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Entscheid

RRB Nr. 568/2020

Lotteriefonds des Kantons Zürich, Entwicklungszusammenarbeit 2020

3. Juni 2020Deutsch38 min

Source zh.ch

Lotteriefonds des Kantons Zürich, Entwicklungszusammenarbeit 2020

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 3. Juni 2020

568. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Entwicklungszusammenarbeit 2020

Erwägungen

1. Einleitung und Übersicht

1.1 Allgemeines Mit Beschluss vom 12. Februar 2018 bewilligte der Kantonsrat für die Jahre 2018 bis längstens 2021 einen Rahmenkredit von 32 Mio. Franken für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und die Inlandhilfe (IH), aufgeteilt in vier jährliche Tranchen von je 8 Mio. Franken (Vorlage 5361). Gegenüber dem vorherigen Rahmenkredit für die Jahre 2015 bis 2017 (Vorlage 5167) beschloss der Kantonsrat für den EZA-Bereich folgende Vorgaben: – Für die EZA und die IH stehen pro Jahr zwei Tranchen von je 4 Mio. Franken zur Verfügung. – Keine Beiträge werden geleistet für Vorhaben in Ländern der Euro- päischen Union (EU). – Keine Beiträge werden geleistet für Vorhaben in Ländern, die ihre Staatsangehörigen im Grundsatz nicht rückübernehmen, unabhängig von der Existenz eines Rückübernahmeabkommens im Asylbereich mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

1.2 Zielsetzung der kantonalen EZA Mit seinen EZA-Beiträgen will der Kanton: – die betroffene Bevölkerung vor allem in den Bereichen Armutsbe- kämpfung und Entwicklung des ländlichen Raumes bei der Verbesse- rung der eigenen Lebensbedingungen im Sinne der «Hilfe zur Selbst- hilfe» unterstützen, – seinen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Stabilität leisten, – verdeutlichen, dass die Unterstützung der EZA nicht nur Angelegen- heit des Bundes ist, sondern eine Verpflichtung der Gemeinwesen aller Stufen darstellt, – dem zürcherischen Engagement im EZA-Bereich im Rahmen der Bei- tragsgewährung einen höheren Stellenwert einräumen. Hierzu werden Zürcher Organisationen bei ausreichenden Mitteln mit höheren Bei- trägen bedacht und ausgewählte Institutionen können für spezielle Projekte Schwerpunktbeiträge erhalten.

1.3 Gesuchseingaben 2020 2020 reichten 26 Organisationen und Institutionen (2019: 26) insgesamt 27 (27) Gesuche mit einer Gesamtsumme von Fr. 5 187 474 (Fr. 6 677 709) ein: Association pour le Développement de l’Energie Solaire Suisse (ADES), Adventist Development and Relief Agency (ADRA), Aqua Ali- menta, Ärzte ohne Grenzen*, Biovision, Brücke – Le Pont, Caritas*, Christoffel Blindenmission Schweiz (CBM), Comundo*, Fastenopfer*, Helvetas, Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS), Horyzon*, Iamaneh*, Medair*, Mission am Nil, Nouvelle Planète*, Päda- gogische Hochschule Zürich (PHZH), Save the Children, Solidar Suisse, Solidarität Dritte Welt (SDW), SolidarMed*, Swisscontact, TearFund Schweiz, Terre des hommes Schweiz* und Verein zur Entwicklung der Be- währungshilfe in Osteuropa (VEBO). Die mit * bezeichneten Organisa- tionen gelten als ausserkantonale Hilfswerke.

1.4 Auswahl der Projekte und Beiträge Mit Ausnahme eines Gesuchs entsprachen sämtliche Eingaben den Richtlinien für Beiträge der EZA und IH. Die gesuchstellenden Organi- sationen mussten, sofern sie zwei oder mehr Gesuche einreichten, diese priorisieren. Nur eine Organisation reichte zwei Projekte ein, wovon das- jenige mit erster Priorität berücksichtigt wurde. Folgende Projekte wurden nicht berücksichtigt: Hilfswerk/Organisation Projektbezeichnung, Land Grund der Ablehnung Gewünschter Betrag in Franken Mission am Nil «Landwirtschaftsprojekt nono, Äthiopien». 140 000 Das Projekt liegt in einem Land, das seine Staatsangehörigen im Grundsatz nicht rückübernimmt, weshalb ein Beitrag aus- geschlossen ist. Horyzon «Espace Sûr – Ein sicherer Ort; Bildung für 100 000 Mädchen und junge Frauen in den Slums von Haiti». Das Gesuch weist zweite Priorität auf. Von Horyzon wird das Gesuch «Paza la Paz – Ein Schritt zum Frieden; Bildung für benachteiligte Jugendliche in Armenquar- tieren Kolumbiens» (Nr. 21) berücksichtigt. Jede der gesuchstellenden Organisationen wurde mit einem Projekt berücksichtigt. Der Kanton kann das Vorhaben einer Organisation des öffentlichen Rechts bzw. ein besonders innovatives Vorhaben eines priva- ten Hilfswerks als Schwerpunktvorhaben definieren und dadurch einen Beitrag bis Fr. 500 000 gewähren (Beitragskompetenz des Regierungs-

rates im Einzelfall). Gestützt auf die Mitberichte der jeweiligen Fach- direktion(en) wurden folgende Eingaben als Schwerpunktvorhaben be- stimmt: Hilfswerk/Organisation Projekt-Nr. Projektbezeichnung, Land Gewünschter Betrag in Franken VEBO 17 «Know How Transfer» – Einführung von 480 000 Lernprogrammen für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrs­ teilnehmer in Georgien PHZH 16 «Better Teaching for a Better Future», 500 000 Förderung von pädagogisch-didaktischen Kompetenzen für die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung in Armenien, Georgien und in der Republik Moldau Die Summe der gewünschten Beiträge übersteigt den zur Verfügung stehenden Betrag von 4 Mio. Franken. Deshalb erfolgten Kürzungen an den nachgesuchten Beiträgen. Dabei wurde folgender Schlüssel ange- wendet: – Schwerpunktvorhaben: höchstens Fr. 500 000 – Hilfswerke aus dem Kanton Zürich: höchstens Fr. 140 000 – ausserkantonale Hilfswerke: höchstens Fr. 120 000 Geografisch verteilen sich die EZA-Leistungen 2020 wie folgt: Kontinent Anzahl berücksichtigter Gesuche Anteil in % Betrag in Franken Afrika 8 (Projekte Nr. 1–8) 26 1 010 000 Asien 9 (Projekte Nr. 9–17) 49 1 880 000 Lateinamerika 6 (Projekte Nr. 18–23) 19 738 000 (Süd-)Osteuropa 2 (Projekte Nr. 24–25) 6 230 000 Total 25 Projekte 100 3 858 000

2. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auf‌listung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält in knapper, zum Teil stichwortartiger Form die grundlegenden Angaben zum jeweiligen Projekt: – Unter «Staat/Region» ist jeweils in Klammer der Rang des entsprechen- den Staates im Human Development Index (HDI) der UNO aufge- führt, der dem jeweiligen Staat gemäss Einstufung 2019 zwischen 1 (Nor- wegen) und 189 (Niger) zukommt. Der Index gibt Auskunft zur Ent- wicklung eines Landes. Für seine Berechnung werden nicht nur aus- schliesslich ökonomische Kennzahlen verwendet, sondern eine Vielzahl von Aspekten (u. a. Lebenserwartung, Bildungsstand, Bruttoinland- produkt) berücksichtigt.

– Im Berichtspunkt «Grundinformationen» sind die Ausgangslage bzw. die Rahmenbedingungen für das jeweilige Vorhaben beschrieben. – Unter «Hauptziel» wird das übergeordnete Ziel des Vorhabens erwähnt. – Unter «Projektinhalte» werden die wichtigsten Einzelmassnahmen aufgelistet, mit denen die angestrebten Hauptziele erreicht werden sollen. – Beim Punkt «Begünstigte» wird angegeben, wie viele Personen bzw. welche Personengruppen vom Projekt voraussichtlich profitieren wer- den. – In der Rubrik «Beitrag des Kantons» sind auch die jeweiligen Projekt- begleitkosten (PBK) angegeben, welche die Organisation für das ent- sprechende Projekt ausweist. Es werden höchstens 10% PBK bewilligt.

2.1 Projekte in Afrika (Projekte Nrn. 1–8) 1) ADES expandiert die Kocherproduktion in Madagaskar Organisation ADES Staat/Region Madagaskar (HDI: 162), Provinzen Tuéar und Fianarantsoa Grundinformationen Madagaskar zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Über 90% der Bevölkerung leben unter- halb der internationalen Armutsgrenze. Saube- res Wasser, medizinische Versorgung und elek- trische Energie sind nur einer Minderheit der Bevölkerung vorbehalten. Die fortschreitende Abholzung Madagaskars ist zu einem Grossteil dem Kochen auf offenen Feuerstellen geschul- det. Aus diesem Grund verbreitet ADES ener- gieeffiziente Kochmethoden und sensibilisiert die Bevölkerung für einen nachhaltigen Um- gang mit der Umwelt. Bis heute hat ADES über 255 000 Energiesparkocher verkauft. 2018 konnte die Nachfrage nicht gedeckt werden, da der Brennofen in Fianarantsoa zu wenig Kapazität hat. Hauptziel Erhöhung der Kapazität und ab 2025 jährlicher Produktion und jährlicher Verkauf von mindes- tens 70 000 Energiesparkochern

Projektinhalte Bau eines zweiten Brennofens für die Tonkerne der Energiesparkocher – Zwei zusätzliche mobile Zentren zur Promo- tion der ADES-Kocher und zur Sensibilisie- rung der Bevölkerung – Pflanzen eines Baumes für jeden verkauften Kocher Begünstigte – 156 000 Personen erhalten Zugang zu energie- effizientem Kochen – 20 neue Arbeitsstellen – 40 neu ausgebildete Wiederverkaufende Gesamtkosten Fr. 650 000 Gewünschter Beitrag Fr. 110 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 2) Farmer Communication Programme (FCP) Organisation Biovision Staat/Region Kenia (HDI: 147) und Tansania (HDI: 159) Grundinformationen Die Landwirtschaft stellt für 80% der Landbe- völkerung in Afrika die Haupteinkommens- quelle dar. Die agrarwirtschaftliche Produktion und damit die Ernährungssicherheit werden je- doch durch verschiedene Faktoren beeinträch- tigt. Allein Pflanzenschädlinge sind verantwort- lich für bis zu 80% der Ernteverluste. Damit die- sen Herausforderungen nicht nur mit Pestizi- den und Kunstdünger begegnet wird, was für die Kleinbäuerinnen und -bauern oft mit un- erschwinglichen Kosten verbunden ist, soll Knowhow über ökologische Landwirtschaft ver- mittelt werden. Hauptziel Vermittlung von Wissen über ökologische Land- wirtschaft in Kenia und Tansania Projektinhalte Dieses Ziel soll einerseits mit gezielter Bewusst- seinsbildung mittels multimedialer Programme (Zeitung, Radio, Internet, SMS, persönliche Be- ratung im Feld), Förderung der Umsetzung (u. a. durch Schulung, Entwicklung von Lehrplänen und Schulungsunterlagen sowie Teilnahme an Landwirtschaftsmessen) und Verminderung der Informationsasymmetrien (u. a. Einrichten von Informationsaustauschplattformen) erreicht werden.

Begünstigte 3800 geschulte Landwirtinnen und Landwirte, 5 Mio. Menschen via wöchentliche Radiosen- dung auf Suaheli über ökologischen Landbau Gesamtkosten Fr. 1 508 225 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 7,5% PBK) Fr. 140 000 3) Viehzüchter verteidigen ihr Recht auf Weideland Organisation HEKS Staat/Region Senegal (HDI: 166), Gebiet Ferlo, Departemente Linguère und Ranérou Grundinformationen Das Gebiet Ferlo im Norden des Senegals ist ent- legen und es herrscht in dem trockenen Gebiet ein grosser Mangel an Infrastruktur. Haupt- einnahmequelle ist die (teil)nomadische Vieh- zucht. Diese an die klimatischen Bedingungen gut angepasste Lebensweise der Pastoralisten (lat. pastor = Hirte) gerät aber zunehmend unter Druck durch negative Effekte des Klimawan- dels, Bevölkerungswachstum, mangelhaftes Res- sourcenmanagement sowie die Ausbreitung des bewässerten Anbaus und die zunehmende Be- siedelung des Gebietes. Hauptziel Verbesserung der Resilienz und Ernährungs- sicherheit der begünstigten Haushalte im Pro- jektgebiet Projektinhalte Erhöhung des Einkommens und Verbesserung der Ernährungssicherheit der Mitglieder der Be- günstigtenorganisationen – Förderung der Adaptionsstrategien und Re- silienz – Verbesserung der Governance durch Förde- rung der Kapazitäten der lokalen Akteure und ihren Organisationen (Behörden der Kommunen, Basisorganisationen und Frauen- gruppen) Begünstigte 160 000 Einwohnerinnen und Einwohner von 8 Kommunen der 2 Departemente, 20 lokale Pastoralistenorganisationen, 7 Gemeinschafts- organisationen mit insgesamt 5830 Mitgliedern Gesamtkosten Fr. 327 621 Gewünschter Beitrag Fr. 177 268 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 140 000

4) Bau von drei Wasserversorgungssystemen in drei Dörfern in der Gemeinde Ampary Organisation Nouvelle Planète Staat/Region Madagaskar (HDI: 162), Ampary, Region Itasy Grundinformationen Die Mehrheit der Landbevölkerung Madagas- kars versorgt sich mit Wasser aus ungeschützten Quellen, Bächen und Flüssen. In der Regenzeit vermengt sich das Wasser mit Schlamm, Fäka- lien und Müll, was zu Krankheiten führen kann, die teilweise tödlich enden. Dies führt auch zu wirtschaftlichen Folgen. Während der Trocken- zeit versiegen einige Quellen und Bäche, weshalb die Bevölkerung an Wassermangel leidet. Der Zeitaufwand für das Wasserholen ist zum Teil beträchtlich (vier Stunden pro Tag und mehr) und führt bei den Mädchen zu Schulabsenzen. Hauptziel Zugang zu Trinkwasser für die Bewohnerinnen und Bewohner der drei Dörfer Gasige, Ambodi- farihy und Miadanimamo sowie für die Schüle- rinnen und Schüler der öffentlichen und priva- ten Schulen, Verbesserung der Gesundheitslage der Dorfbefölkerung Projektinhalte Inbetriebnahme von drei Wasserversorgungs- systemen – Bau von 53 Zapfstellen – Ernennung von drei Wasserkomitees (1 pro Dorf) – Ausbildung von zwölf Technikerinnen und Technikern – Unterhalt der Trinkbrunnen durch je zwei Verantwortliche – Sicherung des gemeinschaftlichen Unterhalts – Sensibilisierung für Hygiene und sanitäre Anlagen – Förderung des Baus von Latrinen – Sensibilisierung für Umweltfragen – Feuerschutz für 2500 Bäume rund um die Quellen

Begünstigte – 1380 Dorfbewohnerinnen und -bewohner – 120 Schülerinnen und Schüler sowie 6 Lehr- personen Gesamtkosten Fr. 130 460 Gewünschter Beitrag Fr. 100 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 4% PBK) Fr. 100 000 5) Grundschulbildung für Mädchen und Jungen Organisation Solidarität Dritte Welt SDW (in Zusammen- arbeit mit Comundo) Staat/Region Sambia (HDI: 143), Katete, Matero, Lusaka Grundinformationen Trotz der 2002 eingeführten kostenlosen Grund- schulbildung liegt die Alphabetisierungsrate in Sambia noch immer bei lediglich 60%. Nur rund die Hälfte der Schülerinnen und Schüler besucht die Sekundarschule. Als Folge der HIV/AIDS-Epidemie in den 2000er-Jahren starben insbesondere in Matero, einem Stadtteil von Lusaka, viele damals junge Erwachsene und hinterliessen Halb- oder Voll- waisen. Bis heute fehlt diese Familienunter- stützung. Die in der Not gegründete Quartier- schule wird von 15 Lehrpersonen mit meist un- genügender Ausbildung betrieben. Im illegalen Bauleni-Slum in Lusaka mit mittler- weile 40 000 Bewohnerinnen und Bewohnern fehlt die Infrastruktur (insbesondere Wasser- versorgung und sanitäre Anlagen), weshalb sich Krankheiten (Cholera, Typhus, Malaria und HIV) überdurchschnittlich verbreiten. Drogen, Kriminalität, Prostitution und frühe Schwanger- schaften sowie Kindesmissbrauch sind daher traurige Realität. Hauptziel Verbesserung des Bildungssystems mit Fokus auf die Grundschulbildung

Projektinhalte – Schulung von Lehrpersonen in methodisch-­ didaktischen Fähigkeiten – Verbesserung der schulischen Leistungen und Verminderung vorzeitiger Schulabgänge – Erarbeiten von Handbüchern und Richtlinien – Schulung des Managements, Teamorganisa- tion und Öffentlichkeitsarbeit – HIV-Präventionsprogramme für Kinder, Ju- gendliche und junge Erwachsene – Schneiderkurse für Witwen und mittellose Frauen – In Bauleni: Steigerung des Bekanntheitsgra- des des Jugendzentrums und damit Verdop- pelung des Wirkungskreises – Verbesserung der Englischkenntnisse der Kinder – Weiterentwicklung des Jugendzentrums Steve Biko Centre und Stabilisierung der Organisa- tionsstrukturen Begünstigte – Direkt: 280 Lehrpersonen und Mitarbeitende – Indirekt: Rund 18 000 Schülerinnen und Schü- ler der Grundschule Gesamtkosten Fr. 267 696 Gewünschter Beitrag Fr. 140 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 140 000 6) Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen Organisation SolidarMed Staat/Region Mosambik (HDI: 180), Provinz Cabo Delgado, Distrikte Chiúre, Ancuabe und Namuno Grundinformationen Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt und die drei ländlichen Projekt-Distrikte zählen zu den ärmsten des Landes. Die Bevöl- kerung bewohnt grösstenteils Hütten aus Bam- bus und Lehm. Die Familien mit durchschnitt- lich sechs bis sieben Kindern leben vom Feld- bau. Transportmöglichkeiten sind kaum vorhan- den und die Distanzen zum nächsten Gesund- heitszentrum sind weit. Die 735 000 Menschen im Projektgebiet werden von einem Spital und 30 Gesundheitszentren versorgt. Insbesondere die Sterberate von Frauen und Neugeborenen ist sehr hoch: Auf 100 000 Geburten sterben 489 Frauen und 2900 Neugeborene.

Hauptziel Verbesserung der Mütter- und Neugeborenen- gesundheit in Zusammenarbeit mit den loka- len Gesundheitsbehörden Projektinhalte – Beschaffung notwendiger Ausrüstung für Notfallbehandlungen, Verbesserung der Ste- rilisation, Sicherung der Verfügbarkeit von Blutkonserven, Medikamenten und zur Be- handlung geburtshilflicher Komplikationen notwendiger Ausrüstung – Förderung der Inanspruchnahme der Ge- sundheitsdienste u. a. durch Abgabe von Baby-­ Paketen an Frauen, die an einem Gesund- heitszentrum entbinden – Verbesserung des Dienstleistungsangebots durch praxisnahe Schulung der Pflegefach- kräfte, Ausbildung der für die chirurgische Geburtshilfe zuständigen Hilfsärztinnen und -ärzte und Beratung zur Familienplanung – Wissenstransfer und Politikdialog: Sicherung der Nachhaltigkeit von erfolgreichen Strate- gien dank gemeinsam mit den Gesundheits- behörden entwickelten Ausstiegsstrategien Begünstigte – Direkt: Rund 36 750 schwangere Frauen und ihre Neugeborenen – Medizinisches Personal der neun ausgewähl- ten Gesundheitszentren Gesamtkosten Fr. 494 109 Gewünschter Beitrag Fr. 125 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9% PBK) Fr. 120 000 7) Bildung für den Frieden Organisation TearFund Schweiz Staat/Region Südsudan (HDI: 186), Boma State, Jebel Boma County Grundinformationen Obwohl der Bürgerkrieg seit Sommer 2018 for- mell beendet ist, ist die anhaltende Rivalität zwi- schen Regierung und Opposition im Südsudan noch nicht ganz überwunden, was den Aufbau von Strukturen, zum Beispiel eines funktionie- renden Bildungssystems, erschwert. Nach wie vor ist Gewalt weit verbreitet. Nur knapp ein

Drittel der Erwachsenen kann lesen und schreiben. Die Einschulungsrate – so Zahlen überhaupt erhoben werden können – gehört zu den tiefsten der Welt. Vor allem Mädchen wird die Schulbildung verwehrt. Mit dem «Accele- rated Learning Programme», einer verkürzten Primarschulbildung, das 2002 von der Regierung ins Leben gerufen wurde, soll die verpasste re- guläre Bildung nachgeholt werden. Hauptziel Aufbau von Strukturen für ein friedliches Zu- sammenleben durch Bildung und Friedens- arbeit Projektinhalte – Friedensförderung durch Schulungen zur ge- waltfreien Konfliktlösung von lokalen Füh- rungskräften und Friedenskomitees, Durch- führung von Konferenzen – Bildungsförderung durch Schulungen von Eltern-Lehrpersonen-Vereinigungen und Schulmüttern, Förderung von Schuleinschrei- bungen, Bereitstellen von täglichem Frühstück für 16 Lehrpersonen während der nationa- len Grundschulabschlussprüfungen, Durch- führen einer gross angelegten Bildungskam- pagne und von Intensivkursen für Lehrperso- nen, Anreize für nicht entlöhnte Lehrkräfte Begünstigte – Rund 2000 Kinder und Jugendliche – Rund 50 Lehrpersonen und Bildungsmana- gerinnen und -manager – Lokale Institutionen im Bereich Friedens- förderung Gesamtkosten Fr. 500 200 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 140 000

8) Jugendliche aus Townships stärken Organisation Terre des hommes Schweiz Staat/Region Südafrika (HDI: 113), KwaZulu-Natal, Pieter- maritzburg, Willowfontein Grundinformationen Von den knapp 58 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern Südafrikas sind knapp 30% unter 15 Jahre alt. Das Vermögen ist nach Lesotho weltweit am ungleichsten verteilt. Arbeitslosig- keit, HIV und strukturelle Gewalt vor allem gegen Frauen sind weit verbreitet. Knapp 60% der Schülerinnen und Schüler in KwaZulu-Natal brechen die Schule vor Beendigung des letzten Schuljahres ab. Armut, Arbeitslosigkeit und Alkohol-/Drogenmissbrauch gehören zum All- tag. Umgungundlovu hat mit 40% eine der höchsten HIV/Aids-Raten ganz Südafrikas. Mit 63% der Neuinfektionen sind junge Frauen zwischen 15 und 24 am meisten betroffen. Gleich- zeitig ist die Rate von Frühschwangerschaften sehr hoch. Hauptziel Reduktion der HIV-Infektionsrate und der Frühschwangerschaften bei Jugendlichen in KwaZulu-Natal Projektinhalte – Sechs dreitägige Power-Workshops pro Jahr zur Stärkung der Ressourcen und Stärken der Jugendlichen – Jährlich fünf Workshops im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit (SRHR) – Jährlich drei Career Development Workshops für innerschulische Jugendliche – Jährlich fünf Trainings zu lösungsorientier- tem Handeln – Peers unterstützen sich gegenseitig in Platt- formen und sicheren Räumen (wöchentliche Treffen, Workshops, Schaffung eines Jugend- forums, Follow-ups) – Einbezug der Erziehungsberechtigten und Schlüsselpersonen ausserhalb der Familien (Gemeindemitglieder, Kranken- und Lehr- personal, traditionelle Führerinnen und Führer)

Begünstigte 5460 Jugendliche, 3300 Familien, 1200 Gemein- den und 12 Institutionen Gesamtkosten Fr. 363 000 Gewünschter Beitrag Fr. 170 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 120 000

2.2 Projekte in Asien (Projekte Nrn. 9–17) 9) Regeneration der Graslandschaft und verbesserte Nutzung von Rohmilch Organisation ADRA Schweiz Staat/Region Mongolei (HDI: 92), Provinz Dsawchan-Aimag, Distrikt Ider Soum Grundinformationen Im Distrikt Ider Soum wird eine intensive Nutz- tierhaltung betrieben. Da die Weiterverarbei- tung zu haltbaren Milchprodukten vernachläs- sigt wird, können die grossen Mengen an ver- fügbarer Milch nicht genutzt werden. Die Über- nutzung des Bodens führt zu einer Degradie- rung der Vegetation und einer Abnahme der Produktivität pro Fläche. Hauptziel Regeneration der übernutzten Graslandschaf- ten durch innovative Beweidungsstrategie, ver- besserte Nutzung von Rohmilch durch Weiter- verarbeitung in besser haltbare Produkte Projektinhalte – Ausbildung von zwei lokalen Personen mit- tels zweiwöchiger Schulung zu Expertinnen und Experten in der Methode des «Holisti- schen Beweidungsmanagements», welche die Regeneration von übernutzten Graslandschaf- ten anstrebt – Fünftägige praxisorientierte Schulung von Hirtinnen und Hirten in der Methode des «Holistischen Beweidungsmanagements» – Je drei Trainings à zwei Tage für Milchzulie- ferer, um sich mit effektiven und effizienten Managementmethoden (Prozessabläufe, Da- tensammlung, -verarbeitung und -analyse usw.) vertraut zu machen sowie um wichtige Grundlagen zum Thema Nahrungsmittelsi- cherheit, Tiergesundheit, Hygiene der Geräte und Umweltschutz zu vermitteln

– Einführung eines Analysesystems, das der Be- völkerung ermöglicht, zukünftige Nutzungen weiterer tierischer Produkte zu integrieren, ohne die Nachhaltigkeit zu gefährden Begünstigte – Direkt: 50 Hirtinnen und Hirten durch Schu- lungen, 50 Milchzulieferer durch Trainings; – Indirekt: Rund 700 Personen profitieren von Weiterbildungsangeboten, grösserem Futter- angebot und Ertragssteigerungen. Gesamtkosten Fr. 292 933 Gewünschter Beitrag Fr. 240 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 140 000 10) Steigerung Bodenfruchtbarkeit und Ernährungssicherheit marginalisierter Kleinbauernfamilien Organisation Aqua Alimenta Staat/Region Indien (HDI: 129), Bundesstaat Odisha, Distrikte Puri, Nayagarh, Kendrapara, Bolangir, Nuaparha Grundinformationen Der Bundesstaat Odisha ist noch immer arm. 28 Mio. Menschen sind in der Subsistenzland- wirtschaft tätig. Die Bodenfruchtbarkeit ist wegen des jahrzehntelangen Einsatzes von che- mischen Pestiziden stark beeinträchtigt. Die Kleinbauernfamilien haben oft keinen Zugang zu Bewässerungstechnologien und sind zuneh- mend von den Auswirkungen des Klimawan- dels betroffen. Oft sind sie gezwungen, in die Metropolen Indiens abzuwandern. Hauptziel Die Bodenfruchtbarkeit und die Ernährungs- sicherheit marginalisierter Kleinbauernfami- lien steigern, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen und die öko- logische kleinbäuerliche Landwirtschaft als er- folgreiches Geschäftsmodell zu etablieren Projektinhalte – Organisation der Kleinbäuerinnen und Klein- bauern in Basisorganisationen – Aufbau von administrativen und technischen Fähigkeiten aller Basisorganisationen – Förderung der ökologischen Landwirtschaft durch regelmässige Ausbildung

– Sensibilisierung zum Thema Klimawandel und Stärkung der lokalen Mechanismen zur Bewältigung von Naturkatastrophen – Förderung der bewässerten, ökologischen Landwirtschaft in den Küchengärten der Begünstigten – Vernetzung mit wichtigen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zur Beein- flussung der politischen Agenda Begünstigte – Direkt: 18 000 marginalisierte Kleinbäuerin- nen und -bauern, insbesondere Haushalte mit alleinerziehenden Müttern, Haushalte mit behinderten Menschen, landlose Bäuerinnen und Bauern, Kastenlose sowie indigene Be- völkerung; – Indirekt: Besucherinnen und Besucher des Ausbildungs- und Demonstrationszentrums «Maa Mati Campus» Gesamtkosten Fr. 401 360 Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 120 000 11) Medizinische Versorgung für die vom Konflikt betroffene Bevölkerung im Gouvernement Ibb im Südwesten des Jemens Organisation Ärzte ohne Grenzen Schweiz Staat/Region Jemen (HDI: 177), Distrikt Dhi As Sufal, Gou- vernement Ibb Grundinformationen Seit 2015 herrscht im Jemen Krieg. Infolge des Krieges erlitt die Infrastruktur des Landes massive Schäden. 49% der Gesundheitseinrich- tungen sind nicht oder nur teilweise funktions- fähig. Laut den Vereinten Nationen spielt sich im Jemen derzeit die grösste humanitäre Krise der Welt ab. Rund 54% der Bevölkerung hat kei- nen Zugang zu einer angemessenen Gesund- heitsversorgung. Hauptziel Senkung von Krankheit und Sterblichkeit der ge- fährdeten und marginalisierten Bevölkerungs- gruppen im Einzugsgebiet des Spitals Kilo

Projektinhalte – Verbesserung der Versorgungsqualität – Ausbau der Massnahmen zur medizinischen Grundversorgung, Behandlung von Verlet- zungen und Bekämpfung von Epidemien – Ermöglichung eines besseren Zugangs zur medizinischen Versorgung für die ländliche Bevölkerung – Präsenz der Ärztinnen und Ärzte in der Not- aufnahme, im Operationssaal, auf der Inten- sivstation und in der stationären Abteilung des Spitals Kilo – Weiterbildung der qualifizierten Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter des Spitals sowie des Gesundheitsministeriums – Thematisierung von Impfungen und über- tragbaren Krankheiten in Schulen, umliegen- den Dörfern und bei der gefährdeten Bevöl- kerung im gesamten Distrikt – Schulung des Schlüsselpersonals für Notfall- einsätze Begünstigte – Rund 12 000 Unfallopfer oder Patientinnen und Patienten mit anderen notfallmedizini- schen und chirurgischen Bedürfnissen – Rund 5400 Patientinnen und Patienten in der stationären Abteilung, Pädiatrie und Neo- natologie – 55 Pflegefachpersonen und 13 Ärztinnen und Ärzte durch Weiterbildung Gesamtkosten Fr. 6 719 385 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 120 000 12) Kinder und Jugendliche vor Menschenhandel schützen und Perspektiven schaffen Organisation Caritas Schweiz Staat/Region Kambodscha (HDI: 146), Provinz Banteay Mean- chey, Stadt Poipet Grundinformationen Vor allem in den ländlichen Gebieten Kambod- schas leben weiterhin grosse Bevölkerungs- schichten in Armut. Da die Erwerbsmöglich- keiten in Thailand besser sind als in Kambod- scha, halten sich etwa 1,5 Mio. Kambodschane-

rinnen und Kambodschaner in Thailand auf, häufig illegal. Können sie in Thailand die nöti- gen Papiere nicht vorweisen, werden sie nach Kambodscha zurückgeschickt. Viele Zurück- geschickte landen in Poipet, dem wichtigsten Grenzübergang zwischen Thailand und Kam- bodscha. Viele Kinder und Jugendliche leben alleine auf der Strasse und sind Gewalt, Dro- gen, sexuellem Missbrauch und Menschenhan- del ausgeliefert. Hauptziel Reduzierung des Menschenhandels und ande- rer ausbeuterischen Formen der Migration durch verstärkte Kindesschutzmassnahmen Projektinhalte – Bereitstellen von Informationen über sichere Migrationswege und Massnahmen zur Vor- beugung des Menschenhandels durch ge- meindebasierte Aktivitäten, die auf Kinder, gefährdete Jugendliche und deren Angehö- rige abzielen – Unmittelbare Nothilfe, wirksame Vermittlung von Unterkünften und Familienzusammen- führung für Kinder und Jugendliche, die Opfer von Menschenhandel und anderen For- men von Gewalt geworden sind – Bereitstellung von Dienstleistungen zur Wie- dereingliederung von Kindern in sichere Fa- milienstrukturen und zur Schaffung nach- haltiger wirtschaftlicher Perspektiven für sie und ihre Familien – Stärkung der institutionellen Kompetenzen und der Koordination innerhalb des Netz- werks der Organisationen, die sich auf Migra- tion und Menschenhandel spezialisiert haben Begünstigte 3500 Kinder und Jugendliche, die auf der Strasse leben oder arbeiten oder Opfer von Menschen- handel wurden Gesamtkosten Fr. 1 408 160 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9,4% PBK) Fr. 120 000

13) Lasst uns teilhaben und mitbestimmen! Organisation CBM Schweiz Staat/Region Nepal (HDI: 147), Kathmandu, Provinz Nr. 1, Provinz Gandaki, Provinz Karnali Grundinformationen Obwohl Nepal die UNO-Behindertenrechts- konvention im Mai 2010 ratifiziert hat, hinkt die Umsetzung weiterhin hinterher. Die staatliche Dezentralisierung, welche zurzeit in Gang ist, bietet sich an, um die neu gebildeten lokalen Regierungen mithilfe von Selbstvertretungsor- ganisationen wie NFDN (National Federation of Disabled Nepal) in die Pflicht zu nehmen. Unter deren Mitgliederorganisationen finden sich auch Selbstvertretungsorganisationen von Frauen mit Behinderungen, Menschen mit Lern- behinderungen, mit psychosozialen oder körper- lichen Behinderungen (Hör-, Sehbehinderun- gen, Autismus) usw. Hauptziel Förderung der Inklusion von allen Menschen mit Behinderungen und Einfordern von deren Rechten, Stärkung der NFDN und von deren Mitgliederorganisationen Projektinhalte – Zugänglichkeit (Infrastruktur, Kommunika- tion, Einstellung und Verhalten) wird in Zu- sammenarbeit mit staatlichen und nichtstaat- lichen Akteuren gefördert – Sensibilisierung und Ausbildung von staat- lichen Pflichtenträgerinnen und -trägern – Förderung des Zugangs zum Justizsystem – Unterstützung bei Gesetzgebung und Um- setzung – Erarbeiten von Massnahmeplänen – Erhebung von Daten zur Behinderung – Stärkung von Selbstvertretungsorganisationen Begünstigte – 200 Personen mit Behinderungen – 150 Regierungsangestellte – 20 Zivilorganisationen Gesamtkosten Fr. 641 630 Gewünschter Beitrag Fr. 486 233 Beitrag des Kantons (einschliesslich 7% PBK) Fr. 140 000

14) Gemeinsam in die Zukunft – Jugendliche widerstehen extremistischer Propaganda und entwickeln Zukunftsperspektiven Organisation Helvetas Staat/Region Kirgisische Republik (HDI: 122), Verwaltungs- einheiten Oblaste, Osch und Dschalalabat im Süden des Landes Grundinformationen Im Süden des Vielvölkerstaates Kirgistan hat die Radikalisierung junger Menschen bedrohliche Ausmasse angenommen. Viele Jugendliche ge- rieten nach dem Zusammenbruch der Sowjet- union unter den Einfluss der zahlreichen neu entstandenen fundamentalistischen Religions- schulen und Moscheen. Über 700 junge Frauen und Männer sind in den letzten Jahren nach Syrien gereist, um sich islamistischen Gruppen anzuschliessen. Dies liegt nicht nur an der ver- breiteten Armut und hohen Jugendarbeitslo- sigkeit, sondern vor allem an der Tatsache, dass die Jungen sich wegen der starken Altershier- archien kaum mit der älteren Generation aus- tauschen. Es fehlt den Jugendlichen an verständ- nisvollen, unterstützenden Vorbildern. Zudem führen die schwache wirtschaftliche Entwick- lung, die Spannungen zwischen den Volksgrup- pen und Religionen und der unterschiedliche Zugang zu Ressourcen und Bildung zu sozia- len Unruhen. Hauptziel Stärkung der Lebenskompetenz der jungen Men- schen, Unterstützung bei der Identitätsfindung, Entwicklung von Visionen und Auseinander- setzung mit der eigenen und anderen Kulturen und Religionen, Schulung in gewaltfreier Kom- munikation Projektinhalte – Dialogplattformen bieten Raum für Diskus- sionen – Teilnahme in Gruppen an friedensfördern- den Aktivitäten – Kurse und Coachings zur Berufsorientierung sowie zum Aufbau einkommensschaffender Aktivitäten und zur Unternehmensgründung in «Opportunity Groups» – Errichtung von Fonds für lokale Initiativen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusam- menhalts und öffentlichen Dialogs

Begünstigte – 1270 junge Frauen und Männer sowie er- wachsene Unterstützungspersonen wie El- tern, Lehrpersonen und religiöse Führungs- personen Gesamtkosten Fr. 244 480 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 140 000 15) Ernährungs- und Gesundheitsprojekt für Kinder und Frauen in der Provinz Kandahar Organisation Medair Staat/Region Afghanistan (HDI: 170), Provinz Kandahar Grundinformationen Die humanitäre Situation Afghanistans ist ge- prägt von einem langjährigen Konflikt und wie- derkehrenden Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen. Interne Vertreibun- gen und zerstörte Lebensgrundlagen führten zu einem prekären Ernährungs- und Gesund- heitszustand der Bevölkerung. Gemäss dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinie- rung humanitärer Angelegenheiten UNOCHA sind in diesem Jahr 9,4 Mio. Menschen – ein Viertel der Bevölkerung – in Afghanistan auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die allgemeine Unterernährungsrate bei Kindern unter fünf Jahren betrug in der Provinz Kandahar 2019 22,3%. Die Impfrate ist zudem bei Kindern unter fünf Jahren sowie bei Schwangeren und Stillenden tief. Hauptziel Behandlung von starker Unterernährung, Wis- sensvermittlung und Durchführung eines Impf- programms für Kinder unter fünf Jahren, schwan- gere und stillende Frauen in unterversorgten Gebieten der Provinz Kandahar Projektinhalte – Einrichten von fünf mobilen Kliniken – Ausbildung und Begleitung von 23 Ernäh- rungsmitarbeitenden, 12 Ernährungs- und Gesundheitsmitarbeitenden für die Wissens- vermittlung in Austauschgruppen – Untersuchung und Behandlung von Unter- ernährung und Begleiterkrankungen

– Wissensvermittlung zu Ernährungs-, Ge- sundheits- und Hygienepraktiken – Impfungen (DTP sowie Masern) für Kinder unter fünf Jahren – Tetanusimpfungen für Schwangere und Stil- lende Begünstigte – Rund 10 400 Kinder unter fünf Jahren sowie Schwangere und Stillende werden auf Unter- ernährung untersucht. – 6500 Betreuungspersonen erhalten Wissens- vermittlung – 1044 Personen werden geimpft. Gesamtkosten Fr. 519 640 Gewünschter Beitrag Fr. 130 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 120 000 16) Better Teaching for a Better Future Organisation PHZH Staat/Region Armenien (HDI: 81), Georgien (HDI: 70) und Republik Moldau (HDI: 107) Grundinformationen Zusammen mit den Projektpartnern Khachatur Abovyan Armenian State University, National Center for Teacher Professional, Georgien und dem Bildungsministerium der Republik Moldau sowie der Universität Ion Creanga sollen die pädagogisch-didaktischen Kompetenzen der Do- zierenden in der Lehrerausbildung gefördert werden, die in allen drei Ländern in Universitä- ten erfolgt. Eine vermehrte Praxisorientierung in der Grundausbildung soll den kaum entwi- ckelten hochschuldidaktischen Kompetenzen der Dozierenden begegnen. Hauptziel – Förderung von pädagogischdi-daktischen Kompetenzen für Lehrerinnen- und Lehrer- ausbildung in Armenien, Georgien und in der Republik Moldau – Förderung der Qualität der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung – Verbesserung der Praxisorientierung in der Grundausbildung der Lehrpersonen – Verständnis für einen praxisorientierten An- satz schaffen

Projektinhalte – Gemeinsames Entwickeln eines Handbuchs zu praxisrelevanter Hochschullehre – Eine Handreichung für Schulmentorinnen und -mentoren – Zwei Weiterbildungsworkshops für neun Do- zierende – Zwei Arbeitsgruppenworkshops pro Jahr und Land – Vier Netzwerktreffen in vier Jahren – Ein Ausbildungsmodul als Rahmenprogramm für Lehrerinnen- und Lehrerausbildung in drei Ländern (adaptierbar an spezifische Ge- gebenheiten) – 50 Studierende je Land, die an der Pilotierung der Ausbildungsmodule teilnehmen Begünstigte Neun bzw. zwölf Dozierende während der Er- arbeitungsphase des Handbuchs, mittelfristig alle in die Lehrerinnen- und Lehrerbildung in- tegrierten Dozierenden der drei Projektländer sowie angehende Lehrpersonen (mindestens 50 Studierende pro Universität) Gesamtkosten Fr. 729 000 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 5% PBK) Fr. 500 000 17) Know How Transfer – Einführung von Lernprogrammen für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer Organisation VEBO in Zusammenarbeit mit der NGO Geor- gia Global Connection (GGC), der Stiftung Partnership For Road Safety und der Universi- tät von Georgien in Tiflis Staat/Region Georgien (HDI: 70), Tiflis, Batumi (autonome Republik Adscharien) und Telavi (Region Ka- chetien) Grundinformationen In Georgien sind alkoholisierte Verkehrsteil- nehmende ein grosses Problem. Die Zahl der Verkehrsunfälle, Verletzungen und Todesfälle ist gemessen an der Bevölkerungszahl um ein Vielfaches höher als in der Schweiz. Vor allem in der Hauptstadt Tiflis, wo fast ein Drittel der gesamten georgischen Bevölkerung lebt, aber auch in der Region Kakheti, bekannt für ihren Weinanbau und ihre Weinkultur, sowie in hochgebirgigen Gegenden.

Aus diesem Grund hat das Innenministerium mit der von ihm eingesetzten «Arbeitsgruppe Verkehrssicherheit», in der auch die Stiftung Partnership for Road Safety Einsitz hat, eine Verschärfung der Sicherheitsvorschriften er- arbeitet und einen Gesetzesvorschlag ausge- arbeitet, welcher vom nationalen Parlament verabschiedet wurde. Nach wie vor besteht aber Verbesserungsbedarf bei der Datenerfas- sung sowie bei Massnahmen zum Schutz der Verkehrsteilnehmenden wie z. B. gezielte Kampagnen zur Alkoholbekämpfung oder die Einführung einer Null-Promille-Toleranz für Berufsfahrerinnen und -fahrer. Hauptziel Nachhaltige Verbesserung der Verkehrssicherheit durch Knowhow-Transfer der Lernprogramme für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmende, durch die landesweiten Informationskampag- nen von Partnerorganisationen sowie weitere Massnahmen Projektinhalte – Rekrutieren von qualifizierten Mitarbeiten- den und anschliessendes Vertrautmachen in einem mehrtägigen Workshop in Georgien mit den Voraussetzungen und erforderlichen Inhalten des Lernprogramms für alkoholauf- fällige Verkehrsteilnehmende durch Mit- arbeitende aus der Abteilung Lernprogramme von Justizvollzug und Wiedereingliederung. – Die Trainerinnen und Trainer sind nach der Beschulung durch die Schweizer Expertin- nen und Experten in der Lage, weitere Trai- nerinnen und Trainer auszubilden. – Mindestens ein Besuch der Trainerinnen und Trainer pro Jahr in den drei Jahren durch Expertinnen und Experten in der Schweiz, um entstandene Fragen aus der Praxis zu be- antworten und sicherzustellen, dass die Lern- programme richtig durchgeführt werden. Begünstigte 250 Personen nehmen im ersten Jahr an den Lernprogrammen teil, danach jährlich 500 Per- sonen Gesamtkosten Fr. 577 170 Gewünschter Beitrag Fr. 480 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 7,4% PBK) Fr. 480 000

2.3 Projekte in Lateinamerika (Projekte Nrn. 18–23) 18) Berufsbildung für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene im Bundesstaat Piauí, Brasilien Organisation Brücke – Le Pont Staat/Region Brasilien (HDI: 79), Bundesstaat Piauí Grundinformationen Brasilien verharrt in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Ende 2018 lebten 25,3% der Bevölkerung unter der nationalen Armuts- grenze, 6,5% (13,5 Mio. Menschen) galten als extrem arm. Besonders die Jugendlichen sind von Arbeitslosigkeit betroffen oder verdienen nicht genug, um davon zu leben. Piauí ist der zweitärmste Bundesstaat Brasiliens. Auf der Suche nach Arbeit migrieren viele Familien in die Hauptstadt Teresina, wo ein Drittel der Be- völkerung Jugendliche zwischen 15 und 24 Jah- ren sind – meist ohne Berufsausbildung. 90% derjenigen, die Arbeit finden, arbeiten im infor- mellen Sektor und verdienen weniger als den Mindestlohn und haben keinen Zugang zum Sozialversicherungssystem. Perspektivenlosig- keit, Kriminalität und Drogensucht sind ver- breitet. Hauptziel Senkung der Armut und Verbesserung der Le- bensbedingungen durch Berufsbildung von so- zial benachteiligten Jugendlichen, Begleitung bei der Arbeitsmarktintegration und Mobilisie- rung von öffentlichen und privaten Akteuren sowie der Gesellschaft für ihre beruf‌liche Bes- serstellung Projektinhalte – Durchführung von Berufsbildungskursen in verschiedenen zukunftsträchtigen Branchen – Schaffung einer Online-Stellenbörse für Arbeitgebende, die sich verpflichten, würdige Arbeitsbedingungen zu bieten – Beratung und Startfinanzierung für die Grün- dung von Kleinfirmen – Öffentlichkeitsarbeit Begünstigte – Direkt: 658 Jugendliche – Indirekt: 2000 Familienangehörige Gesamtkosten Fr. 501 167 Gewünschter Beitrag Fr. 426 167 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9% PBK) Fr. 140 000

19) Gewaltprävention und Opferbegleitung, Bolivien Organisation Comundo Staat/Region Bolivien (HDI: 114), Städte Cochabamba, Sucre, Potosí und La Paz Grundinformationen Trotz grosser staatlicher Anstrengungen sind Frauen und Kinder nach wie vor viel Gewalt aus- gesetzt. Den staatlich geschaffenen Einrichtun- gen fehlt geschultes Personal und die Justiz ver- sagt beim Schutz der Opfer. Wegen der Krise nach den Wahlen im Herbst 2019 hat sich die Ge- waltproblematik noch verschärft. Hauptziel – Förderung einer gewaltfreien Kultur und Stei- gerung der Resilienz – Verbesserung der Betreuung von Gewaltop- fern und Wiederherstellung ihrer Rechte Projektinhalte – Einsatz von Schweizerinnen und Schweizern und nationalen Fachleuten bei Partnerorga- nisationen im Bereich Gewaltprävention, Op- ferbegleitung, Tätertherapie, Kinderrechte – Schulung der lokalen Akteure in diesem Be- reich – Rechtsberatungen und Begleitung bei Ge- richtsverfahren – Förderung der Gleichberechtigung und des gewaltfreien Umgangs, insbesondere in Berg- arbeiterfamilien, wo ein starker Machismo herrscht – Sensibilisierung für das Thema familiäre Ge- walt – Stärkung der Kapazitäten privater und staat- licher Stellen zur Verringerung der Gewalt an Kindern und Frauen – Unterstützung von Lobby- und Öffentlich- keitsarbeit Begünstigte 30 000 von Gewalt betroffene Kinder und Ju- gendliche und 11 000 Frauen Gesamtkosten Fr. 775 000 Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9,1% PBK) Fr. 120 000

20) Aufforstung und agrarökologische Kleinlandwirtschaft schützt vor Hurrikans und Dürren in Désarmes, Haiti Organisation Fastenopfer Staat/Region Haiti (HDI: 169), Departement Artibonite, Ge- meinde Verrettes, Bezirk Désarmes Grundinformationen Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt und hat eine der höchsten Ernährungsunsicherhei- ten. Die Armut ist bei der ländlichen Bevölke- rung, die hauptsächlich von der Landwirtschaft lebt, am grössten. Zusätzlich leiden insbeson- dere Frauen unter schlechter Ausbildung und Gewalt. Haiti wird regelmässig von Wirbelstür- men und Dürren heimgesucht und ist Erdbe- ben ausgesetzt. Nach dem Klima-Risiko-Index (Germanwatch, 2019) liegt Haiti an dritter Stelle der von Extremwetter-Ereignissen meistbetrof- fenen Länder. Abholzungen und unangepasste Anbaupraktiken verstärken die Anfälligkeit für Naturkatastrophen. Hauptziel Die arme Bevölkerung in Désarmes stoppt die Umweltzerstörung und verbessert ihre Lebens- bedingungen. Sie stärkt ihre Widerstandsfähig- keit gegenüber Umweltkatastrophen und den negativen Folgen des Klimawandels Projektinhalte – Erosionsschutz auf 24 ha Land durch Wieder- aufforstung (30 000 Setzlinge) und Bau von Trockenmauern (19 200 Meter) – Ausbildung von Bäuerinnen und Bauern in agrarökologischen Methoden und Anwen- dung des Gelernten – Organisation in Spar- und Kreditgruppen zur Sicherung der Grundbedürfnisse (Gesund- heit, Bildung, Ernährung) – Sensibilisierung von Frauen und Männern für Geschlechtergerechtigkeit – Nutzbarmachung der Erfahrungen mit parti- zipativer Landnutzungsplanung – Dokumentation der Veränderung Begünstigte – Direkt: 1785 Personen (70% Frauen) – Indirekt: 7800 Familienmitglieder Gesamtkosten Fr. 296 840 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 120 000

21) Paza la Paz – ein Schritt zum Frieden, Bildung für benachteiligte Jugendliche in Armenquartieren Kolumbiens Organisation Horyzon Staat/Region Kolumbien (HDI: 80), Städte Armenia, Armero-­ Guayabal, Bogotá, Bucaramanga, Cali, Medellín, Pereira Grundinformationen Die kolumbianische Bevölkerung leidet noch immer unter dem mehr als 50-jährigen Konflikt zwischen Regierung, Paramilitärs, Guerillas und kriminellen Organisationen. In den letzten Mo- naten hat die Gewalt wieder stark zugenommen, der Drogenhandel floriert. Vor allem Jugend- liche sind davon stark betroffen; ihnen fehlen Zukunftsperspektiven. Zudem führt die huma- nitäre Krise in Venezuela dazu, dass heute rund 1,5 Mio. venezolanische Flüchtlinge in Kolum- bien leben, was die prekäre Arbeitsmarksitua- tion noch verschärft. Hauptziel Verbesserung der Bedingungen für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Jugendliche in Zu- sammenarbeit mit YMCA Kolumbien, u. a. um zu verhindern, dass sie sich bewaffneten Grup- pierungen anschliessen Projektinhalte – Bildung und Konsolidieren von 75 Jugend- gruppen mit je mindestens 20 Mitgliedern – Ausbildungen für friedliches Zusammenle- ben, Geschlechtergerechtigkeit usw. – Ausbildungen für Mediatorinnen und Media- toren – Identifikation von Jugendlichen, die sich poli- tisch engagieren wollen und Durchführen von Ausbildungen zu Jugendorganisation und -partizipation in der Zivilgesellschaft – Unternehmerische Ausbildungen zu Themen wie Marktanalyse, Businessplan und Budgets erstellen – Auswahl und Betreuung von unternehmeri- schen Initiativen Jugendlicher und Vergabe von Startkapital – Institutionelle Stärkung der Partnerorgani- sation

Begünstigte – Jährlich 1530 Jugendliche und junge erwach- sene Personen – Jährlich 180 ausgebildete Jugendleiterinnen und -leiter Gesamtkosten Fr. 477 000 Gewünschter Beitrag Fr. 100 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 22) Nachhaltige Landwirtschaft Organisation Solidar Suisse Staat/Region Nicaragua (HDI: 126), Departement Jinotega Grundinformationen Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Latein- amerikas. Das Departement Jinotega produ- ziert 65% des nicaraguanischen Kaffees sowie Mais, Bohnen, Kakao, Früchte und Blumen. Die 2005 mit Unterstützung von Solidar Suisse als Zusammenschluss mehrerer Frauenkoope- rativen gegründete UCA Jinotega unterstützt die Frauen beim Erwerb von Landtiteln sowie mit landwirtschaftlicher und technischer Bera- tung zur Optimierung der Produktion und des Absatzes. Hauptziel Sicherung der Existenzgrundlage von klein- bäuerlichen Familien Projektinhalte – Mit einem neu geschaffenen Infrastruktur- fonds für Produktions- und Vermarktungs- standpunkte soll die Verhandlungsposition ge- stärkt werden, da nicht sofort nach der Ernte, wenn die Preise unter Druck sind, alles ver- kauft werden muss. – Unternehmerische Initiativen werden erarbei- tet und finanziell unterstützt – Landwirtschaftliche Beratung zur Steigerung der Produktivität und für besseren Umgang mit der extremen Trockenheit sowie über- durchschnittlichen Regenfällen – Überschreiben von Landtiteln an Frauen, um deren Stellung auch im wirtschaftlichen Be- reich zu stärken

Begünstigte 403 Frauen und ihre Familien (rund 1600 Per- sonen) Gesamtkosten Fr. 138 869 Gewünschter Beitrag Fr. 118 869 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 118 000 23) Existenzsichernde Einkommen für junge Menschen dank marktorientierten Berufsausbildungen Organisation Swisscontact Staat/Region Guatemala (HDI: 126), alle 22 Departemente Grundinformationen Die guatemaltekische Bevölkerung besteht über- wiegend aus jungen Menschen. Die Armutsrate der jungen, arbeitsfähigen Bevölkerung beträgt über 50%. Benachteiligten Bevölkerungsgrup- pen, insbesondere Indigenen, welche die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, oder Jugendlichen auf dem Land fehlt der Zugang zu einem markt- orientierten Berufsbildungsangebot. Hauptziel Dank verbesserter Berufsbildungen soll jungen Erwachsenen eine Perspektive für die Existenz- sicherung geboten werden. Das Training in Unter- nehmensführung ist systematisch in die staat- lichen Bildungskurse integriert. Projektinhalte – Stärkung der Berufsbildung für junge Men- schen (Kurse und Trainings in verschiedenen Berufsgattungen sowie von Kompetenzen wie Pünktlichkeit und professionellem Verhalten, Monitoring) – Förderung der Selbstständigkeit und Schaf- fung neuer Unternehmen, Zugang zu Kredit- möglichkeiten und Coaching) – Ausbildung von Coaches sowie Hilfe bei der Vernetzung Begünstigte 20 000 benachteiligte Jugendliche, 100 Lehrper- sonen in Ausbildungsinstitutionen, 75 Coaches in den Finanzinstitutionen Gesamtkosten Fr. 500 000 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 140 000

2.3 Projekte in (Süd-)Osteuropa (Projekte Nrn. 24–25) 24) Schutz und Förderung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder Organisation IAMANEH Schweiz Staat/Region Bosnien-Herzegowina (HDI: 75), Republika Srpska, Modrica Grundinformationen In Bosnien-Herzegowina ist Gewalt gegen Frauen – insbesondere häusliche Gewalt – ein weit verbreitetes und oft verharmlostes Phäno- men. Die Frauenorganisation Buducnost und andere NGO habe zwar einen Prozess zur Be- wusstseinsförderung gestartet, die Umsetzung verläuft aber noch schleppend. Der Staat bietet kaum juristische, präventive oder schützende Hilfe. Die meisten Frauen sind zudem von ihren Ehemännern wirtschaftlich abhängig, schlecht ausgebildet oder beruf‌lich schwer vermittelbar. Das Frauenhaus von Buducnost unterstützt die Frauen in ihrer wirtschaftlichen Unabhängig- keit, um aus dem Teufelskreis der Gewalt aus- brechen zu können. Hauptziel Psychosoziale Unterstützung und Stärkung von gewaltbetroffenen Frauen sowie Förde- rung ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit Projektinhalte – Beherbergung und medizinische Versorgung gewaltbetroffener Frauen und Kinder – Psychosoziale Betreuung, Therapie, Rechts- beistand, Beschäftigungsprogramme, Selbst- hilfegruppen und Nachbetreuung für Frauen und Kinder – Ausbildung im Produzieren von Lebensmit- teln und Vermarktung der Produkte – Lobbying und Advocacy-Arbeit für einen besseren Schutz der Frauen und finanzieller Beteiligung durch den Staat Begünstigte Unter anderem 330 im Frauenhaus aufgenom- mene Frauen und Kinder, 240 Frauen, welche die Beratungsstelle aufsuchen, 30 Kinder ohne elter- liche Begleitung, 90 Absolventinnen der land- wirtschaftlichen Theorie- und Praxistrainings Gesamtkosten Fr. 347 540 Gewünschter Beitrag Fr. 110 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000

25) Inklusive frühkindliche Förderung für benachteiligte Kinder Organisation Save the Children Staat/Region Kosovo (im HDI nicht berücksichtigt) Grundinformationen Kosovo ist eines der ärmsten Länder Europas und leidet unter einer der höchsten Arbeitslo- senquoten Südosteuropas. Kinder aus armen Haushalten haben keinen gleichberechtigten Zugang zu grundlegenden Gesundheits- und Bildungsdiensten, ebenso wenig Kinder aus so- zial ausgegrenzten Gemeinschaften (z. B. Roma, Aschkali und «Ägypter») sowie Kinder mit kör- perlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Nur 33,9% der drei- bis sechsjährigen Kinder besuchen einen Kindergarten (EU-Durchschnitt: 94%). Bei den Roma-Gemeinden ist diese Zahl noch kleiner, was sich beim Schuleintritt negativ bemerkbar macht. In einem 2019 abgeschlosse- nen Projekt baute Save the Children gemein- sam mit lokalen Behörden erstmals Angebote zur frühkindlichen Förderung in zehn Dörfern in ländlichem Gebiet auf. Hauptziel Replizierung dieses bewährten, gemeindebasier- ten ECCD-Ansatzes (Early Childhood Care and Development) in fünf weiteren Dörfern Projektinhalte – Rekrutierung und Schulung von Lehrkräften und Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern – Ermittlung, Sanierung und Renovierung von Räumen für fünf neue gemeindebasierte ECCD-Zentren – Bereitstellen von didaktischem Material für sechs bestehende und fünf neue gegründete Zentren und acht städtische Vorschuleinrich- tungen – Mobilisierung der Gemeinden und Eltern Begünstigte Direkt: 1330 Kinder und 1000 Eltern, 120 Fach- kräfte Indirekt: 6650 Personen Gesamtkosten Fr. 545 500 Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 2% PBK) Fr. 120 000

3. Übersichtstabellen

3.1 Beiträge zugunsten der einzelnen Organisationen Organisation Projekt-Nr. Staat(en) Beitrag in Franken ADES 1 Madagaskar 110 000 ADRA 9 Mongolei 140 000 Aqua Alimenta 10 Indien 120 000 Ärzte ohne Grenzen 11 Jemen 120 000 Schweiz Biovision 2 Kenia und Tansania 140 000 Brücke – Le Pont 18 Brasilien 140 000 Caritas 12 Kambodscha 120 000 CBM 13 Nepal 140 000 Comundo 19 Bolivien 120 000 Fastenopfer 20 Haiti 120 000 HEKS 3 Senegal 140 000 Helvetas 14 Kirgisische Republik 140 000 Horyzon 21 Kolumbien 100 000 IAMANEH 24 Bosnien-Herzegowina 110 000 Medair 15 Afghanistan 120 000 Nouvelle Planète 4 Madagaskar 100 000 Pädagogische Hochschule 16 Armenien, Georgien, Republik Moldau 500 000 Zürich Save the Children 25 Kosovo 120 000 Solidar Suisse 22 Nicaragua 118 000 Solidarität Dritte Welt 5 Sambia 140 000 SolidarMed 6 Mosambik 120 000 Swisscontact 23 Guatemala 140 000 TearFund Schweiz 7 Südsudan 140 000 Terre des hommes 8 Südafrika 120 000 Schweiz VEBO 17 Georgien 480 000 Total 3 858 000

3.2 Übersicht zum Engagement in den einzelnen Staaten Kontinent/Staat Projekt-Nr. Betrag Totalbetrag Total pro Projekt pro Land pro Kontinent in Franken in Franken in Franken Afrika Madagaskar 1 110 000 4 100 000 210 000 Kenia und Tansania 2 140 000 Senegal 3 140 000 Sambia 5 140 000 Mosambik 6 120 000 Südsudan 7 140 000 Südafrika 8 120 000 Afrika total 1 010 000 Asien Mongolei 9 140 000 Indien 10 120 000 Jemen 11 120 000 Kambodscha 12 120 000 Nepal 13 140 000 Kirgisische Republik 14 140 000 Afghanistan 15 120 000 Armenien, Georgien, 16 500 000 Republik Moldau Georgien 17 480 000 Asien total 1 880 000 Lateinamerika Brasilien 18 140 000 Bolivien 19 120 000 Haiti 20 120 000 Kolumbien 21 100 000 Nicaragua 22 118 000 Guatemala 23 140 000 Lateinamerika total 738 000

Kontinent/Staat Projekt-Nr. Betrag Totalbetrag Total pro Projekt pro Land pro Kontinent in Franken in Franken in Franken Europa Bosnien-Herzegowina 24 110 000 Kosovo 25 120 000 Europa total 230 000 Total 3 858 000

3.3 Übersicht zu den Projektinhalten Ein Grossteil der berücksichtigten Projekte ist mehreren Sachberei- chen zuzuordnen. Deshalb enthält die folgende Übersicht, welche die Schwerpunkte des jeweiligen Projekts wiedergibt, auch Mehrfachnen- nungen: Bereiche Projekte Land-, Wald-, Wasserwirtschaft 1, 2, 3, 4, 9, 10, 20 Ernährung, Umwelt 1, 2, 3, 9, 10, 12, 15, 20 Kleinunternehmen, Einkommensförderung 2, 3, 9, 21, 22, 23 Sozialpolitik, Verwaltung 3, 7, 13, 14, 17, 18, 19, 21 Gesundheit 4, 5, 6, 8, 11, 12, 13, 15, 17, 24 Frauenförderung 5, 6, 10, 13, 15, 19, 20, 22, 24 (Berufs-)Bildung, Förderung von Kindern 5, 7, 8, 12, 14, 16, 17, 18, 21, 23, 24, 25 und Jugendlichen

Dispositiv

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgenden Organisationen EZA-­Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3636 3 00000): Organisation in Franken Association pour le Développement de l’Energie Solaire (ADES) 110 000 Adventist Development and Relief Agency (ADRA) 140 000 Aqua Alimenta 120 000 Ärzte ohne Grenzen Schweiz 120 000 Biovision 140 000 Brücke – Le Pont 140 000 Caritas 120 000 Christoffel Blindenmission Schweiz (CBM) 140 000 Comundo 120 000 Fastenopfer 120 000

Organisation in Franken HEKS 140 000 Helvetas 140 000 Horyzon 100 000 IAMANEH 110 000 Medair 120 000 Nouvelle Planète 100 000 Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) 500 000 Save the Children 120 000 Solidar Suisse 118 000 Solidarität Dritte Welt (SDW) 140 000 SolidarMed 120 000 Swisscontact 140 000 TearFund Schweiz 140 000 Terre des hommes Schweiz 120 000 Verein zur Entwicklung der Bewährungshilfe in Osteuropa (VEBO) 480 000 Total 3 858 000

II. Die Beitragsempfängerinnen und -empfänger werden verpflichtet, allfällige bei den einzelnen Projekten aufgeführte Auf‌lagen einzuhalten.

III. Die Beitragsempfängerinnen und -empfänger werden verpflichtet, geeignete Massnahmen zur Verhinderung einer Zweckentfremdung der Mittel, insbesondere durch Korruption, Annahme von unrechtmässigen Leistungen zwecks Erzielens von Vorteilen oder den Rückfluss von Teilen einer vertraglichen Zahlung («Kick-back»), zu treffen.

IV. Resultiert nach Abschluss des Projekts eine Überfinanzierung, ist dem Lotteriefonds davon eine Rückerstattung entsprechend seinem An- teil an der Finanzierung des Projekts zu leisten.

V. Der Anspruch auf Auszahlung des Beitrages wird auf fünf Jahre seit diesem Beschluss befristet. Das Generalsekretariat der Finanzdirek- tion kann diese Fristen aus besonderen Gründen erstrecken.

VI. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, die Finanzkom- mission des Kantonsrates sowie an die Finanzdirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:

Kathrin Arioli