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ZGB. Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister

51403 · Amtliches Bulletin

Vom 16. Dez. 2020

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/51403/de/zgb-anderung-des-geschlechts-im-personenstandsregister

Abgerufen am 11. Sept. 2026

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Quelle

Geschäft: ZGB. Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister (19.081)

19.081

ZGB. Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister

Aebi Andreas · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Schweizerisches Zivilgesetzbuch (Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister)

Code civil suisse (Changement de sexe à l'état civil)

Art. 30b Abs. 4

Antrag der Mehrheit

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Antrag der Minderheit

(Tuena, Nidegger, Schwander)

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Art. 30b al. 4

Proposition de la majorité

Adhérer à la décision du Conseil des Etats

Proposition de la minorité

(Tuena, Nidegger, Schwander)

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Wir befinden uns in der Differenzbereinigung zum Geschäft "ZGB. Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister". Ich will nicht allzu lange reden, weil ich denke, wir haben in diesem Saal doch schon sehr intensiv über die Frage gesprochen. Eine Differenz bleibt noch bei Artikel 30b Absatz 4. Ich beantrage Ihnen, wie schon in der letzten Runde, im Namen eines Teils unserer Fraktion, beim Bundesrat zu bleiben und das Alter zur Selbstbestimmung auf 18 Jahre zu setzen, sprich Volljährigkeit. Wir sind der festen Überzeugung, dass das richtig ist und dass der sogenannte Kompromiss, wie ihn jetzt die Kommission heute Vormittag ausgehandelt hat, nicht diesen jungen Personen dient.

Ich möchte Sie bitten, hier die Minderheit Tuena zu unterstützen.

Aebi Andreas · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Herr Tuena hat auch gleich für die SVP-Fraktion gesprochen.

Funiciello Tamara · Mit-F · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Ich kann es kurz machen: Ich bitte Sie schweren Herzens, dem Antrag der Mehrheit Ihrer Kommission zu folgen und somit gegen den Entscheid, den Sie vor einer Woche getroffen haben, zu stimmen. Die SP-Fraktion wertet das Gesetz - trotz der Beschränkung der höchstpersönlichen Rechte von Inter- und Transmenschen und vor allem von Inter- und Transjugendlichen durch die Einführung einer Altersgrenze - als Fortschritt.

Doch erlauben Sie mir noch hinzuzufügen, dass wir darauf pochen werden, dass die Lebenssituation von Trans- und Intermenschen besser empirisch erfasst und verbessert wird. Wir werden darauf pochen, dass die Anzahl der Fälle, die vom Bundesrat als äusserst gering eingeschätzt wird, genau festgehalten wird und dass diese Fälle untersucht werden. Wir werden auf eine Neubeurteilung von Artikel 30b Absatz 4 ZGB pochen, sollten die Zahlen zeigen, dass wir es hier mit einem Problem zu tun haben.

Bregy Philipp Matthias · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Die Mitte-Fraktion stimmt diesem Kompromiss ebenfalls zu, wenn auch aus einem anderen Grund als Frau Kollegin Funiciello. Wir hätten lieber das Alter 18 gehabt, haben aber begriffen, dass der einzige Kompromiss, der hier hilft, das Alter 16 ist. Damit ist zumindest garantiert, dass Menschen unter 16 Jahren die Zustimmung ihrer Eltern benötigen.

Ein Teil unserer Fraktion wird das Gesetz in der Schlussabstimmung gleichwohl ablehnen, einfach weil gewisse Leute nicht überzeugt sind, dass das Missbrauchspotenzial komplett ausgeräumt worden ist; sie sehen das Missbrauchspotenzial nicht bei jenen Menschen, die wirklich betroffen sind, sondern bei jenen, die dieses Gesetz missbrauchen wollen.

In diesem Sinne danke ich Ihnen für die Unterstützung und bitte Sie, dem Beschluss des Ständerates zu folgen und diese Differenz zu bereinigen.

Walder Nicolas · Mit-M · Nationalrat · Genf · Grüne Fraktion

Afin de sécuriser les acquis en faveur des personnes transsexuelles et intersexes, les Verts ont décidé de se ranger à la position du Conseil des Etats ouvrant la voie à une simplification du changement de genre à l'état civil.

Bien qu'imparfaite, cette proposition contient des avancées notables. Il sera ainsi dorénavant possible de faire modifier l'inscription de genre et le prénom dans le registre d'état civil sur simple déclaration, ce qui rendra les procédures moins coûteuses et moins intrusives pour les personnes concernées. Seule ombre au tableau, l'obstination du Conseil fédéral et du Conseil des Etats à maintenir l'article 30b alinéa 4, alinéa qui prive les adolescentes et adolescents de moins de 16 ans du pouvoir de décision sur un choix relevant pourtant de leur intimité et qui constitue un écueil pour ces jeunes en transition. Car la transidentité peut être vectrice de souffrances profondes et durables lorsqu'un ou une jeune doit délivrer une prestation conforme au genre assigné à la naissance qui ne correspond pas à qui elle est ou à qui elle ressent être intimement. Cette souffrance tend malheureusement à s'amplifier lorsque l'appui familial fait défaut. C'est donc à contrecoeur que nous nous rangeons à la décision du Conseil des Etats.

Nous appelons également à la vigilance vis-à-vis de la souffrance que les adolescentes et adolescents concernés pourraient subir en cas de désaccord avec leurs parents. Il sera d'autant plus nécessaire qu'elles et ils puissent bénéficier de voies de recours face à une telle décision et d'un accompagnement adéquat lors de cette procédure. C'est pourquoi le groupe des Verts appelle le Conseil fédéral à renforcer le soutien et la collaboration avec toutes les associations et institutions qui accompagnent au quotidien les jeunes concernés par une procédure de changement de genre ainsi que leurs familles. Leur rôle et la médiation qu'elles proposent sont déjà aujourd'hui déterminants. Ils le seront d'autant plus à l'issue de ce vote.

Eymann Christoph · Mit-M · Nationalrat · Basel-Stadt · FDP-Liberale Fraktion

Ich bitte Sie im Namen der FDP-Liberalen Fraktion um Zustimmung zur Lösung des Ständerates, die einen Kompromiss darstellt, und um Ablehnung des Antrages der Minderheit. Wir erfüllen mit dieser Lösung einen Teil der Anliegen der Betroffenen. Wir können damit wahrscheinlich nicht alle zufriedenstellen. Wir müssen die Angelegenheit im Auge behalten, schauen, wie sich das weiterentwickelt. Ich glaube, die Ausnahme vom Prinzip der Volljährigkeit ist in diesem Falle sehr gerechtfertigt.

Ich bitte Sie, diesem Kompromiss zuzustimmen.

Keller-Sutter Karin · BR-F · Bundesrat · St. Gallen

Ich möchte noch einmal kurz darauf zurückkommen, was letzten Donnerstag im Ständerat passiert ist. Sie haben die dortige Debatte sicherlich mitverfolgt.

Der Ständerat hat ja nochmals versucht, einen Brückenschlag zu machen und einen Kompromiss zu finden zwischen dem Streichen des Zustimmungserfordernisses und der Version, die auch schon im Raum stand, mit einem Zustimmungserfordernis bis zum 16. Altersjahr. Er wollte für urteilsfähige Kinder im Alter zwischen 12 und 16 Jahren zwei alternative Möglichkeiten für die Geschlechtsänderungserklärung einführen: entweder mit Zustimmung der Eltern oder nach einer dreimonatigen Bedenkzeit.

Nun, die Vorlage wurde im Ständeratsplenum sehr intensiv diskutiert, und die Altersgrenze von 12 Jahren wurde klar abgelehnt. Der Minderheitsantrag Hefti für eine Altersgrenze von 16 Jahren hat sich mit 26 zu 18 Stimmen klar durchgesetzt. Auch Ihrer Kommission war heute Morgen bewusst, dass der Spielraum gegenüber dem Ständerat nun ausgereizt scheint.

Der Bundesrat misst dem Schutz transidenter Kinder und Jugendlicher sehr viel Bedeutung bei. Deshalb wollte er auch das Zustimmungserfordernis im Gesetz verankert haben, so, wie es jetzt auch der Antrag der Minderheit Tuena vorsieht. Der Bundesrat nimmt aber auch zur Kenntnis, dass das Modell, das er vorschlug, weder im Nationalrat noch im Ständerat eine Mehrheit gefunden hat. Er ist der Auffassung, dass man sich dem Kompromiss, der sich im Ständerat durchgesetzt hat - eine Altersgrenze von 16 Jahren -, anschliessen kann, weil das Schutzbedürfnis zwischen 16 und 18 Jahren etwas geringer ist. Selbstverständlich, Herr Tuena, wäre der Bundesrat eigentlich auf Ihrer Linie, er sieht aber auch die Realitäten zwischen den Räten.

Der Bundesrat unterstützt deshalb den Antrag Ihrer Kommissionsmehrheit.

Hurni Baptiste · Mit-M · Nationalrat · Neuenburg · Sozialdemokratische Fraktion

Tout a été dit, ou presque. Il restait effectivement une grande question dans ce débat sur laquelle le Conseil des Etats et le Conseil national n'arrivaient pas à se mettre d'accord. C'est la question de savoir si le consentement parental est nécessaire au changement de sexe à l'état civil pour les mineurs.

Le Conseil des Etats a proposé par deux fois, et de façon extrêmement ferme, une solution où ce consentement n'est pas nécessaire entre 16 et 18 ans, mais est nécessaire avant 16 ans. Notre conseil, lui, aurait préféré ne pas avoir de limite d'âge inscrite, étant entendu que les règles générales du droit, notamment celle de la capacité de discernement, semblaient suffisantes. Néanmoins, face aux votes du Conseil des Etats, notre commission a décidé ce matin de se rallier à cette solution, donc d'inscrire l'âge de 16 ans dans la loi. Certains membres l'ont accepté par conviction, d'autres - c'est la majorité, vous l'avez entendu - l'ont fait par raison, pour que le projet puisse passer.

Ce qui a convaincu la commission, ce sont essentiellement deux choses. Tout d'abord, le fait que les personnes de moins de 16 ans qui désireraient changer d'identité sexuelle sont en nombre très faible en Suisse et que, si la solution du Conseil national était préférable, la solution du Conseil des Etats ne dénature pas le projet. La deuxième chose, c'est que le projet, en définitive, améliore quand même grandement la situation pour le changement de sexe à l'état civil dans notre pays. C'est ce qui fait que la commission a fini par soutenir la proposition du Conseil des Etats, par 19 voix contre 3.

Markwalder Christa · Mit-F · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion

Sie haben es gehört: Es verbleibt eine letzte Differenz zum Ständerat. Der Nationalrat hatte sich ursprünglich dafür entschieden, keine Zustimmung des gesetzlichen Vertreters zu verlangen, wenn ein Minderjähriger, eine Minderjährige erklärt, das Geschlecht im Personenstandsregister ändern zu wollen. Der Bundesrat hatte ursprünglich die Volljährigkeit als Grenze vorgesehen und darunter das Erfordernis der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters. Der Ständerat hat nun mit 16 Jahren einen Kompromiss beschlossen, dem unsere Kommission heute Morgen mit 19 zu 3 Stimmen, also mit einer ganz grossen Mehrheit, gefolgt ist. Wir erachten es als Kompromissvariante, die beschlossen wurde, damit diese Vorlage nun zu Ende beraten werden kann. Wir haben auch gehört, dass nicht überall mit der gleichen Euphorie diesen 16 Jahren zugestimmt wurde.

Nichtsdestotrotz möchten wir Sie im Namen der Kommission, die mit 19 zu 3 Stimmen entschied, bitten, der ganz grossen Mehrheit zu folgen und den Minderheitsantrag Tuena abzulehnen.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 124 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 47 Stimmen

(7 Enthaltungen)

Aebi Andreas · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Die Vorlage ist damit ebenfalls bereit für die Schlussabstimmung.