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Entscheid

RRB Nr. 995/2012

Lotteriefonds, Inlandhilfe 2012, Ausrichtung

26. September 2012Deutsch28 min

Source zh.ch

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 26. September 2012

995. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Inlandhilfe 2012

Erwägungen

1. Einleitung

1.1 Allgemeines Mit seiner Inlandhilfe möchte der Kanton folgende Ziele erreichen: Er will mithelfen, – mit Präventionsmassnahmen mögliche Schadensereignisse zu verhin- dern oder mindestens zu verringern, – durch das Beheben von Unwetterschäden und die Verbesserung der entsprechenden Infrastruktur die Lebensgrundlage der Bergbevölke- rung zu sichern sowie – regional wichtige Natur- und Umweltschutzprojekte sowie bedeutende kulturelle Vorhaben und Alpwirtschaftsvorhaben zu fördern. Der Kanton berücksichtigt in der Regel nur Projekte aus finanzschwa- chen Gebieten der Kantone Graubünden, Tessin, Uri und des Oberwallis. Im Bereich Inlandhilfe arbeitet der Kanton mit folgenden drei Haupt- partnern zusammen: – Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (SPB), – Schweizer Berghilfe (SB), – Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Diese Organisationen legen dem Kanton jährlich bereits vor der eigent- lichen Gesuchseingabe mehrere Projekte vor, unter denen in Absprache mit dem Lotteriefonds eine Auswahl für die Gesuchseingabe getroffen wird. Andere Organisationen reichen dem Kanton einzelfallweise Inland- hilfe-Gesuche ein.

1.2 Rahmenkredit Mit Beschluss vom 9. Juli 2012 bewilligte der Kantonsrat dem Regie- rungsrat einen Rahmenkredit von insgesamt 40 Mio. Franken für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und die Inlandhilfe (IH) 2011 bis 2014 bzw. 10 Mio. Franken pro Jahr (Vorlage 4856). Neu kann der Re- gierungsrat die bereitgestellten Mittel flexibler einsetzen als bisher, da er nicht mehr an die hälftige Aufteilung der Gelder zugunsten der EZA und IH gebunden ist. Vielmehr kann er die Gelder bedarfsgerecht zu- sprechen bzw. die Mittel, die nicht für die IH benötigt werden, bei der EZA einsetzen.

1.3 Vergabekriterien Mit Beschluss vom 23. November 2011 legte der Regierungsrat die neuen Vergabekriterien (Richtlinien) für die EZA und die IH fest. Im Gegensatz zur EZA erfolgten im Bereich IH nur wenige Anpassungen: – Neu werden nur Organisationen berücksichtigt, die ZEWO-zertifi- ziert sind. – Die Beitragsobergrenze für IH-Vorhaben beträgt neu Fr. 500 000. – Die anrechenbaren Projektbegleitkosten betragen höchstens 10%.

2. Gesuchseingaben 2012

2.1 Allgemeines 2011 wurden keine EZA- und IH-Beiträge ausgerichtet, unter anderem weil noch kein Rahmenkredit für Vergabungen zur Verfügung stand. Die mit Vorlage 4856 rückwirkend für 2011 bewilligte Summe kann nun 2012 eingesetzt werden. Somit stehen für 2012 für die Bereiche EZA und IH insgesamt 20 Mio. Franken zur Verfügung. Die SPB, die SB und die SL haben insgesamt 19 Projekte in der Ge- samtsumme von Fr. 5 282 097 (2010: Fr. 4 858 097) eingereicht. Andere Organisationen reichten dem Kanton keine Gesuche ein. Die Gesuchs- dossiers gingen zur Prüfung an die fachlich zuständigen Direktionen: Sämtliche Eingaben gingen an die Baudirektion, drei Gesuche an die Volkswirtschaftsdirektion und ein Gesuch an die Bildungsdirektion. Deren Beurteilungen waren entscheidend für die Berücksichtigung der Projekte bzw. für das Festlegen der jeweiligen Beitragshöhe.

2.2 Abgelehnte Gesuche Von den insgesamt 19 Eingaben wurden drei Gesuche abgelehnt. Es sind dies: Gesuchstellende Organisation / Begründung der Ablehnung Projektbezeichnung/-inhalt SPB; Schwellenkorporation Hofstetten BE, Im Rahmen der Inlandhilfe werden nur Hochwasserschutzprojekt Vorhaben in den Kantonen Graubünden, Tessin, Uri und Wallis berücksichtigt. SPB; Wasserversorgungsgenossenschaft Die Finanzierung eines vergleichbaren Eierschwand, Bürglen, Sanierung der Trink- Vorhabens im Kanton Zürich müsste durch wasserversorgung die Gebührenzahler sichergestellt werden. Es ist nicht gerechtfertigt, eine ausserkan- tonale Region grosszügiger zu behandeln als den Kanton. SL; Aufwertung der Birkhuhnlebensräume Das Projekt ist ein Artenschutzvorhaben. in der Gemeinde Oberems VS Dafür besteht ein gesetzlicher Auftrag, den die Naturschutzfachstellen der Kantone wahrzunehmen haben.

3. Ausgewählte Einzelprojekte Es werden nur Projekte berücksichtigt, die von den zuständigen Fachdirektionen zur Mitfinanzierung empfohlen sind. In mehreren Fäl- len hat der Kanton den nachgesuchten Betrag gekürzt. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Fehlbeträge haben die gesuchstellenden Organisationen entweder durch (zusätzliche) Eigenleistungen bzw. Spen- dengelder oder durch eine zeitliche Staffelung der Projekte aufzufangen. In einigen Fällen ist die Auszahlung – wie bei Fondsbeiträgen gängige Praxis – an die Erfüllung von Auflagen geknüpft. Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält die notwendigen Kurzinformationen zum jeweiligen Projekt. Angege- ben sind dabei auch die Projektbegleitkosten (PBK), welche die jewei- ligen Organisationen vom Kanton wünschen.

3.1 Projekte der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden SPB (Projekte Nrn. 1–7) Anzahl Gesamtsumme in Franken Geprüfte Projekte 9 2 756 000 Berücksichtigte Projekte 7 1 985 000

1) Murgangschutz Taunter Ruinas, Gemeinde Val Müstair Bezirk/Kanton Münstertal, GR Verantwortlich Gemeinde Val Müstair für das Projekt Projektziel Stabiler Schutz vor Murgängen im Gebiet Taun- ter Ruinas Projektbeschrieb Unter anderem für das Einzugsgebiet des Wild- baches Taunter Ruinas wurde 2006 eine Ge- fahrenkarte erarbeitet. Sie zeigt für das Dorf Müstair und die Kantonsstrasse – trotz reger Verbautätigkeit – ein für die örtlichen Behör- den nicht annehmbar hohes Restrisiko durch Murgangaktivität. Um einen bestmöglichen Schutz des bebauten Gemeindegebietes zu gewährleisten, ist der Bau von mehreren, auf- einander abgestimmten Schutzdämmen vor- gesehen (Primärdamm aus eingeschütteten Steinmauern, Ablenkdämme als Erddämme). Diese Konstruktion zeichnet sich durch eine stabile und langlebige Bauweise aus, die nur im Falle eines Murganges Unterhaltsarbeiten notwendig macht.

Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner, Touristinnen und Touristen Kosten Fr. 1 347 000 Davon Projekt- Fr. 15 000 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 468 000 – Standortkanton/-region Fr. 562 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 317 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 265 000 Beurteilung Das Vorhaben führt zu einem wesentlich bes- seren Schutz vor Murgängen. Es ist gut ausge- arbeitet und nimmt Rücksicht auf das Land- schaftsbild. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 265 000 2) Sanierung der Forststrasse Val Ruina, Döss At/Chavrinadas und Lü-Urschai, Gemeinde Val Müstair Bezirk/Kanton Münstertal, GR Verantwortlich Gemeinde Val Müstair für das Projekt Projektziel Beibehalten der Befahrbarkeit der Waldstras- sen und Verbesserung der Fahrsicherheit Projektbeschrieb Drei bestehende forstliche Erschliessungsanla- gen müssen saniert werden, damit die Befahr- barkeit und Fahrsicherheit langfristig gewähr- leistet bleiben. Diese Waldwege erschliessen zahlreiche Waldungen mit besonderer Schutz- funktion (BSF-Waldungen), deren nachhaltige und rationelle Pflege auf eine zweckdienliche Erschliessung angewiesen ist. Im Weiteren dienen die Erschliessungsstrassen als Zufahrts- wege zu Murgangverbauungsgebieten, zu wich- tigen Trinkwasser-Quellgebieten und zu zahl- reichen Alpen. Im Rahmen der Sanierungs- massnahmen werden einzelne Stützkonstruk- tionen erneuert, Entwässerungseinrichtungen saniert sowie punktuell Kurven, Wendeplatten und kleinere (für moderne Forstmaschinen zu schmale) Passagen verbreitert. Begünstigte Bevölkerung Val Müstair, Touristen

Kosten Fr. 1 424 000 Davon Projekt- Fr. 24 000 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 350 000 – Standortkanton/-region Fr. 630 000 – Übrige Fr. 8 530 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 435 470 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 424 000 Beurteilung Das Vorhaben gewährleistet die langfristige Funktions- und Gebrauchstauglichkeit der betroffenen Erschliessungsstrassen, die für die Pflege des Schutzwaldes, den Unterhalt der Lawinen- und Murgangverbauungen und den Zugang zu Alpen von Bedeutung sind. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 424 000 3) Wiederherstellung der forstwirtschaftlichen Strasse Rossa–Valbella Bezirk/Kanton Calancatal, GR Verantwortlich Gemeinde Rossa für das Projekt Projektziel Gewährleistung der Befahrbarkeit Projektbeschrieb Die Forststrasse Rossa–Valbella wurde in den 70er-Jahren mit einem Bitumenbelag versehen. Durch die Sanierung der grossen Unwetter- schäden vom Oktober 2006 wurde die Strasse von schweren Fahrzeugen genutzt, was zu gros- sen Schäden bzw. zu einem grossen Sanierungs- bedarf führte. Vorgesehen ist, auf einem stark beschädigten Strassenstück den Belag zu sanie- ren, die vorhandenen Trockenmauern zu sta- bilisieren und die Entwässerungsanlagen in- stand zu stellen. Begünstigte Bevölkerung von Rossa Kosten Fr. 809 000 Davon Projekt- Fr. 9 000 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 195 000 – Standortkanton/-region Fr. 360 000 – Dritte Fr. 88 800 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr.165 200 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 159 000

Beurteilung Die Strasse erschliesst über weitere Forst- und Landwirtschaftswege über 100 ha Wald von ho- hem Schutzwert, der einen erheblichen Pflege- bedarf aufweist. In den kommenden Jahren muss ein erheblicher Holzanfall über diese Strasse abgeführt werden. Damit der Schutz- wald seine Funktion in den nächsten Jahrzehn- ten erfüllen kann, ist eine effiziente Waldnut- zung und damit die Instandstellung der Strasse Voraussetzung. Eine überwiegend touristische Nutzung kann ausgeschlossen werden. Die Strasse ist als Zugangsstrasse zur Wasser- fassung bei Valbella wichtig für die Officine Idroelettriche del Moesano. Von ihr darf eine Kostenbeteiligung erwartet werden. Deshalb ist eine Kürzung von Fr. 29 000 am nachgesuchten Beitrag gerechtfertigt. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 130 000 Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflage gebunden: – Die OIM ist mit Gesuch der SPB einzula- den, sich an der Deckung der Kosten zu be- teiligen. 4) Instandstellung Forststrasse Setaweg, Langwies Bezirk/Kanton Schanfigg, GR Verantwortlich Gemeinde Langwies für das Projekt Projektziel Gewährleistung der Befahrbarkeit Projektbeschrieb Der in den 50er-Jahren errichtete Forstweg muss den heutigen Transportbedürfnissen (Tragfä- higkeit 6 Tonnen) angepasst werden. Im ge- genwärtigen Zustand ist die Befahrbarkeit und Fahrsicherheit nicht mehr gewährleistet. Durch die vorgeschlagenen Sanierungsmass- nahmen soll der Weg durchgängig auf eine Fahrbahnbreite von mindestens 2,2 m ausge- baut werden (im Vergleich Kanton Zürich: Baustandard 3,3 bis 3,5 m), damit der Weg durchgehend mit Traktor und Anhänger be- fahren werden kann. Weitere Massnahmen sind die Stärkung vorhandener Stützmauern sowie die Instandstellung der Entwässerungs- einrichtungen.

Begünstigte Bevölkerung von Langwies Kosten Fr. 578 400 Davon Projekt- Fr. 8 400 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 159 600 – Standortkanton/-region Fr. 262 200 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 156 600 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 148 400 Beurteilung Die Strasse erschliesst 65 ha Schutzwald, der einen erheblichen Pflegebedarf aufweist. Da- mit der Schutzwald seine Funktion in den nächsten Jahrzehnten erfüllen kann, ist eine effiziente Waldnutzung und damit die Instand- stellung der Strasse eine Voraussetzung. Zu- dem ist die Sanierung der Strasse Vorausset- zung für die geplante Instandstellung der be- stehenden Lawinenverbauungen. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 148 400 5) Lawinensichere Zufahrt Tschong, Embd Bezirk/Kanton Wallis Verantwortlich Gemeinde Embd / Kanton Wallis für das Projekt Projektziel Sichere Zufahrt unabhängig von der Lawinen- gefahr Projektbeschrieb Das Dorf Embd wird durch die Wildbach- und Lawinenrunse Tschongbach in einen südlichen und nördlichen Bereich geteilt. Alle für Embd wichtigen Bauten (Kindergarten/Schule, Le- bensmittelgeschäft, Restaurant, Mehrzweck- halle, Kirche) befinden sich im südlichen Dorf- teil. Die Querung des Tschongbaches ist bei Lawinengefahr auch ausserhalb der Sperrzei- ten mit einem Restrisiko verbunden. Bei Sper- rungen ist der Südteil des Dorfes jeweils gänz- lich von der Umwelt abgeschnitten. Mit dem Projekt wird der Tschongbach über 135 m un- tertunnelt. Der neue Tunnel wird nur bei Lawi- nengefahr in Betrieb genommen. Es ist vor- gesehen, neben dem Tunnel eine Remise für Gemeindefahrzeuge zu erstellen. Die Kosten für die Remise betragen Fr. 122 000.

Begünstigte Dorfbevölkerung Embd Kosten Fr. 3 948 405 Davon Projekt- Fr. 27 000 begleitkosten Finanzierung – Bund – – Standortkanton/-region Fr. 2 608 484 – Dritte Fr. 10 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 1 329 921 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 477 000 Beurteilung Das Vorhaben bildet eine wesentliche Verbes- serung der Lebensqualität in Embd. Beitrag des Kantons Fr. 477 000 Projektbegleitkosten einschliesslich 6% PBK Fr. 27 000 Auflagen Wird die Remise nicht gebaut, verringert sich der Beitrag des Kantons um Fr. 42 000 auf Fr. 435 000. 6) Instandstellung Forst- und Verbauungsweg nach Faldum, Ferden Bezirk/Kanton Lötschental, Wallis Verantwortlich Gemeinde Ferden für das Projekt Projektziel Gewährleistung der Befahrbarkeit Projektbeschrieb Der Forst- und Verbauungsweg nach Faldum (Länge 2,4 km) stellt die einzige Erschliessung für 60 ha Schutzwald dar. Zudem dient die Erschliessung als Zufahrtsweg zum Unterhalt von Lawinenverbauungen und ist Zufahrtsweg von 25 Alphütten, die u. a. als Ferien- und Wo- chenendhäuser genutzt werden. Der beabsichtigte Ausbau bzw. die Instandstel- lung sieht über 910 m Länge einen Ausbau auf 3,4 m Breite (Forststrasse) sowie über rund 1500 m Länge einen Ausbau auf 2,8 m Breite vor. Begünstigte Dorfbevölkerung bzw. Talschaft Kosten Fr. 806 600 Davon Projekt- Fr. 6 600 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 280 000 – Standortkanton/-region Fr. 304 000 – Gemeinde Fr. 25 000 – Übrige (Stiftungen usw.) Fr. 64 700

Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 132 900 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 116 600 Beurteilung Zur Aufrechterhaltung ihrer Schutzfunktion müssen Schutzwälder regelmässig gepflegt wer- den. Der Ausbau des Weges ist der notwendi- gen Pflege des Schutzwaldes angemessen. Die landschaftliche Eingliederung der Kunstbau- ten wurde optimiert. Erfahrungsgemäss wer- den solche Strassen durch die touristische Nutzung häufig übermässig beansprucht. Die vom Gemeinderat festgesetzten Benutzungs- gebühren (Fr. 50 pro Saison) für nicht einhei- mische Ferienhausbesitzer werden daher als zu tief erachtet. Das Vorhaben leistet einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Siche- rung der örtlichen Schutzwälder und dient als zweckmässige Erschliessung für den Unter- halt der Lawinenverbauungen. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 116 600 7) Hochwasserschutz, Kippel Bezirk/Kanton Lötschental, Wallis Verantwortlich Gemeinde Kippel für das Projekt Projektziel Stabiler Schutz vor Hochwasser Projektbeschrieb Der Zubunbach führt mitten durch das Dorf Kippel und verursachte in den Jahren 1981, 2000, 2002 und 2003 grosse Unwetterschäden. Eine Erweiterung des Bachbettes innerhalb des Dorfes ist nicht möglich, zusätzliche Schutz- massnahmen müssen oberhalb des Dorfes ge- tätigt werden. Es ist vorgesehen, im Bachbett eine Schutzbarriere zu errichten, die bei Mur- gängen das gröbste Material auffangen kann. Talwärts entsteht ein Dosierschacht, der sicher- stellt, dass nur eine bestimmte Höchstmenge Wasser im Dorfbach verbleibt und das über- schüssige Wasser ableitet. Das Vorhaben wird in zwei Etappen ausgeführt. Die erste Etappe umfasst den Ausbau der Zufahrtsstrasse zum Sanierungsgebiet. Die zweite Etappe umfasst die eigentlichen Arbeiten an den Bachläufen.

Begünstigte Dorfbevölkerung Kosten Fr. 4 169 776 Davon Projekt- Fr. 24 000 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 1 137 061 – Standortkanton/-region Fr. 1 591 959 – Gemeinde Fr. 308 756 – Übrige (Stiftungen usw.) Fr. 291 057 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 840 943 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 424 000 Beurteilung Das Vorhaben führt zu einer nachhaltigen Verringerung der Gefahrensituation. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 424 000

3.2 Projekt der Schweizer Berghilfe SB (Projekt Nr. 8) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 1 220 000 Berücksichtigte Projekte 1 220 000

8) Hotel Piz Vizàn, Wergenstein Bezirk/Kanton Hinterrheintal/GR Verantwortlich Fundaziun Capricorn für das Projekt Projektziel Energetische Sanierung des Gebäudes und bessere Nutzung vor allem durch Studierende der ZHAW Projektbeschrieb Das Hotel Piz Vizàn gehört der Fundaziun Ca- pricorn. Das Haus wurde in den 30er-Jahren erbaut und mehrmals erweitert bzw. umgebaut. Der Gebäudekomplex beherbergt neben einem Seminarhotel und angeschlossenem Restau- rantbetrieb das Center da Capricorns als Inno- vationszentrum für den ländlichen Alpenraum und als Betreiberin des Naturparks Beverin. Das Center ist ein überregional bedeutendes Vorhaben zur Förderung des ländlichen Alpen- raums (mit rund zehn wissenschaftlichen Ar- beitsplätzen) und engagiert sich beim Aufbau des Naturparks Beverin (vgl. Teilprojekt 9). Ins Hotelgebäude integriert ist eine Zweig- stelle der ZHAW (Fachstelle Tourismus und

nachhaltige Entwicklung) und eine Steinbock- ausstellung. Das Vorhaben umfasst eine breite energetische Sanierung der Gebäude und bau- liche Anpassungen für einen zeitgemässen Be- trieb von Innovationszentrum und Hotel. Begünstigte Dorfbevölkerung, Besucherinnen und Besu- cher des Naturparks Beverin, Studierende der ZHAW und Schulklassen Kosten Fr. 3 775 000 Davon Projekt- Fr. 20 000 begleitkosten Finanzierung – Bund – – Standortkanton/-region Fr. 1 156 000 – Gemeinden Fr. 200 000 – Naturpark Fr. 250 000 – Eigenmittel Fr. 100 000 – Private Spenden/Fonds Fr. 850 000 – Hypothek Fr. 500 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 719 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 220 000 Beurteilung Touristisch ausgerichtete Vorhaben dürfen im Rahmen der IH nicht mitfinanziert werden. Das Vorhaben Hotel Piz Vizàn hat ohne Zwei- fel eine touristische Komponente. Allerdings weist es auch eine bildungsmässige und öko- logische Stossrichtung auf. Weil ein direkter Bezug zum Kanton besteht (Räumlichkeiten der ZHAW), ist grundsätzlich eine anteilmässige Beitragsleistung gerechtfertigt. Der gewünsch- te Betrag entspricht 6% der Gesamtkosten. Das Vorhaben ist sorgfältig ausgearbeitet. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 220 000

3.3 Projekte der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL (Projekte Nrn. 9–16) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 9 2 306 097 Berücksichtigte Projekte 8 2 016 682

9) Aufwertung von Landschaft und Natur im Park Beverin Bezirk/Kanton Teile Vorderrhein- und Hinterrheintäler/GR Verantwortlich Verein Naturpark Beverin, SL für das Projekt Projektziel Erhalt und Aufwertung der traditionellen Kul- turlandschaft/Naturlandschaft im Projektbe- reich Projektbeschrieb Rund um den Piz Beverin bauen die anliegen- den zwölf Gemeinden (zusammengeschlossen im Verein Naturpark Beverin) den gleichna- migen Park auf. Die kulturelle Vielfalt des Naturparks ist gross. Er ist geprägt durch die typischen Streusiedlungen der Walser und Rä- toromanen und schonende landwirtschaftliche Bewirtschaftungsformen. Die Aufwertungs- massnahmen umfassen drei Module: – Sanierung von Trockensteinmauern und Sen- sibilisierung der Bevölkerung (insbesondere ein Einbezug von Landwirtinnen und Land- wirten) – Verwirklichung einer Ausstellung (zur Bedeu- tung der Ställe im Gebiet und zur zukünfti- gen Nutzung) in einem bereits fachgerecht renovierten Stall im Safiental – Aufwertung des Lebensraumes für Rauh- fusshühner im Bereich der Waldgrenze. Begünstigte Bevölkerung der Region, Gäste des Natur- parks Kosten Fr. 390 367 Davon Projekt- Fr. 39 070 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 21 600 – Standortkanton/-region Fr. 50 440 – Gemeinden Fr. 72 513 – Übrige Fr. 30 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 215 814 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 135 247 Beurteilung Mit den verschiedenen Teilprojekten kann eine grosse Breitenwirkung erzielt werden. Die touristische Komponente des Vorhabens ist nachrangig. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 135 247

Auflage Nachdem bereits mehr als 20 Ställe saniert wurden, ist auch die geplante Ausstellung sinn- voll, weil dadurch Einheimischen, Besucherin- nen und Besuchern das Grundwissen zur Ar- chitektur, über die frühere Nutzung und zu möglichen Entwicklungschancen vermittelt werden kann. Die SL hat zu prüfen, ob im Rahmen der Ausstellung auch einige schlechte Beispiele von Stallsanierungen bzw. Umnut- zungen zu Ferienhäusern (aus den Nachbar- gebieten) gezeigt werden sollen. Damit kann klargelegt werden, was man nicht will. 10) «Ir novas vias»: Aufwertung und Inwertsetzung der Kulturland- schaft Val Lumnezia Bezirk/Kanton Lugnez/GR Verantwortlich Verein Pro Val Lumnezia (in dem alle Gemein- für das Projekt den der Val Lumnezia vertreten sind), SL Projektziel Langfristiger Erhalt der Natur- und Kultur- landschaft in der Val Lumnezia Projektbeschrieb Das Lugnez und das Valsertal bilden eine Kul- turlandschaft, die Spuren einer sehr alten Be- siedlung aufweist. Prägend war bzw. ist die dezentrale Besiedlung. Das Vorhaben «Neue Wege gehen» umfasst die Energie, Mobilität, Waldbewirtschaftung, Inwertsetzung von Natur und Kultur sowie Wohnen und Arbeiten im Tal mit insgesamt sechs Modulen, wobei die Module «Natur und Kultur Lumnezia» und «Bergwald Lumnezia» ihrerseits aus fünf Teil- vorhaben bestehen: – Sanierung des historischen Strässchens in Surauna (als alte Kantonsstrasse im Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz mit regionaler Bedeutung aufgeführt) und die Sanierung der Friedhofmauer in Surcasti (als Zeuge alter Handwerkskunst) – Sanierung einer überdachten Holzbrücke bei Sum Fitatg bei Pigniu – Aufwertung von Lebensräumen im Wald zur Stärkung der Artenvielfalt und zum Erhalt des vielfältigen Landschaftsbildes – Aufwertung der Landschaft durch Pflanzung von Hochstammbäumen – Aufbau einer Waldschule (mit Waldlehrpfad).

Begünstigte Alle Gemeinden des Tales Kosten Fr. 722 995 Davon Projekt- Fr. 12 995 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 89 500 – Standortkanton/-region Fr. 124 550 – Gemeinden Fr. 109 500 – Übrige Fr. 268 500 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 117 950 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 129 950 Beurteilung Die Massnahmen sind überzeugend. Bei der vorgesehenen Waldschule muss noch viel Kon- zeptarbeit geleistet werden. Da über den Lot- teriefonds in der Regel konkrete Massnahmen mitfinanziert werden, wird das Teilprojekt Wald- schule nur zum Teil berücksichtigt, weshalb eine Kürzung am nachgesuchten Betrag um rund Fr. 30 000 gerechtfertigt ist. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 100 000 11) Aufwertung der geschützten Landschaft des Valle Bavona Bezirk/Kanton Bavonatal/TI Verantwortlich Fondazione Valle Bavona, SL für das Projekt Projektziel Erhalt der Kulturgüter und der Natur Projektbeschrieb Die Fondazione Valle Bavona wurde 1990 ge- gründet und ist seither verantwortlich für die Gesamtaktivitäten zum Erhalt des einzigarti- gen Hochtals, das zwölf Dörfer (sogenannte Terre) umfasst. Bereits 2006 hat der Lotterie- fonds für eine Projektetappe einen Beitrag von Fr. 255 000 geleistet (RRB Nr. 1401/2006). In der Etappe 2012 bis 2016 werden insgesamt acht Vorhaben aus den Bereichen Kultur- güter, Natur und Landschaft sowie Erholung umgesetzt. Zurzeit besteht noch eine Finan- zierungslücke im Gesamtbetrag von rund Fr. 500 000 für diese Teilvorhaben: – Instandstellung des wertvollen, atypischen Stalles Sacchi in San Carlo

– integrale Aufwertung der Seitentäler Cran- zünell und Cranzünasc (Instandstellung von zwei Gebäuden, Freilegung verbuschter Wei- den) – Instandstellung von fünf (der insgesamt 70) hängenden Gärten und Anbau von Kräuter- pflanzen – Aufwertung von Trockenwiesen und -weiden – Weiterführung der Sanierung des Transhu- manweges in das Valle Calnegia. Begünstigte Gesamte Talschaft Kosten Fr. 1 634 650 Davon Projekt- Fr. 36 650 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 320 000 – Standortkanton/-region Fr. 252 100 – Gemeinde Fr. 276 600 – Andere Fr. 249 300 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 500 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 8% PBK Fr. 495 000 Beurteilung Das Vorhaben wurde im August 2012 durch einen Vertreter der Baudirektion besichtigt. Die geplanten Arbeiten sind sorgfältig aus- gearbeitet. Es bestehen klare Prioritäten. Ein grosser Erfolgsgarant für das Vorhaben ist die gute und langjährige Zusammenarbeit zwischen der Stiftung und der politischen Gemeinde Cevio. Die Nutzungsplanung für das Tal trägt den kulturhistorischen Anliegen Rechnung. Das Projekt Valle Bavona ist ein Musterbei- spiel für die integrale Aufwertung einer Land- schaft. Beitrag des Kantons einschliesslich 8% PBK Fr. 495 000 12) Aufwertung der Landschaft im Walserdorf Bosco Gurin Bezirk/Kanton Valle di Bosco Gurin/TI Verantwortlich Associazione Paesaggio Bosco Gurin, SL für das Projekt Projektziel Instandsetzung der Kulturgüter und Pflege des Lebensraumes Projektbeschrieb Das Vorhaben ist Bestandteil eines Gesamt- projektes der Associazione zur Aufwertung und Inwertsetzung der Landschaft und der Bau-

substanz in Bosco Gurin. Eine frühere Phase des Projektes wurde 2005 mit einem Beitrag von Fr. 400 000 unterstützt (RRB Nr. 1521/2005). Die damalige Unterstützung umfasste insbe- sondere Investitionen in die historischen Ställe von Feruber, das Ortsmuseum und in einen Sortengarten. Die gegenwärtige Phase des Pro- jektes umfasst landschaftliche, kulturhistorische, landwirtschaftliche und touristische Elemente. Gewünscht wird ein Beitrag für den land- schaftlich-kulturhistorischen Teil mit sechs Teil- vorhaben: – Rekonstruktion des letzten Stallgebäudes, das 1925 nicht von einer Grosslawine ver- schüttet wurde – Restaurierung der ehemaligen Steinfabrik Lee. Damit wird ein Zeitzeuge der «indus- triell-gewerblichen» Vergangenheit erhalten – Restaurierung zweier historischer Stadel/Hüt- ten (für die Gebäude liegt ein Nutzungskon- zept vor) – Anlegen von Äckern für die Produktion von Braugerste, um die einst im Tessin verbrei- tete Bierkultur wieder zu beleben – Entbuschung von Alpweiden – Informationskonzept für die Naturwerte in Bosco Gurin. Begünstigte Dorfbevölkerung, Besucherinnen und Besu- cher der Gegend Kosten Fr. 1 135 950 Davon Projekt- Fr. 26 950 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 262 400 – Standortkanton/-region Fr. 418 100 – Gemeinde Fr. 38 100 – Eigenleistung Fr. 110 900 – Andere Fr. 10 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 296 450 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 296 450 Beurteilung Das Projekt wurde im August 2012 durch einen Vertreter der Baudirektion geprüft. Da- bei zeigte sich, dass die erste Etappe des Vorha-

bens erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Noch ausstehend ist die damals gemachte Auf- lage, dass bei den Ställen von Feruber eine mit dem Gewässerschutzgesetz kompatible Mist- lagerung einzuführen ist. Die zweite Projektetappe ist eine sinnvolle Er- gänzung zu den bereits geleisteten Arbeiten. Alle Massnahmen wirken sich wechselseitig auf den Erhalt der einmaligen kulturellen und landschaftlichen Schätze aus. Die Projektbe- standteile sind sorgfältig ausgewählt. Einzig die Rekonstruktion und Erhaltung des letzten 1925 nicht zerstörten Stallgebäudes ist nicht ausgewiesen, u. a. weil das Gebäude bereits zusammengebrochen ist. Es ist sinnvoller, mit einer Informationstafel auf die Bedeutung der Ruine aufmerksam zu machen und zu erläu- tern, weshalb der Stall an dieser Stelle ver- schont wurde. Weil das Teilprojekt Stall nicht berücksichtigt wird, ist eine Kürzung um den Fehlbetrag dieses Teilprojektes gerechtfertigt. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 262 900 Auflage Der Beitrag wird ausbezahlt, sobald die Aufla- ge zur korrekten Mistlagerung vor den Ställen von Feruber erfüllt ist. 13) Aufwertung der Kultur- und Naturlandschaft rund um das Dorf Lodano Bezirk/Kanton Valle Maggia/TI Verantwortlich Patriziato di Lodano, SL für das Projekt Projektziel Erhalt und Aufwertung der Kultur- und Natur- landschaft Projektbeschrieb Auch das Gebiet der Gemeinde Maggia und das Teilgebiet Lodano zeichnen sich durch ein grosses historisches Erbe, vielfältige und arten- reiche Kultur- und weitgehend unberührte Naturlandschaften aus. Das Valle di Lodano ist zudem hervorragend geeignet, aufgrund der hohen Werte als Waldreservat ausgeschieden zu werden. Das vorgeschlagene Projekt ent- springt aus einer regionalen Prioritätensetzung (u. a. in Zusammenarbeit mit der Associazione

per la protezione del patrimonio artistico e architettonico die Valmaggia). Es umfasst zehn Teilprojekte. Bei vier Teilvorhaben besteht noch eine Finanzierungslücke. Ersucht wird um einen Beitrag für folgende Projektteile: – Sanierung unterschiedlicher landschaftsprä- gender Bauten und Anlagen (Alpgebäude, Ställe usw. als Zeugen der land- und wald- wirtschaftlichen Nutzung, Sanierung von Trockenmauern und Steintreppen) auf der Alpe Pii und in Al Sass – Aufwertung der Übergangszone zwischen Lärchenwald und Alpgebiet (Sanierung Zu- flusskanal für Weiher Alpe Pii, Aufwertung einer Kastanienselve) Begünstigte Dorf-/Talbewohnerinnen und -bewohner, Be- sucherinnen und Besucher des Tales Kosten Fr. 909 685 Davon Projekt- Fr. 9 685 begleitkosten Finanzierung – Eigenleistung Fr. 261 150 – Bund Fr. 169 000 – Standortkanton/-region Fr. 149 000 – Andere Fr. 224 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 106 535 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 106 535 Beurteilung Im August 2012 orientierte sich ein Vertreter der Baudirektion vor Ort über das Vorhaben. Die beiden Projektteile Alpe Pii / Al Sass und die Aufwertung der Übergangszone sind inte- graler Bestandteil eines sorgfältig ausgearbei- teten Gesamtvorhabens. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 106 535 14) Via delle Vose: Unterhalt und Wiederherstellung des historischen Weges und der Brücke über den Isorno Bezirk/Kanton Onsernonetal/TI Verantwortlich Commune di Isorno, SL für das Projekt Projektziel Wiederherstellung und Unterhalt des histori- schen Weges Via delle Vose und der säumen- den Trockensteinmauern

Projektbeschrieb Die Via delle Vose wurde im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts erstellt und führt von Intragna im Centovalli nach Loco-Niva im Onsernonetal. Dem historischen Verkehrsweg kommt nationale Bedeutung zu. Er besteht teilweise aus Pflastersteinen, säumenden Tro- ckensteinmauern, Steinplatten und Steintrep- pen. Über weite Teile ist er in recht gutem Zustand, bedarf aber abschnittweise dringend einer Sanierung, damit die Erosion nicht wei- ter fortschreitet. Auf einer Länge von rund 300 m ist ein «Neubau» erforderlich, auf einer Länge von weiteren rund 300 m muss punk- tuell eingegriffen werden. Das Vorhaben um- fasst zudem den Neubau einer Brücke über den Isorno. Die alte Brücke wurde 1978 durch ein Hochwasser zerstört. Seither besteht ein von der Armee erstelltes Provisorium. Für den Brückenneubau konnte ein bekannter Churer Brückenbauer gewonnen werden. Das Projekt (Holzbau) ist ausgereift und kann demnächst gebaut werden. Begünstigte Bevölkerung der Dörfer Auressio, Bezona, Intragna und Loco sowie Besucherinnen und Besucher des Onsernonetales Kosten Fr. 845 000 Davon Projekt- Fr. 15 000 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 380 000 – Standortkanton/-region Fr. 150 000 – Eigenleistung Fr. 150 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 165 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 165 000 Beurteilung Das Vorhaben ist Teil des Gesamtkonzeptes für das Onsernonetal und somit Bestandteil des Nationalparkvorhabens Locarnese. Der Kan- ton hat eine frühere Phase des Onsernone- Projektes mit einem Beitrag von Fr. 230 000 unterstützt (RRB Nr. 36/2009). Die bisherigen Arbeiten sind vorbildlich ausgeführt. Ein Ver- treter der Baudirektion hat das Vorhaben im August 2012 besucht.

Die Notwendigkeit, den Weg wieder instand zu stellen, ist ausgewiesen. Der Weg wird viel begangen. Auch der Neubau der Brücke ist notwendig. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 165 000 15) Aufwertung der Kulturlandschaft Verzascatal Bezirk/Kanton Verzascatal/TI Verantwortlich Fondazione Verzasca, SL für das Projekt Projektziel Erhalt und Aufwertung von landschaftsprä- genden und kulturhistorisch wertvollen Bau- ten und Anlagen sowie Landschaftsaufwer- tungen Projektbeschrieb In der Projektregion lassen sich heutige und frühere Nutzung der Landschaft (z. B. Trans- humanz) sowie die Gesellschaftsgeschichte an- schaulich nachvollziehen. Um dies auch den zukünftigen Generationen zu ermöglichen, müs- sen die bestehenden Strukturen erhalten und bestehende Nutzungen gefördert werden. Das Gesamtvorhaben – es ist das erste grössere Projekt in dieser Region – umfasst insgesamt neun Teilvorhaben. Noch nicht gesichert ist die Finanzierung bei folgenden Teilprojekten: – Instandstellung von Alpgebäuden im Raum Lavertezzo – Instandstellung von Alpgebäuden in Franco – Erhalt historischer Lagerhütten – Instandstellung des ethnografischen Weges Revoira – Instandstellung von Trockenmauern in Co- rippo. Begünstigte Talbewohnerinnen und -bewohner, Besuche- rinnen und Besucher des Verzascatales Kosten Fr. 1 639 000 Davon Projekt- Fr. 32 520 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 350 000 – Standortkanton/-region Fr. 267 100 – Gemeinde Fr. 416 700 – Andere Fr. 105 200

Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 500 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 357 720 Beurteilung Das Vorhaben wurde im August 2012 von einem Vertreter der Baudirektion besucht. Die Fondazione Verzasca ist eine noch junge Organisation, deren Arbeit daher nicht durch eine langjährige Erfahrung (wie z. B. bei der Fondazione Valle Bavona) geprägt ist. Ein grosses Engagement ist spürbar, indessen ist noch kein Gesamtkonzept mit klarer Priori- tätensetzung und Trennung von Wünsch- und Machbarem greifbar. Zudem ist noch unklar, wie gut die Zusammenarbeit mit den Gemein- den funktioniert. Sinn- und wertvoll sind die Instandstellungsarbeiten an den beiden histo- rischen Alpgebäudegruppen und an den histo- rischen Lagerhütten. Bei diesen Vorhaben be- trägt die Finanzierungslücke Fr. 330 000. Ein Beitrag von Fr. 300 000 ist gerechtfertigt. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 300 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass der bewilligte Beitrag ausschliesslich zugunsten der drei Teilvor- haben Instandstellung von Alpgebäuden im Raum Lavertezzo, Instandstellung von Alp- gebäuden in Franco und Erhalt historischer Lagerhütten verwendet wird. 16) Aufwertung der anthropogenen Grenzstrukturen in der bäuerlichen Kulturlandschaft – Grenzkultur Park Pfyn-Fingers Bezirk/Kanton Rhonetal/VS Verantwortlich Regionaler Naturpark Pfyn-Finges, SL für das Projekt Projektziel Aufwertung der von Menschen geschaffenen Grenzstrukturen in der bäuerlichen Kultur- landschaft und Vernetzung der Strukturen zur Erhaltung des Landschaftsbildes Projektbeschrieb Das Projektgebiet liegt auf einem markanten Schuttfächer östlich des Pfynwaldes, der in gewisser Weise eine Grenze zwischen dem Ober- und dem Unterwallis bzw. zwischen zwei Kulturen darstellt. In Verbindung mit dem

Illgraben stellt der Schuttfächer des Pfynwal- des ein herausragendes geomorphologisches Objekt dar, das seit Jahrzehnten ein wissen- schaftliches Forschungsobjekt ist. Die ursprüng- lichen Abgrenzungen (insbesondere Holzzäune, Steinmauern) sind im Zerfall und mit Stachel- draht, Maschendraht oder Elektrozaunvarian- ten geflickt. Für eine Vielzahl von wild leben- den Tierarten sind diese Zäune eine Grenze in der Kulturlandschaft und beeinträchtigen die Vernetzung räumlich getrennter Lebensberei- che. Das Vorhaben besteht aus insgesamt vier Teilbereichen: – Inventarisierung der Grenzstrukturen wie Hecken, Kopfweiden, Alleen und Holzzäune – Pflege/Sanierung und punktuelle Wiederin- standstellung der traditionellen Grenzstruk- turen (Steinmauern, Hecken, Holzzäune) – Rückbau von fragwürdigen Grenzstrukturen wie Stacheldraht und Armierungsgittern bzw. Ersetzen mit korrekten Zäunen – Archivierung des Wissens um diese Grenz- strukturen sowie Bewahren von Überliefe- rungen zum Themenfeld. Begünstigte Landwirtschaft, Forstdienste, Gemeinden, Jä- gerschaft und Schulen Kosten Fr. 1 224 000 Davon Projekt- Fr. 44 000 begleitkosten Finanzierung – Bund Fr. 192 000 – Standortkanton/-region Fr. 128 000 – Gemeinden/lokale Träg. Fr. 420 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 484 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 484 000 Beurteilung Die Aufwertung der Kulturlandschaft in die- sem besonderen Gebiet ist äusserst wertvoll und bedeutend. Mit den geplanten Massnah- men kann das im Projektbeschrieb formu- lierte Ziel erreicht werden. Die vorhandenen Grenzstrukturen tragen viel zu einer vielfälti- gen, kleinräumigen Landschaft und letztlich zu einer hohen Biodiversität bei. Hingegen

wird der Rückbau «negativer Zäune» kritisch beurteilt. Sachlich ist das Anliegen zwar be- rechtigt (Tod von Wildtieren). Indessen sind z. B. Stacheldrahtzäune aus Tierschutzgründen unerwünscht und für bestimmte Bereiche so- gar verboten. Die Einhaltung der Bestimmun- gen soll nicht durch Beiträge ausserkantonaler Lotteriefonds unterstützt werden. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 452 000 Auflage Der Betrag wird nur ausbezahlt, wenn ein ver- bindliches Konzept vorgelegt wird, das einen Zeitplan zum «Rückbau negativer Zäune» um- fasst. Die Kosten können u. a. von der Land- wirtschaft und der Jägerschaft übernommen werden.

4. Überblick Im Rahmen der Inlandhilfe 2012 werden in den Kantonen GR, TI und VS die folgend aufgelisteten Vorhaben unterstützt: Kanton Organisation Projekt in Franken in Franken GR SPB 1 Val Müstair, Murgangschutz 265 000 SPB 2 Val Müstair, Forststrasse 424 000 SPB 3 Rossa, Forststrasse 130 000 SPB 4 Langwies, Forststrasse 148 400 SB 8 Wergenstein, Hotel Piz Vizàn 220 000 SL 9 Beverin, Aufwertung 135 247 SL 10 Lugnez, Aufwertung 100 000 Total Graubünden 1 422 647 TI SL 11 Val Bavona, Aufwertung 495 000 SL 12 Bosco Gurin, Aufwertung 262 900 SL 13 Lodano, Aufwertung 106 535 SL 14 Onsernone, Kulturlandschaft 165 000 SL 15 Verzascatal, Kulturlandschaft 300 000 Total Tessin 1 329 435 VS SPB 5 Embd, Lawinenzufahrt 477 000 SPB 6 Ferden, Waldweg 116 600 SPB 7 Kippel, Hochwasserschutz 424 000 SL 16 Park Pfyn, Aufwertung 452 000 Total Wallis 1 469 600 Total 4 221 682

Dispositiv

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Inlandhilfebeiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3650 4980): in Franken – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden 1 985 000 – der Schweizer Berghilfe 220 000 – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz 2 016 682 Total 4 221 682

II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, an die Finanz- direktion und die Finanzkommission des Kantonsrates.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi