RRB Nr. 253/2020
Anfrage Christoph Ziegler, Elgg, betreffend Vorsicht Stufe, Beantwortung
18. März 2020Deutsch3 min
Source zh.ch
Anfrage Christoph Ziegler, Elgg, betreffend Vorsicht Stufe, Beantwortung
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 25/2020
Sitzung vom 18. März 2020
253. Anfrage (Vorsicht Stufe) Kantonsrat Christoph Ziegler, Elgg, hat am 27. Januar 2020 folgende Anfrage eingereicht: In der Volksschule wurde in den letzten Jahren viel investiert, damit die Berufswahl für die Jugendlichen einfacher wird und einer erfolgreichen Lehre nichts mehr im Wege stehen sollte. Allerdings wird neben der klassischen Schnupperlehre im Betrieb oft der frühzeitige Kontakt zur entsprechenden Berufsfachschule vernach- lässigt. Dieser Kontakt soll dazu beitragen, dass den Jugendlichen bewusst ist, welche Lernorte in der Ausbildung auf sie warten. Ob ein solcher Kontakt durch «Schnupperlektionen» oder mit einem anders gearteten Arrangement erfolgen soll, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass über- haupt ein Kontakt und damit eine Sensibilisierung stattfindet. Ein Mit- einbezug des Lernortes Berufsfachschule im Berufsfindungsprozess könnte die Quote der Lehrvertragsauflösungen im 1. Ausbildungsjahr re- duzieren. Auch ein Austausch von Lehrpersonen über die Stufen hinweg ist wünschenswert. Die Sekundarstufe I hat so die Möglichkeit, ihre Lernen- den besser auf den Lehrstart an der Berufsfachschule vorzubereiten. Lehr- personen an der Berufsfachschule sollten andererseits wissen, was und wie an der Sekundarschule unterrichtet wird. Der Kanton kann dabei unterstützend wirken. Deshalb stellen sich einige Fragen:
Erwägungen
1. Ist der Regierungsrat ebenfalls der Ansicht, dass neben dem Kon- takt zum zukünftigen Lehrbetrieb auch ein vorzeitiger Kontakt zur entsprechenden Berufsfachschule wichtig ist?
2. Gibt es analog zu VS-Gym auch ein Projekt VS-Berufsfachschule?
3. Wie werden die einzelnen Lehrpläne aufeinander abgestimmt?
4. Wie fördert der Kanton den Übergang von der Sekundarschule zur Berufsfachschule? Ich danke für die Beantwortung meiner Fragen.
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Anfrage Christoph Ziegler, Elgg, wird wie folgt beantwortet: Zu Frage 1: Ein vorzeitiger Kontakt zwischen den Jugendlichen und den Berufs- fachschulen ist nicht zielführend. Insbesondere in der Phase der Schnup- perlehre bringt er wenig Nutzen. Lehrvertragsauflösungen haben ihre Ursache in der Regel im gewählten Beruf oder Lehrbetrieb und nicht in der Berufsfachschule. Hinzu kommt, dass Schülerinnen und Schüler oft in verschiedenen Berufen Schnupperlehren machen. Der Berufsfach- schulunterricht für die einzelnen Berufe wird aber vielfach an verschie- denen Schulen unterrichtet. Zu Frage 2: 2019 wurde das Projekt «Volksschule–Berufsbildung» (VSBB) gestar- tet. In diesem Rahmen werden unter Einbezug aller Beteiligter Verbesse- rungsmöglichkeiten am Übergang zwischen Volksschule und Berufsbil- dung erörtert. Dabei werden auch Fragen zur Zusammenarbeit, zur Kom- munikation zwischen Volksschule und Berufsfachschulen sowie zur Ab- stimmung von Lehrplänen behandelt. Zu Frage 3: Der Kanton oder die Berufsfachschulen sind in der Gestaltung der Lehr- pläne nicht frei, da die Bildungsverordnungen und Bildungspläne der über 200 Berufe auf nationaler Ebene festgelegt werden. Gewisse Frei- heiten bestehen für die Berufsfachschulen im allgemeinbildenden Unter- richt (ABU), für den ein nationaler Rahmenlehrplan Vorgaben macht. Die Schulen orientieren sich in der Erstellung ihrer ABU-Schullehrpläne an den Vorgaben des Lehrplans 21, um die Anschlussfähigkeit zu gewähr- leisten. Zu Frage 4: Das Volksschulamt, das Mittelschul- und Berufsbildungsamt sowie das Amt für Jugend und Berufsberatung koordinieren ihre Bemühungen zur Verbesserung des Übergangs zwischen Volksschule und Berufsbildung im Rahmen des bei der Beantwortung der Frage 2 erwähnten Projektes VSBB.
II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungs- rates sowie an die Bildungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli