02.3235
Aktive Ressourcenpolitik Holz
Cottier Anton · P-M · Ständerat · Freiburg · Christlichdemokratische Fraktion
Monsieur Hess, êtes-vous satisfait de la réponse du Conseil fédéral?
Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ich verlange Diskussion, und sage dann am Schluss, ob ich befriedigt bin oder nicht.
Cottier Anton · P-M · Ständerat · Freiburg · Christlichdemokratische Fraktion
Herr Hess verlangt Diskussion. - Sie sind damit einverstanden.
Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ich lege in dieser Angelegenheit vorab meine Interessenbindung offen: Ich bin Präsident der HWK Lignum. Die Lignum ist der Dachverband der "Hölzigen".
Der Bundesrat verweist in seiner Antwort auf Arbeitsgruppen und Programme, auf mögliche Grundlagen, auf allfällige Anpassungen und auf Termine wie Ende 2003 oder 2010. Mit anderen Worten: Die Antwort des Bundesrates verweist auf eine Durststrecke, die möglicherweise dazu führt, dass die Betroffenen auf dieser Strecke verdursten. In der Antwort fehlt eine klare Stellungnahme zu den Ausführungen in meiner Interpellationsbegründung betreffend Betriebsschliessungen, Arbeitsplatzverlusten oder auch internationalen Wettbewerbsverzerrungen.
Zu den internationalen Wettbewerbsverzerrungen erlaube ich mir ein kleines, aber nicht unbedeutendes Beispiel anzufügen: Die Holztransportkosten für einen Container Holz pro Bahnkilometer betragen bei den SBB, die zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes stehen, Fr. 3.33. Bei der Deutschen Bundesbahn bezahlt der Kunde für die gleiche Leistung umgerechnet 80 Rappen.
Im Weiteren gestatte ich mir, auf einen Kernsatz in meiner Begründung hinzuweisen, und bin von der Richtigkeit dieser Aussage nach wie vor überzeugt: "Der eben anlaufenden Vorbereitung zur Revision des Waldgesetzes (Waldprogramm Schweiz) droht gar der Sinn abhanden zu kommen, wenn die Akteure der Verarbeitungskette Holz nicht fortbestehen."
Zu dieser Aussage fehlt in der Antwort des Bundesrates eine Stellungnahme. Die Antwort verweist lediglich auf das Waldprogramm. Hier aber besteht die Gefahr, dass vor lauter Waldforschung die Bäume nicht mehr gesehen werden, von welchen so viele Arbeits- und Ausbildungsplätze abhängen.
Viele Forst- und Holzverarbeitungsbetriebe stehen vor Existenzfragen. Der Bundesrat stellt trotz dieser Tatsache fest: "Ob über eine allfällige Anpassung der Waldgesetzgebung hinaus noch weitere Massnahmen zugunsten der Holzwirtschaft nötig sein werden, kann derzeit nicht abschliessend beurteilt werden. Solche Massnahmen müssten im Lichte von ordnungs- und aussenhandelspolitischen Überlegungen sorgfältig geprüft werden." Für lange Analysen erst nach einer allfälligen Anpassung der Waldgesetzgebung fehlt angesichts der Lage in der Holzwirtschaft aber die Zeit. Ich habe in meiner Interpellation vom 2. März 1999 mit dem Titel "Stellung der Eidgenössischen Forstdirektion" meine Befürchtungen ausgesprochen, dass die Rückstufung der Forstdirektion für die Holzwirtschaft nachteilig sein könnte. Ich habe den Eindruck, dass meine Befürchtungen eingetroffen sind und die Holzwirtschaft im UVEK stiefmütterlich behandelt wird, was für die Betroffenen nur schwer verständlich ist. Im UVEK geniessen offenbar die Raubtiere, so scheint es mindestens, einen ganz anderen Stellenwert als die dezentralen Arbeitsplätze der Forst- und Holzwirtschaft.
In der Antwort fehlt mir zudem ein Hinweis zum Zukunftsprofil des Rohstoffes Holz. Stichworte wie Rio, Treibhausproblematik, Verknappung der endlichen Ressourcen und CO2-Speicher sind doch heute geläufig, und Holz wird überall punkten.
Das zeigt, wie berechtigt meine Interpellation ist. Wir brauchen eine aktive Ressourcenpolitik "Holz", weil wir noch nicht einmal eine passive Politik haben - für unseren nach dem Wasser zweitwichtigsten erneuerbaren Rohstoff notabene.
Eine dezidierte Förderung der Wald- und Holzwirtschaft unter allen relevanten Aspekten sowie eine wirklich nachhaltige Nutzung der Ressource Wald stellen Investitionen dar, die sich im Laufe von zwei Generationen doppelt und dreifach auszahlen werden. Die Holzproduktion und -verarbeitung wird eine der Schlüsselkompetenzen der Schweiz darstellen.
Ich gehe davon aus, dass der Bundesrat die Auffassung des Direktors des Buwal, Philippe Roch, teilt, der kürzlich ein Bekenntnis in diesem Sinne abgegeben hat, als er sagte: Wenn wir das Holz vor der eigenen Haustür richtig nutzen und verwerten, tragen wir mehr zur Sicherung der Umweltqualität für unsere Berggebiete bei, als wenn wir die Bäume zur Erfüllung des Kyoto-Protokolles stehen lassen. Diesem Bekenntnis müssen nun aber Taten folgen. In der Antwort des Bundesrates fehlen mir die entsprechenden Hinweise.
In diesem Sinne bin ich von der Antwort des Bundesrates nicht befriedigt.
Bürgi Hermann · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
In der Interpellation Hess Hans wird auch darauf hingewiesen, dass der Verwendung von Holz als Energieträger vermehrt Beachtung zu schenken ist. Auf diesen Gesichtspunkt der Nutzung der Holzenergie wird in der Antwort nicht eingegangen. Ich bin der Meinung, dass wir, im Sinne einer umfassenden Beantwortung der Frage und Behandlung dieser Thematik, auch den Bereich des Energieholzverbrauches noch kurz streifen sollten.
Es ist eine Tatsache, dass im Jahre 2000 der Holzanteil am gesamten Energieverbrauch lediglich 2,3 Prozent ausmachte. Wenn wir diese Grössenordnung in Beziehung zur Situation im Wald setzen, gibt das schon zu denken. Es ist eine Tatsache, dass der Schweizer Wald insgesamt sehr zurückhaltend genutzt wird. Der jährliche Holzzuwachs wird auf 9 bis 10 Millionen Kubikmeter geschätzt. Die durchschnittliche Jahresnutzung beträgt etwa 4,5 Millionen Kubikmeter, das heisst lediglich rund die Hälfte.
Der Energieholzanteil liegt etwa bei 2,5 Millionen Kubikmeter. Man spricht beim Energieholzverbrauch von einem Potenzial von rund 5 Millionen Kubikmetern. Damit steht fest, dass diese Menge energetisch ohne weiteres genutzt werden könnte, ohne die Wälder zu übernutzen oder andere höherwertige Verwendungszwecke des Holzes zu konkurrenzieren, insbesondere die Verwendung von Holz als Baustoff.
Es liegt deshalb im Interesse der Erhaltung unseres Waldes, dass der Energieholznutzungsanteil massiv gesteigert wird. Diese Forderung steht auch im Einklang mit der schweizerischen Energiepolitik, Herr Bundesrat. Eines der wichtigsten Ziele ist ja die Senkung des Verbrauchs fossiler Energie und die Senkung der CO2-Immissionen auf das Niveau von 1990. Und zur Erreichung dieser Ziele spielt das Holz, dank des grossen Potenzials und dank seiner CO2-Neutralität, eine wichtige Rolle. Fachleute sind überzeugt, dass etwa 10 Prozent des Wärmeenergieverbrauchs mit Holz abgedeckt werden könnten. Wenn man dieses Ziel erreichen würde, käme das einer Verdoppelung gleich.
Der Bundesrat verweist wohl auf Förderprogramme, Stichwörter "Energie Schweiz", "Holz 21" usw. In der Interpellationsantwort wird auch erklärt, dass wegen der zu geringen Holznutzung ein Handlungsbedarf bestehe. Aber die Konsequenzen, Herr Bundesrat, die daraus gezogen werden, sind dann schon etwas zögerlich, wenn ich am Schluss der Interpellationsantwort lese, dass bis ins Jahr 2010 die Grundlagen für eine Steigerung des Absatzes und der Verwendung von Schweizer Holz geschaffen werden sollen. Das sind dann noch rund zehn Jahre. Wenn ich davon ausgehe, dass wir jetzt nur die Hälfte des Holzzuwachses verbrauchen, dann können Sie sich ausrechnen, wieviel Holz da zuwächst, ohne dass es genutzt wird, und welche Folgen das für den Zustand des Schweizer Waldes hat. Ich bin also der Meinung, dass man sich bei allen Bemühungen, den Holzabsatz und insbesondere eben auch den Energieholzabsatz zu steigern, etwas mehr Tempo auferlegen sollte.
Noch ein weiterer Punkt im Zusammenhang mit der Energieholznutzung: Es ist ja so, dass die Förderung der erneuerbaren Energien an die Kantone delegiert worden ist. Es ist jetzt festzustellen, dass in diesem Land aufgrund dieser Tatsache sehr erhebliche Unterschiede bestehen. Es sind unterschiedliche Fördersysteme vorhanden; die Förderungsprogramme in Bezug auf die Beiträge sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn der Bund hier vermehrt eine Koordinationsaufgabe wahrnehmen würde. Im Zusammenhang mit der Luftreinhalte-Verordnung sollen auch Revisionen anstehen. Dann wäre es natürlich kontraproduktiv, wenn im Bereich der Holzfeuerungen allenfalls noch schärfere Vorschriften eingeführt würden, als sie jetzt schon bestehen.
Ich bin deshalb der Meinung, dass die Förderung der Holzenergie im Interesse des Waldes und im Interesse der Energiepolitik vermehrt an die Hand zu nehmen ist, dass mehr zu unternehmen ist. Ich schliesse, Herr Bundesrat, mit einem Zitat von Ihnen; Sie haben erklärt: "Holz kann in den nächsten Jahren von allen erneuerbaren Energien den grössten Beitrag an die Verminderung des Treibhauseffektes leisten. Kein Wunder also, dass auch der Bundesrat auf die Wärme aus dem Wald setzt." Dem ist nichts mehr beizufügen als der Wunsch, das möge eintreten.
Leuenberger Moritz · BR-M · Bundesrat · Zürich
Dass Herr Hess von der Antwort auf eine Interpellation nicht befriedigt ist, ist einer der tiefsten Schläge, die ich je einstecken musste. Ich empfinde das als einen Holzhammerschlag auf meine sonst sehr fröhliche Natur, obwohl man sie nicht immer bemerkt. (Heiterkeit) Ich möchte ihm daher doch mündlich noch so ausführlich antworten, dass ich hoffe, der Grad seiner Unbefriedigtheit könne sich etwas vermindern.
Der nachwachsende Rohstoff Holz findet als alternativer Bau- und Energieträger verschiedentlich Verwendung. Einer wachsenden Wertschätzung von Holz als Bau- und Energieträger steht jedoch eine zunehmend prekärere wirtschaftliche Lage der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft gegenüber. Viele Forstbetriebe sind heute defizitär, viele Holzverarbeitungsbetriebe sind infolge der starken Importkonkurrenz gar in ihrer Existenz bedroht. Der Sturm Lothar hat auf einen Schlag 14 Millionen Kubikmeter Holz geworfen. Die Bewältigung dieser enormen Menge stellte die Waldbesitzer vor Probleme, die man vorher in diesem Ausmass nicht gekannt hatte.
Die Schwierigkeiten konzentrieren sich dabei in erster Linie auf den Transport und die Vermarktung des Holzes. Die wirtschaftlichen Nöte der Schweizer Holz- und Waldwirtschaft sind aber nicht erst mit diesem Sturm entstanden, vielmehr hat die Naturkatastrophe die bestehenden Schwachstellen innerhalb der Wertschöpfungskette beim Holz sichtbar gemacht.
Die gegenwärtig schwierige finanzielle Lage vieler Betriebe der Wald- und Holzwirtschaft ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Es gibt zunächst exogene Faktoren; ich werde jetzt etwas ausführlicher, aber man sagt mir nicht einfach so, man sei von einer Antwort nicht befriedigt! (Heiterkeit) Es gibt also ungünstigere Rahmenbedingungen, hohe Lohn- und Sozialkosten, hohe Landpreise, eine hohe Besiedelungsdichte, welche sich erschwerend auf die Erhaltung einer gegenüber dem Ausland konkurrenzfähigen Holzindustrie auswirken. Daneben sieht sich die Branche mit einer Reihe spezifischer Probleme konfrontiert. So stehen etwa die geltenden Feuerpolizeivorschriften einer vermehrten Verwendung von Holz als Baumaterial im Wege, obwohl man von den Gebäudeversicherungen her immer wieder versucht - Herr Paupe weiss hier Bescheid -, Erleichterungen zu schaffen.
Im Bereich Möbel und andere Alltagsgegenstände wiederum wird der Rohstoff Holz durch eine Vielzahl von Materialien - meist auf der Basis von fossilen Rohstoffen - konkurrenziert.
Sie wissen, Philip Stark hat einen Stuhl aus Plastik konzipiert. Dazu sagt er einfach, dass dafür kein Baum sterben musste. Er drückt damit also sogar noch auf das umweltpolitische Gewissen - völlig zu Unrecht. Aber er hat einen Designpreis erhalten, und der Stuhl verkauft sich jetzt. Holzstühle dagegen verkaufen sich wenig.
Die Rundholzpreise sind tief und können von den Waldbesitzern nicht beeinflusst werden. Die verschiedenen Ansprüche der Gesellschaft an den Wald - jeder hat seine eigenen Ansprüche: einerseits soll der Wald eine Schutzfunktion bieten, andererseits eine Erholungsfunktion haben, dann wieder ist er ein Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes usw. - engen alle den Spielraum für eine rationelle Holzproduktion ein. Die topographischen Besonderheiten der Schweiz und die kleinflächigen Eigentumsstrukturen erschweren den Einsatz moderner Holzerntetechniken und damit eine intensivere Nutzung von Holz.
Es gibt aber auch endogene Faktoren. Die Schweizer Sägereien können punkto Grösse nicht mit ihren ausländischen Konkurrenten mithalten. Die Holz verarbeitende Branche in der Schweiz zeichnet sich durch ein hohes Mass an handwerklicher Fertigung aus. Dieses Merkmal, das lange Zeit als Gütesiegel galt, erweist sich heute aufgrund der hohen Produktionskosten einerseits und des stärkeren Wettbewerbsdrucks andererseits zunehmend als Hindernis. Das erfahre ich auch als Verkehrsminister. Da gibt es Bäume, die werden mit "40-Tönnern" über die Alpen gekarrt und in Norditalien gesägt. Nachher kommen sie wieder zurück und "verstauen" den ganzen Gotthard und den San Bernardino. Die Kosten der Waldbewirtschaftung sind hoch. Die überbetriebliche Zusammenarbeit ist bei Holzernte und Holzvermarktung noch schwach ausgeprägt.
Nun hat der Sturm Lothar gezeigt, dass die bestehenden Strukturen und Instrumente der Wald- und Holzwirtschaft nur bedingt geeignet sind, grosse Waldkatastrophen zu meistern. Dazu haben wir das Grundlagenprogramm Lothar geschaffen. Es wertet die Erfahrungen aus und zeichnet Massnahmen auf, die zur Bewältigung künftiger Ereignisse hilfreich sein können.
Parallel dazu wird im Rahmen des Waldprogrammes Schweiz die ganze Waldpolitik grundsätzlich überprüft und neu definiert. Diese Standortbestimmung ist nötig, weil sich die Ansprüche der Bevölkerung an den Wald, insbesondere aber die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, seit Inkrafttreten des Waldgesetzes im Jahre 1992 stark verändert haben.
Zunächst zum Grundlagenprogramm Lothar: Das Evaluations- und Grundlagenprogramm beinhaltet Forschungsprojekte zu verschiedensten Themenbereichen. Ziel des Programmes ist es, das Krisenmanagement bei schweren Waldschäden zu verbessern, Empfehlungen zur Schadenprävention zu formulieren und Vorschläge für die Bewältigung der Folgen von Waldschäden auf wirtschaftlicher, sozialer und politischer Ebene auszuarbeiten. Parallel dazu bietet das Programm Gelegenheit, den Stand der Forschung bezüglich der Behandlung geschädigter Wälder zu beurteilen und Schwerpunkte für die künftige Forschungsarbeit zu setzen.
Für das Programm 2000 bis 2003 stehen insgesamt 10 Millionen Franken zur Verfügung. In verschiedenen Themenbereichen liegen bereits erste Resultate vor. Weitere Teilberichte müssen noch geliefert und evaluiert werden. Die Synthese über das Grundlagenprogramm wird im Frühjahr 2004 vorliegen.
Dazu kommt das Waldprogramm Schweiz, wir nennen das abgekürzt WAP-CH. Dieses Waldprogramm ist ein politisches Handlungsprogramm des Bundes. Es will eine Waldpolitik formulieren, welche die ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüche an den Wald erkennt und berücksichtigt. Es enthält langfristige Visionen über den gewünschten Zustand des Waldes und formuliert entsprechende Zielsetzungen bis hin zum Jahre 2015. Es formuliert auch die für die Zielerreichung notwendigen Massnahmen und Instrumente des staatlichen Handelns. Das Waldprogramm Schweiz wird in einem partizipativen Prozess ausgearbeitet, d. h. die Interessenvertreter des Waldsektors und anderer relevanter Sektoren, also u. a. die Holzwirtschaft, arbeiten aktiv am Prozess mit.
Wenn Sie mich fragen, hätte ich das schon längst abschliessen wollen. Ich habe einmal den kantonalen Forstdirektoren versprochen - ich war damals noch naiv, noch naiver als heute -, (Heiterkeit) dass wir das in einem halben Jahr haben würden. Jetzt sind wir immer noch daran, weil eben die Interessen am Wald von so verschiedenen Partizipanten so ausgeprägt sind, dass wir an diesem weiteren "runden Tisch" - aus Holz - immer noch zu keinem Resultat gekommen sind. Aber wir werden das schaffen.
Mit diesem Waldprogramm erfüllt das Buwal den Auftrag aus der Legislaturplanung 1999 bis 2003 sowie den Auftrag unseres Departementes vom 9. Mai 2001. Die Schweiz nimmt dabei auch ihre internationalen Verpflichtungen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Rahmen des Uno-Waldforums wahr. Der Schlussbericht wird bis Ende 2003 vorliegen und einen Katalog von Massnahmen und Instrumenten zur Verbesserung der Lage der Holzwirtschaft beinhalten. Ob die Probleme der Holzwirtschaft im Rahmen einer allfälligen Revision des Waldgesetzes gelöst werden, können wir zurzeit - weil das jetzt noch im Gang ist - nicht beurteilen.
Nun zu Herrn Bürgi: Holz ist ein Rohstoff, der nachwächst.
Herr Hess, Sie schauen jetzt besorgt auf die Uhr, aber Sie haben gesagt, Sie seien von der Antwort nicht befriedigt. Ich bin jetzt daran, Sie zu befriedigen, oder? (Heiterkeit) Die Holznutzung hält jedoch mit dem Wachstum unserer Wälder nicht Schritt. So produziert der Schweizer Wald jährlich doppelt soviel Holz, wie derzeit für den Holzverbrauch geerntet wird, also durchschnittlich vier bis fünf Millionen Kubikmeter Holz pro Jahr. Nicht von ungefähr weist die Schweiz heute mit 362 Kubikmetern pro Hektare europaweit den grössten Vorrat an nutzbarem Holz auf. Grosse Mengen an Holz bleiben daher ungenutzt im Wald zurück. Das führt zu einer Überalterung des Waldes. Diese gefährdet aber insbesondere die natürliche Schutzfunktion des Waldes. Um das Gleichgewicht des Waldes wieder herzustellen, muss dessen Nutzung intensiviert werden. Dabei gilt es aber auch sicherzustellen, dass das anfallende Holz weiterverarbeitet werden kann. Mit den Programmen "Holz 21" und "Energie Schweiz" stehen in der Schweiz gegenwärtig zwei Instrumente zur Holzförderung zur Verfügung. Ich komme kurz auf diese zwei Instrumente zu sprechen:
Das Förderungsprogramm "Holz 21" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Holzwirtschaft, Hochschulen und Umweltverbänden. Es wird durch das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft sowie durch Lignum, die Schweizerische Holzwirtschaftskonferenz, getragen. Bis im Jahre 2010 soll es die Grundlagen für eine nachhaltige Holzverwertung schaffen. Für die erste Phase, also bis 2003, stehen insgesamt 15 Millionen Franken zur Verfügung. Die Hauptziele von "Holz 21" liegen in der Steigerung des Absatzes und der Verwendung von Schweizer Holz, in der Stärkung der Leistungsfähigkeit und der Verbesserung der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure innerhalb der Holzwertschöpfungskette.
Zum Programm "Energie Schweiz": Als nachwachsender Rohstoff zählt Holz, ebenso wie Sonne, Biomasse, Wind, Geothermie, Umgebungswärme und Wasserkraft, zu den erneuerbaren Energieträgern. Holz ist heute nach der Wasserkraft der zweitwichtigste einheimische und erneuerbare Energieträger der Schweiz. Der Energieholzverbrauch beläuft sich derzeit auf rund 2,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Dem steht ein Potenzial von etwa 5 Millionen Kubikmetern pro Jahr gegenüber. Diese Menge könnte energetisch verwendet werden, ohne dass unsere Wälder übernutzt oder andere höherwertige Verwendungszwecke für das Holz konkurrenziert werden. Das Programm "Energie Schweiz" hat zum Ziel, den Verbrauch fossiler Energien zu senken und gleichzeitig den Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch zu erhöhen. Im Rahmen des abgeschlossenen Aktionsprogrammes "Energie 2000" wurden von Bund und Kantonen zwischen 1990 und 1999 über 500 Holzfeuerungen mit grösserer Leistung unterstützt. In dieser Zeit stieg der Brennholzverbrauch um 10,5 Prozent auf 2,4 Millionen Kubikmeter.
Im Zusammenhang mit dem Orkan Lothar wurden vom Parlament zusätzlich 45 Millionen Franken für ein Folgeprogramm bewilligt. Diese Mittel waren bereits innert fünf Monaten verpflichtet. Da die durchschnittliche Lebensdauer einer Holzfeuerung 20 Jahre beträgt, handelt es sich um langfristig wirksame Investitionen. Das Buwal prüft gegenwärtig die Möglichkeit, "Holz 21" auch nach 2004 weiterzuführen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie werden vom Buwal auch weitere Massnahmen zur Förderung der Holzenergie ausgelotet.
Ich habe noch selten ein so langes Votum gehalten. Aber wie man in den Wald ruft, so tönt es bekanntlich wieder zurück. Ich hoffe, Ihnen hiermit bewiesen zu haben, dass Holz alles andere als das Stiefkind unseres Departementes ist, und Ihre unbefriedigte Stimmung sei dadurch etwas angehoben.
Cottier Anton · P-M · Ständerat · Freiburg · Christlichdemokratische Fraktion
Ich danke Ihnen ganz, ganz herzlich, Herr Bundesrat, denn nun strahlt Ständerat Hans Hess viel mehr Lebensfreude aus. (Heiterkeit)
Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ich weiss, dass es nicht üblich ist, nach dem Bundesrat noch einmal zu sprechen, aber zwei Sachen möchte ich doch noch kurz erwähnen. Ich glaube nicht, dass Herr Bundesrat Leuenberger meint, dass die Holztransporte für den Stau am Gotthard und am San Bernardino verantwortlich sind. Aufgrund seiner Ausführungen habe ich da ein bisschen Zweifel. Als ich nach oben geschaut habe, habe ich übrigens nicht auf die Uhr geschaut, sondern ich habe dort oben den Direktor des Schweizerischen Sägerei- und Holzindustrie-Verbandes gesichtet, der den Ausführungen von Herrn Bundesrat Leuenberger mit Interesse gefolgt ist.
Cottier Anton · P-M · Ständerat · Freiburg · Christlichdemokratische Fraktion
Dieser Direktor sitzt gerade neben der Uhr, Herr Bundesrat. (Heiterkeit)