RRB Nr. 758/2011
Nationalstrassen/Staatsstrassen, Gebietsrechner, Ablösung, gebundene Ausgabe
15. Juni 2011Deutsch7 min
Source zh.ch
Nationalstrassen/Staatsstrassen, Gebietsrechner, Ablösung, gebundene Ausgabe
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 15. Juni 2011
758. Nationalstrassen/Staatsstrassen, Ablösung Gebietsrechner
Erwägungen
Ausgangslage Die Gebietsrechner sind Verkehrsrechner, die wichtiger Bestandteil des Verkehrsmanagements im Kanton Zürich sind. In einer übergeord- neten Steuerung regeln sie die in ihrem Einflussgebiet stehenden Licht- signalanlagen in der Agglomeration Zürich. Sie ermöglichen eine Ein- flussnahme auf die Anschlussknoten der Nationalstrassen und sorgen für den verbesserten Betrieb des öffentlichen und privaten Verkehrs auf Staatsstrassen. Die Lichtsignalanlagen werden durch die Gebietsrechner so gesteuert, dass sie den Verkehrsfluss verbessern, Staubildungen bzw. Verlustzeiten verringern und den öffentlichen Verkehr bevorzugen, um dessen Anschlusssicherheit zu gewährleisten. Zusätzlich überwachen die Gebietsrechner den Betriebszustand der angeschlossenen Knoten- steuerungen und melden unerwartete Ereignisse oder das Auftreten von technischen Störungen für die weitere Behandlung an die Leitzentralen. Die sechs bestehenden Gebietsrechner Urdorf, Dietikon, Schlieren, Zürich Ost, Regensdorf und Flughafen wurden in den Jahren 1995 bis 2000 in Betrieb genommen. Einzelne Rechner haben die vorgesehene 15-jährige Betriebsdauer bereits überschritten, andere Rechner stehen kurz vor dem Ende des Lebenszyklus. Die Wartung und der Unterhalt dieser Gebietsrechner sind aufwendig und teuer (unverhältnismässige Unterhaltskosten). Die Ersatzteillieferungen können vom Lieferanten nicht mehr gewährleistet werden. Demzufolge kann die Betriebssicher- heit in absehbarer Zeit nicht mehr garantiert werden. Diese Gebietsrechner können durch die Kantonspolizei (Verkehrs- leitzentrale Letten/VLZ) und das Tiefbauamt (Betriebsleitzentrale Urdorf/BLU) bedient werden, sind jedoch nicht in das übergeordnete Leitsystem (UeLS) des Kantons Zürich integriert. Ein Datenaustausch mit anderen Prozessleitrechnern ist deshalb nicht möglich. Um die Verkehrsströme auf die Netzkapazität abzustimmen und die geforderte Funktionalität der Regionalen Verkehrssteuerung (RVS, vgl. Vorlage 4603 vom 26. April 2010) wahrnehmen zu können, ist eine Ablösung dieser Gebietsrechner unumgänglich. Mit RRB Nr. 1953/2007 wurden die Ausgaben für zwei neue Gebiets- rechner (Albis und Glatt) für die übergeordnete Steuerung der neuen Lichtsignalanlagen im Gebiet Westumfahrung und Glatt im Betrag von Fr. 2 712 307 bewilligt. Sie wurden inzwischen vergeben und installiert.
Neben den Gebietsrechnern Albis (Los 1) und Glatt (Los 2) wurden im Los 3 zusätzlich drei neue Gebietsrechner für die altersbedingte Ablösung der bestehenden Gebietsrechner ausgeschrieben und dadurch ein güns- tiger Preis erzielt. Das Los 3 wurde noch nicht vergeben.
Projekt Die sechs alten Gebietsrechner sollen etappiert abgelöst und durch drei neue Gebietsrechner ersetzt werden. Die Gebietsrechner Urdorf, Dietikon und Schlieren werden neu als Gebietsrechner Limmattal ge- baut. Der Gebietsrechner Ost wird in den bereits bestehenden Gebiets- rechner Glatt (Los 2) integriert. Die neuen Gebietsrechner werden analog den bereits in Betrieb stehenden Gebietsrechnern Albis und Glatt erstellt (gleiche Funktionalität). Die Kapazität der neuen Ge- bietsrechner konnte durch die Vereinfachung der Kommunikation über das Netzwerk sowie leistungsstärkere Rechner ausgebaut werden. Die Nutzungsdauer der neuen Gebietsrechner wird für 15 Jahre ausgelegt. Es ist geplant, die Gebietsrechner (GR) wie folgt zeitlich gestaffelt abzulösen: Alter GR Bestehende GR Neue GR Ablösungsjahr Los 1 und 2 GR Zürich Ost GR Glatt 2012 GR Flughafen GR Flughafen 2012 GR Urdorf GR Limmattal 2013 GR Dietikon GR Limmattal 2013 GR Schlieren GR Limmattal 2013 GR Regensdorf GR Regensdorf 2014 Die neuen Gebietsrechner werden in die bestehenden Zentralenräume eingebaut. Die Rauminfrastruktur der Zentralen ist entsprechend an- zupassen. Mit der Ablösung der alten Gebietsrechner werden die beste- henden Kupfer-Kommunikationsleitungen durch Lichtwellenleiter er- setzt und die Kommunikationseinrichtungen auf Netzwerk-Technologie angepasst. Bekannte Problemstellen in den vorhandenen Rohrtrassen werden mit Rohrspülungen und baulichen Massnahmen behoben. Die Steuergeräte der Lichtsignalanlagen werden so erweitert, dass die Kom- munikation der Knotensteuergeräte mit dem übergeordneten Rechner über das Netzwerk erfolgen kann. Funktional werden die Gebietsrechner analog den beiden bestehen- den Gebietsrechnern Albis und Glatt aufgebaut. Die Gebietsrechner decken verschiedene verkehrstechnische sowie betriebs- und system- technische Funktionen und Anforderungen ab. Die Rechner werden in das Breitbandkommunikationsnetz und in das übergeordnete UeLS integriert. Dies ermöglicht einerseits die zentrale Bedienung (Über-
steuerung, Unfalldatensicherung, Parametrierung von Lichtsignalanlagen usw.) und anderseits die Überwachung (Situationsübersicht, automati- sche Störungsweiterleitung usw.) durch die Verkehrsleitzentrale Letten und die Betriebsleitzentrale Urdorf. Ferner wird ein rechnerübergrei- fender Datenaustausch mit anderen Prozessleitrechnern und Unter- systemen (Subsystemen) ermöglicht. Der Gebietsrechner als Prozess- leitrechner dient den Subsystemen wie Verkehrsmanagement-Systeme als Betriebsmittel. Die Umsetzung von Verkehrsmanagementplänen führt zu Steuerungseinflüssen auf Stufe der Gebietsrechner. Die Gebiets- rechner ihrerseits stellen auf den betroffenen Lichtsignalanlagen das vorgegebene Signalprogramm oder führen andere Regelungseingriffe aus. Der Gebietsrechner steuert seinen Prozess aufgrund der Gesamt- heit der anstehenden Ereignisse, Regelungsanforderungen und Mel- dungen. Die Gebietsrechner sind im Rahmen der RVS ein wichtiger Bestand- teil des Verkehrsmanagement Zürich Nord. Eine RVS baut auf der Hard- und Software der Gebietsrechner auf und erlaubt gebietsüber- greifend die Einflussnahme auf Anschlussknoten der Nationalstrassen wie auch den optimierten Betrieb des öffentlichen und privaten Ver- kehrs. Die Gebietsrechner liefern die Werkzeuge zur Umsetzung der RVS-Massnahmen.
Kostenzusammenstellung Für die Ablösung der Gebietsrechner wurde ein Massnahmenprojekt mit Kostenschätzung, gestützt auf die bereits gemachten Erfahrungen bei der Umsetzung der Lose 1 und 2, erarbeitet. Dabei wird mit Kosten von insgesamt Fr. 10 283 760 gerechnet. Diese Kosten setzen sich wie folgt zusammen: in Franken Gebietsrechner Hard- und Software 3 304 800 Anbindung übergeordnetes Leitsystem 334 800 Infrastruktur Zentralenräume 162 000 Versorgungsinfrastruktur (Hard- und Software) 345 600 Kommunikationseinrichtung 572 400 Lichtwellenleiter-Erschliessung 1 263 600 Umrüstung bestehende Lichtsignalanlagen 1 306 800 Rückbau alte Gebietsrechner, Kabelanlage 356 400 Bauliche Massnahmen 270 000 Honorare 1 026 000 Kosten Ablösung Gebietsrechner 8 942 400 Unvorhergesehenes 15% 1 341 360 Total Kosten (einschliesslich 8% MWSt) 10 283 760
Für das Vorhaben ist eine Ausgabe von Fr. 10 238 760 zu bewilligen. Es handelt sich gemäss § 37 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (CRG) um eine gebundene Ausgabe zur Er- neuerung und Anpassung der betriebsnotwendigen Infrastruktur. Die Ausgabe geht zulasten des Kontos 50120 00000, Bau Verkehrseinrich- tungen. Die im Jahr 2011 anfallenden Kosten von Fr. 150 000 sind im Budget enthalten. Die Ausgaben für 2012 (Fr. 3 928 000), 2013 (Fr. 3 778 000) und 2014 (Fr. 2 427 760) sind im KEF 2011–2014 eingestellt.
Kostenteiler Die Gebietsrechner dienen der Steuerung von Lichtsignalanlagen, für deren Bau, Betrieb und Unterhalt die Zuständigkeiten wie folgt geregelt sind: – Lichtsignalanlagen unmittelbar am Nationalstrassen-Anschluss (Zu- ständigkeit Bund) – Lichtsignalanlagen Staatsstrassen (Zuständigkeit Kanton) Die Beteiligung an der Finanzierung der Gebietsrechner richtet sich nach der Anzahl Lichtsignalanlagen, die im Zuständigkeitsbereich von Bund und Kanton liegen. Der Kostenteiler beruht auf dem Verursacher- prinzip (Eigentümer) und berechnet sich wie folgt: Anlagen % Kosten Fr. Nationalstrassen (Bund) 18 20,2 2 077 320 Staatsstrassen (Kanton) 71 79,8 8 206 440 Total 89 100,0 10 283 760 Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat die Kostenbeteiligung von Fr. 2 077 320 mit Nachtrag zur Projektgenerierung vom 18. April 2011 genehmigt. Jährliche Betriebs- und Unterhaltskosten: Kostenteiler Betriebs- Unterhalts- Total kosten/Jahr kosten/Jahr % Fr. Fr. Fr. Nationalstrassen (Bund) 20,2 3 272 26 179 29 451 Staatsstrassen (Kanton) 79,8 12 928 103 421 116 349 Total 100,0 16 200 129 600 145 800
Das Vorhaben verursacht jährliche Kapitalfolgekosten von Fr. 840 184. Sie berechnen sich nach IPSAS wie folgt: Baukosten Kapitalfolgekosten Kontierung Anteil Zinsen (3%) Abschreibungs- Betrag Baukosten satz % Fr. Fr. % Fr. Nationalstrassen Konto 50120 00000 20,2 2 077 320 31 000 6,67 139 000 Staatstrassen (Kanton) Konto 50120 00000 79,8 8 206 440 123 000 6,67 547 000 Zwischentotal 145 000 686 000 Total 10 283 760 840 000
Dispositiv
Auf Antrag der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Ablösung der bestehenden Gebietsrechner wird eine ge- bundene Ausgabe von Fr. 10 283 760 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8400, Tiefbauamt, bewilligt.
II. Mitteilung an das Bundesamt für Strassen, 3003 Bern, sowie an die Finanzdirektion, die Volkswirtschaftsdirektion und die Baudirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi