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Entscheid

RBOG 2007 Nr. 07

RBOG 2007 Nr. 07

31. Dezember 2007Deutsch9 min

Source tg.ch

Sachverhalt

6. Die Berufungsbeklagte ist der Ansicht, als Gesamteigentümerin des Landwirtschaftsbetriebs stehe ihr ein Zuweisungsanspruch nach Art. 21 Abs. 1 BGBB zu, weil gemäss Art. 1 lit. a BGBB namentlich Familienbetriebe als Grundlage eines gesunden Bauernstands zu erhalten seien. Nachdem die zu beurteilenden Grundstücke seit Jahrzehnten vom Betrieb aus bewirtschaftet worden seien, entspreche deren eigentumsrechtliche Zusammenführung mit dem Eigenland genau dem Zweck des BGBB. Dieser Argumentation ist nicht zu folgen: Das BGBB (insbesondere auch Art. 21 BGBB) verfolgt familienpolitische Anliegen nur, soweit struktur- und eigentumspolitische Ziele nicht beeinträchtigt werden[16]. Zudem ist die eigentumsrechtliche Zusammenführung zwischen dem Eigenland und dem Pachtland auch ohne den Zuweisungsanspruch gemäss Art. 21 Abs. 1 BGBB möglich, da dem Pächter ein Vorkaufsrecht zusteht[17].

Obergericht, 20. Februar 2007, ZBO.2006.11

[1] Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht, SR 211.412.11

[2] Art. 221 f. ZGB; Wichtermann, Basler Kommentar, Art. 652 ZGB N 19

[3] Das bäuerliche Bodenrecht, Kommentar zum BGBB, Brugg 1995, Art. 21 N 20

[4] Mit Hinweis auf Art. 13 BGBB

[5] Bäuerliches Erbrecht, Diss. Zürich 1998, S. 325 f.

[6] Mit Hinweis auf Art. 4 Abs. 2 BGBB

Erwägungen

[7] Art. 653 Abs. 2 ZGB; Wichtermann, Art. 653 ZGB N 12

[8] Art. 227 f. ZGB; Hausheer/Aebi-Müller, Basler Kommentar, Art. 227/228 ZGB N 7 ff.

[9] Art. 228 Abs. 1 ZGB

[10] Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, Art. 227 und 228 ZGB N 30

[11] BBl 1988 III 953 ff.

[12] BBl 1988 III 1000 f.

[13] BBl 1988 III 968

[14] Beeler, S. 325

[15] Beeler, S. 326

[16] BBl 1988 III 971; Hotz, Das bäuerliche Bodenrecht, Kommentar zum BGBB, Brugg 1995, Art. 1 N 8; Beeler, S. 54

[17] Art. 47 Abs. 2 BGBB