RRB Nr. 978/2013
Lotteriefonds, Inlandhilfe 2013
3. September 2013Deutsch30 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 3. September 2013
978. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Inlandhilfe 2013
Erwägungen
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung Mit seiner Inlandhilfe möchte der Kanton mithelfen, – durch Präventionsmassnahmen mögliche Schadensereignisse zu ver- hindern oder mindestens zu verringern, – durch das Beheben von Unwetterschäden und die Verbesserung der entsprechenden Infrastruktur die Lebensgrundlage der Bergbevölke- rung zu sichern sowie – regional wichtige Natur- und Umweltschutzprojekte sowie bedeutende kulturelle Vorhaben und Alpwirtschaftsvorhaben zu fördern.
1.2 Allgemeines Der Kanton berücksichtigt im Rahmen der Inlandhilfe (IH) in der Regel nur Projekte aus finanzschwachen Gebieten der Kantone Grau- bünden, Tessin, Uri und Wallis. Der Kanton arbeitet dabei mit drei Haupt- partnern zusammen: – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (SPB), – der Schweizer Berghilfe (SB) und – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Diese Organisationen unterbreiten dem Kanton jeweils vor der eigent- lichen Gesuchseingabe mehrere Projekte, aus denen in Absprache mit dem Lotteriefonds eine Auswahl für die Gesuchseingabe getroffen wird. Andere Organisationen reichen dem Kanton einzelfallweise Inlandhilfe- Gesuche ein.
1.3 Vorlage 4856: Rahmenkredit Mit Beschluss vom 9. Juli 2012 bewilligte der Kantonsrat dem Regie- rungsrat einen Rahmenkredit von insgesamt 40 Mio. Franken für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und die Inlandhilfe (IH) 2011 bis 2014 bzw. von 10 Mio. Franken pro Jahr (Vorlage 4856). Neu kann der Regierungsrat die bereitgestellten Mittel flexibler einsetzen als bisher, da er nicht mehr an die hälftige Aufteilung der Gelder zugunsten der EZA und IH gebunden ist. Vielmehr kann er die Gelder bedarfsgerecht zusprechen bzw. die Mittel, die nicht für die IH benötigt werden, bei der EZA einsetzen.
1.4 Vergabekriterien Mit Beschluss vom 23. November 2011 legte der Regierungsrat die neuen Vergabekriterien (Richtlinien) für die EZA und die IH fest. Im Gegensatz zur EZA erfolgten im Bereich IH nur wenige Anpassungen: – Es werden nur Organisationen berücksichtigt, die ZEWO-zertifiziert sind. – Die Beitragsobergrenze für IH-Vorhaben beträgt neu Fr. 500 000. – Die anrechenbaren Projektbegleitkosten betragen höchstens 10%.
2. Gesuchseingaben 2013
2.1 Allgemeines Die SPB, die SB und die SL, die Stiftung Bergwaldprojekt (SBW), die Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz (SUS) und die Stiftung Ferien im Bau- denkmal haben insgesamt 23 (2012: 19) Projekte in der Gesamtsumme von Fr. 5 854 220 (2012: Fr. 5 282 097) eingereicht. Die Gesuchsdossiers gingen zur Prüfung an die fachlich zuständigen Direktionen: Sämtliche Eingaben gingen an die Baudirektion, drei Gesuche an die Volkswirt- schaftsdirektion und zwei Vorhaben an die Bildungsdirektion. Deren Beurteilungen waren ausschlaggebend für die Berücksichtigung der Projekte und für das Festlegen der jeweiligen Beitragshöhe.
2.2 Abgelehnte und zurückgestellte Gesuche Von den insgesamt 23 Eingaben wurden drei Gesuche abgelehnt. Es sind dies: Gesuchstellende Organisation / Begründung der Ablehnung Projektbezeichnung/-inhalt SPB, Neubau Forstmagazin Isenthal Das Forstmagazin dient zwar auch der Pflege der Schutzwälder. In erster Linie ist es ein klassisches Infrastrukturvorhaben. Solche Vorhaben werden im Rahmen der IH nicht berücksichtigt. SL, Rebberge Visperterminen Das Vorhaben weist zwar auch einen kulturhistorischen Gesichtspunkt auf. Schwergewichtig ist es jedoch ein land- wirtschaftliches Vorhaben. Im Rahmen der IH werden nur alpwirtschaftliche Vorhaben mitfinanziert. Stiftung Ferien im Baudenkmal, Sanierung Die Stiftung verfügt über kein ZEWO- Stüssihofstatt, Unterschächen Zertifikat.
Zudem wurden zwei Gesuche zurückgestellt. Es sind dies Gesuchstellende Organisation / Begründung der Zurückstellung Projektbezeichnung/-inhalt SPB, Forststrasse Müstair Das Vorhaben kann geprüft werden, wenn nachgewiesen wird, dass das Projekt der Schutzwaldpflege dient. SPB, Lawinenverbauung Gotzenegg, Das Vorhaben kann geprüft werden, wenn Unterschächen genaue Kostenberechnungen vorliegen (zurzeit sind nur Schätzungen aufgrund von Vergleichskalkulationen verfügbar).
3. Ausgewählte Einzelprojekte Es werden nur Projekte berücksichtigt, die von den zuständigen Fach- direktionen zur Mitfinanzierung empfohlen werden. In mehreren Fällen wurden die nachgesuchten Beträge gekürzt. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Fehlbeträge haben die gesuchstellenden Organisationen entweder durch (zusätzliche) Eigenleistungen bzw. Spendengelder oder durch eine zeitliche Staffelung der Projekte aufzufangen. In einigen Fäl- len ist die Auszahlung – wie das bei Fondsbeiträgen gängige Praxis ist – an die Erfüllung von Auflagen geknüpft. Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält die notwendigen Kurzinformationen zum jeweiligen Projekt. Angegeben werden dabei auch die Projektbegleitkosten (PBK), welche die jeweili- gen Organisationen vom Kanton wünschen.
3.1 Projekte der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (SPB) (Projekte Nrn. 1–6) Anzahl Gesamtsumme in Franken Geprüfte Projekte 9 2 461 000 Berücksichtigte Projekte 6 1 388 000
1) Instandstellung Waldweg «Butzwald», Nufenen Region/Kanton Vorderrheintal/GR Verantwortlich Gemeinde Nufenen für das Projekt Projektziel Erhaltung des Schutzwaldes Projektbeschrieb Der Waldweg «Butzwald» erschliesst die Schutz- wälder nordöstlich der Gemeinde Nufenen und dient in erster Linie zur Bewirtschaftung die- ser Schutzwaldungen. Zudem erschliesst der Weg eine Alp, jedoch überwiegt klar die forst- liche Nutzung. Der Weg wurde Mitte der 80er-
Jahre erbaut und letztmals 2003 saniert. Er muss auf einer Länge von 700 m instand gestellt wer- den. Zudem werden zwei Steinschlagschutz- dämme erstellt. Die Strasse ist mit einem Fahr- verbot belegt. Für Alp- und Forstwirtschaft bestehen Ausnahmeregelungen, somit ist eine zweckgebundene Benutzung der Strasse sicher- gestellt. Begünstigte Bevölkerung von Nufenen Kosten Fr. 394 000 Finanzierung – Bund Fr. 93 120 – Standortkanton/-region Fr. 186 240 – Patengemeinden Fr. 7 230 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 107 410 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 106 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Die Bauherrschaft hat für die Projekt- umsetzung eine eher aufwendigere, dafür un- terhaltsärmere Variante gewählt. Deshalb ist davon auszugehen, dass kein baldiger erneu- ter Sanierungsbedarf vorliegen wird. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 106 000 2) Sanierung von Wildbachverbauungen, Müstair Region/Kanton Val Müstair/GR Verantwortlich Gemeinde Val Müstair für das Projekt Projektziel Künftige Schadensereignisse so gering wie mög- lich halten Projektbeschrieb Der Kanton hat 2010 Verbauungen im selben Gebiet mitfinanziert (RRB Nr. 1537/2010, Fr. 165 000). Die jetzigen Massnahmen sind eine Fortsetzung bzw. Ergänzung der damaligen Arbeiten. Sie umfassen den Abbruch von Stahl- Schutzwerken und den teilweisen Ersatz mit Netz-Schutzwerken sowie den Ersatz von Hang- entwässerungen zur Stabilisierung der Tobel- hänge. Begünstigte Bevölkerung der Talschaft Kosten Fr. 687 200 Finanzierung – Bund Fr. 238 000 – Standortkanton/-region Fr. 278 800
Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 170 400 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 127 200 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Die vorgesehenen Massnahmen sind technisch korrekt und sinnvoll. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 127 000 3) Sanierung der Strasse Palagnedra–Bordei und Schutz der Strasse Moneto–Monadello Region/Kanton Centovalli/TI Verantwortlich Gemeinde Centovalli für das Projekt Projektziel Gefahrlose Nutzung der Strasse Projektbeschrieb Die Strasse Palagnedra Bordei muss saniert werden, da sie Abbröckelung und einen Ab- bau der Verschleissschicht aufweist. Das Pro- jekt umfasst auch eine Verstärkung der Stras- senränder mit Stahlbeton und den Einbau von Sicherheitsbarrieren. Für den Abschnitt zwi- schen Moneto und Monadello sind Aufräum- arbeiten von Erdrutschen und die Sicherung der Strasse vorgesehen, um zukünftige Rut- schungen zu vermeiden. Begünstigte Bevölkerung des Gebietes Kosten Fr. 3 263 000 Unwetterbedingte Kosten Fr. 1 274 300 Finanzierung – Bund Fr. 16 800 – Standortkanton/-region Fr. 944 400 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 313 100 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 313 100 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben nur teilweise. Ein Beitrag an die Sanie- rung der Strasse ist nicht möglich, da dies eine Infrastrukturaufgabe des Standortkantons dar- stellt. Es erfolgt eine Kürzung am nachgesuch- ten Beitrag. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 200 000
4) Sanierung Waldstrasse Glöcheret, Attinghausen Region/Kanton Reusstal/UR Verantwortlich Gemeinde Attinghausen für das Projekt Projektziel Sicherstellung der Befahrbarkeit zur Schutz- waldpflege Projektbeschrieb Vor rund 40 Jahren war Attinghausen durch einen Grossrutsch im Gebiet «Glöcheret» be- droht. Die damaligen Sanierungsmassnahmen machten den Ausbau eines alten Waldweges zu einer Waldstrasse notwendig. Diese 4,6 km lange Waldstrasse bildet bis heute die Basis- erschliessung zur Schutzwaldpflege. Der Weg muss auf rund 3,5 km saniert werden. Begünstigte Bevölkerung von Attinghausen Kosten Fr. 762 000 Finanzierung – Bund Fr. 262 500 – Standortkanton/-region Fr. 262 500 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 237 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 212 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Eine gute Befahrbarkeit der Waldstras- se ist unabdingbare Voraussetzung für die Schutzwaldpflege. Allerdings fehlt eine Rege- lung, mit der die Benutzung der Strasse durch den Privatverkehr eingedämmt bzw. ausge- schlossen wird. Das Projekt umfasst auch die Sanierung einer «Sackgasse» im Bereich Re- gliberg (Kostenanteil 10%), dieser Abschnitt wird für die Schutzwaldpflege nicht benötigt und wird folglich nicht mitfinanziert. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 190 000 Auflagen Die Auszahlung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Der Beitrag darf nicht für den Projektteil Regliberg verwendet werden. – Die Nutzung der Forststrasse für Land- und Forstwirtschaft soll geregelt und der Privat- verkehr soll eingeschränkt werden.
5) Hochwasserschutzkonzept Stampbach/Lonza, Blatten Region/Kanton Lötschental/VS Verantwortlich Gemeinde Blatten für das Projekt Projektziel Gewährleistung der Sicherheit der Dorfbevöl- kerung bei grösseren Murgangereignissen Projektbeschrieb Das Dorf Blatten wird immer wieder von Hochwasser und Murgängen der Lonza (Tal- fluss) und des Stampbaches (Seitenbach) be- droht. Seit 2000 ist eine Zunahme der Murgang- aktivität und der -kubaturen festzustellen. Zu- künftig soll das Geschiebe des Stampbaches mit einem Leitdamm in einen Ablagerungs- raum von rund acht Hektaren geleitet werden. Die daran vorbeiführende Strasse zur Fafler- alp erhält einen Schutzdamm. Entlang der Lonza werden Gelände- und Ufererhöhungen sowie Anpassungen bei Brücken vorgenommen. Begünstigte Bevölkerung von Blatten Kosten Fr. 3 628 300 Finanzierung – Bund Fr. 1 620 000 – Standortkanton/-region Fr. 1 267 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 741 300 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 500 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Mit dem Projekt kann die bestehende Gefährdung des Dorfes vermindert werden. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 500 000 6) Steinschlagverbauung «Unter dem Berg», Saas-Grund Region/Kanton Saastal/VS Verantwortlich Gemeinde Saas Grund für das Projekt Projektziel Möglichst lückenloser Schutz für Bevölkerung und Infrastruktur Projektbeschrieb Das Gebiet «Unter dem Berg» (Gemeindestras- se, mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude, grosse Landwirtschaftsflächen) ist steinschlag- gefährdet. Dort, wo das Gelände es ermöglicht, werden zwei Steinschlagschutzdämme mit einer
Höhe von 4 m und einer Länge von 40 m bzw. 90 m erstellt. Ergänzend werden auf einer Länge von rund 170 m Steinschlagnetze montiert. Begünstigte Dorfbevölkerung Kosten Fr. 1 050 000 Finanzierung – Bund Fr. 334 250 – Standortkanton/-region Fr. 429 750 – Sponsoren Fr. 20 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 266 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 265 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Das Vorhaben ist zweckmässig. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 265 000
3.2 Projekt der Schweizer Berghilfe (SB) (Projekt Nr. 7) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 1 525 000 Berücksichtigte Projekte 1 300 000
7) Alpkäserei Urnerboden Region/Kanton Urnerboden/UR Verantwortlich Alpsenngenossenschaft Urnerboden für das Projekt Projektziel Erhalt der bewirtschafteten Alpen im Gebiet Klausenpass Projektbeschrieb Die Alp Urnerboden ist flächenmässig und bezüglich Bestossung die grösste Kuhalp der Schweiz. Durch die Liberalisierung des Milch- marktes und steigende Transportkosten sind der Erlös aus dem Milchverkauf und damit die Einkommen der Alpbetriebe gesunken. Diese Entwicklung kann nur mit der Verarbeitung der Milch vor Ort gestoppt werden. Zu diesem Zweck soll eine neue gemeinsame Alpkäserei auf dem Urnerboden gebaut werden. Diese soll gleichzeitig mit der Verarbeitung der Alp- milch die Wertschöpfung der Alpbetriebe we- sentlich verbessern und somit die langfristige Bewirtschaftung der Kuhalp sichern. Für das Projekt wurde die Aktiengesellschaft «Alp-
käserei Urnerboden AG» gegründet. Die Bau- bewilligung wurde am 24. September 2012 erteilt. Die Betriebsaufnahme ist für die Alp- fahrt 2014 geplant. Begünstigte Mehr als 50 Bauernfamilien bzw. ständige Be- wohnerinnen und Bewohner des Urnerbodens Kosten Fr. 5 625 000 Finanzierung – Bund Fr. 2 234 000 – Standortkanton/-region Fr. 1 171 000 – Hypothek Fr. 1 695 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 525 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 5% PBK Fr. 525 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Der Urnerboden ist landschaftlich und agrarkulturell von grosser Bedeutung. Der Markt für qualitativ hochwertigen Alpkäse boomt. Insbesondere wenn der Herkunftsort einen Bekanntheitsgrad aufweist wie der Ur- nerboden, besteht ein beträchtliches Vermark- tungspotenzial. Die kleinstrukturierte Verkä- sung von Milch ist zunehmend ineffizient und es ist sinnvoll, die Milchverarbeitung gemein- sam und zentral vorzunehmen. Eine Kosten- übernahme von Fr. 300 000 an den offenen Rest- kosten ist angemessen. Beitrag des Kantons einschliesslich 5% PBK Fr. 300 000
3.3 Projekte der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) (Projekte Nrn. 8–16) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 10 1 868 220 Berücksichtigte Projekte 9 1 571 500
8) Sanierung und Erhaltung Alte Averserstrasse Region/Kanton Avers/GR Verantwortlich Verein alte Averserstrasse (aASt) für das Projekt Projektziel Sicherung der alten Kunstbauten und Weg- anlagen der Ende des 19. Jahrhunderts gebau- ten Strasse zwischen der Roflaschlucht bei Andeer und Avers-Cresta, Begehbarmachung
Projektbeschrieb Die alte Averserstrasse wurde Ende des 19. Jahr- hunderts bis Avers-Cresta gebaut, später bis Juf verlängert. Zwischen 1956 und 1960 wurde die Strasse verbreitert und teilweise neu an- gelegt. Dabei wurde die alte Strasse zum Teil zerstört oder stark verändert. Die alte Aver- serstrasse ist im Inventar der historischen Ver- kehrswege der Schweiz als Objekt nationaler Bedeutung aufgeführt. Die Strasse und die sie säumenden Bauwerke sind ein Denkmal ita- lienischer Strassenbaukunst. In einer ersten Projektetappe sanierte der Verein aASt bereits mehrere Wegstrecken und Kunstbauten. Seit die historische Strasse wieder begehbar ist, wird sie von Wandernden rege benutzt (die Strasse ist Teil der «Via Alpina» und des «Walserwe- ges»). In einer zweiten Etappe sollen nun weitere Bauwerke und Wegabschnitte repariert wer- den. Dabei handelt es sich um Mauersicherun- gen, das Aufrichten von Geländersäulen und Wehrsteinen und eine historische Lawinenver- bauung. Begünstigte Bevölkerung, Natur- und Kulturgäste Kosten Fr. 791 720 Finanzierung – Bund Fr. 325 800 – Standortkanton/-region Fr. 191 400 – Übrige Fr. 6 600 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 267 920 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 227 920 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Die Strasse ist ein wichtiger Zeitzeuge der damaligen Strassenbautechnik. Das Vor- haben findet bei der lokalen Bevölkerung breite Akzeptanz. Der Standortkanton leistet Fr. 191 400. Da die Beitragsleistung des Kan- tons nicht höher ausfallen darf als die Leistung des Standortkantons, ist eine Beitragsleistung von Fr. 190 000 möglich. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 190 000
9) Aufwertung der Terrassen- und Kastanienselvenlandschaft Leggia Region/Kanton Misox/GR Verantwortlich Amt für Wald und Naturgefahren GR, Gemein- für das Projekt de Leggia, SL Projektziele Wiederherstellung der Kastanienselve, Sanie- rung und Wiederaufbau von Trockenstein- mauern Projektbeschrieb Im Misox wurden früher die Steilhänge land- wirtschaftlich genutzt. Dazu wurden Terrassen und stützende Trockensteinmauern angelegt. Die Terrassen eigneten sich für die Pflanzung von Reben und Kastanien und für den Acker- bau. Durch den Bewirtschaftungsrückgang sind viele dieser Terrassen verbuscht und die Tro- ckensteinmauern eingestürzt. Das Projekt sieht vor, die traditionelle Kulturlandschaft lang- fristig zu erhalten und aufzuwerten. Es ist in zwei Teilprojekte gegliedert: – Wiederherstellen der Kastanienselve (Ent- buschung, Anpflanzen von jungen Kastanien- bäumen) sowie – Sanierung von Trockensteinmauern. Bei Landwirtinnen und Landwirten aus der Region besteht Interesse an der (Wieder-)Be- wirtschaftung. Begünstigte Talbevölkerung, Gäste, Biodiversität Kosten Fr. 366 000 Finanzierung – Standortkanton/-region Fr. 190 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 176 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 176 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Die in Leggia zur Wiederinstandstel- lung vorgesehenen Flächen sind gut ausgewählt. Dem Projekt kommt überregionale Bedeu- tung zu. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 176 000
10) Aufwertung der Terrassenlandschaft Calvari, Rossa Region/Kanton Calancatal/GR Verantwortlich Verein Parc Adula, Gemeinde Rossa, SL für das Projekt Projektziele Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft, Auf- wertung und Schaffung von Lebensräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten (Biodiversität), Sensibilisierung der Bevölkerung für die schwie- rigen früheren Lebensbedingungen. Projektbeschrieb Der hinterste Teil des Calancatals (Calvari) ist weitgehend von Pionierwald besetzt; weder die einstigen Terrassen noch die kulturhisto- risch wertvollen Wege sind noch sichtbar. Die Trockensteinmauern zerfallen. Die einmalige Kulturlandschaft ist vom Verschwinden be- droht. 2012 wurde eine erste Fläche entbuscht und wieder als Weide genutzt. Die Fortsetzung des Projektes sieht vor, die traditionelle Kul- turlandschaft zu erhalten und aufzuwerten. Die Trockensteinmauern werden instand gestellt, der Pionierwald abgeholzt und Nuss- und Kirschbäume gepflanzt. Dadurch entstehen wieder Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Durch die Sanierung der Tro- ckensteinmauern und die Restaurierung eines traditionellen Stalles bleiben auch die alten Bautechniken erhalten. Im Stall soll ein klei- nes Informationszentrum zur traditionellen Kulturlandschaft im Calancatal entstehen. Begünstigte Bevölkerung vor Ort, Kulturlandschaft Kosten Fr. 700 000 Finanzierung – Bund Fr. 25 000 – Standortkanton/-region Fr. 290 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 385 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 220 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Es weist Gemeinsamkeiten mit dem Projekt in Leggia (Projekt Nr. 9) auf. Durch die geplanten Arbeiten wird der Talkessel of- fener. Den lokalen Landwirtschaftsbetrieben
stehen mehr Weideflächen zur Verfügung und der seltene Kulturlandschaftstyp kann erhal- ten werden. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 220 000 11) Erhaltung der Hangberieselungslandschaft von Ramosch und Tschlin Region/Kanton Unterengadin/GR Verantwortlich Fundaziun Pro Terra Engiadina, Gemeinde für das Projekt Valsot, SL Projektziel Instandstellung und Pflege der Hangberiese- lungslandschaft, Erhöhung der Bedeutung der historischen Flurbewässerung Projektbeschrieb Das Unterengadin ist bekannt für seine natur- und kulturhistorisch bedeutsamen Terrassen- landschaften. Die Talböden und höher gelege- nen Flächen dienten als Wiesland, die Terras- sen in Hanglage wurden früher vor allem für den Bergackerbau genutzt. Da die Gegend ziemlich trocken ist, spielte die Bewässerung eine entscheidende Rolle für die Versorgungs- sicherheit. Vermutlich wurden bereits im Mit- telalter Bewässerungssysteme für das Wiesland eingeführt. Das Wissen um das frühere Bewäs- serungssystem droht zu verschwinden, nur noch wenige Landwirtinnen und Landwirte bewäs- sern nach traditioneller Art. Die ehemaligen Bewässerungssysteme sollen als wichtige land- schaftsprägende Elemente erhalten bleiben. Das Projekt sieht vor, die Hangberieselungs- landschaft in der Gemeinde Valsot instand zu stellen und zu unterhalten. Begünstigte Bevölkerung, Natur Kosten Fr. 303 500 Finanzierung – Standortkanton Fr. 154 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 149 500 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 148 500 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Das Projekt verfolgt mit der Erhaltung der Hangberieselung ein landschaftlich und kulturhistorisch wichtiges Anliegen. Die Pro-
jektträgerschaft ist breit abgestützt und kann die Erfahrungen aus einem bereits durchge- führten Pilotprojekt nutzen. Wichtig ist die enge Verknüpfung des Vorhabens mit der fachlich korrekten Bewirtschaftung. Eine sol- che wird angestrebt. Allerdings befindet sich die entsprechende Verordnung der Bundes- agrarpolitik erst in der Vernehmlassung. Ihre Einführung per 2014 ist noch ungewiss. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 148 500 Auflage Die Auszahlung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass die Genehmigung von Bund und Kanton Graubünden für ein Land- schaftsqualitätsprojekt bezogen auf den Peri- meter Ramosch/Tschlin vorliegt. 12) Aufwertung der Kulturlandschaft in der Gemeinde Corippo Region/Kanton Vallemaggia/TI Verantwortlich Fondazione Corippo, SL für das Projekt Projektziel Erhalt und Aufwertung der wertvollen Kultur- landschaft um Corippo Projektbeschrieb Die Kulturlandschaft von Corippo zeichnet sich aus durch charakteristische Bauwerke, Terras- sen, Selven und Obstgärten. Das Vorhaben glie- dert sich in drei Teilbereiche: – Kulturwerte: Restaurierung der Mühlen in Corippo, eines Backhauses und eines Dörr- hauses sowie dessen Ausstattung mit Origi- naleinrichtungen – Natur und Landschaft: Erstellung eines Sor- tengartens mit unterschiedlichen Pro-Specie- Rara-Getreidesorten, Entbuschungsarbeiten, Erstellung von Totholzstrukturen, Revitali- sierung von alten Kastanienselven und Er- halt sowie Neupflanzung von alten Frucht- baumarten – Umweltbildung und Kommunikation: Ein- richten eines Informationsraumes am Haupt- platz von Corippo, Erarbeitung von Infor- mations- und Umweltbildungsmaterial und Erstellen eines Themenweges
Mit dem beantragten Beitrag soll vor allem die Renovation der Mühlen finanziert werden. Dabei kann auf erste Arbeiten, mit denen vor 20 Jahren begonnen wurde, zurückgegriffen werden. Begünstigte Einheimische, Landwirtschaft, Wanderer Kosten Fr. 728 800 Finanzierung – Eigenleistung Fr. 200 700 – Standortkanton/-region Fr. 211 050 – Sponsoren Fr. 77 250 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 239 800 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 239 800 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Mit der Sanierung der Mühlen kann eine ganze Nahrungskette gezeigt werden (im Sortengarten werden die alten Getreidesorten gezeigt, in der Mühle das Mahlen zu Mehl und im Sammelofen im Dorf die Verarbeitung des Mehls zu Brot). Das Vorhaben hat Modell- charakter. Deshalb kommt ihm regionale Be- deutung zu. Der Standortkanton leistet einen Beitrag von Fr. 211 050. Da der Beitrag des Kantons nicht höher ausfallen darf, ist eine Leistung von Fr. 211 000 möglich. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 211 000 13) Aufwertung der Kulturlandschaft auf der Alpe Magnello Region/Kanton Campo Vallemaggia/TI Verantwortlich Fondazione Alpe Magnello, Patriziato di Campo für das Projekt Vallemaggia, SL Projektziel Erhalt der landwirtschaftlich geprägten Kul- turlandschaft der Alpe Magnello und Sicher- stellung der weiteren landwirtschaftlichen Alp- nutzung Projektbeschrieb Die Alp liegt auf 1800 m ü. M. und verfügt über grosse landschaftliche, kulturhistorische und architektonische Werte. Mit mehr als 20, meis- tens gut erhaltenen Gebäuden ist sie eine der wenigen Alpen dieser Art im Maggiatal. Sie ist vollständig durch die Alpwirtschaft geprägt. Von Juni bis September wird sie mit 10 bis 15
Grossvieheinheiten bestossen. Während die- ser Zeit bestehen Übernachtungsmöglichkei- ten für Besucherinnen und Besucher. Das Vor- haben umfasst fünf Teilprojekte: – Erhalt der kulturhistorischen und architek- tonischen Werte (Gebäude) – Schutz der Natur mit ihren Mooren, Wald- weiden und der hohen Biodiversität – Erhalt der extensiv genutzten Weiden – Verbesserung des Zugangs zur Alp – Aktivitäten im Bereich Umweltbildung und Kommunikation Finanziell noch nicht gesichert sind die Sanie- rung mehrerer Ställe sowie die Aktivitäten im Bereich Umweltbildung und Kommunikation. Die Sanierung der Gebäude betrifft vor allem die Reparatur und Neuerstellung von Dächern und das Sichern von Mauern. Hinzu kommt die Sanierung eines Alpgebäudes, das früher als Wohngebäude und Käserei genutzt wurde. Hier ist neben der Sanierung des Daches die Wiederherstellung der traditionellen Einrich- tung vorgesehen, sodass sie dem Zustand zu Beginn des 20. Jahrhunderts entsprechen wird. Das Gebäude wird als einfache Unterkunft für Wanderer, Besucherinnen und Besucher der Alpe Magnello dienen. Im Bereich Umwelt- bildung und Kommunikation wird ein Infor- mations-«Stall» eingerichtet und Informations- material hergestellt. Begünstigte Einheimische, Landwirtschaft, Wanderer Kosten Fr. 984 400 Finanzierung – Eigenleistung Fr. 344 500 – Standortkanton/-region Fr. 242 400 – Sponsoren Fr. 156 700 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 240 800 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 240 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Das Vorhaben geniesst grossen Rück- halt bei der Bevölkerung. Wichtig ist die gesi- cherte künftige landwirtschaftliche Nutzung der Alp. Der Kanton Tessin hat seine Sub-
ventionen an die Auflage geknüpft, dass der heutige Alp-Biobetrieb eine gesicherte Be- triebsnachfolge vorweisen kann. Eine solche Nachfolge besteht. Dem Vorhaben kommt regionale Bedeutung zu. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 240 000 14) Aufwertung von Landwirtschaftsflächen in Serravalle Region/Kanton Valle Malvaglia/TI Verantwortlich Gemeinde Serravalle, SL für das Projekt Projektziel Fortsetzung der Wiederherstellung der alten Kulturlandschaft Projektbeschrieb Das Valle Malvaglia ist ein an Kulturgütern reiches Tal, das noch über eine ausgeprägte Landwirtschaft und ein reichhaltiges kultur- geschichtliches Erbe (Bausubstanz, Transhu- manzwege) verfügt. Dieses Erbe, über Jahr- zehnte vernachlässigt und in den 1990er-Jahren wiederentdeckt, wird seitdem gezielt gepflegt und bildet ein Schwerpunktengagement des kantonalen Amtes für Natur und Landschaft des Kantons Tessin und der SL. In zwei Pro- jektetappen, unterstützt vom Kanton (RRB Nr. 1609/2002, Fr. 85 000; RRB Nr. 1521/2005, Fr. 200 000), wurden zahlreiche Aufwertungs- massnahmen durchgeführt und verbuschte Flä- chen der landwirtschaftlichen Nutzung zurück- gegeben sowie ein Weiler erworben (um zu verhindern, dass er in ein Feriendorf umge- wandelt wird). In einer dritten Etappe sollen weitere Weideflächen mit besonderer land- schaftlicher und naturschützerischer Bedeutung entbuscht und nach ökologischen Richtlinien wieder bewirtschaftet werden. Dies dient der Pflege von artenreichen Wiesen und eines Kastanienhaines. Die extensiven Bewirtschaf- tungsmassnahmen werden in Zusammenarbeit mit den betroffenen Landeigentümerinnen und -eigentümern bzw. Landwirtinnen und Land- wirten festgelegt. Begünstigte Talbevölkerung, Landwirtschaft Kosten Fr. 405 000 Finanzierung – Bund Fr. 30 000 – Standortkanton/-region Fr. 210 000
Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 165 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 165 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Die bereits durchgeführten Arbeiten haben zu eindrücklichen Ergebnissen geführt. Das Tal erscheint wieder offener und die Land- wirtschaft hat die entbuschten Flächen in Pro- duktion genommen. Die dritte Projektetappe vervollständigt das Gesamtprojekt. Dem Vor- haben kommt überregionale Bedeutung zu. Das Engagement des Kantons Tessin ist gross. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 165 000 15) Erhalt der Kulturlandschaft Wasserplatten, Silenen Region/Kanton Reusstal/UR Verantwortlich Amt für Raumentwicklung Kanton Uri, SL für das Projekt Projektziel Aufwertung des regionalen Naturschutzgebie- tes Wasserplatten als Lebens- und Kulturland- schaftsraum Projektbeschrieb Die Bergliegenschaft Wasserplatten (auf rund 1100 m ü. M.) vernetzt den Talboden mit reak- tivierten Wildheuflächen unterhalb der Wind- gällen, ist aber auch ein Verbindungselement zwischen dem Maderanertal und den talab- wärts liegenden Trockenwiesenbiotopen. Das Gebiet ist reich an kulturlandschaftlichen Zeugen (Trockenwiesen, Trockenmauern, Föh- renbestände als Zeugen der Harzproduktion, Kalkbrennöfen) und hat auch als Naturraum grosse Bedeutung. Das Projekt beabsichtigt, das Gebiet integral als Lebens- und Kultur- landschaftsraum aufzuwerten. Geplant sind die Instandstellung von Trockenmauern, die Pflege von Waldrändern, das Auflichten des Waldes und die Wiederöffnung von Wiesen und Wei- den. Die Arbeiten erfolgen im Rahmen von Zivildiensteinsätzen unter Anleitung von Fach- leuten. 2017 soll ein ausführliches Inventar über Flora und Fauna erstellt werden. Die be-
stehende extensive Nutzung wird fortgeführt, vorgesehen ist eine Bestossung mit Geissen. Begünstigte Natur- und Kulturlandschaft, zwei Bewirt- schafter Kosten Fr. 320 000 Finanzierung – Bund Fr. 76 800 – Standortkanton/-region Fr. 122 200 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 121 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 121 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfe- vorhaben. Das Vorhaben ist wesentlicher Be- standteil der Naturschutz-Gesamtstrategie des Kantons Uri. Der Nutzen ist ausgewiesen. Im Standortkanton sind vergleichbare Vorhaben eher rar. Das Projekt hat auch vor diesem Hin- tergrund regionale Bedeutung. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 121 000 16) Aufwertung des Sortengartens und der Ackerlandschaft, Erschmatt Region/Kanton Region Leuk/VS Verantwortlich Verein Erlebniswelt Roggen Erschmatt, SL für das Projekt Projektziel Pflege und Erhalt des Sortenschaugartens Projektbeschrieb In der Gemeinde Erschmatt besteht seit vie- len Jahren ein Sortengarten für den Anbau alter Getreidesorten. Der Kanton unterstützte mit RRB-Nr. 1422/2003 die damalige Erweite- rung des Sortengartens mit Fr. 142 000. In der Zwischenzeit hat sich der Roggenanbau zu einem viel beachteten, im Alpenraum einzig- artigen Biodiversitäts-Förderungsvorhaben ent- wickelt, das auch eine wichtige Sensibilisie- rungs- und Bildungsaufgabe wahrnimmt. Im Rahmen einer neuen Projektphase sollen der Sortengarten aufgewertet und die Zucht und Pflege der seltenen Ackerbegleitflora verstärkt werden. Geplant ist zudem ein beschilderter Rundgang durch die Ackerlandschaft. Begünstigte Besucherinnen und Besucher, vor allem Schul- klassen
Kosten Fr. 526 000 Finanzierung – Bund Fr. 144 500 – Standortkanton/-region Fr. 115 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 266 500 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 110 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Das Vorhaben ist kulturhistorisch wich- tig und ermöglicht einer breiten Öffentlichkeit direkten Kontakt mit Biodiversität. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 100 000
3.4 Projekt der Stiftung Bergwaldprojekt (Projekt Nr. 17) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 1 500 000 Berücksichtigte Projekte 1 500 000
17) Bergwaldeinsätze von Freiwilligen und Schülerinnen und Schülern für Erhalt, Pflege und Schutz des Waldes und der alpinen Kulturlandschaft in den Kantonen Graubünden und Uri (2013–2016) Regionen/Kantone Zahlreiche Einsatzorte in den Kantonen Grau- bünden und Uri Verantwortlich Stiftung Bergwaldprojekt für das Projekt Projektzweck Die Stiftung Bergwaldprojekt besteht seit 1990 und führt jährlich rund 110 Arbeitswochen für rund 2400 Freiwillige in Bergwaldregionen durch. Dabei wird konkrete Arbeit zum Erhalt der Schutzfunktion der Wälder geleistet. Durch diese Einsätze wächst bei den Teilneh- menden das Verständnis für die Belange des Waldes. Die Stiftung erhält jeweils im Abstand von vier bzw. drei Jahren Beiträge aus dem Lotteriefonds (letztmals mit RRB Nr. 37/2010 Fr. 400 000). Projektbeschrieb An den Arbeitswochen nehmen auch Freiwil- lige und Schulklassen aus dem Kanton Zürich teil. Die Stiftung stellt Fachpersonal und Infra- struktur bereit, sodass unter anderem folgende Arbeiten ausgeführt werden können: Schlag- räumung, Pflanzen von Jungwald, Durchfors- tungsarbeiten, Unterhalt und Bau von Wegen, Verbauungen gegen Hangerosion usw.
Begünstigte Bevölkerung in den Bergregionen sowie auch im Unterland (z. B. durch Schutz vor Hoch- wasser), Teilnehmende, Touristinnen und Tou- risten Hinweis Für eine Arbeitswoche werden im Durch- schnitt Kosten von Fr. 24 000 budgetiert. Da- von können rund Fr. 13 600 durch Beiträge von Sponsoren und von den jeweiligen Kan- tonen und Gemeinden gedeckt werden, in denen die Arbeitswochen stattfinden. Die Stif- tung wünscht einen Beitrag zur Durchführung von zwölf Projektwochen pro Jahr für den Zeitraum 2013 bis 2016 mit Freiwilligen aus dem Kanton Zürich (sechs Wochen mit Frei- willigen, sechs Wochen mit Schulen). Kosten für 48 Projektwochen Fr. 1 152 000 Finanzierung – Beiträge Dritter Fr. 576 000 – Kanton GR Fr. 72 000 – Kanton UR Fr. 4 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 500 000 sind ebenfalls durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 9% PBK Fr. 500 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfevor- haben. Die Stiftung leistet einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung, Pflege und zum Schutz des Waldes im Berggebiet. Gleichzeitig erhal- ten die Teilnehmenden einen umfassenden Ein- blick in das Ökosystem Wald. Beitrag des Kantons einschliesslich 9% PBK Fr. 500 000 Auflage Da die Kantone, in denen Arbeitswochen durch- geführt werden, die Stiftung mit unterschied- lich hohen Beiträgen unterstützen, ist die Ge- währung des Beitrages an folgende Auflage gebunden: – Der Kanton Zürich unterstützt mit seinem Beitrag jährlich zwölf Arbeitswochen, die von Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Kanton Zürich geleistet werden. Pro Jahr dürfen mit dem Zürcher Beitrag höchstens zwei Arbeitswochen im Kanton Uri mitfinan- ziert werden. Mindestens zehn der mitfinan- zierten Arbeitswochen müssen im Kanton Graubünden stattfinden.
3.5 Projekt der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz (Projekt Nr. 18) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 1 400 000 Berücksichtigte Projekte 1 400 000
18) Berghilfeeinsätze von Freiwilligen in den Kantonen Graubünden, Tessin, Uri und im Oberwallis Regionen/Kantone Zahlreiche Einsatzorte in den Kantonen Grau- bünden, Tessin, Uri und Wallis Verantwortlich Stiftung Umwelt Einsatz Schweiz SUS für das Projekt Projektzweck Die Stiftung besteht seit 1976. Sie plant, finan- ziert und organisiert in der ganzen Schweiz jährlich rund 230 ein- und mehrwöchige Arbeits- wochen für rund 3400 Freiwillige in gefährde- ten Landschaften und in Bergwaldregionen. Dabei wird konkrete Arbeit zum Erhalt der Natur bzw. des Bergwaldes geleistet. Gleich- zeitig werden die Teilnehmenden für einen sorgfältigen Umgang mit Natur und Umwelt sensibilisiert. Die Stiftung erhält jeweils im Abstand von vier bzw. drei Jahren Beiträge aus dem Lotteriefonds (letztmals mit RRB Nr. 1531/ 2010 Fr. 400 000). Projektbeschrieb An den Arbeitswochen nehmen auch Freiwil- lige und Schulklassen aus dem Kanton Zürich teil. Die Stiftung stellt Fachpersonal und Infra- struktur bereit, sodass folgende Arbeiten u. a. zugunsten der Bergbevölkerung ausgeführt werden können: Beheben von Lawinen- und Unwetterschäden, Alpweiden entbuschen und entsteinen, Bergwege unterhalten, Wasserlei- tungen legen, Trockenmauern bauen. Pro Jahr führt die SUS in den Kantonen Graubünden, Tessin, Uri und im Oberwallis rund 90 Arbeits- wochen mit rund 2000 Personen durch. Rund 35 Gruppen bzw. 680 Personen stammen durch- schnittlich aus dem Kanton Zürich. Die Stif- tung wünscht einen Beitrag zur Deckung der Kosten von 90 Arbeitswochen pro Jahr bzw. von 270 Wochen im Zeitraum von drei Jahren. Die Kosten pro Arbeitswoche betragen im Durch- schnitt rund Fr. 12 240.
Begünstigte Bergbevölkerung, Teilnehmerinnen und Teil- nehmer Kosten (für 270 Wochen) Fr. 3 304 800 Hinweis Rund die Hälfte der Kosten einer Arbeits- woche werden durch die jeweiligen Arbeits- gruppen und durch weiterverrechnete Kosten zulasten der Gemeinden bzw. Auftraggeber ge- deckt. Die andere Hälfte muss die SUS durch Spenden bzw. Beiträge von Dritten decken. Für den Zeitraum 2013 bis 2015 rechnet die SUS mit ungedeckten Kosten für die Einsätze in den Kantonen Graubünden, Tessin, Uri und im Oberwallis von Fr. 1 630 800. Sie geht zu- dem davon aus, rund Fr. 800 000 über Leistun- gen von langjährigen Partnerstiftungen decken zu können Finanzierung – Beiträge Dritter Fr. 800 000 – Bund Fr. 15 000 – Kanton/Gemeinden GR Fr. 991 000 – Kanton/Gemeinden TI Fr. 132 000 – Kanton/Gemeinden UR Fr. 41 000 – Kanton/Gemeinden VS Fr. 495 000 Restfinanzierung Die voraussichtlich offenen Restkosten von Fr. 830 800 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 400 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien für Beiträge des Lotteriefonds an Inlandhilfe- vorhaben. Die SUS leistet einen wertvollen Beitrag zu Erhalt, Pflege und Schutz von Berg- wäldern und Naturschutzgebieten. Zudem er- möglicht sie den Teilnehmenden einen umfas- senden Einblick in die Ökosysteme. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 400 000 Auflage Da die Kantone, in denen Arbeitswochen durch- geführt werden, die Stiftung mit unterschied- lich hohen Beiträgen unterstützten, ist die Ge- währung des Beitrages an folgende Auflage gebunden: – Der Kanton Zürich unterstützt mit seinem Beitrag vorrangig Arbeitswochen, die von Bewohnerinnen und Bewohnern des Kan- tons Zürich geleistet werden.
– Der Kanton Zürich unterstützt mit seinem Beitrag jährlich rund 90 Arbeitswochen. Rund die Hälfte dieser Wochen müssen im Kanton Graubünden stattfinden. Im Kanton Uri kann pro Jahr höchstens eine Arbeits- woche mitfinanziert werden.
4. Überblick Im Rahmen der Inlandhilfe 2013 werden in den Kantonen GR, TI, UR und VS die unten aufgelisteten Vorhaben unterstützt. Da die Pro- jekte Nr. 16 und 17 kantonsübergreifende Vorhaben sind, werden die entsprechenden Anteile per Kanton ausgewiesen. Kanton Organisation Projekt in Franken in Franken GR SPB 1 Nufenen, Waldweg 106 000 SPB 2 Val Müstair, Wildbachverbauung 127 000 SL 8 Avers, alte Averserstrasse 190 000 SL 9 Leggia, Aufwertung 176 000 SL 10 Rossa, Aufwertung 220 000 SL 11 Unterengadin, Hangberieselung 148 500 Stift. Bergwald 17 Anteil GR 417 000 SUS 18 Anteil GR 223 000 Total Graubünden 1 607 500 TI SL 3 Centovalli, Strassenschutz 200 000 SL 12 Corippo, Aufwertung 211 000 SL 13 Vallemaggia, Alpe Magnello 240 000 SL 14 Serravalle, Aufwertung 165 000 SUS 18 Anteil TI 45 000 Total Tessin 861 000 UR SPB 4 Attinghausen, Waldstrasse 190 000 SBH 7 Urnerboden, Alpkäserei 300 000 SL 15 Silenen, Aufwertung 121 000 Stift. Bergwald 17 Anteil UR 83 000 SUS 18 Anteil UR 5 000 Total Uri 699 000 VS SPB 5 Blatten, Hochwasserschutz 500 000 SPB 6 Saas Grund, Steinschlagverb. 265 000 SL 16 Erschmatt, Sortengarten 100 000 SUS 18 Anteil VS 127 000 Total Wallis 992 000 Total alle Kantone 4 159 500
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Inlandhilfebeiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3650 4980): in Franken – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden 1 388 000 – der Schweizer Berghilfe 300 000 – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz 1 571 500 – der Stiftung Bergwaldprojekt 500 000 – der Stiftung Umwelt Schweiz 400 000 Total 4 159 500
II. Mitteilung an die Finanzkommission des Kantonsrates, die Mit- glieder des Regierungsrates sowie an die Finanzdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi