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Anpassung des Programms für die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion
Hausammann Markus · Mit-M · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich möchte vorausschicken, dass ich als Käsereimilchproduzent von der Umsetzung meiner Motion nicht persönlich profitieren werde.
Beim Programm für die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) gilt heute die Vorgabe, dass in der Jahresration aller auf dem Betrieb gehaltenen raufutterverzehrenden Nutztiere mindestens 90 Prozent Grundfutter enthalten sein müssen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Zusätzlich muss aber die Ration im Talgebiet zu mindestens 75 Prozent und im Berggebiet zu mindestens 85 Prozent aus Wiesen- und Weidefutter bestehen. Die Vorgaben zu den hohen Anteilen Wiesen- und Weidefutter schränken die Teilnahmemöglichkeit von Tierhaltern am GMF-Programm unnötig ein. In vielen Fällen führt der hohe Anteil an Wiesen- und Weidefutter dazu, dass der auf dem Betrieb im Rahmen einer ausgeglichenen Fruchtfolge produzierte Silomais aufgrund der Programmbestimmungen auf dem Betrieb nicht verfüttert werden darf. Er muss verkauft und durch zugekauftes Wiesen- und Weidefutter ersetzt werden. Das ist ökologisch unsinnig.
Zudem ist es so, dass bei Sommertrockenheiten, wie sie in den vergangenen Jahren oft vorgekommen sind, die Erträge von Grasland massiv sinken, während die Erträge beim Mais stabiler sind. Trockene Sommer führen daher dazu, dass die GMF-Vorgaben von vielen Betrieben nur aufgrund grosser Zukäufe von Wiesen- und Weidefutter erfüllt werden können. Nicht selten ist das preiswerteste Futter am Markt Luzerne aus Frankreich oder Spanien, was die Ökobilanz zusätzlich belastet.
Aus den genannten Gründen sind die Einsatzmöglichkeiten von betriebseigenem Mais oder Futterrüben sowie weiteren betriebseigenen Grundfuttermitteln im GMF-Programm auf ein vernünftiges Mass zu erhöhen. Das Programm ist aus meiner Sicht entsprechend anzupassen.
Ich bitte Sie, meinen Vorstoss zu unterstützen und damit eine nachhaltige inländische Raufutterversorgung gegenüber Futterimporten zu bevorzugen.
Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern
Das Direktzahlungsprogramm "Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion" wurde mit der Agrarpolitik 2014-2017 eingeführt. An diesem freiwilligen Programm - es ist freiwillig! - können sich Betriebe mit einer grasbetonten Fütterung beteiligen. Der Einsatz von Kraftfutter ist begrenzt. Gut 70 Prozent aller Betriebe nehmen heute teil. Das Programm soll die grasbasierte Fütterung der Raufutterverzehrer fördern, und deshalb ist der Anteil von Futtermitteln wie Mais gezielt beschränkt.
Im Sommer 2017 wurde die Evaluation zu diesem Programm abgeschlossen. Die Ergebnisse und eine Weiterentwicklung des Programms wurden anschliessend mit Experten und Vertretern der Branche analysiert. Eine Anpassung des Maisanteils in den Bestimmungen des Programms wurde sehr kontrovers diskutiert. Der Bundesrat hat deshalb den bestehenden Maisanteil belassen. Er hat also nicht überreagiert, sondern sorgfältig abgewogen und ist bei dem geblieben, was bekannt ist.
Aufgrund des Gesagten empfiehlt Ihnen der Bundesrat, die Motion abzulehnen.
Abstimmung
Le président (de Buman Dominique, président): Le Conseil fédéral propose de rejeter la motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 97 Stimmen
Dagegen ... 87 Stimmen
(3 Enthaltungen)