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Beschränkung der Befugnisse der Finanzdelegation / Weniger Kompetenzen für die Finanzdelegation

4536 · Amtliches Bulletin

Vom 18. Sept. 2002

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/4536/de/beschrankung-der-befugnisse-der-finanzdelegation-weniger-kompetenzen-fur-die-finanzdelegation

Abgerufen am 11. Sept. 2026

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Quelle

Geschäft: Weniger Kompetenzen für die Finanzdelegation (01.3717),

01.3654, 01.3717

Beschränkung der Befugnisse der Finanzdelegation / Weniger Kompetenzen für die Finanzdelegation

Mugny Patrice · Nationalrat · Genf · Grüne Fraktion

Je pense que nous parlons de la motion 01.3654 "Limitation du pouvoir de la Délégation des finances". Nous avons effectivement déposé cette motion. Nous souhaitons mettre un plafond à la dépense que la Délégation des finances peut décider.

Lorsqu'on a eu en septembre dernier le débat sur Swissair, vous vous souvenez qu'on avait parlé d'une première subvention de l'ordre de 400 millions de francs. Nous savions déjà à ce moment-là que l'aide de la Confédération à la compagnie Swissair serait bien plus importante et une bonne partie de ce Parlement avait demandé une session extraordinaire pour en débattre. Or, que s'est-il passé? Cette session à été organisée fin novembre, quasiment une semaine avant la session de d'hiver, et la Commission des finances n'a abordé l'affaire Swissair que quelques jours avant la session extraordinaire du Parlement. Et pourtant, nous savions déjà en septembre qu'il faudrait prendre des décisions qui relèvent de la Délégation des finances et qui concernaient des milliards, en tout cas plus de 1 milliard de francs suisses.

Alors, ce que je ne comprends pas, c'est la manière dont fonctionne ce Parlement et sa Délégation des finances, et le pouvoir que le premier laisse à la seconde. Nous n'étions pas en situation de catastrophe, d'urgence, nous étions peut-être dans une situation navrante, mais qui pouvait se résoudre par des fonctionnements démocratiques différents.

C'est pourquoi le groupe écologiste propose aujourd'hui de limiter à 100 millions de francs au maximum le pouvoir de la Délégation des finances. Cela n'empêche pas, si tout à coup arrive un événement extraordinaire, de convoquer la Commission des finances en une semaine. Je ne vois pas pourquoi ce Parlement ne pourrait pas être convoqué en deux ou trois semaines pour une session extraordinaire. Je trouve exorbitant que l'on laisse à six personnes sur 246, donc à une personne pour 1 million d'habitants en Suisse, le droit de dépenser près de 2 milliards de francs, au moment même où on met en place toute une série de procédures pour restreindre les droits de ce Parlement de dépenser l'argent du contribuable.

J'ose croire, même si les rangs sont vides maintenant, qu'il y aura tout de même assez de gens qui trouvent cette question intéressante et importante et qui accepteront de nous suivre, peut-être pas pour le plafond de 100 millions de francs que nous avons proposé, mais en tout cas pour réduire considérablement le non-plafond actuel qui a finalement été mis, je crois, à environ 1 milliard de francs.

J'aimerais encore lâcher une petite pique en direction des partis gouvernementaux. Je trouve toujours un peu bizarre cette sorte d'alliance pseudo-objective entre les groupes socialiste, démocrate-chrétien, radical-démocratique et, de temps en temps, de l'Union démocratique du centre, pour se garder toutes les délégations. Que l'on parle des NLFA, de la Délégation des finances, de l'Union interparlementaire ou d'autres, ce sont toujours les quatre partis gouvernementaux qui se gardent la possibilité d'être dans ces délégations. Je trouve que là également, nous sommes dans un déni de démocratie. Raison de plus pour limiter le droit de cette délégation.

Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Das Grounding der Swissair hat es mit aller Deutlichkeit aufgezeigt: Unsere parlamentarische Finanzkontrolle hat ein gewaltiges Loch. Die Finanzdelegation besitzt Kompetenzen, die es in einer Demokratie sonst nirgendwo gibt. Die Kompetenzen der Finanzdelegation sind nahezu grenzenlos.

Die Finanzdelegation kann sich dabei auf Artikel 9 Absatz 2 des Reglementes für die Finanzkommissionen und die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte stützen, wonach die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte befugt ist, bei zeitlicher Dringlichkeit Zahlungs- und Verpflichtungskredite zu beschliessen. Punkt. Schluss. Von einer Begrenzung finden Sie hier nichts. Unter dem Stichwort "Dringlichkeit" werden alle Hemmschwellen abgebaut. Das Parlament wie auch das Volk können problemlos übergangen werden, bis in ruinöse Grössenordnungen hinein.

Wir haben diesen Mechanismus erlebt, und wir müssen darüber zwingend nachdenken. Es mag solche Dringlichkeiten immer wieder geben, aber es darf nicht sein, dass wir auf der einen Seite die Ausgaben des Bundes genauestens abwägen und kontrollieren, dann aber an anderer Stelle solche unkontrollierbaren Löcher offen lassen. Wenn lange genug gewartet wird, dann ist alles dringlich, und dann gelten keine Grenzen mehr. Dies ist doch auch eine mögliche Auslegungsart der heutigen Finanzregelung.

Mit der heutigen Mobilität der Parlamentarierinnen und Parlamentarier haben wir eine Situation, die es zunehmend ermöglicht, die Mitglieder des Parlamentes bei Dringlichkeit kurzfristig einzuladen. Diese Möglichkeit sollten wir angesichts dieses sehr unbefriedigenden Zustandes auch besser nutzen.

Es gibt eine Reihe weiterer Gründe, die eine Limitierung der Kompetenzen der Finanzdelegation erfordern. Sind wir uns heute bewusst, dass in der Finanzdelegation kein politischer Proporz besteht und auch nicht bestehen muss? Sind wir uns genügend bewusst, dass Entscheide von grosser Tragweite in einer Demokratie auch unter Zeitdruck nicht in der Hinterstube gefällt werden dürfen? Finden Sie nicht auch, dass ein Entscheid über mehr als 100 Millionen oder über Milliarden von Franken nicht in eine blosse Delegationssitzung gehört?

Es werden heute immer mehr Stimmen laut, einerseits seitens der Kantone, andererseits seitens der Institutionen und auch der Bürger, die ein generelles Finanzreferendum verlangen. Es wird zu Recht argumentiert, dass nur mit einem Referendumsrecht extreme Situationen wie beim Swissair-Entscheid demokratisch zu bewältigen sind.

All dies sind Gründe, warum auch dringende Finanzentscheide von grösserer Tragweite im Parlament und nicht in einer Delegation zu fällen sind. Die Einführung einer Limite für die Kompetenz der Finanzdelegation, wie dies die Motion verlangt, ist gegenüber dem angesprochenen Finanzreferendum die einfachere und wohl auch sinnvollere Lösung.

Erinnern wir uns zum Schluss noch an ein Detail. Die Entscheidungskompetenz der Finanzdelegation steht auf sehr wackeligen Füssen, wenn einzelne Mitglieder des Gremiums aus irgendwelchen Gründen in den Ausstand treten können oder müssen.

Können wir solche Situationen heute noch verantworten? Sind wir nicht wegen des erwähnten Beispiels und mit Blick auf mögliche weitere Situationen zum Handeln gezwungen? Diese Motion öffnet den Weg dazu und lässt noch Spielraum für das Bemessen der optimalen Kompetenzen offen. Es ist letztlich nicht entscheidend, ob die Kompetenz 100 oder 200 Millionen Franken ist. Entscheidend ist, dass hier eine Grenze gesetzt wird.

Ich danke Ihnen für die Überweisung als Motion.

Tillmanns Pierre · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion

Monsieur Pfister, ne craignez-vous pas que, si vous limitez les compétences de la Délégation des finances, ce soit le Conseil fédéral qui, lorsqu'il y aura urgence et des crédits importants à débloquer pour sauvegarder quelque chose qui doit absolument l'être, prendra cette décision? Et ce sera encore moins démocratique qu'aujourd'hui.

Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Herr Kollege Tillmanns, es ist selbstverständlich so, dass der Antrag für die Ausgabe vom Bundesrat gestellt wird, und der Bundesrat kann diese Ausgabe dann zusammen mit der Gruppe der Finanzdelegation in unbeschränkter Höhe tätigen. Ich glaube, als Mitglieder dieses Parlamentes muss uns dieser Zustand stören, weil er einfach in eine Dimension hineingehen kann - der Fall Swissair beispielsweise könnte nur die Vorstufe eines kommenden Entscheides gewesen sein -, der unser Vorstellungsvermögen übersteigt. Ich glaube, es wäre ganz vernünftig, eine Limite zu setzen und damit auch zur Beruhigung der Situation beizutragen.

Tschuppert Karl · Nationalrat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion

Das Büro hat durchaus Verständnis dafür, dass die Bewilligung dieses Kredites in dieser Grössenordnung innerhalb des Parlamentes Emotionen ausgelöst hat. Wir glauben aber nicht, dass das ein Grund ist, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Gerade die Swissair-Krise hat auch gezeigt, dass unsere Behörden in der Lage sind, in einer Krisensituation zu reagieren und innert nützlicher Frist Entscheide zu fällen. Darüber bin ich persönlich eigentlich glücklich. Das hat die Finanzdelegation auch schon in anderen Zusammenhängen machen müssen, beispielsweise bei der Arbeitslosenversicherung, wo sie dringend Hunderte von Millionen Franken sprechen musste, damit es weiterging.

In den vorliegenden Motionen sind unrealistische Kompetenzbeschneidungen für die Finanzdelegation vorgesehen. Das würde dazu führen, dass die Finanzdelegation ihre Aufgabe sicher nicht mehr erfüllen könnte. Das ist auch der Grund, weshalb das Büro beantragt, die beiden diesbezüglichen Motionen abzulehnen.

Aber wir begrüssen es selbstverständlich, dass die Staatspolitischen Kommissionen dieses Thema vertieft angehen und einen vertretbaren Weg suchen. Beispielsweise beantragt die Staatspolitische Kommission unseres Rates, der entsprechenden Parlamentarischen Initiative Folge zu geben. Das ist der richtige Weg, wenn eine Subkommission diese Problematik angeht und uns Vorschläge unterbreitet, wie das so genannte Grenzenlose im Rahmen gehalten werden könnte.

Deshalb wäre es nicht sinnvoll, jetzt eine Motion zu überweisen, die starre Grenzen vorgibt. Vielmehr sollen die beiden Kommissionen - auch im Ständerat ist man wie im Nationalrat daran - die Frage ausloten. Der Auftrag ist gegeben.

Ich bitte Sie deshalb, diese Motionen abzulehnen. Es ist einfacher, gezielt auf einem Wege voranzuschreiten. Wenn Sie diese Motionen überweisen, können wir in der Staatspolitischen Kommission nicht mehr weiterfahren. Dann müssen sie zuerst im Ständerat überwiesen werden. Wenn Sie eine rasche Lösung wollen, dann müssen Sie diese Motionen ablehnen, damit Lösungen tatsächlich rasch erarbeitet werden können.

Studer Heiner · Nationalrat · Aargau · Evangelische und Unabhängige Fraktion

Ich will mich zu diesem Thema äussern, weil ich auf der einen Seite Verständnis für die Motionäre habe, aber nicht zur gleichen Schlussfolgerung komme. Es stimmt, das hat der SVP-Vertreter gesagt, dass seine Fraktion auf nationalrätlicher Seite in der Finanzdelegation nicht vertreten ist. Da verstehe ich, dass eine grosse Fraktion damit politisch Mühe hat. Das ist klar.

Andererseits verstehe ich auch das Anliegen der grünen Fraktion. Wenn man in einer Minderheitensituation ist und häufig wenig Möglichkeit hat, einen Durchbruch zu erleben, und da Nichtregierungsfraktionen auch nie eine Chance haben, in einer Finanzdelegation dabei zu sein, ist das auch verständlich.

Ich meine, dass solche Punkte der Zusammensetzung der Finanzdelegation auch in diese zu prüfenden Fragen mit einbezogen werden sollen. Das bringen wir nicht hin, wenn wir die beiden Motionen überweisen, denn sie sind - wie der Bürosprecher sagte - eher eine Blockade, weil sie bei diesen rund 100 Millionen Franken eine Limite setzen wollen. Die heiklen Themen sind nicht immer nur die, bei denen eine solche Limite spielt. Wir müssen aufpassen, dass wir aufgrund der Swissair-Frage nicht aus dem Stand heraus etwas Neues tun, was andere Probleme zur Folge hat.

Deshalb ist es wichtig, dass wir das unterstützen, was das Büro sagte, und dass uns in diesem Bereich wirklich neue Vorschläge unterbreitet werden und dass das einbezogen wird, was auch die beiden Motionäre als Anliegen im Hintergrund haben.

Verfahrensbeitrag

01.3654

Abstimmung - Vote

Für Überweisung der Motion .... 48 Stimmen

Dagegen .... 65 Stimmen

01.3717

Abstimmung - Vote

Für Überweisung der Motion .... 53 Stimmen

Dagegen .... 73 Stimmen