RRB Nr. 822/2015
Strickhof Lindau, Eschikon, Erneuerung und Erweiterung Wärmeversorgung, gebundene Ausgabe
26. August 2015Deutsch5 min
Source zh.ch
Strickhof Lindau, Eschikon, Erneuerung und Erweiterung Wärmeversorgung, gebundene Ausgabe
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 26. August 2015
822. Strickhof Lindau, Eschikon (Erneuerung Wärmeversorgung)
Erwägungen
A. Ausgangslage Die Wärmeerzeugung für den Campus Strickhof in Lindau erfolgt zurzeit mit einer Holzschnitzelanlage, einem Spitzenlast-/Sommerkessel (Heizöl) und einem Notkessel (Heizöl). Diese drei Anlagen versorgen die Gebäude des Strickhofs Lindau und des Standorts Pflanzenwissen- schaften der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Die Holzschnitzelanlage verfügt über keine Rauchgasreinigung und kann die Auflagen der Luftreinhalteverordnung nicht mehr erfüllen. Die zugehörige Betriebsbewilligung ist bis 2017 verlängert worden. Sowohl die Holzschnitzelanlage als auch der Spitzenlast-/Sommerkessel sind 20-jäh- rig. Der Notkessel wurde 2006 ersetzt. Die Heizzentrale befindet sich unter Terrain. Das Betonbauwerk, das die Zentrale umschliesst, ist seit mehreren Jahren undicht. Das eindrin- gende Wasser muss abgepumpt werden. Vor diesem Hintergrund ist eine Erneuerung der Wärmeversorgung am Standort Strickhof erforderlich. Zu beachten ist, dass die mit dem vom Kantonsrat bewilligten Projekt Agrovet-Strickhof (Vorlage 5021) verbun- denen Neubauten zu einem zusätzlichen Wärmemehrbedarf von rund 15% führen werden. Dieser Mehrbedarf ist im vorliegenden Bauvorhaben berücksichtigt. Der Kanton Zürich ist zudem Eigentümer von weiteren, sich in unmittelbarer Nähe befindenden Grundstücken, die derzeit nicht an die Heizzentrale angeschlossen sind. Die Erneuerung der Wärme- versorgung ermöglicht einen künftigen, individuellen Anschluss dieser Grundstücke. Im Rahmen der Projektarbeiten wurden verschiedene Energieträger (Biogas, Erdgas, Flüssiggas, Holzpellets, Heizöl und Holzschnitzel) ver- glichen. Im Ergebnis schnitt die Holzschnitzelheizung, betrieben mit Holz aus dem Staatswald, insgesamt am besten ab. Geprüft wurde weiter, ob der Standort der heutigen Heizzentrale beibehalten werden kann oder eine Verlegung massgebliche Verbesserungen bringen würde. Insgesamt überwogen die Vorteile des bisherigen Standorts, wobei insbesondere die mit einer Verlegung verbundenen hohen Kosten ins Gewicht fielen.
B. Bauprojekt Das Bauprojekt umfasst die Erneuerung sowohl der Holzschnitzelan- lage mit Rauchgasreinigung als auch des Spitzenlastkessels. Ebenfalls er- setzt werden die Feldgeräte (Pumpen, Stellorgane, Fühler, Anzeigegeräte) und die Schaltschränke mit den Steuer- und Regelsystemen. Mit der neuen Anlage kann der Anteil des Energieträgers Holz von bis- her rund 75–80% auf über 90% gesteigert werden. Dabei ist der Einbau je eines Holzschnitzelkessels mit einer Leistung von 700 kW bzw. 350 kW vorgesehen. Mit der Verteilung der Energieerzeugung auf zwei unter- schiedlich grosse Holzschnitzelanlagen ist gewährleistet, dass auch bei Teil- und Schwachlastbetrieben die erforderliche Wärmemenge mit Holz erzeugt werden kann. Neu wird ein Heizwasserspeicher eingesetzt, der die Laufzeit der Wärmeerzeugung verbessert und die Leistungsspitzen namentlich am Morgen auffangen kann. Die Rauchgasreinigungsanlagen werden nach den geltenden Vorschriften und im erweiterten Unterterrain- Bauwerk eingebaut. Die bestehende Kaminanlage wird um einen zusätz- lichen Kaminzug erweitert. Bereits heute weist die sich unter Terrain befindende Heizzentrale sehr enge Platzverhältnisse auf. Die Erneuerung und Erweiterung der Anlage erfordert eine Raumerweiterung. Diese hat ebenfalls unter Terrain zu erfolgen. Die entsprechenden Grabarbeiten dienen zugleich dazu, das bestehende Unterterrain-Bauwerk gegen den Eintritt von Wasser abzu- dichten. Die Regel- und Steuerungstechnik ist so konzipiert, dass die jeweili- gen Verbraucher die von ihnen genutzten Räume individuell dem erfor- derlichen Temperaturniveau anpassen können.
C. Kosten und Finanzierung Der im Auftrag des Hochbauamtes erstellte Kostenvoranschlag vom 8. April 2015 weist für die Erneuerung und Erweiterung der Wärmeerzeu- gung Strickhof Lindau Kosten von Fr. 2 400 000 (Kostengenauigkeit von +/–10%) aus. Diese setzen sich wie folgt zusammen:
BKP-Nr. Arbeitsgattung Kosten in Franken 11 Räumungen, Terrainvorbereitungen 16 000 16 Anpassungen Verkehrsanlagen 32 000 17 Spezialfundationen, Baugrubensicherung 35 000 20 Baugrube 103 000 21 Rohbau 1 151 500 22 Rohbau 2 12 000 23 Elektroanlagen 366 000 24 Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen 1 164 000 25 Sanitäranlagen 17 000 27 Ausbau 1 13 000 28 Ausbau 2 8 500 51 Bewilligungen, Gebühren 6 500 52 Muster, Modelle, Vervielfältigungen, Dokumentation 6 500 59 Honorare 269 000 62 Reserve beweglich 200 000 Total (einschliesslich MWSt) 2 400 000 Für das Vorhaben ist gestützt auf § 37 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (CRG) eine gebundene Ausgabe von Fr. 2 400 000 zu bewilligen. Die Kosten gehen zulasten der Leistungs- gruppe Nr. 8700, Immobilienamt, Buchungskreis Nr. 8790, Baudirektion Hochbauten, Konto 5041 0 00000, Hochbauten, gebundene Ausgaben. Die Ausgabe ist im Budget 2015 enthalten. In den Kosten von insgesamt Fr. 2 400 000 sind Projektierungskosten von Fr. 130 000 enthalten, die das Amt für Landschaft und Natur mit der Verfügung vom 12. November 2014 bewilligte. Diese Bewilligung ist auf- zuheben. Die zu leistende Investition hat folgende Kapitalfolgekosten: Investitionskategorie Kostenanteil Nutzungsdauer Kapitalfolgekosten (Fr.) / Jahr (Bauteilgruppe) Fr. % Jahre Abschreibung Kalk. Zinsen* Total Hochbauten Rohbau 1 405 678 16,9 80 5 071 3 550 8 621 Hochbauten Rohbau 2 15 142 0,6 40 379 132 511 Hochbauten Ausbau 27 129 1,1 30 904 237 1 141 Hochbauten Installationen 1 952 051 81,4 30 65 068 17 081 82 149 Ausstattung, Mobilien 0 0,0 20 0 0 0 Total 2 400 000 100,0 71 422 21 000 92 422 * kalkulatorischer Zinssatz von 1,75%
Die Kapitalfolgekosten von Fr. 92 422 gehen zulasten des Amtes für Landschaft und Natur (ALN), Leistungsgruppe Nr. 8800, Buchungskreis Nr. 8810.
Durch die Erneuerung der Wärmeversorgung können betriebliche Ver- besserungen erreicht werden. Der Anteil des nachhaltigen Energieträ- gers Holz kann von bisher rund 75–80% auf über 90% gesteigert werden. Mit dem Wechsel des Heizmaterials von Öl auf Holz können Einsparun- gen bei der Beschaffung (Holz vom Staatswald) erzielt werden. Zudem können weitere Liegenschaften an die Wärmeversorgung individuell an- geschlossen werden. Personelle Folgekosten entstehen durch das Sanie- rungsvorhaben keine.
Dispositiv
Auf Antrag der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Erneuerung und Erweiterung der Wärmeversorgung im Strickhof Lindau, Eschikon, wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 2 400 000 zulasten der Investitionsrechnung Leistungsgruppe Nr. 8700, Immobilien- amt, bewilligt.
II. Die Ausgabe wird nach Massgabe des Zürcher Baukostenindexes gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Basis April 1939, Stand April 2015)
III. Die Bewilligung des Amtes für Landschaft und Natur vom 12. No- vember 2014 betreffend Kosten für die Projektierung von Fr. 130 000 wird aufgehoben.
IV. Mitteilung an die Finanzdirektion und die Baudirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi