RRB Nr. 910/2019
Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II; Regionalstrategie "Pfauen" und rechtes Zürichseeufer, Ergänzung
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 2. Oktober 2019
910. Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II; Strategie Mittelschulen «Pfauen» und rechtes Zürichseeufer (Ergänzung)
Erwägungen
1. Ausgangslage Gemäss der Bevölkerungsprognose des Statistischen Amts des Kantons Zürich wächst die Bevölkerung im Kanton Zürich von 1,52 Mio. (2018) bis 2040 auf rund 1,82 Mio. an (+20%). Dies führt in den nächsten Jahren zu einer Zunahme der Anzahl Schülerinnen und Schüler auf der Sekundarstufe II. Für die Mittelschulen wird bis 2040 ein weiteres Wachstum der Schülerzahl prognostiziert: in der Stadt Zürich +1690, in der Region Glattal +570, in den Regionen Zimmerberg +490 und Pfannenstil +480, in der Region Limmattal +380 sowie in der Region Furttal +80. Der Regierungsrat hat mit Beschluss Nr. 376/2013 die Grundsätze für die Entwicklung der räumlichen Infrastruktur für den Schulraum der Sekundarstufe II festgelegt. Er hat die Bildungsdirektion beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Baudirektion regionale Strategien auszuarbeiten und entsprechende Anträge zu unterbreiten. Inzwischen wurden die folgenden regionalen Strategien beschlossen: – die Regionalstrategie 1: Stadt Zürich «Bildungsmeile» Berufsbildung (RRB Nr. 850/2016); – die Regionalstrategie 3: «Pfauen» und rechtes Zürichseeufer, Mittelschulen, Errichtung der Kantonsschule in Uetikon am See (Vorlage 5261) und Umzug des Bildungszentrums für Erwachsene (BiZE) in die Militärkaserne (RRB Nrn. 1064/2014, 988/2015 und 975/2016); – die Regionalstrategie 4: Knonaueramt/Limmattal/Zürich-West (RRB Nr. 1375/2014); – die Regionalstrategie 5: Enge-Wiedikon / linkes Zürichseeufer (RRB Nr. 1039/2017) und Errichtung einer Kantonsschule in Wädenswil (Vorlage 5409); – die Regionalstrategie 6: Winterthur und Umgebung (RRB Nr. 1098/ 2017). Gemäss der Regionalstrategie 3: «Pfauen» und rechtes Zürichseeufer, Mittelschulen, ist eine umfassende Planung der Mittelschulen im Gebiet «Pfauen» vorzunehmen. Dies betrifft die Kantonsschule Hottingen, die Kantonsschule Hohe Promenade, die Kantonsschulen Rämibühl und die Kantonsschule Stadelhofen sowie die ehemalige Kantonsschule Riesbach. Dabei sind das Einzugsgebiet rechtes Zürichseeufer und die Gesamtinstandsetzung der Rämibühl-Schulen zu berücksichtigen (RRB Nr. 778/ 2012).
2. Bisherige Ergebnisse
2.1 Errichtung einer Kantonsschule am rechten Zürichseeufer Die Kantonsschule Uetikon am See (KUE) hat am 20. August 2018 ihren Betrieb in einem Provisorium aufgenommen. Geplant ist ein Anwachsen der Schülerzahl um 500 Schülerinnen und Schüler. Parallel dazu laufen die Planungen im CU-Areal für den definitiven Standort der KUE ab 2028 für rund 1500 Schülerinnen und Schüler. Der Masterplan Chance Uetikon (RRB Nr. 431/2019) ist als Grundlage für die nachfolgenden Gestaltungspläne in einem Mitwirkungsverfahren erarbeitet worden. Die Durchführung eines Wettbewerbs für den Neubau der KUE ist für 2021 und die Umsetzung von 2025 bis 2028 geplant.
2.2 Umzug des Bildungszentrums für Erwachsene (BiZE) in die Militärkaserne Der Masterplan Zukunft Kasernenareal Zürich (RRB Nr. 975/2016) bildet die Grundlage für die Entwicklung des Areals und die damit verbundene Verschiebung des BiZE, bestehend aus der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene (KME) und der Kantonalen Berufsschule für Weiterbildung (EB), in die ehemalige Militärkaserne. Gemäss den Erkenntnissen aus dem Beteiligungsverfahren und der Machbarkeitsstudie zur Kaserne ist es zweckmässig, das Gesamtareal der ehemaligen Militäranlage in drei Teile mit unterschiedlichen Ausrichtungen aufzuteilen. Insbesondere die Nutzung der Militärkaserne durch das BiZE ist in Anbetracht der guten Verkehrserschliessung eine sinnvolle und sachgerechte Lösung. Die Raumstruktur der Militärkaserne eignet sich für eine Schulnutzung, da bereits heute die Räumlichkeiten für Schulungszwecke der Kantonspolizei genutzt werden. Der Wettbewerb für die Umnutzung der Kaserne soll im November 2019 entschieden und die Ergebnisse im ersten Quartal 2020 veröffentlicht werden. Der Umzug soll bis Ende 2025 abgeschlossen werden. Durch den Umzug des BiZE in die Militärkaserne wird das Schulhaus der ehemaligen Kantonsschule Riesbach an der Riesbachstrasse in Zürich voraussichtlich ab 2026 wieder frei verfügbar.
3. Verlegung des Literargymnasiums Rämibühl in die Schulanlage Riesbachstrasse und Mühlebachstrasse Für die Nachnutzung der Schulanlage des BiZE in Riesbach wurden verschiedene Varianten geprüft. Dabei hat sich gezeigt, dass sich die Anlage sehr gut für eine Nutzung als Kantonsschule eignet, sowohl von den Gebäuden her als auch bezüglich der möglichen Grösse einer eigenständigen Schule.
Die heutige Situation im Campus Rämibühl mit drei Kantonsschulen im gleichen Perimeter und teilweise in den gleichen Gebäuden erfordert einen grossen Koordinations- und Absprachebedarf. Die Unterbringung des Literargymnasiums (LG) und Realgymnasiums (RG) im gleichen Gebäude führt insbesondere zu unbefriedigenden räumlichen Bedingungen für das LG. Sowohl das LG als auch die Bildungsdirektion bewerten die Variante einer Verlegung ins Schulhaus Riesbach als beste Lösung. Rund einen Kilometer vom jetzigen Standort entfernt, kann sich das LG neu positionieren und gleichzeitig kann im Campus Rämibühl die räumliche Organisation der verbleibenden zwei Schulen mit Mathematisch-Naturwissenschaftlichem Gymnasium (MNG) und RG wesentlich vereinfacht werden. Mit der Verlegung des LG in die Schulanlage an der Riesbachstrasse 11 und Mühlebachstrasse 112 entstehen auf dem Campus Rämibühl rund 700 zusätzliche Plätze für Mittelschülerinnen und Mittelschüler. Dadurch kann fast die Hälfte des Zuwachses an Schülerinnen und Schüler in der Stadt Zürich an einem sehr gut gelegenen Standort aufgefangen werden, der zudem über eine gute Infrastruktur für den Sportunterricht verfügt.
4. Instandsetzung Schulgebäude Rämibühl Auf dem Campus Rämibühl werden sich inskünftig nur noch zwei Schulen die bauliche Infrastruktur teilen. Die Schulgebäude im Campus Rämibühl müssen unter anderem aus energetischen, haustechnischen und feuerpolizeilichen Gründen in den nächsten Jahren instand gesetzt werden. Die Gebäude sind im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte enthalten, was den koordinativen und zeitlichen sowie den finanziellen Aufwand erhöhen wird. Gleichzeitig ist die Schulanlage auf die Nutzung durch das MNG und das RG auszurichten. Zudem ist die Instandsetzung mit dem Bau des Forums UZH abzustimmen, da ein wesentlicher Teil des Sportunterrichts der Rämibühl-Schulen zurzeit in der Wässerwies – und künftig im Neubau Forum UZH – stattfindet. Während der Bauzeit des Forums UZH sind für den Sportunterricht der Rämibühl- Schulen Provisorien bereitzustellen.
5. Umsetzung Die Kreditanträge für die Verlegung des Bildungszentrums für Erwachsene (BiZE) in die Militärkaserne, die Verlegung des Literargymnasiums Rämibühl in die Schulanlage Riesbach an der Riesbachstrasse 11 und Mühlebachstrasse 112 sowie für die Instandsetzung der Schulanlage Rämibühl werden dem Regierungsrat separat unterbreitet. Es liegen noch keine verlässlichen Kostenschätzungen vor.
Dispositiv
Auf Antrag der Bildungsdirektion und der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Dem neuen Standort des Literargymnasiums Rämibühl an der Riesbachstrasse 11 und Mühlebachstrasse 112 gemäss Ziff. 3 der Erwägungen wird zugestimmt.
II. Die Baudirektion und die Bildungsdirektion werden beauftragt, dem Regierungsrat die Anträge gemäss Ziff. 5 der Erwägungen zu unterbreiten.
III. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Bildungsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli