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Aussenpolitischer Bericht 2011 / Parlamentarierdelegation beim Europarat. Bericht

22707 · Amtliches Bulletin

Vom 5. März 2012

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/22707/de/aussenpolitischer-bericht-2011-parlamentarierdelegation-beim-europarat-bericht

Abgerufen am 13. Sept. 2026

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Geschäft: Aussenpolitischer Bericht 2011 (12.014),

12.014, 11.014

Aussenpolitischer Bericht 2011 / Parlamentarierdelegation beim Europarat. Bericht

Schneider-Schneiter Elisabeth · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion CVP-EVP

Wir behandeln in dieser Debatte einerseits den Aussenpolitischen Bericht 2011 und andererseits den Bericht über die Parlamentarierdelegation beim Europarat der letzten beiden Jahre. Die Aussenpolitische Kommission hat die beiden Berichte anlässlich ihrer Sitzung vom 13./14. Februar 2012 zustimmend zur Kenntnis genommen.

Zum Aussenpolitischen Bericht 2011: Schwerpunktmässig richtete die APK-NR ihr Augenmerk vor allem auf den Einfluss und die Position der Schweiz im Rahmen der Umwälzungen in Nordafrika und im Nahen Osten. Der "arabische Frühling" ist eines der wichtigsten Ereignisse, die das Berichtsjahr geprägt haben. Nordafrika und der Nahe und der Mittlere Osten sind für die Schweiz in mancher Hinsicht von Bedeutung, insbesondere aus wirtschafts-, finanz-, energie-, sicherheits- und nicht zuletzt auch migrationspolitischen Gründen. Die Schweiz hat daher ein Interesse daran, dass in diesen Regionen stabile Demokratien heranwachsen. Die Kommission begrüsst das Engagement der Schweiz für Demokratisierung, für wirtschaftliche Entwicklung, für humanitäre Hilfe und für mehr Zusammenarbeit im Bereich Migration. Die Kommission begrüsst, dass der Umwälzung in der arabischen Welt ein Schwerpunktartikel gewidmet wurde, erachtet die Aufarbeitung der verschiedenen Problembereiche grossmehrheitlich als nützlich und sinnvoll, bemängelt aber eine konkrete Strategie, wie sich die Schweiz innerhalb dieser Problemstellungen konkret positionieren und engagieren will.

In der Diskussion wurde auch das Verhalten des Bundesrates in der Europafrage diskutiert. Die Kommission gab dem Bundesrat mehrheitlich grünes Licht in Bezug auf die Weiterführung des bilateralen Weges. Bemängelt wurde, dass die Schwierigkeiten - vor allem im Bereich der institutionellen Fragen - im Bericht zwar aufgezeigt werden, dass konkrete Lösungswege aber gänzlich fehlen. Bemängelt wurde auch die stockende Zusammenarbeit mit den Nachbarländern, beispielsweise mit Deutschland in Sachen Abgeltungssteuer und Flughafenabkommen oder auch mit Italien im Asylbereich. Die Kommission stellte fest, dass die Schweiz ihre aussenpolitischen Prioritäten vermehrt auf die Nachbarländer ausrichten soll.

In Bezug auf die übrigen Weltregionen wurde zur Kenntnis genommen, dass die Beziehungen der Schweiz zu aussereuropäischen Staaten immer wichtiger werden. Es ist im Interesse der Schweiz, die Beziehungen zu wichtigen Partnerländern wie den USA, Brasilien, China oder Indien weiterzupflegen und zu intensivieren. Als stark globalisiertes Land ist für die Schweiz aber auch ein verstärktes Engagement gegenüber Entwicklungsländern wichtig. Es ist im Interesse der Schweiz, zur Lösung von globalen Problemen wie Armut, Klimawandel oder unkontrollierter Migration beizutragen. Vor diesem Hintergrund sind Mitgliedschaften in multilateralen Organisationen wichtige Instrumente der schweizerischen Aussenpolitik, was sich zurzeit vor allem bei der Bewältigung der weltweiten Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise zeigt. Die Kommission diskutierte in diesem Zusammenhang auch über das Netz der Botschaften und Konsulate und fragte sich, ob die diesbezügliche Strategie der letzten Jahre zielführend war.

Zum Bericht der Parlamentarierdelegation beim Europarat: Aus dem Bericht geht hervor, dass es bis heute nicht gelungen ist, den Europarat in unserem Land einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Es kommt kaum je zu einer Medienberichterstattung oder einer öffentlichen Diskussion. Erlauben Sie mir deshalb, an dieser Stelle ganz kurz darauf hinzuweisen, dass der in Strassburg ansässige Europarat 1949 gegründet wurde. Er zählt heute 47 Mitgliedstaaten, darunter die Schweiz, welche im nächsten Jahr 50 Jahre Mitgliedschaft im Europarat feiern darf. Der Europarat fördert Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Von den über 200 Übereinkommen des Europarates hat die Schweiz bisher rund die Hälfte ratifiziert. Die Konventionen bilden die Grundlage für Gesetzesänderungen und -harmonisierungen in den Mitgliedländern. Eines der wichtigsten Übereinkommen ist die Europäische Menschenrechtskonvention. Sie ermöglicht Einzelpersonen, beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg Beschwerde einzulegen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in den beiden Berichtsjahren 686 Beschwerden gegen die Schweiz registriert; 320 wurden als unzulässig erklärt. In den letzten beiden Jahren wurde in 11 Urteilen eine Verletzung der EMRK durch Schweizer Gerichte festgestellt.

Die Schweiz spielt im Europarat nicht etwa eine Nebenrolle. Das zeigt sich auch darin, dass der aussenpolitische Bericht immerhin ein ausführliches Kapitel zum Europarat enthält. Die APK-NR nahm zur Kenntnis, dass die Schweizer Delegation hinsichtlich der Beteiligung an den Sessionen der Parlamentarischen Versammlung erneut ganz an der Spitze liegt. Die gute Präsenz gilt ebenso für die inhaltliche Beteiligung und die Beiträge zu den Debatten. So leistete die Schweiz einen respektablen Beitrag an die Reform des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Das herausragende Ereignis in der Berichtsperiode war aber der Vorsitz der Schweiz im Ministerkomitee des Europarates. Durch diesen Vorsitz der Aussenministerin Micheline Calmy-Rey wurde der Status der Schweiz im Europarat noch akzentuierter wahrgenommen.

Die APK-NR begrüsst, dass sich der Europarat und seine Organe - insbesondere der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte - verschiedenen Reformprozessen unterzogen haben bzw. noch unterziehen werden. Die Schweizer Delegation setzte sich in den letzten Jahren immer wieder für straffere Strukturen und weniger Bürokratie ein.

Abschliessend danke ich dem Bundesrat und der Parlamentarierdelegation beim Europarat im Namen der APK-NR für die ausführlichen und aufschlussreichen Berichte, und ich bitte den Rat, diese zur Kenntnis zu nehmen.

Sommaruga Carlo · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion

L'examen du rapport sur la politique extérieure est l'un des rituels annuels de notre Parlement relatif à l'activité du Conseil fédéral. Si ce rituel pouvait paraître secondaire par le passé, le rapport sur la politique extérieure justifie aujourd'hui une attention importante dès lors que dans le monde globalisé, tout ce qui se décide au niveau national ne peut échapper à un impact international; et tout ce qui se discute ou se négocie de manière multilatérale tant au niveau européen que plus largement au niveau mondial influence de manière de plus en plus contraignante les politiques nationales dont celle de notre pays. Et le rapport est un instrument de compréhension et de discussion des enjeux de cette dialectique.

Le rapport sur la politique extérieure, qui cette année ne compte pas moins de 140 pages d'informations et de réflexions, est devenu un document complexe et complet mais politiquement beaucoup plus satisfaisant que par le passé dès lors qu'il englobe l'ensemble des volets touchant la politique extérieure de la Suisse alors que précédemment il y avait une multitude de rapports distincts sur l'Europe, la politique de participation à la sécurité humaine ou encore sur l'action en matière de droits humains. Cette nouvelle mouture permet d'avoir une vue d'ensemble des enjeux de politique étrangère auxquels est confrontée la Suisse et de les considérer dans une perspective d'avenir.

Il est à noter que la cuvée 2011 du rapport qui est actuellement en discussion est remarquable premièrement par l'effort de contextualisation des choix et de l'action du Conseil fédéral dans un monde en mouvement continu et rapide; deuxièmement par la perspective pluriannuelle qui est adoptée et qui lui confère une dimension de bilan et de panorama de la politique extérieure sous la responsabilité de la conseillère fédérale Micheline Calmy-Rey dont le mandat est arrivé à terme à la fin de l'exercice sous revue. Et ce bilan est important, il est à la mesure de l'engagement de la précédente ministre. Il ressort clairement du rapport que par une politique active, cette dernière a permis à la Suisse de passer du rôle de figurant à celui d'acteur au niveau international.

Le rapport extrêmement complet présente une réflexion sur les révolutions dans le monde arabe, les priorités géographiques en Europe et pour les pays voisins, sur les priorités multilatérales dans les enceintes que sont l'ONU et le G-20, sur les thématiques de la politique économique, de la sécurité humaine, de la migration et de la coopération au développement, ainsi que sur la question du réseau diplomatique et consulaire. La discussion en commission aura été l'occasion d'entendre le nouveau chef du département, Monsieur le conseiller fédéral Didier Burkhalter, nous confirmer que la politique extérieure de la Suisse ne sera pas bouleversée. Les priorités seront déclinées, notamment avec une intensification et avec un accent particulier sur les relations avec les Etats voisins, de manière quelque peu différente toutefois.

Cette année, le thème central du rapport est l'analyse des défis et des opportunités que représentent les révolutions dans le monde arabe. Le premier élément qu'il convient de relever est que l'ensemble des nations occidentales et des experts ont été pris par surprise par cette vague de fond. Toutefois, le PNUD soulignait déjà en 2002 que les pays d'Afrique du Nord et du Proche-Orient souffraient de déficits graves, notamment quant aux libertés fondamentales et à la bonne gouvernance.

Le rapport analyse de manière précise le déni international de la volonté de liberté et de justice des populations dans l'ensemble des pays arabes où les régimes à parti unique se sont transformés en structures de rapine en faveur de clans détenteurs du pouvoir, ce qui a eu pour conséquence l'explosion de la contestation sociale, la revendication de réformes socio-économiques et de la garantie des droits fondamentaux.

Le rapport montre aussi que la Suisse n'a pas été plus attentive ni plus zélée que les autres Etats pour prendre réellement en considération la situation et accompagner une transformation politique et sociale sans heurts. Le discours censuré du conseiller fédéral Schmid à Tunis en novembre 2005, lors du Sommet mondial de l'information, et le dialogue des droits de l'homme découplé du volet économique n'ont aucunement influencé le comportement des dirigeants des pays arabes. Ce que 2011 nous a enseigné, c'est que ni un discours, ni un dialogue ne font le printemps, mais que la mise en mouvement de la société civile est le levier du changement.

La Commission de politique extérieure a pris note avec satisfaction de l'engagement de la Suisse dans cette région du monde décidé par le Conseil fédéral. La Suisse bénéficie d'une image positive et sa neutralité perçue favorablement lui permet d'agir tant dans une perspective de mise en oeuvre des valeurs de démocratie et de respect des droits de l'homme que dans celle de la protection de ses intérêts. Il y a ainsi lieu de souligner la disponibilité montrée par la Suisse dans le domaine de l'aide humanitaire, des réformes structurelles, du développement économique et de la lutte contre la pauvreté. Cela se traduit par un effort financier de 63 millions de francs pour cette région pour les années 2011/12.

Il est évident pour la Commission de politique extérieure comme pour le Conseil fédéral que la transition - fort différente d'un pays à l'autre - fournit et fournira certes une opportunité majeure à l'émergence de démocraties dynamiques dans la région, mais qu'elle n'est pas sans risque et que ce sera certainement une longue période de transition. L'enjeu de la migration internationale des pays touchés par le printemps arabe reste une préoccupation clairement exprimée au sein de la commission, dès lors que cela affecte directement notre pays. De même, la question de l'approvisionnement énergétique, vu les bouleversements du monde arabe, est une préoccupation qui est reprise par la commission; elle est d'ailleurs partagée dans le rapport par le Conseil fédéral.

La question de nos relations avec l'Union européenne figurant dans les priorités géographiques du rapport est en bonne place dans les thèmes abordés. Il n'y a pas de nouveauté dès lors que le rapport est par définition et par vocation tourné vers le passé. Toutefois, il ressort clairement que la crise financière et économique européenne sur laquelle nous n'avons aucune prise, mais dont nous subissons des conséquences, comme le franc fort ou les risques économiques sur notre industrie d'exportation, a servi - aussi impensable que cela puisse paraître - à un renforcement de la gouvernance européenne en matière financière et en matière de discipline budgétaire. Cela ne remet pas en cause l'attractivité de l'Europe, comme le démontrent la signature le 8 décembre 2011 du traité d'adhésion par la Croatie et le maintien de la politique européenne de voisinage destinée à s'ouvrir voire à se consolider, notamment dans les pays des Balkans et dans ceux de la Méditerranée.

Quant aux relations entre l'Union européenne et la Suisse, le rapport résume clairement ce qui s'est progressivement cristallisé ces deux dernières années. Le rapport dit expressément que du point de vue européen "le fonctionnement actuel de la voie bilatérale suivie par la Suisse à ce jour aurait atteint ses limites et que de nouvelles solutions institutionnelles doivent être trouvées, notamment en ce qui concerne les mécanismes d'adaptation des accords aux évolutions de l'acquis communautaire, leur interprétation, la surveillance de leur application et la résolution des différends". Dans la mesure où cette position est une position de principe, il apparaît qu'il n'a plus été possible d'avancer dans les négociations sectorielles dans les domaines de l'agriculture, de la sécurité des aliments et des produits ainsi que de la santé publique. Les pourparlers en matière d'électricité ont été freinés.

La commission de politique extérieure a pris note des nouvelles modalités de discussion avec l'Union européenne proposées depuis début 2012 par le Conseil fédéral, visant à résoudre les questions institutionnelles structurelles par le biais de la négociation d'un accord sectoriel incluant pour la première fois un volet fiscal, ce qui est certainement une ouverture importante et une clé pour le déblocage de la situation, tout en sachant que le cadre posé pour ce volet fiscal est très précis et limité. La commission reste extrêmement attentive à ce dossier fondamental pour notre économie et pour le fonctionnement de nos institutions politiques.

Pour ce qui est des thématiques prioritaires de la politique extérieure, je m'arrêterai uniquement sur la question de la coopération au développement qui fera l'objet d'un long débat cette année autour de trois crédits-cadre qui sont déjà soumis à notre Parlement. Il convient toutefois de souligner que la coopération au développement, comme le rappelle le rapport, est une priorité thématique de la politique étrangère. La coopération au développement reste soumise à l'objectif stratégique international de 0,7 pour cent du RNB, mais nous, au Parlement, nous avons un objectif de 0,5 pour cent du RNB en 2015, décidé ici et au Conseil des Etats. Cette politique de la coopération au développement est également soumise à l'enjeu de la cohérence globale de la politique étrangère, aux objectifs du développement que le comité de l'aide au développement de l'OCDE réitère régulièrement.

Avant de conclure, permettez-moi de dire deux mots sur le rapport de la Délégation parlementaire auprès du Conseil de l'Europe. Je n'entrerai pas dans les détails, mais soulignerai que c'est dans le cadre de cette session 2010/11 que la Suisse a eu l'occasion de présider le Conseil de l'Europe et a pu thématiser l'inéluctable et indispensable réforme de la Cour européenne des droits de l'homme. Par ailleurs, ce rapport montre de manière incontestable que nos douze délégués au sein du Conseil de l'Europe jouent un rôle actif et de qualité, soit sur des thématiques comme les droits démocratiques au sujet desquelles notre collègue Andreas Gross est devenu une référence pour cette institution, soit en présidant une commission, comme c'est le cas pour la conseillère aux Etats Liliane Maury Pasquier. Soulignons en particulier le rôle de notre ancien collègue Dick Marty qui par sa rigueur intellectuelle et sa perséverance a permis de porter en avant la problématique du trafic d'organes pendant la guerre du Kosovo par des réseaux liés à des personnalités de la résistance kosovare dont certaines sont actuellement au pouvoir. Après ce survol de quelques éléments de ce rapport, qui est à garder dans votre bibliothèque comme un document important, je vous invite à prendre acte de ces deux rapports comme l'avait fait notre commission lors de sa séance du 14 février 2012.

Wyss Ursula · Mit-F · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Ich kann mich diesem Wunsch anschliessen. Wir konnten gestern in einer Sonntagszeitung lesen, Herr Bundesrat Burkhalter, dass Sie sich in Ihrem neuen Amt äusserst wohlfühlen. Das freut uns. Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen für Ihre neuen Aufgaben im EDA.

Dass Sie neue Akzente setzen wollen, indem Sie die Beziehungen zu den Nachbarländern ins Zentrum stellen, ist sicher richtig. Allerdings wird Ihnen die Verbesserung des Verhältnisses zu Frankreich, Italien und Deutschland und auch zur EU nur dann gelingen, wenn Sie und Ihre Partei gleichzeitig mithelfen, endlich eine ernsthafte Weissgeldstrategie für die Schweizer Banken aktiv voranzutreiben. Der Aussenpolitische Bericht 2011 geht dabei immer noch von der Lösung der Abgeltungssteuer aus. Dass dies Schnee von gestern ist, brauchen wir heute nicht mehr auszuführen. Auch wenn die Abgeltungssteuer mit Deutschland und Grossbritannien noch Erfolg haben sollte, ist sie sicher kein Modell für die weiteren Länder. Eine Frage, Herr Bundesrat Burkhalter; ich weiss, es betrifft auch das Finanzdepartement und weist in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit, aber es ist doch eine spannende Frage: Mit wie vielen Ländern ist eine solche Abgeltungssteuer geplant, um insbesondere die Beziehungen zur EU zu verbessern?

Kurzum, die Neuausrichtung im EDA wird nur gelingen, wenn es gleichzeitig auch eine Neuausrichtung in unserer Steuerpolitik und auf unserem Finanzplatz gibt; sonst werden Sie sehr wahrscheinlich nicht mehr sehr lange so viel Freude in Ihrem neuen Amt haben.

In diesem Zusammenhang ein weiterer Punkt: Wie man gestern in den Sonntagsmedien lesen konnte, wollen Sie die Guten Dienste der Schweiz herunterfahren. Auch hier gilt es zu sagen, dass dies sehr wahrscheinlich nur dann möglich sein wird, wenn Sie gleichzeitig mithelfen, den Weg einer Weissgeldstrategie einzuschlagen. Die Guten Dienste, wie sie alt Bundesrätin Calmy-Rey in den letzten zehn Jahren hervorgehoben hat, waren vielleicht einer der wenigen Punkte, wo die Schweiz auch international immer wieder positiv im Fokus stand, wo überhaupt Positives über unser Land zu hören war.

Ähnlich sieht es beim bilateralen Weg aus. Dieser wird im Bericht unentwegt als einzig gangbare Lösung gepriesen. Allerdings benennt der Bericht auch noch den ganzheitlichen, koordinierten Ansatz für weitere Verhandlungen, und bereits als dieser Bericht geschrieben wurde, war klar, dass es diesen sogenannten GKA nicht geben wird. Die EU-Kommission hatte ihm schon zuvor eine Abfuhr erteilt. Heute wissen wir, dass das Stromabkommen als Modellabkommen für die Lösung der institutionellen Fragen verhandelt werden soll. Obwohl also längst klar ist, dass sich ohne institutionelle Anpassungen nichts mehr bewegen wird, finden wir im Bericht keine inhaltlichen Aussagen dazu.

Die Gutachten, welche der Bundesrat hierfür in Auftrag gegeben hat, sind nach wie vor geheim. Die "Weltwoche" hat sie zwar veröffentlicht, und einige renommiertere Blätter haben sie in der Zwischenzeit auch intensiv diskutiert. Aus diesen Gutachten wird denn auch ersichtlich, dass eine institutionelle Annäherung, wie sie jetzt im Stromabkommen vorgedacht wird, das Ende des bilateralen Weges ist, jedenfalls so, wie wir ihn uns bis anhin vorgestellt haben. Das zeigt doch einmal mehr - das ist im Bericht 2011 nicht zu lesen, aber es wird sehr wahrscheinlich in einem der nächsten aussenpolitischen Berichte zu lesen sein -, dass der bilaterale Weg eine Sackgasse ist.

Tornare Manuel · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion

Le groupe socialiste prend acte des précisions que le Conseil fédéral a données début février, relatives aux négociations bilatérales avec l'Union européenne. Si nous saluons les efforts en vue de conclure rapidement l'accord crucial en matière d'électricité, la communication du gouvernement appelle toutefois quelques commentaires d'ordre général.

Le groupe socialiste est persuadé que notre pays a un intérêt stratégique clé à élargir son accès au marché intérieur, à renforcer sa sécurité juridique et, plus généralement, à développer ses relations avec l'Union européenne. Nous estimons en effet que ces objectifs ne peuvent être atteints à long terme que sur la base d'une nouvelle approche. L'administration des 120 accords bilatéraux est devenue à ce jour trop compliquée. De plus, la Suisse est aujourd'hui tellement intégrée dans l'ordre juridique et le marché intérieur de l'Union européenne qu'elle ne peut plus se tenir à l'écart du droit européen harmonisé. Or, l'abandon de la voie bilatérale au profit d'une politique plus cohérente suppose la résolution des questions institutionnelles.

Cependant, le groupe socialiste accepte une solution institutionnelle, si nécessaire qu'elle soit, seulement si un certain nombre de conditions sont remplies. Ainsi, le droit de l'Union européenne ne sera pas repris de manière automatique, mais par le biais des moyens habituels du Parlement et de la démocratie directe. En outre, nous récusons l'existence de "clauses de guillotine" en vertu desquelles un refus des Suisses d'intégrer le droit de l'Union européenne entraînerait la dénonciation automatique des accords concernés. De plus, il s'agit d'établir un tribunal arbitral qui décidera des questions que les commissions mixtes ne pourront pas résoudre par voie politique. Enfin, nous défendrons dans certains domaines l'adoption de mesures d'accompagnement afin d'assurer un changement structurel qui soit socialement acceptable.

C'est en vertu de ces propositions que le groupe socialiste soutiendra la politique européenne du Conseil fédéral, qui comporte la conclusion indispensable de plusieurs autres accords, dont notamment ceux en matière d'agriculture et d'imposition des sociétés.

En ce qui concerne maintenant un autre dossier: dès le début du printemps arabe, comme l'a dit Monsieur Carlo Sommaruga, le Parti socialiste suisse a revendiqué un soutien politique concret des pays intéressés. Notre groupe félicite le Conseil fédéral pour le programme qu'il a mis en place à cet égard. Toutefois, ces mesures nous semblent insuffisantes. En effet, nous regrettons l'absence d'une politique systématique à l'instar de celle que la Suisse avait adoptée il y a vingt ans pour répondre au développement en Europe de l'Est. Je rends aussi hommage au discours courageux de Samuel Schmid, à Tunis, en 2005.

Enfin, je tiens à faire quelques observations sur la Suisse comme hôte d'organisations internationales. Le maintien des organismes internationaux dans notre pays est dans l'intérêt tant de la Confédération que des cantons concernés. A l'heure actuelle, la Genève internationale doit affirmer sa place face à la concurrence. A ce titre, nous devons prendre des mesures ciblées dans le domaine de la sécurité, du logement, des transports publics. Ces problèmes coïncident en partie avec ceux que connaît la région franco-valdo-genevoise. Comme élu d'un canton impliqué, je tiens à réaffirmer que ces question cruciales doivent être réglées rapidement entre la Confédération et tous les acteurs publics et privés de cette région.

Ich danke Ihnen, dass Sie einem Genfer Nationalrat zugehört haben, der nicht auf Griechisch gesprochen hat (Heiterkeit) - was natürlich eine ebenso achtbare Sprache ist -, einem Nationalrat, der stolz ist auf die humanitäre Tradition und die internationale Bedeutung von Genf sowie darauf, dass Genf in Europa zu den Regionen mit dem grössten Wachstum gehört.

Riklin Kathy · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP-EVP

Zuerst möchte ich dem Bundesrat herzlich für den aussenpolitischen Bericht danken, der wiederum eine gute Zusammenstellung der vielfältigen Aktivitäten der Schweiz im Ausland und viele interessante Zusatzinformationen enthält.

Ich möchte mich auf zwei Themen beschränken: auf unsere Beziehungen zur Europäischen Union und die Migrationsaussenpolitik. Im ersten Fall - in der Europapolitik - begrüsse ich die Ehrlichkeit des Berichtes. Es wird erstmals klar und deutlich dargestellt, dass es mit dem bilateralen Weg schwierig geworden ist: "Gleichwohl weisen die Vertreterinnen und Vertreter der EU-Institutionen, Kommission, Rat und Parlament, und eine gewisse Anzahl Mitgliedstaaten mit zunehmender Deutlichkeit darauf hin, dass der von der Schweiz verfolgte bilaterale Weg ihrer Meinung nach an seine Grenzen stösst und dass neue institutionelle Lösungen gefunden werden müssen." Bei weiteren bilateralen Abkommen seien die Verhandlungen aufgrund der institutionellen Fragen ins Stocken geraten. Die Verhandlungen im Strombereich schritten nur langsam voran. Nun hoffen wir, dass die angekündigte Roadmap zum Ziel führen wird. In gewissen Fällen seien die Verhandlungen gänzlich blockiert. So habe die EU bei der Chemikaliensicherheit (Reach) wegen der institutionellen Fragen kein Verhandlungsmandat beschlossen. Eine ehrliche Analyse ist immerhin ein Anfang.

Der Begriff "institutionelle Fragen" ist zu einem Schlagwort geworden, das viele a priori erschreckt. Bei den institutionellen Fragen geht es vor allem um eine Regelung der Überwachung der Einhaltung der Abkommen und um eine Regelung der Streitbeilegung. Das wäre ja nur zum Vorteil beider Seiten, der EU-Länder und der Schweiz. In der Gesetzgebung haben wir schon seit Jahren den autonomen Nachvollzug. Eine Zusammenstellung der Fakten könnte auch hier zur Lösungsfindung beitragen. Nichtsdestotrotz bezeichnete Herr Bundesrat Schneider-Ammann bei der Diskussion des aussenwirtschaftlichen Berichtes den bilateralen Weg als Königsweg, der nicht viele Probleme aufgäbe; der ganzheitliche und koordinierte Ansatz werde fortgesetzt. Da weiss offensichtlich das eine Departement nicht, was das andere plant.

Während die Schweiz um die Weiterentwicklung der bilateralen Verträge ringt, hat Norwegen einen dicken Bericht zur 20-jährigen Mitgliedschaft im EWR verfasst. Auf 911 Seiten, darum heisst der Bericht auch 9/11, wird rapportiert und im Grossen und Ganzen eine positive Rückschau gehalten. In einer Zeit der globalen Vernetzung werden nicht nur die verschiedenen Abgeltungssteuerabkommen unter den Ländern und in der Europäischen Union verglichen, es werden auch die bilateralen Abkommen Norwegens und der Schweiz miteinander verglichen.

Eine dem EWR ähnliche Lösung wäre für die Schweiz in Verhandlungen mit der EU machbar. Die Schweizer Lösungen werden von EU-Seite immer mit der norwegischen Situation verglichen; dies sage ich als Mitglied der EU/Efta-Delegation unseres Parlamentes, die die Situation Norwegens und die Entwicklung des EWR genau verfolgen kann. Es wäre daher sicher wertvoll, wenn unser neuer Aussenminister engere Kontakte mit Norwegen pflegen würde. Auch für die Weltbank und die IWF-Vertretung der Schweiz könnte dies eine Chance sein.

Was die Weiterentwicklung der bilateralen Verträge betrifft, sind wir gespannt auf die von Bundesrat Burkhalter angekündigte Roadmap. Begrüssenswert ist auf alle Fälle der Neubeginn bei der Gewichtung der Aussenpolitik. An erster Stelle sollen unsere Nachbarländer Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich stehen. Hier haben wir am meisten offene Fragen: beim Grenzverkehr, beim Dossier zum Flughafen-Zürich und vor allem beim Steuerdossier.

Nun zum zweiten Themenkreis, zur Migrationsaussenpolitik: Die CVP-Fraktion fordert eine Verstärkung der Migrationsaussenpolitik, wie sie im aussenpolitischen Bericht dargelegt wird. Wir begrüssen die erwähnten Abkommen mit Nigeria und dem Westbalkan. Wir begrüssen auch den Abschluss von Migrationspartnerschaften inklusive Rückübernahmeabkommen. Um Migrationsströme generell zu verhindern, ist es zwingend nötig, die Migrationsaussenpolitik zu verstärken und die Bedingungen vor Ort zu verbessern. Gerade in Nordafrika und in anderen instabilen Regionen braucht es vermehrt Hilfe vor Ort, den Aufbau von demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen. Dies ist die beste Hilfe, um Migration einzudämmen.

Zur Migrationsaussenpolitik gehört auch der Abschluss der erwähnten Migrationspartnerschaften. Solche Partnerschaften müssen verstärkt gefördert werden. Darin lassen sich verschiedene Aktionsbereiche verknüpfen: Hilfe vor Ort, Entwicklungszusammenarbeit, Entschuldungsmassnahmen, Rückübernahmeabkommen - die wichtig und nötig sind -, eine konsequente Visumpolitik, der Kampf gegen Menschenhandel, aber auch die Regelung der legalen Arbeitsmigration. Stagiaire-Abkommen mit aussereuropäischen Ländern sollen Jungen eine Chance zur Weiterbildung ermöglichen. Auch Handelsabkommen lassen sich mit Migrationspartnerschaften verknüpfen. Wir empfehlen dem Bundesrat, analog dem Strategiepapier zu Migrationspartnerschaften mit den Balkanstaaten ein solches für die nordafrikanischen Länder auszuarbeiten. Insbesondere die Bekämpfung der irregulären Migration könnte mit einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit oder mit mehr Arbeit vor Ort verbessert werden.

Grundsätzlich braucht die Schweiz eine strategische aussenpolitische Ausrichtung, in der wirtschaftliche, soziale, ökologische und migrationspolitische Interessen aufeinander abgestimmt werden. Wichtige Herkunftsländer von Asylsuchenden sollen nur noch finanzielle Mittel der Schweiz erhalten, wenn sie bereit sind, ein Rückübernahmeabkommen zu unterzeichnen.

Für eine wirkungsvolle Aussenpolitik braucht es die internationale Zusammenarbeit und die aktive Arbeit in der Uno. Für die gute diplomatische Arbeit in der Uno möchte ich den engagierten Schweizer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich danken. Die zehnjährige Mitgliedschaft in der Uno ist ein Erfolg. Viele Probleme lassen sich nur in internationaler Kooperation lösen.

Fiala Doris · Mit-F · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion

Im Namen der FDP-Liberalen Fraktion verdanke ich den aussenpolitischen Bericht, der Transparenz über die Aktivitäten des EDA schafft, sehr herzlich. Der Bericht verdeutlicht, dass die Exaussenministerin die Aussenpolitik dynamisch gestaltete und sie sichtbar zu machen suchte. Er ist zudem Zeugnis dafür, dass auch weiterhin eine Strategie der Universalität angestrebt wurde und man sich im EDA bewusst war, dass in einer globalisierten Welt passives Abseitsstehen nicht zielführend sein kann. Die Schweiz gehört weder einem Militärbündnis noch der EU an, bekommt jedoch grosse weltweite Herausforderungen massiv zu spüren. Als ein neutraler, wirtschaftlich potenter Kleinstaat mitten in Europa, ohne Rohstoffe ausser Wasser und Wissen, sind wir global verflochten und in zahlreichen internationalen Organisationen tätig, und wir werden geschätzt. Der Bericht macht deutlich, dass wir in internationalen Organisationen eine engagierte Rolle spielen, ob bei der Uno, WTO, IWF, Weltbank, Efta, OECD, OSZE oder im Europarat, zu dessen Bericht ich im Nachgang kommen werde. Diese internationalen Organisationen weiss unser Land wirklich als wichtiges Instrument zu nutzen.

Die aussenpolitischen Prioritäten setzte das EDA bei unseren Nachbarländern, den strategischen Partnern und auch bei den Schwellenländern, deren Bedeutung zunehmend ist. Schwerpunkte setzte die Aussenpolitik bei den Umwälzungen in der arabischen Welt und in Nordafrika. Auch der Nahe und Mittlere Osten sind für unser Land von grossem Interesse.

Insbesondere aufgrund der heute hohen Exponiertheit der Schweiz gilt es allerdings - da richte ich mein Wort auch an den neuen Aussenminister, Herrn Bundesrat Burkhalter -, sich zu fragen, wie es sein kann, dass das Deza nicht einmal mehr eine eigene Kommunikationsabteilung hat. Ich denke, dass das wirklich nicht zielführend ist, wenn wir unsere Guten Dienste im humanitären Bereich, in der Friedensförderung richtig verkaufen wollen.

Eine eigentliche Baustelle, es wurde im Vorfeld schon erwähnt, ist das Europadossier. Die Deblockierung scheint die wichtigste und wohl schwierigste Aufgabe der Schweizer Diplomatie der nahen Zukunft zu sein; eine mutige Standortbestimmung ist zwingend. Die europapolitische Ausgangslage gestaltet sich umso schwieriger, als das Ansehen unseres Landes rund um Steuerstreite sicher gelitten hat, die Verschuldung unserer europäischen Nachbarn gewaltig ist und sich unser Land im Unterschied zu anderen europäischen Drittstaaten auch mit politischer Präsenz in Brüssel und institutionalisiertem Dialog schwertut.

Einige von uns hätten sich doch gewünscht, nicht nur Fragen und Herausforderungen klar formuliert zu bekommen, sondern auch ein paar konkretere Antworten zu erhalten. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Im Bericht steht, dass die Schweiz ihre Beziehungen zum südlichen und östlichen Mittelmeerraum neu gestalten müsse, lässt aber das Wie absolut offen. Auch das Bekenntnis, dass die Aussenpolitik heute eben mehr und nicht weniger Diplomatie, mehr und nicht weniger interkulturelles Verständnis, mehr und nicht weniger vernetzte Strategien erfordert, hätten wir uns deutlicher gewünscht.

Wer den aussenpolitischen Bericht gelesen hat, der weiss, dass das EDA grosse Herausforderungen zu meistern hatte und dass auch noch grosse Herausforderungen anstehen. Wir wünschen dem neuen Aussenminister eine glückliche Hand und verdanken der Mannschaft, die diesen Bericht verfasst hat, allerherzlichst ihre Arbeit.

Abschliessend ein Wort zum Europarat, zum Bericht der Delegation, den die FDP-Liberale Fraktion ebenfalls sehr herzlich verdankt. Als Vizepräsidentin der Schweizer Delegation beim Europarat erfüllt es mich tatsächlich mit Stolz, wenn ich sehe, wie unsere "Schweizer Nationalmannschaft" für Demokratisierung der Länder, für Menschenrechte, aber auch für Rechtsstaatlichkeit kämpft. Viele belächeln den Europarat ein bisschen, doch der aussenpolitische Bericht verdeutlicht die Wichtigkeit des Europarates. Die Berichterstattung zeigt tatsächlich, dass wir uns dort einen guten Namen gemacht haben.

Als herausragende Ereignisse in der Berichtsperiode dürfen wir sicher erwähnen, dass unsere ehemalige Aussenministerin Micheline Calmy-Rey Präsidentin des Ministerrates war und dass es wirklich gelungen ist, Aktivitäten zurückzufahren. Es stimmt eben überhaupt nicht, dass wir nur aufbauen; die Schweiz hat sich beispielsweise aus dem Nord-Süd-Zentrum zurückgezogen. Der Schweiz wird attestiert, dass sie einen respektablen Beitrag zur Weiterentwicklung des Europarates leisten konnte. Es geht eben um eine Verwesentlichung; diesbezüglich zu erwähnen sind die 150 000 hängigen Klagen. Die Frage ist, ob es tatsächlich gelingen kann, diesen Rückstand aufzuholen.

Zum Schluss: Die Wahl einer Schweizer Richterin hat Aufsehen erregt und unser Image gestärkt, und die Schweizer im Europarat erfüllten im Jahr 2011 mit 96,8 Prozent Präsenzzeit auch in der Imagefrage eine wichtige Rolle. Wir waren mit unserem Engagement von 47 Ländern auf Platz 1.

Da ich immer wieder gefragt werde, was wir eigentlich machen würden, möchte ich Ihnen etwa fünf Punkte nennen, was wir an Wissen tatsächlich erlangen und hier einbringen können, aber auch, wie wir unsere Interessen in Strassburg vertreten: Es wurde über den Nahen Osten, das Funktionieren der demokratischen Institutionen in Bosnien-Herzegowina, die Medienfreiheit, die Ingewahrsamnahme illegaler Migranten, den Konflikt zwischen Russland und Georgien, die Piraterie, Verbrechen an der Demokratie, die Migranten an den Küsten Süd- und Osteuropas und über Rückführungsprogramme debattiert. Das sind alles Themen, die uns hier in der Schweiz beschäftigen.

Ich danke Ihnen, wenn Sie die Berichte positiv zur Kenntnis nehmen.

Reimann Maximilian · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Heuer fallen, was unsere aussenpolitischen Beziehungen betrifft, zwei runde Geburtstage an, nämlich 10 Jahre Mitgliedschaft in der Uno sowie 50 Jahre im Europarat. Ich möchte mein Votum zum vorliegenden aussenpolitischen Bericht in den Fokus dieser beiden Ereignisse stellen, verbunden mit der Frage: Haben diese beiden Mitgliedschaften unser Ansehen, unsern Einfluss wie auch den Respekt anderer Länder und Völker uns gegenüber beeinflusst, insbesondere bestärkt oder allenfalls auch geschwächt? Natürlich kann ich in wenigen Minuten nicht in die gewünschte Tiefe gehen, aber zu einigen Elementen und Erkenntnissen reicht es doch, vor allem zur Feststellung, dass der notorische Vorwurf, wir seien aussenpolitisch abgeschottet, isoliert, Einzelgänger oder gar Rosinenpicker, doch ziemlich abgenommen hat, und das völlig zu Recht.

Im Europarat gehört die Schweiz - da schliesse ich mich voll und ganz meiner Vorrednerin, Frau Fiala, an - zu den aktivsten und am meisten respektierten Mitgliedern, und dies, obwohl wir nach wie vor nicht alles schlucken, was eine Mehrheit in Strassburg für sogenannt politisch korrekt erachtet; ich denke etwa an die nicht eben wirtschaftsfreundliche Sozialcharta. Natürlich sind nun, vor allem aus dem linken politischen Spektrum, wieder Kräfte am Werk, die uns nahelegen, aus Anlass des fünfzigsten Zugehörigkeitsjahres nun endlich über unseren Schatten zu springen und die Sozialcharta zu ratifizieren. Da kann ich nur sagen: Jubiläen sind nicht dazu da, eine Meinung zu ändern, von der eine klare Mehrheit im Volk offensichtlich überzeugt ist. Im Übrigen hat mir mancher ausländische Kollege im Europarat - ich bin ja auch seit einigen Jahren Mitglied der Parlamentarischen Versammlung - mit Freude und Respekt signalisiert: Gottlob macht die Schweiz auch inskünftig, dank ihrer direkten Demokratie mit obligatorischem oder fakultativem Referendum, nicht alles mit, was von Regierungsgremien oft in undemokratischer Abgehobenheit ausgebrütet worden ist! Hätten wir doch nur mehr Möglichkeiten, auch direktdemokratische, um auf den Abschluss von Staatsverträgen und Konventionen mehr Einfluss zu haben!

Schliesslich noch zur zehnjährigen Mitgliedschaft bei der Uno: Ich gehörte seinerzeit zu den Befürwortern eines Uno-Beitritts und befand mich damals in der eigenen Partei in der klaren Minderheit. Von einer gewissen Ernüchterung bin ich heute aber schon geprägt. So präsentieren sich die uns aus der Uno-Mitgliedschaft erwachsenen Kosten weit höher als seinerzeit in Aussicht gestellt wurde, teilweise wegen überschiessendem Aktivismus. Da wäre weniger oft mehr. Ich hoffe, unter der neuen Führung im EDA werde man da wieder auf den Boden des einem Kleinstaat angemessenen Normalzustandes zurückfinden.

Insbesondere bin ich aber enttäuscht, dass von Uno-Mitgliedern gegenüber unserem Land fundamentale Prinzipien eines Rechtsstaates aus den Angeln gehoben werden. Ich denke da in erster Linie an die widerliche Grossmachtpolitik der USA in Finanz- und Steuerfragen gegenüber unserem Land. So gehen Uno-Partner nicht miteinander um, wenn die Staatsvölker an sich freundschaftlich miteinander verbunden sind. Lassen Sie das, Herr Bundesrat und Aussenminister, bitte gelegentlich auch Ihre Kollegin jenseits des Atlantiks, Frau Hillary Clinton, wissen.

Stamm Luzi · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Schwerpunktthema sind die Umwälzungen in der arabischen Welt. Ich möchte zu diesem Thema etwas sagen. Der folgende Gedanke ist für mich beeindruckend: In wenigen Jahrzehnten wird es zwischen Marokko und Iran mehr Menschen geben als in ganz Europa. Während meiner Zeit im Europarat haben wir in der Subkommission Migration dieses Thema manchmal besprochen. Es gibt in der Tat Handlungsbedarf, und wir haben sehr wohl Grund, uns mehr mit der arabischen Welt zu befassen, als wir das in der Vergangenheit getan haben. Dazu gehört auch, dass wir Regeln setzen, wer kommen darf, und vor allem, wer nicht kommen darf. Es ist eine Notwendigkeit, dass man das mit diesen Staaten aushandelt.

Damit sich diese Staaten entwickeln können, ist es vor allem absolut notwendig, dass die Menschen Rechtssicherheit haben. Rechtssicherheit bedeutet, dass sich die Leute, der Mittelstand, dass sich diese Staaten einen gewissen Wohlstand schaffen können. Dazu gehört Eigentum, dazu gehört, dass wir ihnen helfen, ein Bankensystem aufzubauen, damit sie das Geld nicht sofort wieder verlieren. Dazu gehört vor allem, dass wir ihnen das Geld nicht einfach willkürlich wieder wegnehmen. Wenn man sieht, wie sich die Amerikaner zurzeit in der Welt bewegen, muss man auf diesem Gebiet Bedenken haben.

Wir sprechen hier von der arabischen Welt, und wir haben die Aufgabe, diesen Völkern - von Marokko über Libyen, Tunesien, Ägypten mit seiner gewaltigen Bevölkerungsexplosion bis hin zum Iran und zu Syrien - Rechtssicherheit zu bieten. Wir müssen auch den sich heranbildenden mittelständischen Bevölkerungen eine Chance geben und ihnen Rechtssicherheit bieten.

Wenn ich mich politisch mit diesen Gebieten beschäftige, nimmt mich auch wunder, wohin das Geld fliesst, das wir geben. Mich nimmt wunder, wohin beispielsweise das Geld von Herrn Mubarak geht, das wir blockiert haben. Mich nimmt vor allem wunder, wohin in Zukunft das Ölgeld von Libyen, Irak usw. fliessen wird. Wird das einfach an neue Diktatoren fliessen oder wirklich in demokratische Strukturen? Fliesst es einfach an amerikanische und französische Ölgesellschaften, oder wohin geht dann dieses Geld? Wenn wir als neutrale Schweiz diesen Staaten helfen wollen, müssen wir das unvoreingenommen tun. Wir müssen den einzelnen Staaten, ich wiederhole es, Rechtssicherheit bieten und die Leute dann nicht einfach wieder ans Messer liefern, wie wir das zurzeit mit Amerikanern tun.

Haller Vannini Ursula · Mit-F · Nationalrat · Bern · Fraktion BD

Auch wir von der BDP-Fraktion möchten unserem neuen Aussenminister alles Gute in seiner neuen Position wünschen. Bonne Chance!

Die BDP-Fraktion dankt für die ausführlichen Berichte - ich betone, ich spreche zum aussenpolitischen Bericht und zum Bericht des Europarates -, welche aus unserer Sicht sehr gut aufzeigen, dass es nicht nur wichtig ist, sondern das oberste Ziel sein muss, unsere nationale Selbstbestimmung mit der Notwendigkeit zur internationalen Zusammenarbeit in Einklang zu bringen.

Die BDP-Fraktion begrüsst auch die Absicht des Bundesrates, die Interessen der Schweiz im internationalen Umfeld gezielt und verstärkt geltend zu machen, denn unser Land ist eine der am stärksten in die Weltwirtschaft integrierten Volkswirtschaften. Wir profitieren stark von der internationalen Verflechtung, wir sind aber - wie die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt - auch von internationalen Entwicklungen abhängig.

Gerade die Umwälzungen in Nordafrika - ich gehe mit Nationalrat Luzi Stamm einig, dass wir genau hinschauen müssen, was dort passiert -, aber auch die Umwälzungen im Nahen Osten, denen im aussenpolitischen Bericht ein Schwerpunktkapitel gewidmet ist, zeigen deutlich, wie stark die Chancen, aber auch die Herausforderungen, die von solchen Ereignissen ausgehen, schlussendlich auch auf unser Land Einfluss haben; es sind dies Herausforderungen, die uns in vielerlei Hinsicht direkt oder zumindest indirekt betreffen. Wir begrüssen die Bestrebungen des Bundesrates, diesen Ländern zu stabilen Demokratien zu verhelfen. Seien wir aber realistisch: Die meisten aussenpolitischen Probleme übersteigen die Möglichkeiten eines einzelnen Staates, also auch unseres Landes. Sie können nur im Verbund mit anderen, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft, angegangen werden. Ich spreche dabei von den Bereichen internationale Finanz- und Wirtschaftspolitik, menschliche Sicherheit, Entwicklungszusammenarbeit und vor allem auch - das möchte ich bestätigen - Migration. Wir freuen uns, dass für den Bundesrat eine solche internationale Zusammenarbeit nicht im Widerspruch zur nationalen Souveränität steht; sie bietet vor allem die Chance, entsprechend den eigenen Interessen verantwortlich zu handeln. Den Stellenwert unseres Landes im Ausland, das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken heisst aus unserer Sicht auch mitzuhelfen, die internationale Öffnung und den Abbau interner Wettbewerbshindernisse mit Augenmass voranzutreiben.

Ein Sprichwort sagt: Wer rastet, der rostet. Wir danken dem Bundesrat, dass er die wirtschaftliche und politische Gewichtsverschiebung hin zu den aufstrebenden Schwellenländern - sie wurden von der Kommissionssprecherin vorhin erwähnt - namentlich in Asien, aber auch zu aufstrebenden Staaten wie China, Indien, Japan, Brasilien und Südafrika weiter intensiviert.

Die Schweiz tut gut daran, im Zeitalter der immer stärker vorhandenen, in allen Gebieten spürbaren Globalisierung eine klare Ausrichtung ihrer Aussenpolitik zu formulieren. Die erhobenen Mängel und Lücken, die in der Kommission und teilweise auch hier am Mikrofon von einzelnen Mitgliedern erwähnt wurden, haben möglicherweise ihre Richtigkeit, weil wir feststellen, dass Aussenpolitik und Aussenwirtschaftspolitik und schlussendlich eben auch die Finanzpolitik immer mehr aufeinander abgestimmt werden müssen. Insofern kann die Absicht des Bundesrates - und diese Aussage mag Ihnen bekannt vorkommen, weil ich sie auch bei der Beratung des aussenwirtschaftspolitischen Berichtes gemacht habe -, in Zukunft diese Berichte gemeinsam vorzulegen und auch gemeinsam zu diskutieren, dazu dienen, dass wir einen möglichst umfassenden Überblick erhalten. Zumindest, Herr Bundesrat Burkhalter, hat uns dies Ihr Kollege, Bundesrat Schneider-Ammann, so versprochen.

Die BDP-Fraktion nimmt von beiden Berichten Kenntnis und dankt dem Bundesrat und der Verwaltung für die damit verbundene grosse und kompetente Arbeit.

Erlauben Sie mir zwei persönliche Bemerkungen zu vorherigen Aussagen von meinen Kolleginnen. Es ist richtig, dass die Guten Dienste ganz wesentlich sind, um den Stellenwert unseres Landes auch im Ausland richtig zur Geltung zu bringen. Dazu gehört aus meiner Sicht aber auch - auch dies wurde vorhin gefordert - mehr Diplomatie, und das heisst auch, in den Ländern mit Botschaften und mit Konsulaten präsent zu sein. Da, so meine ich, müssen wir sehr aufpassen, und es wäre deshalb ein Wunsch von mir an unseren neuen Aussenminister, dass wir den Sparhebel hier nicht allzu stark ansetzen, weil Aussendiplomatie auch bedeutet, dass man in den Ländern andocken kann, dass man dort Anliegen vorbringen kann. Ich habe mir aus diesem Grund erlaubt, eine Interpellation zur Frage einzureichen, was das konkret heisst und wie wir mit den schweizerischen Residenzen im Ausland weiterfahren wollen.

Also noch einmal: Herzlichen Dank für alle Bemühungen, Doris Fiala, auch für die Bemühungen des Europarates. Wir haben gehört, und es ist eindrücklich zu sehen, dass man auch im Europarat versucht, unser Land gegen aussen möglichst ins beste Licht zu stellen.

John-Calame Francine · Mit-F · Nationalrat · Neuenburg · Grüne Fraktion

Les Verts prendront acte des rapports de politique extérieure et relatifs au Conseil de l'Europe.

Le Conseil de l'Europe revêt une importance toute particulière en ces temps troublés et depuis peu il a élargi sa zone d'influence. Ainsi l'Assemblée parlementaire peut octroyer le statut de partenaire pour la démocratie à des parlements nationaux d'Etats non membres des régions voisines, pour autant que ces parlements remplissent certaines conditions clairement définies. Le parlement marocain et le Conseil national palestinien sont les premiers à avoir obtenu ce nouveau statut. Tous deux se sont notamment engagés à défendre les valeurs du Conseil de l'Europe, à organiser des élections libres et équitables et à oeuvrer à l'abolition de la peine de mort. Les Verts espèrent que ce nouvel espace de dialogue permettra des échanges fructueux et aidera à instaurer une paix durable dans les régions concernées. Les progrès seront régulièrement évalués et feront l'objet de rapports à l'Assemblée du Conseil de l'Europe, au sein de laquelle les parlementaires suisses jouissent d'une remarquable reconnaissance pour leurs compétences et leur expertise dans les domaines de la démocratie et des droits de l'homme.

Par ailleurs, les réformes initiées à la Cour européenne des droits de l'homme, suite à l'adoption à Interlaken du protocole 14 par la Russie, devraient aussi permettre d'améliorer l'efficacité de la Cour et donner encore plus de crédibilité et de visibilité à cette institution phare du Conseil de l'Europe.

Par ailleurs, nous avons pris note que le Conseil fédéral souhaite adopter une nouvelle stratégie pour résoudre les problèmes institutionnels que nous avons avec l'Union européenne et qu'il entend utiliser l'accord sur l'électricité pour parvenir à ses fins. Nous lui souhaitons bonne chance, car tant que les problèmes institutionnels ne seront pas résolus, l'application du droit ne sera pas garantie et les blocages persisteront.

Pourtant notre pays, situé au coeur du réseau électrique européen, pourrait jouer un rôle extrêmement important dans ce domaine.

Vu le climat financier et économique actuel et l'endettement de certains pays de la zone euro, les pressions sur la Suisse ont tendance à s'accentuer. Le programme de la législature précédente prévoyait déjà des mesures pour améliorer nos relations avec nos voisins et plus particulièrement avec l'Italie. Force est de constater qu'il ne s'est rien passé de très concret, que les différends liés à la fiscalité des frontaliers persistent et que la France n'apprécie pas particulièrement que nous accueillions ses riches ressortissants en leur offrant des forfaits fiscaux.

L'amélioration de nos relations, ainsi que les nouveaux accords à discuter avec l'UE, restent donc des objectifs prioritaires, car indispensables à notre économie. Pourtant le résultat des négociations ne dépend pas que de l'UE, mais aussi de nos propres capacités à appréhender l'avenir positivement et avec ouverture. Osons enfin dire clairement à la population que les bilatérales sont au point mort depuis 2008.

Prochainement la population sera appelée à se prononcer sur la libre circulation des personnes et sur son extension à la Croatie. Cette votation-là n'est pas gagnée d'avance: même dans les cantons qui jusqu'à présent ont toujours soutenu la voie bilatérale, toujours plus de personnes expriment leur scepticisme et des critiques à l'encontre de la main-d'oeuvre étrangère, et particulièrement à l'encontre des frontaliers, toujours plus nombreux.

Il est indispensable de ne pas minimiser ce risque et ce ne sont pas les quelques maigres dispositions prises ces jours pour renforcer les mesures d'accompagnement qui nous rassurent, car il y a encore trop de conventions collectives de travail qui ne mentionnent pas ou plus de salaire minimum. Cette situation a tendance à engendrer une pression à la baisse sur les salaires notamment dans les régions frontalières, au risque que nos accords avec l'UE capotent. Ce n'est donc pas un hasard si le canton de Neuchâtel a accepté l'initiative pour l'introduction d'un salaire minimum.

Quant à la pression exercée par les Etats-Unis concernant l'imposition de ses contribuables ayant déposé de l'argent dans nos banques, elle devrait s'estomper puisque nous avons accepté d'entrer en matière pour leur livrer les informations qu'ils demandent. Par contre, ce répit risque d'être de courte durée car certains pays au sein de l'UE élèvent déjà la voix pour exiger les mêmes conditions, et les accords "Rubik" signés avec l'Allemagne et la Grande-Bretagne ne font pas l'unanimité.

Un autre pilier de notre politique extérieure reste bien sûr l'aide au développement et nous espérons que la Suisse aura à coeur de respecter ses engagements afin que les objectifs du Millénaire puissent être atteints comme prévu d'ici à 2015. Ce n'est pas parce que les pays occidentaux souffrent de la crise que nous devons oublier les pays les plus pauvres, qui sont davantage exposés à des changements climatiques dont nous sommes en grande partie responsables.

Même s'il nous semble que la Suisse perd un peu de son influence sur la scène internationale, notamment parce qu'elle ne participe pas aux travaux du G-20, le repli sur soi ne constitue pas une solution, quoi qu'en disent certains. Alors essayons de maintenir une Suisse ouverte aux autres qui défend certes ses intérêts, mais sans pour autant oublier ses valeurs.

Müller Geri · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion

Erlauben Sie mir, zuerst kurz die Bundesverfassung zu zitieren: "Der Bund setzt sich ein für die Wahrung der Unabhängigkeit der Schweiz und für ihre Wohlfahrt; er trägt namentlich bei zur Linderung von Not und Armut in der Welt, zur Achtung der Menschenrechte und zur Förderung der Demokratie, zu einem friedlichen Zusammenleben der Völker sowie zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen." Daran müssten wir eigentlich die Aussenpolitik messen, die im letzten Jahr - oder in den letzten Jahren, auf die sich viele von Ihnen jetzt bezogen haben - gemacht worden ist.

Die Frage ist: Wo stehen wir bei der Erreichung dieser Ziele der Bundesverfassung, hinter denen ja fast das ganze Volk gestanden ist? Wenn wir die Aktivitäten im Jahresbericht lesen, stellen wir fest, dass das ganze Jahr hindurch an vielen Orten gearbeitet worden ist. Es ist schwierig herauszutüfteln, wo die Politik sehr erfolgreich, wo sie nicht erfolgreich und wo sie nur mässig erfolgreich war. Etwas kann man nicht machen: versuchen, eine persönliche Agenda einzubringen. Das kann man vor allem dann nicht machen, wenn das betreffende Land in gewissen Schwierigkeiten steckt. Ich möchte zwei Beispiele erwähnen:

1. Das Wort "Migrationsaussenpolitik" ist heute sehr geläufig. Man stellt sich vor, dass man mit verschiedenen Staaten, die ihre Leute wieder zurücknehmen sollen, Verträge aushandelt - eigentlich zur Reduktion unseres Migrationsproblems. Nicht gesagt worden ist heute aber, dass die meisten dieser Länder auch ein anderes Problem mit der Schweiz haben. Ich möchte mich dazu ganz kurz äussern:

Es ist natürlich schon toll, wenn man mit Nigeria einen Vertrag machen und die Leute einfach so zurückschaffen kann. Wie schwierig es tatsächlich ist, wissen wir heute vor allem auch deshalb, weil wir nicht immer sicher sind, ob die Leute von dort kommen, wohin die Indizien deuten. Das ist das eine. Das andere ist die Frage, mit wem wir verhandeln. Ich bleibe beim Beispiel Nigeria: Wir verhandeln mit einem riesigen Land, das in den letzten zehn, zwanzig Jahren ein enormes Wachstum gehabt hat, vor allem wegen seines Ölreichtums. Wenn Sie die Situation in diesem Land anschauen, sehen Sie, dass aus diesem Reichtum nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung einen Gewinn zieht, der Rest wird nicht berücksichtigt. Die Situation in Nigeria ist verheerend.

Sie müssen sehen, dass es einfach Leute gibt, die den Rohstoffen aus ihren Ländern nachreisen und halt gegen Norden ziehen, irgendwohin, vielleicht zufälligerweise auch in die Schweiz. Deshalb ist eine Migrationsaussenpolitik, wenn man sie schon machen möchte, damit zu verbinden, dass man sich Rechenschaft gibt, was uns eigentlich Öl kostet und wie wichtig das Öl für unsere Wirtschaft ist. Es reicht nicht einfach die Abrechnung, wie viele Flüchtlinge wir von dort haben. Diese Politik ist aber sehr, sehr viel schwieriger, als irgendwelche Verträge zu machen mit afrikanischen Ländern, die fast alle sehr reich an Bodenschätzen sind. Wir sind davon absolut abhängig. Ohne sie können wir unsere Wirtschaft nicht betreiben. Und dann verhalten wir uns diesen Menschen gegenüber in dieser Art und Weise!

2. Zur Frage der Beziehung zu Europa und zur EU: Natürlich ist das eines der Themen, die uns sehr stark beschäftigen. Aber für uns Grüne hört die Welt nicht einfach an der EU-Aussengrenze auf. Die Beziehungen zu Europa sind sehr wichtig. Bis jetzt haben wir sie auf gleicher Augenhöhe mitgestaltet, und dann sind wir halt nicht immer die Lieblinge aller Länder. Aber das ist, wie es ist. Es dient auch der Wahrung der Eigenständigkeit der Schweiz, einen Dialog auf Augenhöhe zu führen und dann halt auch ab und zu Konflikte zu riskieren. Wenn die Welt an der europäischen Aussengrenze nicht aufhört, tun wir gut daran, eine Aussenpolitik zu machen, die sich um andere Länder kümmert. Auch dort ist es nicht sinnvoll, von vornherein einen Kotau zu machen. Auch wenn es die Vereinigten Staaten von Amerika sind, haben wir als kleines Land genauso das Recht, auf Augenhöhe zu verhandeln.

Für mich heisst das klar: Die Aussenpolitik der Schweiz ist eine schwierige Sache, eine komplizierte Sache und eine sehr ermüdende Sache. Aber sie ist wichtig. Es ist auch wichtig, dass wir die Werte, die wir als Kleinstaat hochhalten, auch gegenüber grossen Entitäten wirklich aufrechterhalten. In dem Sinne hoffe ich, dass die Aussenpolitik weiterhin gut geführt wird, so gut geführt wird, dass wir immer noch ein sehr gutes Image haben, auch wenn wir in unserem Land Firmen haben, die in den letzten Jahren diesem Image massiv geschadet haben. Und wenn ich noch einmal auf das Thema Rohstoff zurückkommen darf, bitte ich Sie, an Folgendes zu denken: Wenn wir unsere Rohstofffirmen in der Art und Weise zusammenschweissen, wie das jetzt in Zug vorgesehen ist, riskieren wir vielleicht einen nächsten Crash, und wir profitieren dabei von einem Geschäft, das unter einem grossen Teil der Menschheit Leid verbreitet.

In dem Sinne hoffe ich weiterhin auf die gute Strategie der Schweiz in der Aussenpolitik und bitte Sie, vom Bericht Kenntnis zu nehmen.

Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg

Tout d'abord j'aimerais, au nom du Conseil fédéral, vous remercier de l'accueil globalement positif que vous avez réservé à ce rapport. Vous me permettrez aussi comme nouveau ministre des affaires étrangères de vous remercier de vos bons voeux. En quelques dizaines d'années de politique, on apprend à prendre les bons voeux avec un petit peu de distance. Alors je les comprends plutôt comme une volonté de travail commun, comme s'ils étaient adressés à la position de la Suisse en général, plutôt qu'à un conseiller fédéral particulier.

Vous avez examiné ce rapport, qui est un rapport qui vise le passé puisqu'il parle de l'année 2011, avec beaucoup de nuances, comme il sied à un Parlement - des nuances surtout orientées vers l'avenir. Je crois que vous avez raison. Quand on a un tel regard sur le passé, sur l'année 2011, il faut au fond en développer une vision pour les années suivantes; c'est cela qui motive la politique. Je crois qu'il faut le faire ainsi. C'est d'ailleurs aussi ce qu'a fait le Conseil fédéral puisqu'il a décidé de se baser sur ces éléments-là pour développer dès à présent une nouvelle stratégie que nous avons communiquée l'année passée. Je vais donc faire le lien entre l'année 2011, ce rapport sur l'année passée, et les accents que l'on veut mettre dans le futur.

D'abord le regard sur 2011. Il s'est arrêté sur toute une série d'images, des images fortes. Plusieurs d'entre vous en ont parlé. Les plus fortes sont celles de cette saison, de ce printemps arabe qui est bien plus qu'une saison, de ces personnes qui clament leurs droits, de ces individus qui expriment l'espoir de la liberté avec évidemment tous ses dangers. Plusieurs d'entre vous ont également posé la question: que va-t-il se passer, comment les choses vont-elles évoluer, comment la Suisse se positionnera-t-elle, quels seront les engagements de la Suisse? Il est évidemment très difficile d'y répondre aujourd'hui. Ces images fortes ont marqué le défi de la transition politique, elles ont marqué la modification des rapports de force et des alliances traditionnelles dans la région, mais l'avenir n'est évidemment pas encore écrit dans tous ses détails, de loin pas.

Cela revêt une importance évidente pour la Suisse en termes de politique énergétique, de politique sécurité, de politique de migration, cela a été dit à plusieurs reprises. Mais de manière générale, c'est important sur le plan humain. L'engagement de la Suisse a donc été intensifié dans le domaine de l'aide humanitaire, dans l'appui à la démocratie, dans le développement économique, dans la coopération migratoire. Cela répond à la plupart des remarques que vous avez faites. Je crois que la Suisse vise, par son engagement, la stabilité. Cette stabilité passe par un renforcement de la démocratie, au sens premier du terme, dans toute cette région.

L'année passée, il y a eu aussi des images en accéléré de la crise économique et financière internationale, des réformes de l'architecture financière internationale, des répercussions de ces réformes sur la Suisse. Les groupes politiques ont des visions différentes de l'avenir. On peut dire, de manière générale, que la pression des organismes internationaux qui se penchent sur les problèmes économique globaux - l'OCDE, le Conseil de stabilité financière, le FMI - a augmenté, et nous devrons évidemment en tenir compte ces prochaines années. C'est ce que nous avons fait également dans la nouvelle stratégie, j'y reviendrai.

Il y a aussi les images un peu brouillées de l'année passée avec les pays voisins et l'UE, et cela a aussi été un élément que nous avons intégré pleinement à notre nouvelle stratégie.

Les autres images sont celles, parfois contrastées, des priorités que l'on a avec les grands partenaires du G-20 en particulier, mais aussi les Etat "like-minded" avec lesquels nous partageons tout spécialement une communauté de destin. Nous avons remarqué le déplacement des axes de puissance vers la zone pacifique, vers l'Asie, avec la "multipolarisation", et également la montée en puissance de pays émergents, comme le Brésil et l'Afrique du Sud.

Puis enfin, il y a les images les plus authentiques d'une Suisse qui cherche à offrir une valeur ajoutée, notamment dans les domaines de la sécurité humaine, donc des droits de l'homme et de la coopération au développement, parfois aussi tout simplement au niveau de l'aide humanitaire - tout simplement, mais de manière tellement nécessaire.

Puis vous avez également porté votre regard dans le débat de tout à l'heure, comme nous l'avons porté dans les rapports, sur le Conseil de l'Europe. Là, nous voudrions relever, nous aussi, l'engagement de la Suisse en général, mais aussi du Parlement en particulier. Doris Fiala, je crois, a parlé de "Schweizer Nationalmannschaft" à propos de l'engagement des parlementaires dans le Conseil de l'Europe. Nous pouvons en effet confirmer que du point de vue du gouvernement aussi il est très souhaitable que la "Schweizer Nationalmannschaft" du Parlement s'engage ainsi dans les débats les plus importants de telles organisations et tout spécialement au Conseil de l'Europe.

C'est donc le regard porté sur 2011, et la vision pour l'avenir est celle d'une nouvelle stratégie de politique extérieure du Conseil fédéral. J'insiste sur ce point, c'est une stratégie du Conseil fédéral. C'est donc une stratégie qui sera déclinée plus tard, par exemple par région ou par thème, et là aussi l'aspect de travail en équipe des différents départements et de coordination de la politique étrangère sera décisif. Nous y tenons absolument et nous croyons d'ailleurs qu'un des éléments qui expliquera la réussite ou non de certains des grands projets, notamment par exemple dans l'approche des relations bilatérales rénovées avec l'Union européenne, ce sera notre capacité à avoir une base unie en Suisse, avant d'aller négocier l'avenir de notre pays avec nos différents partenaires.

Dans cette stratégie - cela a été dit aussi par Monsieur Müller tout à l'heure -, il faut rappeler d'emblée quel est l'objectif principal de la politique étrangère: c'est clairement la défense de nos intérêts et la promotion de nos valeurs. Les intérêts sont la sécurité, l'indépendance et la prospérité du pays; les valeurs sont clairement les droits de l'homme, la démocratie, la paix, la lutte contre la pauvreté et la détresse et la préservation des ressources naturelles.

Tout cela est intangible parce que cela se trouve dans notre Constitution et c'est cet objectif principal qui doit être décliné systématiquement, parce que c'est le texte fondamental et aussi parce qu'il est particulièrement juste. Cette politique étrangère, qu'elle soit de 2011 ou des prochaines années, est aussi basée sur des principes qui sont connus, en particulier pour ce qui est de la neutralité, de l'universalité et de l'Etat de droit. J'aimerais juste préciser que la Suisse a un intérêt évident à faire triompher le droit sur la force. Non seulement c'est juste, mais en plus c'est dans son intérêt, parce qu'elle ne saurait faire autrement bien évidemment. En matière d'universalité, la Suisse a un grand intérêt, compte tenu du fait qu'elle n'est pas membre de nombreuses organisations internationales comme par exemple le G-20, l'Union européenne, l'OTAN ou d'autres domaines encore, à avoir un maximum de relations privilégiées, de très bonne qualité, avec de nombreux partenaires, ce qui n'empêche pas de fixer des priorités. C'est ce que le Conseil fédéral a fait clairement la semaine dernière, j'y reviendrai. Il y a aussi la neutralité, en tant que droit mais en tant que politique également, qui est un moyen de défendre nos intérêts, qui est aussi une carte à jouer de manière à faire valoir les spécificités de la Suisse en matière de bons offices notamment.

Au nom du Conseil fédéral, j'aimerais ajouter dans ces principes ceux de solidarité et de responsabilité, pour la simple et bonne raison que la Suisse a actuellement de manière générale une bonne image à l'étranger, mais terriblement enviée, que cette image de réussite économique comporte un certain nombre de risques pour l'avenir. A ce cocktail s'ajoutent l'attractivité fiscale, la question de la centralisation du trading de matières premières. Afin de contrecarrer ce côté qui peut être terriblement envié, voire parfois critiqué, il est important que la Suisse s'engage fortement dans la résolution des enjeux globaux. Elle doit montrer clairement une forte solidarité et une forte responsabilité. On attend cela d'elle et c'est pourquoi il faudra, dans les débats à venir sur la politique étrangère, avoir constamment à l'esprit cette vision globale. On ne mène pas une discussion, sur la coopération internationale par exemple, sans l'intégrer à la politique étrangère en tant que tout.

Nous avons donc fixé quatre axes prioritaires et un devoir central. Le devoir central concerne les Suisses qui vivent et qui voyagent à l'étranger. Environ 10 pour cent de notre population vit à l'étranger et il y a à peu près 16 millions de voyages suisses par an. Cela nous donne droit à toute une série de chances et d'ouvertures, mais cela représente aussi quelques risques qu'il faut savoir gérer. Il y aura vraisemblablement un débat au Parlement sur la future nouvelle loi sur les Suisses de l'étranger qui est en préparation dans l'une de vos commissions.

Il y a quatre axes prioritaires. J'aimerais, au nom du Conseil fédéral, tout d'abord évoquer le premier qui est la volonté de donner une priorité aux relations avec nos voisins. Cela a été mentionné à plusieurs reprises tout à l'heure. Les relations avec nos voisins ne sont pas une évidence. Cela devrait l'être, mais cela ne l'est pas ou ne l'est plus. Nos voisins sont de très grands pays: trois d'entre-eux sont dans le G-8 et le G-20, l'un est membre permanent du Conseil de sécurité des Nations Unies. Cela veut dire que les problèmes transfrontaliers que nous pouvons avoir avec ces pays risquent de se transformer en problèmes beaucoup plus globaux. Il importe donc de faire attention à ces relations, afin qu'elles n'influencent pas négativement la position de la Suisse. Il faut faire en sorte que les relations avec les voisins soient un atout pour la Suisse et non pas un désavantage. C'est pourquoi nous voulons entretenir et développer ces relations. Pour les problèmes transfrontaliers, nous voulons faire en sorte que chaque problème soit résolu aussi rapidement que possible.

Nous avons actuellement, pour prendre quelques exemples, des problèmes qui durent depuis longtemps: avec la France pour l'aéroport de Bâle-Mulhouse, nous sommes à bout touchant d'une solution qui doit encore faire l'objet de discussions, mais nous estimons que ce genre de dossier devrait pouvoir faire l'objet de progrès rapidement, de manière à ce qu'on puisse avancer dans cette idée de discuter ouvertement et franchement les différents problèmes qui nous occupent, en étant orienté vers des solutions.

Il y a également l'ouverture la semaine dernière de négociations sur l'aéroport de Zurich: là, il s'agira de voir dans quelle mesure on peut progresser vers une solution plutôt que d'être constamment dans une atmosphère de blocage. Les discussions avec l'Allemagne relatives à l'impôt libératoire sont également au centre de nos préoccupations, puisqu'en plus d'être un élément important pour nos relations avec ce pays, elles ont aussi valeur d'exemple au niveau des contacts avec d'autres pays qui attendent de voir dans quelle mesure ce dossier se débloque.

Les relations en général, financières et fiscales en particulier, avec l'Italie sont également de grande importance et là aussi, nous souhaitons pouvoir donner un nouvel axe de solution plutôt que de rester bloqués sur les problèmes.

Plusieurs d'entre vous ont évoqué la deuxième priorité fixée par le Conseil fédéral: le deuxième cercle après les voisins, c'est-à-dire l'Union européenne. Nous voulons approfondir et aménager nos relations avec l'Union européenne et nous avons clairement décidé, la semaine passée, de faire en sorte que la voie bilatérale soit confortée, confirmée, expliquée et rénovée: ce n'est pas évident. La nouvelle stratégie du Conseil fédéral prévoit en effet qu'il y ait un dossier pilote qui, si l'Union européenne approuve cette manière de faire, sera le dossier relatif à l'accord sur l'énergie et l'électricité. C'est dans le cadre concret de la discussion d'un accord que nous souhaitons pouvoir discuter également les aspects institutionnels.

Simultanément, nous voulons avoir un programme commun sur l'ensemble des dialogues et des négociations que nous avons et que nous aurons avec l'Union européenne dans le cas où l'on peut avancer selon la stratégie du Conseil fédéral, et en même temps nous souhaitons développer, du côté suisse comme de l'Union européenne, les mandats qui manquent pour avancer dans certains dossiers du programme commun de dialogue et de négociation.

Nous avons proposé de manière très proactive cette façon de faire à l'Union européenne. Cela a fait l'objet de discussions et nous verrons dans quelle mesure nous réussissons à débloquer la situation, après une assez longue période marquée uniquement par la volonté de discuter de manière abstraite des problématiques institutionnelles - ce qui ne permet nullement d'avancer à notre sens dans ce dossier.

Plusieurs contacts que nous avons avec les capitales européennes sont intéressants et positifs. Il suffit maintenant d'avoir encore un contact positif avec Bruxelles pour pouvoir réussir à aller de l'avant, et c'est ce que nous souhaitons dans ces prochaines semaines.

Le troisième axe - si l'on peut dire, mais cette fois-ci, c'est encore beaucoup plus large -, c'est la stabilité avec l'"Europe plus", non seulement l'Europe elle-même mais toutes les régions proches comme le Caucase, les Balkans, l'Asie centrale, le Moyen-Orient, également l'Afrique du Nord. Concrètement, ce sont aussi tous les pays dans lesquels nous menons des actions en matière de développement, des actions humanitaires ainsi que des actions de sécurité humaine, notamment les pays fragiles, les pays dans lesquels les structures étatiques n'existent pas. On aura l'occasion de parler dans le détail de cet axe de stabilité avec le message sur la coopération internationale, qui fera également l'objet d'une discussion relative aux problèmes migratoires qui ont été évoqués à plusieurs reprises par plusieurs d'entre vous.

Le quatrième et dernier axe prioritaire de la politique étrangère du Conseil fédéral pour ces prochaines années concerne les partenariats stratégiques et les thèmes globaux. Plus exactement, nous voulons renforcer et diversifier nos partenariats stratégiques. Nous voulons nous engager pour une amélioration de la gouvernance globale, avec un accent sur les thèmes forts de la Suisse. Il s'agit essentiellement des droits de l'homme, de la démocratie, mais aussi de thèmes plus précis comme la diplomatie scientifique. Puis, nous avons la volonté de promouvoir la Genève internationale. Nous pouvons vous assurer, Monsieur Tornare, que dans toutes les langues le Conseil fédéral est convaincu de cette nécessité qu'il faut développer là aussi avec Genève une stratégie offensive pour les années à venir.

Nous voulons des partenariats stratégiques avec des acteurs importants, notamment le G-20, nous voulons renforcer notre action dans les forums multilatéraux. Je dirai à titre d'exemple que la Suisse, la semaine passée, a obtenu pratiquement l'avant-dernier élément qui manquait à son acceptation dans le cadre de l'"Asian European Meeting", le forum Europe-Asie, qui fera l'objet d'une décision définitive à la fin de l'année. On peut déjà dire maintenant que la Suisse va être intégrée à ce meeting qui, en fait, correspond à une région qui représente à peu près 60 pour cent du commerce mondial. La Suisse va également entamer sa deuxième décennie à l'ONU avec la volonté de marquer cette nouvelle décennie par deux thèmes: la réforme et la sécurité. Dans ces deux domaines, avec ses partenaires, la Suisse sera ces prochains temps très active à l'Organisation des Nations Unies.

La Suisse va aussi présider l'OSCE dès 2014, avec une participation à la troïka présidentielle entre 2013 et 2015, ce qui est une très bonne chose pour pouvoir expliquer sa conception de la sécurité. Il y a en effet à l'OSCE une vision de la sécurité très large, qui correspond à celle de la Suisse, de la prévention des conflits à la gestion des crises jusqu'aux problèmes de la promotion de la démocratie, des droits de l'homme et l'Etat de droit. Nous allons mettre en place une "task force" pour pouvoir préparer cette présidence dans les meilleures conditions. Le rapport sur la politique étrangère 2011 est donc une bonne base pour mettre en valeur ce qui existe déjà et pour le développer avec une série de priorités aussi précises que possible dans un cadre stratégique tel que nous l'avons proposé la semaine passée. Ces éléments-là sont déjà en cours, certains projets évoluent vite, et d'autres prendront plus de temps; nous aurons le temps d'en reparler avec vous. Nous vous remercions de prendre acte de ce rapport.

Rusconi Pierre · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Je vous dis une chose que probablement vous savez déjà: l'Italie est le deuxième partenaire commercial de la Suisse. Je vous dis aussi une chose que peut-être vous ne savez pas: en Italie, le premier employeur, c'est l'Etat, le deuxième, c'est l'entreprise automobile Fiat, et le troisième, c'est le canton du Tessin. Les rapports sont donc très étroits entre l'Italie et la Suisse. Cela fait maintenant deux ans qu'on entend toujours les mêmes choses de la part du Conseil fédéral: la situation va s'améliorer, les rapports avec l'Italie vont être réglementés, on va certainement trouver une solution. Mais malgré cela, l'année passée a été, comme dirait la reine d'Angleterre, un "annus horribilis" en ce qui concerne les rapports avec l'Italie; et les deux premiers mois de cette année, c'est encore pire! Monsieur Monti ne veut pas entendre parler de la Suisse, cela ne l'intéresse pas. Il semble que cela vous intéresse, alors j'aimerais savoir quelles sont les prochaines étapes dans ce dossier.

Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg

Monsieur Rusconi, le Conseil fédéral ne partage pas votre analyse. Il la partage partiellement, mais pas pour ce que vous venez de dire à la fin. Tout d'abord, il est vrai que pendant une longue période les relations avec l'Italie n'ont pas été bonnes, et c'est la raison pour laquelle nous en faisons une priorité. Nous estimons qu'il faut vraiment "mettre le paquet", en quelque sorte, pour améliorer les relations entre la Suisse et l'Italie, comme nous le souhaitons également entre la Suisse et la France.

Pour le reste, dans ces premiers mois, je constate en tout cas que des contacts ont lieu, que nous avons pu rencontrer le ministre des affaires étrangères et parler de l'ensemble des problèmes, que la volonté d'aller de l'avant existe. Monsieur Monti dit en fait qu'il ne veut pas entrer en discussion avec la Suisse sur des éléments comme, par exemple, l'impôt libératoire, tant que la Commission européenne n'a pas pris une position claire. On peut comprendre cela, surtout quand on connaît le passé de Monsieur Monti. Mais cela ne veut pas dire pour autant qu'il n'y ait aucune possibilité de débloquer la situation.

Nous sommes d'avis que les relations entre l'Italie et la Suisse - et avec le Tessin au milieu, en quelque sorte - ne peuvent être débloquées que si chacun fait un effort. Chacun doit faire un pas. La problématique de l'imposition des frontaliers doit être débloquée si l'on veut pouvoir véritablement ouvrir des discussions et des dialogues porteurs d'avenir sur les questions fiscales avec l'Italie.

Dans ce sens, nous appelons, nous Conseil fédéral, l'ensemble des partis à faire un geste, à faire un effort et à débloquer la situation, nous restons optimistes et pensons que cela est possible. Mais, encore une fois, il faut que, de tous côtés, il y ait une volonté de débloquer réellement ces problèmes et de ne pas les laisser persister, parce que chacun attend que l'autre fasse le premier pas.

Walter Hansjörg · P-M · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

12.014, 11.014

Vom Bericht wird Kenntnis genommen

Il est pris acte du rapport