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Pflegefinanzierung, Kostenanteil des Kantons im Bereich der Akut- und Übergangspflege, Festlegung auf 1. Juli 2010

RRB Nr. 1543/2009 · Regierungsrat des Kantons Zürich

Vom 23. Sept. 2009

https://lexipedia.io/de/docs/ch-zh/regierungsrat/rrb-nr-1543-2009/de/pflegefinanzierung-kostenanteil-des-kantons-im-bereich-der-akut-und-ubergangspflege-festlegung-auf-1-juli-2010

Abgerufen am 10. Sept. 2026

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Quelle

Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 2 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

RRB Nr. 1543/2009

Pflegefinanzierung, Kostenanteil des Kantons im Bereich der Akut- und Übergangspflege, Festlegung auf 1. Juli 2010

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 23. September 2009

1543. Pflegefinanzierung (Kostenanteil des Kantons im Bereich

Erwägungen

der Akut- und Übergangspflege, Festlegung ab 1. Juli 2010) Am 13. Juni 2008 verabschiedeten die eidgenössischen Räte das Bundesgesetz über die Neuordnung der Pflegefinanzierung. Das Gesetz wurde auf den 1. Juli 2010 in Kraft gesetzt. Zu den im Bereich des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) eingeführten Neuerungen zählt auch die sogenannte «Akut- und Übergangspflege». Dabei handelt es sich um Pflegeleistungen, die im Anschluss an einen Spitalaufenthalt auf spitalärztliche Verordnung während längstens zwei Wochen ambulant durch Spitex-Dienste oder stationär in Pflegeheimen erbracht werden, wobei die Vergütung nach den Regeln der Spitalfinanzierung zu erfolgen hat (Art. 25a Abs. 2 KVG in der Fassung vom 13. Juni 2008; AS 2009 3517). Gemäss den vom Bund am 24. Juni 2009 erlassenen und auf den 1. Juli 2010 in Kraft gesetzten Ausführungsbestimmungen wird dazu festgehalten, dass die Kosten der Leistungen der Akut- und Übergangspflege vom Wohnkanton und von den Versicherern anteilsmässig zu übernehmen sind: «Der Wohnkanton setzt jeweils für das Kalenderjahr spätestens neun Monate vor dessen Beginn den für alle Kantonseinwohnerinnen und -einwohner geltenden kantonalen Anteil fest. Der kantonale Anteil beträgt mindestens 55%» (Art. 7b Abs. 1 Krankenpflege-Leistungsverordnung [KLV] in der Fassung vom 24. Juni 2009; AS 2009 3527). Nach dem Wortlaut dieser Bestimmung hätte der Kantonsanteil für das Kalenderjahr 2010 vom Regierungsrat bereits Ende März 2009 und somit zeitlich noch vor Inkrafttreten dieser KLV-Änderung festgesetzt werden müssen, was nicht möglich war. Bei dieser Sachlage muss vernünftigerweise und entsprechend einer Stellungnahme des Bundesamtes für Gesundheitswesen vom 27. August 2009 gegenüber dem Finanz- und Gesundheitsdepartement des Kantons Wallis die fragliche Bestimmung dahingehend ausgelegt werden, dass der Finanzierungsschlüssel neun Monate vor Inkrafttreten der neuen Pflegefinanzierung und somit bis Ende September 2009 von der Kantonsregierung festzusetzen ist. Mit Beschluss vom 8. Juli 2009 (RRB Nr. 1158/2009) hat der Regierungsrat das Konzept für die kantonale Umsetzung des eingangs erwähnten Bundesgesetzes im Bereich der Pflegefinanzierung verabschiedet

und die Gesundheitsdirektion beauftragt, eine Vernehmlassungsvorlage zu den erforderlichen Gesetzesänderungen auszuarbeiten. Der Gesetzesentwurf wird im Oktober 2009 dem Regierungsrat vorgelegt und anschliessend in die Vernehmlassung gegeben. Unabhängig davon muss zwecks Wahrung der erwähnten Frist der kantonale Anteil an die Kosten der Leistungen der Akut- und Übergangspflege wie erwähnt bis Ende September 2009 festgesetzt werden. Die Kosten der Leistungen der Akut- und Übergangspflege sind vom Umfang ihrer Inanspruchnahme abhängig und können mangels Erfahrungswerten derzeit nur grob geschätzt werden. Es ist davon auszugehen, dass sich die Mehrkosten gegenüber heute auf jährlich insgesamt rund 18 Mio. Franken belaufen werden. Bezüglich der Höhe des von der öffentlichen Hand (Kanton und Gemeinden) zu übernehmenden Kostenanteils gilt wie erwähnt eine untere Grenze von 55%, was Mehrkosten gegenüber heute von rund 10 Mio. Franken entspricht. Eine Unterschreitung dieses Mindestanteils während einer Übergangsfrist – wie sie gemäss Abs. 5 der Übergangsbestimmungen der Änderung des KVG vom 21. Dezember 2007 im Bereich der Spitalfinanzierung in einer Übergangsphase bei einer im interkantonalen Vergleich unterdurchschnittlichen Entwicklung der Krankenversicherungsprämien zulässig wäre – ist für die Pflegefinanzierung nicht vorgesehen (Kommentar des Eidgenössischen Departements des Innern zur Änderung der KLV vom 24. Juni 2009, S. 5 Erw. 25). Die Übernahme eines höheren Anteils an den Kosten wäre grundsätzlich zulässig. Ein Kostenteiler von 45% zulasten der Krankenversicherer und 55% zulasten der öffentlichen Hand entspricht in etwa dem seit Jahren bei der Spitalfinanzierung praktizierten Verteilschlüssel; bei der Pflegefinanzierung liegt der Anteil der Krankenversicherer derzeit sogar über 50%. Es ist deshalb sachgerecht, dass die Versicherer bei der nach einem Spitalaufenthalt erfolgenden Akut- und Übergangspflege weiterhin einen gewichtigen Anteil leisten und die öffentliche Hand nur mit dem vom KVG vorgegebenen Mindestsatz belastet wird. Entsprechend ist der für die Kantonseinwohnerinnen und -einwohner geltende kantonale Anteil an den Kosten der Leistungen der Akut- und Übergangspflege im Sinne von Art. 7b Abs. 1 KLV mit Wirkung ab 1. Juli 2010 auf 55% festzusetzen. Der gemäss Konzept auf den Kanton entfallende Anteil von jährlich

rund 1,5 Mio. Franken (bzw. Fr. 750 000 pro rata temporis für 2010) ist im Entwurf zum Budget 2010 und ab 2011 im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2010–2013 der Leistungsgruppe Nr. 6500, Langzeitversorgung, eingestellt.

Dispositiv

Auf Antrag der Gesundheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Der für die Kantonseinwohnerinnen und -einwohner geltende kantonale Anteil an den Kosten der Leistungen der Akut- und Übergangspflege im Sinne von Art. 7b Abs. 1 der Krankenpflege-Leistungsverordnung (in der Fassung vom 24. Juni 2009) wird mit Wirkung ab 1. Juli 2010 auf 55% festgesetzt.

II. Gegen diesen Beschluss kann innert 30 Tagen, von der Mitteilung an gerechnet, beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich schriftlich Beschwerde eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen oder genau zu bezeichnen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen.

III. Veröffentlichung von Dispositiv I und II im Amtsblatt.

IV. Mitteilung an: santésuisse Zürich-Schaffhausen, Löwenstrasse 29, Postfach, 8021 Zürich [R], Curaviva Zürich, Tösstalstrasse 23, 8400 Winterthur [R], Spitexverband Kanton Zürich, Zypressenstrasse 76, 8004 Zürich [R], Gemeindepräsidenten-Verband des Kantons Zürich, Postfach 2336, 8022 Zürich, Stadt Zürich, Gesundheits- und Umweltdepartement, Postfach 3251, 8021 Zürich, Stadt Winterthur, Departement Soziales, Lagerhausstrasse 6, 8402 Winterthur sowie an die Gesundheitsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, Art. 7b — gelesen in der Fassung vom 1. August 2009; der Erlass wurde am 1. Oktober 2009, 1. Januar 2010, 1. Juli 2010, 1. August 2010, 1. September 2010, 1. Januar 2011, 1. März 2011, 1. Juli 2011, 1. Januar 2012, 1. Mai 2012, 1. Juli 2012, 1. September 2012, 1. Januar 2013, 1. Juni 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Juli 2014, 1. Januar 2015, 1. Juni 2015, 15. Juli 2015, 15. September 2015, 15. November 2015, 1. Januar 2016, 1. Mai 2016, 1. Juli 2016, 1. August 2016, 1. Januar 2017, 10. Januar 2017, 1. März 2017, 1. Juli 2017, 1. August 2017, 3. August 2017, 1. Januar 2018, 1. März 2018, 1. April 2018, 19. Juni 2018, 1. Juli 2018, 17. Juli 2018, 31. Juli 2018, 1. September 2018, 1. Oktober 2018, 1. Januar 2019, 19. Februar 2019, 1. März 2019, 1. April 2019, 1. Juli 2019, 9. Juli 2019, 1. Oktober 2019, 1. Januar 2020, 4. März 2020, 1. April 2020, 30. April 2020, 1. Juli 2020, 1. Oktober 2020, 1. Dezember 2020, 1. Januar 2021, 1. Februar 2021, 1. April 2021, 1. Juni 2021, 1. Juli 2021, 1. Oktober 2021, 4. November 2021, 1. Januar 2022, 1. Februar 2022, 1. April 2022, 1. Juli 2022, 1. August 2022, 1. Oktober 2022, 1. Januar 2023, 1. März 2023, 1. Mai 2023, 1. Juli 2023, 1. November 2023, 1. Januar 2024, 24. Januar 2024, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. März 2025, 1. Juli 2025, 16. Dezember 2025, 1. Januar 2026, 11. Mai 2026, 1. Juli 2026 und 1. August 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über die Krankenversicherung, Art. 25a — gelesen in der Fassung vom 1. Juni 2009; der Erlass wurde am 1. Januar 2010, 1. Januar 2011, 1. Januar 2012, 16. Juli 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. März 2014, 1. Januar 2015, 1. Januar 2016, 1. Juli 2016, 1. Januar 2017, 15. April 2017, 1. September 2017, 15. November 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Juli 2019, 1. Januar 2020, 1. Januar 2021, 1. April 2021, 1. Juli 2021, 1. Oktober 2021, 1. Januar 2022, 1. Januar 2023, 18. März 2023, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. März 2024, 1. Juli 2024, 1. Oktober 2024, 1. Januar 2025, 1. Juli 2025, 1. Januar 2026 und 1. Juli 2026 erneut konsolidiert.

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