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Entscheid

RRB Nr. 978/2014

Anfrage Christian Mettler, Zürich, betreffend Zustand der universitären Sammlungen, Beantwortung

17. September 2014Deutsch5 min

Source zh.ch

Anfrage Christian Mettler, Zürich, betreffend Zustand der universitären Sammlungen, Beantwortung

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 157/2014

Sitzung vom 17. September 2014

978. Anfrage (Zustand der universitären Sammlungen) Kantonsrat Christian Mettler, Zürich, hat am 23. Juni 2014 folgende An- frage eingereicht: Beim Neubau des zoologischen Museums wurden damals zu wenig und zu kleine Archivräume konzipiert und umgesetzt. Als Folge des Platz- mangels musste ein Grossteil der Präparate in nicht klimatisierte Räum- lichkeiten der Uni-Irchel unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgelagert werden und nehmen/nahmen dem Vernehmen nach Schaden. Einem Mitarbeiter der darauf aufmerksam machte und an die Öffentlichkeit gelangte wurde gekündigt. Alte, historische Flüssigkeitspräparate von Sammlungen nehmen Scha- den, da durch das Eintrocknen der Teerschicht, welche die Deckel luft- dicht verschliessen, das Formalin und/oder der Alkohol verdunstet. Feh- lende personelle und finanzielle Mittel verhindern eine erneuernde, zeit- gemässe Präparation durch ausgebildete Präparatoren der Spezialgebiete. In diesem Zusammenhang bitte ich den Regierungsrat und die Uni- versität um Beantwortung folgender Fragen:

Erwägungen

1. Wie begründet der Regierungsrat die damalige Entlassung des Assis- tenten, welcher mit der Betreuung der Sammlung in den Kellern der Uni-Irchel betreut war? (Zeitungsartikel TA)

2. Wer ist für diese Sammlung heute zuständig und welche finanziellen und personellen Mittel wurden/werden ab wann zur Erhaltung dieser Sammlung eingesetzt? (siehe auch Magazin Nummer 2., 23. Jahrgang Mai 2014, Universität Zürich «Jagen & Sammeln».

3. Welche universitären Institutionen verfügen über nicht öffentliche Sammlungen in Archiven? Ich bitte um tabellarische Auflistung nach Institution und Sammlungsart.

4. Wer zeichnet für die jeweiligen Sammlungen und deren Bewirtschaf- tung verantwortlich?

5. Bei welchen dieser Sammlungen sieht die Universität personellen und finanziellen Handlungsbedarf zur Werterhaltung?

6. Wie hoch werden die Folgekosten zum Erhalt und zur eventuellen Neu- konservierung dieser Sammlungen geschätzt?

7. Sind diese Sammlungen elektronisch erfasst, dokumentiert und wie sind diese versichert?

8. Wo und warum setzt die Universität bei welchen Sammlungen Priori- täten zu Sanierungen?

9. Welche Archivsammlungen gedenkt die Universität der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Anfrage Christian Mettler, Zürich, wird wie folgt beantwortet: Zu Frage 1: In den Personalakten der Universität wurden keine Unterlagen ge- funden, die dem in der Anfrage geschilderten Fall entsprechen könnten. Personaldossiers werden in der Regel nicht länger als zehn Jahre aufbe- wahrt. Es ist davon auszugehen, dass sich der in der Anfrage erwähnte «Neubau des zoologischen Museums» auf die Erweiterung der Grund- fläche des Museums bezieht. Die Bauarbeiten dazu dauerten von 1984 bis 1991. Zu Frage 2: Die Verantwortung für das Zoologische Museum trägt dessen Direk- tor (vgl. die Beantwortung der Fragen 3 und 4). Die Sammlung wird durch eine Sammlungskuratorin und einen Präparator betreut. Zum Teil wer- den auch Praktikantinnen und Praktikanten sowie Zivildienstleistende eingesetzt. Der Sachaufwand für die Sammlung beträgt jährlich rund Fr. 15 000 bis Fr. 24 000; dies entspricht 10 bis 15% der Museumskosten (vgl. auch die Ausführungen zu Frage 6). Zu Fragen 3, 4 und 9: Alle Objekte der Museen und Sammlungen, die sich in den Ausstel- lungsräumen befinden, sind grundsätzlich für die Öffentlichkeit zugäng- lich. Daneben gibt es eingelagerte Bestände (Fundus), die beim Nach- weis eines wissenschaftlichen Interesses einsehbar sind. Die Museen und Sammlungen der Universität Zürich sind abrufbar unter: http://www.uzh.ch/outreach/museums.html Eine Ausnahme bildet das frühere Medizinhistorische Museum, das dem neu geschaffenen Institut für Evolutionäre Medizin zugeordnet wor- den ist und für das ein neues Konzept erarbeitet wird.

Museen und Sammlungen Leiterinnen und Leiter Anatomische Studiensammlung Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich Anthropologisches Museum Prof. Dr. Carel van Schaik Archäologische Sammlung Prof. Dr. Christoph Reusser Botanischer Garten Prof. Dr. Elena Conti Medizinhistorisches Museum (geschlossen) Prof. Dr. Dr. Frank Rühli Moulagenmuseum Prof. Dr. Lars E. French Musikethnologisches Archiv Prof. Dr. Peter Finke Paläontologisches Museum Prof. Dr. Hugo Bucher Museum zur Geschichte der Veterinärmedizin Dr. Urs Jenny Veterinäranatomische Sammlung Präparator Urs Müller Völkerkundemuseum Prof. Dr. Mareile Flitsch Zoologisches Museum Prof. Dr. Lukas Keller Zürcher Herbarien Prof. Dr. Matthias Baltisberger, (vereinigte Herbarien der Universität Zürich PD Dr. Reinhard Berndt und und der ETH Zürich) PD Dr. Reto Nyffeler

Zu Fragen 5 und 8: Die Erhaltung der Sammlungen ist ein stetiger Prozess. Die Leiterin- nen und Leiter der Sammlungen entscheiden auf der Grundlage einer langfristigen Planung über die nötigen Massnahmen und melden jährlich ihre personellen und finanziellen Bedürfnisse im Rahmen des Budge- tierungsprozesses der Universitätsleitung (vgl. auch die Ausführungen zu Frage 6). Abgesehen von der medizinhistorischen Sammlung liegt kein ausser- ordentlicher Handlungsbedarf zur Werterhaltung der Sammlungen vor. Für die Sanierung der medizinhistorischen Sammlung hat die Universitäts- leitung Fr. 1 000 000 bewilligt. Zu Frage 6: Der Bestand der Sammlungen wird regelmässig unterhalten, sodass grundsätzlich keine ausserordentlichen Kosten entstehen. Die Kosten für den Unterhalt der Sammlungen liegen im Bereich von 10 bis 15% des Aufwands für ein grösseres Museum. Zu Frage 7: Die Sammlungen werden den heutigen Standards entsprechend elek- tronisch erfasst. Für die Sammlungen bestehen keine Versicherungen.

II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungs- rates sowie an die Bildungsdirektion. Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber: Husi