RRB Nr. 979/2015
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2015, 4. Serie
21. Oktober 2015Deutsch39 min
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Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 21. Oktober 2015
979. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2015, 4. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allgemeinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 20 Mio. Franken bewilli- gen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht übersteigen. Zulasten der Quote 2015 wurden bis anhin Fr. 9 829 900 bewilligt. Da mit RRB Nr. 1503/2007 zugunsten der Staatskanzlei (Konto «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltungen usw.») jährlich ein Beitrag von Fr. 200 000 bewilligt wird, stehen dem Regierungsrat zulasten der Quote 2015 somit insgesamt noch Fr. 9 970 100 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständigen Fachdirektionen im Rahmen einer 4. Serie 2015 die folgenden Beitrags- leistungen aus dem Lotteriefonds:
1. Infrastruktur Salon Theater Herzbaracke auf dem Zürichsee Bereich Kultur Gesuchstellende Salon Theater Herzbaracke: Das seit 1998 be- Organisation stehende schwimmende Tourneetheater auf dem Zürichsee zeigt Eigen- und Fremdproduktionen. Ausgangslage Initiant und Eigentümer des Theaters ist Fede- rico Emanuel Pfaffen. Sein schwimmendes The- ater muss 2015 für eine umfassende Revision ins Trockendock. Zudem soll für kleinere Unter- haltsarbeiten am schwimmenden Theater ein Arbeitsboot angeschafft werden. Mit einem sol- chen Boot werden auch die An- und Ablege- manöver während der Tournee einfacher. Auch drängt sich der Ersatz des Theater-Pianos auf. Projektziel Verbesserung und Erweiterung der Infrastruk- tur. Projektbeschrieb Die geplanten Massnahmen umfassen die Re- novation (innen und aussen) des Theaterhau- ses und der Stahlpontons, die Anschaffung eines Arbeitsbootes und den Kauf eines Pianos. Kosten Fr. 115 000 Gewünschter Beitrag Fr. 80 000
Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 25 000. Von Stiftun- gen und Privaten ist ein Beitrag von Fr. 10 000 zugesichert. Der offene Restbetrag soll durch den Lotteriefonds gedeckt werden. Die Stadt Zürich beteiligt sich nicht an den anstehenden Investitionen. Sie hat jedoch dem Theater für die Saison 2013/2014 einen einmaligen Produk- tionsbeitrag von Fr. 50 000 zugesprochen. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Das Theater Herzbaracke ist eine kulturelle Bereicherung für den Kanton Zürich. Die Vorstellungen sind vielfach ausverkauft. Die vorgesehenen Anschaffungen sind sinnvoll und nötig, um einen sicheren Betrieb zu gewährleis- ten. Im Sinne einer einmaligen Ausnahme kann die städtische Zuwendung als Beitrag der Stand- ortgemeinde angerechnet werden. Ein Beitrag in entsprechender Höhe ist daher gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 50 000
2. Neuaufbereitung Regierungsratsbeschlüsse 1903–1995 Bereich Verwaltung Gesuchstellende Staatsarchiv des Kantons Zürich Organisation Ausgangslage Das Projekt hat einen Zusammenhang zur Vor- lage 4492, mit welcher der Kantonsrat einen Bei- trag von Fr. 3 759 000 für die Transkription und Digitalisierung der Kantonsratsprotokolle im Zeitraum 1803–1995 und der Regierungsrats- beschlüsse im Zeitraum 1815–1902 bewilligt hat. Die Regierungsratsbeschlüsse für die Jahre 1803–1814 und 1903–1995 waren nicht in das Projekt einbezogen worden, da zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen wurde, dass sie in genügender Qualität vorliegen würden. Nun zeigte sich, dass auch für diese Regierungsrats- beschlüsse zusätzliche Arbeiten notwendig sind. Während das Staatsarchiv diejenigen für die Jahre 1803–1814 aus eigenen Mitteln weiter auf- bereiten kann, wird für die Aufarbeitung der Be- schlüsse der Jahre 1903–1995 ein Beitrag aus dem Lotteriefonds beantragt.
Projektziel Auch die Regierungsratsbeschlüsse der Jahre 1903–1995 sollen online publiziert werden kön- nen. Projektbeschrieb Das Vorhaben umfasst die Digitalisierung und Segmentierung der Originalbände, die Aufbe- reitung und (semi)automatische Nachbearbei- tung der Texte, die Qualitätssicherung und nach- gelagerte Bearbeitung (Festlegung der gesetz- lichen Schutzfristen) sowie den Import in die Archiv-Datenbank und die Online-Publikation. Kosten Fr. 731 500 Gewünschter Beitrag Fr. 381 500 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 350 000. Der Lot- teriefonds soll die restlichen Kosten überneh- men. Es ist nicht davon auszugehen, dass ein Teil der Projektkosten durch Beiträge von Privaten gedeckt werden kann. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Es besteht ein grosses Interesse, das Vorhaben zu unterstützen, da es dazu beiträgt, dass der Kanton in diesem Bereich seine füh- rende Rolle beibehalten und die attraktiven Be- stände des Staatsarchivs auf eine neue Weise nutzbar machen kann. Bewilligter Beitrag Fr. 381 500
3. Briefedition «Sophie Taeuber-Arp» Bereich Kultur Gesuchstellende Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK): Die Organisation ZHdK ist eine international ausgerichtete Aus- bildungs- und Forschungsinstitution. Ausgangslage Die Dadaistin Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) hat den längsten Teil ihres Lebens in Zürich ver- bracht. Die Rezeption ihres Lebens und Werkes hat sich bisher fast ausschliesslich auf Erinne- rungen von Hans Arp und weiteren Weggefähr- ten gestützt, die nach dem frühen Unfalltod der Künstlerin aufgezeichnet wurden. Vor einigen Jahren konnte die Zentralbibliothek Zürich 445 bislang unveröffentlichte Briefe und An- sichtskarten von Sophie Taeuber-Arp aufkau- fen. Dadurch veränderte sich die Quellenlage zu dieser Künstlerin grundlegend. Diese Briefe sollen nun im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht werden.
Projektziel Herausgabe einer kritischen Briefedition Projektbeschrieb Im Vorfeld des Dada-Jubiläums 2016 sollen die 445 Briefe in einer dreibändigen kritischen Leseausgabe im Nimbus Verlag Wädenswil ver- öffentlicht werden. Vorgesehen ist eine Auflage von 800 Exemplaren. Der voraussichtliche Ver- kaufspreis der 1500-seitigen Edition beträgt Fr. 78. Kosten Fr. 394 750 Gewünschter Beitrag Fr. 152 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung wird mit Fr. 35 500 ausgewie- sen. Vom Bund werden Fr. 18 920, von Gemein- den Fr. 35 000, von Stiftungen Fr. 120 000 und aus dem Verkauf Fr. 28 080 erwartet. Der Rest- betrag soll durch den Lotteriefonds und Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Aufgrund der Biografie von Sophie Taeuber-Arp ist ein Bezug zum Kanton Zürich gegeben. Zwar besteht ein kulturhistorisches Interesse an der Publikation, doch ist davon auszugehen, dass die Publikation nicht einem breiten allgemeinen Interesse entspricht. Daher ist eine Kürzung am nachgesuchten Beitrag ge- rechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 100 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist mit der Auf- lage verbunden, dass dem Lotteriefonds gratis elf Belegexemplare überlassen werden.
4. Betriebssoftware Onko Plus Bereich Gesundheit Gesuchstellende Stiftung für mobile spezialisierte Palliativ- und Organisation Onkologiepflege (Onko Plus): Die seit 1989 be- stehende Stiftung bezweckt einen gemeinnüt- zigen Pflegedienst für Krebspatientinnen und -patienten und Menschen in einer palliativen Situation. Ausgangslage Seit 25 Jahren pflegen und unterstützen die Pfle- gefachpersonen von Onko Plus krebskranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung. Als eine der ersten Spitexorganisation führte Onko Plus
eine elektronische Dokumentation ein. Damals war keine Gesamtlösung für den ambulanten Bereich verfügbar, deshalb verwendet Onko Plus bis heute verschiedene Systeme in Ergän- zung zueinander. Die elektronische Dokumen- tation und Aktenführung sollen nun vereinheit- licht und vereinfacht werden. Projektziel Mit einer neuen Betriebssoftware sollen der Betriebsablauf gestrafft und Doppelspurigkei- ten vermieden werden. Projektbeschrieb Es wird eine neue EDV-Gesamtlösung einge- führt. Mit einer webbasierten Software wird es allen Mitarbeitenden ermöglicht, von überall Zugriff auf wichtige Informationen zu erhalten. Kosten Fr. 46 000 Gewünschter Beitrag Fr. 17 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 2000. Von Stiftun- gen und Privaten ist ein Beitrag von Fr. 27 000 zugesichert. Der offene Restbetrag soll durch den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Onko Plus ist im ganzen Kanton Zü- rich tätig. Mit dem Angebot der 24-stündigen Erreichbarkeit leistet die Stiftung einen wichti- gen Beitrag in der spezialisierten Versorgung von Menschen mit Krebs und unheilbaren Di- agnosen. Bewilligter Beitrag Fr. 17 000
5. Investitionen und Tournee Neues Zürcher Orchester Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Neues Zürcher Orchester (NZO): Das Organisation seit 1990 bestehende NZO bietet jungen Musi- kerinnen und Musikern gute Rahmenbedingun- gen für ihre künstlerische Tätigkeit und ermög- licht ihnen ein erstes professionelles Engage- ment. Ausgangslage Seit 25 Jahren tritt das NZO mit Konzerten in Stadt und Kanton Zürich, aber auch in der rest- lichen Schweiz und im Ausland auf. Das Orches- ter ist gut im Zürcher Kulturleben verankert.
Die Büro-Infrastruktur des Orchesters ist ver- altet. Zudem fehlt dem NZO ein Fahrzeug, mit dem es Material und Instrumente transportie- ren kann. Gleichzeitig benötigt es einige Instru- mente (v. a. Pauken), die bis anhin zugemietet werden müssen. Im Zusammenhang mit dem Jubiläum ist auch eine Asien-Tournee geplant. Projektziel Mit der Anschaffung der notwendigen Ausrüs- tung sollen Administration und Orchesterpro- jekte einfacher durchgeführt werden können. Mit der Tournee sollen den jungen Musikerin- nen und Musikern Tournee-Erfahrungen ver- mittelt werden. Projektbeschrieb Vorgesehen sind der Kauf eines Transporters für die orchestereigene Infrastruktur und Instru- mente, zudem der Ersatz veralteter Bürogeräte (Computer mit Software, Kopierer, Drucker). Gleichzeitig möchte das NZO einige Schlagins- trumente erwerben. Die Tournee führt durch fünf asiatische Staa- ten. Die Auftritte stehen unter dem Patronat der jeweiligen Schweizer Botschaft vor Ort. Kosten Fr. 563 000 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 169 000. Von Stif- tungen und Sponsoren wird ein Beitrag von Fr. 194 000 erwartet. Der offene Restbetrag soll durch den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die geplanten Anschaffungen sind sinnvoll und gewährleisten zukünftig einen pro- fessionelleren Betrieb. Die vorgesehene Asien- Tournee bietet den jungen Orchestermitgliedern die einmalige Gelegenheit, (erste) Auslander- fahrungen zu sammeln. Das NZO leistet durch die Tournee einen wertvollen Beitrag zur posi- tiven Wahrnehmung des Kantons im Ausland. Da das Budget eher grosszügig bemessen ist, lässt sich eine Kürzung am nachgesuchten Bei- trag vertreten. Bewilligter Beitrag Fr. 170 000
6. Starthilfe Kirchenklangfest 2015 Bereich Kultur Gesuchstellende Verein cantars: Der 2014 gegründete Verein be- Organisation zweckt die regelmässige Durchführung eines schweizweiten Kirchenklangfestes. Ausgangslage Der Verein veranstaltete im Frühjahr 2015 in den Kantonen AG, BE, BS/BL, FR, GR, LU, SG, SH, SO, SZ, TG, VS und ZH ein Kirchen- klangfest. Insgesamt fanden 36 kirchenmusika- lische Konzerttage statt, jeder Konzerttag dau- erte rund zwölf Stunden und bestand aus sakra- len Kurzkonzerten, Lesungen und Theaterauf- führungen. Schweizweit traten rund 10 000 Mit- wirkende aus verschiedenen Generationen auf, im Kanton Zürich waren es rund 1500 Personen. Projektziel Kulturschaffende (Chöre, Künstler, Autoren usw.), die sich sakralen Inhalten widmen, prä- sentierten im Rahmen eines Kirchenklangfes- tes der breiten Öffentlichkeit ihr kirchenkultu- relles Engagement. Projektbeschrieb Im Kanton Zürich fanden zwischen März und Mai 2015 vier Konzerttage mit je zwölf Veran- staltungen statt. Zudem traten Formationen aus dem Kanton Zürich auch bei cantars-Anlässen ausserhalb des Kantons auf. Kosten (für den Kanton Zürich) Fr. 291 000 Gewünschter Beitrag Fr. 55 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 81 600. Die Stadt Zürich wurde um Fr. 15 000 angefragt. Der of- fene Restbetrag soll durch den Lotteriefonds und Dritte gedeckt werden. Hinweis Das Gesuch wurde zeitlich knapp eingereicht, das Zusenden eingeforderter Zusatzunterlagen verzögerte sich. Die Gewährung eines Beitra- ges stellt somit keine Nachfinanzierung dar. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Es ist aus kulturpolitischer Sicht zu begrüssen, weil es einen grossen Bezug zum Kanton Zürich aufweist, zumal die auftreten- den Musikschaffenden und Formationen gröss- tenteils aus der Region stammen.
In der Regel verlangt der Lotteriefonds, damit eine Beitragsleistung möglich wird, von der ge- suchstellenden Organisation einen mindestens fünfjährigen Leistungsausweis. Bei besonders innovativen Vorhaben kann im Sinne einer Aus- nahme auf diesen Leistungsausweis verzichtet werden. Im vorliegenden Fall ist es gerechtfer- tigt, den Anlass bzw. den Verein cantars als Aus- nahme zu behandeln. Eine Kürzung am nach- gesuchten Beitrag ist aufgrund der zum Teil fehlenden Leistungen der Standortgemeinden gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 40 000
7. Erneuerung/Erweiterung Infrastruktur Museum Haus Konstruktiv Bereich Kultur Gesuchstellende Stiftung für konstruktive, konkrete und kon- Organisation zeptuelle Kunst: Die Stiftung bezweckt die ge- meinnützige Förderung dieser Kunst- und Ge- staltungsrichtungen. Ausgangslage Seit 2001 befindet sich das Museum Haus Kon- struktiv in den denkmalgeschützten Räumlich- keiten des EWZ-Unterwerks Selnau. Das Mu- seum zählt pro Jahr im Durchschnitt 25 000 Be- sucherinnen und Besucher. Neben einigen technischen Erneuerungen will das Haus sein Internetangebot ausweiten, um den Kunstinteressierten einen erleichterten und standortunabhängigen Zugang zu den Muse- umsbeständen zu ermöglichen. Projektziel Gewährleistung eines technisch einwandfreien und zeitgemässen Museumsbetriebs Projektbeschrieb Die notwendigen Infrastrukturerneuerungen umfassen die Licht- und die Tonanlage. Der In- ternetauftritt soll um einen virtuellen Zugang zur Sammlung ergänzt werden, sodass über das Internet wichtige Informationen zu Künstlerin- nen und Künstlern und Werk abrufbar werden. Hinzu kommt die Neugestaltung des Rocke- feller Dining Rooms von Fritz Glarner. Durch Anpassungen soll der «Dining Room» erlebba- rer werden. Kosten Fr. 592 506 Gewünschter Beitrag Fr. 277 506
Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 35 000. Die Stadt Zürich beteiligt sich mit Fr. 100 000. Von Stif- tungen wird ein Beitrag von Fr. 180 000 erwar- tet. Der Restbetrag soll durch den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die Erneuerung der Infrastruktur ist zweckmässig. Die Präsentation der Samm- lung über das Internet entspricht einer weltwei- ten Entwicklung, die in absehbarer Zeit zum Standardangebot jedes namhaften Museums ge- hören dürfte. Aufgrund der städtischen Leistung von nur Fr. 100 000 ist eine Kürzung am nach- gesuchten Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 200 000
8. Broschüren «aha! Allergiezentrum Schweiz» Bereich Gesundheit Gesuchstellende Stiftung Allergiezentrum Schweiz: Die seit 1999 Organisation bestehende Stiftung bezweckt als gesamtschwei- zerische Dach- und Patientenorganisation die wirksame Unterstützung von Menschen mit al- lergologischen, dermatologischen und immuno- logischen Erkrankungen. Die Stiftung betreibt im Kanton Zürich ein Beratungszentrum. Ausgangslage Das Allergiezentrum gibt kostenlos eine Reihe von Broschüren ab. Aufgrund neuer Er- kenntnisse im Allergiebereich, einer anhalten- den Nachfrage und der guten Rückmeldungen seitens Betroffener, Betreuender und Ärztin- nen und Ärzten sollen drei dieser Broschüren überarbeitet und neu aufgelegt werden. Projektziel Neuherausgabe von drei Broschüren zum Um- gang mit einer Allergie oder zur Verminderung der Allergiesymptome Projektbeschrieb Es ist vorgesehen, Informationsbroschüren zu folgenden Themen neu herauszugeben: – Medikamentenallergie und Schmerzmittel- intoleranz – Kontaktdermatitis – Kortison
Die Broschüren sind in einer allgemein ver- ständlichen Sprache verfasst, vorgesehen ist eine Auflage von je 17 000 Exemplaren pro Bro- schüre (10 000 in Deutsch, 5000 in Französisch, 2000 in Italienisch). Die Broschüren stehen Be- troffenen und ihrem Umfeld kostenlos zur Ver- fügung. Kosten Fr. 150 000 Gewünschter Beitrag Fr. 20 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 48 000. Die Kan- tone BS, SO, ZG, SH sowie die Loterie romande haben einen Beitrag von insgesamt Fr. 34 000 zugesichert. Der Standortkanton BE beteiligt sich mit Fr. 6000. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Der fachtechnische Inhalt der Pub- likation wird durch den wissenschaftlichen Bei- rat der Stiftung überprüft. Da sich der Standort- kanton nur mit Fr. 6000 am Vorhaben beteiligt, ist eine Kürzung am nachgesuchten Beitrag ge- rechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 10 000
9. Kampagne «forschung live!» Bereich Ökologie Gesuchstellende Akademie der Naturwissenschaften Schweiz Organisation SCNAT: Der seit 1815 bestehende Verein ist die Dachorganisation der naturwissenschaftli- chen Fachgesellschaften sowie der regionalen naturforschenden Gesellschaften der Schweiz. Eines seiner Hauptziele ist die Förderung der Naturwissenschaften. Dazu gehört auch die In- formation der Öffentlichkeit. Ausgangslage Aus Anlass des 200-jährigen Bestehens möchte die SCNAT 2015 mit der Kampagne «forschung live!» die Bedeutung der Naturwissenschaften im Alltag mit einer Wanderausstellung erlebbar machen. Projektziel Stärkung des Interesses an Naturwissenschaf- ten in der Gesellschaft
Projektbeschrieb Im Rahmen der Kampagne werden in zahlrei- chen Städten für jeweils vier Tage drei interak- tive Installationen gezeigt. Dabei soll Forschung erlebbar und auf das umfangreiche regionale naturwissenschaftliche Freizeitprogramm in der Region aufmerksam gemacht werden. For- schende begleiten die Installationen und laden ein zum Besuch des Rahmenprogramms. Da- rüber hinaus wird versucht, ein positives Bild des Berufsfeldes Forschung zu vermitteln. Zu- dem wird eine App als digitale Freizeitführerin entwickelt, mit der schweizweit auf neue natur- wissenschaftliche Freizeitaktivitäten hingewie- sen wird. Im Kanton Zürich wird «forschung live!» mit dem breiten Vermittlungsangebot von Museen, Vereinen, Stiftungen und Forschungs- und Aus- bildungsstätten vernetzt. Im Kulturama Zürich findet z. B. eine Sonderausstellung zu Andreas Veasalius (1514–1564) statt, die einen Blick auf das Wissen in der Anatomie und die medizini- schen Abbildungstechniken der Renaissance er- möglicht. Kosten Fr. 2 667 400 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Übrige Finanzierung Der Bund beteiligt sich mit Fr. 400 000 am Pro- jekt. Von den Standortgemeinden wird ein Bei- trag von insgesamt Fr. 200 000 erwartet, darun- ter Fr. 20 000 von der Stadt Zürich. Die Leistun- gen der anderen Kantone sind mit Fr. 805 000 budgetiert. Von Sponsoren und Stiftungen ist ein Beitrag von insgesamt 1,1 Mio. Franken zuge- sichert. Der Restbetrag muss durch Dritte ge- deckt werden. Da eine budgetierte Eigenleis- tung fehlt, ist eine Kürzung am nachgesuchten Beitrag gerechtfertigt. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die breit angelegte Kampagne kann den Naturwissenschaften, dem Wissenschafts- standort Zürich und dem Berufsfeld Forschung zu zusätzlicher gesellschaftlicher Akzeptanz ver- helfen. Bewilligter Beitrag Fr. 140 000
10. Sanierung Studentinnenheim Zürich Bereich Bildung Gesuchstellende Verein Kulturgemeinschaft Arbor: Der seit 1961 Organisation bestehende Verein bezweckt die Förderung der menschlichen, beruflichen, kulturellen und geis- tigen Bildung vorab von jugendlichen Personen in der Schweiz. Ausgangslage Der Verein betreibt in fünf Kantonen Studen- tinnen- und Studentenhäuser, Jugendclubs und Kulturzentren. In Zürich führt er seit 1986 ein Studentinnenheim an der Scheuchzerstrasse, wo er 25 jungen Frauen aus der Schweiz und dem Ausland zu günstigen Bedingungen möblierte Einzelzimmer sowie Gemeinschaftsräume an- bietet. Nach mehr als 40 Betriebsjahren musste der Verein die Liegenschaft einer Gesamtsanie- rung unterziehen. Im Spätherbst 2013 wurde mit der Sanierungsphase 1 begonnen (veran- schlagte Kosten: rund 3 Mio. Franken), welche die energetische Sanierung der Gebäudehülle sowie die Renovation aller Innenräume um- fasste. Nun soll mit der Sanierungsphase 2 be- gonnen werden. Projektziel Erneuerung der Möblierung, um 25 Studentin- nen qualitativ guten, kostengünstigen Wohn- raum anbieten zu können Projektbeschrieb Die Sanierungsphase 2 umfasst eine neue Möb- lierung, die Anschaffung neuer Geräte und Ap- parate sowie die Instandstellung des Gartens bzw. der Umgebung. Nach dem Einbau von zu- sätzlichen Nasszellen hat sich gezeigt, dass auch die Kanalisation zu sanieren ist. Dies führt im Untergeschoss zu zusätzlichen Bodensanie- rungsarbeiten. Kosten Fr. 510 000 Gewünschter Beitrag Fr. 380 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 80000. Von Stiftun- gen und Privaten wird ein Beitrag von Fr. 50 000 erwartet. Der offene Restbetrag soll durch den Lotteriefonds gedeckt werden. Die Stadt Zü- rich hat sich mit einem Beitrag von Fr. 750 000 an den Kosten der Phase 1 beteiligt.
Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Vom Vorhaben bzw. von den güns- tigen Wohngelegenheiten profitieren vor allem Studentinnen der Universität Zürich und der ETH. Bewilligter Beitrag Fr. 380 000
11. Renovation/Erneuerung Ausstellungsmobiliar Bereich Ökologie Gesuchstellende Verein Kleintiere Zürich: Der seit 1911 beste- Organisation hende Verein bezweckt die Zucht und Haltung von Kleintieren (Kaninchen, Geflügel, Ziervö- gel). Ausgangslage Kleintierzüchterinnen und -züchter tragen dazu bei, dass Kleintierrassen nicht unwiderruflich verschwinden. Ein Vergleich der Tiere dient dem Rassenerhalt. Vor allem aus diesem Grund fin- den Kleintierausstellungen statt. Im Kanton Zürich werden diese Ausstellungen jeweils in den Monaten November, Dezember und Januar durchgeführt. Dafür stellt der Verein den Züch- terinnen und Züchtern Ausstellungsboxen zur Verfügung. Ein Grossteil dieser Boxen ist alt, beschädigt und zu klein für die artgerechte Prä- sentation von Kleintieren. Projektziel Artgerechte Präsentation und Ausstellung von Kleintieren Projektbeschrieb Ältere, genügend grosse Boxen sollen repariert, mit neuem Boden ausgerüstet und dadurch wieder gebrauchsfähig gemacht werden. Zudem muss eine Anzahl grösserer Boxen beschafft werden, um Geflügel-Grossrassen tierschutz- gerecht ausstellen zu können. Gleichzeitig soll ein Stapler für das zentrale Boxen-Lager er- setzt werden. Kosten Fr. 30 400 Gewünschter Beitrag Fr. 25 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 5400. Der Rest- betrag soll durch den Lotteriefonds gedeckt werden.
Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Beim Verein handelt es sich um eine kantonale Organisation, die sich ausschliesslich im Kanton Zürich für die Belange der Klein- tierzucht einsetzt. Die Ausstellungen haben für den Erhalt der Kleintierrassen Bedeutung. Ein Beitragsanteil von rund 80% der Kosten ist je- doch zu hoch. Deshalb wird der nachgesuchte Beitrag gekürzt. Bewilligter Beitrag Fr. 20 000
12. Aktionstag Natur- und Lebensraum Reppisch Bereich Ökologie Gesuchstellende Verein Idee Reppisch: Der seit 1999 bestehende Organisation Verein hat das Ziel, die breite Öffentlichkeit für die Naturschutzbelange entlang der Reppisch zu sensibilisieren. Ausgangslage Der Verein hat 2012 mit einem Flyer «Entlang der Reppisch» der Bevölkerung viele Gesichts- punkte der Reppisch nähergebracht. Mit einem Aktionstag im September 2015 soll auf die Viel- falt und Bedeutung der Reppisch hingewiesen werden. Projektziel Der Aktionstag soll nachhaltig zum Verständ- nis von Natur- und Umweltthemen beitragen. Projektbeschrieb An drei Hauptstandorten (Türlersee, Birmens- dorf, Dietikon) werden lokale Träger Führun- gen, Besichtigungen, Schnupperaktivitäten (Ka- nu) und Geselliges organisieren. So können der Öffentlichkeit anschaulich Probleme und Chan- cen rund um die naturnahe/verbaute Reppisch vor Augen geführt werden. Zudem wird sich das Dietiker Neujahrsblatt 2016 schwerpunkt- mässig dem Thema «Reppisch» widmen. Kosten Fr. 114 000 Gewünschter Beitrag Fr. 70 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 5000. Aus dem Verkauf der Neujahrsblatt-Sonderausgabe wer- den Fr. 24 000 erwartet. Die Gemeinden beteili- gen sich mit Fr. 8000. Der Restbetrag soll durch den Lotteriefonds und Dritte gedeckt werden.
Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Mit dem Aktionstag kann das viel- fältige Thema Reppisch einer breiten Bevölke- rung nähergebracht werden. Die Leistung der Standortgemeinden ist bescheiden. Aufgrund des übergeordneten Interesses am Vorhaben vonseiten des Kantons ist trotzdem ein gross- zügiger Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 60 000
13. Sanierung Winterquartier Circolino Pipistrello Bereich Bildung Gesuchstellende Stiftung Pipistrello: Die seit 2003 bestehende Organisation Stiftung betreibt den gleichnamigen Anima- tionszirkus, gegründet 1981, der jährlich von April bis Oktober eine Tournee unternimmt, schwergewichtig durch den Kanton Zürich. Während der Tournee führt der Zirkus mit Schülerinnen und Schülern, Jugendlichen und Menschen mit einer Beeinträchtigung Anima- tionswochen durch. Ausgangslage Das Winterlager des Circolino befindet sich in Rikon (Gemeinde Zell) und besteht u. a. aus einer Werkhalle und einem Holzunterstand. Die Dächer beider Gebäude sind aus asbest- haltigem Welleternit und müssen dringend saniert werden. Zusätzlich muss eine veraltete Elektroanlage erneuert werden. Projektziel Sanierung der Asbest-Altlasten und Einbau einer neuen Elektroanlage Projektbeschrieb Die Werkhalle soll so hergerichtet werden, dass darin ohne gesundheitliche Risiken Unterhalts- und Instandstellungsarbeiten an Wagen, Fahr- zeugen und Geräten ausgeführt werden können. Zudem ist der Einbau von zwei Fluchtwegtü- ren ins Freie erforderlich. Die Elektroanlage auf dem Gelände soll, wo notwendig, ersetzt werden. Kosten Fr. 270 000 Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 94 000. Die Stand- ortgemeinde Zell beteiligt sich mit Fr. 3000 am Vorhaben. Von Privaten und Stiftungen wird ein Beitrag von Fr. 53 000 erwartet. Der Rest- betrag soll durch den Lotteriefonds gedeckt werden.
Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die Sanierung verbessert die Sicher- heit und die Arbeitsbedingungen im Winter- quartier. Vom Engagement des Circolino pro- fitiert vor allem der Kanton. Es ist deshalb ge- rechtfertigt, eine Beitragsleistung der Standort- gemeinde von nur Fr. 3000 zu akzeptieren. Bewilligter Beitrag Fr. 120 000
14. Erweiterung der Angebotspalette Läbesruum Bereich Soziales Gesuchstellende Verein Läbesruum: Der seit 1990 bestehende Organisation Verein fördert die soziale und berufliche Inte- gration von Menschen mit unterschiedlichen Ressourcen in verschiedenen Lebenslagen. Ausgangslage Im Zentrum der Vereinsarbeit steht die soziale und berufliche Integration erwerbsloser Men- schen. Diesen wird eine bezahlte Arbeit ange- boten. Das gesamte Angebot umfasst zwei Be- schäftigungsprogramme («Läbesknospe» mit Gemüseanbau, Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln einschliesslich Verkauf und Auslieferung, Vertrieb von Brennholz und Holz- kohle, Recyclingarbeiten usw.; «Eulachstrand» mit Betrieb eines Restaurants) sowie die Be- reiche «Hilfsarbeiten» und die «Fachbereiche» (Bau- und Malerarbeiten, Gartenbau, Unter- halt, Sekretariat, Umzüge, Entsorgung, Reini- gung und Hauswartungen). Aufgrund der gros- sen Nachfrage von erwerbslosen Personen sol- len die Beschäftigungsprogramme ausgebaut werden. Projektziel Die Integrationsarbeitsplätze werden den ge- genwärtigen Anforderungen angepasst. Projektbeschrieb Vorgesehen sind Investitionen bei der Infra- struktur, bei Fahrzeugen und den Geräten: Durch das Einziehen eines Zwischenbodens in einer Remise, den Aus- und Umbau von Räu- men und den Einbau von Fenstern werden im Bereich Produktions- und Arbeitsstätten mehr Arbeitsplätze und hellere Räume geschaffen. Die Sanitäreinrichtungen werden modernisiert.
Mit dem Kauf von Gewerbeland, das unmittel- bar an die Liegenschaft des Vereins angrenzt, sichert dieser sich die Möglichkeit eines späte- ren Anbaus. Da der Verein die meisten seiner Dienstleistungen vor Ort bei der Kundschaft erbringt, benötigt er Lieferwagen für den Mate- rialtransport und Personenwagen für den Trans- port der Taglöhnerinnen und Taglöhner. Vorge- sehen ist der Kauf von acht Lieferwagen, einem Personenbus und vier Personenwagen. Im Be- reich Geräte sind der Kauf von Maschinen und Apparaten (Dörrautomat, Presse für Brikets, Rasenmäher, Treppenfahrzeug usw.) sowie Ein- richtungen für das Restaurant (Kühlschrank, Deckenbeleuchtung, Waschmaschine) und den Sekretariatsbereich vorgesehen. Kosten Fr. 1 739 502 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 820 802. Drei der betroffenen Gemeinden beteiligen sich mit Fr. 284 000 (davon Fr. 274 000 aus Sockelbeiträ- gen). Von Stiftungen und Privaten wird ein Bei- trag von Fr. 112 600 erwartet. Der Restbetrag soll durch den Lotteriefonds und Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Der Verein Läbesruum ist in der Re- gion Winterthur stark verankert und geniesst einen guten Ruf bei der Bevölkerung. Die Tä- tigkeit des Vereins wird als wertvoll erachtet. Der Beitrag des Lotteriefonds dient der nach- haltigen beruflichen Integration von erwerbs- losen Personen und hilft, Sozial- und Gesund- heitskosten zu verringern. Allerdings gefährdet eine allfällige Rückstellung einzelner Teilmass- nahmen das Gesamtvorhaben nicht. Deshalb und aufgrund der Tatsache, dass sich die Ge- meinden hauptsächlich nur mit Sockelbeiträ- gen am Vorhaben beteiligen, ist eine Kürzung am nachgesuchten Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 350 000
15. Alfred Escher-Stiftung: Abschluss Briefedition Bereich Bildung Gesuchstellende Alfred Escher-Stiftung: Die Stiftung wurde 2006 Organisation errichtet mit dem Ziel, die Persönlichkeit so- wie das wirtschaftliche und staatspolitische Wir- ken Alfred Eschers (1819–1882) in geeigneter Form darzustellen. Die Stiftung fördert die historisch-kritische Erforschung von Eschers Schaffen und stellt die gewonnenen Erkennt- nisse der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Ausgangslage Escher war eine prägende Figur seiner Zeit. Seine Korrespondenz stellt einen bedeutenden partei-, sozial-, wirtschafts- und wissenschafts- geschichtlichen Fundus dar. Die Stiftung ver- öffentlicht die Briefe von und an Escher im Rahmen eines multimedialen Editionsprojekts in gedruckter und elektronischer Form. Fünf Bände der Briefedition sind bereits veröffent- licht. Zu Beginn des Briefeditionsprogramms war noch nicht klar, um wie viele Korrespon- denzen von und an Alfred Escher es sich insge- samt handeln würde (so wurde z. B. 2013 eine Sammlung mit rund 3000 Korrespondenzen ge- funden, die bis dahin nicht bekannt gewesen wa- ren). Nun geht es darum, die Briefedition abzu- schliessen. Projektziel Abschluss der Editionsarbeit, digitale Finalisie- rung und Online-Stellung Projektbeschrieb Die Stiftung erhielt mit RRB Nrn. 32/2007 und 178/2012 Fr. 400 000 bzw. Fr. 500 000. Die Stadt Zürich beteiligte sich jeweils an den Vorhaben. Die Stiftung benötigt für den Abschluss der Briefedition zusätzliche Mittel. Vorgesehen sind die Online-Stellung von rund 5000 Briefen von und an Alfred Escher und bis Ende 2015 der Ab- schluss der Nachbearbeitung der Online-Edi- tion sowie die Herausgabe eines 6. und voraus- sichtlich letzten Bandes der gedruckten Reihe der Briefedition. Kosten für 2015 Fr. 400 000 Gewünschter Beitrag Fr. 400 000
Finanzierung Bis anhin konnte die Stiftung rund 6,7 Mio. Franken von Privaten und der öffentlichen Hand für ihre Projekte einsetzen. Die Arbeiten an der Briefedition wurden 2013/2014 mit einem Beitrag von Privaten über Fr. 400 000 sicherge- stellt. Der Abschluss der Briefedition soll aus- schliesslich mit einem Beitrag des Lotteriefonds finanziert werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Das Projekt kommt dem Bildungs- standort Zürich in vielerlei Hinsicht zugute. In Anbetracht der bisher grosszügig geleisteten Beiträge und der Tatsache, dass sich die Stadt Zürich an der Abschlussfinanzierung der Brief- edition nicht beteiligt, rechtfertigt sich eine Kür- zung am nachgesuchten Beitrag. Bewilligter Beitrag Fr. 300 000
16. Publikation «Hauptbahnhof Zürich 1847–2015» Bereich Denkmalpflege Gesuchstellende Häusler + Weidmann, Büro für Geschichte und Organisation Kulturvermittlung: Das Büro verwirklicht Pub- likationen, Ausstellungen und Veranstaltungen zu Themen aus Geschichte, Kultur und Wissen- schaft. Im Auftrag der SBB veröffentlicht es eine Publikation zum Hauptbahnhof Zürich. Ausgangslage Bis heute gibt es keine Gesamtdarstellung des grössten Schweizer Bahnhofs. Der Hauptbahn- hof Zürich spielte und spielt für die Entwick- lung von Stadt und Kanton Zürich und für das schweizerische Bahnnetz eine zentrale Rolle. Das baukünstlerisch, technik- und wirtschafts- geschichtlich interessante Gebäude wurde 1865– 1871 nach Plänen von Jakob Friedrich Wanner erbaut, erhielt danach mehrfach Um- und An- bauten bzw. Erweiterungen. Projektziel Mit einer Publikation soll in der Öffentlich- keit die Aufmerksamkeit auf dieses Bauzeug- nis der Bahngeschichte gelenkt werden. Projektbeschrieb Die reich illustrierte Publikation stellt zum ers- ten Mal die Planungs- und Baugeschichte des Zürcher Hauptbahnhofs von der Eröffnung der «Spanisch-Brötli-Bahn» 1847 bis in die heutige
Zeit in Text und Bild dar. Im Zentrum stehen die Aufnahmegebäude und die Perronanlage, die Ladenpassagen und die angrenzenden Stras- sen und Plätze der Stadt bis hin zu den jüngs- ten Stadtteilen an der Europaallee und der Zollstrasse. Viel Raum erhalten Planung und Bau der S-Bahn und der Durchmesserlinie als jüngstem Meilenstein. Die Publikation umfasst 224 Seiten in einer Auflage von 1500 Exempla- ren. Der angestrebte Verkaufspreis beträgt Fr. 69. Die Publikation ist der sechste Band der Reihe «Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz». Kosten Fr. 225 000 Gewünschter Beitrag Fr. 40 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 50 000. Die Stadt Zürich beteiligt sich mit Fr. 34 500 am Projekt. Von Stiftungen und Privaten wurde ein Bei- trag von Fr. 15 000 zugesichert. Der offene Rest- betrag muss durch Dritte und den Lotterie- fonds gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Aus kultur- und verkehrshistorischen Gründen ist eine Unterstützung der Publika- tion angebracht. Bewilligter Beitrag Fr. 40 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auflage gebunden, dass dem Lotteriefonds gratis zehn Belegexemplare zugestellt werden.
17. Winterthurer Musikfestwochen, Jubiläum Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Winterthurer Musikfestwochen VWM: Organisation Der VWM führt jährlich in der zweiten August- woche ein zwölftägiges Musikfestival in der Altstadt von Winterthur durch. Die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern leistet seit 2011 einen jährlichen Betriebsbei- trag, der zurzeit Fr. 40 000 beträgt. Die Stadt Winterthur leistet jährliche Subventionen von Fr. 190 000.
Ausgangslage Im August 2015 werden die Winterthurer Mu- sikfestwochen zum 40. Mal durchgeführt. Aus diesem Anlass soll einerseits die in die Jahre ge- kommene Infrastruktur teilweise erneuert und anderseits mit erweiterter Kommunikation zu- sätzliche Aufmerksamkeit für die Musikfestwo- chen geschaffen werden. Zudem finden zwei Jubiläums-Zusatzveranstaltungen statt. Projektziel Der Verein will seine Infrastruktur den gängi- gen Sicherheitsvorschriften und den steigenden Anforderungen anpassen und gleichzeitig über die gängigen Zielgruppen hinaus bekannter werden. Projektbeschrieb Die geplanten Anschaffungen betreffen vor allem eine Datenbank, die auf die Bedürfnisse des VWM zugeschnitten ist (Kosten: Fr. 78 000). Zudem müssen Werkzeuge für einen effiziente- ren Auf- und Abbau der Festivalinfrastruktur angeschafft und eine Zuschauergalerie erneu- ert werden (Kosten: Fr. 82 450). Die Öffentlich- keitsarbeit umfasst 30 verschiedene Werbemass- nahmen (Kosten: Fr. 120 000). Hinzu kommen kleinere Investitionen im Bereich Sanität und Backstage. Kosten Fr. 308 770 Gewünschter Beitrag Fr. 208 770 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 55 000. Von der Stadt Winterthur sind Fr. 20 000 zugesichert. Von Sponsoren und Stiftungen werden Fr. 25 000 er- wartet. Der offene Restbetrag soll gemäss Finan- zierungsplan über den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Der vom Gesuchsteller gewünschte Beitrag von knapp 70% der veranschlagten Gesamtkosten des Jubiläumsprojektes ist unüblich hoch. Zu- dem erfolgen keine wesentlichen Beiträge der Standortgemeinde oder von Sponsoren. Des- halb ist eine Kürzung am nachgesuchten Be- trag gerechtfertigt. Auch mit einer Kürzung auf fast die Hälfte des gewünschten Beitrages kann ein wesentlicher Teil der vorgesehenen
Anschaffungen getätigt werden. Die einzelnen Projektteile bedingen sich nicht gegenseitig und müssen auch nicht zwingend alle zusammen ausgeführt werden. Bewilligter Beitrag Fr. 120 000
18. Koordinierte Betreuung für Familien nach der Geburt Bereich Gesundheit Gesuchstellende Verein FamilyStart Zürich: Der seit 2014 be- Organisation stehende Verein vermittelt angehenden Fami- lien bzw. Familien mit Neugeborenen im Kan- ton Zürich eine sichere, bedürfnisgerechte und koordinierte Betreuung während Schwanger- schaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Zu- dem unterstützt er die Nachwuchsförderung bei Hebammen. Ausgangslage Die Verkürzung des Spitalaufenthalts führte in den letzten Jahren zu einer markanten Ver- ringerung der postpartalen Betreuung. Das heu- tige spitalexterne Versorgungssystem kann die entstandene Lücke in der Versorgung nicht fül- len. Ein Pilotprojekt soll diese Versorgungslücke in der nachgeburtlichen Betreuung schliessen und den Zugang zur häuslichen Nachbetreu- ung für alle Wöchnerinnen und Neugeborenen sicherstellen. Projektziel Koordinierte Betreuung von Familien nach der Geburt Projektbeschrieb Eine Bedarfsanalyse hat gezeigt, dass die Not- wendigkeit einer interprofessionellen Vernet- zung der Betreuung im Kanton Zürich besteht. Das erarbeitete Versorgungsmodell von Wöch- nerinnen und Neugeborenen zielt auf eine ko- ordinierte und bedürfnisgerechte Nachbetreu- ung von Familien und Neugeborenen nach dem Spitalaustritt. Dabei erbringt der Verein fol- gende Dienstleistungen: Er schliesst mit Heb- ammen, die bei FamilyStart mitarbeiten wollen, verbindliche Leistungsvereinbarungen ab und mit den Geburtskliniken im Kanton Zürich wer- den Verhandlungen für eine verbindliche Zu- sammenarbeit durchgeführt. Zudem betreibt
er eine Helpline und organisiert ein Netzwerk von frei praktizierenden Hebammen. Zur Stär- kung der interdisziplinären Vernetzung pflegt er Kontakte zu Berufsgruppen und Organisa- tionen und führt interne sowie interdisziplinäre Schulungen zur Betreuung von Familien rund um die Geburt durch. Nun soll das erarbeitete Modell für eine koordinierte Versorgung in einem Pilotprojekt in die Praxis umgesetzt wer- den. Das Pilotprojekt wird wissenschaftlich und ökonomisch begleitet. Kosten Fr. 942 441 Gewünschter Beitrag Fr. 488 212 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 308 965. Es wur- den bereits Vorleistungen von Fr. 53 814 getätigt. Die Stadt Zürich beteiligt sich mit Fr. 25 000 am Projekt. Von Sponsoren und Verbänden wurde ein Beitrag von Fr. 53 450 zugesichert. Der of- fene Restbetrag muss durch den Lotteriefonds und Dritte gedeckt werden. Hinweis In der Regel muss eine gesuchstellende Organi- sation über einen mindestens fünfjährigen Leis- tungsnachweis verfügen, damit sie mit einem Beitrag berücksichtigt werden kann. In Ausnah- mefällen sind sogenannte Starthilfen möglich, nämlich dann, wenn der Kanton an einer über- durchschnittlich raschen Verwirklichung eines Vorhabens interessiert ist. Im vorliegenden Fall ist dieses Interesse gegeben. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Es hat für den Kanton Zürich grosse Bedeutung. Die Strategie einer integrierten Versorgung, die Verbesserung der Frauen- und Kindergesundheit, besonders bei Menschen mit Migrationshintergrund, und die Koordination bei allgemeinem Fachkräftemangel im Gesund- heitswesen sind bedeutsam für die Frühförde- rung und das Gesundheitswesen. Es werden Re-Hospitalisationen und Doppelspurigkeiten vermieden und damit Kosten gespart. Die Leis- tungen der Gemeinden fallen insgesamt gering aus, deshalb ist eine Kürzung am nachgesuch- ten Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 450 000
Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Ein Beitragsanteil von Fr. 200 000 wird sofort nach Gewährung des Beitrages ausbezahlt. Der restliche Beitragsanteil wird ausbezahlt, wenn der Verein FamilyStart die Gesund- heits- und die Bildungsdirektion (Amt für Jugend- und Berufsberatung [AJB]) über die Zwischenergebnisse orientiert hat und die beiden Direktionen mit der Auszahlung des Restbetrages einverstanden sind. Es steht dem AJB offen, mit dem Verein FamilyStart eine Meilensteinkonferenz durchzuführen. – Das Angebot von FamilyStart Zürich hat in Ergänzung zum bestehenden Angebot der Kinder- und Jugendhilfe des Kantons, ins- besondere der Mütter- und Väterberatung, zu erfolgen. Schnittstellen müssen mit dem AJB abgesprochen werden. – Der Verein hat gegenüber der Bildungs- und der Gesundheitsdirektion zu prüfen, ob nicht im Sinne einer niederschwelligen Erreichbar- keit der Zielgruppe die Helpline für Klien- tinnen der Vertragsspitäler kostenlos bzw. zum normalen Telefontarif, dafür gegebenen- falls statt 24 Stunden nur von 8 bis 20 Uhr, erreichbar sein müsste. – Zur Startphase der Verwirklichung des Ver- sorgungsmodells ist ein Bericht abzugeben. – Nach Abschluss des Pilotprojektes ist ein Eva- luationsbericht vorzulegen.
19. Monografie «Die Zürcher Nelkenmeister» Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Gilde der Zürcher Nelkenmeister: Der Organisation Verein besteht seit 1986 und bezweckt insbe- sondere die Förderung von Forschung, Ausstel- lungen und Publikationen über die Malerei der Nelkenmeister. Ausgangslage Unter dem Sammelbegriff «spätmittelalterliche Nelkenmeister» werden jene Schweizer Maler verstanden, die in ihre Bildkompositionen als Signatur oft eine Nelke oder ein Nelkenpaar
integriert haben (damals waren Künstlersigna- turen noch nicht üblich). Die Forschung geht heute von drei Nelkenmeister-Zentren aus: Frei- burg i. Ü., Bern und Zürich. Der Freiburger und der Berner Werkkreis sind in zwei jünge- ren Publikationen ausführlich behandelt wor- den. Im Zentrum der geplanten Monografie steht der Zürcher Werkkreis der Nelkenmeis- ter. Die Gilde hat dem Kunsthistoriker lic. phil. U. Gerster im Sommer 2012 einen entsprechen- den Auftrag erteilt. Projektziel Erarbeitung der Grundlagen und anschlies- sende Herausgabe einer Monografie zu der in Zürich tätigen Malergruppe der Zürcher Nel- kenmeister. Projektbeschrieb In der geplanten Monografie werden eine ältere und eine jüngere Nelkenmeister-Werkstätte un- terschieden. Weitere Werkgruppen, die im Um- kreis dieser Werkstätten stehen oder zu denen Beziehungen vermutet werden, sind Bestand- teil der Publikation, in der auch Leben und Werk des Malers Hans Leu (um 1460–1507) als einem der Hauptexponenten der Zürcher Nelkenmeister dargestellt wird. Noch ist offen, in welchem Verlag die Publikation erscheinen soll. Vorgesehen ist eine Auflage von 1100 Ex- emplaren. Der angestrebte Verkaufspreis der reich illustrierten Publikation beträgt Fr. 78. Kosten Fr. 350 000 Gewünschter Beitrag Fr. 75 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung der Gilde beträgt Fr. 100 000. Aus dem Buchverkauf werden Einnahmen von Fr. 56 300 erwartet. Von der Stadt Zürich wird ein Beitrag von ebenfalls Fr. 75 000 gewünscht. Der offene Restbetrag muss durch Dritte ge- deckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Der inhaltliche Bezug zu Stadt und Kanton Zürich ist gegeben. Allerdings handelt sich um eine wissenschaftliche Publikation, die nur einen beschränkten Kreis von Interessier- ten anspricht, daher ist eine starke Kürzung am nachgesuchten Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 20 000
Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Die Stadt Zürich hat sich am Projekt mit ebenfalls mindestens Fr. 20 000 zu beteiligen. Leistet die Stadt einen geringeren Beitrag, wird der Beitrag des Lotteriefonds entspre- chend verringert. – Dem Lotteriefonds sind fünf Belegexem- plare zuzustellen.
20. Publikation «Zürcher Namenbuch. Die Siedlungsnamen des Kantons Zürich» Bereich Bildung Gesuchstellende Deutsches Seminar der Universität Zürich Organisation Ausgangslage In verschiedenen Kantonen der Schweiz gab es seit den Anfängen der enzyklopädischen Epo- che Projekte, in deren Rahmen Flur- und/oder Ortsnamen mehr oder weniger systematisch und detailliert erfasst und erforscht wurden. Im Kanton Zürich erschienen erste Publika- tionen zur «Ortsnamenforschung» im 18. Jahr- hundert, ab Mitte des 19. Jahrhunderts folgten systematische Werke, die im 20. Jahrhundert fortgesetzt und verfeinert wurden. Werke, die dem heutigen Forschungsstand entsprechen, fehlen hingegen. Das vorliegende Projekt will die Lücke, die im Kanton Zürich besteht, für die knapp 9000 Siedlungsnamen schliessen. Projektziel Sämtliche Siedlungsnamen des Kantons sollen auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage sprachgeschichtlich erläutert, in einen namen- kundlichen Zusammenhang gestellt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Projektbeschrieb In einem ersten Schritt (Phase 2015–2018) wer- den die Lücken in der Namensdokumentation geschlossen, anschliessend werden diese Namen sprachwissenschaftlich analysiert bzw. in einen namengeschichtlichen Zusammenhang gestellt (2018–2021). Ergebnisse und Materialien sol- len danach zunächst im Internet greifbar sein. Nach Abschluss des Projektes ist eine Buch- publikation, welche die Analyse der wichtigs- ten Namen enthält, vorgesehen. Kosten Fr. 1 156 000 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000
Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt Fr. 56 000. Von Stif- tungen und Privaten wird ein Beitrag von Fr. 100 000 erwartet. Der Nationalfonds wurde um Fr. 500 000 angefragt. Der offene Restbe- trag muss durch Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Das Interesse an einer solid erschlos- senen «Namenwelt» ist gross. Flur- und Orts- namen und ihre Motivation sowie Auswertung hinsichtlich der Geschichte einer bestimmten Landschaft sind für eine breite Öffentlichkeit von Interesse. Aus der Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv (TOPOterm) ergeben sich Syner- gien, zudem ist ein fachlicher Austausch zwi- schen linguistischer und historischer Forschung gewährleistet. Es ist davon auszugehen, dass der Lotteriefonds zu einem späteren Zeitpunkt auch um einen Druckkostenbeitrag ersucht wird. Aufgrund der absehbaren erneuten Beitrags- leistung ist eine geringe Kürzung am gewünsch- ten Beitrag gerechtfertigt. Bewilligter Beitrag Fr. 480 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflage gebunden: – Die Zusammenarbeit mit dem Projekt TOPO- term ist so umzusetzen, dass daraus ein direk- ter Nutzen zugunsten der Öffentlichkeit ent- steht. Das Staatsarchiv hat den Nutzen bzw. die gewählte Form der Zusammenarbeit zu bestätigen. Die Auszahlung des Beitrages erfolgt nach Vorliegen dieser Bestätigung.
21. Jubiläum des Vereins der Pensionierten der Kantonspolizei Zürich Bereich Sicherheit und Verwaltung Gesuchstellende Verein der Pensionierten der Kantonspolizei Organisation Zürich: Der Verein besteht seit 1917. Die meis- ten Mitarbeitenden der Kantonspolizei treten ihm nach ihrer Pensionierung bei. Er pflegt die Kameradschaft u. a. durch Zusammenkünfte und Exkursionen. Ausgangslage 2017 feiert der Verein sein 100-jähriges Beste- hen. Deshalb wird ein Festanlass durchgeführt und eine Festschrift herausgegeben.
Projektziel Herausgabe einer Festschrift Projektbeschrieb In der geplanten 160-seitigen, bebilderten Fest- schrift wird die Vereinsgeschichte dargestellt. Darüber hinaus wird auch auf die Rolle des Kan- tons Zürich als Arbeitgeber und das Personal der Kantonspolizei Zürich eingegangen. Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 48. Kosten für die Festschrift Fr. 40 000 Gewünschter Beitrag Fr. 40 000 Übrige Finanzierung Auf Beiträge von Sponsoren wird verzichtet. Der Verein bestreitet mit seinen Eigenmitteln den Jubiläumsanlass. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Der enge Bezug des Kantons zur gesuchstellenden Organisation ist gegeben. Vom gesuchstellenden Verein wird jedoch erwartet, sich für das Teilprojekt Festschrift um Beiträge Dritter zu bemühen. Deshalb ist eine geringe Kürzung am nachgesuchten Beitrag angemes- sen. Bewilligter Beitrag Fr. 35 000
22. Erweiterungsbau Theater Rigiblick Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Theater Rigiblick: Der Verein besteht Organisation seit 1985. Sein Zweck besteht im Betrieb des Theaters Rigiblick in Zürich. Ausgangslage Seit der Gesamtsanierung des Gebäudes im Jahr 2004 hat sich das Theater Rigiblick dank sei- ner professionellen Leitung positiv entwickelt. Jährlich finden rund 250 Vorstellungen mit rund 33 000 Besuchenden statt. Für einen derart in- tensiven Theaterbetrieb sind die räumlichen Verhältnisse in den Büros und den Garderoben äusserst beengt. Der Verein nimmt das 30-jäh- rige Bestehen des Theaters und das zehnjährige Arbeitsjubiläum des Theaterleiters zum An- lass für eine bauliche Erweiterung, das Erneu- ern eines Teils der technischen Infrastruktur und mehrere Jubiläumsproduktionen. Projektziele Durch bauliche und technische Massnahmen soll ein zeitgemässer Theaterbetrieb sicherge- stellt werden, der den heutigen Publikumsan- sprüchen gerecht wird. Mit mehreren Produk- tionen soll das Jubiläum gefeiert werden.
Projektbeschrieb Baulich ist vorgesehen, das bestehende Thea- tergebäude mit einem zweckmässigen, drei- geschossigen Anbau zu ergänzen, der vor allem Nebenräume (Garderoben, Büro-/Be- sprechungs- und Requisitenraum) aufnehmen soll (Kosten: Fr. 1 000 000). Die technische In- standsetzung der Infrastruktur umfasst haupt- sächlich den Kauf neuer LED-Schweinwerfer, eines neuen Digitalmischpults und das Beschaf- fen von neuen Vorhängen (Kosten: Fr. 67 000). Die Jubiläumsproduktionen umfassen zehn the- matische Aufführungen unter dem Titel «Voll- mond», neun Hommagen an grosse Musik- schaffende (wie Eric Clapton, Frank Sinatra oder Edith Piaf) sowie acht «Moonriver»-Jazz- abende (mit Schauspiel und dem Zurich Jazz Orchestra) und drei inszenierte Konzerte mit Musik von Frank Zappa (Kosten: Fr. 490 000). Kosten Fr. 1 557 000 Gewünschter Beitrag Fr. 791 000 Übrige Finanzierung Aus den Einnahmen sollen Fr. 258 000 beige- steuert werden. Die Stadt Zürich leistet einen Beitrag von Fr. 300 000. Fr. 200 000 werden von Stiftungen und Sponso- ren erhofft. Der offene Restbetrag soll vor allem durch den Lotteriefonds gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Das Theater ist ein wichtiger Be- standteil des kulturellen Angebotes im Kan- ton. Die geplanten baulichen und technischen Massnahmen sind sinnvoll, die Kosten werden allerdings als zu hoch eingeschätzt. Dank der Jubiläumsproduktionen wird es dem Theater Rigiblick gelingen, seine Positionierung als her- vorragendes und erfolgreiches Musiktheater langfristig zu festigen. Aufgrund der Leistung der Stadt Zürich von Fr. 300 000 ist eine Kür- zung am nachgesuchten Beitrag angebracht. Bewilligter Beitrag Fr. 400 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflage gebunden: Vor der Auszahlung des Beitrages müssen eine Baubewilligung und ein rechtsgültiges Näher- baurecht vorliegen.
23. Free Opera Company – Förderung von Sängerinnen und Sängern Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Free Opera Company (FrOC): Der Ver- Organisation ein besteht seit 2012. Er fördert junge Sänge- rinnen und Sänger mit professioneller Ausbil- dung, jedoch geringer Berufserfahrung, indem er ihnen Auftritte ermöglicht. Ausgangslage Der Verein FrOC zeigt jährlich etwa acht Vor- stellungen, bei denen junge Sängerinnen und Sänger eine Opernrarität vortragen. Für szeni- sche Proben und Aufführungen muss jeweils ein Saal mit einem Flügel gemietet werden. Am Auf- führungsort stehen zudem keine Pulte für die Dirigentin oder den Dirigenten und die Musike- rinnen und Musiker zur Verfügung, weshalb auch Pulte bei verschiedenen Institutionen aus- geliehen bzw. zugemietet werden müssen. Projektziel Vereinfachung des Proben- und Aufführungs- betriebes und dadurch auch Verringerung des finanziellen Aufwandes Projektbeschrieb Der Verein möchte für rund Fr. 27 500 einen Stützflügel beschaffen, der für Einzelproben, Proben in kleinerem Rahmen, das Partiturstu- dium und Korrepetition eingesetzt werden kann. Zudem möchte er 15 Notenpulte mit Beleuch- tung für Fr. 2500 beschaffen. Kosten Fr. 30 000 Gewünschter Beitrag Fr. 18 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich hat einen Beitrag von Fr. 10 000 zugesichert. Der offene Restbetrag muss durch Dritte gedeckt werden. Würdigung Das Projekt entspricht den Richtlinien des Lot- teriefonds. Die geplanten Anschaffungen sind sinnvoll und nötig, um einen zweckmässigen Be- trieb zu gewährleisten. Der Verein erfüllt zwar noch nicht die Vorgabe eines fünfjährigen Leis- tungsausweises. Seine Aktivitäten sind jedoch genügend wichtig, dass im Sinne einer Aus- nahme trotzdem ein Beitrag bewilligt werden kann. Bewilligter Beitrag Fr. 18 000
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000): in Franken
1. Salon Theater Herzbaracke auf dem Zürichsee 50 000 Sanierungsbeitrag
2. Staatsarchiv des Kantons Zürich 381 500 Neuaufbereitung Regierungsratsbeschlüsse 1903–1995
3. Zürcher Hochschule der Künste 100 000 Publikationsbeitrag Briefedition Sophie Taeuber-Arp
4. Stiftung Onko Plus 17 000 Investitionsbeitrag Informatik
5. Verein Neues Zürcher Orchester 170 000 Investitions- und Tourneebeitrag
6. Verein cantars 40 000 Projektbeitrag Kirchenklangfest 2015
7. Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptionelle Kunst 200 000 Investitionsbeitrag
8. Stiftung Allergiezentrum Schweiz 10 000 Publikationsbeitrag Broschüren «aha!»
9. Akademie der Naturwissenschaften Schweiz SCNAT 140 000 Projektbeitrag Kampagne «forschung live!»
10. Verein Kulturgemeinschaft Arbor 380 000 Investitionsbeitrag Studentinnenheim Zürich
11. Verein Kleintiere Zürich 20 000 Investitionsbeitrag
12. Verein Idee Reppisch 60 000 Projektbeitrag Aktionstag
13. Stiftung Circolino Pipistrello 120 000 Sanierungsbeitrag
14. Verein Läbesruum 350 000 Investitionsbeitrag Ausbau Angebotspalette
15. Alfred Escher-Stiftung 300 000 Projektbeitrag für Abschluss elektronische Edition
16. Büro für Geschichte und Kulturvermittlung 40 000 Publikationsbeitrag «Hauptbahnhof Zürich 1847–2015»
17. Verein Winterthurer Musikfestwochen 120 000 Jubiläumsbeitrag Investitionen
18. Verein FamilyStart Zürich 450 000 Starthilfebeitrag
19. Verein Gilde der Zürcher Nelkenmeister 20 000 Druckkostenbeitrag Monografie
20. Universität Zürich, Deutsches Seminar 480 000 Publikationsbeitrag an die Herausgabe eines Zürcher Namenbuches
21. Verein der Pensionierten der Kantonspolizei Zürich 35 000 Publikationsbeitrag
22. Verein Theater Rigiblick 400 000 Investitionsbeitrag Erweiterungsbau sowie Jubiläumsproduktionen
23. Verein Free Opera Company 18 000 Investitionsbeitrag Kauf Flügel Total 3 901 500
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.
Vor dem Regierungsrat Der stv. Staatsschreiber:
Hösli