21.3973
CO2-neutrales Fliegen bis 2050
Kälin Irène · P-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Antrag der Mehrheit
Annahme des Postulates
Antrag der Minderheit
(Rüegger, Egger Mike, Graber, Haab, Page, Wobmann)
Ablehnung des Postulates
Proposition de la majorité
Adopter le postulat
Proposition de la minorité
(Rüegger, Egger Mike, Graber, Haab, Page, Wobmann)
Rejeter le postulat
Jauslin Matthias Samuel · Mit-M · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Es geht um das Postulat 21.3973 der UREK-N, "CO2-neutrales Fliegen bis 2050". In der Kommission wurden dazumal im Zusammenhang mit dem CO2-Gesetz die Flugticketabgabe wie auch eine Abgabe auf Kerosin und eine Besteuerung von Flugtreibstoffen diskutiert. Wir wissen aber, dass das Fliegen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, nicht nur in der Schweiz, sondern auch international. Aufgrund dessen, dass der Luftverkehr zur Mobilität und auch zum Warenfluss beiträgt, ist er nicht wegzudenken. Der Anteil der von der Fliegerei verursachten Emissionen liegt weltweit bei 2,5 Prozent. Im Verhältnis ist das nicht wahnsinnig viel, aber trotzdem: Es muss möglich sein, CO2-neutral zu fliegen.
Hier hat die Branche bereits Verantwortung übernommen. Sie hat mit der Vereinbarung Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation (Corsia) aufgezeigt, welche Massnahmen sie ergreifen will. Man hat mit energieeffizienten Flugzeugen, mit neuen aerodynamischen Massnahmen, mit Verbesserungen von Verfahren und Beimischen von synthetischen Treibstoffen schon relativ viel erreicht. Trotzdem sind wir noch weit weg von einem CO2-neutralen Fliegen und von der Dekarbonisierung des Flugverkehrs.
Bis 2050 wollen wir CO2-neutral sein, und es zeigt sich, dass dies vor allem in der Fliegerei schwierig ist. Es spielen andere Faktoren als beim schienengebundenen Verkehr eine Rolle, auch andere als beim strassengebundenen Verkehr. Es sind andere Distanzen, die zurückgelegt werden, und es gilt, internationale Grenzen und Abmachungen zu berücksichtigen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung eines Flugzeuges sehr, sehr lange Zeit in Anspruch nimmt und dass das elektrische Fliegen wohl vorläufig nur für die Sportaviatik infrage kommt.
Nun hat sich die Kommission darauf geeinigt, dass der Bundesrat aufzeigen soll, wie CO2-neutrales Fliegen bis 2050 ermöglicht werden kann. Wie kann es finanziert werden? Wie kann die Herstellung von synthetischen Treibstoffen organisiert werden? Wie kann erreicht werden, dass hier international ein Gleichschritt erfolgt? Das hat dazu geführt, dass wir dieses Postulat eingereicht haben. Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
Wir bitten Sie, hier ebenfalls zuzustimmen. Diese Informationen brauchen wir auch in Zukunft, für die weiteren Diskussionen zur CO2-Bilanz 2050.
Clivaz Christophe · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Grüne Fraktion
La CEATE du Conseil national s'est réunie les 23 et 24 août 2021 à Zurich. Lors de cette séance elle a traité neuf initiatives déposées par des cantons demandant l'introduction d'une taxe sur les billets d'avion ou d'un impôt international sur le kérosène. Dans un contexte où la population suisse venait de rejeter la révision de la loi sur le CO2, qui prévoyait l'introduction d'une taxe sur les billets d'avion, la majorité de la commission n'a pas souhaité donner suite à ces initiatives, que le Conseil national a définitivement liquidées en septembre 2021.
C'est dans le cadre de la discussion sur ces neuf initiatives qu'a émergé le postulat qui vous est soumis aujourd'hui. Ce postulat de commission demande au Conseil fédéral de montrer, dans un rapport, comment il est possible d'avoir un trafic aérien neutre en termes de CO2 d'ici 2050. Il a été accepté par 17 voix contre 6 et 1 abstention.
La commission s'accorde à dire que le transport aérien doit faire quelque chose dans le domaine du climat. D'ailleurs, les principaux acteurs de l'industrie en Suisse, comme Swiss, Easyjet, ou les aéroports nationaux, se sont engagés en faveur de la stratégie à long terme de la Confédération et de l'objectif zéro net. La grande question est de savoir comment y parvenir.
Au niveau européen, le rapport "Destination 2050" montre qu'un objectif aussi ambitieux pourrait être atteint en Europe dans ce laps de temps. Le rapport "Waypoint 2050" de l'Association internationale du transport aérien, l'IATA, dit également qu'il devrait être possible d'atteindre cet objectif à l'échelle mondiale, cependant d'ici 2060 ou 2065.
Si l'objectif zéro net en 2050 en Suisse est reconnu par la branche, sa réalisation dépendra des conditions-cadres. L'enjeu est de taille, car 70 à 80 pour cent des émissions de CO2 proviennent des moyens et longs courriers. Pour cela, il n'y a pas aujourd'hui de substitut au kérosène. Si l'on veut réduire les émissions, il faudra soit diminuer le nombre de vols, soit utiliser du kérosène durable synthétique ou à base de biomasse.
Dans le cadre de la Stratégie de développement durable 2030, l'administration a été chargée par le Conseil fédéral d'élaborer une stratégie pour l'utilisation de carburants alternatifs. Cette stratégie doit tenir compte des travaux en cours au niveau de l'Union européenne. Elle devra entre autres considérer le paquet européen "Fit for 55" qui fixe un objectif de réduction de 55 pour cent des émissions de gaz à effet de serre dans l'Union européenne d'ici à 2030.
Ce paquet prévoit différentes options pour le secteur de l'aviation, dont une obligation pour les transporteurs aériens d'atteindre un pourcentage de carburant synthétique ou à base de biomasse dans les carburants pour l'aviation. Quant à une modification de la Convention de Chicago de 1944 en vue d'introduire une taxe sur le kérosène au niveau international, elle ne semble pas provoquer beaucoup d'intérêt. Il semble donc difficile de faire bouger les lignes à ce niveau-là, à court terme en tout cas.
En résumé, une majorité importante de la commission souhaite par ce postulat savoir quelles sont les possibilités concrètes afin d'atteindre un trafic aérien neutre en termes de gaz à effet de serre d'ici 2050.
Chères et chers collègues, je vous prie donc de suivre la commission et d'accepter ce postulat.
Rüegger Monika · Mit-F · Nationalrat · Obwalden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich vertrete die Minderheit zum Postulat "CO2-neutrales Fliegen bis 2050" und empfehle es Ihnen zur Ablehnung.
Das Postulat wurde im letzten August, also gerade einmal zweieinhalb Monate nach der Ablehnung des CO2-Gesetzes, von der Kommission erarbeitet. Der verlangte Bericht soll aufzeigen, wie bis 2050 CO2-frei geflogen werden kann. Das Volk hat höhere Treibstoffabgaben, eine Flugticketabgabe sowie Lenkungsziele abgelehnt. Man kann nun entweder den Volkswillen respektieren oder die vom Volk abgelehnten Ziele über Umwege, durch das "Hintertürli", wiedereinführen.
Dazu muss man wissen: Die Schweizer Luftfahrt ist gerade wegen ihrer Grösse oder eben gerade wegen ihrer Kleinheit sowie wegen ihrer Lage mitten in Europa fast immer international unterwegs. Nur schon darum macht eine schweizerische Insellösung keinen Sinn.
Der Kommissionssprecher hat es erwähnt: Bereits Anfang 2019 hat die International Civil Aviation Organization das Klimaschutzprojekt Corsia eingeführt, in dessen Rahmen Fluggesellschaften weltweit CO2-senkende Klimaschutzprojekte finanzieren und somit ihre CO2-Emissionen kompensieren. Parallel dazu unterliegen europäische Flüge dem Emissionshandelssystem der EU, dem die Schweiz seit 2020 angeschlossen ist. Hier jetzt zusätzlich mit einer durch die Politik gesteuerten und gelenkten Schweizer Insellösung von den Fluggesellschaften bis 2050 ein CO2-neutrales Fliegen zu erzwingen, schadet auch unserem Wirtschaftsstandort. Die Fliegerei muss global angegangen werden, weg von der Schweizer "Gärtlidenkerei".
Auch die Fluggesellschaften sind sehr darum bemüht, ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Fliegerei zu leisten; das haben wir auch vom Kommissionssprecher gehört. Diese Ziele sollten bis 2060/2065 sogar erreicht werden.
Setzen wir weiter auf Innovationen in der Forschung und Entwicklung, und bremsen wir nicht mit der Politik die Wirtschafts- und Wettbewerbsfreiheit. Gerade in der Fliegerei ist der Markt hart umkämpft und die Konkurrenz sehr gross. Eine Schweizer Insellösung schadet unserem Werkplatz Schweiz und gefährdet Arbeitsplätze.
Darum lehnt die Minderheit dieses Postulat ab.
Sommaruga Simonetta · BR-F · Bundesrat · Bern
Es handelt sich hier um ein Postulat. Es geht darum aufzuzeigen, das ist der Inhalt dieses Postulates, wie ein CO2-neutrales Fliegen bis 2050 überhaupt ermöglicht werden kann.
Die Luftfahrt muss und will auch einen angemessenen Beitrag ans Erreichen der Pariser Klimaziele leisten. Globale, europäische und auch Schweizer Akteure haben in letzter Zeit Klimaziele für die Luftfahrt erarbeitet, mit denen sie eine CO2-neutrale Zivilluftfahrt ab 2050 erreichen wollen. Auch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (Icao) arbeitet derzeit an einem Klimaziel, das möglicherweise schon an ihrer Generalversammlung im nächsten Herbst beschlossen wird. Auch die Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Luftfahrtbranche haben letzten Mai im Rahmen einer Absichtserklärung bekannt gegeben, dass sie die Klimaziele des Bundesrates unterstützen.
Was braucht die Branche jetzt? Die Branche braucht jetzt klare Vorstellungen, wie die Rahmenbedingungen ausgestaltet werden und wie die Innovationen, aber auch die Forschungen und Technologien aussehen müssten, um eben dieses Klimaziel zu erreichen - und es ist ja genau der Inhalt dieses Postulates, diese Fragen abzuklären.
Es gibt nämlich noch einige Fragen abzuklären, und selbstverständlich - ich glaube, da muss sich die Minderheit keine Sorgen machen - tun wir das immer auch im internationalen Kontext. Das hat der Bundesrat auch jetzt gemacht, indem er z. B. im neuen CO2-Gesetz, das zurzeit in der Vernehmlassung ist, eine Beimischquote von erneuerbaren Treibstoffen oder sogenannten Sustainable Aviation Fuels vorgesehen hat, wie das auch in der EU vorgesehen ist. Wir werden also immer auch international abgestimmt vorgehen.
Ich muss Ihnen sagen, die Luftfahrtbranche begrüsst es, wenn sie weiss, wie die Lösungen aussehen könnten und welches die Rahmenbedingungen sind, damit dann eben auch politisch die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden können.
In diesem Sinne ist es ein sehr sinnvolles Postulat. Es soll der Luftfahrtbranche aufzeigen, wie dieser Weg aussehen könnte, damit nachher auch die Planungs- und Investitionssicherheit gegeben ist und für Sie, meine Damen und Herren - das ist ja auch der Sinn dieses Postulates -, klar ist, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen ausgestaltet werden sollten.
Kälin Irène · P-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Ich habe Ihnen noch nicht mitgeteilt, welche Kolleginnen und Kollegen heute wegen ihrer Isolation von zuhause aus abstimmen. Es sind dies Frau Min Li Marti, Herr Fabian Molina, Frau Nadja Umbricht Pieren, Herr Laurent Wehrli, Frau Esther Friedli, Frau Delphine Klopfenstein Broggini, Frau Christa Markwalder, Frau Lilian Studer, Herr Balthasar Glättli und Frau Andrea Geissbühler.
Die Kommission und der Bundesrat beantragen, das Postulat anzunehmen. Eine Minderheit Rüegger beantragt, das Postulat abzulehnen.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 128 Stimmen
Dagegen ... 48 Stimmen
(3 Enthaltungen)