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Entscheid

SK1 2022 39

Ortsplanungsrevision

14. Dezember 2022Deutsch5 min

A. Das Regionalgericht Plessur sprach A._____ am 28. Januar 2022 der Begehung folgender Taten schuldig: Gewerbsmässiger Diebstahl (Art. 139 Ziff. 2 StGB), mehrfacher Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), mehrfache Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB), betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), geringfügiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB), Hinderung einer Amtshandlung (Art. 286 StGB), Verletzung des Schriftgeheimnisses durch Öffnen einer Sendung (Art. 179 Abs. 1 StGB), Auskunftsverweigerung (Art. 36e Abs. 1 lit. a PolG), mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (Art. 19a Ziff. 1 BetmG). Es bestrafte ihn dafür mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 10.00 und einer Busse von CHF 300.00. Von einer Landesverweisung sah das Regionalgericht ab.

Source gr.ch

Verfügung vom 27. Oktober 2022

Referenz SK1 22 39

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender

Gabriel, Aktuarin ad hoc

Parteien Staatsanwaltschaft Graubünden

Rohanstrasse 5, 7001 Chur

Berufungsklägerin

gegen

A._____

Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Sabrina Tschurr,

c/o Brändli Rechtsanwälte AG, Aquasanastrasse 8, 7000 Chur

Gegenstand gewerbsmässiger Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung,

mehrfacher Hausfriedensbruch etc.

Anfechtungsobj. Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 28.01.2022, mitgeteilt

am 27.06.2022 (Proz. Nr. 515-2021-66)

Mitteilung 28. Oktober 2022

Sachverhalt

Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Plessur sprach A._____ am 28. Januar 2022 der Begehung folgender Taten schuldig: Gewerbsmässiger Diebstahl (Art. 139 Ziff. 2 StGB), mehrfacher Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), mehrfache Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB), betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), geringfügiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB), Hinderung einer Amtshandlung (Art. 286 StGB), Verletzung des Schriftgeheimnisses durch Öffnen einer Sendung (Art. 179 Abs. 1 StGB), Auskunftsverweigerung (Art. 36e Abs. 1 lit. a PolG), mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (Art. 19a Ziff. 1 BetmG). Es bestrafte ihn dafür mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 10.00 und einer Busse von CHF 300.00. Von einer Landesverweisung sah das Regionalgericht ab.

B. Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft Berufung. In der Berufungserklärung vom 7. Juli 2022 beantragt sie, A._____ sei für die Dauer von 7 Jahren des Landes zu verweisen.

C. Mit Verfügung vom 19. August 2022 teilte der Vorsitzende der I. Strafkammer sämtlichen Privatklägern mit, dass ihnen infolge Fehlens von fristgerecht erhobenen Anschlussberufungen und mangels Betroffenheit im Berufungsverfahren keine Parteistellung mehr zukomme.

D. A._____ nahm sich am 9. September 2022 das Leben. Am 22. September 2022 reichte die amtliche Verteidigerin ihre Honorarnote für das Berufungsverfahren ein.

Erwägungen

Erwägungen

1.

Das Berufungsgericht entscheidet in einem schriftlichen Verfahren, ob auf die Berufung einzutreten sei, wenn die Verfahrensleitung oder eine Partei geltend macht es lägen Prozesshindernisse vor (Art. 403 Abs. 1 lit. c StPO). Der Tod des Beschuldigten stellt ein solches Prozesshindernis dar (vgl. Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 5 zu Art. 403 StPO). Der Beschuldigte A._____ ist am 9. September 2022 verstorben (act. D.10.1; D.11.1), weshalb auf die Berufung nicht einzutreten ist.

2.

Der Tod der beschuldigten Person führt zudem zur Einstellung des Strafverfahrens (BGer 6B_975/2021 v. 7.9.2022 E. 1.1 mit Hinweisen). Erfolgt dies im Berufungsverfahren, wird das erstinstanzliche Urteil hinfällig (BGer 6B_277/2012 v. 14.8.2012 E. 2.5; Marlène Kistler Vianin, in: Jeanneret/Kuhn/Perrier Depeursinge [Hrsg.], Commentaire romand, 2. Aufl. 2019, N 11 zu Art. 403 StPO). Vorliegend sind weder die Schuldsprüche noch die von der Vorinstanz ausgesprochenen Sanktionen mittels Berufung angefochten wurden. Eine Einstellung des Strafverfahrens ist daher nicht erforderlich und es ist davon abzusehen.

3.

Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen zulasten des Kantons Graubünden (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die von der amtlichen Verteidigerin eingereichte Honorarnote ist nicht zu beanstanden. Das Verfahren kann in einzelrichterlicher Kompetenz erledigt werden (Art. 18 Abs. 3 GOG).

Dispositiv

Demnach wird erkannt:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 1'650.50 (Gerichtskosten CHF 800.00; Kosten der amtlichen Verteidigung CHF 850.50 [inkl. Spesen und MwSt.]) gehen zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht):

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtlich Verteidigerin ge-mäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) Be-schwerde an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem Bundesstrafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bel-linzona, schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Aus-fertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zu-lässigkeit, die Beschwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

5. Mitteilung an:

1 / 4

Art. 139 StGBart. 139 CPart. 139 CP

Art. 186 StGBart. 186 CPart. 186 CP

Art. 144 StGBart. 144 CPart. 144 CP

Art. 147 StGBart. 147 CPart. 147 CP

Art. 22 StGBart. 22 CPart. 22 CP

Art. 147 StGBart. 147 CPart. 147 CP

Art. 172ter StGBart. 172ter CPart. 172ter CP

Art. 286 StGBart. 286 CPart. 286 CP

Art. 179 StGBart. 179 CPart. 179 CP

Art. 36e PolGart. 36e PolGart. 36e LPol

Art. 19a BetmGart. 19a LStupart. 19a LStup

Art. 403 StPOart. 403 CPPart. 403 CPP

Art. 403 StPOart. 403 CPPart. 403 CPP

6B_975/2021

6B_277/2012

Art. 403 StPOart. 403 CPPart. 403 CPP

Art. 428 StPOart. 428 CPPart. 428 CPP

Art. 18 GOGart. 18 GOGart. 18 LOG

Art. 78 BGGart. 78 LTFart. 78 LTF

Art. 42 BGGart. 42 LTFart. 42 LTF

Art. 29 BGGart. 29 LTFart. 29 LTF

Art. 78 BGGart. 78 LTFart. 78 LTF

Art. 90 BGGart. 90 LTFart. 90 LTF

Art. 135 StPOart. 135 CPPart. 135 CPP

Art. 37 StBOGart. 37 LOAPart. 37 LOAP

Art. 385 StPOart. 385 CPPart. 385 CPP

Art. 39 StBOGart. 39 LOAPart. 39 LOAP

Art. 393 StPOart. 393 CPPart. 393 CPP