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Entscheid

RRB Nr. 628/2017

Petition "Ja zur Mittelschule Knonauer Amt", Schreiben an das Komitee „Ja zur Mittelschule Knonauer Amt", Affoltern am Albis

5. Juli 2017Deutsch4 min

Source zh.ch

Petition "Ja zur Mittelschule Knonauer Amt", Schreiben an das Komitee „Ja zur Mittelschule Knonauer Amt", Affoltern am Albis

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 5. Juli 2017

628. Petition «Ja zur Mittelschule Knonauer Amt»

Erwägungen

Am 6. Februar 2017 überbrachte eine Delegation des Komitees «Ja zur Mittelschule Knonauer Amt» der Staatskanzlei zuhanden des Regierungs- rates eine Petition mit der folgenden Forderung: «Die Unterzeichnenden wollen eine Kantonsschule im Knonauer Amt. Der Regierungsrat soll im Rahmen der aktuellen Schulraumstrategie um- gehend alle dazu notwendigen Schritte einleiten, damit diese Mittelschule bis in 5 Jahren eröffnet werden kann.» Gemäss den Angaben des Komitees haben 3967 Personen die Petition unterzeichnet.

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Schreiben an das Komitee «Ja zur Mittelschule Knonauer Amt» (Zu- stelladresse: Standortförderung Knonauer Amt, Postfach 704, 8910 Affol- tern am Albis): Wir beziehen uns auf Ihre am 6. Februar 2017 eingereichte Petition und nehmen dazu wie folgt Stellung: Der Regierungsrat hat am 3. April 2013 die Strategie für die Schulraum- infrastruktur der Sekundarstufe II festgelegt und die Bildungsdirektion beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Baudirektion die Handlungsfel- der und Regionalstrategien weiterzubearbeiten und dem Regierungsrat die entsprechenden Anträge zu unterbreiten. Das Immobilienamt beauftragte die Wüest & Partner AG, zusammen mit dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt, dem Hochbauamt und dem Amt für Raumentwicklung eine detaillierte Schülerprognose bis 2040 für die Region Knonauer Amt/Limmattal/Zürich West zu erstellen und verschiedene Szenarien für die Schulraumentwicklung aufzuzeigen. Im Bericht vom Februar 2014 wird dargelegt, wie sich die Schülerzahlen in der Region entwickeln und welchen Einfluss die Erreichbarkeit eines Schulstandortes auf das Einzugsgebiet hat. Zudem wird darin beurteilt, welche baulichen Massnahmen für die zusätzliche Anzahl Mittelschüle- rinnen und -schüler nötig sind.

Auf der Grundlage des Schülerprognosemodells von Wüest & Partner wurde eine regionalisierte Prognose für die Anzahl Mittelschülerinnen und -schüler bis 2040 erstellt. Diese Prognose wurde anhand von weiteren Bevölkerungs- und Schülerprognosen des Kantons und des Bundes plau- sibilisiert. Dabei wurde auch die Umsetzung der Limmattalbahn berück- sichtigt. Neben einer Erweiterung der Kantonsschule Limmattal wurde auch eine neue Mittelschule im Knonauer Amt, für die ebenfalls Schülerprog- nosen erstellt wurden, geprüft. Die Schülerprognose zeigt auf, dass am heutigen Standort der Kantons- schule Limmattal in Urdorf bis 2040 ein Zuwachs von 388 Schülerinnen und Schüler auf insgesamt 1120 zu erwarten ist (+53%). Für eine mögliche Mittelschule im Knonauer Amt wurde ein Stand- ort in Affoltern a. A. angenommen und ebenfalls eine Schülerprognose erstellt. Für einen zusätzlichen Mittelschulstandort im Knonauer Amt wird bis 2040 mit insgesamt 328 Schülerinnen und Schülern gerechnet. Die Prognose zeigt ferner, dass auch mit einem zusätzlichen Standort im Kno- nauer Amt am bestehenden Standort Urdorf mit einem Schülerzuwachs von 143 zu rechnen wäre (+20%). Bevor neue Schulen gebaut werden, sind zunächst die Möglichkeiten der bestehenden Schulen auszuschöpfen. Die Kantonsschule Limmattal in Urdorf hat sowohl räumlich wie auch schulorganisatorisch ein Aus- baupotenzial. So verfügt der Kanton am Standort der Kantonsschule über eine an das Schulgelände angrenzende Baulandreserve im Finanzvermö- gen. Mit einer erwarteten Grösse von rund 1100 Schülerinnen und Schü- lern würde sich die Kantonsschule Limmattal auch im Rahmen anderer Kantonsschulen (z. B. Kantonsschule Rychenberg, Winterthur, oder Kan- tonsschule Zürcher Oberland, Wetzikon) bewegen. Für eine Mittelschule im Knonauer Amt werden 328 Schülerinnen und Schüler vorhergesagt, was nur 14 bis 15 Klassen entsprechen würde. Diese Anzahl liegt unter der Grösse von rund 500 Schülerinnen und Schü- lern, die für einen effizienten Schulbetrieb und der dafür notwendigen allgemeinen Räumlichkeiten wie Mensa, Turnhallen, Mediathek als Min- destgrösse angesehen wird. Spezialräume (z. B. für Naturwissenschaften, Sport, Musik) wären ebenfalls nicht bestmöglich ausgelastet. Die Schüler- zahlen der vergleichbaren Zürcher Mittelschulen ausserhalb der Städte Zürich und Winterthur mit dem für Regionalschulen üblichen Angebot an Schwerpunktfächern liegen deutlich höher (Anzahl Schülerinnen und Schüler: Kantonsschule Limmattal, Urdorf: 728; Kantonsschule Zürcher Unterland, Bülach: 990; Kantonsschule Zürcher Oberland, Wetzikon: 1332).

Auch wenn aufgrund der Schülerzahlentwicklung in den letzten Jah- ren von einer etwas höheren Schülerzahl im Knonauer Amt ausgegangen werden kann, ist es nicht sinnvoll – neben der notwendigen Erweiterung der Kantonsschule Limmattal –, gleichzeitig eine zusätzliche Mittelschule im Knonauer Amt zu bauen. Diese wäre auch aus finanziellen Gründen für den Kanton nicht verkraftbar. Langfristig ist es jedoch, je nach Ent- wicklung der Schülerzahl, möglich und sinnvoll, eine neue Mittelschule im Knonauer Amt zu verwirklichen.

II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Bildungs- direktion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi