BEK 2025 61
Präsidial
8. Juli 2025Deutsch4 min
1. B.________ teilte A.________ am 4. April 2025 hinsichtlich dessen Anfrage vom 26. März 2025 mit, dass ihm die Nichtanhandnahmeverfügung vom 25. Juli 2024 in Sachen C.________ und D.________ nicht zugestellt worden sei, weil er als Strafanzeigeerstatter keine Parteistellung habe (KG-act. 1/4). Mit Beschwerde vom 2. Mai 2025 beantragt A.________ dem Kantonsgericht, die Staatsanwaltschaft anzuweisen, eine Strafuntersuchung einzuleiten, da es um die Frage offensichtlicher Offizialdelikte eines Notars gehe. Ferner ersucht er „um Beurteilung und um Feststellung grober Willkür sowie qualifiziert grob willkürlich falscher Sachverhaltsfeststellung“ durch die Staatsanwaltschaft bzw. Oberstaatsanwaltschaft und um Zustellung der bislang dem von ihm vertretenen Verein vorenthaltenen Verfügung samt Begründung. B.________ überwies die entsprechenden Verfahrensakten (KG-act. 4).
Source sz.ch
Kantonsgericht Schwyz
1
Verfügung vom 9. Juli 2025
BEK 2025 61
Mitwirkend
Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.
In Sachen
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Staatsanwaltschaft, Amtsleitung / Zentraler Dienst, Postfach 1201, Schmiedgasse 21, 6431 Schwyz,
Beschwerdegegner,
vertreten durch B.________,
betreffend
Zustellung Nichtanhandnameverfügung/Parteistellung
(Beschwerde gegen das Schreiben der Amtsleitung der Staatsanwaltschaft vom 4. April 2025, VA 2025 75);-
hat die Kantonsgerichtsvizepräsidentin,
nachdem sich ergeben und in Erwägung:
Sachverhalt
1. B.________ teilte A.________ am 4. April 2025 hinsichtlich dessen Anfrage vom 26. März 2025 mit, dass ihm die Nichtanhandnahmeverfügung vom 25. Juli 2024 in Sachen C.________ und D.________ nicht zugestellt worden sei, weil er als Strafanzeigeerstatter keine Parteistellung habe (KG-act. 1/4). Mit Beschwerde vom 2. Mai 2025 beantragt A.________ dem Kantonsgericht, die Staatsanwaltschaft anzuweisen, eine Strafuntersuchung einzuleiten, da es um die Frage offensichtlicher Offizialdelikte eines Notars gehe. Ferner ersucht er „um Beurteilung und um Feststellung grober Willkür sowie qualifiziert grob willkürlich falscher Sachverhaltsfeststellung“ durch die Staatsanwaltschaft bzw. Oberstaatsanwaltschaft und um Zustellung der bislang dem von ihm vertretenen Verein vorenthaltenen Verfügung samt Begründung. B.________ überwies die entsprechenden Verfahrensakten (KG-act. 4).
2. Ob sich die vorliegende Beschwerde überhaupt gegen eine Verfügung oder Verfahrenshandlung der Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO richtet, kann offengelassen werden. Denn die Beschwerde vom 2. Mai 2025 ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO) und mithin offensichtlich verspätet, nachdem der Beschwerdeführer den Eingang des beanstandeten Schreibens des B.________s am 7. April 2025 in seiner Beschwerde bestätigte (KG-act. 1 Satz 1) und es im Strafverfahren keine Gerichtsferien gibt (Art. 89 Abs. 2 StPO). Abgesehen davon begründet der Beschwerdeführer weder seine Beschwerdelegitimation noch diejenige des von ihm angeblich vertretenen Vereins, legt er doch nicht dar, inwiefern er oder der Verein durch den „Entzug/Diebstahl der Liegenschaft ‚E.________' in F.________“ unmittelbar in rechtlich geschützten Interessen betroffen wäre (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b, Art. 115 Abs. 1 und Art. 118 Abs. 1 StPO). Mit der Begründung des Schreibens des B.________s, wonach der Beschwerdeführer als anzeigeerstattende Person weder geschädigt noch Privatkläger sei und demzufolge ihm gemäss den zitierten gesetzlichen Bestimmungen die Nichtanhandnahmeverfügung nicht zugestellt werden konnte, setzt sich der Beschwerdeführer schliesslich nicht ansatzweise auseinander. Somit unterlässt er es, die Gründe genau anzugeben, aufgrund deren B.________ hätte anders handeln bzw. entscheiden sollen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO), was auch einem Laien möglich ist. Auch daher ist auf die Beschwerde ohne Nachfristansetzung nicht einzutreten (BGer 6B_280/2017 vom 9. Juni 2017 E. 2.2.2).
3. Mithin ist auf die Beschwerde unter Kostenfolgen zu Lasten des unterliegenden Beschwerdeführers (Art. 428 Abs. 1 StPO) präsidial (§§ 40 Abs. 2 und 41 Abs. 1 JG) nicht einzutreten. Es ist im Übrigen unzulässig, der Beschwerde entzogene Verfügungen auf dem Umweg über die Aufsichtsbeschwerde zu korrigieren (Guidon, BSK, 3. A. 2023, Art. 393 StPO N 5 m.H.). So verhält es sich nach dem Gesagten mit der in Rechtskraft erwachsenen Nichtanhandnahmeverfügung vom 25. Juli 2024 unter Vorbehalt der Wiederaufnahme durch die Staatsanwaltschaft nach den Voraussetzungen von Art. 323 StPO;-
verfügt:
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 400.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.
Zufertigung an den Beschwerdeführer (1/R) und die Staatsanwaltschaft (1/R mit den Akten an die Amtsleitung/zentraler Dienst) sowie nach definitiver Erledigung an die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Dispositiv).
Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Der Gerichtsschreiber
Versand
9. Juli 2025 amu
BEK 2025 61
Erwägungen
Art. 393 StPOart. 393 CPPart. 393 CPP
Art. 396 StPOart. 396 CPPart. 396 CPP
Art. 89 StPOart. 89 CPPart. 89 CPP
Art. 382 StPOart. 382 CPPart. 382 CPP
Art. 104 StPOart. 104 CPPart. 104 CPP
Art. 115 StPOart. 115 CPPart. 115 CPP
Art. 118 StPOart. 118 CPPart. 118 CPP
Art. 385 StPOart. 385 CPPart. 385 CPP
6B_280/2017
Art. 428 StPOart. 428 CPPart. 428 CPP
§ 40 JG
§ 41 JG
Art. 393 StPOart. 393 CPPart. 393 CPP
Art. 323 StPOart. 323 CPPart. 323 CPP
Art. 78 BGGart. 78 LTFart. 78 LTF
Art. 42 BGGart. 42 LTFart. 42 LTF