R 2024 105
Strassenverkehrsgesetz SVG
28. Januar 2025Deutsch5 min
Mit Urteil 1C_417/2023 vom 9. Oktober 2024 hiess das Bundesgericht die am 28. August 2023 erhobene Beschwerde von A._____ und B._____, C._____ und D._____, E._____ und F._____, G._____ und H._____ sowie I._____ und J._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 27. Juni 2023 (R 22 33) gut und hob dieses sowie die Baubewilligung der kommunalen Baukommission vom 7. März 2022 auf. Die Sache wurde zur Neuverlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanz-lichen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zurückgewiesen (Dispositivziffer 1). Die Gerichtskosten von CHF 4'000.00 wurden der Wohnbaugenossenschaft Q._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 2) auferlegt (Dispositivziffer 2). Die Beschwerde-gegnerin 2 hatte zudem die Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt CHF 4'000.00 zu entschädigen (Dispositiv-ziffer 3).
Source gr.ch
VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI
- 1 -
R 24 105
5. Kammer
Vorsitz Brun
RichterIn Audétat und Zanolari Hasse
Aktuarin Maurer
URTEIL
vom 19. Dezember 2024
in der verwaltungsrechtlichen Streitsache
A._____ und B._____,
C._____ und D._____,
E._____ und F._____,
G._____ und H._____,
I._____ und J._____,
alle vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Flavia Brülisauer,
Beschwerdeführer
gegen
Gemeinde O._____,
Beschwerdegegnerin 1
und
Wohnbaugenossenschaft Q._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg,
Beschwerdegegnerin 2
betreffend Baueinsprache (Kostenentscheid)
Sachverhalt
I. Sachverhalt:
Mit Urteil 1C_417/2023 vom 9. Oktober 2024 hiess das Bundesgericht die am 28. August 2023 erhobene Beschwerde von A._____ und B._____, C._____ und D._____, E._____ und F._____, G._____ und H._____ sowie I._____ und J._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 27. Juni 2023 (R 22 33) gut und hob dieses sowie die Baubewilligung der kommunalen Baukommission vom 7. März 2022 auf. Die Sache wurde zur Neuverlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanz-lichen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zurückgewiesen (Dispositivziffer 1). Die Gerichtskosten von CHF 4'000.00 wurden der Wohnbaugenossenschaft Q._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 2) auferlegt (Dispositivziffer 2). Die Beschwerde-gegnerin 2 hatte zudem die Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt CHF 4'000.00 zu entschädigen (Dispositiv-ziffer 3).
Erwägungen
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber kassatorisch, mithin den angefochtenen Entscheid bloss aufheben oder die Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die erstinstanzlich verfügende Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen (Art. 107 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]; vgl. Kölz/Häner/Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-rechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich et al. 2013, Rz. 1640; Dormann, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/-Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 107 Rz. 12 ff.). Dabei kann das Bundesgericht nach Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG auch die Kosten und/oder die Entschädigungen des vorangegangenen Verfahrens anders verteilen. Es weist die Angelegen-heit dabei entweder an die Vorinstanz zurück, damit diese über die (Kosten-)Verteilung entscheidet oder entscheidet selbst (Kölz/Häner/
Bertschi, a.a.O., Rz. 1658; Geiser, in: Niggli/-Uebersax/Wiprächtiger/
Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 67 Rz. 5 und Art. 68 Rz. 24 f.). Bei einer Rückweisung sind die Vorgaben des Bundesgerichts für die Vorinstanz verbindlich (vgl. Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz. 1643; Dormann, a.a.O., Art. 107 Rz. 18; vgl. auch BGE 143 IV 214 E.5.3.3 m.H.a. BGE 135 III 334 E.2.1).
2.
Nach Dispositivziffer 1 des Urteils 1C_417/2023 vom 9. Oktober 2024 hat das Verwaltungsgericht die Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens (Hervorhebung durch das Gericht) neu zu verlegen. Damit können nur die Kosten im vorangegangenen verwaltungsgerichtlichen Verfahren R 22 33 und nicht, wie in Erwägung 3 festgehalten, diejenigen des Kantonsgerichts gemeint sein.
3.
Die Beschwerdeführer im Verfahren R 22 33 sind betreffend Kosten- und Entschädigungsfolgen so zu stellen, wie wenn sie mit ihrer Beschwerde vom 25. Mai 2022 vor Verwaltungsgericht durchgedrungen wären (vgl. VGU R 22 116 vom 31. Januar 2023 E.3, R 22 111 vom 21. Dezember 2022 E.2).
3.1
Die Gerichtskosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens R 22 33 von CHF 4'844.00 (Staatsgebühr von CHF 4'000.00 und Kanzleiauslagen von CHF 844.00) gehen damit aufgrund des Ausgangs des bundes-gerichtlichen Verfahrens 1C_417/2023 sowie der verwaltungs-gerichtlichen Praxis gestützt auf Art. 73 Abs. 1 und 2 VRG neu je zur Hälfte zu Lasten der Gemeinde O._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) und der Beschwerdegegnerin 2 (vgl. anstatt vieler: VGU R 22 116 vom 31. Januar 2023 E.4, R 22 60 vom 13. September 2022 E.2.1). Die Höhe der Gerichtskosten wurde im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren weder von den Parteien noch vom Bundesgericht beanstandet.
3.2
Darüber hinaus haben die Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 die obsiegenden Beschwerdeführer für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren R 22 33 aussergerichtlich zu entschädigen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Ausgangspunkt für den Ersatz der durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten bildet dabei die Honorarnote der Rechtsanwältin der Beschwerdeführer vom 25. Oktober 2022 in der Höhe von CHF 10'455.25 (bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand 37.70 Stunden à CHF 250.00 [CHF 9'425.00], zzgl. Kleinspesenpauschale von 3 % [CHF 282.75] und Mehrwertsteuer von 7.7 % [CHF 747.50]). Gemäss Honorarvereinbarung vom 19. Mai 2022 wurde ein Stundenansatz von CHF 250.00 vereinbart. Der geltend gemachte Aufwand erscheint dem Gericht als angemessen und für die Prozessführung erforderlich. Somit haben die Beschwerdegegnerin 1 und die Beschwerdegegnerin 2 die Beschwerdeführer aussergerichtlich je zur Hälfte mit insgesamt CHF 10'455.25 zu entschädigen.
Dispositiv
III. Demnach erkennt das Gericht:
1. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens R 22 33 in der Höhe von CHF 4'844.00 gehen je zur Hälfte zu Lasten der Gemeinde O._____ und der Wohnbaugenossenschaft Q._____.
2. Die Gemeinde O._____ und die Wohnbaugenossenschaft Q._____ haben A._____ und B._____, C._____ und D._____, E._____ und F._____, G._____ und H._____ sowie I._____ und J._____ für das Verfahren R 22 33 aussergerichtlich je zur Hälfte mit insgesamt CHF 10'455.25 (inkl. Spesen und MWST) zu entschädigen.
3. Für das vorliegende Verfahren R 24 105 werden keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigung zugesprochen.
4. [Rechtsmittelbelehrung]
5. [Mitteilungen]
1C_417/2023
Art. 107 BGGart. 107 LTFart. 107 LTF
Art. 67 BGGart. 67 LTFart. 67 LTF
Art. 68 BGGart. 68 LTFart. 68 LTF
BGE 143 IV 214ATF 143 IV 214DTF 143 IV 214
BGE 135 III 334ATF 135 III 334DTF 135 III 334
1C_417/2023
1C_417/2023
Art. 73 VRGart. 73 VRGart. 73 LGA
Art. 78 VRGart. 78 VRGart. 78 LGA