18.406
Transparenz bei der Bekanntgabe der Staatsangehörigkeiten
Kälin Irène · 1VP-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Antrag der Mehrheit
Eintreten
Antrag der Minderheit
(Gysin Greta, Barrile, Funiciello, Glättli, Kälin, Marra, Wermuth, Widmer Céline)
Nichteintreten
Proposition de la majorité
Entrer en matière
Proposition de la minorité
(Gysin Greta, Barrile, Funiciello, Glättli, Kälin, Marra, Wermuth, Widmer Céline)
Ne pas entrer en matière
Streiff-Feller Marianne · Mit-F · Nationalrat · Bern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Die Staatspolitische Kommission des Nationalrates unterbreitet dem Rat einen Entwurf zur Revision der Parlamentsverwaltungsverordnung. Damit soll die Veröffentlichung allfälliger weiterer Staatsangehörigkeiten der Ratsmitglieder angestrebt werden. Diese zusätzlichen Staatsangehörigkeiten sollen im Internet in den veröffentlichten Kurzbiografien der Ratsmitglieder angegeben werden.
Nachdem die SPK-N im Oktober 2018 und die SPK-S im Januar 2019 der parlamentarischen Initiative Chiesa 18.406, "Transparenz bei der Bekanntgabe der Staatsangehörigkeiten", Folge gegeben hatten, fasste die SPK-N am 13. August 2020 den Beschluss, die parlamentarische Initiative auf Verordnungsebene umzusetzen. An ihrer Sitzung vom 19. November 2020 nahm sie dann den vorliegenden Entwurf in der Gesamtabstimmung mit 14 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen an.
In den Augen der Kommissionsmehrheit ist die Pflicht zur Offenlegung aller Staatsangehörigkeiten Teil der Anforderungen an ein transparentes und offenes Parlament und dient der Information der anderen Ratsmitglieder und der Öffentlichkeit. Es handelt sich um eine Angabe, die für die Wählerinnen und Wähler ebenso von Interesse sein kann wie beispielsweise die Informationen zum Beruf oder zu den Funktionen in Führungsorganen von schweizerischen und ausländischen Unternehmen, Einrichtungen oder Stiftungen.
Die Minderheit Gysin Greta beantragt, nicht auf den Entwurf einzutreten, da dieser auf der falschen Annahme beruhe, Ratsmitglieder, die neben dem Schweizer Pass noch weitere Staatsangehörigkeiten besitzen, könnten illoyal gegenüber der Schweiz sein. Die Kommission hat diesen Nichteintretensantrag mit 16 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung abgelehnt.
Die vorliegende Revision konzentriert sich auf Artikel 16 der Parlamentsverwaltungsverordnung. Laut dieser Bestimmung werden Kurzbiografien der Mitglieder der Bundesversammlung veröffentlicht. Diese Liste der zwingend zu veröffentlichenden Daten soll nun um die Angabe aller Staatsangehörigkeiten erweitert werden, welche die betreffenden Ratsmitglieder neben der schweizerischen allenfalls noch besitzen. Die Information über die Staatsangehörigkeit kann mit der Angabe in den Kurzbiografien sehr leicht öffentlich zugänglich gemacht werden, da diese Kurzbiografien im Internet neben dem Namen des einzelnen Ratsmitglieds zu finden sind. So kann die vom Urheber der parlamentarischen Initiative gewünschte Transparenz hergestellt werden.
Es ist rechtlich korrekt, auf Verordnungsebene tätig zu werden, da es sich bei diesen Daten nicht um schützenswerte Daten im Sinne von Artikel 3 Buchstabe c des Datenschutzgesetzes handelt. Deshalb ist keine formelle gesetzliche Grundlage für die Bearbeitung dieser Daten erforderlich.
Die Mehrheit Ihrer Kommission beantragt Ihnen nun also, in Artikel 16 Absatz 1 Buchstabe c der Parlamentsverwaltungsverordnung die Liste der Angaben in den von den Parlamentsdiensten veröffentlichten Kurzbiografien mit dem Zusatz "weitere Staatsangehörigkeiten" zu ergänzen. Während sowohl die Mitglieder der Bundesversammlung wie auch die Mitglieder des Bundesrates Wohn- und Bürgerort angeben müssen, soll die Pflicht zur Publikation anderer Staatsangehörigkeiten nur für Mitglieder der Bundesversammlung gelten.
Die Minderheit Cottier beantragt Ihnen jedoch, dass die Pflicht zur Veröffentlichung allfälliger weiterer Staatsangehörigkeiten auch für die Mitglieder des Bundesrates gelten soll, entsprechend der Regelung bei den anderen in Artikel 16 genannten Informationen. Dieser Antrag wurde bei 12 zu 12 Stimmen mit Stichentscheid des Präsidenten äusserst knapp abgelehnt. Die knappe Mehrheit der Kommission fand, es handle sich bei der Vorlage ja um die Parlamentsverwaltungsverordnung und dieses Anliegen gehöre deshalb nicht hierher. Ausserdem komme die grosse Mehrheit der Bundesräte aus der Bundesversammlung. Deshalb löse sich das Problem im System selbst.
Die Vorlage zieht eine technische Anpassung nach sich. Dadurch entstehen den Parlamentsdiensten jedoch keine zusätzlichen Kosten. Der zusätzliche administrative Aufwand ist sehr begrenzt, sodass die Auswirkungen auf das Personal der Parlamentsdienste als unerheblich erachtet werden.
Ich bitte Sie im Namen der Kommissionsmehrheit, der Vorlage zuzustimmen und alle Minderheitsanträge abzulehnen.
Erlauben Sie noch kurz ein Wort zum Antrag des Büros vom 5. Februar 2021 zu Artikel 16 Absatz 1 Buchstabe g der Parlamentsverwaltungsverordnung. Er betrifft die Abschaffung der obligatorischen Veröffentlichung der dienstlichen Postadressen der Ratsmitglieder. Der Brief mit diesem Antrag erreichte die Kommission nach ihrer Sitzung vom November 2020. Deshalb kann ich im Namen der Kommission hierzu nicht Stellung nehmen.
Marchesi Piero · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
L'iniziativa parlamentare Chiesa 18.406, "Indicare le proprie cittadinanze in nome della trasparenza", propone di obbligare i membri del Parlamento a dichiarare la loro o le loro cittadinanze, affinché possano essere aggiunte alle varie informazioni personali quali età, professione, domicilio, stato civile, interessi, relazioni d'interesse e uffici politici. L'autore del postulato ritiene opportuno indicare pubblicamente anche questa importante informazione, così da rendere il profilo personale dei vari parlamentari il più trasparente possibile.
Il 18 ottobre 2018, la Commissione delle istituzioni politiche del Consiglio nazionale aveva dato seguito all'iniziativa con 15 voti favorevoli. Una minoranza composta da 7 commissari riteneva invece che non fosse necessario indicare questa informazione aggiuntiva, perché ritenuta irrilevante.
Il 21 gennaio 2019, con 6 voti contro 2 e 1 astensione, la stessa commissione del Consiglio degli Stati aveva anch'essa aderito all'iniziativa parlamentare, incaricando la CIP del Consiglio nazionale di allestire un progetto di atto normativo.
La commissione del Consiglio nazionale, il 13 agosto 2020, ha analizzato le diverse possibilità di attuazione, o modificando la legge oppure, con la soluzione che è poi stata preferita, modificando l'ordinanza di pertinenza. La commissione, richiamato l'articolo 3a della legge specifica, ha rinunciato a una consultazione, come ha anche rinunciato a sottoporre per parere un rapporto al Consiglio federale. A titolo abbondanziale, si richiama l'articolo 16 dell'ordinanza del 3 ottobre 2003 sull'amministrazione parlamentare, che definisce l'elenco dei dati personali che devono figurare nelle brevi biografie personali dei membri dell'Assemblea federale pubblicate sul sito del Parlamento.
La modifica dell'ordinanza, come proposta dalla CIP del Consiglio nazionale, è dunque la soluzione più semplice e meno burocratica per soddisfare le richieste avanzate nell'iniziativa parlamentare e le aspettative del consiglio.
La commissione si è anche chinata sull'opportunità di estendere l'obbligo, oltre che ai parlamentari dell'Assemblea federale, pure ai membri del Consiglio federale ma la maggioranza ha bocciato la proposta. La commissione ha pure verificato i possibili costi legati a questa applicazione, che sono stati ritenuti trascurabili.
In conclusione, la maggioranza della commissione chiede al Consiglio nazionale di voler approvare la modifica dell'ordinanza, affinché possa facilmente essere attuata l'iniziativa parlamentare Chiesa 18.406, "Indicare le proprie cittadinanze in nome della trasparenza".
Gysin Greta · Mit-F · Nationalrat · Tessin · Grüne Fraktion
L'iniziativa parlamentare Chiesa che discutiamo oggi vuole che i deputati dell'Assemblea federale rendano pubbliche, oltre alle proprie relazioni d'interesse, anche la propria o le proprie cittadinanze. L'intento, si argomenta, è quello di garantire più trasparenza. Questa però, non è tutta la verità.
Innanzitutto è importante rendersi conto che la cittadinanza per nascita non è una scelta, ma uno di quei casi della vita che nessuno può sostenere di aver influenzato in alcun modo. La cittadinanza per acquisizione invece, non arriva da sola. In Svizzera, ad esempio, a nessuno viene regalato il passaporto. Già solo la volontà di affrontare l'iter procedurale e gli oneri finanziari per acquisire la cittadinanza, sono prova sufficiente dell'attaccamento e della lealtà alla Svizzera.
Il perno della questione è però che, a differenza di quanto sostiene la maggioranza commissionale, una cittadinanza per nascita o acquisizione non è una relazione d'interesse al pari dei mandati professionali e associativi. Le relazioni d'interesse, i mandati, i consigli d'amministrazione, sono d'interesse pubblico, perché è chiaro che possono influenzare la nostra politica e le nostre decisioni. Le donazioni e i finanziamenti di una certa portata pure sono di interesse pubblico, perché, è inutile girarci intorno, i soldi contano, e più sono più contano. Ed è giusta quindi la trasparenza in questi ambiti.
Aber eine doppelte Staatsbürgerschaft ist, so die Überzeugung der Kommissionsminderheit, nicht von öffentlichem Interesse, denn anders als bei Geld und Mandaten gibt es keine direkte Verbindung zwischen der Doppelbürgerschaft und der Politik, die wir hier machen - es sei denn, man argumentiert, dass Doppelbürger früher oder später in einen Loyalitätskonflikt geraten; es sei denn, man glaubt, dass Doppelbürger die Interessen der Schweiz und ihrer Bürger nicht so gut vertreten können wie "reinblütige" Schweizer.
Machen wir uns nichts vor: Die Motivation für diese parlamentarische Initiative ist nicht der Wunsch nach mehr Transparenz, sondern ein zutiefst diskriminierender Gedanke: der Glaube, dass es verschiedene Kategorien von Bürgern gibt. Ich weiss, und das sage ich auch zu Ehren meiner geschätzten Kollegin Streiff, dass es einigen, die die Initiative unterstützen, wirklich um Transparenz geht. Wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, dass diese Absicht, so legitim sie auch sein mag, nicht die Absicht derjenigen ist, die die Initiative eingereicht haben, und dass die Annahme der Initiative ein zweischneidiges Schwert sein könnte.
Unser Rechtssystem unterscheidet nicht zwischen Bürgern mit einer und Bürgern mit mehreren Staatsbürgerschaften. Es wäre ein Fehler, hier damit zu beginnen. Wir begeben uns auf einen gefährlichen Weg, wenn wir anfangen, zwischen guten Bürgern und noch besseren zu unterscheiden.
Vi invito, a nome della minoranza commissionale, a non entrare in materia e vi ringrazio per l'attenzione.
Kälin Irène · 1VP-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Präsidentin (Kälin Irène, erste Vizepräsidentin): Das Wort für seine Minderheit hat Herr Cottier. Er spricht auch gleich für seine Fraktion.
Cottier Damien · Mit-M · Nationalrat · Neuenburg · FDP-Liberale Fraktion
En effet, je défendrai ma minorité à l'article 16 alinéa 1 lettre c ainsi que la position du groupe libéral-radical.
En fait, tout l'article 16 de l'ordonnance que nous traitons ici crée une obligation de déclarer certaines caractéristiques pour les membres de l'Assemblée fédérale et pour les membres du Conseil fédéral. En introduisant la formulation telle que le propose une courte majorité de la commission, on ferait une seule exception à ce principe, à savoir que les membres du Conseil fédéral ne seraient pas concernés par la nouvelle disposition sur la nationalité. On ne voit pas bien pourquoi on ferait cette exception et en quoi cette information-là serait moins intéressante que les autres informations requises à l'article en question, s'agissant uniquement des membres du Conseil fédéral.
Si cette formulation correspond au plus près au texte de l'initiative parlementaire Chiesa, elle ne correspond par contre pas à la logique de l'ensemble de l'article. D'ailleurs l'argument de la majorité, qui consiste à dire que la plupart des membres du Conseil fédéral sont issus de l'Assemblée fédérale, ne tient pas vraiment, puisque la situation peut changer par la suite. On peut acquérir, perdre ou renoncer à une nationalité, donc nous n'aurions pas ici une information qui serait réellement à jour.
Nous vous invitons donc à ne pas créer une exception que l'on ne pourrait pas véritablement expliquer ou justifier objectivement et donc à soutenir cette minorité, minorité qui d'ailleurs n'en est pas tout à fait une, puisque la commission, cela a été dit par les rapporteurs, a rejeté cette proposition par 12 voix contre 12 avec la voix prépondérante du président. Comme vous l'aurez peut-être remarqué, la proposition de minorité est en réalité signée par treize membres de notre commission.
Le groupe libéral-radical ne partage pas l'opinion défavorable de certains sur la double nationalité. Cela ne nous pose pas de difficulté qu'un parlementaire, ou d'ailleurs un diplomate, puisse avoir plusieurs nationalités. Comme l'avait dit en 2016 le Conseil fédéral dans un débat sur une question semblable: les personnes qui ont une double nationalité sont suisses à 100 pour cent, et pas à 50 pour cent. C'est en tout cas notre conviction. C'est pourquoi nous n'avions à l'époque pas soutenu les interventions parlementaires déposées par M. Peter Keller ou M. Chiesa, qui voulaient interdire la double nationalité pour les membres du Conseil fédéral ou les diplomates qui représentent la Suisse.
Par contre, le groupe libéral-radical estime que connaître l'autre nationalité ou les autres nationalités des membres de l'Assemblée fédérale et du Conseil fédéral peut être un élément d'information pertinent, tout autant que de connaître par exemple le lieu d'origine, la formation, les mandats ou le grade militaire.
A vrai dire, notre groupe peine à comprendre la logique de certains autres groupes qui demandent systématiquement plus de transparence sur de nombreux éléments, allant parfois relativement loin dans la sphère privée, par exemple en demandant régulièrement de déclarer les revenus, y compris pour des activités qui n'ont pas de lien avec le mandat parlementaire, alors que ces mêmes groupes refusent de faire la transparence sur cette question, pourtant assez simple, de la nationalité. Il y a là une logique qui nous échappe.
En tant que membre d'une autorité fédérale, il n'est pas sans intérêt de savoir qui a une ou plusieurs autres nationalités. Cela peut être particulièrement important pour celles et ceux d'entre nous qui siègent dans des délégations internationales, par exemple dans les délégations de contact avec les parlements des pays voisins.
Notre groupe n'estime pas qu'une seconde nationalité crée en soi des liens d'intérêts au sens strict, mais cela crée des liens, notamment des liens émotionnels, plus ou moins forts selon les cas et selon les personnes. Il n'est donc pas inutile de le savoir. C'est d'ailleurs aussi pour cela que le DFAE évite en principe d'affecter un diplomate dans le pays de sa seconde nationalité et qu'il tient d'ailleurs aussi compte de la nationalité du ou de la partenaire.
Notre groupe vous propose donc, comme il le fera lui-même, d'entrer en matière sur ce projet.
Enfin, s'agissant de la proposition du bureau qui lèverait l'obligation de déclarer une adresse postale pour éviter des risques pour les parlementaires ou pour leurs proches, nous la soutiendrons. Hélas - hélas! -, et on le voit actuellement avec les discussions à la fois sur la loi Covid-19 et sur deux initiatives populaires, le débat politique se durcit en Suisse aussi, au point parfois de dépasser largement les bornes de ce qui est admissible en démocratie, avec même des appels à la violence, des déprédations ou des parlementaires fédéraux qui doivent être mis sous protection. C'est inadmissible! Il faut condamner sans nuance toute dérive de ce type. La démocratie se manifeste dans le débat, dans les respect de l'interlocuteur, sans violence ou appel à la violence. Il faut condamner cela. Il faut aussi prendre les mesures de protection qui s'imposent, dont fait certainement partie cette proposition du bureau, et c'est la raison pour laquelle nous la soutiendrons.
En résumé, nous vous invitons à entrer en matière, à soutenir la minorité Cottier et la proposition du bureau.
Candinas Martin · 2VP-M · Nationalrat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsident (Candinas Martin, zweiter Vizepräsident): La fracziun da la PPS renunzia al pled.
Marti Samira · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion
Die SP-Fraktion wird den Nichteintretensantrag Gysin Greta unterstützen. Gemäss Artikel 143 der Bundesverfassung sind alle Stimmberechtigten in den Nationalrat, in den Bundesrat oder in das Bundesgericht unseres Landes wählbar. Ob eine Person stimmberechtigt ist, beurteilt sich nach Artikel 136 der Bundesverfassung. Wer also das Stimmrecht hat, kann auch gewählt werden, unabhängig von Doppelbürgerschaften.
Wer heute ins Parlament gewählt wird, gibt neben einigen persönlichen Informationen - Alter, Wohnort, Bürgerort - vor allem Informationen preis, die von öffentlichem Interesse sind: unbezahlte und vor allem bezahlte Mandate, Beruf, Arbeitgeber. Das sind alles Dinge, die politisch relevant und darum von öffentlichem Interesse sind. Viele relevante Informationen fehlen bis heute, weil Sie und Ihre Vorgänger und Vorgängerinnen sich jahrzehntelang gegen jeden Ausbau der Transparenz gewehrt haben.
Wenn wir in zwei Wochen zum ersten Mal entsprechende Vorschriften bei der Politikfinanzierung verabschieden, dann liegt das am unermüdlichen Einsatz meiner Partei, die sich mit grosser Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes dafür engagiert hat. Weiterhin fehlen aber Angaben dazu, wie viel Sie mit Ihren Verwaltungsratsmandaten und mit Ihrem Einsitz in Versicherungen und Krankenkassen verdienen. Bisher ist eine Mehrheit von beiden Räten nicht bereit, hier Transparenz zu schaffen. Das ist wenig erstaunlich. Wenn nämlich schwarz auf weiss bestätigt würde, dass diverse Ihrer Kollegen und Kolleginnen, z. B. Mitglieder der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit, ein Vielfaches ihres Parlamentsmandates ausbezahlt bekommen, dann wäre die Öffentlichkeit in Zukunft vielleicht weniger davon überrascht, dass man in der Gesundheitspolitik die Prämienlast nicht reduzieren und Fehlanreize im Finanzierungssystem nicht beseitigen will.
Eine komplette Offenlegung Ihrer Mandate, die nichts mit einem ordentlichen Berufsleben und nichts mit Ihren privatwirtschaftlichen Kompetenzen zu tun haben, sondern vor allem, wenn nicht sogar ausschliesslich mit Ihrer politischen Position in diesem Parlament, würde einige Fragen klären. Es würde z. B. die Frage klären, warum seit Jahren illegale Mittel in Milliardenhöhe von der Immobilienbranche eingezogen werden können und sich eine Mehrheit von uns nicht gegen diese Frechheit wehren möchte. Hat es vielleicht damit zu tun, dass die Immobilienbranche in diesem Parlament ziemlich gut vertreten ist, und zwar nicht in der Wandelhalle, sondern hier im Saal? Na ja, wir wissen alle: Gegen erweiterte Offenlegungspflichten in diesem Bereich wehren Sie sich seit Jahren, und zwar erfolgreich. Im Gegenzug haben Sie nun das kleinstmögliche Nebengleis eröffnet, das sich finden liess: die Doppelbürgerschaft.
Alter, Gemeinde, Geburtstag: Ich nehme an, wir sind uns alle einig, dass dies nicht politische Informationen sind, die für unsere Arbeit relevant sind. Ja, ich bin die jüngste Frau in Ihrem Rat, aber es mag Sie erstaunen: Jungsein ist kein politisches Programm. Es wird von der Öffentlichkeit und den Medien die ganze Zeit überschätzt. Ich habe einige nette ältere Kollegen hier drin, mit denen ich gut und auch gerne zusammenarbeite. Dasselbe wie für das Alter gilt auch für eine mögliche zweite Staatsbürgerschaft.
Doch warum genau soll diese von grösserem öffentlichem Interesse sein als direkte, harte Interessenvertretung für die Branchen, für die Krankenkassen oder für andere Bereiche? Es ist eine absolut irrelevante Information. Abgesehen davon zeigt bereits heute der Grossteil von unseren Kolleginnen und Kollegen diese Information freiwillig. Dass es nun aber eine parlamentarische Initiative dazu gibt und eine Mehrheit der Räte den Handlungsbedarf offenbar als dermassen gross einschätzt, dass wir nun legiferieren und die Parlamentsverwaltungsverordnung anpassen müssen, das ist durchaus politisch. Es schwingt nämlich eine Unterstellung mit, ein "Geschmäckle", das wir schon in der Kommission gerochen haben, ähnlich wie damals bei den Bundesratswahlen im Fall von Ignazio Cassis. Gewisse Personen, insbesondere die Initianten, stellen damit nämlich ganz leise und trotzdem unüberhörbar infrage, dass Doppelbürger oder Doppelbürgerinnen überhaupt angemessen die sogenannten Interessen des Landes vertreten können.
Das ist auch kein neues Phänomen. In Ihren Propagandablättern tun Sie von der SVP dies schon seit Jahren. Sie unterscheiden da zwischen sogenannten Eidgenossen und Eingebürgerten, eine rechtlich absolut irrelevante Unterscheidung. Sie tun das und machen damit Stimmung. Da läuft es mir kalt den Rücken runter, das muss ich Ihnen sagen.
Die SP-Fraktion ist der Meinung: Wehret den Anfängen! Wir werden nicht auf dieses Geschäft eintreten.
Romano Marco · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Il gruppo del centro sostiene questa modifica dell'ordinanza sulla amministrazione parlamentare.
Fa specie vedere opporsi a questa modifica chi di solito chiede trasparenza totale in ogni ambito e, con un'ottica critica, mette in ombra il sistema politico svizzero con lo schema dei buoni e dei cattivi, con lo schema di quelli che hanno i soldi e quelli che non hanno i soldi. I soldi ci sono tanto nelle associazioni economiche quanto in quelle ambientaliste, tanto nei sindacati quanto nelle associazioni di categoria. Non è una questione di buoni e cattivi, è questione del sistema politico svizzero di milizia che fa di ognuno di noi un cittadino che ha legami di interesse; e avere legami di interesse a priori non può essere definito come negativo.
Fare opposizione a questa modifica è tanto inopportuno quanto, a mio giudizio, inutile. Non abbiamo assolutamente pregiudizi verso chi ha una doppia cittadinanza ma questo va reso pubblico nel quadro della biografia di ognuno di noi, alla pari di tutte le informazioni che, come eletti, dobbiamo rendere pubbliche a seguito dell'entrata in carica. Si tratta di un elemento biografico rilevante, alla pari di tanti altri. Opporsi a questa modifica è assolutamente incoerente. Giustamente dobbiamo pubblicare sempre più dettagli sulle nostre attività private e sui legami d'interesse che fanno parte sistemica del nostro apparato istituzionale. Forse troppi stanno dimenticando cosa sia l'essenza del sistema politico di milizia - o forse vogliono eliminare questo principio per arrivare ad un parlamento di professionisti.
Perché mai non dovremmo quindi rendere pubblico il fatto di avere una doppia cittadinanza tra le nostre note biografiche? Cosa c'è di male nell'avere un secondo passaporto? E cosa c'è di male a dire che è giusto rendere pubblico questo fatto nella propria biografia? - Non lo capisce nessuno al di fuori di questo Palazzo. La doppia cittadinanza è un dato di fatto. Non rappresenta un problema o un limite, è perfettamente compatibile con la carica e potrebbe quasi essere utile quando ci si muove a livello internazionale per tessere anche alcune relazioni. Non c'è nessun pregiudizio nella lettura che diamo di questa modifica. C'è una visione di trasparenza che viene chiesta, che fa parte della nostra attività e che di conseguenza va resa completa, introducendo anche questa modifica. Un cittadino con la doppia cittadinanza non ha per sé una linea politica differente a priori, ma per giudicare integralmente l'operato di un parlamentare nei vari dossier con cui ci confrontiamo, conoscere questo elemento biografico dà certamente un quadro generale migliore.
Il vissuto personale e la propria storia familiare, che per molti di noi ha intrecci con paesi vicini e lontani, sono elementi che caratterizzano il nostro essere, e di conseguenza anche il nostro agire, non solo politico.
Questa modifica è in linea, ed è congruente, con gli sviluppi in corso. Si vuole e si ottiene maggiore trasparenza. Chi si oppone nuoce al nostro sistema e lo fa per considerazioni prettamente ideologiche, totalmente fuori luogo in relazione a questa proposta.
Il gruppo del centro entra in materia e sostiene la linea della maggioranza: servono regole chiare e complete per tutti i membri dell'Assemblea federale. Ai consiglieri federali, la responsabilità di fare altrettanto. Ritenuto che, salvo pochissime eccezioni, gli eletti e le elette giungano dalle nostre file, questa modifica che esce dalla volontà dei parlamentari deve valere per tutti i parlamentari, e di conseguenza i consiglieri federali la riprenderanno.
Gysin Greta · Mit-F · Nationalrat · Tessin · Grüne Fraktion
Collega Romano, lei ha detto che non è vero che chi sostiene questa proposta ha un problema con i cittadini che hanno la doppia cittadinanza. A tal proposito, ecco la mia domanda: sa che per esempio nel canton Zugo, l'UDC voleva escludere i cittadini con la doppia cittadinanza dalla politica, e che in passato ci sono state delle proposte in tal senso anche in questo consiglio? Sa che la sua convinzione o motivazione a sostenere questa iniziativa non è quella di tutti fautori dell'iniziativa e soprattutto non è quella di chi l'ha proposta?
Romano Marco · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Guardi, ci viene richiesto di inserire nelle note biografiche di ognuno di noi se abbiamo un doppio passaporto. La maggior parte lo ha fatto, rendendolo pubblico anche sulla propria pagina web, e dicendolo pubblicamente. Tutto il resto, sono altri oggetti politici. E, dovessero giungere in questa Camera, sarò il primo a oppormi. Non c'è nessun problema, non c'è nessun pregiudizio. Se si vuole trasparenza, bisogna essere coerenti e non sottometterla ad aspetti ideologici e ad una posizione di prevenzione nei confronti di una forza politica piuttosto che un'altra.
Addor Jean-Luc · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Monsieur Romano, si je vous dis - vous le savez peut-être - que j'ai un passeport italien et si je vous dis que cela ne me pose absolument aucun problème de l'indiquer, allez-vous pour autant imaginer que, parce que j'ai un passeport italien, je vais être complaisant à l'égard de l'Union européenne?
Romano Marco · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Absolument pas, et il est bon que vous le disiez! Des notes biographiques sont publiées sur nos sites personnels, et il est juste que ces informations soient indiquées aussi dans les notes biographiques que nous fournissons aux Services du Parlement au moment du début de notre activité. Il y a plusieurs parlementaires qui ont la double nationalité, or il ne saurait y avoir de préjudice pour ces personnes et cette partie de la population de notre pays - la Suisse est un pays qui a une histoire liée aux contacts internationaux.
Kälin Irène · 1VP-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Die grüne Fraktion unterstützt die parlamentarische Initiative Chiesa auch in der zweiten Phase nicht. Denn es geht hier nur vordergründig um Transparenz. Im Kern geht es um Diskriminierung. Es wird nämlich suggeriert, dass Doppelbürgerinnen und Doppelbürger die Interessen der Schweiz und unserer Bevölkerung nicht gleich gut vertreten können wie Menschen mit nur einer Staatsbürgerschaft: der schweizerischen. Auch wenn man es nicht explizit und transparent kommuniziert, schafft man damit zwei Kategorien von Bürgerinnen und Bürgern und stellt die Loyalität jener mit doppelter Staatsbürgerschaft infrage. Wenn wir anfangen, zwischen guten und noch besseren Bürgerinnen und Bürgern zu unterscheiden, gehen wir einen gefährlichen Weg.
On pourrait considérer qu'il est toujours bien d'avoir plus d'informations sur les gens et qu'il s'agit d'une question de transparence. Mais une transparence qui crée deux catégories de citoyens et qui ne sert à rien d'autre est une discrimination qui n'a pas lieu d'être. S'il se trouve que votre maman est suisse et que votre papa est belge - comme c'est le cas de mon fils -, vous jouissez alors de la double nationalité, mais on ne voit pas en quoi vous seriez responsable de vos parents, et on ne voit pas non plus en quoi ce genre d'informations a un intérêt. Mon fils a un passeport suisse et il s'identifie à cette nationalité, et, sur ce passeport ne figure nulle part entre parenthèses la mention "belge". En matière de droits politiques, je ne vois pas d'autre intérêt à cette supposée transparence que celui de la discrimination. Si on pousse le raisonnement, pourquoi ne pas demander aux parlementaires de faire figurer dans le registre les handicaps ou je ne sais quel autre attribut?
Ja, mein Sohn ist Doppelbürger, weil er einen belgischen Vater hat. Aber er ist genauso Schweizer, wie ich Schweizerin bin. Er hat denselben Pass, denselben Heimatort, dieselben Wurzeln hier in unserer Heimat. Er ist wie ich hier geboren. Die vorliegende parlamentarische Initiative unterstellt meinem Sohn und allen Menschen mit zwei Staatsbürgerschaften, dass sie nicht gleich loyal, nicht gleich treu gegenüber der Schweiz sein können wie Menschen mit nur einer Staatsbürgerschaft. Das ist für mich absurd und auch diskriminierend. Vermeintliche Transparenz, die nicht mehr als Diskriminierung schafft, ist keine Transparenz - es ist schlicht und einfach nur Diskriminierung.
Namens der Grünen lade ich Sie deshalb ein, nicht auf diese unnötige und diskriminierende Vorlage einzutreten und der Minderheit Gysin Greta zu folgen.
Was die Minderheit Cottier angeht, macht es das Problem nicht grösser oder kleiner, wenn wir die Mitglieder des Bundesrates mit einbeziehen oder eben, wie es der Antrag der Mehrheit will, aussen vor lassen. Denn der Kern des Problems dieser Vorlage sind nicht die möglichen doppelten Staatsbürgerschaften von Bundesrätinnen und Bundesräten. Es ist vielmehr eine grundsätzliche Unterstellung. Schweizerinnen und Schweizer mit einer doppelten Staatsbürgerschaft werden unter Generalverdacht gestellt, gegenüber unserem Land nicht gleich loyal zu sein wie Schweizerinnen und Schweizer, die ausschliesslich Schweizerinnen und Schweizer sind.
Sollten wir wider unseren Willen auf die Vorlage eintreten, unterstützen wir aber den Antrag des Büros, künftig die Veröffentlichung der Postadresse nicht mehr obligatorisch zu machen. Wir sind heute alle auch elektronisch erreichbar. Wir teilen die Meinung des Büros, dass die obligatorische Veröffentlichung einer Postadresse nicht mehr einem aktuellen Bedarf entspricht und dass das Recht der Ratsmitglieder auf Privatsphäre sowie in gewissen Fällen auf ihre Sicherheit höher zu gewichten ist. Aber das ist für uns noch lange kein Grund, auf die Vorlage einzutreten. Denn diese Modernisierung können wir auch problemlos lösen, ohne Doppelbürgerschaften von Parlamentsmitgliedern zu einem Problem zu machen.
Ich bitte Sie deshalb, nicht auf die Vorlage einzutreten.
Cottier Damien · Mit-M · Nationalrat · Neuenburg · FDP-Liberale Fraktion
Chère collègue, vous dites que cette information n'a pas vraiment d'intérêt. C'est aussi le terme qui a été utilisé par la représentante du groupe socialiste. Mais vous dites en plus que cela crée des discriminations, car il y a des personnes qui sont concernées et d'autres pas. Or, il y a d'autres dispositions dans le même article 16 qui ne concernent pas tout le monde. On demande par exemple le grade militaire. Or, tout le monde n'a pas fait l'armée dans cette assemblée. On demande aussi d'indiquer - il s'agit là d'une information volontaire - le nombre d'enfants. Moi je n'ai pas d'enfant. Je ne me sens pas discriminé parce que l'on me pose la question. Je ne dois pas y répondre, ou j'y réponds par le chiffre zéro. Trouvez-vous vraiment que cela crée une discrimination au motif que tout le monde n'est pas concerné?
Kälin Irène · 1VP-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Ja, ich finde tatsächlich, dass das eine Diskriminierung ist, denn wir kennen nicht nur die Absenderin dieser parlamentarischen Initiative, sondern wir haben in den Kommissionen auch immer wieder gehört, was man damit suggerieren möchte: dass es tatsächlich einen Unterschied macht, ob jemand ausschliesslich die schweizerische Staatsbürgerschaft oder eben auch noch eine andere hat.
Im Falle von Kindern sehe ich das nicht so. Das ist keine Information, die darüber Auskunft geben könnte oder sollte oder aufgrund derer man beurteilen kann, ob Parlamentarierinnen und Parlamentarier mit Kindern oder ohne Kinder besser geeignet sind, unser Schweizervolk zu vertreten.
Moser Tiana Angelina · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion
Wir werden auf die Vorlage eintreten und ihr auch zustimmen. Wir vertreten hier ein anderes Denken, als es die Vorrednerin dargelegt hat. Doppelte Staatsbürgerschaften sind in einem so offenen und vernetzten Land wie der Schweiz eine Lebensrealität. Jeder vierte Schweizer bzw. jede vierte Schweizerin besitzt heute eine zweite Staatsbürgerschaft. Immer mehr Ehen sind binational. Mehr als jede dritte Ehe wird zwischen einer Schweizerin bzw. einem Schweizer und einer ausländischen Person eingegangen. Schweizerinnen und Schweizer können ihre Staatsbürgerschaft an ihre Kinder übertragen, egal, wo die Kinder auf die Welt kommen.
Mehrere Staatsbürgerschaften zu haben, ist eine soziale Realität in unserem Land, eine Realität, die wir Grünliberalen als positiv bewerten. Wir sind überzeugt, dass dies eine Bereicherung für unser Land darstellt. Ebenfalls hat Kollegin Kälin zuvor von ihrem Sohn gesprochen. Ich habe drei Söhne, die neben dem Schweizer Pass den spanischen Pass besitzen. Ich erachte das als ein Geschenk und als eine Bereicherung. Ich bin überzeugt, dass Sie das auch so sehen werden.
Vermutlich sah der Initiant das nicht ganz so positiv; das müssen wir nüchtern anerkennen. Aber die grünliberale Fraktion ist überzeugt, dass es richtig ist, der Initiative zuzustimmen und damit auch das Narrativ des Initianten anders zu prägen, anders zu gestalten oder umzudefinieren. In so einem offenen und vernetzten Land wie der Schweiz können wir dankbar sein für alle Doppelbürgerinnen und Doppelbürger, welche ein Verständnis für die Realitäten ausserhalb der Schweizer Grenzen haben. Wir können froh sein um all die Menschen in unserem Land, die das Denken und Handeln in anderen kulturellen und sprachlichen Räumen verstehen und nachvollziehen können. Das gilt auch für unser Parlament. Doppelbürgerinnen und Doppelbürger sind auch ein Gewinn für unser Parlament.
Die These, dass Doppelbürgerinnen und Doppelbürger gegenüber der Schweiz weniger loyal seien, ist schlicht an den Haaren herbeigezogen. Eine Studie von 2018 hat gezeigt, dass es dafür keinerlei empirische Beweise gibt, im Gegenteil: Die Doppelbürgerschaft hat gemäss der Untersuchung sogar einen positiven Effekt auf die politische Partizipation. Die Studie kommt zur interessanten Schlussfolgerung, dass es in der Schweiz ein geringes Bewusstsein dafür gebe, wie wenig die Einteilung in Schweizerinnen und Schweizer einerseits und Ausländerinnen und Ausländer andererseits der Realität in der Schweiz entspricht. Ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer ist nicht "entweder oder", sondern eben beides. Transparenz auf Bundesebene kann deshalb durchaus einen Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein für diese Lebensrealität in der Schweiz zu steigern.
In Artikel 16 Absatz 1 Litera c will die Minderheit Cottier die Transparenz nicht auf die Bundesversammlung beschränken, sondern auch den Bundesrat mit einschliessen. Wir werden diesen Antrag unterstützen.
Das Büro hat zudem beantragt, dass Artikel 16 Absatz 1 Litera g gestrichen werden soll und dass neu keine Postadresse mehr notwendig sein soll. In der heutigen Zeit ist es schlicht nicht mehr zeitgemäss, dass jedes Ratsmitglied eine Postadresse angeben muss. Immer wieder sind auch Ratsmitglieder diesbezüglich mit Problemen konfrontiert. Wir erachten das als eine sinnvolle Anpassung und werden diesen Antrag entsprechend unterstützen.
Aebi Andreas · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Wir stimmen über den Nichteintretensantrag der Minderheit Gysin Greta ab.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Eintreten ... 102 Stimmen
Dagegen ... 62 Stimmen
(1 Enthaltung)
Aebi Andreas · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Verordnung der Bundesversammlung zum Parlamentsgesetz und über die Parlamentsverwaltung (Staatsangehörigkeiten von Mitgliedern der Bundesversammlung)
Ordonnance de l'Assemblée fédérale portant application de la loi sur le Parlement et relative à l'administration du Parlement (Nationalités des membres de l'Assemblée fédérale)
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Ziff. I Einleitung
Antrag der Kommission: BBl
Titre et préambule, ch. I introduction
Proposition de la commission: FF
Angenommen - Adopté
Art. 16 Abs. 1 Bst. c
Antrag der Kommission: BBl
Art. 16 al. 1 let. c
Proposition de la commission: FF
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Minderheit ... 96 Stimmen
Für den Antrag der Mehrheit ... 79 Stimmen
(1 Enthaltung)
Art. 16 Abs. 1 Bst. g
Antrag des Büros
Aufheben
Schriftliche Begründung
Die obligatorische Veröffentlichung der dienstlichen Postadresse der Ratsmitglieder ist zu streichen. Diese Pflicht ist nicht mehr gerechtfertigt, da die Kommunikation mit den Ratsmitgliedern heute meistens elektronisch und nicht mehr auf dem Postweg erfolgt. Ausserdem kommt es oft vor, dass die veröffentlichten Postadressen für unredliche Zwecke missbraucht werden: So werden gewisse Ratsmitglieder zuhause oder am Arbeitsplatz belästigt oder erhalten unerwünschte Post oder Zustellungen. Das Büro ist der Meinung, dass die obligatorische Veröffentlichung einer Postadresse nicht mehr einem Bedarf entspricht und das Recht der Ratsmitglieder auf Privatsphäre verletzen sowie in gewissen Fällen ihre Sicherheit gefährden kann.
Art. 16 al. 1 let. g
Proposition du bureau
Abroger
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für den Antrag des Büros ... 175 Stimmen
Dagegen ... 4 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Aebi Andreas · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ziff. II
Antrag der Kommission: BBl
Ch. II
Proposition de la commission: FF
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 115 Stimmen
Dagegen ... 64 Stimmen
(1 Enthaltung)