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Massnahmen zur Verringerung der sozialen Selektivität
Stöckli Hans · P-M · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Präsident (Stöckli Hans, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten. Die Kommission und der Bundesrat beantragen die Ablehnung der Motion.
Würth Benedikt · Mit-M · Ständerat · St. Gallen · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Die WBK hat sich sehr einlässlich mit der vorliegenden Motion befasst. Was will diese? Der Bundesrat soll beauftragt werden, in seiner nächsten BFI-Botschaft Massnahmen zur Verringerung der sozialen Selektivität - zum Beispiel Stipendien, Weiterbildung, Grundkompetenzen, höhere Berufsbildung oder Sprachförderung - vorzusehen. Diese BFI-Botschaft, die in der Motion erwähnt ist, verabschieden die eidgenössischen Räte in dieser Session. Die Mehrheit der Kommission ist darum auch der Meinung, dass der Motionsauftrag somit erfüllt ist und die Motion nach Praxis des Ständerates abzulehnen ist. Die Kommission hat trotzdem auch eine inhaltliche Diskussion geführt. Ich möchte diese wie folgt zusammenfassen:
Die BFI-Botschaft definiert die Förderbereiche und stellt die sogenannt transversalen Themen dar. Das sind drei: erstens Digitalisierung, zweitens nachhaltige Entwicklung und drittens Chancengerechtigkeit. Das Thema soziale Selektivität ist mit Chancengerechtigkeit verknüpft.
Transversale Themen: Worum geht es hier? Diese Themen beinhalten langfristige und über den Zeithorizont von vier Jahren hinaus anzugehende Aufgaben. Man kann auch sagen, es sind eigentliche Daueraufgaben. Basis ist insbesondere unsere Bundesverfassung, und zwar Artikel 19 der Bundesverfassung bezüglich des Anspruchs auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht sowie Artikel 61a der Bundesverfassung bezüglich der hohen Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraums Schweiz.
Gemäss der BFI-Botschaft geht es nicht darum, dass alle gleiche Ergebnisse erzielen, jedoch - und hier ist das Thema soziale Selektivität - sollen möglichst keine Leistungsunterschiede lediglich aufgrund individueller Merkmale wie der sozialen oder kulturellen Herkunft bestehen. Das ist eigentlich der Kern dieses Begriffs.
Das auf Chancengerechtigkeit bedachte BFI-System soll ausserdem allen Individuen Voraussetzungen bieten, allfällige Benachteiligungen anzugehen. Es soll dabei unterstützend wirken, einerseits durch das Zurverfügungstellen von guten Rahmenbedingungen und durchlässigen Strukturen. Die Schweiz ist hier insbesondere auch im internationalen Vergleich sehr gut positioniert. Andererseits braucht es, wo es nötig ist, angemessene Sonderbehandlung oder spezielle Massnahmen zur Verhinderung allfälliger Benachteiligungen. Auch hier hat die Schweiz in den vergangenen Jahren sehr viel gemacht. In diesem Kontext ist insbesondere die wohl wichtigste Zielsetzung zu erwähnen, dass 95 Prozent der 25-Jährigen über einen Abschluss auf Sekundarstufe II verfügen.
Unabhängig von geplanten, hängigen oder behandelten Vorstössen sieht es Ihre WBK allerdings als wichtig an, sich weiterhin mit dieser Thematik zu beschäftigen. Wie erwähnt, geht es hier um eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung, die weit über den Zeithorizont von vier Jahren hinausgeht.
Ich habe gesagt, dass die Schweiz sowohl punkto Rahmenbedingungen als auch punkto Fördermassnahmen insgesamt sehr gut dasteht. Politisch wird diese Situation aber durchaus auch unterschiedlich beurteilt, abhängig auch von der Perspektive zur Frage, welche Anforderungen man an unser freiheitliches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem stellt. Bei einer kritischen Betrachtung spricht man von grossem Handlungsbedarf im Bereich der sozialen Selektivität, bei einer positiveren Betrachtung weist man darauf hin, dass die Schweiz gerade auch wegen unseres Bildungssystems eine hohe soziale Mobilität aufweist. Ihre Kommission wird sich darum an einer nächsten Sitzung einlässlicher mit diesem ganzen Themenkomplex befassen und auch den politischen Handlungsbedarf wieder evaluieren. Wir werden eine Auslegeordnung zum Themenkomplex soziale Selektivität, Integrationsagenda, Lehrstellenmarkt vornehmen. Den letzten Punkt erwähne ich explizit auch mit Blick auf die Vorstösse, die in diesem Kontext aktuell bei uns traktandiert sind.
Schliesslich verweise ich auch auf die von beiden Räten im Mai dieses Jahres angenommene Motion 20.3163, "Unterstützung der Lehrbetriebe". Wir werden in diesem Zusammenhang die Kantone, die Wissenschaft und auch neueste Studien einbeziehen. Auch das Bildungsmonitoring kann wichtige Hinweise geben. Die ganze Aufgabenteilung und Zuständigkeitsordnung zwischen Bund und Kantonen ist selbstverständlich zu beachten.
Ich fasse zusammen: Die Motion will in der vorliegenden BFI-Botschaft Aufträge umsetzen. Wir erachten darum die Motion als erfüllt. Es ist klar, das Thema ist ein grundsätzliches Thema, ein Thema, das noch lange nicht ausdiskutiert ist. Darum wird die Kommission weiterhin am Ball bleiben, erachtet es aber nicht als notwendig, sich mit dieser Motion zu beschäftigen.
In diesem Sinne beantrage ich Ihnen im Namen der Kommission Ablehnung der vorliegenden Motion.
Parmelin Guy · VPBR-M · Bundesrat · Waadt
M. Würth a rappelé l'essentiel. L'égalité des chances dans le système de formation revêt une très grande importance. Un système éducatif performant permet à toutes les personnes de développer pleinement leur potentiel en fonction de leurs aptitudes et de leurs dispositions. Il permet aussi d'avoir les mêmes chances et garantit le droit à l'égalité de traitement. Par conséquent, l'analyse de l'égalité des chances fait partie des missions permanentes du monitorage de l'éducation mené par la Confédération et les cantons, qui débouche tous les quatre ans sur la publication du rapport sur l'éducation en Suisse. Ce rapport a été publié pour la dernière fois en 2018. Sur la base d'une analyse scientifique, ce dernier présente des conclusions de fond sur l'égalité des chances et examine les évolutions. Il tient compte des facteurs contextuels pertinents, comme la démographie, la conjoncture économique, etc. La sélectivité sociale n'est qu'un des aspects qui influent sur l'égalité des chances, étant donné que les individus peuvent aussi subir des inégalités de traitement en fonction d'autres critères tels que l'origine migratoire, un handicap, voire le sexe.
Dans le message FRI 2021-2024, le Conseil fédéral a abordé ce thème et il a introduit la notion même de sélectivité sociale en tant qu'inégalité fondée sur l'origine sociale ou culturelle. Il a proposé de prolonger ou d'intensifier les mesures dans le cadre de ses compétences et en se basant notamment sur les travaux préliminaires effectués en collaboration avec les partenaires concernés. L'exemple que l'on peut citer est celui de la fameuse initiative "Formation professionnelle 2030". Les projets s'inscrivant dans la ligne d'action "orientation de la formation professionnelle vers l'apprentissage tout au long de la vie" sont clairement exposés et cités. Il y aussi d'autres exemples et je cite volontiers celui de la formation professionnelle, car elle joue un rôle important à notre sens pour réduire la sélectivité sociale. D'un côté, la formation professionnelle initiale contribue largement à atteindre l'objectif de 95 pour cent de diplômés du secondaire II parmi les moins de 25 ans en Suisse. De l'autre côté, il y a la formation professionnelle supérieure, qui joue un rôle déterminant pour ce qu'on peut qualifier de mobilité sociale.
Il y a encore d'autres mesures prises dans le domaine de la formation continue. Je n'entrerai pas dans les détails maintenant.
Certains domaines importants, dans lesquels des mesures pourraient être prises en faveur de l'égalité des chances, ne relèvent cependant pas de la compétence de la Confédération ou ne sont pas mentionnés dans le message FRI. Je pense à l'encouragement dès la petite enfance, aux modalités d'accès au secondaire II ou encore aux programmes cantonaux d'intégration. Nous maintenons - et il est important de le signaler et de le rappeler - un dialogue régulier avec les cantons sur toutes les questions relatives à l'égalité des chances dans le système de formation.
Nous estimons, en conclusion, que la Confédération a pris et continue de prendre, dans la limite de ses compétences, les mesures appropriées pour garantir l'égalité des chances dans le domaine FRI, y compris sur le plan de la sélectivité sociale.
Nous estimons en ce sens que l'objectif en soi de la motion est atteint et nous vous demandons de la rejeter.
Stöckli Hans · P-M · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Abgelehnt - Rejeté