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Entscheid

VSBES.2024.216

berufliche Eingliederungsmassnahmen und Invalidenrente

3. Dezember 2025Deutsch48 min

2021 (IV-St. Beleg Nr. [IV-Nr.] 2) meldete sich der 1974 geborene A.___ (nachfolgend:

Source so.ch

Urteil vom 3. Dezember 2025

Es wirken mit:

Präsidentin Weber-Probst

Oberrichter Thomann

Oberrichterin Kofmel

Gerichtsschreiberin Küng

In Sachen

A.___ vertreten durch Rechtsanwalt Claude Wyssmann

Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Solothurn, Allmendweg 6, 4528 Zuchwil,

Beschwerdegegnerin

betreffend berufliche

Eingliederungsmassnahmen und Invalidenrente (Verfügung vom 13. Juni 2024)

zieht das

Versicherungsgericht in Erwägung:

Sachverhalt

I.

1.

Mit Eingang vom 11. November

2021 (IV-St. Beleg Nr. [IV-Nr.] 2) meldete sich der 1974 geborene A.___ (nachfolgend:

Beschwerdeführer) bei der IV-Stelle des Kantons Solothurn (nachfolgend:

Beschwerdegegnerin) unter Hinweis auf den am 8. Juni 2021 erlittenen

Herzinfarkt zum Bezug von Leistungen an.

2.

Nach Einholen u.a. der

Akten des Krankentaggeldversicherers B.___ (IV-Nrn. 6.1 – 6.6, 13)

und des Arbeitgeberfragebogens der Firma C.___, [...], vom 17. November

2021 (IV-Nr. 8), erfolgte am 13. Januar 2022 ein Intake-Gespräch

(IV-Nr. 15). Daraufhin wurde der Beschwerdeführer durch die berufliche

Eingliederung der Beschwerdegegnerin unterstützt und betreut (vgl.

IV-Nr. 30). Das ab 16. August 2022 durchgeführte Aufbautraining in

der Holzwerkstatt der Firma D.___ (IV-Nr. 32) wurde am 30. September

2022 vorzeitig abgebrochen, da das Arbeitspensum nicht über zwei Stunden pro

Tag gesteigert werden konnte (IV-Nr. 37). Mit Abschlussbericht vom 28. Oktober

2022 (IV-Nr. 39) stellte die Beschwerdegegnerin die Eingliederungsbemühungen

in der beruflichen Eingliederung ein, da eine Integration auf dem

1. Arbeitsmarkt nicht habe realisiert werden können.

3.

Nach Einholen der

medizinischen Akten und der Akten des Krankentaggeldversicherers B.___ (IV-Nr. 52),

empfahl Dr. med. E.___, Fachärztin für Chirurgie / Praktische Ärztin,

Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), mit Stellungnahme vom 8. September

2023 (IV-Nr. 56 S. 2 ff.) die Durchführung eines bidisziplinären

Gutachtens (Psychiatrie und Kardiologie). Dieses Gutachten wurde sodann durch

die Gutachterstelle F.___ am 16. März 2024 erstattet (IV-Nrn. 68.1 – 68.7).

Gestützt auf dieses wurde dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom

2. April 2024 (IV-Nr. 70) die Abweisung seiner Leistungsbegehren auf

berufliche Eingliederungsmassnahmen und eine Invalidenrente in Aussicht

gestellt. Dagegen liess der Beschwerdeführer am 24. April 2024 vorsorglich

Einwände erheben (IV-Nr. 71) und mit E-Mail vom 12. Juni 2024 (IV-Nr. 74)

sodann mitteilen, dass er auf das Einreichen eines definitiven Einwandes

verzichte. Mit Verfügung 13. Juni 2024 wies die Beschwerdegegnerin die

Leistungsbegehren des Beschwerdeführers ab (A.S. [Akten-Seiten] 1 ff.).

4.

Dagegen lässt der

Beschwerdeführer am 23. August 2024 (A.S. 2 ff.) Beschwerde erheben

und folgende Rechtsbegehren stellen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Solothurn

vom 13. Juni 2024 sei aufzuheben.

2. a) Es seien dem Beschwerdeführer die

gesetzlichen IV-Leistungen (berufliche Massnahmen, Invalidenrente) nach

Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40 % zzgl. einem

Verzugszins zu 5 % ab wann rechtens auszurichten.

b) Eventualiter: die Beschwerdesache sei

zu weiteren medizinischen und beruflich-erwerbsbezogenen Abklärungen an die

IV-Stelle zurückzuweisen.

c) Subeventualiter: es sei ein

medizinisches Gerichtsgutachten unter Einbezug mindestens der internistischen,

kardiologischen und psychiatrischen Fachrichtungen einzuholen.

3. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach

Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchzuführen.

4. Alles unter Kosten- und

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

U.K.u.E.F.

Mit ergänzender

Beschwerdebegründung vom 6. September 2024 (A.S. 10 ff.) lässt der

Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren festhalten.

5.

Im Rahmen der

Beschwerdeantwort vom 4. November 2024 (A.S. 24 f.) schliesst die

Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Sie reicht zudem die

Aktennotiz von Dr. med. E.___, RAD, vom 23. Oktober 2024 (A.S. 26 f.),

ein.

6.

Mit Replik vom

26. November 2024 (A.S. 31 ff.) lässt der Beschwerdeführer an seinem

Standpunkt festhalten und folgende Anträge stellen:

1. Es sei der beiliegende Bericht des

Krankenhauses [...] vom 3. Juli 1992 inkl. beglaubigte Übersetzung vom 29. Oktober

2024 in Kopie als Urkunde 4 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen.

2. Es sei die beiliegende UT-Bescheinigung

der [...] Armee vom 23. Februar 1995 inkl. beglaubigte Übersetzung vom 29. Oktober

2024 in Kopie als Urkunde 5 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis

zuzulassen.

3. Es sei der beiliegende UT-Entscheid der [...]

Armee vom 26. Mai 1998 inkl. beglaubigte Übersetzung vom 29. Oktober

2024 in Kopie als Urkunde 6 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis

zuzulassen.

4. Es sei das beiliegende Gutachten der

Rekrutierungskommission vom 26. Mai 1998 inkl. beglaubigte Übersetzung vom

29. Oktober 2024 in Kopie als Urkunde 7 zu den Akten zu nehmen und

zum Beweis zuzulassen.

7.

Mit Verfügung vom

14. Januar 2025 stellt die Präsidentin des Versicherungsgerichts fest,

dass die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik innert Frist verzichtet

habe (A.S. 35).

8.

Die am 22. Januar

2025 eingereichte Kostennote des Rechtsbeistandes des Beschwerdeführers

(A.S. 36 ff.) geht mit Verfügung vom 23. Januar 2025 (A.S. 41)

zur Kenntnisnahme an die Beschwerdegegnerin.

9. Mit prozessleitender Verfügung

vom 22. Juli 2025 (A.S. 42) teilt die Präsidentin des

Versicherungsgerichts den Parteien mit, es werde beabsichtigt mit der

Vorladungsverfügung zur beantragten öffentlichen Schlussverhandlung nach Art. 6

EMRK das Beweisverfahren zu schliessen. Den Parteien wird Gelegenheit gegeben,

allfällige Beweismittel einzureichen.

10. Mit Eingabe vom

26. September 2025 (A.S. 49 f.) lässt der Beschwerdeführer die Urkunden

Nrn. 8 – 10 einreichen (Sprechstundenbericht Pneumologie, Spital

G.___, vom 3. Dezember 2024; Sprechstundenbericht Pneumologie, Spital G.___,

vom 3. Dezember 2024 [recte: 19. Dezember 2024]; Untersuchungsbericht

von Dr. med. H.___, Internist-Kardiologe, vom 24. Dezember 2024 inkl.

beglaubigte Übersetzung. Weiter wird um eine ausnahmsweise Fristerstreckung von

einem Monat ersucht, um bei Dr. med. I.___ einen Bericht einzuholen und

einzureichen.

11. Mit Verfügung vom

29. September 2025 (A.S. 51 f.) werden die Urkunden Nrn. 8 – 10

antragsgemäss als Beweismittel zu den Akten erkannt. Dem Antrag um Verlängerung

der Beweismittelfrist zwecks Erhältlichmachen und Einreichen eines Berichts von

Dr. med. I.___ wird teilweise stattgegeben und eine unerstreckbare Frist

gesetzt. Es wird zudem darüber informiert, dass ungeachtet dieser Frist

zwischenzeitlich zur verlangten öffentlichen Schlussverhandlung vorgeladen

werde.

12. Mit Vorladungsverfügung vom 7. Oktober

2025 (A.S. 54 f.) werden die Parteien zur öffentlichen Verhandlung mit

Anhörung der Parteivorträge auf den 3. Dezember 2025, 14.00 Uhr,

vorgeladen. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Parteibefragung wird

abgewiesen.

13. Mit Verfügung vom 22. Oktober

2025 (A.S. 57) wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer auf das

Einreichen weiterer Beweismittel innert Frist verzichtet habe. Das

Beweisverfahren wird geschlossen.

14. Der Vertreter des

Beschwerdeführers reicht anlässlich der öffentlichen Verhandlung vom 3. Dezember

2025 (vgl. Protokoll, A.S. 59 f.) eine ergänzende Kostennote ein.

15. Auf die weiteren Ausführungen

der Parteien in ihren Rechtsschriften wird im Folgenden, soweit erforderlich,

eingegangen.

Erwägungen

II.

1.

1.1

Die Sachurteilsvoraussetzungen

(Einhaltung von Frist und Form, örtliche und sachliche Zuständigkeit des

angerufenen Gerichts) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2

Für die Beurteilung eines Falles

hat das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des

Erlasses der angefochtenen Verfügung (vorliegend: 13. Juni 2024)

eingetretenen Sachverhalt abzustellen (BGE 144 V 224 E. 6.1.1 S. 232,

131.

V 242 E. 2.1 S. 243).

1.3

Am 1. Januar 2022 trat das

revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) in Kraft.

Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich

diejenigen materiellen Rechts-sätze massgeblich, die bei der Erfüllung des

rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben

(statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213 mit Hinweisen).

Dementsprechend ist der Anspruch für die Zeit bis Ende 2021 nach denjenigen

materiellrechtlichen Normen zu beurteilen, welche damals in Kraft standen.

2.

2.1

Invalidität ist

die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den Allgemeinen

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Sie kann Folge von

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein. Die Invalidität gilt als

eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige

Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 IVG).

2.2

Um den

Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall

das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch

andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der

Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten

arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den

Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f., 125 V

256.

E. 4 S. 261).

3.

3.1

Das Administrativverfahren vor

der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom

Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c

ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht den

rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese

Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des

streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht.

Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge zum – auf Verwaltungs- und

Gerichtsstufe ebenfalls in gleicher Weise geltenden – Prinzip der freien

Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c in fine ATSG) auf (einschliesslich

die antizipierte Beweiswürdigung): Führt die pflichtgemässe, umfassende und

sachbezogene Beweiswürdigung den Versicherungsträger oder das Gericht zur

Überzeugung, der Sachverhalt sei hinreichend abgeklärt, darf von weiteren

Untersuchungen (Beweismassnahmen) abgesehen werden. Ergibt die Beweiswürdigung

jedoch, dass erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und / oder

Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter

zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue

wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts

8C_308/2007 vom 9. April 2008 E. 2.2.1 mit vielen Hinweisen).

3.2

Der im Sozialversicherungsrecht

massgebende Beweisgrad ist derjenige der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 117 V 194 E. 3.b S. 194 f.). Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie

die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien

Beweiswürdigung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Der

Sozialversicherungsrichter hat alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches

gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden medizinischen

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu

würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die

andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten – d.h. der Anamnese –

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation

einleuchtet und in seinen Schlussfolgerungen begründet ist (AHI 1997 S. 121;

BGE 122 V 157 E. 1.c S. 160). Ausschlaggebend für den Beweiswert

ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als

Bericht oder Gutachten.

4.

Strittig und zu prüfen ist

vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine

Invalidenrente mit Verfügung vom 13. Juni 2024 (A.S. 1 ff.) zu Recht

abgewiesen hat.

In Bezug auf den mit angefochtener

Verfügung vom 13. Juni 2024 ebenfalls abgewiesenen Anspruch auf berufliche

Eingliederungsmassnahmen ist festzuhalten, dass in der Beschwerdeschrift vom

23.

August 2024 bzw. der ergänzenden Beschwerdebegründung vom

6.

September 2024 (A.S. 2 ff., 10 ff.) zwar die Aufhebung der

Verfügung insgesamt verlangt wird, sich die Beschwerdebegründung jedoch

ausschliesslich auf den Rentenanspruch bezieht. Betreffend die beruflichen

Eingliederungsmassnahmen wird lediglich moniert, dass völlig unklar bleibe,

warum die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Leistungen beruflicher Art

abgewiesen habe (A.S. 15 unten). Es ist daher mangels Begründung auf die

Beschwerde betreffend die beruflichen Massnahmen nicht einzutreten.

4.1

Die Beschwerdegegnerin stützt

ihren Entscheid vom 13. Juni 2024 (A.S. 1 ff.) in medizinischer

Hinsicht im Wesentlichen auf das bidisziplinäre Gutachten der Gutachterstelle F.___

vom 16. März 2024 (IV-Nrn. 68.1 – 68.7). In diesem werden

die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des

Beschwerdeführers gestellt (IV-Nr. 68.2 S. 4):

Koronare Eingefäss-Erkrankung

(ICD-10 I25.1)

- Akuter inferiorer STEMI 9. Mai 2021,

LIKA: kollateralisierter Verschluss RCA Mitte PTCA / DES 9. Juni

2021.

- TTE 9. Juni 2021: LVEF 52 %,

Akinesie mit Aneurysma inferobasal, RV-Dilat. mit schwer eingeschränkter

Funktion

- Spiroergo 7. Juni 2021: Leistung

140.

W, VO2max 71 % Soll, Spiroergo 12. November 2021: 154 W,

VO2max 78 % Soll

- TTE 12. November 2021: LVEF 52 %,

RV normal weit, normale longitudinale, leicht eingeschränkte radiäre Funktion

- TTE 4. Januar 2024: LVEF 55 %,

inf. Aneurysma, normale RV-Funktion, aktuell stabiler Befund LVEF 50 – 55 %

Es gebe keine Diagnosen ohne Einfluss

auf die Arbeitsfähigkeit.

In der zuletzt ausgeübten beruflichen

Tätigkeit könne der Beschwerdeführer zu 7 – 8 Stunden pro Tag

anwesend sein (S. 6). Es bestehe eine reduzierte Leistungs-fähigkeit bei

erhöhtem Pausenbedarf und reduziertem Rendement. Die Arbeitsfähigkeit in der

bisherigen Tätigkeit, bezogen auf ein 100%-Pensum, betrage 75 % (25 %

Arbeitsunfähigkeit).

Bei einer der Behinderung optimal

angepassten Tätigkeit sollte es sich um eine körperlich leichte bis

mittelschwere Tätigkeit ohne körperlich schwere Belastung handeln. In einer

solchen Tätigkeit wäre die maximale Präsenz des Beschwerdeführers 8 – 8.5

Stunden pro Tag, ohne Leistungseinschränkung. Die Arbeitsfähigkeit betrage dabei

100.

%.

Die aktuell geschätzten

Arbeitsfähigkeiten könnten – nach vorangehend nicht dauerhaft höhergradig

eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und aufgehobener Arbeitsfähigkeit ab Juni 2021

– seit Dezember 2021 angenommen werden.

4.2

Das Gutachten der

Gutachterstelle F.___ stammt von unabhängigen Fachärzten der einschlägigen

medizinischen Disziplinen, welche fachlich qualifiziert sind, die

gesundheitliche Situation und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu

beurteilen. Zudem haben die Experten den Beschwerdeführer – jeweils unter

Beizug eines [...] sprechenden Dolmetschers (vgl. IV-Nrn. 68.4 S. 2

und 5, 68.5 S. 1 und 3) – zu seinen subjektiven Beschwerden, seinen

Lebensumständen sowie seiner Vorgeschichte befragt (IV-Nrn. 68.4 S. 3

ff., 68.5 S. 1 ff.), die objektiven Befunde erhoben (IV-Nrn. 68.4

S. 5 f., 68.5 S. 3 f.) und die wesentlichen Akten zur Kenntnis

genommen (IV-Nr. 68.3). Auf dieser Grundlage nahmen die Experten sodann

die medizinische und versicherungsmedizinische Beurteilung vor und äusserten

sich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (IV-Nrn. 68.4 S. 6

ff., 68.5 S. 4 ff.). In der «interdisziplinären Gesamtbeurteilung»

gelangten die Experten sodann zu einer gemeinsamen Beurteilung (IV-Nr. 68.2),

welche vor dem Hintergrund der objektivierten Befunde nachvollziehbar ist. Die

formellen Vorgaben sind erfüllt. Auf die diesbezüglichen Vorbringen des

Beschwerdeführers wird unter E. II. 5 hiernach eingegangen.

4.3

Es ist nachfolgend auf die

beiden Teilgutachten und deren Beweiswert einzugehen und zu prüfen, ob die

vorliegenden medizinischen Akten den Beweiswert allenfalls zu schmälern

vermögen:

4.3.1

Im psychiatrischen Teilgutachten

vom 9. Januar 2024 (IV-Nr. 68.4) hielt Dr. med. J.___, FMH

Psychiatrie und Psychotherapie, u.a. fest, es könne beim Beschwerdeführer keine

Diagnose gestellt werden (S. 7). Diese Einschätzung vermag aufgrund der

festgestellten psychiatrischen Untersuchungsbefunde einzuleuchten. So hielt der

psychiatrische Experte fest (S. 5 f.), der Beschwerdeführer sei wach,

bewusstseinsklar und in allen Qualitäten voll orientiert. Er wirke

normintelligent und es hätten sich im Gespräch keine Hinweise auf klinisch

relevante Beeinträchtigungen von Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis

gefunden. Die Stimmungslage habe sich ausgeglichen gezeigt, es sei insbesondere

kein depressiver Affekt vorhanden gewesen bei normalem Antrieb und einer guten

affektiven Modulationsfähigkeit. Formalgedanklich hätten sich keine

Auffälligkeiten gefunden. Psychotisches, insbesondere halluzinatorisches oder

wahnhaftes Erleben hätten nicht bestanden, das Ich-Erleben sei unbeeinträchtigt

gewesen. Der Beschwerdeführer habe angegeben, seit seiner Kindheit unter

Ängsten zu leiden, allein zu sein, was sich jedoch dadurch gebessert habe, dass

er sich einen Labrador gekauft habe. Symptome aus dem Spektrum der Angststörungen,

respektive frei flotierende Ängste katastrophisierenden Charakters, Zwänge oder

Phobien seien negiert worden, ebenso wie lebensmüde Gedanken. Da in der

psychiatrischen Exploration nebst diesen unauffälligen Befunderhebungen keine

Hinweise auf eine Aggravation oder Simulation von Beschwerden hätten

festgestellt werden können (S. 6), erscheint die Einschätzung von Dr. med.

J.___ nachvollziehbar, wonach der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten

beruflichen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (S. 8).

Das psychiatrische Teilgutachten ist

somit grundsätzlich beweiswertig.

4.3.1.1

Nachfolgend zu prüfen ist, ob

die medizinischen Vorakten den grundsätzlichen Beweiswert des psychiatrischen

Teilgutachtens allenfalls zu schmälern vermögen. Unter dem Titel «Diskussion zu

den Akten und früheren Untersuchungen aus psychiatrischer Sicht»

(IV-Nr. 68.4 S. 6 f.) setzte sich Dr. med. J.___ mit den relevanten

medizinischen Vorakten auseinander. Darauf ist nun einzugehen:

Dr. med. J.___ befasste sich zunächst

mit dem Arztbericht der den Beschwerdeführer seit 8. Februar 2022 behandelnden

Psychiaterin Dr. med. I.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom

20.

April 2022 (IV-Nr. 23). Dabei hielt der psychiatrische Experte zunächst

fest, es werde im entsprechenden Arztbericht diagnostisch von Angst und

Depression gemischt (ICD-10 F41.2) und einer ängstlich-unsicheren Persönlichkeitsstruktur

(ICD-10 Z73.1) ausgegangen. Dies erweist sich als korrekt. So finden sich die

entsprechenden Diagnosestellungen auch in den gemäss vorliegenden Akten weiter dokumentierten

medizinischen Berichten von Dr. med. I.___ vom 2. November 2022 und

31.

Mai 2023 (IV-Nrn. 40, 52 S. 356 ff., 53). Dr. med. I.___

hielt sowohl im Bericht vom 20. April 2022 als auch in den Folgeberichten nebst

einigen somatischen Diagnosen (akuter Myokardinfarkt am 8. Juni 2021,

infolgedessen STEMI am 9. Juni 2021; Status nach eher infektiös bedingter

Raumforderung in der Unter- und Oberlappen den linken Lungenflügel mit

Pleuraerguss beidseits im November 2021, unter Antibiotika vollständig

regrediert; Status nach Nikotinabhängigkeit [ICD-10 F17.20] seit dem

9.

Juni 2021 abstinent; Totale Alkoholabstinenz seit dem 9. Juni

2021; Eosinophilie, unklarer Genese [aus den Akten des Spitals K.___]; Status

nach multiplen Körperverletzungen verursacht durch die Kriegsbombenexplosion in

[...] 1992, ohne Symptome einer PTBS; Vitamin D Mangel [Mai 2022]) eine «Angst

und Depression gemischt (ICD-10 F41.2)» und eine «ängstlich unsichere

Persönlichkeitsstruktur (ICD-10 Z73.1)» fest (IV-Nr. 23 S. 1). Da

sich Dr. med. I.___ auf das medizinische Fachgebiet der Psychiatrie

spezialisiert hat, kommt den durch sie auf den somatischen Gesundheitszustand des

Beschwerdeführers bezogenen Diagnosestellungen kaum Beweiswert zu. Es ist daher

nicht weiter auf diese einzugehen. Die indes von Dr. med. I.___ beschriebene «Angst»

wird im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. J.___ bestätigt. So

habe der Beschwerdeführer im Rahmen der gutachterlichen Exploration angegeben, seit

seiner Kindheit Ängste zu haben, allein zu sein. Dies habe sich indes durch den

Kauf eines Hundes deutlich gebessert (IV-Nr. 68.4 S. 6). In diesem

Sinn äusserte sich der Beschwerdeführer im Rahmen der gutachterlichen

Exploration dahingehend, als es ihm psychisch nicht immer gut gegangen sei. Manchmal

kämen Nervosität und Ängste auf. Aber seit Ende 2021 habe sich dies deutlich

gebessert. Damals habe er nachts kaum schlafen können (IV-Nr. 68.4 S. 3).

Diese, vom Beschwerdeführer geschilderte Verbesserung seines

Gesundheitszustandes ist auch dem Verlaufsbericht von Dr. med. I.___ vom

31.

Mai 2023 (IV-Nr. 53 S. 2) zu entnehmen. So wurde in diesem

festgehalten, dass es im Verlauf der Behandlung zu einer Besserung des

psychischen Zustandes gekommen sei. Der Beschwerdeführer berichte über eine

Besserung des Schlafes, Appetits, Antriebs und über weniger Ängste, besonders

im Vergleich mit dem Anfang der Therapie. Unter diesen Umständen ging Dr. med.

I.___ von einer guten Prognose für die depressive Reaktion aus und hielt

zugleich fest, dass die Ängste den Beschwerdeführer eine längere Zeit begleiten

könnten, einerseits als Begleiter der Herzerkrankungen, andererseits als Folge

einer eher ängstlich veranlagten, zum Teil auch selbstunsicheren Persönlichkeit

(IV-Nr. 53 S. 3). Zu dieser Einschätzung der behandelnden

Psychiaterin äusserte sich der psychiatrische Experte Dr. med. J.___ dahingehend,

als sich aus diesen Symptomen allein – wie von der behandelnden Psychiaterin

festgestellt – keine ängstliche Persönlichkeitsstruktur ableiten lasse. Zudem

finde sich in der aktuellen Untersuchung auch keine depressive Symptomatik mehr.

Ferner ging Dr. med. J.___ zur im Bericht vom 20. April 2022 von Dr. med.

I.___ (IV-Nr. 23) weiter enthaltenen Feststellung ein, wonach sich der Beschwerdeführer

aus Angst vor einem erneuten Myokardinfarkt nicht traue weiter von zu Hause

wegzugehen. So hielt der gutachterliche Experte diesbezüglich fest, dieser Gedanken

sei vor einem realen Hintergrund als normalpsychologisch nachvollziehbar und

nicht von Krankheitswert zu beurteilen. Zudem habe der Beschwerdeführer in der

aktuellen Untersuchung als Grund dafür, dass er nicht allzu weit weggehe,

angegeben, er habe Mühe mit warmem Wetter und sei rasch erschöpft. Diesen

Ausführungen kann gefolgt werden. So gab der Beschwerdeführer bei der

gutachterlichen Exploration u.a. an, er könne nicht gut atmen, wenn es draussen

warm sei und ihn würden Wetteränderungen stören (IV-Nr. 68.4 S. 9). Unter

diesen Umständen erscheint die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich nicht

weit von zu Hause entferne, eher mit der nachvollziehbaren Angst vor einem

neuen Myokardinfarkt, der jeweiligen Wetterlage und der körperlichen Kondition

des Beschwerdeführers zusammenzuhängen, als mit konkreten psychischen

Gesundheitsbeeinträchtigungen.

Dr. med. J.___ setzte sich im Weiteren

auch mit dem Verlaufsbericht von Dr. med. I.___ vom 31. Mai 2023

(IV-Nr. 53) auseinander. Darin werde mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

von Angst und Depression gemischt ausgegangen, von einer ängstlich – unsicheren

Persönlichkeitsstruktur, einem akuten Myokardinfarkt am 8. Juni 2021,

Status nach Nikotinabhängigkeit, totaler Alkoholabstinenz seit dem 9. Juni

2021, Eosinophilie unklarer Genese, Status nach multiplen Körperverletzungen

verursacht durch die Kriegsbombenexplosion in [...] 1992 sowie einem Vitamin

D-Mangel. Dem kann beigepflichtet werden, wobei als Diagnose mit Einfluss auf

die Arbeitsfähigkeit zusätzlich noch ein «Status nach eher infektiös bedingter

Raumforderung in der Unter- und Oberlappen den linken Lungenflügel mit

Pleuraerguss beidseits im November 2021, unter Antibiotika vollständig

regrediert» ausgewiesen wurde. Somit beinhaltet die Diagnosestellung der den

Beschwerdeführer behandelnden Psychiaterin etliche somatische Diagnosen. Es

kann daher der diesbezüglichen Einschätzung des psychiatrischen Gutachters Dr.

med. J.___ gefolgt werden, wonach der Bericht vom 31. Mai 2023 eine Reihe

fachfremder Diagnosen enthalte (IV-Nr. 68.4 S. 7). Dies gilt auch für

die weitere Feststellung von Dr. med. J.___, dass im entsprechenden Bericht

keine Angaben zur Arbeits-fähigkeit gemacht worden seien. So äusserte sich die

behandelnde Psychiaterin Dr. med. I.___ im entsprechenden Verlaufsbericht vom

31.

Mai 2023 lediglich zum Verlauf, zu den therapeutischen Massnahmen und

zur Prognose. Indem Dr. med. I.___ in Bezug auf die Frage, ob sich der

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem 3. November 2022

verändert habe, sowohl das Feld «verschlechtert» als auch «verbessert» ankreuzte,

vermag die diesbezügliche Feststellung von Dr. med. J.___ zu überzeugen,

wonach dies «irritiere» (IV-Nr. 68.4 S. 7).

Insgesamt wird der Beweiswert des

psychiatrischen Teilgutachtens von Dr. med. J.___ durch die Berichte von Dr.

med. I.___ nicht verringert.

Dr. med. J.___ befasste sich ebenfalls

mit dem durch den Krankentaggeldversicherer B.___ in Auftrag gegebenen, fachpsychiatrischen

Gutachten von Dr. med. L.___ vom 20. Juni 2022 (IV-Nr. 52

S. 292 ff.). In Bezug auf die darin ausgewiesene «leichte- bis

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01)»

(IV-Nr. 53 S. 295) wies Dr. med. J.___ darauf hin, dass im

psychopathologischen Befund insbesondere angegeben werde, es habe keine

Depressivität festgestellt werden können, was – so Dr. med. J.___ – gegen eine

depressive Episode spreche (IV-Nr. 68.4 S. 6 f.). Diesen gutachterlichen

Ausführungen kann gefolgt werden. So stellte Dr. med. L.___ bei seiner

Exploration weitgehend unauffällige Befunde fest. Der Beschwerdeführer sei z.B.

wach und in allen Achsen orientiert. Auffassungsvermögen,

Aufmerksamkeitsfähigkeit und das Gedächtnis erschienen intakt. Der formale

Gedankengang sei unauffällig. Es finde sich eine leichtgradige Einengung des

inhaltlichen Denkumfanges auf seine unklare berufliche und gesundheitliche

Situation. Andere inhaltliche Denkstörungen hätten nicht erhoben werden können.

Es fänden sich keine Hinweise auf Wahn, Sinnesstörungen oder Ich-Störungen. Ein

affektiver Rapport sei trotz Dolmetschersituation gut herstellbar.

Psychomotorisch erscheine der Beschwerdeführer nervös und etwas angetrieben. Dr.

med. L.___ hielt sodann explizit fest, es könne keine Depressivität

festgestellt werden. Unter diesen Umständen erscheint die von Dr. med. L.___ dennoch

diagnostizierte leichte- bis maximal mittelgradige depressive Episode mit

somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01) nicht nachvollziehbar. Auch die weitere

Einschätzung von Dr. med. J.___, wonach im Gutachten von Dr. med. L.___ von

einer um 80 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde, was indes

in keiner Weise nachvollziehbar sei, überzeugt. So hielt Dr. med. L.___ in

Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers lediglich fest, dass sich

unter Verweis auf die «obigen Ausführungen bezüglich somatischer Problematik

aus psychiatrischer Optik im Moment eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im

Umfang von ca. 80 %» ergäbe (IV-Nr. 52 S. 296 unten). Eine

eingehende Auseinandersetzung bzw. Begründung dieser auf 80 % bezifferten

Arbeitsfähigkeit findet sich indes nicht. Aus dem Gutachten geht somit nicht klar

hervor, worauf sich die 80%ige Arbeitsunfähigkeit konkret stützt.

Insgesamt vermag somit das

psychiatrische Gutachten von Dr. med. L.___ vom 20. Juni 2022 den

Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens von Dr. med. J.___ nicht zu

verringern. Daran vermag auch die, auf Nachfrage des Krankentaggeldversicherers

B.___, durch Dr. med. L.___ verfasste Stellungnahme vom 29. Juli 2022 (IV-Nr. 52

S. 316 f.) nichts zu ändern. So räumte er darin einerseits einen

diagnostischen Fehler ein: Es liege kein somatisches Syndrom vor. Es handle

sich im Gutachten um einen Fehler der Transkription bzw. um ein Übersehen bei

der Abschlusskontrolle. Die vom Beschwerdeführer angegebene Symptomatik mit

gestörtem Schlaf, rascher Ermüdbarkeit, anhaltender Müdigkeit, gestörten

Antriebes etc., gehöre aber – so Dr. med. L.___ – klassischerweise zum

depressiven Symptomenbild. Unter diesen Umständen kann zumindest nicht

ausgeschlossen werden, dass sich Dr. med. L.___ im Rahmen der Diagnosestellung

im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers stützte und

die bei der gutachterlichen Exploration erhobenen Befunde nicht in hinreichender

Weise berücksichtigte bzw. sich damit nicht ausreichend auseinandersetzte.

4.3.1.2

Zusammenfassend vermögen die vor

dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. J.___ vom 9. Januar 2024

verfassten psychiatrischen Berichte und Gutachten den Beweiswert desselben

nicht in Frage zu stellen. Das psychiatrische Teilgutachten geniesst somit vollen

Beweiswert.

Da im Lichte des beweiswertigen

psychiatrischen Teilgutachtens eine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit

im Gutachtenszeitpunkt in überzeugender Weise verneint wird, kann auf eine

Indikatorenprüfung verzichtet werden (BGE 143 V 418 E. 7.1 S. 429).

4.3.2

Nachfolgend ist auf das

kardiologische Teilgutachten von Dr. med. M.___, FMH Kardiologie, vom 12. Januar

2024.

(IV-Nr. 68.5) einzugehen. Darin hielt Dr. med. M.___ folgende

Hauptdiagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers fest:

«Koronare Eingefäss-Erkrankung (ICD-10 I25.1)» (IV-Nr. 68.5 S. 5).

Diese Diagnosestellung vermag aufgrund der von Dr. med. M.___ festgestellten

medizinischen Beurteilung einzuleuchten (S. 4): So habe der

Beschwerdeführer im Juni 2021 einen inferioren STEMI erlitten, in dessen Folge

bei 1-Ast-KHK ein Verschluss der mittleren ACD wieder eröffnet und mit einem

DES versorgt worden sei. Es habe sich echokardiographisch initial eine

erhaltene LV-Funktion bei Akinesie mit Aneurysmabildung inferobasal gezeigt,

die RV-Funktion sei schwer eingeschränkt gewesen. Der Beschwerdeführer habe

eine kardiale Rehabilitation absolviert, in welcher er beim Austritt gute 154 Watt

geleistet habe; inzwischen habe sich die RV-Funktion deutlich gebessert. Bei

weiteren Kontrollen sei die LV-Funktion um 50 – 55 % stabil

gewesen, der Beschwerdeführer habe als Beschwerden eine Dyspnoe NYHA II beklagt,

dies bis heute. Diese gutachterliche Einschätzung überzeugt, da der

Beschwerdeführer im Rahmen der gutachterlichen Exploration angegeben habe, seit

dem Infarkt immer unter einer Anstrengungsdyspnoe gelitten zu haben, was

seitdem nie besser geworden sei (S. 2). Die vom Beschwerdeführer weiter

angegebene Problematik, wonach er eigentlich immer beim Laufen keine Kraft und

keine Luft mehr habe (S. 2) wurde vom kardiologischen Experten als «allgemeine

Kraftlosigkeit» beurteilt (S. 2). Dies erscheint aufgrund der durchgeführten

Untersuchungsbefunde mit klinisch und elektrisch negativer Ergometrie bei

eingeschränkter Leistungsfähigkeit durchaus schlüssig (S. 4). In diesem

Zusammenhang vermag auch die weitere Einschätzung von Dr. med. M.___ einzuleuchten,

wonach beim Beschwerdeführer eine zunehmende Dekonditionierung bestehe

(S. 5). So hielt der kardiologische Gutachter diesbezüglich u.a. fest, der

Beschwerdeführer habe seit dem Herzinfarkt im Juni 2021 nicht mehr in seinem

Beruf (Maurer Hochbau) gearbeitet, ein zwischenzeitlicher Arbeitsversuch (leichte

Holzarbeiten) sei wegen Kraftlosigkeit und Dyspnoe abgebrochen worden

(S. 4). In diesem Sinn gab auch der Beschwerdeführer bei der

gutachterlichen Exploration an, seit dem Infarkt vom Juni 2021 immer unter

einer Anstrengungsdyspnoe gelitten zu haben, was seitdem nie besser geworden

sei. Die Lunge sei abgeklärt worden und okay (S. 2). Es kann an dieser

Stelle ferner darauf hingewiesen werden, dass sich die Möglichkeit einer beim

Beschwerdeführer bestehenden Dekonditionierung auch den übrigen medizinischen

Akten entnehmen lässt. So wurde bspw. im Bericht «ambulante kardiale

Rehabilitation: Eintrittsbericht vom 7. Juli 2021» (IV-Nr. 12 S. 12

ff.) festgehalten, der Beschwerdeführer habe in der Spiroergometrie mit bis 140 Watt

belastet werden können. Hier habe sich eine leicht reduzierte

kardiorespiratorische Fitness und leicht reduzierte muskuläre

Leistungsfähigkeit gezeigt und es sei auf eine im Vordergrund stehende

Dekonditionierung hingewiesen worden (IV-Nr. 12 S. 14).

Das kardiologische Teilgutachten ist

somit grundsätzlich beweiswertig.

4.3.2.1

Es stellt sich die Frage, ob

das grundsätzlich beweiswertige kardiologische Teilgutachten von Dr. med. M.___

vom 12. Januar 2024 durch die medizinischen Vorakten allenfalls

geschmälert wird. Unter dem Titel «Diskussion zu den Akten und früheren

Untersuchungen aus kardiologischer Sicht» (IV-Nr. 86.5 S. 5) setzte

sich Dr. med. M.___ mit den relevanten medizinischen Vorakten auseinander.

Darauf ist nun einzugehen:

Der kardiologische Gutachter befasste

sich zunächst mit den «letzten Vorbefunden des behandelnden Kardiologen Dr.

med. N.___, wobei er ausführte, dass die aktuell erhobenen Befunde in der TTE [Transthorakalen

Echokardiographie] im Wesentlichen den letzten Vorbefunden von Dr. med. N.___

entsprächen. Diesen gutachterlichen Ausführungen kann gefolgt werden. So wurde

anlässlich der von Dr. med. N.___ zuletzt durchgeführten TTE vom 29. Juni

2023.

(vgl. Bericht vom 5. Juli 2023, IV-Nr. 55 S. 2 ff.)

Folgendes festgestellt: «Es zeige sich ein normal dimensionierter linker

Ventrikel mit knapp normaler Funktion (EF 55 %). Inferiores Aneurysma

bekannt. Keine relevanten Vitien. Rechter Ventrikel in Form und Funktion

normal.» (S. 2 unten). Mit diesen Ergebnissen korrespondieren die

anlässlich des kardiologischen Teilgutachtens vom 12. Januar 2024

erhobenen Befunde. So hielt der kardiologische Experte u.a. Folgendes fest: «Normal

dimensionierter LV mit normaler globaler Funktion, LVEF visuell 50 – 55 %,

Aneurysma mit Akinesie inferobasal, unauffällige diastolische Funktion. Normal

dimensionierte Vorhöfe. RV normal gross mit guter Funktion (TAM 20).

Trikuspide Aortenklappe ohne relevantes Vitium. Mitralklappe strukturell

unauffällig ohne Vitium. PK zart ohne Vitium. TK ohne relevante Insuffizienz,

womit sich der sPAP nicht bestimmen lasse. Aortale Abschnitte normal weit mit

A.asc. 35 mm, Sinus valsalvae 34 mm, A.abd. 18 mm, kein

Perikarderguss.» (IV-Nr. 68.5 S. 3 f.). Ferner hielt Dr. med. M.___

fest, dass nach Diagnose eines inferioren STEMI eine PTCA mit DES der mittleren

ACD durchgeführt worden sei. Ob es hierbei zu einer verzögerten

Diagnosestellung gekommen sei, wie der Beschwerdeführer dies in seinen Angaben

suggeriere, könne der kardiologische Experte indes nicht beantworten. Im

Verlauf habe sich – so Dr. med. M.___ – jedenfalls eine stets erhaltene

bis normale globale LV-Funktion gezeigt und die initial eingeschränkte RV-Funktion

habe sich wieder erholt. Diesen gutachterlichen Einschätzungen kann unter

Verweis auf die obigen Ausführungen betreffend der am 29. Juni 2023

durchgeführten TTE (IV-Nr. 55 S. 2 ff.) gefolgt werden. Folglich

vermag der Bericht vom 5. Juli 2023 von Dr. med. N.___ (IV-Nr. 55 S. 2

ff.) den Beweiswert des kardiologischen Teilgutachtens von Dr. med. M.___

nicht zu schmälern.

4.3.2.2

Es stellt sich die Frage, ob

der Beweiswert des kardiologischen Teilgutachtens von Dr. med. M.___ durch die im

Beschwerdeverfahren durch den Beschwerdeführer eingereichten, am

29.

Oktober 2024 übersetzten, medizinischen Akten (Urkunden

Nrn. 4 – 7, vgl. E. I. 6 hiervor) allenfalls verringert wird.

Dem orthopädisch-traumatologischen Bericht

des Krankenhauses [...] vom 3. Juli 1992 (Urkunde Nr. 4) ist zu

entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 20. Juni 1992 wegen durch Explosionen

entstandenen Wunden am ganzen Körper ins Spital aufgenommen und sofort operiert

worden sei (sog. «Revision vulneris»). Die Operation sei reibungslos verlaufen.

Der Beschwerdeführer habe mit gutem Lokalbefund und in gutem Allgemeinzustand

entlassen werden können. Der «Bescheinigung» vom 23. Februar 1995 (Urkunde

Nr. 5) ist in diesem Zusammenhang ferner zu entnehmen, dass der

Beschwerdeführer als Mitglied der Armee am 20. Juni 1992 bei der

Ausführung von Kampfeinsätzen durch eine feindliche Granate an den Beinen,

Armen und am Rücken verletzt worden sei.

Dazu lässt sich Folgendes festhalten: Aus

den vorliegenden Akten geht in Bezug auf das sich am 20. Juni 1992 – und

damit klar zu einer relativ langen Zeit vor dem Herzinfarkt vom 8. Juni

2021.

– zugetragene Ereignis nicht hervor, inwiefern sich die damals erlittenen somatischen

Verletzungen des Beschwerdeführers auf die im hier massgebenden Zeitpunkt der

Verfügung vom 13. Juni 2024 (A.S. 1 ff.) bestehende gesundheitliche

Situation des Beschwerdeführers auszuwirken vermögen. So finden sich

insbesondere in den vorliegenden medizinischen Berichten keine Anhaltspunkte, die

nach den erlittenen Kriegsverletzungen aus dem Jahr 1992 gesundheitliche

Folgeschäden dokumentieren würden. Dies wird auch vom Beschwerdeführer nicht

dargetan. Es lässt sich im Übrigen festhalten, dass den Gutachterpersonen der

Gutachterstelle F.___ die sich im Jahr 1992 zugezogenen Verletzungen des

Beschwerdeführers durchaus bekannt waren. So wurde z.B. im Rahmen des

psychiatrischen Teilgutachtens bei der Diskussion früher verfasster

Arztberichte festgehalten, es sei beim Beschwerdeführer ein «Status nach

multiplen Körperverletzungen verursacht durch die Kriegsbombenexplosion in [...]

1992» festgestellt worden (IV-Nr. 86.4 S. 7). Unter diesen Umständen

und auch aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer bei der

gutachterlichen Exploration weder über Schmerzen an den Extremitäten noch im

Rückenbereich klagte (vgl. IV-Nrn. 68.4 S. 3, 68.5 S. 1 f.),

ist nicht zu beanstanden, dass die Gutachterpersonen nicht näher darauf eingegangen

sind. Daran vermögen auch die beiden anderen durch den Beschwerdeführer

eingereichten Urkunden Nrn. 6 und 7 nichts zu ändern. So ist dem «Entscheid»

des Verteidigungsministeriums der Republik [...] vom 26. Mai 1998 (Urkunde

Nr. 6) im Wesentlichen zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer aufgrund

der erlittenen Verletzungen als wehrdienstuntauglich erklärt worden sei. Es

wird jedoch weder durch den Beschwerdeführer dargetan noch ist ersichtlich,

inwiefern aus diesem Bericht für den hier zu beurteilenden Fall etwas

abgeleitet werden könnte. Dies trifft ferner auch auf die ebenfalls

eingereichte Urkunde Nr. 7 mit dem Titel «Befund, Beurteilung und

Gutachten» vom 26. Mai 1998 (Urkunde Nr. 7) zu. So geht aus dieser im

Wesentlichen hervor, dass der Beschwerdeführer dauerhaft nicht zum

Militärdienst fähig sei. Inwiefern sich daraus ein Zusammenhang mit dem heute bestehenden

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ergeben soll, ist nicht ersichtlich. Mit

diesen Ausführungen sind auch die Einschätzungen der RAD-Ärztin Dr. med. E.___

in ihrer Aktennotiz vom 23. Oktober 2024 (A.S. 26 f.) vereinbar. So

hielt sie fest, es sei dem Beschwerdeführer möglich gewesen, trotz den

somatischen Folgen der Kriegsbombenexplosion über viel Jahre schwere Arbeiten

als Maurer zu verrichten. Daher sei aus medizinischer Sicht nicht

nachvollziehbar, weshalb nun nach über 30 Jahren hierzu rheumatologische

Abklärungen erfolgen sollten.

Insgesamt vermögen somit diese durch den

Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichten Dokumente (Urkunden Nrn. 4 – 7)

den Beweiswert des Gutachtens der Gutachterstelle F.___ nicht zu schmälern.

4.3.2.3

Ferner ist auf die durch den

Beschwerdeführer ebenfalls im Rahmen des Beschwerdeverfahrens am 26. September

2025.

(A.S. 49 f.) eingereichten «Sprechstundenberichte Pneumologie» des

Spitals G.___ vom 3. und 19. Dezember 2024 (Urkunden Nrn. 8 – 9)

sowie den auf Deutsch übersetzten Bericht von Dr. med. H.___,

Internist-Kardiologie, vom 24. Dezember 2024 (Urkunde Nr. 10) einzugehen.

Diese Berichte wurden erst nach dem hier massgebenden Zeitpunkt vom 13. Juni

2024.

(vgl. E. II. 1.2 hiervor) erstattet. Es ist an dieser Stelle dennoch auf

diese einzugehen, soweit sie sich auf den Zeitraum vor Verfügungserlass

beziehen resp. Rückschlüsse darauf zulassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts

8C_295/2021 vom 9. August 2021 E. 3.4 m.H.). In den pneumologischen

Sprechstundenberichten wurden folgende Hauptdiagnosen ausgewiesen: «1. Ventrikuläre

Extrasystolie, Erstdiagnose 26. November 2024; 2. Herzinsuffizienz mit

erhaltener Ejektionsfraktur (HFpEF); 3. Koronare Herzkrankheit, Erstdiagnose

Juni 2021; 4. Asthma Bronchiale, Erstdiagnose Juli 2021; 5. Chronischer

Alkoholabusus; 6. Passagere, am ehesten infektiöse Raumforderungen, 2021». Im

Bericht vom 19. Dezember 2024 (Urkunde Nr. 9) wurde sodann folgende

Beurteilung festgehalten: Anlässlich der durchgeführten Computertomographie vom

19.

Dezember 2024 habe eine interstitielle Lungenkrankheit ausgeschlossen

werden können. Die sich dorsal zeigende Milchglastrübung wurde zudem als

physiologische Stauungskomponente und nicht als pathologischer

computertomographischer Befund gewertet. Es wurde ferner festgehalten, dass die

Kardiomegalie auffällig sei, welche z.T. die grenzwertige lungenfunktionelle

Restriktion (auch Adipositas-bedingt) erklären dürfe. Es wurde daher empfohlen,

nach kardiologischer Abklärung eine Gewichtsreduktion (zugunsten der

funktionellen Restriktion) durchzuführen. Gestützt auf diese vorgenommenen Einschätzungen

ist beim Beschwerdeführer im hier massgebenden Zeitpunkt vom 13. Juni 2024

nicht von einer relevanten lungenspezifischen gesundheitlichen Einschränkung

auszugehen.

In Bezug auf den übersetzten Bericht betreffend

die Kontrolluntersuchung von Dr. med. H.___, Internist-Kardiologie, vom

24.

Dezember 2024 (Urkunde Nr. 10) finden sich keine, sich auf den

hier massgebenden Zeitraum bis zum 13. Juni 2024 wesentlich vom Gutachten

der Gutachterstelle F.___ abweichenden Feststellungen. Die Einschätzungen in

Bezug auf die Arbeitsfähigkeit, wonach der Beschwerdeführer aus kardiologischer

Sicht nicht in der Lage sei, körperlich zu arbeiten und ihm eine leichte

körperliche Arbeit zu 1.5 Stunden pro Tag möglich sei, sind sehr generell

gehalten bzw. werden nicht substanziiert begründet und vermögen daher nicht zu

überzeugen.

Der Beweiswert des bidisziplinären

Gutachtens der Gutachterstelle F.___ vom 16. März 2024 wird somit weder durch

die pneumologischen Sprechstundenberichte vom 3. und 19. Dezember 2024 noch

durch den Bericht von Dr. med. H.___ vom 24. Dezember 2024 in Frage

gestellt.

5.

Nachfolgend ist auf die durch

den Beschwerdeführer gegen das grundsätzlich beweiswertige Gutachten der

Gutachterstelle F.___ vom 16. März 2024 vorgebrachten Einwände einzugehen:

5.1

Der Beschwerdeführer stellt sich

auf den Standunkt, die Beschwerdegegnerin habe trotz der in den Akten

enthaltenen Hinweisen für pulmonale Limitierungen auf den Beizug der

lungenärztlichen Fachdisziplin verzichtet. So hätten bereits die

Bodyplethysmographien vom Juli und November 2021 mittelschwere pulmonale

Restriktionen bei leicht eingeschränkter CO-Diffusion ergeben (A.S. 12).

Aus den vorliegenden Akten ergibt sich

diesbezüglich Folgendes: Dr. med. M.___ hielt in seinem kardiologischen

Teilgutachten vom 12. Januar 2024 unter dem Titel «Diskussion zu den Akten

und früheren Untersuchungen aus kardiologischer Sicht» (IV-Nr. 68.5

S. 5) fest, dass bei langjährigem Nikotinabusus und pulmonalen

Veränderungen (Restriktion, Hyperreagibilität) ein Teil der Beschwerden

pulmonal bedingt sein dürfte und zudem wahrscheinlich eine gewisse

Dekonditionierung bestehe. Diese Einschätzung erscheint plausibel, da der

kardiologische Gutachter im Rahmen der «medizinischen Beurteilung» (IV-Nr. 68.5

S. 5) ausführte, dass sich bei der letzten durchgeführten Ergometrie im

Sommer 2022 bei langjährigem Nikotinabusus eine mittelschwere pulmonale

Restriktion, eine leicht eingeschränkte CO2-Diffusion und eine leichte

bronchiale Hyperreagibilität zeigten. Gestützt auf diese gutachterlichen Feststellungen

ist davon auszugehen, dass die eingeschränkte Lungenfunktion des

Beschwerdeführers im Wesentlichen auf den bis zum Herzinfarkt im Juni 2021

anhaltenden, relativ starken Nikotinabusus des Beschwerdeführers von ca. 90

py (IV-Nr. 55 S. 3) zurückzuführen ist. Dr. med. M.___ hielt auch in

Bezug auf den vorzeitig abgebrochenen Arbeitsversuch des Beschwerdeführers in

einem holzverarbeitenden Betrieb fest (IV-Nr. 68.5 S. 6), die kardialen

Befunde würden die beklagte Beschwerden bei nur leicht belastender Tätigkeit

nicht erklären. Es bestehe – so der kardiologische Experte – hier «allenfalls

eine relevante pulmonale Einschränkung». In Bezug auf die von Dr. med. M.___ somit

ins Feld geführten, lungenbezogenen Beschwerdeäusserungen, wies der kardiologische

Gutachter indes im Weiteren darauf hin, dass sich in der aktuellen Ergometrie

keine Hinweise für eine Ischämie ergäben hätten und der Beschwerdeführer

ausserdem keine pectanginösen Beschwerden beklage, wie er diese beim Infarkt

gehabt habe. Daher könne gemäss dem kardiologischen Experte zur Sicherheit im

Verlauf noch eine bildgebende Ischämiesuche durchgeführt werden (IV-Nr. 68.5

S. 6). Gemäss diesen gutachterlichen Einschätzungen ist davon auszugehen,

dass der kardiologische Experte die beim Arbeitsversuch aufgetretene Dyspnoe nicht

allein aus kardiologischen Gründen zu erklären vermag, sondern pulmonale Gründe

ins Feld führt. Wie oben bereits aufgezeigt, liegen beim Beschwerdeführer wegen

des langjährigen und relativ starken Nikotinabusus unbestrittenermassen pulmonale

gesundheitliche Einschränkungen vor. Der kardiologische Experte empfahl in

diesem Zusammenhang aber nicht explizit den Beizug eines auf das medizinische

Fachgebiet der Pulmonologie spezialisierten Facharztes. Auch in der

«interdisziplinären Gesamtbeurteilung» ist keine konkrete Forderung bezüglich

weiterer pulmonaler Abklärungen enthalten. Dies ist nicht zu beanstanden. Denn eine

entsprechende pulmologische Abklärung würde in erster Linie dazu dienen, den

Grund für die somatischen Beeinträchtigungen zu finden, deren Auswirkungen

indes gestützt auf die bereits durchgeführten Testverfahren schon vorliegen. Eine

entsprechende medizinische Untersuchung erübrigt sich daher unter diesem

Aspekt. Folglich vermag der Beschwerdeführer aus diesem Vorbringen nichts zu

seinen Gunsten abzuleiten. In diesem Sinn hielt auch die RAD-Ärztin Dr. med. E.___

in ihrer Aktennotiz vom 23. Oktober 2024 (A.S. 26 f.) fest, eine

relevante pulmonale Einschränkung habe für das Zumutbarkeitsprofil des

Beschwerdeführers keine Relevanz. So seien eine leichte pulmonale

Hyperreagibilität oder formal Asthma bronchiale gut behandelbar und hätten im

Rahmen des Zumutbarkeitsprofils keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Daher

seien zusätzliche pulmonale Abklärungen nicht von Nöten. Diesen Ausführungen

kann sodann gestützt auf die durch den Beschwerdeführer im Rahmen des

Beschwerdeverfahrens eingereichten Berichte der pneumologischen Sprechstunden

vom 3. und 19. Dezember 2024 (vgl. E. II. 4.3.2.3 hiervor) gefolgt werden.

Somit vermag der Beschwerdeführer aus

diesem Vorbringen nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Der Beweiswert des F.___-Gutachtens

wird dadurch nicht verringert.

5.2

Der Beschwerdeführer rügt im

Weiteren (A.S. 13, vgl. auch Protokoll vom 3. Dezember 2025), es sei im

Gutachten der Gutachterstelle F.___ von einer unvollständigen Feststellung des

Sachverhalts durch die Beschwerdegegnerin auszugehen. So seien sowohl der

Bericht des Spitals K.___, Klinik für Kardiologie, vom 11. Juli 2021, in

dem auf die linksthorakalen Schmerzen und passagere Beinschmerzen verwiesen worden

sei, als auch der Bericht von Dr. med. I.___ vom 31. Mai 2023, in welchem auf

multiple Körperverletzungen, verursacht durch die Kriegsbombenexplosion in [...]

1992.

hingewiesen worden sei, nicht berücksichtigt worden. Dieser Ansicht des

Beschwerdeführers kann indes nicht gefolgt werden. So werden diese Berichte

unter dem Titel «Aktenauszug» im Gutachten der Gutachterstelle F.___ aufgeführt

(IV-Nr. 68.3 S. 2 f.). Es ist deshalb davon auszugehen, dass die

Gutachterpersonen von diesen medizinischen Berichten Kenntnis hatten. Inwiefern

sich die gutachterlichen Experten mit diesen beiden medizinischen Berichten bzw.

den darin enthaltenen Diagnosestellungen substanziiert hätten auseinandersetzen

müssen, ist jedoch weder ersichtlich noch wird dies durch den Beschwerdeführer

geltend gemacht. Es kann an dieser Stelle in allgemeiner Weise festgehalten

werden, dass die gutachterlichen Experten nicht gehalten sind, sich mit

sämtlichen Vorakten eingehend auseinanderzusetzen. Sie haben sich vielmehr auf

die relevanten medizinischen Akten zu beschränken, wobei ihnen ein gewisser

Ermessensspielraum einzuräumen ist. Das Vorbringen des Beschwerdeführers läuft

somit ins Leere.

5.3

Der Beschwerdeführer bemängelt

sodann, das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. J.___ vom

9.

Januar 2024 vermöge nicht zu überzeugen (A.S. 13). So habe er

keine psychiatrische Diagnose von Krankheitswert genannt, obwohl er

gleichzeitig angegeben habe, es habe sich «nach einem Herzinfarkt eine

depressive Symptomatik entwickelt, aufgrund derer sich der Beschwerdeführer in

ambulante fachpsychiatrische Behandlung begeben habe und unter der sich bis

heute eine erhebliche Verbesserung des psychischen Zustandsbildes verzeichnet

habe.». Es sei deshalb nicht einzusehen, weshalb der Gutachter keine

«depressive Störung, gegenwärtig remittiert», diagnostiziert habe.

Dr. med. J.___ legte unter dem

Titel «Herleitung der Diagnosen» explizit und in schlüssiger Weise dar, weshalb

er keine psychiatrische Diagnose feststellen könne (IV-Nr. 68.4 S. 7).

So habe sich zunächst in der Untersuchung ein völlig unauffälliger

psychopathologischer Befund gezeigt, insbesondere sei keine depressive

Stimmungslage vorhanden gewesen. Ausserdem seien vor dem Herzinfarkt keine

pathologisch affektive Symptomatik beschrieben worden, sodass die

vorbeschriebene depressive Symptomatik gemäss Dr. med. J.___ am ehesten als

eine Folge des Herzinfarktes – wie nicht selten vorkommend – anzusehen sei. Eine

pathologische affektive Symptomatik, respektive eine depressive Episode, habe

sodann zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht mehr festgestellt werden können.

Der psychiatrische Experte führte im Weiteren aus, dass sich die Symptomatik bezüglich

der vom Beschwerdeführer geschilderten Ängste seit der Kindheit bestehend,

allein zu sein, durch den Kauf eines Hundes deutlich gebessert hätten. Gemäss

Dr. med. J.___ sei allein hieraus keine ängstliche Persönlichkeitsstruktur abzuleiten.

Auch lebensgeschichtlich ergäben sich hierfür keine Anhaltspunkte. So sei der Beschwerdeführer

dreimal verheiratet gewesen, sei langjährig verschiedenen beruflichen

Tätigkeiten nachgegangen, es fänden sich daher keine Anhaltspunkte für eine

entsprechende pathologische Symptomatik. Auch die beklagte erhöhte Ermüdbarkeit

und Erschöpfbarkeit, die beklagte insgesamte Minderbelastbarkeit, sei gemäss psychiatrischem

Experten ebenfalls nicht aus einem psychiatrischen Störungsbild heraus zu

erklären. Eingehend auf die Angabe des Beschwerdeführers, bis zum Herzinfarkt

übermässig Alkohol getrunken und sehr viel geraucht zu haben, was mittlerweile

sistiert worden sei, führte Dr. med. J.___ aus, dass bei einem nicht mehr

erfüllten Zeitkriterium für einen Substanzmissbrauch – es ist seit der

Abstinenz mittlerweile über ein Jahr vergangen – dieser Konsum nicht mehr

diagnostisch zu benennen sei. Unter diesen Umständen kann der Beurteilung des

psychiatrischen Gutachters, wonach keine psychiatrische Diagnose ausgewiesen

werden könne, gefolgt werden. Es gilt daher an dieser Stelle darauf

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer hier seine eigene, laienhafte

medizinische Einschätzung derjenigen des psychiatrischen Experten entgegenhält.

Daraus vermag er indes nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.

5.4

Der Beschwerdeführer lässt ferner

vorbringen (A.S. 14), es ergäben sich Unklarheiten und eine

Unvollständigkeit, weil die im Gutachten der Gutachterstelle F.___ attestierte

Arbeitsfähigkeit in deutlichem Widerspruch zu den Abklärungsergebnissen im

Rahmen des Aufbautrainings stehe, welches vom 16. August bis

30.

September 2022 in der Firma D.___ durchgeführt worden sei. Dort sei

bei einwandfreiem Arbeitseinsatz festgehalten worden, dass die Belastbarkeit

bereits bei angepassten Tätigkeiten gering gewesen und eine Verwertbarkeit im

ersten Arbeitsmarkt nicht gegeben sei.

Entgegen der Ansicht des

Beschwerdeführers stellt der vorzeitig abgebrochene und somit gescheiterte

Arbeitsversuch des Beschwerdeführers die Ergebnisse der bidisziplinären Begutachtung

der Gutachterstelle F.___ vom 16. März 2024 nicht in Frage. So ist es in

erster Linie Aufgabe der Ärzte und nicht der Eingliederungsfachleute, die

Arbeitsleistung nach Massgabe eines objektiv feststellbaren Gesundheitsschadens

zu beurteilen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_489/2021 vom 12. April

2022.

E. 4.2). Aus den vorliegenden Akten geht zudem hervor, dass der am

16.

August 2022 begonnene Arbeitsversuch mit dem Ziel der Pensensteigerung

von zwei auf vier Stunden täglich, in der Holzwerkstatt der Firma D.___ per 30. September

2022.

vorzeitig habe abgebrochen werden müssen (vgl. definitiver Bericht vom 4. Oktober

2022, IV-Nr. 37). Der Beschwerdeführer habe erzählt, er sei nach zwei

Stunden Präsenzzeit völlig erschöpft gewesen. Zudem habe er befürchtet, die

höhere Belastung könnte seinen Gesundheitszustand verschlechtern (S. 2). Diese

Darlegungen beruhen somit einzig auf den subjektiven Angaben des

Beschwerdeführers. Es wurden indes keine validierten Leistungsmessungen

durchgeführt (S. 3). Mit diesen Angaben stimmen die vom Beschwerdeführer

im Rahmen des kardiologischen Teilgutachtens der Gutachterstelle F.___ vom

12.

Januar 2024 geäusserten Darlegungen überein, wonach er den

Arbeitsversuch nach nur vier Wochen habe beenden müssen, da er Mühe mit dem

Atmen bekommen habe (u.a. bei Schleifarbeiten, Bücken, IV-Nr. 68.5

S. 3). Darauf ging der kardiologische Experte sodann dahingehend ein, dass

er darlegte, die Befunde könnten diese Beschwerden (Dyspnoe) bei nur leicht

belastender Tätigkeit nicht erklären. Somit hat sich Dr. med. M.___ mit dem

entsprechenden Aufbautraining in der Firma D.___ durchaus befasst und das

Ergebnis diskutiert.

Entgegen der Ansicht des

Beschwerdeführers, ist das Gutachten der Gutachterstelle F.___ somit weder als

unklar noch als unvollständig zu qualifizieren.

5.5

Im Rahmen der öffentlichen

Verhandlung vom 3. Dezember 2025 lässt der Beschwerdeführer u.a. vorbringen

(vgl. Protokoll, A.S. 59 f.), seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei im F.___-Gutachten

nicht korrekt erfasst worden. So handle es sich dabei ausschliesslich um eine

schwere Tätigkeit. Diesbezüglich lässt sich dem Gutachten vom 16. März

2024.

entnehmen, dass der Beschwerdeführer ab 1. April 2014 als Bauarbeiter

auf einer Baustelle in einem 100%-Pensum gearbeitet habe (IV-Nr. 68.2

S. 3). Im Rahmen des kardiologischen Teilgutachtens vom 12. Januar

2024.

hielt der kardiologische Experte fest, der Beschwerdeführer habe bis zum

Herzinfarkt im Juni 2021 immer zu 100 % gearbeitet (IV-Nr. 68.5 S. 3).

Er sei im Hochbau bei der Firma C.___ als Maurer tätig gewesen, wobei er zum

Teil körperlich schwere Arbeiten (Betonieren, Ausschalen, schwere Gewichte

heben) habe ausführen müssen. Somit hat sich der kardiologische Gutachter Dr. med.

M.___ durchaus mit der bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers

befasst. Seine Einschätzungen entsprechen zudem den Angaben im

Arbeitgeberfragebogen vom 17. November 2021 (IV-Nr. 8). So wurde in

diesem u.a. festgehalten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner

beruflichen Tätigkeit manchmal Maurerarbeiten, Schalen, Armieren, Betonieren

und selten Reinigungsarbeiten habe ausführen müssen (S. 4). Ferner wird im

Bericht darauf hingewiesen, dass die Tätigkeit oft mit Gehen, Stehen, Heben

oder Tragen von leichten bis mittelschweren Gewichten (0 – 10 kg

und 10 – 25 kg) einhergegangen sei. Arbeiten im Sitzen oder das Heben oder

Tragen von schweren Gewichten (über 25 kg) seien selten gewesen. Unter

diesen Umständen erweist sich das Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht

stichhaltig. So ist – wie dies im kardiologischen Gutachten entsprechend

festgehalten wird – davon auszugehen, dass die zuletzt vom Beschwerdeführer ausgeübte

berufliche Tätigkeit nicht nur schwere Arbeiten beinhaltete. Inwiefern sich der

kardiologische Gutachter mit der bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeit noch

weiter hätte auseinandersetzen müssen, ist nicht ersichtlich. Der Beweiswert

des kardiologischen Teilgutachtens wird dadurch jedenfalls nicht geschmälert.

5.6

Somit wird der Beweiswert des

Gutachtens der Gutachterstelle F.___ vom 16. März 2024 durch die

Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geschmälert.

6.

Zusammenfassend erweist sich

das Gerichtsgutachten der Gutachterstelle F.___ vom 16. März 2024 als voll

beweiswertig. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in

ihrer Verfügung vom 13. Juni 2024 (A.S. 1 ff.) aus medizinischer

Sicht auf dieses Gutachten abgestellt hat. Es kann daher auch auf die im

Gutachten ausgewiesene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgestellt werden: Folglich

ist dem Beschwerdeführer ab Dezember 2021 eine adaptierte Tätigkeit (körperlich

leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne körperlich schwere Belastung) zu 100 %

zumutbar und die bisherige berufliche Tätigkeit zu 75 %.

7.

Es stellt sich somit die Frage,

ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

7.1

Die Anmeldung zum Leistungsbezug

ging bei der Beschwerdegegnerin am 11. November 2021 ein (IV-Nr. 2).

Der früheste Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29

Abs. 1 und 3 IVG fällt somit auf den 1. Mai 2022. Das Wartejahr

gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war zu diesem Zeitpunkt noch

nicht verstrichen (Beginn: 8. Juni 2021). Somit fällt der frühestmögliche

Rentenbeginn auf den 1. Juni 2022, womit das ab 1. Januar 2022

geltende Recht anwendbar ist (vgl. E. II. 1.3 hiervor).

Mit dem ab 1. Januar 2022

eingeführten stufenlosen Rentensystem in der IV wird die Höhe des Anspruchs auf

eine Invalidenrente neu in prozentualen Anteilen einer ganzen Rente festgelegt

und nicht mehr wie bisher nach Viertelsrentenstufen (Art. 28b Abs. 1

IVG). Bei einem Invaliditätsgrad von 50 – 69 Prozent entspricht der

prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei einem

Invaliditätsgrad ab 70 Prozent besteht wie bis anhin ein Anspruch auf eine

ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Invaliditätsgrad von 40 bis 49 Prozent

gilt eine Abstufung des Rentenanteils von 25 bis 47,5 Prozent (Abs. 4).

7.2

Da

der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Rentenbeginns vom 1. Juni 2022, (vgl.

oben) in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 75 % arbeitsfähig wäre (vgl. E.

II. 6 hiervor), ist – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin – ein Einkommensvergleich

vorzunehmen.

7.3

Für die Ermittlung des

Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des

frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der

Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden

fortgesetzt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_528/2021 vom 3. Mai

2022.

E. 4.2.2 mit Hinweisen).

In den vorliegenden Akten ist zwar kein

konkretes Kündigungsschreiben dokumentiert, es kann jedoch davon ausgegangen werden,

dass das seit 1. April 2014 bestehende Arbeitsverhältnis bei der Firma C.___

nicht mehr andauert. So ist dem Protokolleintrag vom 5. Mai 2022 zu

entnehmen, dass das Arbeitsverhältnis von Seiten des Arbeitgebers aufgelöst

werde, da der Betrieb zu klein sei, um dem Beschwerdeführer eine andere

angepasste Arbeit zuteilen zu können. Somit ist überwiegend wahrscheinlich,

dass der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit bei voller Gesundheit auch

weiterhin ausgeübt hätte. Zur Bemessung des Valideneinkommens kann folglich das

zuletzt bei der Firma C.___ erzielte, durchschnittliche Einkommen gemäss dem

Arbeitgeberfragebogen vom 17. November 2021 (IV-Nr. 8) herangezogen

werden. Der Monatslohn beträgt ab 1. Januar 2020 CHF 5'310.00, was

einem Jahreseinkommen von CHF 69'030.00 (x 13) entspricht. Auf dieser Grundlage

richtete im Übrigen auch die Krankentaggeldversicherung B.___ ihre Taggelder

aus (vgl. IV-Nr. 52 S. 80, 191, 259, 301, 327). Angepasst an die

Teuerung von 2020 bis 2022 (Nominallohnindex 2011 – 2024, T1.10,

Ziff. 41 – 43, Baugewerbe) entspricht dies einem

Valideneinkommen von CHF 69'422.00 (CHF 69'030.00 [: 105.6 x 106.2]).

7.4

Für das Invalideneinkommen

massgebend ist dasjenige Entgelt, welches die versicherte Person aufgrund ihres

konkreten Gesundheitsschadens zumutbarerweise noch zu erzielen in der Lage wäre

(Art. 16 ATSG). Da es dem Beschwerdeführer möglich ist, eine adaptierte

Tätigkeit zu 100 % auszuüben, er aber bislang keine Tätigkeit im

zumutbaren Ausmass ausübt, ist das Invalideneinkommen gestützt auf eine Tabelle

der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu ermitteln. Gestützt auf den

im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 13. Juni 2024 aktuellsten

Tabellenlohn ist dabei gemäss LSE 2022, TA1_tirage_skill_level, Total,

Niveau 1, Männer, von einem Monatslohn von CHF 5'307.00 auszugehen. Dieser

auf 40 Wochenstunden beruhende Betrag ist auf die betriebsübliche Arbeitszeit

von 41.7 Stunden im Jahr hochzurechnen. Somit resultiert ein Jahreseinkommen

von CHF 66'390.00.

7.4.1

Wird das Invalideneinkommen auf

der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der

entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der

Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale,

wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität

oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe

haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa S. 323; Urteil des Bundesgerichts

8C_185/2013 vom 4. Juli 2013 E. 3) und je nach Ausprägung die

versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg

verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine S. 80). Der Abzug ist

unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen

gesamthaft zu schätzen. Er darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb

– cc S. 80; Urteil des Bundesgerichts 9C_368/2009 vom 17. Juli 2009

E. 2.1). Nach der Rechtsprechung ist insbesondere dann ein Abzug zu

gewähren, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter

Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb S. 78). Diese Grundsätze bleiben auch im Geltungsbereich der

am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Gesetzes- und Verordnungsänderungen,

einschliesslich der vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 gültig gewesenen

Fassung von Art. 26bis Abs. 3 IVV, weiterhin massgebend

(BGE 150 V 410).

7.4.2

Im vorliegenden Fall gebietet das

Alter des Beschwerdeführers von 50 Jahren zur Zeit des Einkommensvergleichs

keinen Abzug, da es die Möglichkeit, das Lohnniveau gesunder Hilfskräfte in

diesem Arbeitssegment zu erreichen, erfahrungsgemäss nicht zusätzlich schmälert

(vgl. LSE 2004 TA9 S. 65). Sodann ergibt sich aus der Tabelle T12_b der LSE

2022, dass in diesem Jahr Männer der Kategorie «ohne Kaderfunktion» und mit

Aufenthaltsbewilligung C (Median) – wozu der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage

zählt (IV-Nr. 4 S. 1) – im Vergleich zum Total von Schweizern und

Ausländern der gleichen Kategorie einen um 4.2 % geringeren Lohn

erzielten. Dieser Umstand ist im Rahmen des Abzugs grundsätzlich zu

berücksichtigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_332/2022 vom 19. Oktober

2022.

E. 5.2.2.2 und 9C_360/2022 vom 4. November 2022 E. 4.3.2). Da

diese Lohndifferenz jedoch praxisgemäss keine überproportionale Lohneinbusse

darstellt (SVR 2023 IV Nr. 18 S. 63, 8C_332/2022 vom 19. Oktober 2022 E. 5.2.2.1;

Urteil des Bundesgerichts 8C_329/2021 vom 27. Oktober 2021 E. 8.6),

rechtfertigt sich somit kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn. Auch in Bezug

auf das dem Beschwerdeführer zumutbare volle Arbeitspensum ist keine

Lohneinbusse zu erwarten und somit kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen. Das

trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare

Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, der

durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach

Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten

aufweist (Art. 16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f.).

Der LSE-Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 – der hier heranzuziehen ist – umfasst

zudem eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten, die den angeführten

Einschränkungen des Beschwerdeführers Rechnung tragen. Angesichts des ärztlich

umschriebenen Zumutbarkeitsprofils ist von einem genügend breiten Spektrum an

zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen. Unter Berücksichtigung des seit

1.

Januar 2024 in Kraft getretenen Art. 26bis Abs. 3

IVV zu berücksichtigenden Pauschalabzugs von 10 % entspricht das

Invalideneinkommen somit gerundet CHF 59'751.00.

7.5

Bei einem Valideneinkommen von

CHF 69'422.00 und einem Invalideneinkommen CHF 59'751.00 beträgt die

Erwerbseinbusse CHF 9'671.00 und die Einschränkung somit gerundet 14 %.

Dieser IV-Grad berechtigt nicht zum Bezug einer Invalidenrente. Daran würde

sich im Übrigen selbst bei einem maximalen Tabellenlohn-abzug von 25 %

nichts ändern. So ergäbe sich diesfalls ein IV-Grad von gerundet 19 %, der

ebenfalls nicht zum Bezug einer IV-Rente berechtigen würde.

8.

Damit ist die Verfügung vom 13. Juni

2024.

im Ergebnis zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde – soweit

darauf einzutreten ist (vgl. E. II. 4 hiervor) – abzuweisen.

Wie bereits unter E. II. 4.3.2.3 hiervor

ausgeführt, kann der Sachverhalt vom Gericht nur bis zum Zeitpunkt des Erlasses

der streitigen Verfügung, d.h. bis zum 13. Juni 2024, beurteilt werden.

Dem Beschwerdeführer bleibt es jedoch unbenommen, sich bei der

Beschwerdegegnerin unter Einreichung sämtlicher medizinischer Berichte

allenfalls erneut zum Leistungsbezug anzumelden, wenn sich seine

gesundheitliche Situation nach dem 13. Juni 2024 verschlechtert haben

sollte.

9.

Bei diesem Verfahrensausgang

besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

10.

Aufgrund von Art. 69 Abs. 1bis

IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig

vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.00 – 1'000.00 festgelegt. Im vorliegenden

Fall hat der Beschwerdeführer Verfahrenskosten von CHF 1'000.00 zu

bezahlen, die mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'000.00 zu verrechnen

sind.

Dispositiv

Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird – soweit darauf

einzutreten ist – abgewiesen.

2. Es wird keine Parteientschädigung

zugesprochen.

3. Der Beschwerdeführer hat

Verfahrenskosten von CHF 1'000.00 zu bezahlen, die mit dem geleisteten

Kostenvorschuss von CHF 1'000.00 verrechnet werden.

4. Eine Kopie des Protokolls der öffentlichen

Verhandlung vom 3. Dezember 2025 geht zur Kenntnisnahme an die Parteien.

5. Eine Kopie der ergänzenden Kostennote

vom 3. Dezember 2025 geht zur Kenntnisnahme an die Beschwerdegegnerin.

Rechtsmittel

Gegen diesen

Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Mitteilung beim Bundesgericht Beschwerde

in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden (Adresse:

Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern). Die Frist beginnt am Tag nach

dem Empfang des Urteils zu laufen und wird durch rechtzeitige Aufgabe bei der

Post gewahrt. Die Frist ist nicht erstreckbar (vgl. Art. 39 ff., 82 ff. und 90

ff. des Bundesgerichtsgesetzes, BGG). Bei Vor- und Zwischenentscheiden (dazu

gehört auch die Rückweisung zu weiteren Abklärungen) sind die zusätzlichen

Voraussetzungen nach Art. 92 oder 93 BGG zu beachten.

Versicherungsgericht des Kantons

Solothurn

Die Präsidentin Die

Gerichtsschreiberin

Weber-Probst Küng