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Mehr Fairness bei der Lehrstellenausschreibung und Lehrstellenvergabe
Kuprecht Alex · P-M · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Kuprecht Alex, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Jositsch Daniel · Mit-M · Ständerat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Es geht hier um die Vergabe von Lehrstellen. Bereits 1989 wurde in der Aktion "Fairplay 01.11" im Rahmen eines sogenannten Gentlemen's Agreement zwischen ausbildenden Schulen, Berufsbildungsämtern, Berufsberatung und vor allem Lehrbetrieben vereinbart, dass bei der Lehrstellenvergabe Lehrverträge erst am 1. November des Vorjahres, also vor Beginn der Ausbildung, abgeschlossen werden. Dieser Zeitpunkt wurde festgelegt, damit eine Art Gleichheit im Wettbewerb besteht und damit vor allem auch die Jugendlichen nicht dazu gedrängt werden, möglichst früh und möglichst rasch Lehrverträge abzuschliessen. In den letzten Jahren ist dieses Gentlemen's Agreement erodiert. Unglücklicherweise, sage ich jetzt, haben die Berufsbildungsämter im Rahmen ihrer Konferenz im vergangenen Jahr die Position eingenommen, dass die Lehrstellen bereits ab März des Vorjahres publiziert werden sollen. Das wurde am 20. August 2020 verabschiedet. Sie haben sich also gewissermassen der Macht des Faktischen gebeugt.
Jetzt haben das die Lehrpersonen-Verbände, Verbände von Berufsberatenden und Berufsverbände kritisiert. In diesem Zusammenhang darf oder kann ich auch meine Interessenbindung kundtun: Ich bin Präsident des Kaufmännischen Verbandes, der mit der KV-Lehre die grösste Berufslehre in der Schweiz repräsentiert. Das heisst, verschiedene Personen, Verbände und Schulen - gewissermassen von der Front - haben hier höchste Bedenken. Warum haben sie Bedenken? Es ist ungünstig für die Lehrbetriebe, wenn so früh bereits die Suche nach Lernenden beginnt - da ist eine Art Wettbewerb nach den besten Lernenden im Gange. Es ist ungünstig für die Schulen, weil die Schulen natürlich auch möglichst viel Zeit brauchen, um mit den Schülerinnen und Schülern die Berufswahl vorzubereiten. Die Jugendlichen selbst kommen unter Druck. Sie müssen sich vorstellen, das sind 14-, manchmal 15-jährige Jugendliche, die dazu gedrängt werden, einen Lehrvertrag einzugehen.
Das ist selbstverständlich auch für die Unternehmen, für die Gesellschaft und für die Volkswirtschaft nicht optimal. Denn dadurch besteht die Gefahr, dass Lehrabbrüche gefördert werden, weil natürlich das Risiko vergrössert wird, dass jemand in der Eile der Wahl einer Berufslehre nicht denjenigen Lehrvertrag abschliesst, der zweckmässig wäre, oder nicht diejenige Lehre eingeht, die langfristig gewünscht wäre.
Vor diesem Hintergrund und angesichts dieser Entwicklung besteht das Bedürfnis, dass hier eine Gesamtschau vorgenommen wird. Das Postulat verlangt, dass die Situation abgeklärt wird und dass auch abgeklärt wird, ob es wirklich ein Problem gibt. Die Berufsbildungsämter weisen darauf hin, dass sie nicht fordern, dass die Lehrverträge bereits ab März abgeschlossen werden, sondern dass lediglich das Lehrstellenangebot publiziert wird und die Verträge dann später abgeschlossen werden. Wir befürchten aber, dass alleine schon die Publikation diesen Run auf die besten Lernenden und auf die besten Lehrstellen fördert. Von dem her erachte ich es als zweckmässig, wenn man die Situation einmal evaluiert und schaut, was die Auswirkungen sind. Dann kann man auf dieser Basis entscheiden, ob Handlungsbedarf besteht oder nicht.
In diesem Sinn ersuche ich Sie, das Postulat zu unterstützen.
Parmelin Guy · BPR-M · Bundesrat · Waadt
Lorsqu'il est question de formation professionnelle, la notion de partenariat est incontournable dans ce pays. La Confédération, les cantons et les organisations du monde du travail s'engagent conjointement pour la qualité de la formation du monde professionnel et pour une offre en places d'apprentissage attrayante. Les rôles et les responsabilités de chacun des partenaires de la formation professionnelle sont clairement définis, distincts, ce qui représente la grande force du système. Tous les partenaires ont à coeur de permettre à chaque jeune de trouver une place d'apprentissage qui lui convienne et à chaque entreprise de recruter les apprentis qui correspondent à ses besoins.
Du côté des pouvoirs publics, les cantons, en tant qu'autorité responsable de la scolarité obligatoire et de l'orientation professionnelle, universitaire et de carrière, garantissent les conditions qui président au choix d'une profession. Ils sont également chargés d'approuver les contrats d'apprentissage. La Conférence suisse des offices de la formation professionnelle a élaboré une stratégie pour la Bourse suisse des places d'apprentissage, et cette stratégie vise à adapter de façon optimale l'offre des places d'apprentissage aux besoins des entreprises formatrices et des jeunes à la recherche d'une place d'apprentissage. La décision d'autoriser la mise au concours des places d'apprentissage dans la Bourse suisse dès le mois de mars au plus tôt - c'est-à-dire un an et demi environ avant le début de l'apprentissage - n'a pas pour but d'avancer le début de la procédure de candidature. La fonction de candidature en ligne prévue permet de déposer sa candidature au plus tôt une année avant le début de l'apprentissage, comme c'est déjà le cas aujourd'hui. Ce que l'on veut en revanche, c'est donner aux jeunes et à leurs parents la possibilité de voir, dès le moment où ils se mettent à la recherche d'un stage d'orientation, quelles entreprises formatrices proposeront une place d'apprentissage l'été de l'année suivante. Nous avons clairement exclu l'option de mettre au concours les places d'apprentissage deux ans avant le début de l'apprentissage.
Afin que la préparation au choix d'une profession puisse se faire de façon éclairée, selon un calendrier approprié pour les jeunes, les partenaires de la formation professionnelle élaborent actuellement une déclaration d'engagement dans ce sens. Ces travaux sont conduits sous l'égide de la Conférence tripartite de la formation professionnelle. La Confédération soutient les efforts des cantons et des organisations du monde du travail dans cette entreprise.
La déclaration d'engagement en faveur des places d'apprentissage doit permettre un choix professionnel réfléchi suivant un calendrier préétabli dans l'intérêt de toutes les parties prenantes. Elle portera sur l'offre de places de stage d'orientation, sur la date de publication des places d'apprentissage et sur la date d'attribution de ces dernières. La déclaration d'engagement s'adressera à tous les acteurs de la formation professionnelle.
La Confédération s'est saisie de cette thématique dans le cadre de ses compétences. Elle a pris des mesures conjointes avec les autres partenaires de la formation professionnelle.
Dès lors, le Conseil fédéral estime que des mesures supplémentaires de la Confédération ne seraient pas pertinentes et vous propose en conséquence de rejeter le postulat.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 20 Stimmen
Dagegen ... 19 Stimmen
(1 Enthaltung)
Kuprecht Alex · P-M · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Kuprecht Alex, Präsident): Den letzten Vorstoss auf der Traktandenliste werden wir am Donnerstag, 17. Juni 2021, behandeln.
Damit sind wir am Schluss der ersten Sessionswoche angelangt. Ich darf Herrn Bundespräsident Parmelin verabschieden und wünsche ihm und Ihnen allen einen schönen Nachmittag und dann einen guten Start ins Wochenende.
Schluss der Sitzung um 13.00 Uhr
La séance est levée à 13 h 00