesamt, einschliesslich 7,7% MWSt 23 800 000 Das Wasserbauprojekt Eulachraum zum Schutz vor Hochwasser, die Provisorien in der Eulachpassage sowie das Energie- und Erschlies- sungskonzept umfassen inhaltlich das Gesamtareal des Campus T und nicht nur die 1. Etappe. Die Kosten für diese Vorhaben können deshalb nicht im Rahmen der 1. Etappe beantragt werden; die entsprechenden Kredite werden separat beantragt.
Die Ausgaben von Fr. 23 800 000 für die Phase Projektierung gehen zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegen- schaften Verwaltungsvermögen. Es handelt sich dabei um eine gebundene Ausgabe gemäss § 37 Abs. 2 lit. d des Gesetzes über Controlling und Rech- nungslegung (LS 611) und ist durch den Regierungsrat zu bewilligen. Für das Vorhaben sind im Budget 2019 Fr. 5 560 000 eingestellt. Die rest- lichen Ausgaben werden in der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, kompensiert. Insgesamt sind im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2019–2022 Fr. 33 040 000 eingestellt. Tabelle 2: Ausgaben Projektierungskredit 1 Jahr 2019 2020 2021 Investitionskosten 11 000 000 12 000 000 800 000 Projektierungskredit 1 in Franken Die Durchführung steht unter dem Vorbehalt, dass das Vorhaben im Rahmen der zur Verfügung stehenden Budgetkredite der Investitions- rechnung finanziert werden kann und im Vergleich zu anderen Vorhaben priorisiert wird.
E. Bundesbeiträge Gemäss Art. 54ff. des Hochschulförderungs- und -koordinationsge- setzes (SR 414.20) besteht für die Projektierung kein Anspruch auf Bun- desbeiträge. Für die Umsetzung des Vorhabens besteht dagegen ein An- spruch auf Bundesbeiträge.
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion und der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Projektierung der beiden Neubauten, der Rückbauten so- wie der erforderlichen Provisorien wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 23 800 000 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, bewilligt.
II. Die Baudirektion wird mit der Projektierung beauftragt.
III. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Bil- dungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli