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Entscheid

U 2021 32

Regionalgericht Viamala, Einzelrichter

29. April 2021Deutsch4 min

Mit Urteil 2C_589/2020 vom 22. März 2021 hiess das Bundesgericht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten des Bundesamtes für Justiz gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 18 58 vom 3. Juni 2020 in Sachen Grundstückserwerb durch Personen im Ausland gut und hob das betreffende Verwaltungsgerichtsurteil auf (vgl. Dispositivziffer 1). In Dispositivziffer 2 stellte das Bundesgericht fest, dass der Erwerb der auf dem Stammgrundstück Nr. B._____ in der Gemeinde C._____ geplanten Stockwerkeinheiten, welche als Personalwohnungen genutzt werden sollen, durch eine Person im Ausland der Bewilligungspflicht gemäss dem Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (BewG; SR 211.412.41) untersteht. Für das bundesgerichtliche Verfahren hatte die A._____ AG den Beschwerdeführer mit CHF 3'000.00 zu entschädigen (vgl. Dispositivziffer 3). Zudem wies das Bundesgericht die Angelegenheit zur Neuverlegung der Kosten und Entschädigung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zurück (vgl. Dispositivziffer 4).

Source gr.ch

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN

DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN

TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

- 1 -

U 21 32

1. Kammer

Vorsitz Audétat

RichterIn Racioppi und von Salis

Aktuar ad hoc Brunner

URTEIL

vom 29. April 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Bundesamt für Justiz BJ,

Beschwerdeführer

gegen

Grundbuchinspektorat und Handelsregister Graubünden,

Beschwerdegegner

und

A._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andri Mengiardi,

Beschwerdegegnerin

betreffend Bewilligungspflicht

Sachverhalt

I. Sachverhalt:

Mit Urteil 2C_589/2020 vom 22. März 2021 hiess das Bundesgericht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten des Bundesamtes für Justiz gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 18 58 vom 3. Juni 2020 in Sachen Grundstückserwerb durch Personen im Ausland gut und hob das betreffende Verwaltungsgerichtsurteil auf (vgl. Dispositivziffer 1). In Dispositivziffer 2 stellte das Bundesgericht fest, dass der Erwerb der auf dem Stammgrundstück Nr. B._____ in der Gemeinde C._____ geplanten Stockwerkeinheiten, welche als Personalwohnungen genutzt werden sollen, durch eine Person im Ausland der Bewilligungspflicht gemäss dem Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (BewG; SR 211.412.41) untersteht. Für das bundesgerichtliche Verfahren hatte die A._____ AG den Beschwerdeführer mit CHF 3'000.00 zu entschädigen (vgl. Dispositivziffer 3). Zudem wies das Bundesgericht die Angelegenheit zur Neuverlegung der Kosten und Entschädigung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zurück (vgl. Dispositivziffer 4).

Erwägungen

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.

Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber kassatorisch, also den angefochtenen Entscheid bloss aufheben oder die Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die erstinstanzlich verfügende Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen (Art. 107 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]) (vgl. Kölz/Häner/Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1640; Dormann, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 107 Rz. 12 ff. m.w.H.). Dabei kann das Bundesgericht nach Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG auch die Kosten und/oder die Entschädigungen des vorangegangenen Verfahrens anders verteilen. Es weist die Angelegenheit dabei entweder an die Vorinstanz zurück, damit diese über die Kostenverteilung entscheidet oder entscheidet selbst (Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz. 1658; Geiser, in: Niggli/Ueber-sax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 67 Rz. 5 und Art. 68 Rz. 24 f.). Bei einer Rückweisung sind die Vorgaben, insbesondere die entscheidwesentlichen Erwägungen, des Bundesgerichts für die Vor-

instanz verbindlich (Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz. 1643; Dormann, a.a.O., Art. 107 Rz. 18; vgl. auch BGE 143 IV 214 E.5.3.3 und 135 III 334 E.2.1).

2.

Somit sind laut der verbindlichen Anordnung des Bundesgerichts entsprechend dem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten und die aussergerichtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren U 18 58 vom Verwaltungsgericht in Anwendung von Art. 73 und Art. 78 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) neu zu verlegen.

3.

Im Urteil U 18 58 hat das Verwaltungsgericht die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 2'295.00 (Staatsgebühr: CHF 2'000.00 sowie Kanzleiauslagen: CHF 295.00) dem Bundesamt für Justiz zur Bezahlung auferlegt. Weiter wurde das Bundesamt für Justiz verpflichtet, die A._____ AG aussergerichtlich mit CHF 3'296.00 zu entschädigen.

4.

Da der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde vor Bundesgericht durchgedrungen ist, ist er im Verfahren U 18 58 vor dem Verwaltungsgericht so zu stellen, als hätte er obsiegt. Deshalb gehen die Gerichtskosten neu in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 und 2 VRG im Umfang von CHF 2'295.00 je hälftig zu Lasten der A._____ AG und des Kantons Graubünden (Grundbuchinspektorat und Handelsregister). Eine Parteientschädigung wird nicht gesprochen (vgl. Art. 78 Abs. 2 VRG).

Dispositiv

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden von total CHF 2'295.00 gehen je hälftig zu Lasten der A._____ AG und des Kantons Graubünden (Grundbuchinspektorat und Handelsregister). Die jeweiligen Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

2. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

2C_589/2020

Art. 107 BGGart. 107 LTFart. 107 LTF

Art. 67 BGGart. 67 LTFart. 67 LTF

Art. 68 BGGart. 68 LTFart. 68 LTF

BGE 143 IV 214ATF 143 IV 214DTF 143 IV 214

BGE 135 III 334ATF 135 III 334DTF 135 III 334

Art. 73 VRGart. 73 VRGart. 73 LGA

Art. 78 VRGart. 78 VRGart. 78 LGA