VB.2019.00130
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2019.00130
26. Februar 2019Deutsch8 min
(URT.2019.20689)
Source djiktzh.ch
Verwaltungsgericht
des
Kantons Zürich
4. Abteilung
VB.2019.00130
Verfügung
des Einzelrichters
vom 26. März 2019
Mitwirkend: Abteilungspräsident Jso Schumacher,
Gerichtsschreiberin
Eva Heierle.
In Sachen
A,
Beschwerdeführerin,
gegen
Amt für Landwirtschaft und Natur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung,
hat
sich ergeben:
Sachverhalt
I.
Das Amt für Landschaft und Natur
des Kantons Zürich stellte mit Verfügung vom 21. Februar 2018 fest, die
Schlussabrechnung zu Direktzahlungen an A für das Jahr 2017 bleibe unverändert;
dabei wiederholte es, dass der Betrieb von A bereits gemäss rechtskräftigem
Rekursentscheid vom 12. Dezember 2017 als – die Naturschutzbeiträge ausgenommen
– nicht direktzahlungsberechtigt gelte.
Erwägungen
II.
Die Baudirektion verfügte
einerseits mit "Rekursentscheid" vom 18. Januar 2019 die Abweisung des
Rekurses von A dawider in der Sache, soweit sie darauf eintrat, und bezeichnete
als Rechtsmittel hiergegen die Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Mit
separatem "Zwischenentscheid" vom gleichen Tag verfügte sie
anderseits die Ablehnung des Gesuchs von A um unentgeltliche Rechtsvertretung;
sie gab als einschlägige Weiterzugsmöglichkeit die Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich an.
III.
Dementsprechend führte A beim
Verwaltungsgericht am 19./20. Februar 2019 Beschwerde gegen den
Zwischenentscheid vom 18. Januar dieses Jahres mit dem "Antrag auf
unentgeltliche Rechtsbebeiständung durch Anwalt B in C". Hierauf wurde das
gegenwärtige Geschäft angelegt.
Der Einzelrichter erwägt:
1.
1.1
Das Rechtsmittel ist jedenfalls wegen offenkundiger Unzulässigkeit
im Sinn des § 38b Abs. 1 lit. a des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2)
und weil es auch keine grundsätzlichen Fragen im Sinn des § 38b
Abs. 2 VRG aufwirft, gerichtsintern durch den Einzelrichter zu erledigen
(dazu VGr, 8. März 2019,
VB.2019.00107, E. 1 Abs. 1 mit Hinweis, auch zum Folgenden; Martin
Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz
des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [VRG-Kommentar],
Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 52, § 38b N. 7 in Verbindung
mit Alain Griffel, VRG-Kommentar, § 28a N. 8; Bertschi, § 38b
N. 20 ff.). Irgendwelcher Weiterungen in Anwendung der §§ 56 ff.
VRG bedarf es zuvor nicht (vgl. ABl 2009, 801 ff., 972; Marco
Donatsch, VRG-Kommentar, § 56 N. 2 f., 12 ff. sowie 25).
1.2
Laut § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 VRG prüft das
Verwaltungsgericht seine Zuständigkeit als solches von Amts wegen.
1.2.1
Die hier nicht angefochtene Verfügung der Vorinstanz in der Sache
betreffend Direktzahlungen stützt sich im Wesentlichen auf das Bundesgesetz vom
29.
April 1998 über die Landwirtschaft (Landwirtschaftsgesetz, LwG
[SR 910.1]) und Ausführungsbestimmungen dazu. Kraft des Art. 178 Abs. 1
LwG obliegt der Vollzug dieser Erlasse den Kantonen, soweit er nicht dem Bund
zugewiesen ist. Nach Art. 166 Abs. 2 LwG lässt sich gegen Verfügungen
der Bundesämter, der Departemente sowie letzter kantonaler Instanzen – es sei
vor diesen denn um Strukturverbesserungen gegangen – in Anwendung des
Landwirtschaftsgesetzes und von dessen Ausführungsbestimmungen beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben (so für Direktzahlungen Felix
Uhlmann in: Bernhard Waldmann/Philipp Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar
[zum] Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG], 2. A., Zürich etc. 2016, Art. 5 N. 88
mit Zitaten).
Das
Bundesverwaltungsgericht legt Art. 166 Abs. 2 LwG in ständiger
Rechtsprechung dahingehend aus, dass es sich bei der letzten kantonalen Instanz
nicht um ein Gericht handeln müsse und die Kantone in der Ausgestaltung des
kantonalen Instanzenzugs frei seien (vgl. etwa BVGer, 3. September 2014,
B-3262/2014, E. 1.2 – 6. Januar 2017, B-7579/2015, E. 1 – 23. August 2017,
B-649/2016, E. 1.1 – 20. März 2018, B-5948/2016, E. 1.3 f. –
10.
Dezember 2018, B-2839/2016, E. 1 – 20. Februar 2019, B-1007/2017,
E. 1.1; ferner BGr, 19. August 2015,2C_94/2015, sowie 23. Mai 2016,
2C_931/2014; BBl 2012, S. 2075 ff., 2229). § 19 Abs. 3
Satz 1 in Verbindung mit § 42 lit. a VRG erklärt die Beschwerde an
das Verwaltungsgericht gegen Anordnungen bzw. Rekursentscheide für unstatthaft,
die unmittelbar bei einer Rechtsmittelinstanz des Bundes angefochten werden
können.
Das
Verwaltungsgericht ist daher für eine Beschwerde gegen den Rekursentscheid vom
18.
Januar 2019 nicht zuständig (siehe Jürg Bosshart/Martin Bertschi,
VRG-Kommentar, § 19 N. 87 Fn. 253; Regina Kiener, VRG-Kommentar, § 42 N.
6; André Moser/Michael Beusch, Lorenz Kneubühler, Prozessieren vor
Bundesverwaltungsgericht, 2. A., Basel 2013, Rz. 1.39; so
zum Ganzen schon VGr, 25. Juni 2015, VB.2015.00239 und VB.2015.00279, E. 1.3
mit weiteren Zitaten [auf www.vgrzh.ch nicht veröffentlicht]). Die Vorinstanz
nennt als Rechtsmittelinstanz insofern denn auch zutreffend das
Bundesverwaltungsgericht, welches übrigens auf die ihm mit dem eben erwähnten
Verwaltungsgerichtsentscheid vom 25. Juni 2015 überwiesene Beschwerde
eingetreten ist (10. Dezember 2015, B-4454/2015, E. 1.1).
1.2.2
Verbietet sich aber die Beschwerde in der Hauptsache,
tut es das unter anderem auch bei etwa wie hier selbständig eröffneten
Zwischen- oder in Endentscheiden enthaltenen Anordnungen über Gesuche um
unentgeltlichen Rechtsbeistand (§ 44 Abs. 3 VRG; Kiener, § 44 N. 33 f.; vgl.
Kaspar Plüss, VRG-Kommentar, § 16 N. 118 f. und 122 f.; VGr, 13. Oktober
2016, VB.2016.00449, E. 1.1 – 4.1, und 17. März 2017, VB.2017.00128,
E. 2.1 Abs. 1 – 6. November 2018, VB.2018.00508, E. 1). Der soeben negativ
ausgedrückte Grundsatz der Verfahrenseinheit heisst positiv gewendet, der
Rechtsmittelzug für prozessleitende Anordnungen entspreche jenem in der
Hauptsache; das Bundesverwaltungsgericht lässt sich gegen solche anrufen, wenn es
in der Sache selbst zuständig ist (Moser/Beusch/Kneubühler, Rz. 2.44 und
2.
; Thomas Flückiger in: Waldmann/Weissenberger, Art. 7 N. 11; Felix
Uhlmann/Simone Wälle-Bär in: Waldmann/Weissenberger, Art. 45 N. 13;
Martin Kayser/Lysandre Papadopoulos/Rahel Altmann in: Christoph Auer/Markus
Müller/Benjamin Schindler, VwVG [–] Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
[–] Kommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2019, Art. 45 N. 17 f.).
Denn laut Art. 31 sowie 37 des
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (SR 173.32) befindet das
Bundesverwaltungsgericht über Beschwerden gegen Verfügungen gemäss Art. 5 des
Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und
richtet sich das Verfahren vor ihm grundsätzlich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz.
Art. 5 Abs. 1 f. VwVG bezeichnet als Verfügungen auf Bundesrecht gestützte
Anordnungen einschliesslich etwa Zwischen- sowie Beschwerdeentscheide. Das ist
auch der Fall, wenn wie hier in (zumindest teilweiser) Anwendung kantonalen
Verfahrensrechts ergangene Prozess- oder Zwischenentscheide etwa über
unentgeltlichen Rechtsbeistand eine materiell nach Bundesrecht zu beurteilende
Sache betreffen (Markus Müller in: Auer/Müller/Schindler, Art. 5 N. 71 ff.,
besonders N. 75; siehe ausserdem Uhlmann/Wälle-Bär, Art. 45 N. 9).
Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde
nicht einzutreten und die Angelegenheit samt Akten an das
Bundesverwaltungsgericht weiterzuleiten (vgl. Flückiger, Art. 8 N. 14
mit Hinweisen; ferner § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 2 Satz 1 VRG; VGr, 25. Juni 2015,
VB.2015.00239 und VB.2015.00279, E. 2 [auf www.vgrzh.ch nicht veröffentlicht]).
2.
Der angefochtene
Entscheid erteilt eine unzutreffende Rechtsmittelbelehrung. Deshalb haben weder
die Beschwerdeführerin noch der Beschwerdegegner die Gerichtskosten zu tragen.
Das Verursacherprinzip rechtfertigt vielmehr, diese der Vorinstanz
aufzuerlegen, die nur schon durch mehrere sie betreffende Geschäfte vor
Bundesverwaltungsgericht dessen Zuständigkeit für die Hauptsache kennt (30.
April 2010, B-1055/2009, E. 1 Abs. 1 – 22. September 2010, B-8533/2010 –
10.
Dezember 2015, B-4454/2015, E. 1.1 – 6. Januar 2017, B-7579/2015, E. 1
– 23. August 2017, B-649/2016, E. 1.1 – 14. November 2017, B-4668/2016, E.
1.1
– 20. Februar 2019, B-1007/2017, E. 1.1; so bereits VGr,
25.
Juni 2015, VB.2015.00239 und VB.2015.00279, E. 1.3 Abs. 2 und E. 3 mit
Hinweisen [auf www.vgrzh.ch nicht veröffentlicht]; siehe § 65a Abs. 2
in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG; Plüss, § 13 N. 59; VGr,
7.
April 2016, VB.2015.00478, E. 2 Abs. 1). Alsdann müsste die Vorinstanz auch
wissen, dass sich ihr Zwischenentscheid nach dem Grundsatz der
Verfahrenseinheit gleichfalls an das Bundesverwaltungsgericht weiterziehen
lasse, statt als anzurufende Behörde ohne jede Erwägung das Verwaltungsgericht anzugeben.
3.
Zur Rechtsmittelbelehrung in Ziff. 4 des
nachstehenden Verfügungsdispositivs ist Folgendes zu erläutern: Wäre das
Verwaltungsgericht mangels Zuständigkeit auf eine Beschwerde in der Hauptsache
nicht eingetreten, hätte sich dagegen Beschwerde in öffentlichrechtlichen
Angelegenheiten nach Art. 82 ff. – insbesondere Art. 83 lit. k e
contrario – des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (SR 173.110)
erheben lassen (vgl. Bertschi, § 19a N. 35 ff.; Hans-Jakob
Mosimann, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, in: Thomas
Geiser et al. [Hrsg.], Prozessieren vor Bundesgericht, 4. A., Basel 2014,
S. 199 ff., Rz. 4.20; Karl Spühler/Heinz Aemisegger in: Karl
Spühler et al., Bundesgerichtsgesetz [BGG], 2. A., Zürich/St. Gallen
2013, Art. 92 N. 4; BGr, 18. März 2014,9C_582/2013, E. 1.1
[in BGE 140 V 58 nicht publizierte Erwägung]; VGr, 25. Juni 2015,
VB.2015.00239 und VB.2015.00279, E. 3 mit Hinweisen [auf www.vgrzh.ch nicht
veröffentlicht]). Was auf die(se)
Hauptsache zutrifft, muss es dann auch beim Nebenpunkt der unentgeltlichen
Rechtsvertretung tun (Thomas Häberli, Basler Kommentar, 2018, Art. 83 BGG
N. 9).
Demgemäss verfügt der
Einzelrichter:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht
eingetreten. Sie wird dem Bundesverwaltungsgericht zur weiteren Behandlung
überwiesen.
2.
Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 500.-; die übrigen Kosten betragen:
Fr. 60.-- Zustellkosten,
Fr. 560.-- Total der Kosten.
3.
Die Gerichtskosten werden der
Baudirektion auferlegt.
4.
Gegen diese Verfügung kann im Sinn der
Erwägung 3 Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab
Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.
5.
Mitteilung an …