ZK1 2021 134
StGB 137-172 Vermögen
16. November 2021Deutsch5 min
A. Die B._____ ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in C._____. Sie ist Eigentümerin der Liegenschaft Nr. D._____, Plan Nr. E._____, Grundbuch C._____. Zulasten der vorgenannten Liegenschaft ist im Grundbuch eine Dienstbarkeit im Sinne eines Benützungsrechts an einem Autoparkplatz zugunsten von A._____ eingetragen.
Source gr.ch
Entscheid vom 24. November 2021
Referenz ZK1 21 134
Instanz I. Zivilkammer
Besetzung Bergamin, Vorsitzender
Casutt, Aktuarin
Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Samuel B. Nadig
Hauptstrasse 40, Postfach 86, 8215 Hallau
Gegenstand Erlass gerichtliches Verbot
Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Maloja, Einzelrichter, vom 28.07.2021, mitgeteilt am 19.08.2021 (Proz. Nr. 135-2021-21)
Mitteilung 29. November 2021
Sachverhalt
Sachverhalt
A. Die B._____ ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in C._____. Sie ist Eigentümerin der Liegenschaft Nr. D._____, Plan Nr. E._____, Grundbuch C._____. Zulasten der vorgenannten Liegenschaft ist im Grundbuch eine Dienstbarkeit im Sinne eines Benützungsrechts an einem Autoparkplatz zugunsten von A._____ eingetragen.
B. Am 14. Januar 2021 ersuchte A._____ das Regionalgericht Maloja um den Erlass eines gerichtlichen Verbots. Er beantragte ein unbefristetes Parkierverbot für jegliches Abstellen von Fahrzeugen aller Art auf dem Parkplatz der Liegenschaft Nr. D._____.
C. Mit Entscheid vom 28. Juli 2021 (begründet mitgeteilt am 19. August 2021 und zugestellt am 24. August 2021) wies der Einzelrichter am Regionalgericht Maloja das Gesuch ab bzw. trat nicht darauf ein und auferlegte A._____ Gerichtskosten in der Höhe von CHF 500.00.
D. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Berufungskläger) mit Eingabe vom 7. September 2021 (Poststempel) Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden.
Erwägungen
Erwägungen
1.
Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, welcher mit Berufung angefochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Bezüglich Streitwerts macht der Berufungskläger keine Angaben. Ausgehend von einer monatlichen Parkplatzmiete von mindestens CHF 50.00, wie er bei den örtlichen Gegebenheiten üblich sein dürfte, beträgt der Streitwert CHF 12'000.00 oder mehr (Art. 92 ZPO). Damit ist der für die Berufung vorausgesetzte Streitwert von CHF 10'000.00 (Art. 308 Abs. 2 ZPO) erreicht.
2.
Der angefochtene Entscheid betrifft den Erlass eines gerichtlichen Verbots und erging daher im summarischen Verfahren (Art. 248 lit. c ZPO i.V.m. Art. 258 ff. ZPO). In Bezug auf im summarischen Verfahren gefällte Entscheide beträgt die Frist zur Einreichung der Berufung zehn Tage (Art. 314 Abs. 1 ZPO).
2.1
Der Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Maloja vom 28. Juli 2021 wurde dem Berufungskläger am 24. August 2021 zugestellt (act. B.3). Die Eingabe des Berufungsklägers datiert vom 7. September 2021 (Poststempel) und erfolgte damit verspätet. Auf die Berufung ist demzufolge nicht einzutreten.
2.2
Die Rechtsmittelbelehrung im Dispositiv des angefochtenen Entscheids erwähnt fälschlicherweise eine Berufungsfrist von 30 Tagen (act. B.2 Dispositiv-Ziffer 3). Auf diese Angabe durfte sich der anwaltlich vertretene Berufungskläger nicht verlassen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann sich eine anwaltlich vertretene Partei nicht auf den Vertrauensschutz berufen, wenn sie auf eine falsche Rechtsmittelbelehrung abgestellt hat und daher die Anfechtungsfrist verpasst hat, jedoch ein Blick ins Gesetz die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung sofort aufgedeckt hätte (BGE 141 III 270 E. 3.3; 135 III 374 E. 1.2.2.1).
3.
Da die verspätete Einreichung der Berufung durch ein Versehen der Vorinstanz mitverursacht worden ist, rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens dem Kanton aufzuerlegen (Art. 107 Abs. 2 ZPO; Hans Schmid/Ingrid Jent-Sørensen, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 3. Aufl., Basel 2021, N 13 zu Art. 107 ZPO). Angesichts des verursachten Aufwands und des Streitinteresses erscheint eine Spruchgebühr von CHF 200.00 angemessen (Art. 15 Abs. 2 EGzZPO i.V.m. Art. 9 Abs. 1 und Art. 13 Abs. 1 VGZ [BR 320.210]).
4.
Nachdem sich das Rechtsmittel als offensichtlich unzulässig erweist, ergeht der vorliegende Nichteintretensentscheid in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 18 Abs. 3 GOG [BR 173.000] und Art. 7 Abs. 2 lit. b EGzZPO [BR 320.100]).
Dispositiv
Demnach wird erkannt:
Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
Die Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 200.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden und werden aus der Kasse des Regionalgerichts Maloja bezahlt. Der Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 1'000.00 wird A._____ durch das Kantonsgericht erstattet.
Gegen diese, einen Streitwert von weniger als CHF 30'000.00 betreffende Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.
Mitteilung an:
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Art. 308 ZPOart. 308 CPCart. 308 CPC
Art. 92 ZPOart. 92 CPCart. 92 CPC
Art. 308 ZPOart. 308 CPCart. 308 CPC
Art. 248 ZPOart. 248 CPCart. 248 CPC
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BGE 141 III 270ATF 141 III 270DTF 141 III 270
BGE 135 III 374ATF 135 III 374DTF 135 III 374
Art. 107 ZPOart. 107 CPCart. 107 CPC
Art. 107 ZPOart. 107 CPCart. 107 CPC
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Art. 72 BGGart. 72 LTFart. 72 LTF
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Art. 113 BGGart. 113 LTFart. 113 LTF
Art. 42 BGGart. 42 LTFart. 42 LTF
Art. 29 BGGart. 29 LTFart. 29 LTF
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Art. 113 BGGart. 113 LTFart. 113 LTF