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Entscheid

VSBES.2018.260

Invalidenrente

12. Februar 2019Deutsch42 min

Source so.ch

Sachverhalt

I.

1.

1.1 Die 1977 geborene Versicherte A.___

meldete sich am 3. Juni 2013 unter Hinweis auf eine im April 2013 erfolgte

lobäre intrazerebrale Blutung bei der Invalidenversicherung-Stelle des Kantons

Solothurn (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Nr. [IV-Nr.]

2).

1.2 Die IV-Stelle führte in der

Folge am 22. August 2013 ein Intake-Gespräch durch (IV-Nr. 11), traf medizinische

Abklärungen und holte u.a. bei Dr. med. C.___, Fachärztin für Neurologie

FMH, ein Gutachten vom 22. März 2015 (IV-Nr. 28.1) ein. Vom 17. August 2015 bis

4. September 2015 sowie vom 12. bis 16. Oktober 2015 erfolgte eine berufliche

Abklärung in der D.___. Mit Datum vom 2. März 2016 wurde ein Abklärungsbericht

Haushalt durch E.___, Abklärungsfachfrau, erstellt (IV-Nr. 49). In der Folge holte

die IV-Stelle bei Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und

Psychotherapie FMH, ein Gutachten vom 27. Juni 2017 (IV-Nr. 66.2) sowie bei Dr.

med. G.___, Facharzt für Neurologie FMH, ein Gutachten vom 20. Juli 2017

(IV-Nr. 66.1) ein.

1.3 Mit Vorbescheid vom 1. Februar

2018 (IV-Nr. 78) sprach die IV-Stelle der Versicherten vom 1. April 2014 bis

31. Dezember 2014 eine ganze Rente der Invalidenversicherung und vom 1. Januar

2015 bis 30. Juni 2015 eine Viertelsrente zu. Ab dem 1. Juli 2015 wurde ein

Rentenanspruch verneint. Dagegen liess die Versicherte am 4. März 2018 Einwände

erheben (IV-Nr. 79), welche mit Verfügung vom 17. September 2018 (Aktenseite

[A.S.] 1 ff.) abgewiesen wurden.

2. Am 19. Oktober 2018 lässt die

Versicherte (fortan: Beschwerdeführerin) beim Versicherungsgericht des Kantons

Solothurn frist- und formgerecht Beschwerde erheben und folgendes

Rechtsbegehren stellen (A.S. 14 ff.):

Es sei die angefochtene Verfügung

abzuändern und festzustellen, dass die Beschwerdeführerin Anrecht auf

mindestens ½ IV-Rente ab 1. Januar 2015 hat.

3. Die IV-Stelle (fortan:

Beschwerdegegnerin) verzichtet in ihrer Beschwerdeantwort vom 30. November 2018

(A.S. 25) auf Bemerkungen zur Beschwerde und beantragt deren Abweisung.

4. Auf die weiteren Ausführungen

in den Rechtsschriften der Parteien wird, soweit erforderlich, in den folgenden

Erwägungen eingegangen. Im Übrigen wird auf die Akten verwiesen.

Erwägungen

II.

1.

Die Sachurteilsvoraussetzungen

(Einhaltung von Frist und Form, örtliche und sachliche Zuständigkeit des

angerufenen Gerichts) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1

Invalidität ist die

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des

Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Sie kann Folge von

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein. Die Invalidität gilt als

eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige

Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Bundesgesetz über

die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]).

2.2

Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben

jene Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können

(lit. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind

und nach Ablauf dieses Jahres mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind

(lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze

Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine

Viertelsrente.

2.3

Bei erwerbstätigen Versicherten

ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Für den Einkommensvergleich sind bei erstmaliger

Rentenprüfung die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs

massgebend. Im Falle einer Revision gilt der Zeitpunkt der Erhöhung oder

Herabsetzung der Rente (Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2010 vom 25. Januar

2011.

E. 7.2.1). Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer

Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der

Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass sind zu berücksichtigen (BGE 129 V

222).

3.

3.1

Um den Invaliditätsgrad bemessen

zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf

Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang

und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im

Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung

der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden

können (BGE 132 V 99 f. E. 4, 125 V 261 E. 4).

3.2

Das Administrativverfahren vor

der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom

Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG).

Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so

lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen

Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge

Bezüge zum – auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden – Grundsatz der

freien Beweiswürdigung auf. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes

von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das

Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener

Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter

Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 353 E. 5b S.

360, 125 V 193 E. 2 S. 195, je mit Hinweisen) zu betrachten, und es könnten

weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern,

so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des

Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E.

5.3

S. 148, 124 V 90 E. 4b S. 94). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an

Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen

Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von

zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu

erwarten sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_909/2010 vom 1. März 2011 E. 4.1,

8C_1021/2009 vom 3. November 2010 E. 4.2,8C_101/2010 vom 3. Mai 2010 E. 4.1

und 9C_167/2009 vom 28. Mai 2009 E. 3.1).

3.3

Der im Sozialversicherungsrecht

massgebende Beweisgrad ist derjenige der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE

117.

V 194 E. 3b S. 194 f.). Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die

einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Der

Sozialversicherungsrichter hat alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend,

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in

Kenntnis der Vorakten – d.h. der Anamnese – abgegeben worden ist, in der

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und in seinen

Schlussfolgerungen begründet ist (AHI 1997 S. 121; BGE 122 V 157 E. 1c

S. 160). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten.

Die Rechtsprechung erachtet es jedoch

als mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung vereinbar, in Bezug auf

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die

Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b S. 352 ff.). So ist einem im

Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten medizinischen Gutachten durch

externe Spezialärzte, welches auf Grund eingehender Beobachtungen und

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten erstellt wurde und bei der

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangt, in der

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4

S. 470). Andererseits ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass

behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in

Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125

V 353).

4.

4.1

Gemäss den Ausführungen der

Beschwerdeführerin hätten sowohl das H.___ (Neurologie) als auch die Ärzte des I.___

(Psychiatrie), festgestellt, dass sich ihr Gesundheitszustand seit dem im Jahr

2013.

erlittenen Hirnschlag und dem anschliessenden epileptischen Anfall nicht

verbessert habe, weshalb die Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit

100.

% und für angepasste Tätigkeiten mehr als 50 % betrage. Das im

Auftrag der Beschwerdegegnerin von Dr. med. G.___ erstellte neurologische Gutachten

vom 20. Juli 2017 nehme eine rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor,

indem die Beschwerdeführerin seit Februar 2015 zu 20 – 30 %

arbeitsunfähig eingeschätzt werde, dies obwohl Dr. med. G.___ die

Beschwerdeführerin im Jahr 2015 weder behandelt noch untersucht habe. Ebenfalls

sei keine Fremdanamnese eingeholt worden. Auf das Gutachten von Dr. med. G.___

könne nicht abgestellt werden. Auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.___

vom 27. Juni 2017 könne ebenfalls nicht abgestellt werden, da der Gutachter

erhebliche Fehler bei der Begutachtung begangen habe, indem er den

Untersuchungsverlauf gefälscht habe. So habe die Beschwerdeführerin entgegen

den Feststellungen im Gutachten nicht gesagt, sie pflege eine intensive

freundschaftliche Beziehung zu zwei Frauen, schaue Fernsehen und lese Bücher.

Zudem habe er keine Fremdanamnese eingeholt. Weiter sei für die rechtsgenügliche

Abklärung ein neuropsychologisches Screening durchzuführen gewesen.

Schliesslich habe die Beschwerdeführerin Anspruch auf einen leidensbedingten

Abzug von 25 %, da sie in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr

arbeitsfähig und somit gezwungen sei, eine Arbeitsstelle in einer anderen

Branche zu suchen.

4.2

Demgegenüber vertritt die

Beschwerdegegnerin die Ansicht, die beiden Gutachten von Dr. med. G.___ und Dr.

med. F.___ seien voll beweiswertig und darauf könne abgestellt werden. Sowohl

die Dauer der Untersuchung und die Durchführung von Tests als auch die Anzahl

der notwendigen psychiatrischen Explorationen unterliege grundsätzlich den

Fachkenntnissen und dem Ermessensspielraum des Experten. Gleiches gelte für das

Einholen fremdanamnestischer Auskünfte (vgl. Urteil des Bundesgerichts

9C_275/2016 vom 19. August 2016 E. 4.3.2). Der leidensbedingte Abzug von 10 %

sei angemessen. Ein höherer Abzug werde weder begründet noch sei er aufgrund

der Aktenlage begründbar.

5.

Unbestritten ist der Anspruch

der Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung für die

Zeit vom 1. April 2014 bis 31. Dezember 2014. Streitig und zu prüfen ist, ob

die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu Recht ab dem 1. Januar

2015.

eine Viertelsrente zugesprochen und ab 1. Juli 2015 einen

Rentenanspruch verneint hat. Hierfür sind im Wesentlichen die folgenden

medizinischen Unterlagen relevant:

5.1

Im Austrittsbericht der Neurologischen

Klinik des H.___ vom 28. Mai 2013 (IV-Nr. 16.2 S. 39 ff.), wo die Beschwerdeführerin

vom 23. April 2013 bis 3. Mai 2013 hospitalisiert war, werden folgende

Diagnosen gestellt:

1.

Lobäre intrazerebrale Blutung

(Praezentralregion, circa 25 mm messend) rechts, EM circa Anfang April 2013, ED

23.

April 2013

- Klinik: brachiofaziale

Hemiparese links und Dysarthrie

- Ätiologie: Unklar, DD

Cavernomblutung, DD Neoplasma

- Schlaganfallskalen bei

Eintritt/Austritt: NIHSS 2/2, mRS 2/2

- vaskuläre Risikofaktoren:

Keine

2.

Symptomatische Epilepsie mit einfach

partiellen sensiblen und möglicherweise motorischen Anfällen, ED 23. April 2013

Die Hospitalisation sei aufgrund einer

ca. 25 mm messenden, in der rechten Praezentralregion lokalisierten, lobären,

kortikalen/subkortikalen Blutung erfolgt. Die Blutung sei wahrscheinlich Anfang

April 2013 aufgetreten und habe eine vermutlich im Verlauf leicht und langsam

zunehmende diskrete Dysarthrie und brachiofaziale Hemiparese links sowie

zusätzlich einfach-partielle sensible und möglicherweise motorische Anfälle der

linken Körperhälfte verursacht. Die Blutungsursache sei unklar. Unter Beachtung

des zunehmenden Ödems auch im Verlauf der Hospitalisation sei ein eingeblutetes

Neoplasma (Metastase, hirneigener Tumor) am wahrscheinlichsten. Das Ganzkörper

PET/CT, welches Neoplasmen bis zu einer Grösse von 3 mm zeige, habe einen

Normalbefund ergeben. Im dermatologischen und ophthalmologischen Konsil hätten sich

keine Hinweise auf ein Melanom gefunden. Eine gynäkologische Untersuchung

einschliesslich Zervixabstrich sei kurz vor der Hospitalisation durch eine

niedergelassene Gynäkologin durchgeführt worden. Auch hier seien keine

pathologischen Befunde erhoben worden. Auf eine weiterführende Diagnostik wie

CT Thorax und Abdomen mit Kontrastmittel, Endoskopie des Magen-Darm-Traktes und

Bronchoskopie werde vorerst verzichtet. Möglich sei ferner eine Cavernomblutung,

wobei das im Verlauf zugenommene Ödem sicher untypisch sei. Im Gegensatz zu

anderen Gefässmalformationen könnten frisch eingeblutete Cavernome durch das

MRT Schädel und die digitale zerebrale Subtraktionsangiographie nicht gut

detektiert werden. Ein sekundär eingebluteter Infarkt, Sinus- oder kortikale

Venenthrombose und ein Abszess/Enzephalitis seien praktisch ausgeschlossen,

unter anderem habe die Liquorpunktion keine erhöhte Zellzahl und ein normales Protein

ergeben. Passend zur Zunahme des Ödems habe sich die Beschwerdeführerin

klinisch leicht verschlechtert, die Armparese links habe zugenommen, ferner habe

die Beschwerdeführerin während des Aufenthaltes über Sekunden anhaltende

anfallsartig aufgetretene Fühlstörungen im linken Arm und später nokturale

Verkrampfungen der linken Hand über Sekunden bei fehlenden Zeichen einer

Spastik während des Tages (Zusammenziehen mit Ausbildung einer Faust) berichtet,

so dass am 2. Mai 2013 Keppra auf 3000 mg pro Tag erhöht worden sei. Am 3. Mai

2013.

sei die Beschwerdeführerin in die Klinik J.___ verlegt worden. Bei

Entlassung hätten sich eine diskrete Dysarthrie, zentrale faziale Parese rechts

und distale Armparese rechts ohne Tonuserhöhung mit Fingerspreizen M2,

Fingerextension M2, Faustschluss M3, Handextension M4 gezeigt.

5.2

Im Austrittsbericht der Klinik J.___

vom 27. Juni 2013 (IV-Nr. 16.2 S. 28 ff.), wo die Beschwerdeführerin vom

3.

Mai 2013 bis 21. Juni 2013 hospitalisiert war, werden folgende Diagnosen

gestellt:

1.

Lobäre intracerebrale Blutung rechts

unklarer Genese, DD Cavernomblutung, DD Neo-plasma, ED 23. April 2013

- distale

Armparese links

2.

Symptomatische Epilepsie mit einfach

partiellen Anfällen, ED 23. April 2013

- fokaler Status

epilepticus am 22. Mai 2013

Die Beschwerdeführerin habe am

Aufnahmetag über eine Schwäche im linken Arm sowie über eine eingeschränkte

Handmotorik links geklagt. Bei der neurologischen Untersuchung hätten sich eine

brachiofazial und distal betonte Armparese links in Kombination mit einer

erheblichen Feinmotorikstörung, eine zentrale Fazialisparese links sowie eine

Dysarthrie gezeigt. Aufgrund eines am 22. Juni 2013 aufgetretenen fokalen

Status epilepticus mit konvulsiven Zuckungen an Dig. I links und

Missempfindungen frontal und periorbital links sei die Beschwerdeführerin in

die Neurologie des H.___ verlegt worden, wo sie sich bis zum 27. Mai 2013

befunden habe. MRI-morphologisch habe sich eine stattgehabte Nachblutung

gezeigt, der Befund sei am ehesten als Kavernomblutung zu taxieren. Die

antikonvulsive Therapie mit Depakine sei ausgebaut worden, worunter die

Beschwerdeführerin bis Ende der Rehabehandlung anfallsfrei geblieben sei. Während

des jetzigen Heilverfahrens hätten wesentliche Verbesserungen bezüglich der

Motorik und der Kraft des linken Armes erzielt werden können, die Handmotorik

sei flüssiger geworden, ein sicherer beidhändiger Einsatz im Alltag sei nun möglich.

Die körperliche Belastbarkeit und die allgemeine Körpermotorik hätten sich

ebenso verbessern lassen. Beim Abschlussgespräch habe sich die

Beschwerdeführerin mit der Rehabehandlung sehr zufrieden gezeigt. Bei der

körperlichen Untersuchung sei weiterhin eine leichte Schwäche des linken Armes

sowie eine leichte Koordinationsstörung in der linken Hand aufgefallen. Die

Beschwerdeführerin habe am 21. Juni 2013 in gebessertem und stabilem

Allgemeinzustand in ihre häusliche Umgebung entlassen werden können.

5.3

Am 10. September 2013 erfolgte

in der Klinik für Neurochirurgie des K.___ eine Kraniotomie präzentral rechts

und Kavernomexzision. Dem Austrittsbericht vom 15. September 2013 (IV-Nr. 16.2

S. 11 ff.) lassen sich folgende Diagnosen entnehmen:

1.

Eingeblutetes Cavernom im Gyrus

präzentralis rechts

- Klinik: rezidivierende

fokal-epileptische Anfälle

- cMRI 11. Juli 2013: regredientes Blut im

Bereich des Gyrus präcentralis auf der rechten Seite bei Vd. a. Cavernom

- Histologie: NB2013.901, P11410,

Diagnose: Mehrzeitige Einblutung in reaktiv verändertes zentralnervöses Gewebe

mit Anteilen eines Kavernoms

2.

Symptomatische fokal-epileptische

Anfälle

- ätiologisch: Im Rahmen der Diagnose 1

- therapeutisch: Levetiracetam 500mg 3-0-3

Am 10. September 2013 sei eine Kraniotomie

präzentral rechts mit mikrochirurgischer Kavernomexzision im Bereich des Gyrus

präzentralis rechts erfolgreich und komplikationslos erfolgt. Histologisch

zeigten sich Restanteile eines Kavernoms, welche vereinbar mit den vorgängigen

Bildbefunden seien. Das postoperative MRI-Schädel vom 12. September 2013 zeige

eine Totalresektion des Kavernoms. Zusammengefasst sei somit aus

neurochirurgischer Sicht keine weitere Therapie notwendig. Der postoperative

Verlauf gestalte sich ebenfalls befriedigend. Bei zweimaligem Auftreten von

erneuten, transienten Kribbelparästhesien der Hand links (DD fokal-epileptische

Anfälle) am 13. September 2013, sei überlappend zur bestehenden

antiepileptischen Therapie zusätzlich Urbanyl (Clobazam) 10mg 0,5-0,5-1

initiiert worden. Die Beschwerdeführerin werde am 15. September 2013 in

gutem Allgemeinzustand mit reizlosen Wundverhältnissen entlassen.

5.4

Im Sprechstundenbericht der

Abteilung für Epileptologie und EEG der Klinik für Neurologie des K.___ vom 1.

Oktober 2013 (IV-Nr. 16.2 S. 7 ff.) wird als Hauptdiagnose eine

symptomatische Epilepsie, EM April 2013, erwähnt.

Die Beschwerdeführerin habe seit April

2013.

rezidivierende fokale sensomotorische epileptische Anfälle,

lokalisatorisch passend zu einem Cavernom im Gyrus präcentralis rechts,

erlitten. Dieses sei am 10. September 2013 reseziert worden. Eine prä- oder

intra-operative Epilepsiediagnostik sei nicht durchgeführt worden, da aufgrund

der Lokalisation in funktionell kritischen Strukturen eine erweiterte Resektion

obsolet gewesen sei. Aktuell präsentiere sich die Beschwerdeführerin drei

Wochen postoperativ mit blandem Neurostatus, jedoch persistierend

fokal-sensiblen Anfällen. Diese hätten in den vergangenen Tagen durch eine

antikonvulsive Abschirmung mit Urbanyl kontrolliert werden können, jedoch

verspüre die Beschwerdeführerin seither ausgeprägte Müdigkeit. Das aktuelle EEG

zeige keine epilepsiespezifischen Veränderungen. Da eine Erweiterung der

Resektion aufgrund zu erwartender persistierender neurologischer Defizite nicht

in Frage komme, werde eine antikonvulsive Zweifachtherapie mit weiterhin Keppra

3g/d und neu Lamotrigin implementiert. Urbanyl werde überlappend

ausgeschlichen.

Unverändert bleiben die Diagnosen im

Verlaufsbericht vom 5. Dezember 2013 (IV-Nr. 19 S. 10 ff.) nach Ausbau der

antikonvulsiven Therapie. Seit der letzten Konsultation habe die

Beschwerdeführerin das Medikament Urbanyl problemlos ausgeschlichen und

zusätzlich zu Keppra 3g/d eine Therapie mit Lamotrigin 200mg/d begonnen. Unter

der Kombinationstherapie sei die Beschwerdeführerin anfallsfrei bei

problemloser Verträglichkeit beider Medikamente, abgesehen von allenfalls

vermehrter Müdigkeit.

5.5

Im Arztbericht von Dr. med. L.___,

Chefarzt Neurologische Klinik des H.___, vom 6. August 2014 (IV-Nr. 22) wird

als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgendes festgehalten:

Symptomatische Epilepsie, EM April 2013

- Ätiologie: Cavernorm im Gyrus

präcentralis rechts, komplikationslos reseziert am 10. September 2013

- Semiologie:

Einfach fokale

Anfälle mit Kloni des Dig I und II links über 2 – 3 Minuten

Einfach fokale

Anfälle mit sensiblen Störungen brachiofazial links über 20 Minuten

Einfach fokale

Anfälle mit motorischen (Kloni der Dig I und II) sowie sensiblen Anfällen

(brachiofazial) links über 2 – 3 Minuten ca. 20 Tage postoperativ

- Therapie:

Lamotrigin 200

mg/Tag, Keppra 2000mg/Tag

- Postoperativ aufgetretene Fatigue, Feinmotorik-

und Koordinationsstörungen der linken Hand sowie eingeschränkte Belastbarkeit

bei Alltagsaktivitäten

Im Laufe der Abklärungen eines

epileptischen Anfalls im April 2013 sei ein Cavernom im Gyrus präcentralis

rechts diagnostiziert worden. Wegen Nachblutungen sei das Cavernom am 10.

September 2013 im K.___ erfolgreich reseziert worden. Prä- und perioperativ sei

es zu einfach-fokalen Anfällen mit sensiblen und motorischen Entäusserungen

gekommen. Unter einer Therapie mit Lamotrigin und Keppra habe eine

zufriedenstellende Kontrolle der symptomatischen Epilepsie erzielt werden

können. Auf die Frage nach den angegebenen Beschwerden wird ausgeführt,

postoperativ sei es zu Koordinationsstörungen wie auch Konzentrationsstörungen,

Fatigue und eingeschränkter Belastbarkeit im Alltag und im beruflichen Umfeld

gekommen. Die Beschwerdeführerin sei auf Grund der Feinmotorikstörung der

linken Hand, der Koordinationsstörung der letzteren sowie der eingeschränkten

Belastbarkeit und der Konzentrationsstörungen nicht mehr in der Lage, ihre

bisherige Tätigkeit als Fabrikangestellte auszuüben. Durch ambulante Ergo- und

Physiotherapie und Konditionstraining könne die Arbeitsfähigkeit am bisherigen

Arbeitsplatz bzw. im bisherigen Tätigkeitsbereich verbessert werden. Andere

Tätigkeiten, auf Grund der eingeschränkten Belastbarkeit und der Konzentrationsstörungen

in einem eingeschränkten Pensum, z.B. im administrativen Bereich seien der

Beschwerdeführerin zumutbar. Dies im Rahmen von ein bis zwei Stunden täglich,

wobei eine nicht genau zu beziffernde verminderte Leistungsfähigkeit bestehe.

5.6

Dem Bericht des Zentrums für

Verhaltensneurologie des H.___ vom 2. September 2014 (IV-Nr. 28.2 S. 9 f.) ist aus

verhaltensneurologisch-neuropsychologischer Sicht ein sehr erfreulicher Verlauf

bei Status nach Resektion eines Cavernoms im Gyrus präzentralis rechts mit

durchwegs unauffälligen kognitiven Befunden zu entnehmen. Klinisch auffallend

sei Iediglich eine diskrete Affektlabilität, assoziiert an die residuelle

rechtshemisphärische Läsion. Die subjektiv beschriebene Einschränkung der

Belastbarkeit sei insbesondere durch die Fatigue-Symptomatik sowie die

somatischen Restsymptome bedingt. Aus rein

verhaltensneurologisch-neuropsychologischer Sicht ergäben sich keine

zusätzlichen therapeutischen Massnahmen. Aus neuropsychologischer Sicht spreche

auch nichts gegen das Wiedererlangen des Lernfahrausweises, einen positiven

Entscheid auch aus epileptologischer Sicht vorausgesetzt.

5.7

Gemäss Bericht der Neurologischen

Klinik des H.___ vom 26. November 2014 (IV-Nr. 28.2 S. 3 f.) sei es trotz

regelmässiger Einnahme von Levetirazetam 2g/Tag und Lamotrigin 200mg/Tag vor

ca. zwei Wochen zu mehrmaligen selbstlimitierenden einfach fokalen Anfällen mit

Kloni am linken Mundwinkel sowie am linken Thenar gekommen. Der EEG-Befund vom

25.

November 2014 zeige eine diskrete Befundverschlechterung im Vergleich zu

der Voruntersuchung vom 8. September 2014: zusätzlich zu einem

vorbestehenden intermittierenden Herdbefund rechts tempro-parietal fänden sich

neu eingelagerte steilere Grapho-Elemente mit Phasenumkehr.

5.8

Dem neurologischen Gutachten von

Dr. med. C.___, Fachärztin für Neurologie FMH, vom 22. März 2015 (IV-Nr. 28.1) lassen

sich folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen:

1.

Status nach Cavernomeinblutung im

rechten Gyrus präcentralis (ca. 25 mm messend), ED 23. April 2013 (ICD-10

D18.02, I61.1)

- Initial diskrete distale Armparese links

und Dysarthrie

- Status nach Resektion eines Cavernoms im

Gyrus präcentralis rechts am 10. September 2013

- residuell: Fatigue-Symptomatik,

Feinmotorikstörung linke Hand

2.

Symptomatische Epilepsie ED 23. April

2013.

(ICD-10 G40.1)

- mit einfachen partiellen sensiblen und

möglicherweise motorischen Anfällen

- fokaler Status epilepticus am 22. Mai

2013.

Die Gutachterin stellt fest, die

Beschwerdeführerin leide in der Folge einer Cavernomeinblutung im April 2013 und

Kraniotomie präzentral rechts im September 2013 an einer symptomatischen

Epilepsie mit fokalen Anfällen, einer Feinmotorikstörung der linken Hand, einer

diskreten Affektlabilität und einer ausgeprägten Fatiguesymptomatik, wobei sich

vor allem letztere limitierend auf alle Tätigkeiten auswirke. Prolongierte

Fatigue nach Hirnschädigungen sei beschrieben, oft aber auch im Zusammenhang

mit begleitenden systemischen und psychiatrischen Leiden. Internistische und

psychiatrische Erkrankungen seien im vorliegenden Kontext unwahrscheinlich

(zeitlicher Zusammenhang, Symptomatik), müssten aber differentialdiagnostisch

ausgeschlossen werden. Eine Fatigue habe während der knapp zweistündigen

neurologischen Untersuchung nicht beobachtet werden können. Aus den Akten ergäben

sich auch keine Hinweise auf eine ermüdungsbedingte Leistungsverminderung

während der neuropsychologischen Untersuchung. Es bestünden somit

Inkonsistenzen bezüglich beobachtetem Leistungsvermögen in den erwähnten

Untersuchungssituationen und der Selbstwahrnehmung der Beschwerdeführerin. Dies

erschwere eine quantitative Einschätzung der Fatigue und damit die Beurteilung

einer allfälligen Leistungsverminderung (S. 14). Zur Arbeitsfähigkeit äussert

sich die Gutachterin dahingehend, die bisherige Tätigkeit sei seit dem Ereignis

vom 23. April 2013 nicht mehr zumutbar. Seit diesem Datum sei auch die

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit teilweise eingeschränkt. Unmittelbar

nach dem Ereignis und postoperativ sei die Beschwerdeführerin nicht

arbeitsfähig gewesen. Im Oktober 2013 sei anlässlich einer neurologischen

Verlaufskontrolle im K.___ ein blander neurologischer Status beschrieben

worden. Dem widerspreche die seit Januar 2014 in den neurologischen

Verlaufskontrollen konstant beschriebene Feinmotorikstörung der linken Hand

(Dysdiadochokinese, ataktisches alternierendes Fingertapping). Es könne somit

davon ausgegangen werden, dass sich die initiale Armparese links spätestens im

Januar 2014 bis auf eine Feinmotorikstörung der linken Hand zurückgebildet habe

und dass der limitierende Faktor für eine angepasste Tätigkeit seit diesem

Zeitpunkt die Fatiguesymptomatik sei. Diese werde von der Beschwerdeführerin

als konstant beschrieben. Da kein Arbeitsversuch stattgefunden habe, habe die

eigentliche Leistungsfähigkeit nicht ermittelt werden können, was eine

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und ihrer Entwicklung für eine angepasste

Tätigkeit erschwere (S. 15).

5.9

Im Schlussbericht der

beruflichen Abklärung (BEFAS) D.___ vom 2. November 2015 (IV-Nr. 41) wird

angegeben, die Abklärung habe vom 17. August bis 4. September 2015 und vom 12.

Oktober bis 16. Oktober 2015 gedauert. Der fünfwöchige Unterbruch sei aus

medizinischen Gründen erfolgt, da die Beschwerdeführerin neu das Medikament

Lyrica verschrieben erhalten habe und dessen Wirkung habe abgewartet werden

wollen. Die Beschwerdeführerin habe einen Unterschied bezüglich Schmerzen

verspürt, ansonsten sei alles gleich wie vorher geblieben. Dem Bericht lässt

sich entnehmen, es habe sich während der Abklärung ein erhöhter Pausenbedarf

und eine reduzierte Leistung gezeigt. Das Pensum von 36 Stunden pro Woche

habe die Beschwerdeführerin halten können, dieses jedoch als zu hoch beklagt. Auch

der Schmerzrückgang infolge Medikamentenwechsels habe nach dem fünfwöchigen

Abklärungsunterbruch nicht zu einer Leistungszunahme geführt. Ebenso wenig

ausschliesslich einhändige Arbeiten, um die linke Hand schonen zu können. Es

könne nicht differenziert werden, ob die Verlangsamung auf eine Fatigue

zurückzuführen sei oder ob ebenfalls Angst, Motivation und Überzeugungen einen

Einfluss hätten. In den Gesprächen, welche jeweils weniger als eine Stunde

gedauert hätten, hätten keine Ermüdungserscheinungen festgestellt werden

können. Aktuell könne die Beschwerdeführerin nicht in den freien Arbeitsmarkt

integriert werden. Aufgrund der Arbeitsresultate könne die quantitative

Arbeitsfähigkeit nicht benannt werden.

5.10

Dem psychiatrischen Gutachten von

Dr. med. F.___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 27. Juni 2017

(IV-Nr. 66.2) sind folgende Diagnosen zu entnehmen (S. 11):

Mit Auswirkung auf die

Arbeitsfähigkeit

Aus psychiatrischer Sicht

lässt sich keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

diagnostizieren.

Ohne Auswirkung auf die

Arbeitsfähigkeit

Leichtgradige depressive

Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00)

In seiner Beurteilung hält Dr. med. F.___

fest, anlässlich der aktuellen Untersuchung liessen sich anamnestisch die

Symptome der zeitweise einschiessenden und zwei bis drei Minuten dauernden

Kopfschmerzen, der zeitweiligen jeweils zehn bis dreissig Minuten dauernden

Schmerzen im Bereiche der linken Hand, des Kribbelns im linken Kopf und des

linken Armes sowie des zeitweise auftretenden Zuckens im Daumen nachweisen.

Diese Beschwerden würden unterschiedlich häufig auftreten, manchmal einen

ganzen Tag nicht, dann wiederum mehrmals tagsüber. Bei Auftreten dieser

Beschwerden müsse sich die Beschwerdeführerin offenbar hinlegen, hinsetzen oder

eine Pause machen. Im Widerspruch dazu berichte sie indes, dass sie bei

Kopfschmerzen frische Luft benötige und nach draussen gehen müsse. Diese

Beschwerden bestünden seit der Hirnblutung im April 2013. Den somatischen Akten

könne nicht klar entnommen werden, inwieweit sich diese Schmerzen nach wie vor

und hinreichend durch körperliche Störung erklären liessen. Aus psychiatrischer

Sicht müsse gesagt werden, dass sich keine Belastungen nachweisen liessen,

welche schwerwiegend genug wären, um in einem ursächlichen Zusammenhang mit den

Beschwerden zu stehen. Aufgrund der aktuellen Untersuchung liessen sich weder

familiäre noch berufliche Belastungen nachweisen. Weiter könne die Diagnose

einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder einer Somatisierungsstörung

nicht gestellt werden (S. 12). Die zur Diagnosestellung einer depressiven

Episode notwendigen Kriterien seien erfüllt. Unter Berücksichtigung sowohl der

anamnestisch geklagten Beschwerden und der während der aktuellen Untersuchung

erhobenen Befunde lasse sich eine Ieichtgradige depressive Episode ohne

somatisches Syndrom diagnostizieren. Die Angaben bezüglich des Beginns dieser

Beschwerden seien widersprüchlich. Die Beschwerdeführerin erkläre spontan, dass

diese Beschwerden seit der Hirnblutung im April 2013 bestünden. Auf weitere

Befragung berichte sie danach jedoch, dass sich diese Beschwerden vor etwa

einem oder eineinhalb Jahren intensiviert hätten. Ein Grund für die

Intensivierung lasse sich jedoch nicht herauskristallisieren. Gemäss Angaben

der Beschwerdeführerin hätten sich auch die oben genannten Schmerzen und

Parästhesien vor einem bis eineinhalb Jahren intensiviert. Auch diesbezüglich

liessen sich keine Gründe herauskristallisieren. Die Ursache für die geklagte

Intensivierung der Beschwerden bleibe unklar (S. 13). Eine mittel- oder

gar schwergradige Depression sei vorliegend nicht gegeben. Die

Beschwerdeführerin könne die anfallenden Alltagsarbeiten weitgehend alleine

erledigen, auch wenn sie dabei Unterstützung von ihrem Ehemann und den beiden

älteren Töchtern erhalte. Relevante kognitive Beeinträchtigungen hätten sich

rein klinisch nicht feststellen lassen und die durchgeführte Blutkonzentrationsbestimmung

der verordneten Psychopharmaka habe ergeben, dass nicht sämtliche Medikamente

regelmässig eingenommen würden. Darüber hinaus sei die Sitzungsfrequenz mit

einer Sitzung pro Monat bei der behandelnden Psychologin als nicht sehr

intensiv zu bezeichnen. Dr. med. F.___ gelangt zum Schluss, aus psychiatrischer

Sicht lasse sich zu keinem Zeitpunkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit

sowohl in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer alternativen Tätigkeit

begründen, es liege auch keine Verminderung der Leistungsfähigkeit vor.

Trotzdem werde zur weiteren Stabilisierung des Gesundheitszustandes die

Weiterführung der bestehenden Gesprächsbehandlung und der

psychopharmakologischen Therapie empfohlen: Die Beschwerdeführerin dürfte davon

weiter profitieren können. Sie solle jedoch zu einer verbesserten Compliance

bezüglich der verordneten Medikamente motiviert werden.

5.11

Dem neurologischen Gutachten von

Dr. med. G.___, Facharzt für Neurologie FMH, vom 20. Juli 2017 (IV-Nr. 66.1)

lassen sich folgende Diagnosen (S. 20) entnehmen:

Status nach Cavernomeinblutung im

rechten Gyrus präzentralis im April 2013

- operative Resektion am 10. September

2013.

- residuelle leichte Fatigue-Symptomatik

- residuelle leichte sensomotorische und

Feinmotorikstörung im Bereich der linken Hand

- residuelle fokale Epilepsie mit

fokalen-motorischen und möglicherweise fokal-sensiblen Anfällen

- mögliche residuelle leichte

Affektlabilität

- Verdacht auf postoperative Kopfschmerzen

Der Gutachter führt aus, aus

neurologischer Sicht lägen prinzipiell keine divergierenden Diagnosen vor.

Allerdings werde das Ausmass und die Auswirkungen einer residuellen Fatigue

recht unterschiedlich beurteilt. Gemäss Dr. med. G.___ zeigten sich anlässlich

der eigenen Untersuchungen keinerlei Hinweise auf kognitive Defizite und

betreffend Vigilanz lediglich leichte Hinweise auf Ermüdungserscheinungen nach

der Anamnese (S. 25). Aus neurologischer Sicht könne heute die Diagnose einer

fokalen Epilepsie nach Cavernomeinblutung und Cavernom-Operation mit

einfach-fokal-motorischen Anfällen im Bereich der linken Hand weiterhin

bestätigt werden bzw. sei diese Diagnose überwiegend wahrscheinlich. Der

diesbezüglich weitgehend unauffällige Befund anlässlich der Langzeitableitung

schliesse die Diagnose nicht aus, da es sich wahrscheinlich um einen sehr

kleinen auslösenden Herd handle. Auch wenn nie mehr generalisierte Anfälle

aufgetreten seien, seien der Beschwerdeführerin keine Tätigkeiten mehr

zumutbar, welche durch einen allfälligen epileptischen Anfall gefährlich sein

könnten. Auch die leichte, sensible Störung im Bereich der linken Hand, die

mögliche, diskrete Krafteinschränkung im Bereich der linken Hand und die

leichte Einschränkung der Feinmotorik und Koordination im Bereich der linken

Hand könnten aus neurologischer Sicht ebenfalls als Folge nach

Cavernomeinblutung und -operation weiterhin bestätigt werden. Damit liege

weiterhin eine Einschränkung vor, was schwerere Arbeiten mit der linken Hand

sowie Tätigkeiten, welche Geschicklichkeit mit der linken Hand erforderten,

betreffe. Was die anfallsartigen sensiblen Beschwerden, bzw. Schmerzen

brachio-facial links betreffe, könne keine sichere Diagnose gestellt werden.

Theoretisch könnten diese Beschwerden ebenfalls einfach-fokalen-sensiblen

epileptischen Phänomenen entsprechen. Diese Diagnose könne aber nicht mit

genügender Wahrscheinlichkeit gestellt werden. Die ebenfalls anfallsartigen,

teilweise mehrfach täglich über 2 – 3 Minuten auftretenden

Kopfschmerzen im Bereich der Operationsnarbe am Schädel rechts könnten mit

Wahrscheinlichkeit noch als postoperativ angesehen werden und hätten laut

Schilderungen der Beschwerdeführerin auch einen neuropathisch anmutenden

Charakter. Dagegen spreche allerdings die mangelnde Beeinflussung derselben

durch Lyrica und Depakine. Das grösste Problem betreffend die Arbeitsfähigkeit

stelle weiterhin die von der Beschwerdeführerin beklagte erhebliche Fatigue dar

(S. 26 f.).

Zur Arbeitsfähigkeit äussert sich Dr.

med. G.___ dahingehend, aufgrund der Epilepsie könnten keine Tätigkeiten auf

Leitern, Gerüsten, Dächern sowie weiteren Situationen mit Absturzgefahr mehr

zugemutet werden, ebenso wenig Tätigkeiten an oder mit gefährlichen Maschinen

und Geräten, auch nicht Schichtarbeit. Nicht zumutbar sei auch die alleinige

Betreuung von anderen Personen. Aufgrund der leichten sensomotorischen

Störungen inklusive leichte Einschränkung von Koordination und Feinmotorik im

Bereich der linken Hand könnten keine körperlich schweren Tätigkeiten mehr

zugemutet werden und auch keine Tätigkeiten, welche Geschicklichkeit mit der

linken Hand erforderten. Aufgrund der rezidivierenden Kopfschmerzen und einer

gewissen anzunehmenden, im Ausmass wohl höchstens leichten Fatigue müsse eine

generelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge verminderter Effizienz

angenommen werden. Das Ausmass könne auf 20 %‚ höchstens aber 30 %

eingeschätzt werden. Die angestammte Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin resp.

Maschinenführerin und im Bereich Handmontage könne der Beschwerdeführerin

aufgrund der residuellen Beschwerden nicht mehr zugemutet werden. Die

Unzumutbarkeit datiere seit der Erkrankung resp. seit dem 9. April 2013, als

die Arbeit habe niedergelegt werden müssen. Zumutbar sei heute eine körperlich

leichte bis intermittierend mittelschwere Arbeitstätigkeit ohne Gefahrenmomente

durch eine Epilepsie wie oben beschrieben, ohne Anforderungen an Feinmotorik

und Koordination im Bereich der linken Hand ganztags mit einer Arbeitseffizienz

von 70 – 80 %. Retrospektiv gesehen sei eine solche Verweistätigkeit

seit Frühjahr 2014, also etwa ein Jahr nach der akuten Erkrankung zumindest zu

20.

% zumutbar, seit Herbst 2014 zu 50 % und seit Frühjahr 2015 im

heutigen Ausmass. Dabei dürfte die Steigerung der Arbeitsfähigkeit mehr oder wenig

kontinuierlich erfolgt sein (S. 27 f.).

6.

Die Beschwerdegegnerin stellt

in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf das neurologische Gutachten

von Dr. med. G.___ vom 20. Juli 2017 sowie das psychiatrische Gutachten von Dr.

med. F.___ vom 27. Juni 2017 ab, weshalb deren Beweiswert zu prüfen ist.

6.1

Grundsätzlich werden die beiden

Gutachten den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen

(Vollständigkeit, Schlüssigkeit, Nachvollziehbarkeit; vgl. E. II. 3.3 hiervor)

in allen Punkten gerecht. So wurden zunächst sowohl die Vorgeschichte und der

Untersuchungsauftrag als auch sämtliche Vorakten zusammengefasst. Es kann daher

bei den Gutachtern von der Kenntnis sämtlicher Vorakten ausgegangen werden.

Weiter wurde die Beschwerdeführerin je einer separaten Exploration durch die

jeweiligen Fachärzte unterzogen, womit auch ihre geklagten Beschwerden

mitberücksichtigt worden sind. Zudem beruhen die Gutachten auf allseitigen

Untersuchungen der Beschwerdeführerin.

6.2

Im neurologischen Gutachten wird

festgehalten, die Diagnose einer fokalen Epilepsie nach Cavernomeinblutung und

Cavernom-Operation mit einfach-fokal-motorischen Anfällen im Bereich der linken

Hand könne bestätigt werden resp. sei überwiegend wahrscheinlich. Inhaltlich

legt Dr. med. G.___ nachvollziehbar dar, dass es sich bei der von der

Beschwerdeführerin beklagten ausgeprägten Fatigue vorwiegend um ein subjektives

Problem handle, nachdem sich eine solche weder während der neuropsychologischen

Untersuchung, noch anlässlich der neurologischen Begutachtung von März 2015,

noch während der aktuellen neurologischen Untersuchung und auch nicht

anlässlich der BEFAS-Abklärung habe feststellen lassen. Diese Fatigue mit auch

Verlangsamung führe aber nach der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin zu

einer weitgehenden Arbeitsunfähigkeit. Wie bereits durch die Neurologin Dr.

med. C.___ beurteilt, könne eine Fatigue durchaus Folge einer rechts-frontalen

intrazerebralen Läsion sein. Die Ausführungen des Gutachters, wonach das

Ausmass der von der Beschwerdeführerin beschriebenen Fatigue aufgrund

sämtlicher zur Verfügung stehenden Informationen nicht genügend wahrscheinlich

sei, womit ein erheblicher Verdacht auf Aggravation der Beschwerden geäussert

werden müsse, leuchten ein. Eine residuelle leichte Affektlabilität nach rechts

frontaler, intracerebraler Läsion sei durchaus möglich und aufgrund der

Resultate der verhaltensneurologisch neuropsychologischen Untersuchung auch

möglich bis wahrscheinlich, auch wenn sie heute klinisch nicht (mehr)

feststellbar gewesen sei. Dr. med. G.___ kann gefolgt werden, wenn er ausführt,

in prognostischer Hinsicht könne heute mit weit überwiegender

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der medizinische Endzustand

seit längerer Zeit, zumindest seit September 2015, also zwei Jahre nach der

Operation, erreicht sei und relevante Veränderungen in Zukunft aus

neurologischer Sicht nicht zu erwarten seien (S. 26 f.). Angesichts der

gestellten Diagnosen (vgl. E. II 5.11 hiervor) ist es nachvollziehbar, dass der

Gutachter aus neurologischer Sicht unter Berücksichtigung des

Anforderungsprofils in einer angepassten Tätigkeit eine vollschichtige

Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 20 – 30 %

attestierte (vgl. IV-Nr. 66.1 S. 28).

An dieser Einschätzung ändern auch die

divergierenden resp. wesentlich tiefer ausgefallenen Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen,

namentlich durch die behandelnden Neurologen, nichts, denn diese beruhen

ausschliesslich auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin,

insbesondere der von ihr beschriebenen schweren Fatigue. Eine solche konnte

indes von Dr. med. G.___ nicht bestätigt werden. Dem Gutachter ist zu folgen,

wenn er ausführt, aus rein neurologischer Sicht könne nicht begründet werden,

dass sich die Beschwerdeführerin heute als praktisch nicht mehr arbeitsfähig

betrachte.

6.3

Im psychiatrischen Gutachten von

Dr. med. F.___ vom 27. Juni 2017 (IV-Nr. 66.2) wird nachvollziehbar dargelegt,

aus psychiatrischer Sicht liessen sich keine Belastungen nachweisen, welche

schwerwiegend genug wären, um in einem ursächlichen Zusammenhang mit den von

der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden zu stehen. Aufgrund der

aktuellen Untersuchung liessen sich weder familiäre noch berufliche Belastungen

nachweisen. Als einzige, allerdings nicht-medizinische, Belastung könne der

negative Vorbescheid der IV-Stelle Solothurn vom 13. April 2016 genannt

werden bezüglich der seit etwa ein oder eineinhalb Jahren bestehenden

depressiven Beschwerden. Des Weiteren setzt sich Dr. med. F.___ eingehend mit

den Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder einer

Somatisierungsstörung auseinander und verneint diese schlüssig, nachdem die

Beschwerdeführerin während der aktuellen Untersuchung nicht den Eindruck hinterlassen

habe unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden und Mimik und

Gestik zu keinem Zeitpunkt ein Schmerzerleben angedeutet hätten (S. 12). Ebenso

kann dem Gutachter gefolgt werden, wenn er die zur Diagnosestellung einer

depressiven Episode notwendigen Kriterien als erfüllt betrachtet: Anamnestisch

liessen sich die Symptome der oft traurigen und zum Teil weinerlichen, zum Teil

gereizten, zeitweise aber auch fröhlichen Stimmung, der Angst vor einer

erneuten Hirnblutung, der verminderten Energie, der schnelleren Ermüdbarkeit,

der Einschlafstörung, der Vergesslichkeit, der verminderten

Konzentrationsfähigkeit, des verminderten Selbstvertrauens sowie des manchmal

auftretenden Gefühls von allem genug zu haben, eruieren. Während der aktuellen

Untersuchung sei die Stimmung ausgeglichen, die Beschwerdeführerin könne immer

wieder lächeln, manchmal auch lachen, sie sei zudem zu Spässen aufgelegt.

Einzig bei der gezielten Befragung nach ihrer Stimmung lasse sich vorübergehend

und kurzdauernd eine bedrückt-traurige Stimmung erkennen, die

Beschwerdeführerin habe auch Tränen in den Augen. Eine subjektiv von ihr

beklagte Vergesslichkeit und verminderte Konzentrationsfähigkeit lasse sich

während der aktuellen Untersuchung rein klinisch nicht feststellen. Die

Beschwerdeführerin sei während der gesamten 1,5 Std. dauernden Exploration sehr

konzentriert, sie könne auch meist präzise Angaben machen. Vorübergehend

liessen sich kurzdauernd gewisse Hinweise auf eine Müdigkeit feststellen. Diese

sei jedoch nur von kurzer Dauer. Am Ende der Untersuchung hinterlasse die

Beschwerdeführerin wieder einen völlig wachen und vitalen Eindruck. Unter

Berücksichtigung sowohl der anamnestisch geklagten Beschwerden und der während

der aktuellen Untersuchung erhobenen Befunde lasse sich eine Ieichtgradige

depressive Episode ohne somatisches Syndrom diagnostizieren (S. 13). Dr. med. F.___

begründet weiter schlüssig, weshalb eine mittelgradige oder gar schwergradige

Depression im vorliegenden Fall ausgeschlossen werden kann. Dem Tagesablauf sei

zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die anfallenden Alltagsarbeiten

weitgehend alleine erledigen könne, auch wenn sie dabei von ihrem Ehemann und

ihren beiden älteren Töchtern unterstützt werde. Die psychosoziale

Funktionsfähigkeit innerfamiliär, aber auch diejenige mit den in Serbien

lebenden Eltern und dem Bruder sowie den Freundinnen sei als intakt zu

beurteilen. Weiter spreche auch die Tatsache gegen das Vorliegen einer

mittelgradigen oder gar schwergradigen Depression, dass sich während der

aktuellen Untersuchung rein klinisch keine relevanten kognitiven

Beeinträchtigungen hätten feststellen lassen. Die heute durchgeführte

Blutkonzentrationsbestimmung der verordneten Psychopharmaka ergebe für das

Lamotrigin und das Venlafaxin einen Wert innerhalb des Normbereichs, derjenige

für die Valproinsäure liege unterhalb des unteren Normbereichs. Diese Tatsache

könne als weiterer Ausdruck dafür gewertet werden, dass lediglich ein

leichtgradiger Schweregrad der Depression vorliege, wäre doch davon auszugehen,

dass die Beschwerdeführerin bei einem ausgeprägten Leidensdruck sämtliche ihr

verordneten Psychopharmaka regelmässig einnehmen würde. Des Weiteren sei auch

die Sitzungsfrequenz der Psychotherapie bei der behandelnden Psychologin mit

einer Sitzung monatlich als nicht sehr intensiv zu beurteilen. Weiter sei

festzuhalten, dass das Lamotrigin, welches ebenfalls einen antidepressiven

Effekt habe, nicht aus psychiatrischer Seite verordnet worden sei, sondern aus

neurologischer Sicht wegen der Epilepsie. Das zweite Antiepileptikum, das

Valproat, sei indes aber offenbar vor vier Wochen wegen der Depression

verordnet worden. Die verordnete medikamentöse antidepressive Behandlung könne

insgesamt als adäquat betrachtet werden. Sodann leuchten die Ausführungen des

Gutachters ein, wonach sich schwerwiegende Komorbiditäten nicht nachweisen und

in der Persönlichkeitsstruktur keine relevanten Psychopathologien feststellen

liessen. Die Beschwerdeführerin sei sozial gut eingebettet, wie oben dargelegt.

Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch lasse sich ein ausgewiesener

Leidensdruck feststellen. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Juni 2016 am

I.___ in psychologischer/medizinischer Behandlung. Ab Mitte August 2015 habe

sie eine berufliche Abklärung im D.___ absolviert. Es habe eine Beurteilung

resultiert, aufgrund welcher die Beschwerdeführerin nicht in den freien

Arbeitsmarkt integriert werden könne. Die Beschwerdeführerin habe einen erhöhten

Pausenbedarf und eine reduzierte Leistung gezeigt. Aufgrund der aktuellen

Untersuchung sowie der zu diagnostizierenden leichtgradigen depressiven Episode

lasse sich eine solch hohe Einschränkung aus psychiatrischer Sicht nicht

begründen. Der Gutachter weist darauf hin, dass sich keine gleichmässige

Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen

feststellen lasse unter Berücksichtigung der Angaben des Tagesablaufs sowie der

intakten psychosozialen Funktionsfähigkeit einerseits, andererseits der

ausserordentlich tiefen Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die

Beschwerdeführerin. Weiter liessen sich Ressourcen erkennen. Die

Beschwerdeführerin lese gerne Bücher, im Fernseher schaue sie gerne

Dokumentations- und lustige Sendungen, bei welchen sie auch lachen könne.

Differentialdiagnostisch wäre bezüglich der leichtgradigen depressiven Episode

an eine Dysthymia zu denken. Das Fähigkeitsniveau gemessen am Ratingbogen

Mini-ICF APP könne aus rein psychiatrischer Sicht insgesamt als nicht relevant

eingeschränkt beurteilt werden. Unter Berücksichtigung all der erwähnten

Faktoren könne aus rein psychiatrischer Sicht von einer nicht ungünstigen

Prognose ausgegangen werden. Relevante Funktionseinschränkungen liessen sich

aus psychiatrischer Sicht nicht nennen. Die von Dr. med. F.___

vorgenommene umfassende Indikatorenprüfung hält den bundesgerichtlichen

Anforderungen an ein strukturiertes Beweisverfahren (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.6)

stand, weshalb darauf abgestellt werden kann. Dies gilt umso mehr, da auf die

Prüfung der Standardindikatoren verzichtet werden kann, wenn – wie vorliegend –

im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in

nachvollziehbarer Weise verneint wird, und allfällig gegenteiligen Einschätzungen

mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert

beigemessen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_14/2018 vom 12. März

2018.

E. 2.1 mit Hinweisen). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit kommt der

Gutachter nachvollziehbar zum Schluss, aus psychiatrischer Sicht lasse sich zu

keinem Zeitpunkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt

ausgeübten wie auch in einer alternativen Tätigkeit begründen und es liege auch

keine Verminderung der Leistungsfähigkeit vor.

Auch die Berichte des I.___ vom 1.

September 2016 (IV-Nr. 59), 4. Oktober 2016 (IV-Nr. 61) und 8. Mai 2018 (IV-Nr.

83) erwecken keine Zweifel an der Einschätzung von Dr. med. F.___. Einerseits

wurde das psychiatrische Gutachten vom 27. Juni 2017 in Kenntnis der Berichte

vom 1. September 2016 und 4. Oktober 2016 erstellt und Dr. med. F.___ hat

sich eingehend mit diesen auseinandergesetzt (vgl. IV-Nr. 66.2 S. 15),

andererseits enthält auch der Bericht vom 8. Mai 2018 (IV-Nr. 83) keine neuen

Angaben. Darüber hinaus stammen die Berichte von den die Beschwerdeführerin behandelnden

Ärzten und beruhen nicht auf allseitigen Untersuchungen, sondern stützen sich wesentlich

auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Sodann wird die geltend

gemachte Arbeitsunfähigkeit von 100 % auch für angepasste Tätigkeiten nicht

schlüssig begründet. Darüber hinaus finden sich in den Akten vor diesen

Berichten keine Hinweise auf das Vorliegen einer Depression. Unter

Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann somit nicht auf

die Berichte des I.___ abgestellt werden (vgl. E. II. 3.3 hiervor).

Gestützt auf die beiden Fachgutachten

vermag schliesslich auch die im bidisziplinären Konsens erfolgte Einschätzung

der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu überzeugen. Demnach besteht für

die angestammte Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin Maschinenführerin und in der

Handmontage eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 9. April 2013. Eine

angepasste Tätigkeit ohne Gefahrenmomente durch die Epilepsie, ohne

Anforderungen an Feinmotorik und Koordination im Bereich der linken Hand ist

der Beschwerdeführerin seit Frühjahr 2014 zu 20 % zumutbar, seit Herbst 2014 zu

50.

%. Seit dem Frühjahr 2015 besteht eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit

mit einer Leistungsminderung um 20 – 30 %.

6.4

Schliesslich vermögen auch die

Rügen der Beschwerdeführerin den Beweiswert der beiden Gutachten nicht zu

schmälern. So ist zum einen festzuhalten, dass weitere fremdanamnestische

Angaben dort nicht unbedingt erforderlich sind, wo sich – wie vorliegend der

Fall – bereits Berichte der behandelnden Ärzte in den Akten befinden. Es steht

dem Gutachter bei der Frage, ob er weitere fremdanamnestische

Auskünfte / Angaben benötigt, denn auch ein gewisser

Ermessensspielraum zu (Urteil des Bundesgerichts 9C_65/2012 vom

28.

Februar 2012 E. 4.3 mit Hinweisen). Folglich kann aus dem

Verzicht auf das Einholen einer Fremdanamnese durch Dr. med. F.___ nicht

auf eine Minderung des Beweiswertes seines psychiatrischen Teilgutachtens

geschlossen werden. Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache

her denn auch nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden

Psychiater immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene

medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu

respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist, was

vorliegend der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_555/2012 vom

25.

Juli 2013 E. 3.2.1). Darüber hinaus kommt dem Gutachter bei der

Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter Ermessensspielraum zu (Urteil des

Bundesgerichts 9C_753/2015 vom 20. April 2016 E. 3.3 mit Hinweisen), weshalb

die Beschwerdeführerin aus dem Verzicht auf die Durchführung eines

neuropsychologischen Screenings nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Wenn die

Beschwerdeführerin weiter vorbringt, Dr. med. F.___ habe den

Untersuchungsverlauf gefälscht, da sie nie mitgeteilt habe, eine intensive

freundschaftliche Beziehung zu zwei Frauen zu führen, zu lesen und fern zu

schauen, ist ihr entgegen zu halten, dass auch Dr. med. G.___ in seinem

Gutachten zum Tagesablauf entsprechende Feststellungen gemacht hat (vgl. IV-Nr.

66.1

Ziff. 2.2 S. 6 und Ziff. 2.4 S. 7), welche von der Beschwerdeführerin indes

nicht als falsch bezeichnet wurden. Entsprechende Aussagen finden sich darüber

hinaus im BEFAS-Bericht vom 2. November 2015, wobei Lesen als ihr Hobby

angegeben wird (IV-Nr. 41 S. 2). Bücher lesen sei für sie

Entspannung. Zudem schildere die Beschwerdeführerin ein Kribbeln in der linken

Hand, wenn sie länger fernsehe (IV-Nr. 41 S. 14). Die Vorbringen der Beschwerdeführerin

sind damit wenig glaubwürdig.

Ebenfalls steht das Einholen von

fremdanamnestischen Angaben, wie es Dr. med. G.___ gemacht hat (vgl. IV-Nr.

66.1

S. 7 Ziff. 2.6), in seinem Ermessen. Wenn die Beschwerdeführerin

vorbringt, der Gutachter sei nicht in der Lage, die Arbeitsfähigkeit im Jahr

2015, damit retrospektiv, zu beurteilen, ist ihr entgegen zu halten, dass sich Dr.

med. G.___ bei seiner Einschätzung auf die medizinische Aktenlage abstützt. So

äusserte sich Dr. med. C.___ in ihrem neurologischen Gutachten vom 22. März

2015.

dahingehend, es könne davon ausgegangen werden, dass sich die initiale

Armparese links spätestens seit Januar 2014 bis auf eine Feinmotorikstörung der

linken Hand zurückgebildet habe und der limitierende Faktor für eine angepasste

Tätigkeit seit diesem Zeitpunkt die Fatiguesymptomatik sei. Aus neurologischer

Sicht waren bis auf die Behandlung und Einstellung der Epilepsie damit keine weiteren

therapeutischen Massnahmen erforderlich. Auch zeigte sich bei der

BEFAS-Abklärung von August bis Oktober 2015 eine gewisse Diskrepanz zwischen

den dargestellten Limitierungen und den objektivierbaren Resultaten, so dass

nicht eindeutig beurteilt werden konnte, ob das Verhalten der

Beschwerdeführerin auf die Fatigue zurückzuführen sei oder ob auch andere

Faktoren wie Angst, Motivation und Überzeugungen Einfluss zeitigten. Im Übrigen

liegen für die besagte Zeit, d.h. für das Jahr 2015 bis zum Zeitpunkt der

Begutachtung durch Dr. med. G.___ keine medizinischen Akten vor, welche die

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht anders

beurteilen würden. Schliesslich stammen anderslautende Arbeitsfähigkeitseinschätzungen

allesamt von behandelnden Ärzten, wobei sich diese jeweils nicht auf umfassenden

Untersuchungen unter Berücksichtigung sämtlicher Akten, sondern vorderhand auf die

subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützen, weshalb nicht darauf

abgestellt werden kann (vgl. E. II. 3.3 hiervor). Schliesslich ändert auch

der von der Beschwerdeführerin ins Feld geführte Bericht der Klinik für

Neurologie des H.___ vom 20. Februar 2018 (IV-Nr. 91 S. 27 f.) nichts, zumal es

sich einerseits erneut um die Widergabe der von der Beschwerdeführerin

beklagten Beschwerden handelt und andererseits im Laufe des Jahres 2016

aufgetretene Symptome (chronische Kopfschmerzen) geschildert werden, welche bei

der umfassenden Begutachtung im Jahr 2017 bereits berücksichtigt wurden. Unter

all diesen Umständen ist die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der

Beschwerdeführerin durch Dr. med. G.___ nachvollziehbar, weshalb darauf

abgestellt werden kann.

6.5

Zusammenfassend erweisen sich

die gutachterlichen Ausführungen als nachvollziehbar und die von der

Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten sind als voll beweiswertig zu

qualifizieren. Die Beschwerdegegnerin ist damit zu Recht ab September (Herbst)

2014.

von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und ab März 2015 (Frühjahr) von einer

75%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen.

7.

Während das Valideneinkommen

und grundsätzlich auch das Invalideneinkommen unbestritten geblieben sind, wird

von der Beschwerdeführerin der Umstand gerügt, dass die Beschwerdegegnerin vom

Invalideneinkommen einen Abzug vom Tabellenlohn von lediglich 10 % vorgenommen

hat. Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend, sie habe

Anrecht auf einen Tabellenlohnabzug von 25 %.

Wird das Invalideneinkommen auf der

Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der

entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen (sog.

leidensbedingter Abzug). Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass

persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung,

Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach

Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit

auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem

erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände

im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er darf

25.

% nicht übersteigen und soll nicht automatisch, sondern nur dann

erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte

Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte

(Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit

unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Unter dem Titel Beschäftigungsgrad

im Besonderen wird bei Frauen, welche gesundheitlich bedingt lediglich noch

teilzeitlich erwerbstätig sein können, kein Abzug anerkannt. Ob ein Abzug vom

Tabellenlohn vorzunehmen ist, ist eine Rechtsfrage, die das Gericht frei prüft

(BGE 137 V 71 E. 5.1 S. 72).

Der gesamthaft vorzunehmende Abzug

stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen,

dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der

Vorinstanz setzt. Bei der Unangemessenheit geht es um die Frage, ob der zu

überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im

Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen

hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf

das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die

Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten

abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender

erscheinen lassen (BGE 125 V 75 E. 6 S. 81 mit Hinweis).

Die Beschwerdeführerin rechtfertigt

einen Abzug von 25 % damit, dass sie in ihrer angestammten Tätigkeit gänzlich

arbeitsunfähig und dazu gezwungen sei, eine Arbeitsstelle in einer anderen

Branche zu suchen. Dieser Umstand allein rechtfertigt keinen Maximalabzug. Der

Abzug von 10 % ist angemessen. Darüber hinaus würde bei einem leidensbedingten

Abzug in der geltend gemachten Höhe von 25 % ab 1. Juli 2015 ein

Invaliditätsgrad von 34 % resultieren, womit kein Anspruch auf eine Rente der

Invalidenversicherung bestünde.

8.

Damit erweist sich die

Beschwerde als unbegründet und ist vollumfänglich abzuweisen.

9.

9.1

Bei diesem Verfahrensausgang steht

der Beschwerdeführerin kein Anspruch auf eine Parteientschädigung zu. Die

Beschwerdegegnerin hat als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute

Organisation – abgesehen von hier nicht interessierenden Ausnahmen – ebenfalls

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S.

133.

f., 126 V 143 E. 4a S. 149 f.).

9.2

Aufgrund von Art. 69 Abs. 1bis

IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig

vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.00 – CHF 1'000.00 festgelegt. Im

vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten von CHF

600.00

zu bezahlen, die mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 600.00

zu verrechnen sind.

Dispositiv

Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Parteientschädigungen

zugesprochen.

3. Die Beschwerdeführerin hat

Verfahrenskosten von CHF 600.00 zu bezahlen, die mit dem geleisteten

Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet werden.

Rechtsmittel

Gegen diesen

Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Mitteilung beim Bundesgericht Beschwerde

in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden (Adresse:

Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern). Die Frist beginnt am Tag nach

dem Empfang des Urteils zu laufen und wird durch rechtzeitige Aufgabe bei der

Post gewahrt. Die Frist ist nicht erstreckbar (vgl. Art. 39 ff., 82 ff. und 90

ff. des Bundesgerichtsgesetzes, BGG). Bei Vor- und Zwischenentscheiden (dazu

gehört auch die Rückweisung zu weiteren Abklärungen) sind die zusätzlichen

Voraussetzungen nach Art. 92 oder 93 BGG zu beachten.

Versicherungsgericht des Kantons

Solothurn

Die Vizepräsidentin Die

Gerichtsschreiberin

Weber-Probst Fischer

Auf die gegen den vorliegenden Entscheid

erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 9C_189/2019 vom 1. April

2019 nicht ein.