20.054
Luftfahrtgesetz. Änderung
Quadri Lorenzo · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Con questa modifica legislativa si tratta di approvare il Protocollo del 4 aprile 2014 sulla modifica della Convenzione di Tokyo sui reati che vengono commessi a bordo di veicoli. L'obiettivo è quello di far sì che i passeggeri che non rispettano le regole di comportamento o che non seguono le istruzioni del personale di volo possano essere perseguiti in giudizio.
Depuis quelques années, les compagnies aériennes doivent faire face à une recrudescence des cas de passagers indisciplinés qui ne respectent pas les règles de conduite à bord des aéronefs et qui ne suivent pas les instructions des membres de l'équipage. Dans plusieurs cas, ces incidents ont représenté une menace directe pour la sécurité de l'aéronef, provoquant parfois des escales imprévues pour débarquer les passagers indisciplinés. Il faut souvent les relâcher sans qu'ils aient été poursuivis en justice, principalement faute de compétences juridictionnelles, notamment de l'Etat où l'aéronef a atterri.
Il problema quindi è spesso la mancanza di competenza giurisdizionale dello Stato dove il veicolo si trova costretto ad atterrare. Il tema è trattato dalla Convenzione di Tokyo. Essa data del 14 settembre del 1963, quindi necessita di venire ammodernata, e questo per due motivi evidenti: si tratta da un lato di migliorare la sicurezza a bordo, dissuadendo i passeggeri dal commettere atti di indisciplina, e dall'altro di evitare che le infrazioni restino impunite.
Il protocollo modifica la Convenzione di Tokyo nei tre punti seguenti: in primo luogo, introduzione di competenze giurisdizionali supplementari, in particolare quelle dello Stato dove il velivolo è immatricolato e dello Stato d'atterraggio; in secondo luogo, introduzione di una lista delle infrazioni perseguibili, si tratta in particolare di atti di violenza fisica o minaccia di compiere tali atti, rifiuto di obbedire ad un ordine legittimo impartito dal comandante al fine di garantire la sicurezza all'aeromobile o delle persone o dei beni a bordo; in terzo luogo, precisazione dello status degli addetti di sicurezza che si trovano a bordo dei velivoli. Inoltre il protocollo prevede che in futuro possano essere avanzate pretese di risarcimento contro le persone fatte sbarcare in seguito al loro comportamento indisciplinato.
Questa disposizione costituisce una garanzia giuridica per le compagnie che hanno subito danni in seguito al comportamento indisciplinato di un passeggero, come cambiamenti di rotta, ritardi ecc. Per la Svizzera, la ratifica del protocollo comporta una modifica della legge sull'aviazione al fine di introdurre la competenza giurisdizionale delle Stato di atterraggio. A tal proposito, per quel che riguarda il principio del perseguimento d'ufficio rispettivamente del perseguimento a querela di parte, la sistematica giuridica dei vari Stati rimane invariata.
La vostra Commissione dei trasporti e delle telecomunicazioni ha approvato all'unanimità il disegno di decreto federale per l'approvazione della modifica del Protocollo della Convenzione di Tokyo con i tre articoli che la compongono. A nome della commissione vi invito a fare lo stesso.
Graf-Litscher Edith · Mit-F · Nationalrat · Thurgau · Sozialdemokratische Fraktion
Wir diskutieren heute über die Änderung des Luftfahrtgesetzes mit dem Sinn und Zweck, die Sicherheit der Passagiere und des Personals an Bord der Flugzeuge zu stärken. In den letzten Jahren nahmen die Zwischenfälle mit Passagieren deutlich zu, welche die Verhaltensregeln an Bord eines Flugzeuges nicht befolgten und die Anweisungen der Crew missachteten und damit andere Passagiere und das Personal an Bord gefährdeten. Wurden im Jahr 2010 noch 375 Fälle von unbotmässigem Verhalten von Flugpassagieren beim BAZL angezeigt, waren es im Jahr 2019 bereits knapp 1200. In mehreren Fällen wurde dabei die Sicherheit des Flugfahrzeuges unmittelbar gefährdet, und es mussten ungeplante Zwischenlandungen eingelegt werden, um Personen, die sich unbotmässig verhielten und damit die anderen Passagiere und die Crew gefährdeten, aus Sicherheitsgründen abzusetzen. Hauptsächlich mangels gerichtlicher Zuständigkeit des Staates, in dem das Flugzeug landet, können solche Personen oft gerichtlich nicht belangt werden.
Was bedeutet das Protokoll für die Schweiz? Das Protokoll führt eine zusätzliche obligatorische Gerichtsbarkeit des Halter- sowie auch des Landestaates ein. Diese zusätzlichen obligatorischen Gerichtsbarkeiten stärken den bisherigen rechtlichen Rahmen des Abkommens von Tokio, damit gewisse strafbare und andere an Bord von Luftfahrzeugen begangene Taten und Handlungen nicht mehr ungestraft bleiben. Zukünftig sollen die schwerwiegendsten Handlungen ausdrücklich genannt werden; dies sind die Ausübung oder Androhung von körperlicher Gewalt und die Verweigerung, einer von der Kommandantin oder vom Kommandanten zur Gewährleistung der Sicherheit des Luftfahrzeuges oder der Personen oder Sachen an Bord erteilten Anweisung Folge zu leisten. Die Staaten werden aufgefordert, Massnahmen zu treffen, damit sie Verfahren gegen jede Person einleiten, die eine der genannten besonders schwerwiegenden Handlungen begangen hat.
Weiter sieht das Protokoll vor, dass künftig gegenüber einer Person, die infolge einer unbotmässigen Handlung abgesetzt wurde, Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können. Diese Bestimmung dient als juristische Absicherung für Luftfahrtgesellschaften, die durch unbotmässiges Verhalten eines Fluggastes einen Schaden wie zum Beispiel Umleitungen oder Verspätungen erleiden. Fluggesellschaften sollen Passagiere, die gegen die Verhaltensregeln an Bord verstossen, in Zukunft einfacher gerichtlich belangen können.
Die Ratifizierung des Protokolls durch die Schweiz erfordert eine Änderung des Luftfahrtgesetzes, welche die neu eingeführte Gerichtsbarkeit der Landestaaten abdeckt. Zu diesem Zweck muss Artikel 97 des Luftfahrtgesetzes vom 21. Dezember 1948 um einen Absatz ergänzt werden, welcher die Behörden zur Verfolgung von Taten ermächtigt, die ausserhalb der Schweiz an Bord eines ausländischen Luftfahrzeuges verübt wurden, welches mit dem Täter oder der Täterin in der Schweiz landet.
Die Kommission hat die Änderung des Luftfahrtgesetzes an ihrer Sitzung vom 29. und 30. Juni 2020 beraten. Sie beantragt Ihnen einstimmig, diese Änderung anzunehmen und das Protokoll vom 4. April 2014 zur Änderung des Abkommens über strafbare und bestimmte andere an Bord von Luftfahrzeugen begangene Handlungen zu genehmigen, so dass Passagiere, die gegen Verhaltensregeln an Bord verstossen, einfacher zur Rechenschaft gezogen werden können. Es modernisiert und verbessert das Abkommen von Tokio, welches in der Schweiz am 21. März 1971 in Kraft getreten ist.
Ich bitte Sie, Ihrer Kommission zu folgen.
Sommaruga Simonetta · BPR-F · Bundesrat · Bern
Fluggesellschaften sollen sogenannte "unruly passengers", also Passagiere, die gegen die Verhaltensregeln an Bord eines Flugzeuges verstossen, in Zukunft einfacher gerichtlich belangen können. Es ist klar, solche Passagiere können die Sicherheit an Bord gefährden. Vereinzelt mussten sogar ungeplante Zwischenlandungen eingelegt werden, und bis anhin konnten diese Personen häufig strafrechtlich nicht belangt werden - hauptsächlich mangels gerichtlicher Zuständigkeit des Staates, in dem das Flugzeug dann schliesslich gelandet ist.
Sie haben es gehört: In den letzten Jahren haben die Fluggesellschaften eine zunehmende Anzahl von solchen "unruly passengers" gemeldet. Der Bundesrat schlägt deshalb vor, das Protokoll vom 4. April 2014 zur Änderung des Abkommens über strafbare und bestimmte andere an Bord von Luftfahrzeugen begangene Handlungen entsprechend zu genehmigen. Das Protokoll modernisiert und verbessert das Abkommen von Tokio. Neu eingeführt oder präzisiert werden erstens eine zusätzliche obligatorische Gerichtsbarkeit des Halter- wie auch des Landestaates, zweitens eine Liste von Straftaten, die eben strafrechtlich verfolgt werden sollten, drittens der Status der begleitenden Sicherheitsbeamten an Bord von Flugzeugen.
Das Protokoll trat am 1. Januar dieses Jahres in Kraft. Die Ratifizierung des Protokolls durch die Schweiz erfordert jetzt eine Anpassung des Luftfahrtgesetzes, um die dem Staat der Landung übertragene Gerichtsbarkeit einzuführen.
Der Bundesrat beantragt Ihnen, das Protokoll zur Änderung des Abkommens von Tokio ebenso wie die Änderung des Luftfahrtgesetzes anzunehmen; ebenso tut das Ihre Kommission.
Moret Isabelle · P-F · Nationalrat · Waadt · FDP-Liberale Fraktion
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
Bundesbeschluss über die Genehmigung und die Umsetzung des Protokolls zur Änderung des Abkommens über strafbare und bestimmte andere an Bord von Luftfahrzeugen begangene Handlungen (Abkommen von Tokio) (Änderung des Luftfahrtgesetzes)
Arrêté fédéral portant approbation et mise en oeuvre (modification de la loi sur l'aviation) du Protocole portant amendement de la Convention relative aux infractions et à certains autres actes survenant à bord des aéronefs (convention de Tokyo)
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1-3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1-3
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 182 Stimmen
(Einstimmigkeit)
(0 Enthaltungen)