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Schweizerisches Zentrum für Transplantationsmedizin

4104 · Amtliches Bulletin

Vom 16. Apr. 2002

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/4104/de/schweizerisches-zentrum-fur-transplantationsmedizin

Abgerufen am 11. Sept. 2026

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Geschäft: Schweizerisches Zentrum für Transplantationsmedizin (00.3749)

00.3749

Schweizerisches Zentrum für Transplantationsmedizin

Günter Paul · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Ich ersuche mit diesem Postulat den Bundesrat, in Zusammenarbeit mit den Kantonen die Errichtung eines Schweizerischen Zentrums für Transplantationsmedizin zu prüfen. Das Zentrum soll gleichzeitig ein Dienstleistungszentrum von höchster Qualität wie auch das Schweizerische Zentrum für angewandte Forschung im Bereich der Transplantation sein.

Heute sind die Kräfte in diesem Bereich zersplittert. Eine Konzentration der Kräfte und Geldmittel könnte erstens für die Patienten noch bessere Resultate bringen, zweitens einen rationellen Einsatz der personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen ermöglichen. Wir haben hier die seltene Gelegenheit, dass wir durch eine Zusammenfassung der Kräfte eine bessere Leistung bei gleichzeitig moderateren Kosten erreichen können. Drittens - nicht zu vergessen - könnte unser Land durch eine Zusammenfassung der Kräfte auch in diesem Bereich eine weltweit führende Rolle übernehmen, was heute trotz grossem Einsatz der Kräfte nicht der Fall ist.

Kantonale und universitäre Eitelkeiten haben bis heute ein effektives Zusammenfassen der Kräfte verhindert. Es ist aber auch so, dass die Situation für die eigentliche Transplantation suboptimal ist. Wenn ein geeignetes Organ gefunden worden ist, wird der Normalbetrieb eines Spitals durch den aufwendigen und plötzlich anfallenden Eingriff sehr gestört. Die Transplantation bindet sowohl für die Operation als auch für die nachfolgende Pflege auf der Intensivstation grosse Kräfte. Dadurch wird angesichts der überall angespannten Personalsituation nicht selten der übrige Notfalldienst unserer Universitätsspitäler beeinträchtigt.

Ich erkläre hier nun ausdrücklich auf Wunsch der Ratspräsidentin, die den Vorstoss bekämpft hat, dass ich mir durchaus auch vorstellen kann, dass die Operationen an verschiedenen Orten durchgeführt werden, wenn man eine Aufgabenteilung vornimmt; dass an einem Universitätsspital eben die Herztransplantation gemacht wird, an einem anderen die Lebertransplantation, an einem dritten die Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Lungenoperation; dass man also auch dezentral eine Koordination der Kräfte herbeiführt. Aber es ist offensichtlich, dass der heutige Zustand, wo jeder alles macht, nicht gut ist.

Ich danke dem Bundesrat, dass er das Postulat in dieser Form annehmen kann. Es ist, wie gesagt, ein Wunsch an den Bundesrat; der Bund ist jetzt ja nach den neuen gesetzlichen Grundlagen für diesen Bereich zuständig, und ich hoffe, dass wir endlich einen Fortschritt erzielen können.

Ménétrey-Savary Anne-Catherine · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion

En son temps, c'est-à-dire à la session de printemps, Mme Maury Pasquier m'avait demandé de présenter à sa place les raisons pour lesquelles elle voulait s'opposer à ce postulat. Je dois avouer que j'avais complètement oublié cette tâche qu'elle m'avait confiée. Mais, comme je ne veux pas trahir ma promesse, je voudrais brièvement exprimer les raisons pour lesquelles Mme Maury Pasquier voulait s'y opposer. je m'empresse d'ailleurs de faire le lien avec ce que vient de dire M. Günter lui-même, parce que l'opposition de Mme Maury Pasquier était en particulier due au fait qu'elle souhaitait avoir plusieurs centres régionaux et non pas un seul, et sur ce point M. Günter est d'accord.

Cela me permet quand même de souligner une chose qui me paraît importante dans ce postulat. Bien sûr, nous sommes d'accord avec des efforts de rationalisation. Nous sommes aussi d'accord d'améliorer les compétences dans le domaine des soins et la sécurité des patients. Mais ce qui me gêne un peu - je parle ici en mon nom personnel -, c'est cette volonté de donner à notre pays un rôle de leader mondial. Pour ma part, j'ai une certaine méfiance vis-à-vis de l'ambition d'être toujours à la pointe de la technologie, et je trouve important de rappeler que la médecine et les soins sont aussi une affaire de proximité et pas toujours seulement une affaire de technique de pointe.

Dans le développement de son postulat, M. Günter dit que la préparation et l'accompagnement postopératoire des patients ne peuvent que gagner à être accomplis par des spécialistes qui se consacrent principalement à ces tâches. Oui, d'accord. Mais les équipes soignantes sont pluri-disciplinaires et elles doivent présenter une certaine proximité; il faut au moins que les personnes qui les composent parlent la langue des patients. C'est pour ça que la création d'un centre par région au moins serait extrêmement importante. La guérison nécessite une prise en charge globale, humaniste et psychosomatique, et cela aussi implique la proximité.

Etant donné que M. Günter est d'accord avec le principe de créer au moins un centre par région, je crois pouvoir me faire l'interprète de Mme Maury Pasquier pour estimer qu'elle va retirer son opposition.

Heberlein Trix · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion

Ich möchte zuerst meine Interessenbindung offen legen: Ich bin Präsidentin von Swisstransplant und demnach daran interessiert, dass die Transplantationsmedizin in unserem Land als eine anerkanntermassen qualitativ sehr gute Medizin - auch nach einem ausländischen Gutachten - weiterhin gut funktioniert. Wir haben jedes Jahr rund tausend Patienten auf der Warteliste; es sind im letzten Jahr mindestens fünfzig Patienten gestorben, die ein lebensrettendes Organ nicht erhalten konnten. Aus diesem Grund habe ich mich auch gegen die Überweisung des Postulates gewandt; es wird jetzt zwar nicht mehr bekämpft. Der Text des Postulates Günter lautet: "Der Bundesrat wird ersucht, in Zusammenarbeit mit den Kantonen die Errichtung eines schweizerischen Zentrums für Transplantationsmedizin zu prüfen." Dieser Text deckt sich nicht mit der Auslegung, die Sie jetzt gegeben haben. Ich bin mir bewusst, es ist ein Postulat, und es lohnt sich nicht unbedingt, ein Postulat zu bekämpfen. Im Entwurf zum Transplantationsgesetz wird die Kompetenz jetzt so festgelegt, dass der Bund zusammen mit den Kantonen darüber spricht, dass die Zuständigkeit aber nicht beim Bund liegt. Wenn eine Konzentration erfolgen sollte, dann kann dies nicht ohne Zustimmung der Kantone geschehen. Sie hüten ihre Kompetenzen im Gesundheitsbereich bekanntlich sehr intensiv.

Es gibt verschiedene Argumente für die Dezentralisierung. Ich denke, die "Beschaffung" von Organen ist einfacher, die Spendefreudigkeit ist sehr viel grösser, wenn ein Organ in der Nähe respektive im Spital selbst, das auch transplantiert, verwendet werden kann, als wenn eine unbekannte Verwendung erfolgt. Im Postulat Zisyadis 00.3258 wird darauf verwiesen, dass es gemäss dem ersten Gesetzentwurf noch eine Liste der Leute geben sollte, welche bereit sind, ein Organ zu spenden. Darauf ist jetzt im neuen Gesetz verzichtet worden, weil man gesehen hat, dass sich Aufwand und Nutzen in Grenzen halten.

Persönlich bin ich auch der Meinung, dass eine bessere Aufgabenteilung erfolgen sollte. Die Universitätskliniken sind aus eigenem Interesse im Moment daran, Lösungen zu erarbeiten, damit sie auch im Hinblick auf die Beratung des Transplantationsgesetzes mit positiven Vorschlägen kommen können und nicht von irgendwoher gezwungen werden müssen, Leistungen einzuschränken, für die ein grosser Bedarf besteht.

Herr Günter, ein Zentrum wäre nun wirklich eine völlig übertriebene Lösung. Denn jeder Transplantationsmediziner transplantiert nicht nur, sondern er ist Viszeralchirurg oder in irgendwelchen chirurgischen Bereichen tätig. Pro Jahr erfolgen rund 450 Transplantationen - ein Spital allein wäre damit sicher überfordert, ganz abgesehen davon, dass Vor- und Nachbehandlungen die kostenintensiven Bereiche sind und nicht unbedingt die Operation allein.

Ich wehre mich nicht gegen die Überweisung des Postulates, wenn Herr Günter es so versteht, wie er mündlich ausgeführt hat. Gegen den Text, wie er hier steht, hätte ich mich aufgelehnt.

Dreifuss Ruth · BR-F · Bundesrat · Genf

Vous voyez que les choses bougent quand même. Lorsque le Conseil fédéral a pris position sur le postulat Günter, il venait d'ouvrir la procédure de consultation sur la loi sur la transplantation. Cette loi est maintenant dans la file d'attente des objets à traiter par votre commission spécialisée. Le débat sur les compétences de la Confédération en matière de centralisation ou de mise en réseau pourra avoir lieu. Etant donné la situation, excusez-moi de dire que le débat d'aujourd'hui est peut-être inutile; il sera repris lors de l'examen du projet de loi.

Je crois, Madame Heberlein, que ce postulat nous a aussi inspirés durant la préparation du projet de loi. Nous pourrons le classer lorsque tout le processus sera terminé; nous saurons alors si ce sera un centre suisse pour la médecine de transplantation - ce qui est peu probable -, ou si ce sera un réseau de centres - ce qui est beaucoup plus probable. A ce moment-là, vous pourrez trancher.

Pourquoi écarter l'un des matériaux de la réflexion qui nous a poussés à vous présenter un projet de loi et qui vous conduira à réfléchir aux responsabilités de la Confédération dans ce domaine? Moi, j'ai compris que, pour M. Günter, c'est également cette contribution qui est importante. Le postulat a joué un rôle et il ne serait pas élégant de le classer avant que vous ayez terminé votre travail de parlementaires.

Verfahrensbeitrag

Überwiesen - Transmis