STBER.2020.10
Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Glücksspiele und Spielbanken
11. November 2020Deutsch57 min
Kantons Solothurn angeordnete Kontrolle im Bereich Glücksspiel in der «P.___ Bar»
Source so.ch
Obergericht
Strafkammer
Urteil vom 11. November 2020
Es wirken mit:
Präsident Marti
Oberrichter von Felten
Oberrichter Kiefer
Gerichtsschreiberin Lupi De Bruycker
In Sachen
Eidgenössische Spielbankenkommission
ESBK,
Eigerplatz 1,
3003
Bern,
Anklägerin
gegen
A.___,
vertreten durch Fürsprecher
Manuel
Rohrer,
Beschuldigter
und Berufungskläger
betreffend Widerhandlung
gegen das Bundesgesetz über Glücksspiele und Spielbanken
Es erscheinen zur Hauptverhandlung
vor Obergericht vom 10. November 2020:
1. A.___, Beschuldigter und
Berufungskläger;
2. Fürsprecher Manuel Rohrer, privater
Verteidiger des Beschuldigten;
3. Q.___, Zeuge.
Der Vorsitzende eröffnet die
Verhandlung, stellt die Anwesenden fest und gibt die Besetzung des
Berufungsgerichts bekannt. Er fasst in der Folge das erstinstanzliche Urteil des
a.o. Amtsgerichtsstatthalters von Solothurn-Lebern vom 18. September 2019
zusammen, gegen welches der Beschuldigte die Berufung anmelden liess (zum
Umfang des Rechtsmittels vgl. nachfolgende Ziff. I.7.). Der Vorsitzende skizziert
den vorgesehenen weiteren Verhandlungsablauf wie folgt:
1. Vorbemerkungen und Vorfragen des
Verteidigers;
2. Einvernahme des Zeugen;
3. Einvernahme des Beschuldigten;
3. etwaige weitere Beweisanträge und
Abschluss des Beweisverfahrens;
4. Parteivortrag des Verteidigers;
5. letztes Wort des Beschuldigten;
6. geheime Urteilsberatung;
7. Urteilseröffnung (vorgesehen am 10.
November 2020, 16:00 Uhr).
Fürsprecher Manuel Rohrer wirft keine
Vorfragen auf und hat keine Vorbemerkungen.
Hierauf wird der vorgeladene Zeuge in
den Gerichtssaal gebeten, vom Referenten, Oberrichter von Felten, auf seine
Rechte und Pflichten aufmerksam gemacht und anschliessend zur Sache befragt (vgl.
Audio-Dokument sowie separates Einvernahmeprotokoll vom 10.11.2020 in den
obergerichtlichen Akten). Um 8:45 Uhr wird der Zeuge wieder entlassen und
es folgt nach vorgängiger Belehrung durch den Referenten die Befragung des
Beschuldigten zur Sache und Person (vgl. Audio-Dokument sowie separates
Einvernahmeprotokoll vom 10.11.2020 in den obergerichtlichen Akten).
Nachdem von der Verteidigung keine
weiteren Beweisanträge gestellt worden sind, wird das Beweisverfahren vom
Vorsitzenden geschlossen.
Fürsprecher Manuel Rohrer stellt und
begründet im Namen und Auftrag des Beschuldigten und Berufungsklägers folgende Anträge:
« 1. Es
sei gerichtlich festzustellen, dass das Verfahren gegen A.___ wegen Aufstellens
von Glücksspielautomaten ohne Prüfung, Konformitätsbewertung oder Zulassung zum
Zwecke des Betriebs, angeblich begangen in der Zeit vom 12. Mai 2015 bis zum
21. Mai 2015 in [Ort 1], eingestellt wurde.
Diesbezüglich
sei jedoch durch das Obergericht festzulegen, dass die darauf entfallenden
Verfahrenskosten durch den Staat zu tragen seien und eine Entschädigung für die
entstandenen Verteidigungskosten von pauschal CHF 2'750.00 (zzgl. MwSt.
von 7,7 %) auszurichten sei.
2. Herr
A.___ sei freizusprechen vom Vorwurf des Organisierens und Durchführens von
Spielbankenspielen, angeblich begangen in der Zeit vom 12. Mai 2015 bis zum 21.
Mai 2015 in [Ort 1], durch Einverständniserteilung zum Aufstellen der Geräte U[…]
und U[…] sowie des Anbietens derselben; die total darauf entfallenden
Verfahrenskosten seien durch den Kanton Solothurn oder die Eidgenössische
Spielbankenkommission zu übernehmen und es sei ihm eine Entschädigung für die
notwendigen Verteidigungskosten von pauschal CHF 2'750.00 (zzgl. MwSt. von
7,7 %) auszurichten (Vorverfahren und 1. Instanz) sowie eine Entschädigung
gemäss eingereichter Honorarnote für das oberinstanzliche Verfahren vor dem
Obergericht des Kantons Solothurn.»
In der
Folge richtet der Beschuldigte folgendes letztes Wort an das Gericht:
Er
entschuldige sich und bereue seine Erstaussage in [Ort 1].
Der Vorsitzende erklärt kurz die
möglichen Modalitäten der Urteilseröffnung, worauf Fürsprecher Manuel Rohrer
erklärt, sein Klient wolle auf die mündliche Urteilseröffnung verzichten. Es
wird vereinbart, dass das Urteil schriftlich eröffnet und der private Verteidiger
nach Abschluss der geheimen Urteilsberatung von der Gerichtsschreiberin kurz
telefonisch über den Ausgang des Berufungsverfahrens orientiert wird. Damit
endet um 10:05 Uhr der öffentliche Teil der Hauptverhandlung und das Gericht
zieht sich zur geheimen Urteilsberatung zurück.
Die Strafkammer des Obergerichts zieht
in Erwägung:
Sachverhalt
I. Prozessgeschichte
1. Am 21. Mai 2015, um ca. 20:20 Uhr,
wurde im Rahmen der Aktion «Kakadu» eine durch die Staatsanwaltschaft des
Kantons Solothurn angeordnete Kontrolle im Bereich Glücksspiel in der «P.___ Bar»
an der [Adresse] in [Ort 1] durchgeführt. Anlässlich der anschliessenden Hausdurchsuchung
wurden insbesondere die beiden «Vegas»-Spielgeräte U[…] und U[…] sichergestellt
(vgl. Strafanzeige vom 16.6.2015, Akten Seite [nachfolgend AS] 001 ff.).
2. Am 20. Februar 2017 erliess die
Eidgenössische Spielbankenkommission [nachfolgend ESBK] einen Strafbescheid
gegen A.___ (nachfolgend Beschuldigter) wegen Organisation von Glücksspielen
ausserhalb konzessionierter Spielbanken (Art. 56 Abs. 1 lit. a
Spielbankengesetz [SBG]), durch Anbieten der Geräte U[…] und U[…] mit jeweils
14 Spielen, sowie wegen Aufstellens von Glücksspielautomaten ohne Prüfung,
Konformitätsbewertung oder Zulassung zum Zwecke des Betriebs (Art. 56 Abs. 1
lit. c SBG), durch Anbieten der Geräte U[…] und U[…] mit jeweils weiteren 28
Spielen, alles mehrfach begangen in der Zeit von 12. Mai 2015 bis 21. Mai 2015
im Lokal «P.___ Bar» an der [Adresse] in [Ort 1]. Der Beschuldigte wurde zu
einer Busse von CHF 8'000.00 verurteilt (AS 203 ff.).
3. Auf Einsprache des Beschuldigten vom
21. März 2017 (AS 213 f.) erliess die ESBK am 13. Oktober 2017 eine Strafverfügung
wegen derselben Vorhalte, womit sie auch die Busse von CHF 8'000.00 bestätigte
(AS 219 ff.).
4. Nachdem der Beschuldigte am 23.
Oktober 2017 die gerichtliche Beurteilung durch das Strafgericht verlangt hatte
(AS 233), überwies die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn (nachfolgend
Staatsanwaltschaft) mit Verfügung vom 7. Februar 2018 die Akten an das
Richteramt Solothurn-Lebern zur Beurteilung des Beschuldigten (Akten Vorinstanz
[ASV] S. 1).
5. Anlässlich einer ersten Hauptverhandlung
vom 5. Juni 2019 verschob der a.o. Amtsgerichtsstatthalter von
Solothurn-Lebern nach Befragung des Beschuldigten den Abspruch zufolge diverser
Beweisanträge des Verteidigers (ASV 67 ff.).
6. Am 18. September 2019 stellte der
a.o. Amtsgerichtsstatthalter vorfrageweise das Strafverfahren gegen den Beschuldigten
wegen des Vorhalts des Aufstellens von Glücksspielautomaten ohne Prüfung,
Konformitätsbewertung oder Zulassung zum Zwecke des Betriebs gemäss Art. 56
Abs. 1 lit. c SBG ein (vgl. Protokoll der Hauptverhandlung vom 18.9.2019, ASV
109 f., sowie separates Urteilsdispositiv vom 18.9.2019, ASV 176) und erliess
nach der Befragung des Beschuldigten, einer Auskunftsperson und dreier Zeugen das
nachfolgende Urteil (ASV 109 ff.):
« 1. A.___
hat sich des Vergehens gegen das Bundesgesetz über Geldspiele (Geldspielgesetz,
BGS, SR.935.51) durch das Organisieren und Durchführen von Spielbankenspielen
ohne die dafür nötigen Konzessionen oder Bewilligungen, begangen in der Zeit
vom 12. Mai 2015 bis 21. Mai 2015, schuldig gemacht.
2. Es wird festgestellt,
dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist.
3. A.___
wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 50.00, unter
Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von 3 Jahren, als
Zusatzstrafe zu den Urteilen des Amtsgerichts von Bucheggberg-Wasseramt vom 28.
April 2016 und der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 11. Dezember
2017.
4. Der
a.o. Amtsgerichtsstatthalter verzichtet auf die schriftliche Begründung des
Urteils, wenn keine Partei ein Rechtsmittel ergreift oder innert 10 Tagen seit
Zustellung des Urteilsdispositivs niemand ausdrücklich eine schriftliche
Begründung verlangt.
5. A.___
hat die Kosten der Strafverfügung der Eidgenössischen Spielbankenkommission,
ESBK, Nr. 62-2015-106/03/Mak, vom 13. Oktober 2017 in der Höhe von insgesamt
CHF 3'260.00 zu bezahlen.
6. A.___
hat die Kosten des Verfahrens mit einer Staatsgebühr von CHF 2'000.00, total
CHF 2'400.00, zu bezahlen. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und verlangt
keine Partei ausdrücklich eine schriftliche Begründung des Urteils, so
reduziert sich die Staatsgebühr um CHF 400.00, womit die gesamten Kosten CHF
2'000.00 betragen.
7. Über
die A.___ von der Eidgenössischen Spielbankenkommission auferlegten Kosten
gemäss Ziffer 5 stellt die Eidgenössische Spielbankenkommission Rechnung,
während über die Kosten gemäss Ziffer 6 die Gerichtskasse des Kantons Solothurn
Rechnung stellt.
7. Nachdem der Beschuldigte am 2.
Oktober 2019 die Berufung angemeldet hatte und ihm am 7. Februar 2020 das
begründete Urteil zugestellt worden war (ASV 225), verfasste der Beschuldigte
am 27. Februar 2020 die Berufungserklärung. Die Berufungserklärung richtet sich
gegen sämtliche Ziffern des vorinstanzlichen Urteils, mit Ausnahme von Ziff. 2
(Feststellung der Verletzung des Beschleunigungsgebots).
8. Nachdem weder die Staatsanwaltschaft
des Bundes noch die ESBK Anschlussberufung erhoben haben, ist Ziff. 2 des
erstinstanzlichen Urteils nicht mehr zu prüfen. Im Übrigen sind alle Ziffern
des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs im vorliegenden Berufungsverfahren neu
zu beurteilen.
Erwägungen
II. Sachverhalt und Beweiswürdigung
1.
Dem Beschuldigten wird vorgehalten, in
der «P.___ Bar» an der [Adresse] in [Ort 1] vom 12. Mai 2015 bis zum 21. Mai
2015.
Spielbankenspiele ohne dafür nötige Konzessionen oder Bewilligungen
organisiert und durchgeführt zu haben. Nachdem die ESBK diesen Vorhalt noch
gemäss dem inzwischen nicht mehr in Kraft stehenden Spielbankengesetz als
Übertretung (Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG) beurteilt hatte, erging der
Schuldspruch der Vorinstanz gestützt auf Art. 130 Abs. 1 lit. a des seit
1.
Januar 2019 in Kraft stehenden Geldspielgesetzes (nachfolgend BGS).
Dispositiv
Gegenstand des Verfahrens vor Vorinstanz bildete demnach ein Vergehen, womit
die Kognitionsbeschränkung gemäss Art. 398 Abs. 4 StPO vorliegend nicht zum Tragen
kommt.
Gegenstand des an den Beschuldigten
gerichteten Vorwurfs ist das Aufstellen der beiden Geräte U[…] und U[…] mit
jeweils 14 Spielen, welche gemäss Verfügungen der ESBK vom 26. Februar 2014 (AS
73 ff.) resp. 4. April 2014 (AS 142 ff.) als Glücksspielautomaten im Sinne von
Art. 3 Abs. 2 SBG qualifiziert worden sind, deren Betrieb ausserhalb von
konzessionierten Spielbanken verboten ist. Dass im besagten Zeitraum in der «P.___
Bar» illegale Spiele betrieben wurden, ist grundsätzlich unbestritten und
dürfte auch ohne weiteres als erstellt gelten. Der Beschuldigte bestreitet
jedoch, hierfür verantwortlich zu sein. Dies gilt es im Rahmen der
Beweiswürdigung anhand der vorhandenen Beweismittel zu klären.
2. Aussagen des Beschuldigten
2.1 Einvernahme vom 5. Juni 2015
Der Beschuldigte machte im Rahmen seiner
ersten Befragung durch die Polizei Kanton Solothurn im Wesentlichen folgende
Aussagen (AS 29 ff.):
Er habe die «P.___ Bar» zusammen mit seinem
Schwiegersohn B.___ aufgebaut. Dieser habe das Patent. Er, der Beschuldigte,
habe die Bar geführt. Ab dem 2. Januar 2015 habe der Besitzer der Liegenschaft
ihnen diese weggenommen, weil sie die Miete nicht bezahlt hätten. Das habe bis
zum 10. Mai 2015 gedauert. An diesem Tag hätten sie die Bar vom Besitzer zurückbekommen.
Am 12. Mai 2015 sei eine Person von Deutschland gekommen und habe zwei
Glücksspielautomaten in die Bar gestellt. Dies als Test. Diese Person habe sich
als C.___ ausgegeben. Am 14. Mai 2015 sei er, der Beschuldigte, nach Mazedonien
an eine Beerdigung gegangen. Geschäftsführer sei er, der Beschuldigte, gewesen.
Während seines Aufenthaltes in Mazedonien habe er die Schlüssel einem
Verwandten Namens D.___ gegeben. Er wisse nicht, wer am Abend des 21. Mai 2015,
als die Kontrolle stattgefunden habe, die Gäste bedient habe. Auf Vorhalt, Herr
B.___ habe gesagt, dass er mit der Bar nichts zu tun gehabt habe: Das stimme.
Die beiden Glücksspielgeräte befänden sich seit dem 12. Mai 2015 im Lokal.
Besitzer der Geräte sei eben dieser C.___. Dieser sei mit einem schwarzen Mercedes
mit Lörracher Kontrollschilder gekommen. Da dieser gesagt habe, es sei nur zum
Testen, habe er das Einverständnis zum Aufstellen der Automaten gegeben. Er
habe dafür nichts bekommen. C.___ habe ihm als Gegenleistung angeboten, dass er
seine Schulden beim Vermieter, Herr E.___, übernehmen werde. Es habe sich um
CHF 1'500.00 gehandelt. Dieses Geld habe er aber nie erhalten. C.___ habe ihn
angewiesen, ihn bei einem Gewinn anzurufen, damit er jemanden schicke, welcher
den Gewinn vorbeibringen werde. Dazu sei es aber nie gekommen. C.___ sei gross,
habe schwarze Haare und sei kräftig gebaut. Er, der Beschuldigte, habe einen
Schlüssel zu den Geräten gehabt, falls es technische Probleme gegeben hätte.
Den Kassenschlüssel habe er aber nicht gehabt. Auf Vorhalt, die Polizei habe
den Kassenschlüssel im Serviceportemonnaie gefunden: Darüber wisse er nichts. Er
habe nur einen Schlüssel für den technischen Teil der Geräte gehabt. (Auf die
Frage, durch wen die Gerätekassen geleert worden seien) Diese seien nie geleert
worden. Normalerweise hätte C.___ am 25. Mai 2015 kommen sollen, um die
Geräte zu leeren. Ob er wisse, dass es sich um illegale Glücksspiele gehandelt
habe: Er habe C.___ gefragt, ob es verboten sei. Dieser habe gesagt ja, es sei
verboten, aber er übernehme die Verantwortung. Ob er den Vorhalt anerkenne: Das
mit den Glücksspielautomaten anerkenne er.
2.2 Einvernahme vom 5. Juni 2019
Anlässlich der vorinstanzlichen
Hauptverhandlung vom 5. Juni 2019 machte der Beschuldigte im Wesentliche
folgende Aussagen:
Die Aussagen, die er bei der Polizei
gemacht habe, seien nicht wahr. Er habe unter Druck gelogen. Ein Türke habe ihn
unter Druck gesetzt. Er sei seit Januar 2015 nie mehr in der Bar gewesen. Am
Tag der Kontrolle sei er in Mazedonien gewesen. Er habe an diesem Tag einen
Anruf von einem Türken erhalten, der im Lokal gewesen sei und ihn über die Kontrolle
orientiert habe. Dieser habe ihm gesagt, sein Schwiegersohn müsse sofort ins
Lokal kommen. Als er von Mazedonien zurückgekommen sei, habe der Türke gesagt,
er (A.___) habe zwei Varianten: Er werde eine Aussage bei der Polizei machen
und bekomme eine Strafe von höchstens CHF 500.00, die sie übernähmen. Er
müsse einfach sagen, dass jemand die Automaten gebracht habe und dass er diesen
Menschen nicht kenne. Mehrere Türken hätten ihn unter Druck gesetzt. Die Namen
kenne er alle. Nachdem er die Rechnung von der ESBK bekommen habe, habe er sich
mit diesen zwei Mal getroffen. Sie hätten ihm gesagt, er solle Ratenzahlung
verlangen, sie würden es bezahlen. Er habe aber dann gesehen, dass es nicht
mehr gehe, und er sei schliesslich zum Anwalt gegangen. Ob es C.___ in dem Fall
gar nicht gebe: Doch, den gebe es. Ob es diese Person gewesen sei, die ihn
unter Druck gesetzt habe: Ja, es seien mehrere gewesen. Das mit dem Mercedes
aus Deutschland sei aber gelogen gewesen. Ob es demnach so sei, dass es C.___
gebe, dieser aber mit dem Verfahren nichts zu tun habe: Doch, es gebe eine
ganze Gruppe. Ob dieser demnach nicht mit einem Mercedes aus Deutschland
gekommen sei: Er habe gelogen. Seine Aussagen bei der Polizei seien nicht wahr
gewesen. Der Türke habe ihm gesagt, er solle das so sagen. Auf Vorhalt, er habe
der Polizei gesagt, dass einmal plötzlich so ein Türke namens C.___ mit einem
Mercedes mit einem Kennzeichen von Lörrach in der Bar aufgetaucht sei und dort
zwei Glücksspielautomaten in die Bar gestellt habe. Was an dieser Geschichte
nicht stimme: «Es stimmt nicht. Ja, 100 % nicht». Ob es diese Person somit
nicht gebe: Das sei die Person gewesen, die auch an diesem Abend in der Bar
gewesen sei. Dieser habe eine Einvernahme bei der Polizei gemacht. Von der F.___
GmbH. G.___. Dies sei der Nachfolger der Bar ab dem 1. Februar 2015 gewesen.
Er, der Beschuldigte, sei seit Februar nicht mehr in der Bar gewesen. Wieso er
das bei der Polizei nicht so gesagt habe: Er habe bei den Türken Schulden
gehabt, CHF 2'500.00. Der Türke habe ihn am Abend der Polizeikontrolle in Mazedonien
angerufen. Er habe gesagt, er müsse eine Einvernahme machen, wenn er in die
Schweiz komme. In der Schweiz habe er sich dann mit dem Türken getroffen.
Dieser habe gesagt, er solle es einfach übernehmen. Es gäbe höchstens CHF
500.00 Strafe. Auf Vorhalt, B.___ habe aber das gleiche wie er bei der Polizei
gesagt, dass die F.___ GmbH von Herrn G.___ die Bar am 1. Juni 2015 übernehme:
Er habe das mit seinem Schwiegersohn geregelt, dass dieser das gleiche aussage
wie er. Wer die Glücksspielautomaten in die Bar gestellt habe: Er habe keine
Ahnung. Er sei seit dem 1. Februar 2015 nicht mehr in der Bar gewesen. Auf
Vorhalt: Sie hätten seinen Schwiegersohn gebeten, dass er das Wirtepatent bis
Mitte Jahr behalte, bis der neue das Patent mache. Wieso er überhaupt die Bar
aufgegeben habe: Weil sie Konkurs gegangen sei. Ob er mit den Türken mal
Kontakt gehabt habe: Nie. Wie diese dann Druck auf ihn hätten ausüben können:
Diese seien bekannt in [Ort 4]. Wie sie Druck ausgeübt hätten: Ja, er habe
Druck gehabt. Einer sei zu ihm gekommen. Der heisse H.___. «Und er sagte…Also
unter Druck…». Ob dieser ein einziges Mal zu ihm gekommen sei: Nein. Der von
der Einvernahme sei zwei Mal zu ihm gekommen. Als die Rechnung gekommen sei,
sei er drei Mal mit dem Türken am Tisch gesessen, um eine Lösung zu suchen. Er
habe nie gesagt, sie bezahlten das nicht. Sie hätten gesagt, sie machten eine
Monatsrate. Er, der Beschuldigte, habe es dann so nicht akzeptiert. I.___
heisse dieser. J.___ heisse einer. Und K.___. Mit denen habe er persönlich
Kontakt gehabt. Alle seien von [Ort 4]. I.___ sei auch bekannt, er wohne in [Ort
3]. J.___ und K.___ seien Brüder. Auch diese wohnten in [Ort 4]. H.___ wohne im
Kanton Luzern. Ob er von jemandem begleitet worden sei, als er mit den Türken
verhandelt habe: Drei Mal. L.___ habe ihn begleitet. Zwei Mal in [Ort 2] und
einmal in [Ort 4]. Ob sie ihm gedroht hätten: Ja, sie hätten ihm gedroht. Mit
einer schlimmen Aussage… Was genau sie gesagt hätten: Er habe nur ein Wort
gesagt. Er habe gesagt «pass auf, Du hast nur einen Sohn und diesen wirst Du
nicht mehr haben». Nur das. Als er dann wegen der Busse zu ihnen gegangen sei,
hätten diese gesagt, sie würden es bezahlen. Sie seien aber derzeit «schwach».
Von der ganzen Mannschaft seien 80 % im Gefängnis. Die Polizei habe viel Geld
von der Wohnung geholt. Auf Vorhalt: G.___ gehöre zu dieser Türkengruppe.
Dieser führe die Bar. Ende Januar 2015 habe er mit der Bar aufgehört. Dann sei
Herr E.___, der Inhaber der Liegenschaft, gekommen. Er habe diesem gesagt, dass
er aufhören müsse, es gehe nicht mehr. Die Bar sei Konkurs. Er möchte
aussteigen. Dieser habe gesagt, die Bar werde ein Türke aus Luzern übernehmen,
also die F.___ GmbH. Sie hätten eine Vereinbarung gehabt. Er habe offene Mieten
bei Herrn E.___ in der Höhe von CHF 35'000.00 gehabt. Also müsse er ihm die
Miete, die offenen Rechnungen, die Getränke, den Telefonanschluss etc.
abziehen. Die F.___ GmbH würde einfach alles so übernehmen. Herr E.___ habe
eine Vereinbarung mit der F.___ GmbH. Er habe den Vertrag zwischen Herrn E.___
und der F.___ GmbH verlangt, aber nicht erhalten.
2.3 Einvernahme vom 18. September 2019
Anlässlich der zweiten Hauptverhandlung vor
erster Instanz vom 18. September 2019 machte der Beschuldigte im Wesentlichen
folgende Aussagen:
Auf Vorhalt: Er habe seinem
Schwiegersohn nur gesagt, dass er unter Druck sei. Er habe ihm nicht konkret
gesagt, was er aussagen solle. Ob er seinem Schwiegersohn aufgetragen habe,
dass dieser mit Herrn G.___ zur Polizei gehen und dort den Mietvertrag
vorzeigen solle: Nein. Er sei nicht in der Schweiz gewesen. M.___ sei zu dieser
Zeit der Geschäftsführer der Bar gewesen. Sie hätten mit dem Schwiegersohn
Kontakt aufgenommen. Auf Vorhalt: Sein Schwiegersohn habe ausgesagt, der
Beschuldigte habe ihn angerufen und ihm gesagt, er solle mit diesem Herrn auf
den Polizeiposten und den Mietvertrag vorweisen: «Ja, er. Aber nicht mit dem
anderen». Auf den Vorhalt, dann sei offenbar ein Mietvertrag vorgewiesen
worden, welcher aber auf den 1. Juni 2015 und nicht auf Februar 2015 gelautet
habe: Diesen habe er nie gesehen. Auf Vorhalt: Er sei dann nicht mehr sicher
gewesen, ob die Türken die Busse bezahlten, und deshalb zu seinem Anwalt
gegangen. Auf den Vorhalt, ob ihm somit das Geld wichtiger gewesen sei, als
sein eigener Sohn: Er sei an der Wand gestanden. Er habe nicht mehr retour
gekonnt. Deshalb habe er einfach vorwärtsgehen müssen. Auf Vorhalt: M.___ habe
die Bar per Ende Februar übernommen. «Es war aber nicht ein Türke. Der hat ein
versteckter Name. Kein Mensch weiss, wie diese Türken genau heissen». Auf den Vorhalt,
Frau N.___ habe gesagt, dass sie selbst gekündigt habe und ihr das
Kündigungsschreiben nicht bekannt vorkomme: Er habe Frau N.___ per 31. Januar
2015 gekündigt. Auf den Vorhalt, Frau N.___ sei auch die Unterschrift auf dem
Kündigungsschreiben nicht bekannt vorgekommen: Er habe zwei verschiedene
Unterschriften. Auf den Vorhalt, ob er in Mazedonien an einer Beerdigung
gewesen sei: Nein, er sei zum Notar gegangen. Es habe keine Beerdigung gegeben.
Beim Notar sei es um einen Schuldbrief gegangen.
2.4 Einvernahme vom 10. November 2020
Anlässlich der Berufungsverhandlung vor
Obergericht vom 10. November 2020 machte der Beschuldigte zusammengefasst
folgende Aussagen: Er habe im Rahmen seiner ersten Aussage bei der Polizei
gelogen, weil er unter dem Druck des türkischen Mafiaclans gestanden sei. Bei
diesem habe er hohe Schulden gehabt, so ca. CHF 1'500.00 bis CHF 2'000.00.
(Auf den Vorhalt, dass er bislang ausgeführt habe, er habe gegenüber seinem
damaligen Vermieter Schulden gehabt, nun erwähne er aber Schulden bei den
Türken) Gegenüber Herrn E.___, dem Inhaber der Liegenschaft, seien mehrere
tausend Franken offen gestanden, bei den Türken habe er auch Schulden gehabt. Beim
ersten Treffen mit dem türkischen Mafiaclan, das in […] [Ort 4] stattgefunden
habe, sei ihm gesagt worden, er müsse alles übernehmen und es werde eine kleine
Busse geben. Als ihm dann aber eine wesentlich höhere Busse von der ESBK
auferlegt worden sei, habe er die Türken (I.___, J.___ und K.___) in einem
türkischen Club in [Ort 2] ein zweites Mal getroffen. Anlässlich dieses zweiten
Treffens sei ihm mitgeteilt worden, dass sie (die Türken) nichts machen könnten
und ihre «grossen Köpfe» im Gefängnis seien. Darauf habe er mit Rechtsanwalt
Rohrer Kontakt aufgenommen. Der Name C.___ sei von der türkischen Mafia
gekommen, ebenso die Angabe, wonach dieser von Lörrach sei. Seinem
Schwiegersohn habe er am Telefon gesagt, er solle alles auf ihn (A.___)
schieben, wobei er ihm nicht genau mitgeteilt habe, was er sagen müsse. Er habe
ihn nicht in die Geschichte reinziehen wollen. Bei diesem Gespräch mit den
Türken sei sein Schwiegersohn nicht dabei gewesen, er (A.___) sei dort jeweils alleine
gewesen. (Auf Frage) Die Bar habe er bis Ende Januar 2015 geführt, ab Februar
2015 habe es eine Übergangsphase gegeben: Wegräumen der Geräte,
Personalkündigungen. Seit Ende Februar 2015 sei er gar nie mehr in der Bar gewesen,
sie sei aber offen gewesen und von Herrn M.___ geführt worden, dem die F.___
GmbH gehöre. (Auf die Frage, wer G.___ sei) Den kenne er nicht. (Auf Vorhalt
seiner anderslautenden Aussage bei der Polizei, wonach vorgesehen gewesen sei,
dass Herr G.___ die Bar von ihm übernehmen solle) Nein, er kenne nur Herrn M.___
und Herr E.___ sei der Inhaber der Liegenschaft. Einen Vertrag bezüglich der
Barübernahme habe es zwischen Herrn E.___ und der F.___ GmbH gegeben. (Auf die
Frage, was im Jahre 2017, als er sich getraut habe, zum Anwalt zu gehen, denn
anders gewesen sei als im Jahre 2015) Er habe mitbekommen, dass mehrere
Personen vom Clan (die «oberen Köpfe») ins Gefängnis gekommen seien. Dies habe
es für ihn leichter gemacht, er habe diese Angst nicht mehr gehabt. Die Sache
mit dem Gefängnis habe er von I.___ erfahren.
3. Aussagen von Auskunftspersonen und
Zeugen
3.1 B.___
B.___ wurde am 26. Mai 2015 durch die
Polizei (AS 14 ff.) und am 18. September 2019 durch die Vorinstanz als Zeuge
(ASV 117 ff.) befragt. Dabei gab er übereinstimmend zu Protokoll, er habe mit
dem Betrieb der Bar nichts zu tun gehabt. Er habe nur das Patent gelöst.
Geschäftsführer sei der Beschuldigte gewesen. Er habe diesem geholfen. Als die
«P.___ AG» Konkurs gegangen sei, wo er, B.___, als Geschäftsführer aufgeführt
gewesen sei, habe man die Bar ebenfalls auf seinen Namen eröffnet. Für den
Betrieb der Bar sei aber sein Schwiegervater, der Beschuldigte, verantwortlich
gewesen. Am Tag der Kontrolle habe ihn sein Schwiegervater angerufen und ihm
gesagt, er solle mit G.___ auf den Polizeiposten und den Mietvertrag vorweisen.
Am Tage der Kontrolle, am 21. Mai 2015, sei der Beschuldigte immer noch
Geschäftsführer und Mieter der Bar gewesen. Er habe die Bar in diesem Zeitpunkt
geführt. Der Beschuldigte habe ihm etwa 1 ½ - 2 Wochen vor der Kontrolle
mitgeteilt, dass er die Bar verkauft habe. Wer das Einverständnis zum Aufstellen
der Spielautomaten gegeben habe: Er wisse es nicht. Er vermute der Beschuldigte
(Aussagen anlässlich der Einvernahme vom 26.5.2015).
Anlässlich der Befragung vor der Vorinstanz
sagte der Zeuge aus, der Beschuldigte habe ihm glaublich Ende Januar gesagt,
dass er die Bar per Ende Januar an einen Türken verkauft habe (Rz. 133 f. und
190 ff.), widersprach sich aber dahingehend, dass er zuerst aussagte, im
Zeitpunkt der Hausdurchsuchung habe der Beschuldigte noch die Bar geführt (Rz.
128), und später dann angab, im Mai habe der Türke die Bar geführt, er wisse
aber nicht wer (Rz. 205 ff.). Die «P.___ AG» habe ausser dem Namen nichts mit
der Bar zu tun gehabt. Über diese Firma hätten sie Baustellen gehabt (Rz. 91
ff.). Auf Vorhalt: Er habe gehört, dass der Beschuldigte von irgendwelchen
Leuten unter Druck gesetzt worden sei. Er selbst habe damit aber nichts zu tun
(Rz. 169 ff.).
3.2 G.___
Auch G.___ wurde sowohl durch die
Polizei Kanton Solothurn (am 26. Mai 2015 (AS 23 ff.) wie auch anlässlich
der vorinstanzlichen Verhandlung vom 18. September 2015 (ASV 135 ff.) befragt.
Anlässlich der polizeilichen Befragung sagte er aus, er habe die Bar ab 1. Juni
2015 übernehmen wollen. Vorher habe er mit dem Betrieb der Bar nichts zu tun
gehabt. Geschäftsführer sei der Beschuldigte gewesen. Mit diesem habe er die
Geschäftsübergabe geregelt. Jetzt habe er aber keine Lust mehr, das Geschäft zu
übernehmen.
Anlässlich der vorinstanzlichen
Hauptverhandlung gab G.___ zu Protokoll, den Beschuldigten nicht zu kennen. Er
habe ein Gespräch mit M.___ gehabt. Dieser habe die Bar übernehmen wollen und
ihn gefragt, ob er das Patent einholen könne. Dieser habe gemeint, sie könnten
dort gemeinsam eine Shisha-Bar führen. Sie hätten dann begonnen, [das Lokal] drinnen
zurecht zu machen. Gestrichen und so. M.___ habe ihn dann angerufen und ihm
gesagt, er müsse kommen, die Polizei habe eine Razzia gemacht. M.___ habe ihn
beauftragt, bei der Polizei den Schlüssel abzuholen. Wer im Zeitpunkt der
Hausdurchsuchung für die Bar zuständig gewesen sei: Das sei M.___ gewesen. Dieser
habe auch den Vertrag per 1. Juni 2015 vorbereitet. Er kenne aber die Details
dieses Vertrages nicht. Wer im Zeitpunkt, als die Polizei gekommen sei, die Bar
geführt habe: Er habe keine Ahnung. Nur dieser Kollege habe zu ihm gesagt, sie
könnten die Bar gemeinsam führen. Er selbst habe die Bar nicht ab Februar 2015
geführt. Er habe sie nie geführt. Er wisse nichts von Türken, die den
Beschuldigten unter Druck gesetzt hätten. Nachdem er den Vertrag unterschrieben
habe, sei es knapp eine Woche gegangen, dann sei die Polizei gekommen.
3.3 L.___
L.___ machte, am 18. September 2019 vor der
Vorinstanz als Zeuge befragt, folgende Aussagen (ASV 124 ff.):
Ob er wisse, weshalb er vorgeladen
worden sei: Ja, wegen I.___. Ob er wisse, weshalb der Beschuldigte hier sei:
«Ich weiss es nicht genau. Plus/minus weiss ich es. Wegen einer Schuld. Er
musste irgendwie…Geld…Sie mussten ihn bezahlen, das war alles.» Der Beschuldigte
sei ein Arbeitskollege. Dieser habe eine Bar in [Ort 1] gehabt, er wisse jedoch
nicht, wie diese geheissen habe. Er wisse nicht, bis wann der Beschuldigte die
Bar geführt habe. Auf Vorhalt, es habe im Mai 2015 in der Bar des Beschuldigten
eine Hausdurchsuchung gegeben. Dort habe man um Geld spielen können. Deswegen
sei der Beschuldigte heute vor Gericht. Ob ihm der Beschuldigte mal von dieser
Bar erzählt habe: Er habe in dieser Bar keinen Automaten gesehen. Wegen den
Schulden seien sie mal zusammen in [Ort 2] gewesen […]. «Wir hatten diese
Diskussion wegen Schulden. Er musste Schulden bezahlen. I.___ und der andere
mit der Glatze… (unverständlich). Er hat gesagt, sie hätten kein
Geld, um zu bezahlen, aber mach Raten, dann bezahlen wir in Raten. Das ist so (unverständlich)».
Was das für Schulden gewesen seien: «Wegen den Automaten (unverständlich).
I.___… (unverständlich). Sie haben gesagt, tut mir leid, dass das
passiert ist, aber wir bezahlen die Schulden (unverständlich)». I.___
habe diese Schulden akzeptiert. Er habe gesagt, es tue ihm leid, dass das
passiert sei, aber er bezahle die Schulden. Es seien CHF 8'000.00 oder CHF 10'000.00
gewesen. «Irgendwie so. Mach Raten, dann bezahlen wir diese Schulden. So war
das». Was das für Leute gewesen seien bei diesem Treffen mit I.___: «I.___ und
einer mit einer Glatze. Setz… Ich habe den Namen vergessen. Ich habe ihn aber
viele Male gesehen. Er ist ein bisschen komisch.». Ob es zwei Personen gewesen
seien: Ja. Ob er erfahren habe, dass der Beschuldigte von diesen Leuten unter
Druck gesetzt worden sei: Nein. Es sei ein ganz normales Gespräch gewesen. Er
wisse auch nicht, ob der Beschuldigte ausserhalb dieses Treffens irgendwie von
dieser Person bedroht worden sei.
3.4 N.___
N.___ machte, am 18. September 2019 vor der
Vorinstanz als Zeugin befragt, folgende Aussagen (ASV 129 ff.):
Sie habe bis am 28. Februar 2015 beim
Beschuldigten in der Bar gearbeitet. Dort habe auch noch eine ungarische Frau
gearbeitet. Sie wisse aber den Namen nicht. Ob es Frau O.___ sei: Ja. Sie wisse
nicht, wie lange diese dort gearbeitet habe. Sie selbst, Frau N.___, habe das
Arbeitsverhältnis beendet. Sie habe gekündigt. Den Vertrag habe sie mit dem
Beschuldigten gehabt. Nein, ihr sei nicht vom Beschuldigten gekündigt worden.
Auf Vorlage des Kündigungsschreibens des Beschuldigten (ASV 149): Das sage ihr
nichts. Sie habe ihm die Kündigung hingelegt und er habe diese unterschrieben.
Auf Vorlage des Kündigungsschreibens an Frau O.___ (ASV 147): Das sei die Unterschrift
des Beschuldigten. Die Unterschrift auf ASV 149 kenne sie nicht. Wer der
Geschäftsführer der Bar gewesen sei, als sie dort gearbeitet habe: Sie kenne
nur den Beschuldigten als Chef. Sie wisse nicht, wie lange er die Bar geführt
habe. Sie kenne G.___ nicht. Als sie dort gearbeitet habe, hätten sich in der
Bar keine Spielautomaten befunden. Auf Vorhalt, ob sie im Februar für den
Türken gearbeitet habe: Nein, es sei immer der Beschuldigte gewesen, bis sie
weggegangen sei. Ob sie wisse, von wem sie im Februar den Lohn bekommen habe: Vom
Beschuldigten, jedoch nicht bar, in Form einer Überweisung.
3.5 Q.___
Anlässlich der Berufungsverhandlung vom
10. November 2020 führte Q.___ als Zeuge im Wesentlichen folgendes aus: Er sei
der Geschäftsführer der Q.___ AG und habe in [Ort 1] für die P.___ Bar
Spielautomaten (Billard und Dart) aufgestellt. Den Vertrag habe er mit Herrn A.___
gemacht, weshalb er davon ausgehe, dass dieser die P.___ Bar geführt habe. Herr
A.___ habe ihn auch informiert, dass er aufhören werde. Im Februar 2015 seien
deshalb die Geräte wieder herausgenommen worden. (Nach Konsultation seiner mitgenommenen
Unterlagen) Er habe diese Geräte am 12. Februar 2015 persönlich vor Ort wieder
abgeholt. Einen allfälligen Nachfolger habe es damals nicht gegeben, sonst
hätte er mit diesem sicherlich Kontakt aufgenommen. So ein Billardgerät lasse sich nicht
einfach und schnell aufstellen. Dementsprechend sei man froh, wenn man das
Gerät dort lassen könne. Wie
die Bar damals ausgesehen habe, könne er nicht mehr sagen. Was mit der Bar nach
dem 12. Februar 2015 geschehen sei, habe er nicht mitbekommen. Es entziehe sich
auch seiner Kenntnis, ob die Bar allenfalls nach einem Unterbruch vom
Beschuldigten unter einem anderen Namen weitergeführt worden sei.
4. Objektive Beweismittel
In den Akten befindet sich ein
Kündigungsschreiben der P.___ AG vom 6. Januar 2015, adressiert an O.___ (ASV
84, 147), womit Frau O.___ das Arbeitsverhältnis per 30. Januar 2015 gekündigt
wird. Unterzeichnet ist das Schreiben mutmasslich vom Beschuldigten. Ein
weiteres Schreiben datiert vom 16. Januar 2015 und ist adressiert an N.___,
jedoch mit der Anrede «Seher geehrte Frau O.___» (ASV 83, 149). Inhaltlich geht
es wiederum um die Kündigung des Arbeitsverhältnisses auf den 30. Januar 2015.
Unterzeichnet ist das Schreiben mutmasslich vom Beschuldigten, wobei die
Unterschrift nicht mit derjenigen auf ASV 84 übereinstimmt.
Gemäss SHAB-Publikation wurde über die P.___
AG am (…). Januar 2015 der Konkurs eröffnet. Per (…). März 2015 erfolgte die
Konkurseinstellung mangels Aktiven (ASV 85 ff.). Vom 23. Dezember 2011 bis zum
18. September 2013 war der Beschuldigte einziges Mitglied des Verwaltungsrates
der P.___ AG, vom 18. September 2013 bis zur Liquidation B.___ (ASV 172 f.).
Gemäss Verfügung vom 17. April 2015
wurde B.___ mit Wirkung ab 17. April 2015 das Patent nach Wirtschaftsgesetz für
den Betrieb der «P.___ Bar» an der [Adresse] in [Ort 1] erteilt. Damit wurde
eine Verfügung vom 13. November 2013 ersetzt (AS 37).
Gemäss Strafverfügung der ESBK vom 13.
Oktober 2017 (AS 219 ff.) handelt es sich bei den anlässlich der
Hausdurchsuchung vom 21. Mai 2015 in der «P.___ Bar» vorgefundenen Geräten U[…]
und U[…] um schwarze Offline-Tischgeräte, welche jeweils über einen
Touchscreen, einen Notenleser und eine interne Kasse verfügen. Auf beiden
Geräten befand sich einzig die Spielplattform «Vegas Multigame Offline» mit
insgesamt 42 automatisierten Spielen.
Per E-Mail vom 15. März 2020 (abgelegt
in den obergerichtlichen Akten) bestätigt Q.___ von der Q.___ AG z.H. RA
Rohrer, dass diese mit der P.___ in [Ort 1] am 13. Januar 2014 einen Vertrag
abgeschlossen hatte, welcher am 12. Februar 2015 mit der Räumung der
Spielautomaten (2 Billardtische, 1 Dartkasten) endete.
Gemäss Unterlagen der Swisscom sowie
ICR-Report vom 7. Juli 2020 bestand mit der P.___ AG, B.___, [Adresse], [Ort 1],
ab 11. März 2014 ein Festnetz-Vertrag für Telefonie und Internet über die
Rufnummer [...], welcher per 31. März 2015 ausserordentlich beendet wurde. Mit
Schreiben vom 6. August 2020 teilte die Swisscom mit, es sei leider nicht
möglich, zu eruieren, wer ab April 2015 auf dieser Zuleitung geschaltet worden
sei.
5. Beweiswürdigung
Die Aussagen des Beschuldigten
anlässlich der beiden Hauptverhandlungen vor der Vorinstanz vom 5. Juni 2019
und 18. September 2019 sind wenig glaubhaft. Der Beschuldigte machte anlässlich
dieser beiden Befragungen von sich aus relativ unkonkrete und schwammige
Aussagen. Mehrfach wich er den Fragen aus, was zur Folge hatte, dass der a.o.
Amtsgerichtsstatthalter immer wieder nachfragen musste, wobei der Beschuldigte
sich mitunter auch dann widersprach. So sagte er anlässlich der Befragung vom
5. Juni 2019 bspw. auf die Frage, ob es demnach den von ihm in der ersten
Befragung bei der Polizei erwähnten C.___ gar nicht gebe, aus, doch diesen gebe
es. Auf die Anschlussfrage, ob er demnach diese Person gewesen sei, die ihn
unter Druck gesetzt habe, antwortete er. Ja, es seien mehrere gewesen. Das mit
dem Mercedes aus Deutschland sei aber gelogen gewesen. Die Frage, ob es demnach
so sei, dass es C.___ gebe, dieser aber mit dem Verfahren nichts zu tun habe,
beantwortete der Beschuldigte dann wie folgt: Doch, es gebe eine ganze Gruppe.
Ob dieser demnach nicht mit einem Mercedes aus Deutschland gekommen sei: Er
habe gelogen. Der Türke habe ihm gesagt, er solle das so sagen. Was denn an der
ganzen Geschichte gelogen gewesen sei: Es stimme nicht. Ja, 100 % nicht. Ob es
diese Person somit nicht gebe: Das sei die Person gewesen, die auch an diesem
Abend in der Bar gewesen sei. Der, der die Einvernahme bei der Polizei gemacht
habe. Von der F.___ GmbH. G.___. Mit anderen Worten: Der Gerichtspräsident
musste immer wieder nachfragen, um vom Beschuldigten zu erfahren, was bezüglich
dessen Aussagen anlässlich seiner ersten Befragung denn nun stimme und was
nicht. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass der Beschuldigte anlässlich der
Befragung vom 5. Juni 2019 nicht die Wahrheit sagte. Als dem Beschuldigten dann
vom Gerichtspräsidenten vorgehalten wurde, B.___ habe bei der ersten
polizeilichen Befragung ja dasselbe gesagt, wie er, der Beschuldigte anlässlich
der ersten Befragung auch, dass nämlich die F.___ GmbH von Herrn G.___ die Bar
am 1. Juni 2015 übernehme, machte der Beschuldigte geltend, er habe sich mit
seinem Schwiegersohn abgesprochen, dass dieser gleich aussage. Anlässlich der
Befragung vom 18. September 2019 sagte der Beschuldigte dann aber aus, er habe
seinem Schwiegersohn nur gesagt, dass er unter Druck sei, er habe ihm nicht
konkret gesagt, was dieser aussagen solle. Die Frage, ob er seinem
Schwiegersohn aufgetragen habe, mit Herrn G.___ zur Polizei zu gehen, verneinte
der Beschuldigte anlässlich dieser zweiten vorinstanzlichen Befragung zuerst
mit der wenig überzeugenden Begründung, er sei im Ausland gewesen. Als ihm dann
vorgehalten wurde, sein Schwiegersohn habe aber genau das gesagt, lautete die
Antwort des Beschuldigten: «Ja, er. Aber nicht mit dem anderen». Der
Beschuldigte vermochte auch nicht überzeugend zu erklären, wieso er sich schliesslich
trotz der Drohung entschieden habe, seine erste Aussage bei der Polizei zu widerrufen.
Auch vor Obergericht blieb er in diesem Punkt oberflächlich und vage, indem er
ausführte, es sei ihm gesagt worden, die «oberen Köpfe» seien im Gefängnis. Bei
Lichte betrachtet ergäbe des Verhalten der «Türken», die den Beschuldigten
bedroht haben sollen, auch gar keinen Sinn. Der Beschuldigte behauptet ja, die
Türken hätten von ihm verlangt, dass er den Betrieb der Spielautomaten auf sich
nehme, sie würden dann die Busse bezahlen. Dies hat der Beschuldigte bei seiner
ersten Befragung aber ja gar nicht gemacht. Vielmehr sagte er aus, ein Türke
habe die Automaten bei ihm deponiert. Er lenkte damit selber den Verdacht auf
einen Türken und legte dessen Verstrickung in deliktische Handlungen nahe. Wäre
der Beschuldigte tatsächlich von Türken unter Druck gesetzt worden, den Betrieb
der Automaten auf sich zu nehmen, so hätte er schlicht und ergreifend
ausgesagt, er selber habe die Automaten aufgestellt und auf eigene Rechnung
betrieben. Auch weitere Ungereimtheiten und Widersprüche fielen auf: Während
der Beschuldigte in der tatnächsten Einvernahme zu Protokoll gab, er sei wegen
einer Beerdigung nach Mazedonien gereist, begründete er seinen
Auslandaufenthalt am 18. September 2019 vor erster Instanz mit einem
Notarbesuch im Zusammenhang mit einer Schuldbrieferrichtung. In der tatnächsten
Einvernahme verwies der Beschuldigte stets auf seine Schulden gegenüber Herrn E.___,
dem Vermieter der Liegenschaft. Worin die erstmals anlässlich der
vorinstanzlichen Hauptverhandlungen erwähnten Schulden gegenüber den Türken,
die auf ihn Druck ausgeübt hätten, bestanden, blieb demgegenüber stets diffus.
Gleiches gilt auch für seine Ausführungen anlässlich der obergerichtlichen Einvernahme.
Die Schilderung der von ihm behaupteten Treffen mit der türkischen Mafia – ein
Begriff, der erstmals von seinem Verteidiger im Plädoyer vor erster Instanz
eingebracht worden war und vom Beschuldigten dann vor Obergericht übernommen wurde
– blieben weitestgehend vage, detailreiche und besondere Einzelheiten, die
einen realen Erlebnishintergrund nahelegen würden, enthielten sie nicht. Auch
fielen weitere Abweichungen zu seinen Ausführungen vor erster Instanz auf: G.___, den der Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen
Hauptverhandlung vom 5. Juni 2019 in Bezug auf die Bar noch als seinen (direkten)
Nachfolger ab dem 1. Februar 2015 bezeichnet hatte, wollte er (A.___) im
Rahmen der obergerichtlichen Befragung nicht mehr kennen. Erneut danach
befragt, welche Elemente seiner Erstaussage bei der Polizei nun wahr und welche
ihm von den Türken vorgegeben worden seien, folgte eine neue Sachverhaltsversion:
Alles (die ganze Geschichte) sei von den Türken gekommen und C.___ gebe es gar nicht.
Auch die Aussagen der befragten
Auskunftspersonen/Zeugen sind – soweit überhaupt verständlich – grösstenteils
widersprüchlich und unglaubhaft:
B.___ sagte anlässlich der polizeilichen
Einvernahme vom 26. Mai 2015 aus, am Tage der Kontrolle, also am 21. Mai 2015,
sei der Beschuldigte immer noch Geschäftsführer und Mieter der Bar gewesen.
Dieser habe die Bar in diesem Zeitpunkt geführt. An diesem Tag habe er ihn
angerufen und ihm gesagt, er solle mit G.___ auf den Polizeiposten und den
Mietvertrag vorweisen. Besagter Mietvertrag, der sich nicht in den Akten
befindet, wurde offenbar zwischen der F.___ GmbH und G.___ als Untermieter mit
Wirkung ab 1. Juni 2015 abgeschlossen (AS 25). Anlässlich der vorinstanzlichen
Befragung vom 18. September 2019 bejahte B.___ zuerst die Frage, ob sein
Schwiegervater im Zeitpunkt der Haudurchsuchung die Bar noch geführt habe
(«nickt»). Auf spätere Nachfrage präsentierte sich sein Aussageverhalten
äusserst ausweichend: Wieso war der Beschuldigte im Zeitpunkt der
Hausdurchsuchung noch Geschäftsführer der Bar? «Am 26. Mai?» Nein, am 21. Mai:
«Er war nicht hier, als die Polizei kam» Ja, er war nicht hier. Aber Sie haben
gesagt, er sei Geschäftsführer gewesen: «Das Patent war bei mir». Jaja. Aber
Sie waren ja nicht Geschäftsführer. Wer hat die Bar geführt im Mai? «Der Türke»
Wer? «Das weiss ich nicht». Auch die Fragen nach einer allfälligen
Druckausübung beantwortete B.___ durchgehend sehr einsilbig und wenig
überzeugend: Haben Sie mitbekommen, dass Ihr Schwiegervater von irgendwelchen
Leuten unter Druck gesetzt worden ist? «Wie bitte?» Hatte er Probleme? Hatte er
Schulden? Wurde er von irgendwelchen Leuten unter Druck gesetzt? «Ja.». Was
waren das für Leute? «Türke». Wie wurde er unter Druck gesetzt? «Nein. Ich habe
viel gehört. Ich hatte damit nichts zu tun. Aber ich habe es gehört.».
G.___ sagte anlässlich der polizeilichen
Befragung vom 26. Mai 2015 aus, er habe die Bar per 1. Juni 2015 übernehmen
wollen. Vorher habe er mit dem Betrieb nichts zu tun gehabt. Geschäftsführer
sei der Beschuldigte gewesen. Mit diesem habe er die Geschäftsübergabe
geregelt. Anlässlich der vorinstanzlichen Befragung vom 18. September 2015
wollte er dann den Beschuldigten plötzlich nicht mehr kennen. Im Zeitpunkt der
Hausdurchsuchung sei M.___ für die Bar zuständig gewesen. Dieser habe mit ihm, G.___,
eine Shisha-Bar führen wollen. Dieser habe ihn auch beauftragt, bei der Polizei
den Schlüssel zu holen. Auf die Frage, wer im Zeitpunkt der Hausdurchsuchung
die Bar geführt habe, antwortete er aber dann, er habe keine Ahnung. Er wisse
nichts von Türken, die den Beschuldigten unter Druck gesetzt hätten. Nachdem er
den Vertrag unterschrieben gehabt habe, sei es knapp eine Woche gegangen, dann
sei die Polizei gekommen.
Auch das Aussageverhalten von L.___
anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 18. September 2019 ist
alles andere als überzeugend. Auf die Frage des Gerichtspräsidenten zu Beginn
der Befragung, ob er wisse, weshalb er als Zeuge vorgeladen worden sei, lautete
seine Antwort (soweit sie überhaupt verständlich war): «Ja. Wegen I.___».
Daraus lässt sich ohne Weiteres ableiten, dass der Zeuge vor der Befragung
instruiert worden ist (ergab sich doch aus der Vorladung kein Bezug zu
irgendeinem I.___). Der Zeuge schilderte dann zwar, an einem Treffen mit dem
Beschuldigten und diesem I.___ dabei gewesen zu sein, seine Aussagen sind indes
über weite Strecken unverständlich sowie alles andere als konkret und
detailreich. Immerhin hat auch der Zeuge nichts davon mitbekommen, dass der
Beschuldigte unter Druck gesetzt worden sei.
N.___ bestätigte anlässlich der
vorinstanzlichen Hauptverhandlung, bis Ende Februar 2015 in der «P.___ Bar»
gearbeitet zu haben. In dieser Zeit habe sie immer für den Beschuldigten
gearbeitet. Einen G.___ kenne sie nicht. Sie habe selbst gekündigt. Das
Kündigungsschreiben des Beschuldigten habe sie nie gesehen. Auch die
Unterschrift auf dem an sie adressierten Kündigungsschreiben kenne sie nicht.
Damit widerspricht die Zeugin N.___ den Aussagen des Beschuldigten vom 5. Juni
2019, G.___ habe die Bar per 1. Februar 2015 von ihm übernommen. Er selber sei
seit Januar 2015 nie mehr in der Bar gewesen. Er habe Frau N.___ gekündigt.
Auch die von der Verteidigung eingereichten
Urkunden vermögen in keiner Weise darzulegen, dass der Beschuldigte im Mai 2015
nichts mehr mit dem Betrieb der «P.___ Bar» zu tun gehabt hätte. Die beiden
Kündigungsschreiben an Frau N.___ und Frau O.___ tragen unterschiedliche
Unterschriften. Das an Frau N.___ adressierte Kündigungsschreiben trägt zudem
die Anrede «Sehr geehrte Frau O.___». Der Beweiswert dieser Urkunden ist somit
sehr gering und es besteht daher kein Zweifel an der Aussage der Zeugin N.___,
sie habe selbst gekündigt und ihr sei das an sie adressierte
Kündigungsschreiben unbekannt. Auch aus der Konkurseröffnung über die P.___ AG
am (…). Januar lässt sich nichts zu Gunsten des Beschuldigten ableiten,
hatte doch diese Firma gemäss B.___ mit dem Betrieb der gleichnamigen Bar
nichts zu tun. Auch die Bestätigung der Firma Q.___ AG, wonach am 12. Februar
2015 zwei Billardtische und 1 Dartkasten aus dem Lokal geräumt worden sind, was
deren Geschäftsführer, Q.___, vor Obergericht als Zeuge nochmals bekräftigte, widerlegt
in keiner Weise, dass der Beschuldigte im Mai 2015 in seiner Bar zwei
Spielautomaten betrieben haben soll. Schliesslich lässt sich auch aus der
Kündigung des Internetabos bei der Swisscom per Ende März 2015 nichts ableiten,
handelte es sich bei den beiden illegalen Spielautomaten doch um Offline-Geräte.
Zusammenfassend ist erstellt, dass der
Beschuldigte die Bar seit Januar 2014 führte, wobei es im Zeitraum
Januar/Februar 2015 zu mehreren Veränderungen kam (Räumung von Spielgeräten aus
dem Lokal, Kündigung durch Frau N.___). Die Bar blieb aber auch nach dem
Februar 2015 in Betrieb, was auch der Beschuldigte vor Obergericht nochmals ausdrücklich
bestätigte (vgl. Einvernahmeprotokoll vom 10.11.2020). Für einen Wechsel der
Zuständigkeiten im Zeitraum Jan./Feb. 2015 bis zum Tatzeitraum (= 12. Mai
2015 bis 21. Mai 2015) gibt es keine Hinweise, vielmehr muss davon
ausgegangen werden, dass der Beschuldigte nach wie vor für die Bar
verantwortlich war. Die vom Beschuldigten erstmals vor der Vorinstanz
vorgebrachte Version des vollständigen geschäftlichen Rückzuges im Jan./Feb.
2015 wird von keiner Drittperson bestätigt und findet auch keine Stütze in
schriftlichen Dokumenten: Weder ein vertragliches Dokument (Kündigung des
Mietverhältnisses) noch andere geschäftsübliche schriftliche Dokumente bzw.
Aufzeichnungen, welche die vom Beschuldigten behauptete Aufgabe der
Geschäftsführerfunktion in irgendeiner Weise hätten plausibilisieren können,
liegen vor. Bezeichnenderweise wurde denn auch, als im Lokal die
Hausdurchsuchung durchgeführt wurde, sogleich der Beschuldigte telefonisch
kontaktiert, was keinen Sinn machen würde, wenn dieser tatsächlich, wie von ihm
behauptet, seine geschäftliche Tätigkeit vollständig aufgegeben gehabt hätte. Als
gewichtiges objektives Indiz für die Weiterführung der geschäftlichen Tätigkeit
ist zudem der Umstand zu werten, dass eine Patentverlängerung für den Betrieb
der «P.___ Bar» an der [Adresse] in [Ort 1] (mit Wirkung ab 17.4.2015) eingeholt
wurde. Alles in allem ist somit davon auszugehen, dass die erste Aussage des
Beschuldigten anlässlich der Einvernahme vom 5. Juni 2015 zutrifft, zumal
sich diese auch mit den Erstaussagen von B.___ und G.___ deckt. Es ist deshalb
auf diese tatnächste Einvernahme abzustellen und als erwiesen anzusehen, dass
der Beschuldigte in seiner «P.___ Bar» zwischen dem 12. Mai 2015 und dem 21.
Mai 2015 den Betrieb zweier illegaler Spielautomaten im Wissen darum, dass es
sich um verbotene Spiele handelte, duldete. Zudem besass er die Schlüssel zu
den Geräten, um allfällige technische Probleme beheben zu können. Im Falle
eines Gewinnes hätte der Beschuldigten den Besitzer der Automaten kontaktieren
sollen, damit dieser dessen Auszahlung hätte organisieren können.
III. Rechtliche Würdigung
1. Anwendbares Recht
Am 1. Januar 2019 ist das neue
Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) in Kraft getreten, welches das
Spielbankengesetz abgelöst hat. Da das dem Beschuldigten vorgehaltene Verhalten
vor Inkrafttreten dieses neuen Bundesgesetzes liegt, stellt sich die Frage des
anwendbaren Rechts. Gemäss Art. 2 VStrR gelten die allgemeinen Bestimmungen des
Strafgesetzbuches für Taten, die in der Verwaltungsgesetzgebung des Bundes mit
Strafe bedroht sind, soweit dieses Gesetz oder das einzelne Verwaltungsgesetz
nichts anderes bestimmt. Da weder das VStrR noch das BGS hierzu
Sonderbestimmungen kennen, gelangt Art. 2 StGB zur Anwendung. Nach dessen Abs.
1 ist die rückwirkende Anwendung der Gesetzesänderung unzulässig, wenn sie sich
zu Lasten des Täters auswirken würde. Daraus leitet sich ab, dass grundsätzlich
jenes Gesetz anwendbar ist, das im Zeitpunkt der verübten Tat galt, es sei
denn, dass das neue Gesetz das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). Die
Rückwirkung des milderen Gesetzes (lex mitior) folgt dem Gedanken, dass nicht
mehr oder milder bestraft werden soll, weil die Tat zufolge Änderung der
Rechtsanschauung nicht mehr bzw. weniger strafwürdig erscheint (BGE 134 IV 82
E. 6.1 S. 87 mit Hinweis auf BGE 89 IV 113 E. I/1a S. 116). Das Anknüpfungskriterium
der lex mitior erfordert einen Vergleich der konkurrierenden Strafgesetze. Ob
das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt sich nicht nach
einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den konkreten Fall
(Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode). Der Richter hat die Tat sowohl
nach altem als auch nach neuem Recht (hypothetisch) zu prüfen und durch Vergleich
der Ergebnisse festzustellen, nach welchem der beiden Rechte der Täter besser
wegkommt (BGE 134 IV 82 E. 6.2.1 S. 87 mit Hinweis auf BGE 126 IV 5 E. 2c S.
8).
Was die Sanktionsform anbelangt, ist die
Geldstrafe milder als die Freiheitsstrafe. Bei unbedingter Geldstrafe und Busse
ist die Höhe des Geldbetrages entscheidend, wobei eine bedingt vollziehbare Geldstrafe
i.d.R. milder ist als eine Busse, es sei denn, die aufgeschobene Geldstrafe
übersteige die Busse um ein Vielfaches (BGE 134 IV 89 ff.).
2. Strafbarkeit unter Anwendung des SBG
Nach Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG wird mit
Haft oder Busse bis zu 500‘000 Franken bestraft, wer Glücksspiele ausserhalb
konzessionierter Spielbanken organisiert oder gewerbsmässig betreibt. Eine
abschliessende Definition der Tathandlung («organisieren oder gewerbsmässig
betreiben») ist nicht möglich. An das Erfordernis der Organisationshandlung
werden keine hohen Anforderungen gestellt (BGE 108 IV 117). Durch das
Aufstellen und Betreiben eines verbotenen Glückspielautomaten wird jedenfalls
ein Glückspiel organisiert, da dadurch erst der Zugang dazu ermöglicht wird.
Dass es sich bei den 14 Spielen, die
noch Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind, um Glücksspiele handelt, wurde,
wie erwähnt (vgl. vorstehende Ziff. II.1 in fine), bereits mittels Verfügungen
der ESBK vom 26. Februar 2014 und 4. April 2014 verbindlich festgestellt.
Ebenso steht ausser Frage, dass es sich bei der «P.___ Bar» nicht um eine
konzessionierte Spielbank handelte. Zu Recht hielt die Vorinstanz fest, dass
das Erteilen des Einverständnisses zum Aufstellen von Spielautomaten im eigenen
Betrieb als Organisationshandlung im Sinne von Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG zu
verstehen ist. Der objektive Tatbestand ist daher erfüllt. Auch der subjektive
Tatbestand ist erfüllt, da der Beschuldigte um die Illegalität der Spiele
wusste.
Zu prüfen ist noch die Verjährung. Art.
56 SBG droht als Sanktion Haft oder Busse an und ist demnach als
Übertretungstatbestand ausgestaltet (Art. 333 Abs. 3 StGB). Gemäss Art. 57 Abs.
2 SBG verjährt die Übertretung nach 5 Jahren. Nach Art. 333 Abs. 6 lit. b StGB
werden bis zu ihren Anpassungen die Verfolgungsverjährungsfristen für
Übertretungen, die über ein Jahr betragen, um die ordentliche Dauer verlängert,
womit grundsätzlich eine Verfolgungsverjährungsfrist von insgesamt 10 Jahren
resultieren würde. Führt jedoch die Regelung von Art. 333 Abs. 6 StGB im
Nebenstrafrecht, worunter das Spielbankengesetz fällt, dazu, dass für
Übertretungen eine längere Verjährungsfrist als für Vergehen desselben Gesetzes
gelten würde, reduziert sich diese auf das für letztere geltende Mass, um einen
Wertungswiderspruch zu vermeiden (BGE 134 IV 328 E. 2.1, vgl. auch Urteil des
Bundegerichts 6B_905/2017 vom 3.5.2018 E. 2). Im vorliegenden Fall resultiert
eine massgebliche Verfolgungsverjährungsfrist von 7 Jahren (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 6B_395/2013 vom 13.6.2013 und 6B_770/2010 vom 28.2.2011 E. 5.2).
Diese war im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils noch nicht eingetreten,
womit grundsätzlich eine Verurteilung nach Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG hätte
erfolgen können.
3. Strafbarkeit unter Anwendung des BGS
Art. 130 Abs. 1 lit. a BGS lautet wie
folgt: Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird
bestraft, wer vorsätzlich ohne die dafür nötigen Konzessionen oder
Bewilligungen Spielbankenspiele oder Grossspiele durchführt, organisiert oder
zur Verfügung stellt.
Gemäss der Legaldefinition in Art. 3
Abs. 1 lit. g BGS sind unter Spielbankenspielen Geldspiele zu verstehen, die
einer eng begrenzten Anzahl Personen offenstehen; ausgenommen sind die
Sportwetten, Geschicklichkeitsspiele und Kleinspiele. Geldspiele sind gemäss
Art. 3 Abs. 1 lit. b BGS Spiele, bei denen gegen Leistung eines geldwerten
Einsatzes oder bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts ein Geldgewinn oder ein
anderer geldwerter Vorteil in Aussicht steht.
Zu den Tathandlungen im Sinne von Art.
130 Abs. 1 lit. a BGS (im bundesrätlichen Gesetzesentwurf noch Art. 127 BGS)
finden sich in der Botschaft zum Geldspielgesetz vom 21. Oktober 2015 folgende
Erläuterungen (BBl 2015 8498 f.): Der Begriff «Durchführung» im
strafrechtlichen Sinne umfasse alle Handlungen in Verbindung mit der konkreten
Umsetzung eines Geldspiels oder mit dem öffentlich Zugänglichmachen desselben,
namentlich durch Verkaufs- oder Vertriebshandlungen. Mit dem «Organisieren» sei
der Aufbau der Struktur zu verstehen, mit welcher die Durchführung des Spiels
ermöglicht werde. Die Nennung dieser Tathandlung bezwecke, dass eine (in der
Regel hierarchisch hoch gestellte) Person, welche das Spiel organisiere, aber
mit dessen konkreten Umsetzung nichts zu tun habe, strafrechtlich zur
Verantwortung gezogen werden könne. Unter «zur Verfügung stellen» von
Geldspielen ohne Bewilligung werde unter anderem verstanden, dass zum Zwecke
der Organisation oder der Veranstaltung von Geldspielen Räumlichkeiten
bereitgestellt oder der mit dem Geldspiel verbundene Zahlungsverkehr gesamthaft
oder teilweise übernommen werde.
Dass es sich bei den im vorliegenden
Fall noch zu beurteilenden Spielen um solche handelt, welche auch unter den
Begriff der Spielbankenspiele gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. g BGS fallen, steht
ausser Frage und wurde vom Beschuldigten bisher auch nie bestritten. Indem der
Beschuldigte seine Räumlichkeiten zum Betreiben der beiden Spielautomaten zur
Verfügung gestellt hat, hat er den objektiven Tatbestand von Art. 130 Abs. 1
lit. a BGS erfüllt. Auch der subjektive Tatbestand ist erfüllt, da der
Beschuldigte um die Illegalität der Spiele wusste.
4. Bestimmung des milderen Rechts
Wie nachfolgend (vgl. Ziff. IV.) noch
ausgeführt werden wird, ist die Strafzumessung der Vorinstanz zu bestätigen.
Unter Anwendung des Spielbankengesetzes wäre der Beschuldigte auch unter
Berücksichtigung der erfolgten Verfahrenseinstellung bezüglich der 28 erst
nachträglich als Geldspiele qualifizierten Spiele zu einer CHF 2'000.00
übersteigenden Busse zu verurteilen.
Die von der Vorinstanz
ausgesprochene bedingt vollziehbare Geldstrafe stellt deshalb im konkreten Fall
die mildere Sanktion dar.
Der Beschuldigte ist demnach nach dem
neurechtlichen Geldspielgesetz zu verurteilen. Er ist der Widerhandlung gegen
das Bundesgesetz über Geldspiele durch das Organisieren und Durchführen von
Spielbankenspielen ohne die dafür nötigen Konzessionen oder Bewilligungen,
begangen in der Zeit vom 12. Mai 2015 bis 21. Mai 2015, schuldig zu
sprechen.
IV. Strafzumessung
1. Die Erwägungen der Vorinstanz zur
Strafzumessung können weitgehend bestätigt werden. Zu Recht ging die Vorinstanz
von einem leichten objektiven Tatverschulden aus. In subjektiver Hinsicht kann
noch ergänzt werden, dass dem Beschuldigten aufgrund seiner massgebenden
Erstaussage nicht nachgewiesen werden kann, dass er finanziell vom Betrieb der
beiden Spielautomaten direkt profitiert hätte. Indessen übernahm der Eigentümer
der Spielautomaten gemäss Aussage des Beschuldigten dessen Schulden in Höhe von
CHF 1'500.00 beim Vermieter als Gegenleistung für das Aufstellen der Automaten.
Zudem dürfte sich der Beschuldigte zweifelsohne eine «Belebung» seines
Barbetriebs durch den Spielbetrieb erhofft haben. Es ist somit von einer
Bereicherungsabsicht auszugehen, wenn auch der angestrebte «Gewinn» eher gering
war. Insgesamt ist (im Rahmen einer Verschuldensskala von sehr leicht bis sehr
schwer) von einem gerade noch sehr leichten Gesamtverschulden auszugehen, was
eine Einsatzstrafe von 90 Tagessätzen rechtfertigt.
Bei den Täterkomponenten hat zufolge der
beiden Vorstrafen vom 5. Juni 2013 und 26. März 2015 eine leichte Erhöhung der
Einsatzstrafe auf 100 Tagessätze zu erfolgen. Wie die Vorinstanz zu Recht
festgestellt hat, wurde das Beschleunigungsgebot verletzt. Mit einer Verfahrensdauer
von gesamthaft über 5 Jahren für ein an sich wenig komplexes Verfahren und
einem durch nichts erklärbaren Verfahrensstillstand von über einem Jahr vor erster
Instanz ist die Verletzung des Beschleunigungsgebots als massiv zu bewerten. Es
rechtfertigt sich daher eine Strafreduktion von 30 %, ausmachend 30 Tages-sätze,
was eine verbleibende Strafe von 70 Tagessätzen ergibt.
Am 28. April 2016 wurde der Beschuldigte
vom Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt u.a. zu einer Geldstrafe von 20
Tagessätzen verurteilt. Am 11. Dezember 2017 erfolgte eine weitere Verurteilung
zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen (vgl. den im Berufungsverfahren
eingeholten Strafregisterauszug). Die im vorliegenden Verfahren zu beurteilende
Tat beging der Beschuldigte in der Zeit vom 12. Mai 2015 bis 21. Mai
2015 und damit zeitlich vor den beiden genannten Urteilen. Die Vorinstanz fällte
aufgrund dieser Ausgangslage eine Zusatzstrafe zu beiden vorgenannten Urteilen
aus, was jedoch methodisch nicht zu überzeugen vermag. Nach der ratio legis von
Art. 49 Ab. 2 StGB soll derjenige in den Genuss der in der Regel vorteilhaften
Zusatzstrafe kommen, bei dem der erstinstanzliche Richter die mehreren
Straftaten gleichzeitig hätte aburteilen können (BGE 138 IV 113 E. 3.4.3).
Diese Konstellation war erstmals im Zeitpunkt der Urteilsfällung des Amtsgerichts
Bucheggberg-Wasseramt am 28. April 2016 gegeben. Folglich ist (allein) dieser
Entscheid als sog. Ersturteil zu qualifizieren, zu welchem eine Zusatzstrafe
auszufällen ist. Damit ist dem Asperationsprinzip bei der retrospektiven
Konkurrenz Rechnung getragen und die Anknüpfung an ein weiteres (zweites) früheres
Urteil erweist sich als obsolet.
Das schwerste Delikt bildet die im
vorliegenden Verfahren beurteilte Widerhandlung gegen das Geldspielgesetz.
Ausgehend von der hierfür verhängten Strafe von 70 Tagessätzen ergibt sich
unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine hypothetische Gesamtstrafe
von 80 Tagessätzen. Hiervon ist die im Ersturteil ausgefällte rechtskräftige
und damit unabänderliche Strafe von 20 Tagessätzen in Abzug zu bringen, was zu
einer Zusatzstrafe von 60 Tagessätzen führen würde. Zufolge des Verschlechterungsverbotes
(Art. 391 Abs. 2 StPO) bleibt es jedoch bei den von der Vorinstanz
festgesetzten 40 Tagessätzen.
Die Höhe des Tagessatzes bestimmt sich
nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt
des Urteils (Art. 34 Abs. 2 Satz 2 StGB). Der Beschuldigte gab vor Obergericht
zu Protokoll, dass seine wirtschaftlichen Verhältnisse seit dem Urteil der
Vorinstanz unverändert geblieben seien: Er arbeite noch immer bei der R.___ AG
und verdiene nach wie vor netto CHF 5'418.45 x 13, womit das massgebliche monatliche
Nettoeinkommen rund CHF 5'870.00 beträgt. Dem Beschuldigten ist ein
Pauschalabzug von 25 % (CHF 1'467.50) für die Steuern und Krankenkassenbeiträge
zu gewähren. Vom verbleibenden Betrag von CHF 4'402.50 sind für die
Unterstützung der nicht erwerbstätigen Ehefrau 15 % (CHF 660.40), für das 1.
Kind weitere 15 % (CHF 660.40) und für das 2. Kind 12,5 % (CHF 550.30) in Abzug
zu bringen. Für ein drittes Kind, welches aus einer Beziehung mit seiner ehemaligen
Freundin stammt, bezahlt der Beschuldigte gemäss seinen Angaben vor Obergericht
Alimente von monatlich CHF 350.00 sowie Kinderzulagen. Unter Berücksichtigung all
dieser Abzüge wäre das massgebliche Monatseinkommen und damit der konkrete
Tagessatz etwas höher zu veranschlagen als vor erster Instanz, es ist aber zu
Gunsten des Beschuldigten auf den tieferen Betrag der Vorinstanz von CHF 50.00
abzustellen, denn eine Erhöhung des Tagessatzes und damit eine strengere
Bestrafung ist gemäss Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO nur aufgrund von Tatsachen
erlaubt, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konnten (z.B. eine
nach dem erstinstanzlichen Urteil eingetretene Verbesserung der finanziellen
Verhältnisse des Beschuldigten, vgl. hierzu BGE 144 IV 198, Regeste sowie
E. 5.3 und 5.4), was vorliegend nicht der Fall war.
Der Beschuldigte ist somit als
Zusatzstrafe zum Urteil des Amtsgerichts von Bucheggberg-Wasseramt vom
28. April 2016 zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 50.00
zu verurteilen.
Die Vorinstanz gewährte dem
Beschuldigten – trotz mehreren eingetragenen Vorstrafen sowie einem deutlich erkennbaren
Bewährungsversagen (der Beschuldigte delinquierte mehrfach während laufender
Probezeit, vgl. Strafregisterauszug vom 8.10.2020) – den Strafaufschub nach
Art. 42 Abs. 1 StGB. Unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbotes (Art.
391 Abs. 2 Satz 1 StPO) ist das Urteil der Vorinstanz auch in diesem Punkt zu
bestätigen. Die Probezeit ist mit Blick auf die strafrechtliche Vorbelastung
des Beschuldigten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz nicht auf das
gesetzliche Minimum von 2 Jahren, sondern auf 3 Jahre festzusetzen.
Der Beschuldigte wird darauf hingewiesen
(Art. 44 Abs. 3 StGB), dass die Geldstrafe vollstreckt werden kann (Widerruf
des gewährten bedingten Vollzuges), wenn er sich nicht bewährt, d.h. wenn er
während der dreijährigen Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht und
deshalb zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten verüben wird (Art. 46 Abs.
1 StGB).
V. Kosten und Entschädigung
1. Kostenfolgen
1.1
Kosten des Verfahrens der ESBK und des erstinstanzlichen Verfahrens
Die Kosten des Verfahrens der ESBK (Strafverfügung
Nr. 62-2015-106/03/Mak vom 13.10.2017) machen insgesamt CHF 3'260.00 aus,
jene des erstinstanzlichen Verfahrens belaufen sich auf CHF 2'400.00.
Die Vorinstanz hat entgegen dem Antrag
der Verteidigung für das eingestellte Verfahren keinen Kostenanteil zu Lasten
des Staates ausgeschieden und dem Beschuldigten folglich auch keine
Parteientschädigung zugesprochen. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, der
Beschuldigte habe schuldhaft und rechtswidrig auch die Einleitung dieses
Verfahrens bewirkt, weshalb er die gesamten Kosten zu bezahlen habe.
Wird das Verfahren gegen die
beschuldigte Person eingestellt oder wird sie freigesprochen, so wird sie
grundsätzlich von der Kostentragung befreit. Dies ist der logische
Umkehrschluss zur Regel von Art. 426 Abs. 1 StPO. In solchen Fällen sind die
Verfahrenskosten gemäss Art. 423 Abs. 1 StPO dem Bund oder dem Kanton
aufzuerlegen, der das Verfahren geführt hat (Thomas Domeisen in: Marcel
Alexander Niggli/Marianne Heer/Hans Wiprächtiger [Hrsg.], 2. Aufl., Basel 2014,
nachfolgend zit. «BSK StPO», Art. 426 StPO N 22). Im Sinne einer
«Kann»-Vorschrift ist ausnahmsweise die Kostenauflage zu Lasten der
beschuldigten Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO trotz Freispruchs oder
Verfahrenseinstellung möglich, wenn diese rechtswidrig und schuldhaft die
Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat.
Nach der Rechtsprechung verstösst eine
Kostenauflage bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens gegen die
Unschuldsvermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2
EMRK), wenn der beschuldigten Person in der Begründung des Kostenentscheids
direkt oder indirekt vorgeworfen wird, es treffe sie ein strafrechtliches
Verschulden. Damit käme die Kostenauflage einer Verdachtsstrafe gleich. Dagegen
ist es mit Verfassung und Konvention vereinbar, einer nicht verurteilten
beschuldigten Person die Kosten zu überbinden, wenn sie in zivilrechtlich
vorwerfbarer Weise, d.h. im Sinne einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41
OR ergebenden Grundsätze, eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm,
die sich aus der Gesamtheit der schweizerischen Rechtsordnung ergeben kann,
klar verletzt und dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen
Durchführung erschwert hat. In tatsächlicher Hinsicht darf sich die
Kostenauflage nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände
stützen. Das Verhalten einer angeschuldigten Person ist widerrechtlich, wenn es
klar gegen Normen der Rechtsordnung verstösst, die sie direkt oder indirekt zu
einem bestimmten Tun oder Unterlassen verpflichten (vgl. Art. 41 Abs. 1 OR).
Die Verfahrenskosten müssen mit dem zivilrechtlich vorwerfbaren Verhalten in
einem adäquat-kausalen Zusammenhang stehen (Urteil des Bundesgerichts
6B_1473/2019 vom 13.8.2020 mit Hinweis auf BGE
144 IV 202 E. 2.2 sowie
weiteren Hinweisen).
Bei dem zur Anklage gebrachten
Lebenssachverhalt gemäss Ziff. 3 der Strafverfügung vom 13. Oktober 2017 (Aufstellen
von Glücksspielautomaten ohne Prüfung, Konformitätsbewertung oder Zulassung zum
Zwecke des Betriebs) ging es um einen straf- bzw. verwaltungsstrafrechtlichen
Vorwurf, der aber nach neuem Recht nicht mehr unter Strafe steht, weshalb
dieses Verfahren rechtskräftig eingestellt wurde.
Eine Kostenauflage zu Lasten der
beschuldigten Person bei Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung darf sich
nicht auf eine Begründetheit des strafrechtlichen Vorwurfs stützen (Thomas
Domeisen in: BSK StPO, Art. 426 StPO N 38, 1. Lemma). Der gleiche Grundsatz kommt
vorliegend zum Tragen: Fällt die Bestrafung und damit einhergehend die
Kostenauflage zu Lasten des Beschuldigten bereits ausser Betracht, weil das
konkrete Verfahren zu viel Zeit in Anspruch genommen hat (Eintritt der Strafverfolgungsverjährung),
muss dies erst recht gelten, wenn die im Urteilszeitpunkt geltende
Rechtsordnung das vorgehaltene Verhalten generell nicht mehr als strafwürdig erachtet.
Ein Vorwurf, dem nach geltendem Recht überhaupt keine strafrechtliche Relevanz
mehr zukommt, kann nicht herangezogen werden, um dem Beschuldigten die
Verfahrenskosten zu überbinden.
Die Kostenauflage trotz Verfahrenseinstellung
kann folglich nur noch in Frage kommen, wenn den Beschuldigten ein unter zivilrechtlichen
Gesichtspunkten vorwerfbares Verhalten trifft, welches die Verfahrenskosten
adäquat-kausal verursacht hat. Ein dem Beschuldigten anzulastender zivilrechtlicher
Regelverstoss wird von der Vorinstanz nicht dargelegt und ist denn auch nicht erkennbar.
Es hat deshalb zwingend eine Kostenausscheidung zu Lasten des Staates zu
erfolgen.
Hinsichtlich deren Umfang steht den
Behörden im konkreten Einzelfall ein gewisser Ermessensspielraum zu (Urteil
6B_151/2014 vom 4.12.2014 E. 3.2 sowie 6B_129/2016 vom 2.5.2016 E. 3.2.2). Im
Zentrum des eingestellten wie auch des nun mit einem Schuldspruch endenden
Verfahrens stand das Aufstellen von zwei Glücksspielautomaten, wobei in Bezug
auf den Vorhalt gemäss Ziff. 3 der Strafverfügung vom 13. Oktober 2017 die
unterbliebene Prüfung, Konformitätsbewertung oder Zulassung und in Bezug auf den
Vorhalt gemäss Ziff. 2 der vorgenannten Verfügung die Organisation von
Glücksspielen das massgebliche Anknüpfungskriterium bildeten. Angesichts dieses
engen und direkten Zusammenhangs zwischen beiden Vorhalten erweist sich eine
hälftige Aufteilung der Verfahrenskosten nicht als angezeigt. Die auf den
eingestellten Verfahrensteil fallenden Kosten sind ermessenweise mit 20 % zu
veranschlagen. Dementsprechend gehen von den Kosten des Verfahrens der ESBK
(Strafverfügung Nr. 62-2015-106/03/Mak vom 13.10.2017) CHF 652.00 (= 20 % von
CHF 3'260.00) zu Lasten der Staatskasse des Bundes und von den Kosten des
erstinstanzlichen Verfahrens hat der Staat Solothurn CHF 480.00 (= 20 % von CHF 2'400.00)
zu tragen. Die verbleibenden Kosten beider Verfahren (CHF 2'608.00 + CHF
1'920.00) sind dem Beschuldigten aufzuerlegen.
1.2 Kosten
des Berufungsverfahrens
Die Kosten des Berufungsverfahrens machen
mit einer Urteilsgebühr von CHF 2'000.00 total CHF 2'315.00 aus.
Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren
weitestgehend. Einzig in Bezug auf die von ihm beantragte Kosten- und
Entschädigungsfolgen hinsichtlich des eingestellten Verfahrens konnte der
Berufungskläger einen Teilerfolg verbuchen, so dass in Anwendung von Art. 428
Abs. 1 StPO ein Kostenanteil von 10 %(= CHF 231.50) zu Lasten des Kantons
auszuscheiden ist. CHF 2'083.50 (= 90 % von CHF 2'315.00) sind dem
Beschuldigten aufzuerlegen.
2. Entschädigungsfolgen
2.1 Grundsatz
Gemäss Art. 99 Abs. 1 VStrR ist dem
Beschuldigten, gegen den das Verfahren eingestellt oder der nur wegen
Ordnungswidrigkeit bestraft wird, auf Begehren eine Entschädigung für die
Untersuchungshaft und für andere Nachteile, die er erlitten hat, auszurichten.
Zu diesen «anderen Nachteilen» sind auch die notwendigen Verteidigungskosten zu
zählen. Diese Entschädigung geht sowohl für das Verfahren der Verwaltung als
auch für das gesamte gerichtliche Verfahren in Anwendung von Art. 101
Abs. 1 i.V. m. Art. 99 Abs. 3 VStrR zu Lasten des Bundes.
2.2 Entschädigung für das Verfahren der
ESBK und das erstinstanzliche Verfahren
Für das Verfahren der ESBK
(Strafverfügung Nr. 62-2015-106/03/Mak vom 13.10.2017) und das erstinstanzliche
Verfahren hat der Beschuldigte in Anbetracht der erfolgten Verfahrenseinstellung
Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung.
Der Beschuldigte macht für das
eingestellte Verfahren eine Parteientschädigung von pauschal CHF 2'750.00
geltend (vgl. Plädoyernotizen in den obergerichtlichen Akten sowie insbesondere
die Anträge, wiedergegeben im vorstehenden Verhandlungsprotokoll auf S. 3).
Denselben Betrag (für das Vorverfahren und das erstinstanzlichen
Gerichtsverfahren) beantragt der Beschuldigte für die Verteidigungskosten im
Zusammenhang mit dem zweiten Vorhalt (Ziff. 2 der Strafverfügung vom
13.10.2017: Organisation von Glücksspielen ausserhalb konzessionierter Spielbanken).
Wie bereits unter Ziff. V.1.1 (in fine) dargelegt, ist auch bei dem
Aufwand des Verteidigers der enge Konnex zwischen dem eingestellten und dem mit
einem Schuldspruch endenden Verfahren hervorzuheben. Zwar gab es anwaltliche Abklärungen
(Wegfall der Strafbarkeit im Zusammenhang mit der Vorführung unter dem milderen
neuen Recht), welche sich ausschliesslich auf den Vorhalt gemäss Ziff. 3 der Strafverfügung
bezogen, der Löwenanteil des Verteidigungsaufwandes betraf jedoch beide
Vorhalte gleichermassen. Eine je hälftige Aufteilung des Gesamtaufwandes auf die
Vorhalte gemäss Ziff. 2 und Ziff. 3 der Strafverfügung vom 13. Oktober 2017 ist
bei dieser Ausgangslage nicht angebracht. Stattdessen ist die reduzierte
Parteientschädigung für das Verfahren der ESBK und das erstinstanzliche
Verfahren ermessensweise auf pauschal CHF 1'000.00 (inkl. Auslagen und
MWST) festzusetzen, was 1/5 des von Fürsprecher Rohrer für
die beiden Verfahren geltend gemachten Aufwandes entspricht.
2.3 Entschädigung für das
Berufungsverfahren
Für das Berufungsverfahren ist dem
Beschuldigten eine reduzierte Parteientschädigung von pauschal CHF 500.00
(inkl. Auslagen und MWST) zuzusprechen, zahlbar durch den Bund (vgl. V.2.1 in
fine). Dieser Betrag entspricht – unter Berücksichtigung der Kürzung, die
vorzunehmen ist, weil die Hauptverhandlung vor Obergericht effektiv weniger
Zeit in Anspruch nahm, als der Verteidiger im Vorfeld geschätzt hatte – 1/10
des von Fürsprecher Rohrer für das Berufungsverfahren geltend gemachten Gesamtaufwandes
(vgl. die ins Recht gelegte Honorarnote).
Demnach wird in Anwendung von Art. 2
Abs. 2, Art. 34, Art. 42 Abs. 1, Art. 44 Abs. 1 und 3, Art. 47 und Art. 49
Abs. 2 StGB; Art. 130 Abs. 1 lit. a BGS; Art. 95 Abs. 1 und 2,
Art. 97 Abs. 1, Art. 99 und Art. 101 VStrR; Art. 379 ff., Art. 398
ff., Art. 423, Art. 426 Abs. 1, Art. 428 Abs.1 und 3 StPO erkannt:
1. Es wird festgestellt, dass das
Verwaltungsstrafverfahren gegen A.___ wegen Aufstellens von
Glücksspielautomaten ohne Prüfung, Konformitätsbewertung oder Zulassung zum
Zwecke des Betriebs mit Verfügung des a.o. Amtsgerichtsstatthalter von
Solothurn-Lebern vom 18. September 2019 rechtskräftig eingestellt worden ist.
2. A.___ hat sich der Widerhandlung gegen
das Bundesgesetz über Geldspiele durch das Organisieren und Durchführen von
Spielbankenspielen ohne die dafür nötigen Konzessionen oder Bewilligungen,
begangen in der Zeit vom 12. Mai 2015 bis 21. Mai 2015, schuldig
gemacht.
3. Es wird festgestellt, dass das
Beschleunigungsgebot verletzt worden ist.
4. A.___ wird als Zusatzstrafe zum Urteil
des Amtsgerichts von Bucheggberg-Wasseramt vom 28. April 2016 verurteilt
zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 50.00, unter Gewährung
des bedingten Vollzuges bei einer Probezeit von 3 Jahren.
5. A.___ hat die Kosten des Verfahrens der
Eidgenössischen Spielbankenkommission (Strafverfügung Nr. 62-2015-106/03/Mak
vom 13.10.2017) in der Höhe von insgesamt CHF 3'260.00 im Umfang von
CHF 2'608.00 (= 80 % von CHF 3'260.00) zu bezahlen. CHF 652.00 (= 20
% von CHF 3'260.00) gehen zu Lasten der Staatskasse des Bundes.
6. A.___, vertreten durch Fürsprecher
Manuel Rohrer, wird für das Verfahren der Eidgenössischen Spielbankenkommission
(Strafverfügung Nr. 62-2015-106/03/Mak vom 13.10.2017) und das erstinstanzliche
Verfahren eine reduzierte Parteientschädigung von pauschal CHF 1'000.00 (inkl.
Auslagen und MWST) zugesprochen, zahlbar durch die Staatskasse des Bundes.
7. A.___ hat die Kosten des erstinstanzlichen
Verfahrens von total CHF 2'400.00 im Umfang von CHF 1'920.00 (= 80 % von
CHF 2'400.00) zu bezahlen. CHF 480.00 (= 20 % von CHF 2'400.00) gehen zu Lasten
des Kantons.
8. A.___, vertreten durch Fürsprecher
Manuel Rohrer, wird für das obergerichtliche Verfahren eine reduzierte
Parteientschädigung von pauschal CHF 500.00 (inkl. Auslagen und MWST)
zugesprochen, zahlbar durch die Staatskasse des Bundes.
9. A.___ hat die Kosten des
Berufungsverfahrens mit einer Urteilsgebühr von CHF 2'000.00, total CHF
2'315.00, im Umfang von CHF 2'083.50 (= 90 % von CHF 2'315.00) zu bezahlen. CHF
231.50 (= 10 % von CHF 2'315.00) gehen zu Lasten des Kantons.
Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen seit Erhalt des begründeten Urteils beim Bundesgericht Beschwerde
in Strafsachen eingereicht werden (Adresse: 1000 Lausanne 14). Die Frist
beginnt am Tag nach dem Empfang des begründeten Urteils zu laufen und wird
durch rechtzeitige Aufgabe bei der Post gewahrt. Die Frist ist nicht
erstreckbar. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines
Vertreters zu enthalten. Für die weiteren Voraussetzungen sind die Art.
78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes massgeblich.
Im Namen der Strafkammer des
Obergerichts
Der
Präsident Die
Gerichtsschreiberin
Marti Lupi
De Bruycker