00.014
11. AHV-Revision
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
2. Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
2. Loi fédérale sur l'assurance-vieillesse et survivants
Art. 43bis Abs. 1
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 43bis al. 1
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 87
Antrag der Kommission
Drittes Lemma
.... wer als Arbeitgeber einem Arbeitnehmer um die Beiträge gekürzte Löhne ausrichtet und, anstatt die in der Folge der Ausgleichskasse geschuldeten Arbeitnehmerbeiträge zu bezahlen, sie selber verbraucht oder andere Forderungen begleicht ....
Viertes Lemma
Streichen
Art. 87
Proposition de la commission
Troisième tiret
.... celui qui, en sa qualité d'employeur, aura versé des salaires diminués des cotisations à un salarié et, au lieu de payer par la suite les cotisations salariales dues à la caisse de compensation, les aura utilisées lui-même ou aura satisfait d'autres prétentions ....
Quatrième tiret
Biffer
Angenommen - Adopté
Art. 102 Abs. 1
Antrag der Mehrheit
Bst. e, f
Festhalten
Antrag der Minderheit
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Bst. e
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 102 al. 1
Proposition de la majorité
Let. e, f
Maintenir
Proposition de la minorité
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Let. e
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Art. 104 Abs. 1; 111
Antrag der Mehrheit
Festhalten
Antrag der Minderheit
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 104 al. 1; 111
Proposition de la majorité
Maintenir
Proposition de la minorité
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Egerszegi-Obrist Christine · Nationalrat · Aargau · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ich stelle Ihnen hier wieder den Antrag, dass man den Bundesanteil am Mehrwertsteuerprozent belässt. Es ist einfach eine Tatsache, dass die demographische Entwicklung ganz klar zeigt, dass die AHV wie auch die IV ohne tief greifende Reformen auf mehr Mittel angewiesen sind. Es ist auch eine Tatsache, wenn beim Ausgleichsfonds grössere Löcher zu stopfen sind, dass der Bundesanteil, der ja diese beiden Sozialwerke nährt, auch aufgestockt werden muss. Deshalb stelle ich Ihnen den Antrag, hier den Bundesanteil zu belassen. Wir haben die Wahl: Entweder wollen wir diese fehlenden Mittel über den Bundesanteil des Mehrwertsteuerprozentes in den Fonds geben, oder, wenn Sie das nicht bewilligen sollten und der Mehrheit folgten, dann wäre es eine logische Konsequenz, dass der Bundesanteil als solcher gekürzt werden müsste.
Wir haben aber die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Sozialwerk der AHV wie auch dasjenige der IV - und ich spreche hier gerade für beide Anträge - sicher sind, dass wir diese Mittel zur Verfügung haben werden. Wir können nicht ein Loch in einer Kasse stopfen und in der anderen Kasse, in der Bundeskasse, ein weiteres Loch öffnen. Es ist auch so, dass wir genau wissen, dass die Bundeskasse nicht gut bestückt ist. Wenn wir diesen Anteil dort zusätzlich geben müssen - und es ist immerhin bei der AHV ein Anteil von 16,1 Prozent, bei der IV sind es mehr als 37 Prozent, die vom Bund beigesteuert werden -, müssen wir auch wegen der Schuldenbremse schauen, dass dieses Loch dort gestopft wird. Es ist im Interesse aller, dass diese Sozialwerke sicher sind. Es ist eine richtige Finanzierung, wenn wir diesen Anteil aufschlüsseln.
Ich bitte Sie, hier der Minderheit zu folgen.
Studer Heiner · Nationalrat · Aargau · Evangelische und Unabhängige Fraktion
Auch dies ist ein Thema, das wir schon häufig behandelt haben, bei dem aber doch nochmals ein Entscheid getroffen werden soll, nachdem auch aus unserer Sicht der Ständerat richtigerweise an seinem Beschluss festgehalten hat. Unsere Fraktion wird auch diesmal dem Antrag der Minderheit Egerszegi zustimmen, und zwar einfach deshalb, weil es von der Sache her richtig ist, dass der Bund seinen Anteil aus den Mehrwertsteuerprozenten erhält, weil er die Verantwortung der Mitfinanzierung der AHV hat. Wenn man ihm diese Mittel wegnimmt, können nur diejenigen Freude daran haben, die dem Bund generell weniger Geld zur Verfügung stellen wollen, während diejenigen, welche sowohl für die AHV wie auch für die Bundeskasse sorgen wollen, eben die Dummen sein werden. Sachlich gesehen sprechen hier einfach alle Argumente für den Ständerat, so, wie es Frau Egerszegi begründet hat. Wir hätten jetzt die Chance, dass wir mit der Zustimmung zum Ständerat die Differenz bereinigen könnten. Sie tun dann für die AHV und für die Bundeskasse das, was sachlich das Richtige ist.
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Le groupe libéral communique qu'il soutient les propositions de la minorité.
Rechsteiner Paul · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Ich beantrage Ihnen, mindestens in dieser Runde bei der Mehrheit zu bleiben. Herr Studer verwechselt den Diskurs hier natürlich, wenn er sagt, dass der nichts für die AHV tun wolle, wer für die Mehrheit sei. Selbst einem Blinden und Tauben muss es einleuchten, dass die AHV mehr Geld zur Verfügung hat, wenn dieses Geld, diese 17 Prozent, direkt in die AHV-Kasse geht.
Frau Egerszegi, es ist klar: Die Bundesfinanzen werden uns im Zusammenhang mit dem Sparprogramm und auch mit anderen Programmen ausführlich kümmern. Aber dieses Geschäft sollte jetzt nicht dazu ge- oder missbraucht werden, für die Bundeskasse mehr Geld zu generieren. Aber es ist klar: Die Auseinandersetzung mit diesem Punkt wird definitiv dann in der Differenzbereinigung stattfinden, auch in der nächsten Vorlage, wo es um die zukünftigen Mehrwertsteueranteile geht.
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Le groupe démocrate-chrétien suit la minorité.
Bortoluzzi Toni · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Auch die SVP-Fraktion - Sie wissen es - hat sich immer auf den Standpunkt gestellt, dass diese Mehrwertsteuererhöhung zugunsten der AHV in vollem Umfang der AHV zukommen soll und zu keinem Zeitpunkt dazu missbraucht werden sollte, die Bundeskasse zu entlasten. Wenn man bei der AHV-Finanzierung überprüfen will, ob dieser Bundesanteil von heute 17 Prozent - genau sind es 16,34 Prozent aufgrund des Entlastungsprogramms 1998 - noch gerechtfertigt ist, dann hat man diese Frage grundsätzlich zu prüfen. Man hat sich zu überlegen, inwieweit sich der Bund hier transparent an der Finanzierung der AHV noch beteiligen soll, aber eben nicht auf diese Art, indem man der Bevölkerung sagt: Wir erheben Mehrwertsteuer zugunsten der Sozialversicherung - um dann im Nachhinein die Bundeskasse durch die Hintertür mit Mehrwertsteuererträgen zu begünstigen.
Ich bitte Sie also, an Ihrem Beschluss festzuhalten, wie Sie ihn in der ersten Lesung gefällt haben, und in dieser Frage der Mehrheit zu folgen.
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Le groupe écologiste communique qu'il soutient les propositions de la majorité. Le groupe radical-démocratique suit la minorité.
Dormann Rosmarie · Nationalrat · Luzern · Christlichdemokratische Fraktion
Ihre Kommission hat mit 15 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen am Entscheid festgehalten, wonach die vollen für die AHV bestimmten Mehrwertsteuerprozente der AHV zugute kommen sollen, vor allem aus Gründen der Transparenz. Ich muss Sie namens der Kommission bitten, an Ihrem ersten Entscheid festzuhalten und der Mehrheit zuzustimmen.
Guisan Yves · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Nous avons ici affaire à un chevauchement entre le débat sur l'article 112 de la constitution et ses applications dans les différentes lois sur les assurances sociales, en l'occurrence celle sur l'AVS. Les débats au sein de la commission ont été interrompus avant les articles 102, 104 et 111 de la loi sur l'AVS (projet 2) pour traiter l'arrêté fédéral sur le financement de l'AVS/AI grâce au relèvement de la taxe sur la valeur ajoutée (projet 1). Ensuite, très rapidement, nous avons discuté des articles 102, 104 et 111.
Dans ce cadre, nous avons reçu de l'administration un certain nombre de projections en fonction de la décision du Conseil des Etats avec les différents scénarios envisageables, et c'est sur la base des chiffres à disposition que nous nous sommes prononcés. Il en ressort clairement que l'AI s'en sortira beaucoup mieux sans la participation de la Confédération au relèvement de la TVA. Le compte de capital restera certes déficitaire, mais il sera à moins 3,66 milliards de francs en 2010 alors qu'il resterait à moins 5,77 milliards de francs avec une participation de la Confédération de 15 pour cent. Il n'y a aucune raison de penser que la logique qui s'applique à l'AI soit différente pour l'AVS. Cela a constitué l'argument clé pour persister dans notre option précédente, à cela s'ajoute celui de la transparence. De plus, le concept de la commission de notre Conseil, adopté lors du premier débat, prévoyait déjà que l'entier de la TVA et des autres sources envisagées soit versé à l'AVS et à l'AI.
La commission s'en est donc tenue à cette logique, par 17 voix contre 4 et avec 2 abstentions, et vous recommande de faire de même.
Couchepin Pascal · BPR-M · Bundesrat · Wallis
Nous vous recommandons naturellement de maintenir la part de la Confédération aux recettes de la TVA. L'alternative est relativement simple: si nous ne disposons pas de ces recettes, il faudra en trouver d'autres. Quel est le moyen le plus simple, si ce n'est de réduire la participation globale de la Confédération aux dépenses de l'AVS et passer d'environ 17 pour cent à 15? A ce moment-là, on récupère ce que l'on a perdu ici.
C'est donc quelque chose de tout à fait formel que vous êtes en train de décider, et le plus simple, c'est de ne pas jouer avec des apparences, mais d'en rester à la tradition et de maintenir la part de la caisse fédérale aux recettes de la TVA en soutenant la minorité Egerszegi.
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 82 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 62 Stimmen
Ziff. II Bst. c
Antrag der Mehrheit
Streichen
Antrag der Minderheit
(Heberlein, Borer, Bortoluzzi, Dunant, Fattebert, Gutzwiller, Hassler, Stahl, Triponez)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. II let. c
Proposition de la majorité
Biffer
Proposition de la minorité
(Heberlein, Borer, Bortoluzzi, Dunant, Fattebert, Gutzwiller, Hassler, Stahl, Triponez)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit
Adopté selon la proposition de la majorité
Ziff. II Bst. d
Eventualantrag der Minderheit III
(Hassler, Dormann Rosmarie, Fattebert, Meyer Thérèse, Zäch)
(siehe Art. 40ter)
Titel
d. Kürzung bei Vorbezug der Altersrente
Abs. 1
Die Kürzungsbeiträge nach Artikel 40ter gelten zehn Jahre ab Inkrafttreten dieser Revision. Nach Ablauf dieser Frist stellt der Bundesrat dem Parlament Antrag auf Verlängerung, Anpassung oder Beendigung dieser Regelung. Er berücksichtigt dabei namentlich die Entwicklung im Sozialbereich und auf dem Arbeitsmarkt.
Abs. 2
Übersteigt der Finanzbedarf aufgrund der Anwendung von Artikel 40ter während zwei aufeinander folgenden Jahren die Höhe von 0,2 Prozentpunkten der Mehrwertsteuer, so stellt der Bundesrat dem Parlament Antrag, damit die Einhaltung dieses Grenzwertes wieder gewährleistet ist.
Ch. II let. d
Proposition subsidiaire de la minorité III
(Hassler, Dormann Rosmarie, Fattebert, Meyer Thérèse, Zäch)
(cf. art. 40ter)
Titre
d. Réduction de la rente de vieillesse en cas d'anticipation
Al. 1
Les taux de réduction fixés à l'article 40ter sont valables pour une durée de dix ans à compter de l'entrée en vigueur de la loi. Au terme de ce délai, le Conseil fédéral soumet au Parlement une proposition concernant la prolongation, l'adaptation ou la cessation du modèle. Il tiendra compte notamment de l'évolution sociale et du marché du travail.
Al. 2
Au cas où les besoins financiers induits par l'application de l'article 40ter dépassent, pendant deux années consécutives, l'équivalent de 0,2 points de la taxe sur la valeur ajoutée, le Conseil fédéral soumet au Parlement une proposition visant à rétablir le respect de ce seuil.
Le président (Christen Yves, président): La proposition subsidiaire est caduque à la suite d'un vote précédent.
Ziff. II Bst. e
Eventualantrag der Minderheit
(falls in Artikel 40ter die Fassung Ständerat angenommen wird)
Titel
e. Kürzung bei Vorbezug der Altersrente für Frauen
Text
Die Renten von Frauen, welche zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 31. Dezember 2020 vom Rentenvorbezug Gebrauch machen, werden um die Hälfte des Kürzungssatzes gemäss Artikel 40ter gekürzt.
Ch. II let. e
Proposition subsidiaire de la minorité
(au cas où la version du Conseil des Etats serait maintenue à l'article 40ter)
Titre
e. Réduction de la rente de vieillesse en cas d'anticipation pour les femmes
Texte
Les rentes des femmes ayant bénéficié de l'anticipation de rente de vieillesse entre le 1er janvier 2010 et le 31 décembre 2020 seront réduites à hauteur de 50 pour cent du taux de réduction conformément à l'article 40ter.
Le président (Christen Yves, président): La proposition subsidiaire est caduque à la suite d'un vote précédent.
Ziff. III (Änderung bisherigen Rechts)
Ch. III (modification d'autres actes législatifs)
Ziff. 1 Art. 3 Abs. 1bis; 10 Abs. 1; 22 Abs. 2; 42 Abs. 1
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. 1 art. 3 al. 1bis; 10 al. 1; 22 al. 2; 42 al. 1
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Ziff. 1 Art. 77 Abs. 1 Bst. e
Antrag der Mehrheit
Festhalten
Antrag der Minderheit
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. 1 art. 77 al. 1 let. e
Proposition de la majorité
Maintenir
Proposition de la minorité
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Ziff. 1 Art. 78ter
Antrag der Mehrheit
Streichen
Antrag der Minderheit
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. 1 art. 78ter
Proposition de la majorité
Biffer
Proposition de la minorité
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit
Adopté selon la proposition de la majorité
Ziff. 2 Art. 13 Abs. 2; 13a Abs. 8; 17
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. 2 art. 13 al. 2; 13a al. 8; 17
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Übergangsbestimmungen im Rahmen der 11. AHV-Revision
Dispositions transitoires dans le cadre de la 11e révision de l'AVS
Art. 1
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Ziff. 3 Art. 2 Abs. 1bis
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. 3 art. 2 al. 1bis
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Ziff. 7 Art. 17a
Antrag der Kommission
Streichen
Ch. 7 art. 17a
Proposition de la commission
Biffer
Angenommen - Adopté
Ziff. 9 Art. 18 Abs. 6
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. 9 art. 18 al. 6
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Ziff. 12 Art. 2
Antrag der Mehrheit
Festhalten
Antrag der Minderheit
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. 12 art. 2
Proposition de la majorité
Maintenir
Proposition de la minorité
(Egerszegi, Guisan, Gutzwiller, Heberlein)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit
Adopté selon la proposition de la majorité
1. Bundesbeschluss über die Finanzierung der AHV/IV durch Anhebung der Mehrwertsteuersätze
1. Arrêté fédéral sur le financement de l'AVS/AI par le biais d'un relèvement de la taxe sur la valeur ajoutée
Dormann Rosmarie · Nationalrat · Luzern · Christlichdemokratische Fraktion
Es ist ähnlich einer Lotterie, wie hoch die Mehrwertsteuersätze sein sollen, die wir für die Finanzierung der AHV in Aussicht stellen. Sie wissen, dass der Nationalrat in der ersten Lesung eine Anhebung von maximal 1,5 Prozentpunkten in Aussicht gestellt hat. Danach könnte das Parlament über eine solche Anhebung von maximal 1,5 Prozentpunkten entscheiden. Der Ständerat ist uns nicht gefolgt, er hat nichts gesprochen. Er will keine Prozentpunkte auf Vorrat sprechen.
Unsere Kommission hat an ihrem Grundsatz festgehalten, vor allem aus Gründen der Sicherheit, und um das Volk zu beruhigen, damit keine Ängste entstehen, dass die AHV in Zukunft nicht mehr finanziert werden könnte. Sie wissen, dass heute in Österreich ein grosser Landesstreik stattfindet, aus Angst vor einer ungesicherten Finanzierung der Altersvorsorge und vor allem wegen der dortigen Abbaumentalität.
Die Kommission hat dann einen Kompromissentscheid gefällt - nämlich mit 19 zu 2 Stimmen bei 4 Enthaltungen - und sich für 1 Mehrwertsteuer-Prozentpunkt gegenüber 1,5 Prozentpunkten entschieden. Der Antrag der Minderheit Stahl, gemäss dem Beschluss des Ständerates in der ersten Lesung gar nichts zu sprechen, ist mit 19 zu 5 Stimmen abgelehnt worden.
Ich bitte Sie namens der Mehrheit der Kommission - der Entscheid fiel mit 19 zu 2 Stimmen -, sich für 1 Mehrwertsteuer-Prozentpunkt zu entscheiden, vor allem, damit wir das Volk entsprechend beruhigen können und damit wir Sicherheit schaffen können, was die Finanzierung der AHV betrifft.
Guisan Yves · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
La décision à prendre sur l'augmentation du taux de la TVA est bien davantage une question de procédure que de fond. Avec 1,5 point, le financement de l'AVS est assuré quasiment jusqu'en 2020, ce qui éviterait de revenir à la charge. Avec 0,5 point, une nouvelle décision sera à prendre d'ici 2012, en 2014 avec 1 point. Cela dépend également de facteurs externes, difficilement prévisibles à si long terme, comme l'évolution économique.
Au regard de l'article 130 alinéa 4, la commission vous propose, en fin de compte, 1 point, par 19 voix contre 5.
A l'article 130 alinéa 4bis, la commission s'est ralliée à la décision du Conseil des Etats de biffer la dernière phrase qui, il faut bien le dire, est sans objet vu l'évolution du compte de capital prévisible jusqu'en 2020, puisque selon toute vraisemblance, il présentera un déficit de 1,5 milliard de francs ou davantage.
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Mme Egerszegi a déjà développé sa proposition de minorité lorsque nous avons débattu du projet 2.
Triponez Pierre · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion
Im Namen der Minderheit I empfehle ich Ihnen, bei der üppigen Menüauswahlmöglichkeit zwischen vier Varianten das bestverdauliche und gleichzeitig genügend vitaminhaltige Menü zu wählen, nämlich die auch vom Ständerat empfohlene Mehrwertsteuererhöhung um höchstens 0,5 Prozent. Gemäss den allerneuesten Berechnungen bzw., wenn Sie so wollen, Schätzungen der Verwaltung - sie stammen vom Bundesamt für Sozialversicherung und datieren vom 14. April 2003 - sichert eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,5 Prozent zugunsten der AHV deren Finanzierung bis im Jahr 2012. Der Kommissionssprecher welscher Zunge hat es soeben auch erwähnt. Dies sind 9 Jahre bzw., falls die Berechnungsfaktoren des BSV etwas vorsichtig gewählt worden sein sollten, sogar 10 Jahre bzw., falls sich das wirtschaftliche und finanzpolitische Umfeld in der nächsten Zeit auch nur ein bisschen verbessern sollte, vielleicht sogar 11 oder 12 Jahre. Das ist ein grosszügiger Zeithorizont.
Die Minderheit I will also, wie dies der Ständerat getan hat, einen vernünftigen und verkraftbaren Mittelweg wählen und mit ihrem Antrag der AHV genügend Mittel für die nächsten Jahre sichern. Ich persönlich erachte es denn auch als etwas riskant, dass die Minderheit III überhaupt keine Mehrwertsteuererhöhung akzeptieren möchte. Mindestens ebenso fahrlässig ist aber nach meiner Meinung der Vorschlag der Minderheit II, welche mit der grössten Sorglosigkeit hemmungslos an einer Mehrwertsteuererhöhung von 1,5 Prozent festhält, weil sie in ihrer Weitsicht eben bis ins Jahr 2025 blicken möchte.
Ich möchte hier kein Lamento über die aktuelle konjunkturelle Lage und die unsicheren Zukunftsperspektiven unserer Volkswirtschaft vortragen. Tatsache ist aber doch, dass unnötige zusätzliche Steuerbelastungen auf Vorrat für alle, ganz speziell auch für Konsumenten und Arbeitnehmer, geradezu demoralisierend wären, wo doch eine Aufhellung der Konsumentenstimmung, wo doch Investitionsfreude in diesem Lande bitter nötig wäre.
Namens der Minderheit I bitte ich Sie deshalb nochmals, hier dem Ständerat zu folgen und den Spielraum für eine Mehrwertsteuererhöhung bei 0,5 Prozent zu belassen.
Zäch Guido · Nationalrat · Aargau · Christlichdemokratische Fraktion
Mein Vorredner hat die Minderheit II bereits als fahrlässig und hemmungslos bezeichnet. Die Minderheit II gibt keinen Franken mehr aus, sondern sie hat einen etwas grösseren Zeithorizont. Es ist mir bewusst, dass Sie mit Ihren Gedanken unbewusst oder bewusst schon im Wahlkampf stehen. Ich bitte Sie aber trotzdem, sachlich und langfristig über die Frage der Finanzierung der AHV nachzudenken und dann im Wissen um die langfristigen Perspektiven unserer Gesellschaft zu entscheiden.
Die Minderheit II sieht eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1,5 Prozentpunkte vor, wie sie in der Botschaft des Bundesrates ursprünglich enthalten war. Das würde eine Erhöhung von 0,5 Prozentpunkten im Jahr 2009 und einem weiteren Prozentpunkt im Jahr 2013 bedeuten.
Die Verwaltung hat zur Frage der Finanzierung in einem sachlichen Bericht relativ harte Konsequenzen dargelegt, die ich Ihnen in Erinnerung rufen muss. Eine schrittweise Erhöhung um 1,5 Prozentpunkte, wie ich sie Ihnen beliebt machen will, würde die AHV bis ins Jahr 2020 sichern. Bei einem Szenario mit bloss 1 Prozentpunkt, wie es Ihnen die Kommission beantragt, fällt das Kapitalkonto der AHV bereits im Jahr 2014 unter die wichtige und existenzielle Grenze von 70 Prozent der jährlichen Ausgaben. Die AHV ist also schon in zehn Jahren nicht mehr gesichert.
Mit einer Erhöhung um lediglich 0,5 Mehrwertsteuer-Prozentpunkte, wie sie der Ständerat vorschlägt, ist die AHV sogar ab 2012 gefährdet.
1. Die AHV-Finanzierung muss immer der derzeit geltenden AHV-Regelung angepasst sein. Das bedeutet, dass wir eine Finanzierung vorschlagen müssen, die unseren Beschlüssen in der Vorlage 2 der 11. AHV-Revision entsprechen. Sie können aus wahltaktischen Gründen zwar eine Minimallösung vorsehen, Sie spielen aber mit dem Feuer. Eine solche Haltung ist nicht ehrlich im Hinblick auf die Beschlüsse in der AHV-Revision, die wir gemeinsam zu verantworten haben.
2. Die langfristige Sicherheit der AHV ist vordringliches Ziel aller Parteien. Wir wissen jetzt, wie viele Leute in diesem Land im Jahre 2020 Anspruch auf eine Rente haben werden. Diese Leute gibt es bereits. Sie bezahlen auch jeden Monat ihren Beitrag an die AHV. Diesen Leuten sind Sie es schuldig, eine Finanzierung zu verabschieden, die ihren Perspektiven gerecht wird.
3. Die Lösung der demographischen Probleme ist zwar dringend nötig, aber keinesfalls auf dem Weg der Mittelbeschränkung machbar. Es ist falsch, einfach den Geldhahn zuzudrehen und eines der wichtigsten Sozialwerke dann sich selber zu überlassen. Es ist uns allen bewusst, dass schwierige und unter Umständen auch schmerzhafte Zeiten und weitere AHV-Revisionen ins Haus stehen. Den sowieso vorhandenen Druck einfach noch mit einem engen Finanzierungskorsett zu erhöhen, ohne sachbezogen zu argumentieren, was denn tatsächlich geändert werden könnte, ist nicht sinnvoll. Ihr langfristiges Denken ist hier gefordert.
Ich bitte Sie darum, die Minderheit II zu unterstützen und bei 1,5 Mehrwertsteuerprozenten zu bleiben. Ehrlich währt am längsten, in diesem Fall nachweisbar bis ins Jahr 2020.
Stahl Jürg · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Mit dem Antrag der Minderheit III nehme ich den Beschluss des Ständerates in seiner ersten Lesung vom 28. November des vergangenen Jahres auf, als die Kleine Kammer beschloss, auf eine Mehrwertsteuererhöhung auf Vorrat zu verzichten. Finanzierungsbeschlüsse auf Vorrat sind sowohl unnötig als auch gefährlich - gefährlich nicht nur darum, weil ein solcher Beschluss dem Bundesrat einen Blankocheck ausstellt, sondern weil damit auch der Druck, andere Lösungen zu suchen, gänzlich minimiert wird. Die kurz- und mittelfristigen Finanzierungsperspektiven der AHV präsentieren sich zum Glück etwas erfreulicher, als dies zur Zeit der Verabschiedung der bundesrätlichen Botschaft noch der Fall war.
Die SVP-Fraktion lehnte bei der Vorlage 2 und lehnt auch bei weiteren unrealistischen Träumereien den Ausbau der Sozialwerke ab und wehrt sich konsequent gegen erneute Steuererhöhungen. Für die AHV muss zur Deckung des Ungleichgewichtes der Ertrag der Goldreserven der Nationalbank zu mindestens zwei Dritteln hinzugezogen werden. Ich muss Sie daran erinnern, dass die SVP-Gold-Initiative, trotz des erbitterten Widerstands des Bundesrates, der anderen Parteien und Teilen der Wirtschaft, fast 50 Prozent der Stimmen erhalten hat. Die Unterstützung für die Verwendung des Goldes für die AHV ist in der Bevölkerung gross. Dieses Finanzierungskonzept der SVP kann die Sanierung der AHV weit über das Jahr 2010 hinaus garantieren. Dann kann auf eine unsoziale Mehrwertsteuererhöhung verzichtet werden. Im Rahmen der 12. AHV-Revision müssen so oder so, in Kenntnis der bedrohlichen Situation aufgrund der stetig steigenden Staatsquote, ganz andere und unbequemere Dinge diskutiert werden. Der Weg des vermeintlich geringsten Widerstandes - wenn eine Kasse leer ist, ein Loch hat, dieses mit Steuererhöhungen zu stopfen - führt in eine Sackgasse.
Ich bitte Sie, zugunsten der Bevölkerung, zugunsten des Gewerbes, zugunsten des Konsums in unserem Lande auf eine Mehrwertsteuererhöhung ganz zu verzichten und die Minderheit III zu unterstützen.
Polla Barbara · Nationalrat · Genf · Liberale Fraktion
La politique, c'est l'équilibre. Nous avons raté l'équilibre ce matin, alors assurons-le au moins cet après-midi! Et l'équilibre, c'est de voter la proposition de minorité I (Triponez) à l'article 130 alinéa 4 de la constitution (projet 1) et de suivre le Conseil des Etats. Ni Zäch et Fasel (minorité II), ni Stahl et Bortoluzzi (minorité III), l'avenir de l'AVS, ce n'est ni le menu réchauffé de l'or excédentaire de la BNS, ni la préannonce d'un référendum fantôme contre une soi-disant offensive contre la prévoyance vieillesse.
L'équilibre veut le maintien de l'AVS dans la durée. Et la durée avec 0,5 point de TVA supplémentaire, c'est jusqu'en 2012; et c'est bien suffisant pour aujourd'hui. D'ici là, nous aurons au moins deux à trois révisions de l'AVS et nous pourrons en décider autrement, si nécessaire à la hausse ou si possible à la baisse, selon l'évolution de l'économie, de la démographie et surtout la prise en compte de ce quatrième pilier appelé de nos voeux.
Encore une fois: consolidation et équilibre, oui! surendettement, non! Pour que nous ne devions pas en arriver à voir se réaliser la prophétie-proposition annoncée par les jeunes radicaux, à savoir la résiliation du contrat intergénérationnel, nous avons besoin de cet équilibre savant.
0,5 point de TVA, c'est déjà beaucoup pour notre économie d'aujourd'hui, mais c'est encore acceptable: plus serait trop; moins serait irréaliste. Entre le trop et l'irréaliste, le groupe libéral choisit le menu Triponez (minorité I), vitaminé, "fit", responsable et équilibré.
C'est également le menu choisi par le Conseil des Etats et nous vous remercions de choisir le même.
Meyer Thérèse · Nationalrat · Freiburg · Christlichdemokratische Fraktion
J'ai un autre avis que Mme Polla sur ce point, je vais vous expliquer pourquoi. Le groupe démocrate-chrétien votera ici la proposition de la majorité, c'est-à-dire 1 point d'augmentation de TVA. Et voici pourquoi: notre idée, dans cette affaire, est de laisser la part de la Confédération aux recettes supplémentaires de la TVA. Or, nous sommes dans le processus d'élimination des divergences. Les divergences ne sont pas encore éliminées et nous ne connaissons pas la version finale du projet. Donc, en Conférence de conciliation, il est possible que la part de la Confédération soit maintenue; dans ce cas-là, 0,5 point de TVA, ce serait insuffisant pour soutenir les mesures et maintenir les rentes dans un avenir proche.
Dans ce processus d'élimination des divergences, nous ne voulons pas en arriver à ce que nous avons vécu dans le cas de l'AI, où tout à coup il n'y avait plus de divergence sur le taux d'augmentation de la TVA - en l'occurrence, c'était 0,8 point -, mais il restait une divergence sur la manière de le percevoir: la Confédération devant recevoir sa part aux recettes supplémentaires de la TVA ou l'entier des recettes résultant de l'augmentation de 0,8 point de la TVA devant aller au fonds AI. Et nous ne pouvions pas négocier parce qu'une des parties du financement était déjà bétonnée par l'élimination de la divergence.
Je vous demande de suivre la majorité de la commission, 1 point d'augmentation de la TVA, pour garantir dans tous les cas la pérennité des rentes. M. Couchepin, président de la Confédération, nous a convaincus sur ce point: dans ce cas de figure, 0,5 point d'augmentation de la TVA ne suffit pas. Donc, à ce stade, il faut voter 1 point d'augmentation de la TVA.
Goll Christine · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Mehrwertsteuererhöhungen sind bei einer Mehrheit unserer Bevölkerung keineswegs tabu, sofern die Erträge einer allfälligen Erhöhung der Mehrwertsteuer auch tatsächlich zweckgebunden eingesetzt werden. In jüngster Zeit hat die Bevölkerung bereits einen solchen Entscheid gefällt, das heisst, dass sie dem so genannten Demographieprozent zugestimmt hat: Seit dem 1. Januar 1999 fliesst 1 Prozent der Mehrwertsteuer zweckgebunden in die AHV- und IV-Kasse.
Es geht also bei dieser Finanzierungsvorlage, der Vorlage 1, in keiner Art und Weise um die Ausstellung eines Blankochecks, wie das Herr Stahl hier zu suggerieren versucht hat. Wenn Sie den Gesetzesartikel in der Finanzierungsvorlage lesen, sehen Sie, dass dort ausdrücklich festgehalten ist, dass diese allfällige Mehrwertsteuererhöhung erst dann erfolgen muss, wenn sie zur Sicherstellung der Finanzierung der AHV notwendig ist. Deshalb ist es auch durchsichtig, dass sowohl der Antrag Triponez, der ja den Entscheid des Ständerates aufgenommen hat, als auch der Antrag Stahl nichts anderes zum Ziele haben, als weiterhin die Hysterie bei der Finanzierung der AHV zu schüren.
Herr Triponez, es geht bei dieser allfälligen Mehrwertsteuererhöhung auch nicht einfach um einen Entscheid über eine Mehrwertsteuererhöhung auf Vorrat, wie Sie das hier vorne gesagt haben, sondern es geht einzig und allein um den Zeithorizont. So hat es auch Herr Zäch in seinen Ausführungen formuliert. Ich muss Ihnen sagen: Herr Zäch hat mit seiner Argumentation absolut Recht. Das ist auch der Grund, weshalb er nach wie vor den Bundesrat und die ursprünglich vorgesehene allfällige Mehrwertsteuererhöhung um 1,5 Prozent unterstützt.
Die Mehrheit Ihrer Kommission schlägt als Kompromiss zwischen den 1,5 Prozent des Bundesrates und den 0,5 Prozent des Ständerates nun 1 Prozent vor. Die SP-Fraktion wird diese Mehrheit unterstützen, im Wissen, dass die Diskussion über die unbestrittene Notwendigkeit einer Zusatzfinanzierung noch nicht abgeschlossen ist. Es gibt andere Bereiche, aus denen für uns Zusatzfinanzierungen durchaus möglich sind. Bereits erwähnt worden sind die Goldreserven; erwähnen möchte ich auch die Volksinitiative des "Komitees für eine sichere AHV", die die Nationalbankgewinne grundsätzlich in die AHV investieren möchte.
Das Entscheidendste aber fehlt in dieser Diskussion. Wenn wir die AHV nachhaltig finanzieren wollen, braucht es vor allem eines, nämlich eine aktive Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik, weil nur eine aktive Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik auch die Finanzierung unserer Sozialwerke sichert. In diesem Sinne ist die Politik, die im Moment von der Mehrheit betrieben wird - nämlich die Krise einfach auszusitzen -, absolut perspektivenlos.
Fasel Hugo · Nationalrat · Freiburg · Grüne Fraktion
Frau Polla hat eine sehr gute Rede gehalten, nur hat sie die völlig falschen Schlüsse gezogen, denn Politik heisst "prévoir". Wenn wir jetzt, wie Herr Triponez gesagt hat, zwischen verschiedenen Menüs auswählen können, dann wählen wir das Menü aus, das Vitalität beinhaltet, das altersresistent und dauerhaft ist, d. h., wir wählen das vitale Menü der Minderheit II (Zäch)!
Ich kann noch begründen, weshalb wir das tun. In der jetzigen Situation können wir eigentlich nur eines tun: Wir können im zentralen Sozialwerk dieses Landes für Ruhe, Sicherheit und Ordnung sorgen. Wir werden keine Mehrwertsteuerprozente auf Reserve erheben, nein! Es ist ja diesem Parlament nicht zuzutrauen, dass es plötzlich Mehrwertsteuerprozente auf Reserve erhebt; das ist nicht zu befürchten! Aber dieses Parlament hat dazu beizutragen, dass die Leute in diesem Lande genau wissen, dass die AHV mit dem Antrag der Minderheit II bis ins Jahr 2020 gesichert ist. Das ist hier und heute die einmalige Chance, diesen Entscheid zu treffen. Einen solchen Entscheid zu treffen ist konjunkturpolitisch sinnvoll. Denn in einer Ökonomie - das sagt Ihnen jeder Konjunkturforscher - ist nichts wichtiger, als bezüglich den Erwartungen Sicherheit, Gewissheit zu schaffen; das ist konkret Konsumförderung. Es ist sozialpolitisch fundamental, dass wir beim zentralen Sozialwerk Gewissheit schaffen, wie es praktisch für die nächsten zwanzig Jahre ausschaut. Es ist finanzpolitisch richtig, weil dann auch der Finanzminister weiss, wie es auf der Seite der AHV künftig aussieht. Schliesslich ist es auch in Bezug auf die Unsicherheit in der zweiten Säule ganz zentral, zu sagen, dass es bei der AHV keine Zweifel gibt: Liebe Leute, Mitbewohnerinnen und Mitbewohner dieses Landes, unsere AHV ist entgegen allen Behauptungen bis ins Jahr 2020 gesichert! Das ist die Chance, die wir heute ergreifen wollen und müssen. Wer das nicht tut, der trifft eine andere Wahl: Er will mit gezielter Unsicherheit und mit Demagogie politisieren; er will eben nicht im Sinne von "prévoir" politisieren, sondern schürt Unsicherheit und wird auf diese Art und Weise selbstverständlich auch versuchen, für sich politisches Kapital daraus zu schlagen!
Ich bitte Sie deshalb im Namen der grünen Fraktion, der "Leider-noch-Minderheit" - also dieser von Herrn Zäch - zuzustimmen.
Borer Roland · Nationalrat · Solothurn · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Die Fraktion der SVP wird mehr oder weniger geschlossen den durch Herrn Stahl vertretenen Antrag der Minderheit III unterstützen, d. h. den Antrag auf 0,0 Prozent Erhöhung.
Wir haben vorhin verschiedenste Argumente gehört, warum man einer Mehrwertsteuererhöhung möglichst zustimmen sollte. Herr Zäch sprach von einer ehrlichen Sozialpolitik; man müsse die Mittel zur Verfügung stellen, die notwendig seien. Herr Kollege Fasel sprach vorhin von einem Modell der "Vitalität". Wir sprechen von einem Modell der Mittel, die man der AHV zur Verfügung stellen soll, die man schon hat - und man hat Mittel! Man muss nur endlich dazu kommen, den Irrtum einzusehen, dass man die Erträge der Goldreserven für alles und jedes verwenden könne. Man muss die Goldreserven der Nationalbank endlich denen zur Verfügung stellen, die diese Mittel auch mit ihren Händen erarbeitet haben, nämlich den Rentnerinnen und Rentnern der heutigen Generation und denjenigen, die nächstens ins Rentenalter treten werden.
Wenn wir diese Mittel konsequent mindestens zu zwei Dritteln der AHV zur Verfügung stellen, brauchen wir der Wirtschaft und dem Konsum keine zusätzlichen finanziellen Mittel wegzunehmen. Wenn Sie nämlich Mehrwertsteuersätze erhöhen, heisst das im Klartext, dass Sie dem privaten Konsum in unserem Land heute Mittel entziehen. Es ist ein Faktum, dass es in Zeiten wirtschaftlicher Probleme - das will ja heute wohl niemand diskutieren! - das Falscheste ist, wenn man dem Privatkonsum zusätzliche Mittel entzieht. Dies ist der Grund, weswegen die SVP eben sagt: Verwenden wir das, was wir haben, und versuchen wir nicht, den privaten Konsumenten noch zusätzlich zu belasten.
Es ist übrigens nicht eine Meinung, die wir allein vertreten. Ich denke daran, dass der letzte Finanzminister unseres Landes, Herr alt Bundesrat Otto Stich, immer die Aussage vertrat: "Bevor ich neue Mittel beschaffe, leere ich alle Kässeli, die beim Bund noch vorhanden sind." Das letzte Kässeli, das er leerte - übrigens ein Kässeli, das zweckgebunden geführt wurde -, war die Strassenbaukasse. Dort holte Herr Stich die letzten 5 Franken heraus, bevor er irgendwie neue Mittel beschaffen wollte. Wir sind der Meinung, man sollte davon jetzt nicht ohne Not abweichen, und wir sind der Meinung, es sollte eben heute so sein, dass wir die vorhandenen Mittel nutzen. Es ist also nicht so, dass wir aus politischen Gründen, aufgrund der Situation, dass 2003 ein Wahljahr ist, nicht auf Mehreinnahmen eintreten wollen, sondern aufgrund der Situation, dass wir der Überzeugung sind, Mehreinnahmen seien aktuell nicht nötig. Wir können die AHV mit den vorhandenen Mitteln fortführen.
Ich bitte Sie, uns zu unterstützen und demzufolge auch die Minderheit III zu unterstützen.
Guisan Yves · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Etant donné la tournure prise par la discussion, je crois qu'il serait peut-être utile quand même que je vous expose la cascade des votes telle qu'elle s'est déroulée en commission: la proposition "1 point de TVA" l'a emporté face à la proposition "1,5 point de TVA", par 19 voix contre 2; elle a ensuite été opposée à la proposition "0,5 point de TVA" - l'actuelle minorité I (Triponez) -, elle l'a emporté, par 14 voix contre 10.
La proposition Stahl, "0 point de TVA", a paru d'une telle ineptie qu'elle n'a tout simplement même pas été discutée. J'aimerais simplement rappeler ici à MM. Stahl et Borer qu'ils appliquent une curieuse arithmétique. La vente des 1300 tonnes d'or excédentaire que possède la Banque nationale suisse pourrait rapporter environ 20 milliards de francs. Selon les données de l'administration, cela rapporterait, pour autant que le taux d'intérêt s'élève encore à 3 pour cent, entre 600 et 700 millions de francs par an. Or, un point de TVA, Messieurs, rapporte 2,6 milliards de francs, et peut-être un peu plus. Donc, même si une augmentation d'un demi-point de TVA est acceptée, il reste un découvert de plus du double. Qui paiera ce découvert? Sans aucun doute, cela se fera aux dépens des personnes âgées, dont démagogiquement vous essayez de rallier les votes. Je trouve que le procédé est pour le moins curieux, d'autant plus que vous invoquez toujours le souverain et la volonté populaire. Or précisément, ce souverain et cette volonté populaire vous ont dit non une fois pour toutes. Cette proposition a été rejetée contre celle qui prévoit une augmentation de la TVA de 1 point, par 19 voix contre 5. Vous pouvez imaginer à qui appartiennent les 5 voix.
Couchepin Pascal · BPR-M · Bundesrat · Wallis
Finalement, vous avez pris une série de décisions ce matin qui ont un coût et qui, à long terme, entraîneront l'obligation de fournir des recettes supplémentaires à l'AVS. Alors, vous avez le choix. La fuite devant le problème et faire croire aux gens - c'est de la pure propagande politique - qu'avec 0 point de TVA supplémentaire, vous allez résoudre les problèmes. Vous allez peut-être gagner aux prochaines élections avec cette affirmation, mais vous créez en même temps une grave insécurité dans l'opinion publique qui sait bien qu'il y a un problème réel. 0 point, c'est une manoeuvre purement politicienne qui a son intérêt mais qui ne résout pas les problèmes.
Ensuite, vous avez le choix entre 0,5, 1 ou 1,5 point de TVA supplémentaire. La logique, c'est la proposition de minorité II (Zäch). Puisqu'on a besoin de 1,5 point de TVA supplémentaire, votez 1,5 point et les solutions sont trouvées pour une assez longue période. Il y aura encore des améliorations qui pourront être apportées dans le cadre de la 12e révision de l'AVS. Mais je crois qu'on peut dire qu'à ce moment-là, l'AVS est sécurisée pour une assez longue période.
Le problème du deuxième pilier est un autre problème qui, probablement, est plus difficile à résoudre, mais on peut garantir la pérennité de ce pilier important de notre prévoyance professionnelle avec 1,5 point de TVA supplémentaire.
1 point ou 0,5 point, ce sont des solutions intermédiaires qui ne permettent pas de résoudre les problèmes, qui maintiennent une insécurité alors qu'il y a d'autres problèmes à résoudre qui créent suffisamment d'insécurité pour qu'on ne fasse pas l'erreur de laisser planer le doute quant au financement à long terme de l'AVS.
C'est pour cela que le Conseil fédéral maintient son point de vue et vous dit: "Réglez ce problème, acceptez 1,5 point de la TVA supplémentaire" et ainsi, pour une assez longue période, on peut dire aux gens que le problème est résolu. 1 point, c'est mieux que 0,5; 0 point, c'est mauvais; 0,5 point, c'est assez mauvais; 1 point, c'est presque bon; 1,5 point, c'est bon.
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Art. 112 Abs. 3, 5
Antrag der Mehrheit
Festhalten
Antrag der Minderheit
(Egerszegi, Bader Elvira, Guisan, Gutzwiller, Heberlein, Pfister Theophil, Robbiani, Suter)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 112 al. 3, 5
Proposition de la majorité
Maintenir
Proposition de la minorité
(Egerszegi, Bader Elvira, Guisan, Gutzwiller, Heberlein, Pfister Theophil, Robbiani, Suter)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Minderheit .... 99 Stimmen
Für den Antrag der Mehrheit .... 64 Stimmen
Art. 130
Antrag der Mehrheit
Abs. 4
.... 1,0 ....
Abs. 4bis, 6
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Abs. 6bis
Festhalten
Antrag der Minderheit I
(Triponez, Borer, Fattebert, Gutzwiller, Heberlein, Pfister Theophil, Stahl, Widrig)
Abs. 4
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Antrag der Minderheit II
(Zäch, Fasel)
Abs. 4
.... 1,5 ....
Antrag der Minderheit III
(Stahl, Borer, Bortoluzzi, Pfister Theophil)
Abs. 4
Streichen (= 0,0)
Antrag der Minderheit
(Egerszegi, Bader Elvira, Guisan, Gutzwiller, Heberlein, Pfister Theophil, Robbiani, Suter)
Abs. 6bis
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 130
Proposition de la majorité
Al. 4
.... 1,0 ....
Al. 4bis, 6
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Al. 6bis
Maintenir
Proposition de la minorité I
(Triponez, Borer, Fattebert, Gutzwiller, Heberlein, Pfister Theophil, Stahl, Widrig)
Al. 4
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Proposition de la minorité II
(Zäch, Fasel)
Al. 4
.... 1,5 ....
Proposition de la minorité III
(Stahl, Borer, Bortoluzzi, Pfister Theophil)
Al. 4
Biffer (= 0,0)
Proposition de la minorité
(Egerszegi, Bader Elvira, Guisan, Gutzwiller, Heberlein, Pfister Theophil, Robbiani, Suter)
Al. 6bis
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Abs. 4 - Al. 4
Erste Abstimmung - Premier vote
Für den Antrag der Minderheit I .... 126 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit III .... 33 Stimmen
Zweite Abstimmung - Deuxième vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 90 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit I .... 75 Stimmen
Dritte Abstimmung - Troisième vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 101 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit II .... 64 Stimmen
Abs. 4bis, 6 - Al. 4bis, 6
Angenommen - Adopté
Abs. 6bis - Al. 6bis
Angenommen gemäss Antrag der Minderheit
Adopté selon la proposition de la minorité
Bortoluzzi Toni · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich bin der Meinung, dass wir einen Fehler gemacht haben: Wir haben zweimal über dasselbe abgestimmt, mit verschiedenem Ausgang. In der Vorlage 1 und in der Vorlage 2 haben wir zweimal dieselbe Frage, und diese müsste meines Erachtens mit einer einzigen Abstimmung bereinigt werden. In Vorlage 2 betrifft es Artikel 102, wo es um den Mehrwertsteueranteil an den Bund geht. Dort haben wir entschieden, die Mehrheit zu unterstützen, also am früheren nationalrätlichen Entscheid festzuhalten.
In Artikel 112 von Vorlage 1 liegt an sich genau die gleiche Frage vor, und eine Abstimmung ist dort nicht mehr nötig. Wir waren dort der Meinung, wir würden bereits über die Höhe der Mehrwertsteuer abstimmen, und haben einen völligen Widerspruch konstruiert.
Um die Sache richtig zu stellen, schlage ich folgendes Vorgehen vor: Wenn der Ratspräsident findet, über Artikel 112 der Vorlage 1 müsse nochmals abgestimmt werden, obwohl über die gleiche Frage in Artikel 102 der Vorlage 2 entschieden worden ist, dann müsste diese Abstimmung wiederholt werden.
Ich bitte Sie, dem Antrag zuzustimmen, auf diese Abstimmung zurückzukommen, denn die SVP-Fraktion ist von einer völlig anderen Voraussetzung ausgegangen. Ich bitte Sie dafür um Verständnis.
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Vous avez entendu M. Bortoluzzi: il y a évidemment une contradiction entre le vote sur l'article 112 de la constitution (projet 1) et le vote sur les articles 102, 104 et 111 de la loi sur l'AVS (projet 2). M. Bortoluzzi propose de procéder à un nouveau vote sur l'article 112 du projet 1.
Pour que vous compreniez bien, je précise que, pour la forme, j'ai été obligé de vous faire voter sur l'article 112. Dès lors, il est proposé de voter de nouveau sur l'article 112. Quelqu'un s'y oppose-t-il? - Ce n'est pas le cas, nous pouvons passer au vote sur l'article 112.
Guisan Yves · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
J'aimerais juste préciser les choses: l'article 112, c'est la constitution. Donc, il a un droit de préséance sur les autres articles que nous avons votés précédemment qui sont en fait des dispositions d'exécution. La modification des articles 102, 104, 111 de la loi fédérale sur l'assurance-vieillesse et survivants, de l'article 17a de la loi fédérale sur l'assurance-accidents et de l'article 77 de la loi sur l'AI est une conséquence directe de la modification de l'article 112 de la constitution. Donc, nous avons maintenant adopté la version du Conseil des Etats, à savoir: nous avons donné à la Confédération sa part aux recettes supplémentaires de la TVA alors que, précédemment, nous la lui avons enlevée dans les lois d'application. Ceci n'est pas possible et c'est pour cette raison que nous devons revoter.
Christen Yves · P-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Art. 112 Abs. 3, 5 - Art. 112 al. 3, 5
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 95 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 59 Stimmen
Le président (Christen Yves, président): Ce vote est également valable pour l'article 130 alinéa 6bis.