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Geschlechterperspektive bei der Digitalisierung berücksichtigen
Kälin Irène · P-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Antrag der Mehrheit
Annahme der Motion
Antrag der Minderheit
(Huber, Gafner, Gutjahr, Haab, Herzog Verena, Tuena, Wobmann)
Ablehnung der Motion
Proposition de la majorité
Adopter la motion
Proposition de la minorité
(Huber, Gafner, Gutjahr, Haab, Herzog Verena, Tuena, Wobmann)
Rejeter la motion
Python Valentine · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion
Lors de sa séance de juillet 2022, notre commission a traité une série d'objets visant à promouvoir l'égalité entre femmes et hommes. L'un deux est la présente motion, qui charge le Conseil fédéral d'intégrer la perspective de genre dans sa prochaine stratégie du numérique. Cette motion reprend la demande issue de la Session des femmes 2021, adoptée par 233 voix moins 3 abstentions. En commission, la motion a été soutenue par 14 voix contre 11.
Comme tout changement, en particulier lorsqu'il est brutal et rapide, la numérisation suscite des craintes. Pourtant, l'histoire nous apprend que le changement technologique, s'il est bien conçu, peut s'avérer profitable à la société. Pour la place économique suisse comme pour la prospérité des personnes qui y vivent, la numérisation est tout à fait décisive. Une numérisation bien conçue permettrait d'exploiter les nouvelles possibilités technologiques pour améliorer les conditions de travail, de développer la participation des travailleuses et des travailleurs au processus en cours, de diminuer les inégalités et d'étendre la protection sociale. Mais il est alors primordial de veiller à mettre en place des glissières de sécurité pour s'assurer que la numérisation représentera un atout pour toutes et tous. Or, aujourd'hui, les femmes représentent seulement 15 pour cent des effectifs dans le secteur informatique. Dans le canton de Vaud, sur un total de 1000 apprentis dans dix professions techniques, on dénombrait environ 50 femmes en 2020.
L'activité professionnelle des femmes est pourtant en augmentation depuis les années 1990, mais elle reste souvent cantonnée à des domaines professionnels spécifiques - santé, social, services à la personne et enseignement - souvent moins rémunérateurs, alors que les hommes optent pour des métiers techniques, industriels, liés à l'informatique et à l'ingénierie. De plus, elles travaillent majoritairement à temps partiel pour parvenir à concilier leurs obligations familiales et professionnelles.
Le passage vers le domaine MINT représente encore une difficulté pour beaucoup de femmes, qui se retrouvent vite stigmatisées et sujettes aux stéréotypes. Les barrières qui se dressent sur le chemin des filles est une réalité qui s'explique par l'évolution de la représentation de la profession dans la culture populaire, et donc dans l'opinion publique, et par le fait que ce domaine a pris une importance économique de plus en plus grande, ce qui s'accompagne très souvent de la régression de la place des femmes au sein du domaine concerné.
Et cela a des conséquences, Mesdames et Messieurs! Notre monde numérique est pensé par et pour les hommes, avec les difficultés et biais de genre que cela entraîne et qu'il convient de pallier pour permettre de respecter nos engagements sociétaux. Il est donc essentiel d'agir rapidement et à tous les échelons pour que la numérisation de notre société profite aussi aux femmes.
Il convient donc que le Conseil fédéral intègre cette dimension genrée dans le développement de ses stratégies numériques futures, afin d'attaquer à la racine les sources d'inégalité dans le domaine du numérique, dont les femmes sont actuellement victimes.
Je vous engage donc à suivre l'avis de la majorité de la commission.
Studer Lilian · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Für den Standort Schweiz wie auch für den Wohlstand der hier lebenden Menschen ist die Digitalisierung ganz entscheidend. Das ist nicht nur uns bewusst, sondern auch Daniel Markwalder, Leiter des Bereichs "Digitale Transformation und IKT-Lenkung" des Bundes. Laut ihm bedeutet das, dass der Staat hier investieren muss, damit die Digitalisierung gelingt. Wir sollten die Vision haben, die Schweiz zu einem führenden Land der Digitalisierung zu machen, indem wir als Gesellschaft "Digital first" konsequent zum Nutzen der Menschen umsetzen, so Markwalder.
Zur Erinnerung: Die Strategie Digitale Schweiz besteht aus fünf Wirkungsbereichen, und im Aktionsplan werden die operativen Ziele und Massnahmen zu diesen Wirkungsfeldern definiert. Zudem gibt es jährlich zwei bis drei konkrete Fokusthemen.
Im Rahmen der Frauensession 2021 wurde der Antrag gestellt, die Geschlechterperspektive in die Strategie Digitale Schweiz zu integrieren. Der Grund war unter anderem, weil in den Mint-Berufen etwa 85 Prozent der digitalen Fachkräfte Männer sind. Der digitale Wandel ist aber nicht neutral. Dazu drei Beispiele:
1. Es wäre wichtig, die geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigte in frauendominierten Berufen anzuschauen. Diskutiert wird es wahrscheinlich kaum oder nur am Rande. Beachten muss man auch Studien und Aussagen vonseiten des Internationalen Währungsfonds und des World Economic Forum, wonach Frauen gerade in jenen Bereichen unterrepräsentiert sind, in denen ein Jobwachstum erwartet wird. Sie sind somit eher als Männer von Arbeitsverlust durch die Digitalisierung betroffen. Nur weil diese Aussagen globaler Natur sind, sind sie für die Schweiz nicht weniger richtig.
2. Der digitale Wandel ist kein Branchenphänomen mehr. Heute sind fast alle Berufe von Digitalisierungsprozessen betroffen. Ein Grossteil der Frauen arbeitet somit auch mit der digitalen Technologie.
3. Diejenigen Menschen, die Algorithmen programmieren, bestimmen auch, wie die Ergebnisse produziert werden. Spracherkennungssoftware wird somit mit Daten gefüttert, die Frauen übergehen, oder es werden Bilder und Datensätze verwendet, die Frauen vergessen.
Somit hat die Untervertretung der Frauen im digitalen Bereich eine Auswirkung, und zwar auf alle Ebenen der Gesellschaft. Um den gesellschaftlichen Erwartungen Rechnung zu tragen, sind sowohl eine ausgewogene Vertretung als auch ein differenziertes Denken zur Frage, wie sich die digitale Strategie unterschiedlich auf Frauen und Männer auswirkt, sehr wichtig.
Bei der Diskussion in der WBK-N bekamen wir den Eindruck, dass auch die Verwaltung die Geschlechterperspektive als Chance sieht; dies hat auch der Bundesrat mit seiner unterstützenden Haltung zur Motion bestätigt. So einfach, wie wir das wünschen, ist es aber nicht - dies ist uns allen klar. Als Beispiel führte Herr Daniel Markwalder aus, dass man gerne mehr Frauen im Team hätte, aber massiv mehr Bewerbungen von Männern als von Frauen erhalte. Unter anderem wurde von Herrn Markwalder ausgeführt, dass dringend mehr unternommen werden müsse, um Frauen für Mint-Berufe zu begeistern. Als möglicher Ansatzpunkt wäre es denkbar, "Frauen in Mint-Berufen" ein Jahr lang zu einem Fokusthema zu machen, und zwar auch im Bundesrat.
Mit 14 zu 11 Stimmen hat die Kommission der Annahme der Motion zugestimmt, da Handlungsbedarf erkannt worden ist. Die Kommissionsmotion fordert eine längerfristige und verbindliche Perspektive für den Einbezug von Frauen im digitalen Bereich. Herausforderungen im digitalen Bereich sollen im Zusammenhang mit Frauen angepackt werden. Ein Brief mit ähnlicher Stossrichtung wurde zudem seitens der Kommission an den Bundesrat gesandt.
Kurz zum Antrag der Minderheit: Wortmeldungen dafür gab es nur eine einzige. Diese wurde von den Ausführungen von Herrn Markwalder überzeugt, dass das Anliegen ernst genommen und entsprechend gehandelt wird und dass man es somit beim Brief belassen könne. Dieser an den Bundesrat gerichtete Brief wurde übrigens mit 18 zu 7 Stimmen angenommen.
Die Kommission unterstützt wie auch der Bundesrat die Annahme dieser Motion. Ich bitte Sie, die Motion ebenfalls anzunehmen.
Huber Alois · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich kann es vorwegnehmen: Die Minderheit von elf Personen, die in der Kommission gegen die Annahme der Motion gestimmt hat, ist nicht gegen die Digitalisierung. Aber in der Aussprache mit der Bundeskanzlei hat sich gezeigt, dass eigentlich schon vieles unternommen wird, dass aber beim Personalwechsel vieles nicht gemacht wurde, weil es nicht geht. Vor allem die Rekrutierung von geeignetem Personal ist sehr schwierig. Da haben wir dann schon gestaunt, dass man fast keine Frauen findet, die das machen wollen oder die sich melden.
Deshalb finden wir: Es braucht diese Motion nicht. Es braucht keine Motion für etwas, was bereits läuft. Hier fehlt es an Personal, und dieses können wir mit der Motion auch nicht ersetzen. Gegen die Digitalisierung haben wir nichts. Es braucht aber wirklich keine Motion, es braucht Personal.
Thurnherr Walter · BK-M · Aargau
Dem Bundesrat ist die Chancengleichheit der Geschlechter auch im Bereich der Digitalisierung bzw. im digitalen Raum ein grosses Anliegen. Er wird den Aspekt der Chancengleichheit der Geschlechter in der aktualisierten Strategie Digitale Schweiz angemessen berücksichtigen.
Dementsprechend beantragt der Bundesrat, die Motion anzunehmen.
Kälin Irène · P-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Die Mehrheit und der Bundesrat beantragen die Annahme der Motion. Eine Minderheit Huber beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 98 Stimmen
Dagegen ... 75 Stimmen
(1 Enthaltung)