RRB Nr. 272/2014
Staatsstrassen, Verkehrsdatenerfassung, Automatisierung des bestehenden MessstellenNetzes, gebundene Ausgabe
5. März 2014Deutsch4 min
Source zh.ch
Staatsstrassen, Verkehrsdatenerfassung, Automatisierung des bestehenden MessstellenNetzes, gebundene Ausgabe
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 5. März 2014
272. Staatsstrassen, Verkehrsdatenerfassung, Automatisierung des bestehenden Messstellennetzes
Erwägungen
A. Ausgangslage Im Kanton Zürich erhebt das Tiefbauamt auf Staatsstrassen die Ver- kehrsdaten (Erfassung des motorisierten Individualverkehrs) für verschie- dene Verwendungszwecke wie Lärmkataster, Gesamtverkehrsmodell, Infrastrukturplanung, Verkehrsumleitungen, Wirkungskontrollen, Ver- kehrsunfallstatistik usw. In einem dichten Netz von 267 bestehenden Verkehrsmessstellen werden dauernde und periodische Verkehrszählun- gen durchgeführt, in denen auch die Fahrzeuglänge, Geschwindigkeit und Fahrzeugklasse anonymisiert erfasst werden. An 131 Standorten sind fest installierte Messgeräte im Einsatz, zusätzlich stehen weitere 17 Mess- geräte für die periodischen Messungen zur Verfügung. Um die periodi- schen Messungen durchführen zu können, müssen die Messgeräte von einem Verkehrszähl-Standort zum nächsten verlegt werden. Für die Be- stimmung des durchschnittlichen Tagesverkehrs sind bei periodischen Messstellen Hochrechnungen notwendig. Die Rohdaten der heute ein- gesetzten 148 Messgeräte werden täglich über einen einfachen Büro- computer ausgelesen. Um die stetig wachsende Nachfrage nach aktuellen Verkehrsdaten abdecken zu können, sollen das bestehende Messstellennetz mit fest installierten Messgeräten ergänzt sowie die Datenauslesung und der Da- tenimport in das bestehende Management- und Analysesystem automa- tisiert werden.
B. Ziel Die Verkehrsdatenerfassung soll so weit automatisiert werden, dass für die Datenauslesung wie auch für den Datenimport in das bestehende Management- und Analysesystem keine Benutzerinterventionen mehr notwendig sind. Durch diese Effizienzsteigerung sollen künftig schneller aktuelle Daten zur Verfügung stehen. Die Datenqualität soll nachhaltig gesichert werden. Die Betriebssicherheit des Gesamtsystems soll grund- sätzlich verbessert werden. Die Nutzungsdauer der Automatisierung des bestehenden Messstellen- netzes wird für 20 Jahre ausgelegt.
C. Projekt Insgesamt 267 Standorte sind bereits mit Induktionsschleifen (Draht- schleifen in der Strasse) ausgerüstet. Die Induktionsschleifen sind in einem guten bis sehr guten Zustand. Erhaltungsmassnahmen an diesen Ein- richtungen werden im Rahmen des üblichen baulichen Unterhaltes aus- geführt. An allen Standorten werden zehn verschiedene Fahrzeugklassen nach dem Klassifizierungsschema des Bundesamts für Strassen erfasst. Um alle Messstellen bzw. Standorte zu dauernden Messstellen auf- rüsten zu können, müssen 119 Messgeräte und Übertragungseinrichtun- gen beschafft werden. Durch diese Massnahme entfallen aufwendige Arbeiten für die Messgerätewechsel, deren Planung sowie die Hoch- rechnung der periodischen Messstellen. Zur Datensammlung und Weiterleitung wird ein neuer Bereichsrech- ner Verkehrsdatenerfassung eingerichtet. Dieser Bereichsrechner über- trägt täglich automatisch die Statistikdaten der Messgeräte in die Zent- rale, führt einfache Plausibilitätsprüfungen durch und übermittelt die Daten an das bestehende Management- und Analysesystem. Die Mess- daten können daher automatisiert ohne Benutzerintervention von den einzelnen Messstellen ins Management- und Analysesystem übertragen werden. Der Bereichsrechner Verkehrsdatenerfassung wird so ausgelegt, dass er mit zusätzlichen Messstellen erweitert werden kann und später neu zu erstellende Velomessstellen integriert werden können.
D. Kostenzusammenstellung Für die Automatisierung des bestehenden Messstellennetzes wurde ein Detailprojekt mit Kostenvoranschlag ausgearbeitet. Es wird mit einem Gesamtbetrag von Fr. 2 100 000 gerechnet, der sich wie folgt zusammen- setzt: in Franken Zentrale Infrastruktur 135 000 Messstellenausrüstung 1 604 300 Honorare 172 800 Reserve (rund 10%) 187 900 Total 2 100 000
E. Folgekosten Jährliche Betriebs- und Unterhaltskosten für die Automatisierung des bestehenden Messstellennetzes: Betriebs- Unterhalts- Total Fr. Fr. Fr. Staatsstrassen 100% 22 000 81 000 103 000 Total 100% 22 000 81 000 103 000 Das Vorhaben verursacht jährliche Kapitalfolgekosten von Fr. 129 000. Sie berechnen sich nach IPSAS wie folgt: Baukosten Kapitalfolgekosten Kontierung Anteil Zinsen (2,25%) Abschreibungssatz Betrag Baukosten Fr. Fr. Fr. Staatsstrassen Konto 50120 00000 100% 2 100 000 24 000 5% 105 000 Zwischentotal 24 000 105 000 Total 2 100 000 129 000
F. Finanzierung Gemäss § 37 Abs. 2 lit. b CRG sind Ausgaben zur Erhaltung und zeit- gemässen Ausstattung der vorhandenen Bausubstanz gebundene Ausga- ben. Die Automatisierung des bestehenden Messstellennetzes ist kein grundlegend neues Vorhaben, sondern stellt auf die bereits vorhandene Infrastruktur ab und stattet sie zeitgemäss aus. Damit sind die hierfür erforderlichen Ausgaben von Fr. 2 100 000 gebunden. Die Bruttoaufwendungen sind dem Konto 50120 00000, Verkehrsein- richtung, zu belasten. Die Kosten sind im Budget 2014 mit Fr. 1 050 000 enthalten, die restlichen Ausgaben sind im KEF 2014–2017 eingestellt.
Dispositiv
Auf Antrag der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Automatisierung des bestehenden Messstellennetzes wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 2 100 000 zulasten der Investitionsrech- nung der Leistungsgruppe Nr. 8400, Tiefbauamt, bewilligt.
II. Dieser Betrag wird nach Massgabe des Schweizerischen Baupreis- indexes gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Stand 29. November 2013)
III. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Volkswirtschaftsdirektion und die Baudirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi