22.9004
Ordnungsantrag
Candinas Martin · 1VP-M · Nationalrat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsident (Candinas Martin, erster Vizepräsident): Es liegt ein Ordnungsantrag von Frau Geissbühler vor.
Geissbühler Andrea Martina · Mit-F · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich beantrage, dass in der nächsten Session, in der Wintersession 2022, der Nationalratssaal nur noch auf 20 Grad geheizt werde und, wenn eine Strommangellage herrscht, nur noch, wie der Bundesrat generell vorgesehen hat, auf 19 Grad.
Bereits im Frühjahr 2021, also vor knapp anderthalb Jahren, haben wir hier in diesem Rat über meine Motion abgestimmt, bei der es eigentlich darum ging, alle Bundesgebäude in der Regel nur noch auf 20 Grad zu heizen. Unverständlicherweise wurde dieser Vorstoss nur von meiner eigenen Fraktion unterstützt. Die Gründe der ablehnenden Haltung vor allem der SP-, der grünen und der grünliberalen Fraktion sind mir leider nicht bekannt. Diese Ablehnung, obwohl ich damals betont hatte, dass durch eine Temperaturreduktion von 1 Grad 6 Prozent Heizenergie und je nach Heizung auch 6 Prozent CO2-Ausstoss eingespart werden könnten, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Ausserdem könnten wir durch eine Reduktion auch Steuergelder einsparen, da weniger Heizkosten entstehen würden. Auch die SIA-Norm sagt klar, dass eine Raumtemperatur von maximal 20 Grad die gesündeste wäre. Man wäre leistungsfähiger, wenn es nicht so heiss wäre, und man würde auch weniger schläfrig.
Während der jetzigen Session - wir sind jetzt zweieinhalb Wochen in dieser Session - war die Raumtemperatur hier in diesem Saal 24 Grad. Es ist also auch Energieverschwendung, die wir hier begehen, obwohl gross propagiert wird, dass alle jetzt helfen müssten, Heizenergie einzusparen.
Wir müssen uns natürlich schon darüber im Klaren sein, dass es nur eine Reduktion auf 20 Grad wäre. Es ist uns allen klar, dass, wenn 200 Personen mit ihren Laptops in diesem Raum sind, die Raumtemperatur um 1 bis 2 Grad steigt. Es ist natürlich klar, dass man die Temperatur dann nicht runterkühlen, sondern dass man eben nur auf diese 20 Grad heizen würde. Wir wären dann wahrscheinlich in der feudalen Lage, dass wir selber den Raum so stark aufheizen würden, dass wir es eben doch wärmer hätten als 20 Grad und trotzdem Energie sparen würden.
Daher bitte ich Sie, den Ordnungsantrag anzunehmen, um mit gutem Vorbild voranzugehen, auch gegen aussen.
Nussbaumer Eric · 2VP-M · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion
Energie ist knapp, verschwenden wir sie nicht. Die Verwaltungsdelegation hat darum ihre Beschlüsse am 2. September bereits gefasst und dabei verschiedene Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs im Parlamentsgebäude diskutiert. Denn die Bundesversammlung will - da sind wir uns einig - bei der Reduktion des Energieverbrauchs eine Vorbildrolle einnehmen.
Ein wesentliches Element ist hierbei der Parlamentsbetrieb und natürlich auch die Gebäudetechnik im Parlamentsgebäude. Die Verwaltungsdelegation hat dementsprechend verschiedene Massnahmen definiert, von denen die Reduktion der Heiztemperatur auf grundsätzlich 20 Grad Celsius im Parlamentsgebäude sowie in der gesamten Parlamentsverwaltung umgesetzt wird.
Nach Meinung der Verwaltungsdelegation macht es wenig Sinn, für den Nationalratssaal ein anderes Regime zu planen, da die Heizungssysteme im Parlamentsgebäude nicht pro Sitzungszimmer und pro Ratssaal getrennt sind. Ich bitte Sie daher namens der Verwaltungsdelegation, kein Mikromanagement für den Nationalratssaal zu betreiben und es der Verwaltungsdelegation bzw. den technischen Diensten zu überlassen, diese Infrastrukturfragen koordiniert zu behandeln. Energie ist knapp, verschwenden wir sie nicht.
Candinas Martin · 1VP-M · Nationalrat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsident (Candinas Martin, erster Vizepräsident): Wir stimmen über den Ordnungsantrag Geissbühler ab.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für den Ordnungsantrag Geissbühler ... 158 Stimmen
Dagegen ... 20 Stimmen
(5 Enthaltungen)