RRB Nr. 589/2016
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2016, 2. Serie
15. Juni 2016Deutsch29 min
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Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 15. Juni 2016
589. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2016, 2. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allgemeinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 20 Mio. Franken bewilli- gen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten der Quote 2016 wurden bis anhin Beiträge im Betrag von Fr. 3 262 000 bewilligt. Da mit RRB Nr. 1503/2007 zugunsten der Staats- kanzlei (Konto «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltungen usw.») jähr- lich ein Beitrag von Fr. 200 000 geleistet wird, stehen dem Regierungsrat zulasten der Quote 2016 somit insgesamt noch Fr. 16 538 000 zur Verfü- gung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständigen Fachdirektionen im Rahmen einer 2. Serie 2016 die folgenden Beitrags- leistungen aus dem Lotteriefonds:
1. Sanierung Haus des Handwerks, Bauma Bereiche Volkswirtschaft, Handwerk Gesuchstellende Stiftung zur Erhaltung und Förderung des tradi- Organisation tionellen Handwerks im Zürcher Berggebiet: Das Ziel der 1996 gegründeten Stiftung besteht im Erhalt und in der Förderung des traditionel- len Handwerks als Kulturgut sowie dessen zeit- gemässer und gestalterischer Weiterentwick- lung. Ausgangslage Die Stiftung besitzt in Bauma eine ehemalige Fabrikantenvilla und betreibt in diesem soge- nannten «Haus des Handwerks» über die Ge- nossenschaft «Heimatwerk Züri Oberland» Ar- beits-, Ausstellungs- und Verkaufsräume. Das denkmalgeschützte Haus mit Baujahr 1876 ist in verschiedener Hinsicht sanierungsbedürftig. Projektziel Das «Haus des Handwerks» soll als Haus mit erlebbarer Textilgeschichte erhalten und wei- tergeführt werden.
Projektbeschrieb Neben den eigentlichen Sanierungsarbeiten er- folgt ein Einbau von neuen Elektroanlagen. Zu- dem sind verschiedene Anpassungsarbeiten vor- gesehen, mit denen die nicht mehr benötigte Küche sowie das Bad zu Büroräumen umge- staltet und Kellerräume im Untergeschoss zu Ausstellungsräumen ausgebaut werden sollen. Nach Abschluss der Arbeiten soll im Verkaufs- raum ein Webstuhl betrieben werden können. Der eigentliche Webereibetrieb findet jedoch im ehemaligen Primarschulhaus von Bauma statt. Kosten Fr. 545 000 Gewünschter Beitrag Fr. 357 500 Übrige Finanzierung Die Stiftung verfügt über ein geringes Eigen- kapital, sodass ihr keine Barleistung möglich ist. Die Eigenleistung über Gratisarbeit beträgt rund Fr. 28 500. Die Gemeinde Bauma leistet einen Beitrag von Fr. 38 000 an die Sanierung des Hauses. Hinzu kommen Fr. 21 000 als Be- triebsbeitrag für 2015 bis 2017. Über Spenden wird ein Beitrag von Fr. 100 000 erwartet. Hinweis Die Gemeinde Bauma leistet fast gleichzeitig einen Beitrag von Fr. 253 000 an den Ausbau des ehemaligen Primarschulhauses, in dem die Handweberei der Stiftung eingemietet ist. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die vorgesehenen Sanierungs- und Umbaumassnahmen sind sinnvoll und zweckmässig. Die Anpassungen erlauben eine bessere Ausnutzung des vorhandenen Raum- volumens. Das Projekt trägt zum langfristigen Erhalt der Bausubstanz bei. Es ist sorgfältig aus- gearbeitet und mit der Kantonalen Denkmal- pflege abgesprochen. Angesichts der Bedeu- tung für die Region rechtfertigt es sich, neben dem Beitrag von Fr. 38 000 auch die Leistung der Standortgemeinde an die Handweberei von Fr. 253 000 als Projektbeitrag anzuerkennen. Da- mit ist der Beitrag des Lotteriefonds ebenfalls auf Fr. 291 000 festzusetzen. Bewilligter Beitrag Fr. 291 000
Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die Ausführung des Bauvorhabens hat in enger Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege zu erfolgen. – Die Stiftung hat der Volkswirtschaftsdirek- tion unabhängig von der Auszahlung eine Be- stätigung der Turnaround-Finanzierung vor- zulegen: Die gesuchstellende Stiftung hat die Genossenschaft «Heimatwerk Züri Ober- land» mit der Handweberei und dem Ver- kauf der Produkte in Bauma beauftragt und die Genossenschaft umfassend reorganisiert. Die Genossenschaft soll ab 2018 selbsttra- gend arbeiten. Der von der Genossenschaft erarbeitete Businessplan und die neue Stra- tegie sind vielversprechend und lassen er- warten, dass sich die Genossenschaft künf- tig finanziell besser positionieren kann.
2. Herausgabe einer Jubiläumschronik Bereiche Sport, Soziales Gesuchstellende Gehörlosen- und Sportverein Zürich GSVZ: Organisation Der GSVZ besteht seit 1916 und bezweckt die Förderung der Gehörlosengemeinschaft und des aktiven Sports. Er führt Veranstaltungen verschiedener Art durch und bietet ein vielfäl- tiges Sport- und Gesellschaftsprogramm an. Ausgangslage Der Verein zählt heute über 280 Mitglieder und führt derzeit 14 Abteilungen u. a. mit den Bereichen Badminton, Fussball, Unihockey, Schach, Schiessen, Jassen und Wandern. Der GSVZ stellt eine wichtige Institution in der Zürcher Gehörlosenselbsthilfe dar. 2016 feiert der GSVZ sein 100-jähriges Bestehen. Zu die- sem Anlass sind mehrere Aktivtäten (Gala- abend, Einzelveranstaltungen, Ausstellung, Kurzfilm) geplant, unter anderem die Heraus- gabe einer Vereinschronik. Projektziel Herausgabe einer Vereinschronik Projektinhalt Die Chronik wird von Mitgliedern des Vereins verfasst. Die Autorinnen und Autoren möchten die Entstehung und Entwicklung der Schwei-
zer Gehörlosenkultur und -gemeinschaft aus Sicht der Betroffenen nachzeichnen. Die Ver- fasserinnen und Verfasser können sich dabei auf das Archiv des GSVZ stützen. Vorgesehen ist eine Auflage von 500 Exemplaren. Der Ver- ein rechnet mit dem Verkauf von 50 Exempla- ren an Nichtmitglieder. Der angestrebte Ver- kaufspreis der rund 100-seitigen Publikation beträgt Fr. 50. Kosten Fr. 27 500 Gewünschter Beitrag Fr. 20 000 Finanzierung Chronik Von der Stadt Zürich wird ein Beitrag von Fr. 5000 beantragt. Aus dem Verkauf werden Fr. 2500 erwartet. Würdigung Ein Beitrag des Lotteriefonds zugunsten des Chronikvorhabens entspricht den Richtlinien des Fonds. Die Aufarbeitung und Veröffentli- chung der Vereinsgeschichte sind sinnvoll. Auto- renkosten können nicht übernommen werden. Es ist gerechtfertigt, rund die Hälfte der unge- deckten Kosten zu übernehmen. Bewilligter Beitrag Fr. 10 000
3. Archivierungsprojekt SSV-Archiv Bereiche Sport und Kultur Gesuchstellende Sportmuseum Schweiz: Die 2007 gegründete Organisation Stiftung bezweckt das systematische Sammeln und Vermitteln im Bereich der Sportkultur. Ausgangslage Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) wurde 1824 gegründet und ist mit 133 100 Mit- gliedern einer der grössten Sportverbände der Schweiz. Ausserdem zeichnet der Verband für die Organisation des zurzeit in Fünfjahresschrit- ten stattfindenden Eidgenössischen Schützen- festes, jüngst in Raron VS, verantwortlich. An- lässlich des Eidgenössischen Schützenfestes 1885 in Bern wurde dort die Schützenstube gegrün- det, deren Zweck es war, Schützentrophäen zu sammeln, auszustellen und der Nachwelt zu er- halten. 1914 wurde aus der Schützenstube das Schweizerische Schützenmuseum. In diesem Museum lagert heute das gesamte historische
Archiv, darunter auch die Geschäftsakten des SSV mit Sitz in Luzern. Es gewährt einen ein- zigartigen Einblick in die sporthistorische Ent- wicklung der Schweiz und insbesondere in die Vor- und Frühgeschichte des Bundesstaates. Projektziel Die Aufzeichnungen sollen konserviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Projektinhalt Das umfangreiche Verbandsarchiv des SSV, das tief ins 19. Jahrhundert reicht und 172 Laufme- ter Akten, rund 4000 Fotografien, 22 Filme und rund 250 Bilder/Urkunden/Diplome umfasst, soll gesichert und erschlossen werden. Es wird ein Archivplan erstellt und die Akten und Ma- terialien werden entsprechend dem ISADG (International Standard for Archival Descrip- tion General) erfasst. Die jetzigen Behältnisse werden entfernt und die Unterlagen in archiv- taugliche Aktenumschläge und -schachteln ver- packt. Mit diesen Massnahmen werden die sportkulturell bedeutsamen Unterlagen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Kosten Fr. 86 500 Gewünschter Beitrag Fr. 8 190 Übrige Finanzierung Die Stiftung leistet einen eigenen Beitrag von Fr. 28 833.35, der Kanton Bern hat bereits Fr. 8190 zugesichert, Stiftungen und Private tra- gen Fr. 28 833.35 bei. Von anderen Kantonen wird ein Beitrag von Fr. 12 453.30 erwartet. Der offene Restbetrag von Fr. 8190 soll durch den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Die Sicherung der historischen Dokumente erscheint in historischer und namentlich sport- historischer Sicht sinnvoll. Eine Beitragszu- sprechung für den Erhalt und die Erschlies- sung dieser Dokumente Schweizer Kulturge- schichte entspricht den Richtlinien des Lotte- riefonds. Bewilligter Beitrag Fr. 8 200
4. 100-Jahr-Jubiläum Zentralbibliothek Zürich Bereich Bildung Gesuchstellende Zentralbibliothek Zürich (ZB): Die öffentliche Organisation Stiftung ist Kantons-, Stadt- und Universitäts- bibliothek. Sie sammelt und bewahrt in allen geeigneten Erscheinungsformen, namentlich in Schrift, Druck, und elektronischer Form wis- senschaftliche Publikationen, Turicensia, aus- gewählte Belletristik und Spezialsammlungs- bestände. Mit über sechs Millionen Dokumen- ten und mehr als einer halben Million Besuche- rinnen und Besuchern pro Jahr ist sie eine der grössten Schweizer Bibliotheken. Ausgangslage 2017 wird die ZB 100 Jahre alt. Dies soll unter dem Motto «Wissen im Zentrum – 100 Jahre Zentralbibliothek Zürich» gefeiert werden. Anlässlich des Jubiläums will die ZB die Öf- fentlichkeit über ihre Bestände und Leistun- gen informieren. Geplant sind 35 Projekte bzw. Aktivitäten mit Kosten von rund 2,3 Mio. Fran- ken. Dazu zählen besondere Führungen, ein Tag der offenen Tür, ein Film, Ausstellungen, Konzerte und ein Hoffest. Die ZB wünscht vom Kanton für die Mitfinanzierung von sechs Teilprojekten insgesamt Fr. 500 000. Projektziel Die Zürcher Öffentlichkeit soll im Jubiläums- jahr Einblicke in die Bestände und die Arbeit der ZB erhalten. Projektinhalt Folgende sechs Teilvorhaben sollen mitfinan- ziert werden – Festschrift: Die Geschichte der ZB soll auf- gearbeitet und in einer rund 270-seitigen, illus- trierten Publikation (Auflage: 2000 Exem- plare) der Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden. Die Kosten der Publikation belau- fen sich auf Fr. 396 000. Es wird mit dem Ver- kauf von 600 Exemplaren zu einem ange- strebten Verkaufspreis von Fr. 60 gerechnet. Fr. 212 000 sind bereits finanziert. Fr. 148 000 sind noch ungedeckt. – Klangchronik: Während des Jubiläumsjahres erfolgen mehrere Aufführungen der «Klang- chronik» von Armin Brunner. Das Stück ist
eine Kombination von Musik und Sprache und führt durch die Musikgeschichte Zürichs. Es nimmt u. a. Bezug auf Huldrich Zwingli, Hans Georg Nägeli und Richard Wagner. Die Kosten von Fr. 25 000 sind ungedeckt. – ZB-Film: Die ZB präsentiert sich in Form eines 15- bis 20-minütigen Dokumentar- films als Kantons-, Stadt- und Universitäts- bibliothek. Die Kosten betragen Fr. 124 000, Fr. 96 300 werden von Stiftungen und Drit- ten bezahlt, womit noch Fr. 27 700 ungedeckt sind. – ZB-Tram: Die ZB will mit einem Tram von Januar bis Dezember 2017 auch «auf die Strasse gehen». Das Tram wird als ZB-Tram bemalt. Im Innern vermittelt es Informatio- nen und überraschende Einsichten zur ZB. Die Kosten von Fr. 300 000 sind vollständig ungedeckt. – Infomodule «wir sind auch …»: Die ZB will im Rahmen des Jubiläums auch ihr breit ge- fächertes Informationsangebot (Musikarchiv, DVD-Verleih, Reiseführer-Ausstatter) be- kannt machen. Die Medien- und Dienstleis- tungsangebote werden je nach Inhalt über Tafeln, als Webbeitrag, über Artikel usw. ver- breitet. Die Kosten von Fr. 26 000 sind un- gedeckt. – Personalkosten Jubiläum: Planung, Organi- sation und Umsetzung der Jubiläumsaktivi- täten erfordern zusätzliches Personal. Zur Unterstützung und Entlastung der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit wurde für den Zeitraum vom 1. April 2014 bis voraussichtlich 31. De- zember 2017 eine 50%-Stelle geschaffen. Die Kosten von Fr. 264 000 sind ungedeckt. Kosten für die sechs ausgewählten Fr. 1 135 000 Teilprojekte Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Übrige Finanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 790 700 muss durch den Lotteriefonds und Beiträge von Dritten gedeckt werden. Die Stadt Zürich be- teiligt sich an den Kosten des Jubiläums mit Fr. 120 000.
Würdigung Die sechs Teilvorhaben entsprechen den Richt- linien des Lotteriefonds. Die Vorhaben kom- men der breiten Bevölkerung zugute. Die ZB ist die bedeutendste kantonale Bibliothek und ein bedeutender Dienstleistungsbetrieb. Eine Beitragsleistung von Fr. 500 000 ist gerechtfer- tigt. Es wäre zu erwarten, dass sich die Stadt Zürich mit einem höheren Beitrag beteiligen würde. Gegenüber der ZB als kantonsnaher Institution ist dennoch eine Beitragskürzung im Zusammenhang mit dem ausgewiesenen Jubiläum nicht gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 500 000 Hinweis Die ZB ist frei, den bewilligten Beitrag inner- halb der sechs beschriebenen Teilprojekte nach eigenem Ermessen einzusetzen.
5. Gottfried-Keller-Handbuch Bereiche Kultur, Bildung Gesuchstellende Verlag J. B. Metzler, Stuttgart: Der geisteswissen- Organisation schaftlich ausgerichtete Verlag veröffentlicht hauptsächlich Publikationen zu den Themen Literatur- und Medienwissenschaft sowie Phi- losophie. Ausgangslage Der Zürcher Schriftsteller Gottfried Keller (1819–1890) zählt zu den bedeutendsten Auto- ren des 19. Jahrhunderts. Seit Mitte der 1840er- Jahre betätigte er sich als Politiker und Publi- zist. Von 1861 bis 1876 war er Erster Staats- schreiber des Kantons Zürich. Der Kanton hat die 2013 abgeschlossene Historisch-kritische Keller-Ausgabe (HKKA), mit der Kellers Werk in vollem Umfang erschlossen wurde, mit einem Beitrag von 3,4 Mio. Franken unterstützt. Da- mit liegt aber noch keine interpretatorische Aus- wertung dieser Materialien vor. Projektziel Mit einem Handbuch soll Kellers Werk erst- mals in seinen vielfältigen Gesichtspunkten vor- gestellt werden (Textmaterial der HKKA, das bildkünstlerische Arbeiten von Keller, seine Theaterprojekte, die politisch-publizistischen Aktivitäten sowie die umfangreichen Korres- pondenzen).
Projektinhalt Das Handbuch wird von der Zürcher Germa- nistin Ursula Amrein herausgegeben. Ursula Amrein beschäftigt sich seit Langem mit Gott- fried Keller. Die Publikation richtet sich sowohl an eine historisch und kulturell interessierte Öffentlichkeit als auch an Fachleute aus ver- schiedenen Disziplinen. Sie weist 480 Seiten auf und ist in die Kapitel Biografie, Werk, Kontext, Wirkung und Anhang gegliedert. Die Publika- tion erscheint in der Reihe «Personenhandbü- cher» des Metzler Verlags in einer Auflage von 800 Exemplaren. Der angestrebte Verkaufs- preis beträgt Fr. 94. Kosten Fr. 24 751 Gewünschter Beitrag Fr. 5 500 Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf (350 Exemplare) werden Fr. 18 448 erwartet. Von der Stadt Zürich wird ein Beitrag von Fr. 803 erwartet. Die offenen Kosten von Fr. 5500 sollen über den Lotterie- fonds gedeckt werden. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Das Handbuch beschreibt Leben und Werk des wohl bekanntesten Zürcher Schriftstellers. Ebenso dokumentiert es seine politischen Aktivitäten (Gründung des Bundes- staates). Entlang der Biografie Kellers erhellt das Handbuch auch einen für die Geschichte Zürichs entscheidenden Zeitabschnitt. Bewilligter Beitrag Fr. 5 500 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auflage gebunden, dass dem Kanton sieben Belegexem- plare abgegeben werden.
6. Wanderausstellung «Die Kultur der Jenischen und Sinti in der Schweiz» Bereiche Soziales, Kultur Gesuchstellende Radgenossenschaft der Landstrasse RG: Die Organisation RG ist die Interessengemeinschaft des Fahren- den Volkes in der Schweiz. Sie ist die vom Bund unterstützte Dachorganisation der Jenischen und Sinti in der Schweiz. Die RG betreibt in Zürich ein Begegnungs- und Dokumentations- zentrum.
Ausgangslage Die Schweizer Jenischen und Sinti sind als na- tionale Minderheiten der Schweiz anerkannt, aber wenig bekannt. Um über die Lebensart der Fahrenden zu informieren und Berührungs- ängste abzubauen, beabsichtigt die RG, mit einer mobilen Ausstellung grundlegende Informatio- nen zu den Jenischen und Sinti zu vermitteln. Projektziel Eine mobile Ausstellung soll überall dort, wo die Situation der Schweizer Jenischen, Sinti und auch der Roma aus aktuellem Anlass disku- tiert wird, niederschwellige Basis-Informatio- nen zur Verfügung stellen. Projektinhalt Die mobile Wanderausstellung besteht aus einem Hintergrundpanorama, das den Eindruck eines Fahrenden-Platzes vermittelt, und Figu- ren, die Jenische bei typischen Alltagsbeschäf- tigungen zeigen. Jeder Figur ist ein Thema zu- geordnet. Diese Themen sind u. a.: Ein Über- blick zu den Fahrenden (Jenische/Sinti/Roma), wer sie sind, ihre Rechtsstellung als Minder- heit, Gewerbe (traditionell und modern), Schule und Sprache, Frauen, Lebensraum und Kultur- schaffen. Die Ausstellung richtet sich insbeson- dere an Personen mit wenig Vorwissen über Fahrende. Kosten Fr. 56 700 Gewünschter Beitrag Fr. 5 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 20 000. Von einer Stiftung werden Fr. 10 000 erwartet. Die RG er- sucht andere Kantone um Beiträge von insge- samt Fr. 12 000. Der offene Restbetrag soll durch Beiträge von Dritten und den Kanton Zürich gedeckt werden. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Das Projekt «Wanderausstel- lung» leistet sinnvolle Aufklärungsarbeit und einen kulturell wertvollen Beitrag zum gegen- seitigen Verständnis. Da nicht planbar ist, wo die Ausstellung eingesetzt werden soll, ist es angebracht, auf eine Mitfinanzierung der Aus- stellung durch die Gemeinden zu verzichten. Bewilligter Beitrag Fr. 5 000
7. Défi Velo – die Velo Challenge Bereiche Sicherheit, Bildung Gesuchstellende Verein Pro Velo Kanton Zürich: Der Verein be- Organisation steht seit 1981. Er fördert die Verbreitung des Fahrrades als alltägliches Verkehrsmittel und setzt sich ein für die Interessen der velofah- renden Bevölkerung. Ausgangslage «Défi Velo – die Velo Challenge» bezweckt, 15- bis 20-jährigen Jugendlichen auf originelle und spielerische Art das Velofahren schmack- haft zu machen. Der Wettbewerb wurde in der Schweiz erstmals 2011 in Lausanne durchge- führt und umfasst velospezifische Verkehrser- ziehung, Gesundheitsförderung sowie das The- ma der nachhaltigen Mobilität. Zurzeit wird Défi Velo in sechs Kantonen durchgeführt (schweizweit nahmen 2013/2014 2400 Schüle- rinnen und Schüler daran teil). Das Projekt richtet sich in erster Linie an Schulen der Se- kundarstufe II. Pro Velo Kanton Zürich beab- sichtigt, das Projekt ab Schuljahr 2016/2017 im Kanton Zürich einzuführen. Projektziel 15- bis 20-jährige Jugendliche sollen auf spiele- rische Art zum Velofahren motiviert werden. Projektinhalt Pro Velo Kanton Zürich geht für Défi Velo von einem grossen Potenzial im Kanton Zürich aus. Jährlich sollen rund 400 Jugendliche zum Mit- machen motiviert werden. Défi Velo besteht aus drei Elementen: Angemeldete Schulklas- sen haben eine Qualifikationsrunde zu bestrei- ten, in der sie sich in einem Teamwettkampf mit verschiedenen Velothemen auseinander- setzen müssen (Mechanik, Reparatur, Bike Polo, Geschicklichkeitsparcours, Velokultur usw.). Als zweites Element findet eine Velofahrt statt, die dem Thema Sicherheit gewidmet ist. Den Abschluss bildet am Ende des Schuljahres ein kantonales Finale, zu dem sich die qualifizier- ten Klassenteams treffen. Das entsprechende Material und die Ausbildung der Kursleiterin- nen und -leiter führt zu Kosten von Fr. 52 000. Kosten Fr. 52 000 Gewünschter Beitrag Fr. 9 000
Übrige Finanzierung Die Eigenleistung des Vereins beträgt Fr. 6000. Von den Gemeinden wird ein Beitrag von Fr. 7000, vom Bund ein Beitrag von Fr. 12 500 er- wartet. Die beteiligten Schulen leisten Fr. 2000. Von Sponsoren und Privaten wird die Leistung von Fr. 15 500 erwartet. Der offene Restbetrag soll über den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Förderung des Veloverkehrs bei Jugendlichen trägt zur Gesundheits- und Bewegungsförderung bei und ist aus Sicht der Verkehrssicherheit zu begrüssen. Das Konzept ist attraktiv und entspricht, da es nicht morali- sieren will, dem Alter der Zielgruppe. Pro Velo Kanton Zürich kann von den Erfahrungen an- derer Kantone profitieren. Eine einmalige Start- hilfe ist gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 9 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass der Beitrag nicht für einen Wettbewerbspreis verwendet werden darf.
8. Erneuerung des Lichtsystems und der Klimaanlage Bereich Kultur Gesuchstellende Stiftung Fotomuseum Winterthur: Die seit 1992 Organisation bestehende Stiftung bezweckt den Betrieb eines Fotomuseums und insbesondere den Aufbau einer Fotosammlung. Die Stiftung erhielt mehr- mals Beiträge aus dem Lotteriefonds, letzt- mals mit RRB Nr. 1078/2012 einen Beitrag von Fr. 450 000. Ausgangslage Das Beleuchtungssystem des Fotomuseums ist veraltet und verbraucht zu viel Energie. Auch können kaum mehr Ersatzteile für den Unter- halt der Anlage beschafft werden. Die Stiftung plant deshalb, das Lichtsystem zu erneuern und gleichzeitig die Klimaanlage den neuen Bedingungen anzupassen. Projektziel Erneuerung des Lichtsystems und Umbau der Klimaanlage
Projektinhalt Das Vorhaben umfasst den Ersatz des heuti- gen, teilweise noch mit Glühbirnen bestückten Lichtsystems. Der Stromverbrauch kann da- durch wesentlich verringert und die Betriebs- tauglichkeit verbessert werden. Da sich mit der Verringerung der Abwärmelasten auch die An- forderungen an die Klimaanalage verändern, ist deren Anpassung im Zusammenhang mit der Beleuchtungserneuerung sinnvoll. Zudem bestehen für die Klimaanlage Vorschriften zum schnellstmöglichen Ersatz des heute nicht mehr zugelassenen Kältemittels. Kosten Fr. 201 809 Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 20 000. Die Stadt Winterthur beteiligt sich mit Fr. 50 000 am Vor- haben. Von Stiftungen werden Fr. 15 000 erwar- tet. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Erneuerung von Lichtsys- tem und Klimaanlage ist notwendig und sinn- voll. Das Fotomuseum ist auf die Ausleihe von Werken anderer Institutionen und von Priva- ten angewiesen. Mittlerweile sind Leihgaben jedoch nur noch möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass die technische Infrastruk- tur den heute geltenden Vorgaben entspricht. Das Projekt ist sorgfältig ausgearbeitet. Die budgetierten Kosten umfassen eine Reserve von lediglich Fr. 15 000. Abstriche am Projekt sind kaum möglich. Von der Stiftung Fotomu- seum kann aber erwartet werden, dass sie sich aktiver um Beiträge von Sponsoren bemüht. Deshalb, und weil die Stadt Winterthur, die sich mit nur Fr. 50 000 am Vorhaben beteiligt, durch den Lotteriefonds im Kulturbereich be- reits grosszügig unterstützt wird, ist eine Kür- zung des Beitrages auf Fr. 100 000 gerechtfer- tigt. Bewilligter Beitrag Fr. 100 000
9. Projekt AAA – Aktives Analog Archiv Bereich Kultur Gesuchstellende Fotostiftung Schweiz (FSS), Winterthur: Die FSS Organisation besteht seit 1971. Sie bezweckt vor allem den Aufbau und die Pflege einer fotografischen Sammlung, die insbesondere das fotografische Schaffen in der Schweiz von den Anfängen bis zur Gegenwart repräsentiert. Die Stiftung wurde vom Lotteriefonds bereits mehrfach unter- stützt, letztmals mit RRB Nr. 249/2011 im Be- trag von Fr. 200 000. Die Fachstelle Kultur unter- stützt die FSS seit Langem mit einem jährli- chen Betriebsbeitrag (seit 2009: Fr. 24 200). Die Stadt Winterthur leistet jährliche Betriebsbei- träge von Fr. 90 000, das Bundesamt für Kultur von 1,25 Mio. Franken. Ausgangslage Die von der Fotostiftung betreuten Archivbe- stände sind in den vergangenen Jahren stark angewachsen, denn die Stiftung erhält wegen ihrer Reputation vermehrt Fotoarchive zur Auf- bewahrung bzw. Betreuung. Hinzu kommt, dass aufgrund des in den letzten 15 Jahren vollzo- genen Wandels von der analogen zur digitalen Fotografie häufiger historische, analoge Archive digitalisiert werden. Gleichzeitig muss die FSS auch ihre eigenen analogen Bestände für eine digitale Nutzung aufbereiten. Die FSS verfügt noch nicht über eine entsprechende Infra- struktur mit den notwendigen Arbeitsplätzen. Projektziel Die Raumreserven für die Aufnahme von phy- sischen Fotoarchiven sollen erweitert, die räum- liche und digitale Infrastruktur für die Betreu- ung der Fotobestände (Aufarbeitung, Konser- vierung, Erschliessung) bereitgestellt und aus- gewählte Bestände auf einer Online-Daten- bank veröffentlicht werden. Projektinhalt Aufgrund einer räumlichen Neuorganisation des benachbarten Fotomuseums bietet sich der FSS die Gelegenheit, einen geeigneten Raum vom Fotomuseum übernehmen zu können. Mit einfachen Umbaumassnahmen (Umrüstung Kli- maanlage, Kauf von Korpussen usw.) kann die-
ser Raum einer neuen Nutzung als Archiv- und Depotraum der FSS zugeführt werden. Die Kos- ten dafür betragen Fr. 237 000. Unabhängig davon erarbeitet die FSS ein Konzept zur Di- gitalisierung analoger Bestände, dem ein Pilot- projekt zur Aufarbeitung und Vermittlung wich- tiger Fotoarchive folgen soll. Vorgesehen ist der Kauf von Arbeitsinstrumenten für Fr. 80 000. Das Pilotprojekt wird mit Werken von vier he- rausragenden Zürcher Fotografen (Walter Boss- hard, Ernst A. Heiniger, Hans Staub und Rob Gnant) durchgeführt. Die Kosten für die Durch- führung des Pilotprojektes betragen Fr. 396 000. Im Budget ist auch eine Reserve von Fr. 20 000 enthalten. Kosten Fr. 733 000 Gewünschter Beitrag Fr. 493 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung der FSS beträgt Fr. 130 000. Die Stadt Winterthur beteiligt sich mit Fr. 30 000. Der Bund hat Fr. 50 000 zugesichert. Von Stif- tungen und Privaten werden Fr. 30 000 erwar- tet. Der offene Restbetrag soll über den Lotte- riefonds gedeckt werden. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Um sich auf die anstehende Über- nahme wichtiger neuer Archive vorzubereiten und die analogen Archive für die digitale Nut- zung aufzubereiten, ist die Fotostiftung auf zu- sätzliche, zeitgemäss eingerichtete Räumlichkei- ten angewiesen. Insbesondere die Durchfüh- rung des Pilotprojekts ist aus kulturpolitischer Sicht zu begrüssen, weil die Fotostiftung da- durch ihre Position als Kompetenzzentrum für die Fotografie weiter stärken kann. Es können jedoch nicht 67% der Gesamtkosten übernom- men werden. Aufgrund der Tatsache, dass sich Bund und Stadt Winterthur nur mit Fr. 80 000 am Vorhaben beteiligen, ist eine Kürzung am nachgesuchten Betrag angebracht. Von der FSS ist zu erwarten, dass sie sich stärker um Beiträge von Dritten bemüht. Bewilligter Beitrag Fr. 350 000
Hinweis Es wird angeregt zu prüfen, ob die festzulegen- den Standards für die Aufarbeitung von Foto- beständen in einem (allenfalls elektronischen) Handbuch veröffentlicht werden könnten.
10. Aufarbeitung Archiv Radioschule Bereiche Bildung, Geschichte Gesuchstellende Verein Radioschule klipp+klang: Der Verein Organisation besteht seit 1995. Er hat einerseits den Zweck, Aus- und Weiterbildungskurse für nicht kom- merzorientierte Radios anzubieten, anderseits sich medienmässig für die Integration von Min- derheiten einzusetzen. Ausgangslage Das 20-jährige Bestehen der Radioschule ist Anlass für eine Reihe von kleineren Aktivitä- ten und nachhaltigen Projekten. Im Zentrum steht die Aufarbeitung des Audioarchivs der Radioschule, das der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Das Archiv enthält Au- diobeiträge und Sendungen (rund 360 Stun- den Material) aus verschiedenen Radiokursen und Projekten der letzten 20 Jahre. Es bildet einerseits die Geschichte der Schweizer Kom- plementärradios ab, anderseits ermöglicht es einen Blick auf die (Medien-)Geschichte des Kantons und insbesondere auf Menschen, die aufgrund ihrer Ethnie, einer Beeinträchtigung, ihres Status als Flüchtlinge oder auch als Jugend- liche kaum Zugang zu einem Mikrofon und damit zur Öffentlichkeit haben. Projektziel Das vorliegende Audio-Archivmaterial soll sor- tiert, aufgearbeitet und zum Teil über das So- zialarchiv der Öffentlichkeit zur Verfügung ge- stellt werden. Projektinhalt In einem ersten Schritt erfolgt die Sichtung des vorhandenen Materials (u. a. unter Einbezug des Vereins zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz Memoriav). Aufgrund von Kriterien (z. B. Bedeutung für die Ge- schichte des Kantons Zürich, öffentliches und wissenschaftliches Interesse) wird entschieden, welches Material gesichert und aufgearbeitet und welches für eine multimediale Chronik
und für eine Sendereihe auf Radio LoRa und Radio Stadtfilter verwendet werden soll. Da- nach erfolgt die Erfassung, Überspielung und Katalogisierung des Materials. Als nächster Schritt wird das Material über das Sozialar- chiv online der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, begleitet durch Öffentlichkeitsarbeit, um auf das neu verfügbare Angebot aufmerk- sam zu machen. Kosten Fr. 90 000 Gewünschter Beitrag Fr. 25 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 9700. Von den Gemeinden und anderen Kantonen werden je Fr. 15 000 erwartet. Von Stiftungen und Spon- soren sind insgesamt Fr. 25 300 erwünscht. Der offene Restbetrag soll über den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Der gesuchstellende Verein ver- fügt über einen stattlichen Leistungsausweis. Die Trägerschaft des Projektes besitzt das nö- tige Wissen zur Durchführung des Vorhabens. Für den Platz Zürich, der seit Langem eine zentrale Rolle in der schweizerischen Medien- landschaft einnimmt, ist eine angemessene Überlieferung der Tätigkeiten in der Radio- branche wichtig. Ein enger inhaltlicher Bezug des Projektes zum Kanton ist gegeben. Die teil- weise Sicherung des vorhandenen Archivbe- standes ist von überregionalem Interesse. Bewilligter Beitrag Fr. 25 000
11. Fotobuch «50 Jahre Winterthur» Bereiche Kultur/Soziales Gesuchstellende Limmat-Verlag / Arbeitsgruppe «50 Jahre Win- Organisation terthur»: Im Fotobereich des Limmat-Verlages erscheinen vorwiegend fotogeschichtliche Ar- beiten. Im Frühjahr 2005 startete der Verlag die Reihe «FotoSzene Schweiz». Die Initiative zur Herausgabe der Publikation ging von der Ar- beitsgruppe «50 Jahre Winterthur» aus. Ausgangslage Der Fotograf Andreas Wolfensberger hat wäh- rend 50 Jahren mit seinen Fotografien die ge- sellschaftliche und städtebauliche Entwicklung im Kanton Zürich dokumentiert, dabei auch
immer wieder die Stadt Winterthur. Seine Re- portagen erfolgten im Auftrag von Medien, Un- ternehmen und Organisationen wie z. B. dem Forum Architektur Winterthur. Projektziel Herausgabe eines Bildbandes zur Geschichte Winterthurs in den letzten 50 Jahren. Projektinhalt Vorgesehen ist die Publikation eines Fotoban- des (272 Seiten, 40 Seiten Text, rund 400 Ab- bildungen) über die Geschichte Winterthurs. Für die Bebilderung wird auf den grossen Fun- dus von Wolfensberger zugegriffen. Der Text gliedert sich in fünf Kapitel. Fünf ausgewiesene Kennerinnen und Kenner von Winterthur (Jour- nalistinnen, Kulturredaktorin, Redaktor, Histo- riker) beschreiben die Stadt sowie den gesell- schaftlichen, sozialen und städtebaulichen Wan- del. Dabei werden auch Themen aufgegriffen, die nicht nur Winterthur zuzuordnen sind (z. B. Wohnungsnot, «Überfremdung», Ölpreiskrise, Rollenwandel der Frau). Vorgesehen ist eine hochwertige, gebundene Ausgabe in einer Auf- lage von 1700 Exemplaren, die sich an die in- teressierte Öffentlichkeit richtet. Der ange- strebte Verkaufspreis beträgt Fr. 48. Gleichzeitig mit der Bildauswahl für das Foto- buch erfolgt die Aufbereitung von Wolfens- bergers Fotoarchiv, das der Öffentlichkeit zu- gänglich gemacht werden soll. Kosten Fr. 128 140 Gewünschter Beitrag Fr. 25 000 Übrige Finanzierung Von der Stadt Winterthur wurden Fr. 20 000 zu- gesprochen. Der Verkaufserlös ist mit Fr. 32 440 budgetiert. Von Stiftungen wird eine Leistung von Fr. 38 000 gewünscht, von Dritten ein Bei- trag von Fr. 12 700 erwartet. Der offene Restbe- trag soll über den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Vorhaben entspricht nur zu einem Teil den Richtlinien des Lotteriefonds, weil das Vorha- ben teilweise lokalen Bezug aufweist (Beiträge des Lotteriefonds sind grundsätzlich nur an Vor- haben von mindestens regionaler Bedeutung möglich). Die Gesamtkosten des Vorhabens
sind zudem sehr hoch, vor allem die Druckkos- ten. Aus diesen Gründen ist eine Kürzung des nachgesuchten Beitrages auf Fr. 10 000 ange- bracht. Bewilligter Beitrag Fr. 10 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass dem Lotteriefonds fünf Belegexemplare zugestellt werden.
12. Neues Dienstleistungsangebot Bereiche Bildung, Ökologie Gesuchstellende Verein Filme für die Erde: Der seit 2007 beste- Organisation hende Verein bezweckt, ausgewählte Doku- mentarfilme zum Thema Umwelt möglichst vielen Interessierten zugänglich zu machen. Ausgangslage Der Verein betreibt in Winterthur ein interna- tionales Kompetenzzentrum für Umweltdoku- mentarfilme und stellt interessierten Personen und Institutionen ein weltweit einzigartiges Verzeichnis der wichtigsten Dokumentarfilme in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ökolo- gie zur Verfügung (jährlich rund 100 000 Nut- zungen). Diese Daten sind allerdings in einer mittlerweile veralteten Datenbank abgelegt. Die Suche bzw. das Anzeigen nach bestimmten Kriterien ist schwerfällig bzw. z. T. nicht mög- lich. Über dieses Engagement hinaus will der Verein mit eigenen Umweltbildungsmassnah- men möglichst viele Menschen für die Bereiche Nachhaltigkeit und Umweltbildung sensibili- sieren. Durch ausgewählte Filme und Aktionen wie z. B. ein jährlich stattfindendes Filmfestival erreicht er pro Jahr mehr als 100 000 Erwach- sene und Schülerinnen und Schüler, vor allem im Kanton Zürich. Projektziel Aufbau einer neuen Filmdatenbank (als Pilot- projekt) und Ausbau der Dienstleistungen im Kanton Zürich Projektinhalt Der Verein benötigt eine neue Datenbank, die einen gezielteren und leichteren Zugang zu den notwendigen Informationen erlaubt. Aus dieser Datenbank sollen auch Daten exportiert werden können. Während dem Auf- und Aus-
bau der Datenbank sollen Erfahrungen bzw. Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer laufend berücksichtigt werden; in einer ersten Phase sind dies rund 200 Akteure des Clean- Tech-Clusters, die als Testmarkt und Evalua- tionsgruppe dienen. Die neue Datenbank wird dann auch möglichen neuen Partnerorganisa- tionen im Kanton Zürich vorgestellt. Danach wird geprüft, ob, wie und mit welchem Auf- wand das neue Angebot auf andere Regionen ausgeweitet werden könnte. Nutzniessende der neuen Datenbank sind Per- sonen, die sich zu Energiewende und Nachhal- tigkeit informieren und sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten, aber auch Schulen und andere Bildungseinrichtungen, Verwaltun- gen und Unternehmen. Der Verein geht davon aus, dass die neue Datenbank und die Begleit- aktivitäten auch zu einer wesentlichen Steige- rung des Bekanntheitsgrades der Datenbank bzw. Plattform und somit der Nutzung führen werden. Kosten Fr. 290 000 Gewünschter Beitrag Fr. 125 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung des Vereins beträgt Fr. 45 000. Die Stadt Winterthur leistet einen Beitrag von Fr. 80 000. Vom Bund werden Fr. 30 000 erwar- tet. Die Leistung von Stiftungen und Privaten ist mit Fr. 10 000 budgetiert. Der offene Restbetrag soll über den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Der Verein leistet einen wichti- gen Beitrag zur Wissensvermittlung im Um- weltbereich. Die Umwelt-Dokumentarfilme werden an Schulen bzw. sonstigen Veranstal- tungen einem breiten Zielpublikum gezeigt. Mit der Modernisierung der Datenbank und Koppelung mit neuen Nutzungsmöglichkeiten erhalten auch Schulen bessere Möglichkeiten, die verfügbaren Filme direkter und methodisch besser nutzen zu können. Bewilligter Beitrag Fr. 125 000
13. Jubiläumausstellung Bereiche Bildung, Ökologie Gesuchstellende Zürcher Bauernverband ZBV: Der Verein be- Organisation steht seit 1842. Er ist die Organisation der Zür- cher Bauernbetriebe und setzt sich für die An- liegen und Bedürfnisse der Zürcher Bauernfa- milien ein. Der Verband bezweckt die wirtschaft- liche, politische, technische sowie die soziale und kulturelle Förderung der Zürcher Land- wirtschaft und ihre Vertretung nach aussen. Ausgangslage Der ZBV feiert 2017 sein 175-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass plant er – neben anderen Jubiläumsaktivitäten und parallel zur Züspa – die Zürcher Landwirtschafts-Ausstellung (Zü- LA) unter dem Motto «Die Zürcher Landwirt- schaft zu Gast in der Stadt». Projektziel Mit der ZüLA sollen die Vielseitigkeit der Zür- cher Landwirtschaft aufgezeigt und das Ver- trauen der Bevölkerung in die heimische Nah- rungsmittelproduktion gestärkt werden. Projektinhalt Die Ausstellung wird vom 29. September bis zum 8. Oktober 2017 auf der offenen Renn- bahn in Zürich Oerlikon stattfinden. Die Prä- sentation weist drei grosse Bereiche auf: – Erlebnisausstellung: Hier wird die gesamte Bandbreite der Zürcher Landwirtschaft ge- zeigt. Themen sind u. a.: Ökologie, produzie- rende Landwirtschaft, Acker-, Futter-, Obst- und Rebbau, Kuh-, Ziegen- und Straussen- zucht, Agrotourismus. Die Landwirtschaft soll für Besucherinnen und Besucher greifbar werden. – Täglich wechselnde Ausstellungen: Die täg- lich wechselnden Präsentationen stehen je- weils unter einem Motto. Die Tagesausstel- lungen werden ergänzt durch Veranstaltun- gen, Fachreferate und Diskussionsrunden. – «Puure-Beiz»: In einem Festzelt, in welchem eine kleine Festwirtschaft betrieben wird, finden täglich (tagsüber oder abends) Ver- anstaltungen statt. Kosten Fr. 500 000 Gewünschter Beitrag Fr. 165 000
Übrige Finanzierung Die Eigenleistung des ZBV beträgt Fr. 100 000. Durch die Vermietung von Ausstellungsfläche und Einnahmen der «Puure-Beiz» wird ein Er- trag von Fr. 17 500 erwartet. Die Beiträge von Sponsoren sind mit Fr. 60 000 budgetiert. Der offene Restbetrag soll über den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Das Konzept der ZüLA ist sorg- fältig erarbeitet. Zürich zählt zu den fünf gröss- ten Agrarkantonen der Schweiz. Rund ein Drit- tel des inländischen Gemüses wird im Kanton Zürich produziert. Gleichzeitig ist der Wirt- schaftsraum Zürich mit rund 1,5 Mio. Menschen ein grosser Absatzmarkt für landwirtschaftli- che Erzeugnisse aller Art. Die ZüLA will der Zürcher Bevölkerung die Bedeutung der Zür- cher Landwirtschaft aufzeigen. Dazu gehören auch das Darlegen der Auswirkungen des Ver- lusts von Produktionsfläche im Kanton und das Verständnis für die restriktiven Umwelt- und Tierschutzvorgaben (mit den entsprechen- den Mehrkosten). Der Ausstellung kommt somit ein hoher Aufklärungsauftrag zu. Da ein höherer Beitrag von Sponsoren vorausgesetzt werden kann, ist eine Kürzung am nachge- suchten Beitrag von Fr. 45 000 angemessen. Bewilligter Beitrag Fr. 120 000
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000): in Franken
1. Stiftung zur Erhaltung und Förderung des traditionellen 291 000 Handwerks im Zürcher Berggebiet Beitrag an Sanierung «Haus des Handwerks», Bauma
2. Gehörlosen- und Sportverein Zürich 10 000 Jubiläumsbeitrag zur Herausgabe einer Vereinschronik
3. Sportmuseum Schweiz 8 200 Beitrag an Archivierungsprojekt SSV-Archiv
4. Zentralbibliothek Zürich 500 000 Jubiläumsbeitrag für mehrere Aktivitäten
5. Metzler Verlag 5 500 Druckkostenbeitrag an Gottfried-Keller-Handbuch
6. Radgenossenschaft der Landstrasse 5 000 Investitionsbeitrag für Wanderausstellung
7. Pro Velo Kanton Zürich 9 000 Anschubfinanzierung für Velo Challenge
8. Stiftung Fotomuseum Winterthur 100 000 Investitionsbeitrag zur Erneuerung des Lichtsystems und der Klimaanlage
9. Fotostiftung Schweiz, Winterthur 350 000 Investitionsbeitrag zur räumlichen Erweiterung, zum Kauf von Ausrüstung für die Digitalisierung von Archivbeständen und für ein entsprechendes Pilotprojekt
10. Radioschule klipp+klang 25 000 Jubiläumsbeitrag zur Erschliessung des Audio-Archives und der teilweisen Überführung ins Sozialarchiv Zürich
11. Limmat Verlag Zürich / Arbeitsgruppe «50 Jahre Winterthur» 10 000 Druckkostenbeitrag für Kunstfotobuch
12. Verein Filme für die Erde 125 000 Investitionsbeitrag für Ausbau Infrastruktur
13. Zürcher Bauernverband 120 000 Jubiläumsbeitrag für Ausstellung Total 1 558 700
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi