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Auswirkungen von Radioaktivität im Vergleich zu anderen Risiken des täglichen Lebens
Pezzatti Bruno · Mit-M · Nationalrat · Zug · FDP-Liberale Fraktion
Ich teile die Auffassung des Bundesrates, dass die Auswirkungen von ionisierender Strahlung im Vergleich zu anderen Risiken des täglichen Lebens richtig gewichtet werden müssen. Aber wieso unternimmt er denn nichts, damit dies auch tatsächlich umgesetzt wird?
Die Bevölkerung ist entgegen der Meinung des Bundesrates über Risiken und Nutzen der Radioaktivität zum weit überwiegenden Teil nicht im Bilde. Dies hat die Umfrage von Demoscope im Sommer 2012 eindrücklich ergeben. Die Ängste in der Bevölkerung sind gross, und die Risiken der Radioaktivität werden um eine Grössenordnung von Faktor 100 und weit mehr überschätzt.
Wieso gibt es einen Grenzwert von einem Millisievert für künstliche Strahlenquellen, wenn doch die natürliche Strahlenbelastung in der Schweiz durchschnittlich etwa 5-mal und in gewissen Gebieten unseres Landes - zum Beispiel im Oberwallis, in Graubünden, im Tessin - sogar bis zu 150-mal höher liegt? Was soll dieser Grenzwert, wo doch fast jeder Einwohner dieses Landes früher oder später mit medizinischen Untersuchungen oder Behandlungen konfrontiert ist, die diesen Grenzwert x-fach überschreiten, und zwar ohne jede Schadenfolge? Das macht keinen Sinn.
Wieso haben die Leute Angst vor einem Tiefenlager der Nagra, obwohl heute ja die gleichen radioaktiven Stoffe völlig gefahrlos im Zwischenlager an der Oberfläche gelagert werden können? Was nützt es, wenn der Bund in grossen Zeitabständen eine Broschüre zuhanden der Bevölkerung publiziert, wenn die darin enthaltene beruhigende Botschaft offensichtlich nicht ankommt? Es gibt viele Beispiele dafür, dass das Bundesamt für Gesundheit - ungewollt, wohl gesagt - suggeriert, dass der Strahlengrenzwert von einem Millisievert die Grenze zwischen gefährlich und ungefährlich darstellt, was nicht zutrifft und eine grobe Irreführung ist.
Der Bundesrat hält in seiner Stellungnahme zu meinem Postulat fest, dass der Kenntnisstand und die subjektive Wahrnehmung in der Bevölkerung sehr unterschiedlich sind. Er gibt damit indirekt zu, dass ein grosses Informationsdefizit in weiten Teilen der Bevölkerung besteht. Wie kann dann aber der Bundesrat einen Handlungsbedarf verneinen, wo seine eigene Argumentation diesen doch gerade bestätigt?
Es ist unwissenschaftlich, aus politischen oder ideologischen Gründen gewisse Risiken masslos zu übertreiben und andere zu übergehen oder zu vernachlässigen. Es liegt im Interesse aller, dass Risiken im erwähnten Bereich objektiv und sachbezogen mit anderen Risiken des täglichen Lebens verglichen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit dargestellt und gewichtet werden.
In diesem Sinne ersuche ich Sie, das Postulat anzunehmen.
van Singer Christian · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion
Monsieur Pezzatti, avez-vous suivi les développements de la recherche ces dernières années, qui montrent que concernant les effets de la radioactivité il n'y a pas de seuil limite vers le bas? Même si les taux de radioactivité et leurs effets sont faibles, ils existent. Comment expliquer l'augmentation du nombre de cancers, si ce n'est justement par cette radioactivité? Voulez-vous suivre l'évolution de la science et admettre enfin les effets dus aux faibles doses de radioactivité?
Pezzatti Bruno · Mit-M · Nationalrat · Zug · FDP-Liberale Fraktion
Geschätzter Kollege van Singer, ich bin selbstverständlich dafür, dass der Grenzwert unter Berücksichtigung der Forschungserkenntnisse möglichst realistisch festgelegt wird. Mein Postulat geht in diese Richtung. Es ist ein Grenzwert festzulegen, der der tatsächlichen Gefährdung durch Radioaktivität auch Rechnung trägt.
Berset Alain · BR-M · Bundesrat · Freiburg
Le Conseil fédéral considère qu'il est important d'évaluer correctement les effets des rayonnements ionisants en comparaison d'autres risques de la vie quotidienne. Il est tout aussi convaincu de la nécessité d'informer la population non seulement des risques qu'ils représentent, mais également de leur utilité.
La loi du 22 mars 1991 sur la radioprotection fait de cet objectif une mission fondamentale et durable de l'Office fédéral de la santé publique. La législation suisse sur la radioprotection se base sur les évaluations et les recommandations de la Commission internationale de protection radiologique. Les valeurs limites de dose qui sont fixées correspondent d'ailleurs à celles en vigueur dans tous les pays européens. Elles visent à garantir une protection du même ordre que pour d'autres substances cancérigènes.
Le fait que l'exposition au rayonnement naturel, pour lequel il n'existe que peu de facteurs d'influence, varie en fonction de la topographie et de la géologie du lieu de résidence ne change rien à l'objectif de maintenir une exposition aux rayonnements ionisants qui soit la plus faible possible. Si parfois la population peut être exposée à des doses de rayonnement naturel plus élevées que la normale, notamment en raison du radon, le seul moyen d'action que nous avons est celui d'assainir les habitations, ce qu'encourage déjà la Confédération au moyen du plan d'action "Radon".
La perception subjective des risques liés à la radioactivité est très variable, c'est la raison pour laquelle le Conseil fédéral promeut depuis des années une information objective et transparente de la population sur l'utilité et les risques des rayonnements par la diffusion de brochures et la publication des rapports annuels de la Division Radioprotection de l'Office fédéral de la santé publique.
Le Conseil fédéral considère donc que les exigences du postulat sont remplies. Avec cette argumentation, il a proposé de rejeter le postulat qui vous est soumis.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 44 Stimmen
Dagegen ... 138 Stimmen
(4 Enthaltungen)