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Neuste Lohnstrukturerhebung. Keine Lohngleichheit in der Privatwirtschaft

58952 · Amtliches Bulletin

Vom 5. Dez. 2022

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/58952/de/neuste-lohnstrukturerhebung-keine-lohngleichheit-in-der-privatwirtschaft

Abgerufen am 10. Sept. 2026

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Quelle

Geschäft: Neuste Lohnstrukturerhebung. Keine Lohngleichheit in der Privatwirtschaft (22.7841)

22.7841

Neuste Lohnstrukturerhebung. Keine Lohngleichheit in der Privatwirtschaft

Berset Alain · VPBR-M · Bundesrat · Freiburg

Mögliche Gründe für die Stagnation des Lohnunterschieds in der Privatwirtschaft sind in den fortbestehenden Unterschieden bei den Profilen der Frauen und Männer zu suchen. Frauen arbeiten immer noch häufiger in Branchen und Berufen mit tieferen Lohnniveaus und sind seltener in höheren beruflichen Stellungen vertreten. Hinzu kommen branchenspezifisch unterschiedliche Lohnentwicklungen. Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt sich, dass Frauen unter den Arbeitnehmenden mit den höchsten Löhnen untervertreten, bei den Tieflöhnen hingegen überrepräsentiert sind.

Die Gleichstellungsstrategie 2030 des Bundesrates verfolgt als übergeordnetes Ziel die Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen. Hieraus leiten sich gezielte Massnahmen zur Erreichung besser ausgeglichener Erwerbsvolumina zwischen Frauen und Männern sowie zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab. Die einzelnen Massnahmen sind in einem detaillierten Aktionsplan aufgeführt, der regelmässig aktualisiert wird. Zudem stellt der Bund mit Logib Modul 2 neu auch kleineren Unternehmen ein kostenloses Analyse-Tool zur Überprüfung der Lohngleichheit zur Verfügung. Die Sozialpartner und der Bund haben einen Lohngleichheitsdialog durchgeführt, aus welchem das "Engagement Lohngleichheit" entstanden ist. Alle Schweizer Unternehmen können kostenlos daran teilnehmen. Weitere Massnahmen sind derzeit nicht geplant.

Imboden Natalie · Mit-F · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion

Nachdem ich mir die Antwort angehört habe, muss ich sagen, dass die Gleichstellungspolitik des Bundesrates bezüglich der Lohngleichheit gescheitert ist, weil die Resultate ausgeblieben sind. Alle Massnahmen, die Sie erwähnen, wirken nicht. Ist der Bundesrat bereit, eine Anpassung des Gleichstellungsgesetzes an die Hand zu nehmen?

Berset Alain · VPBR-M · Bundesrat · Freiburg

Ich muss Ihnen sagen, das kommt mir bekannt vor. Es ist nicht das erste Mal, dass man die Lohngleichheitspolitik für gescheitert erklärt. Es war schon einmal der Fall. 2010/11 gab es einen Dialog mit Grossunternehmungen; das hat nicht funktioniert. Wir haben dann auf andere Weise versucht, Fortschritte zu erzielen, auch im Rahmen der öffentlichen Hand mit der Charta der Lohngleichheit, welcher Kantone, Städte, Gemeinden und andere Institutionen, die sehr nahe bei der öffentlichen Hand sind, beigetreten sind. Wir haben da auch einige Fortschritte erlebt.

In der aktuellen Situation ist es einfach so, dass es eine ständige Arbeit ist. Es bringt uns nicht weiter, sie für gescheitert zu erklären. Die Frage ist, wie wir weiterarbeiten, wie wir Elemente finden wollen, die uns wirklich einmal gute Entwicklungen bringen. Ein Hauptproblem ist einfach, wie in der Antwort ausgeführt, die Struktur des Arbeitsmarkts - es geht darum, wo die Frauen mehrheitlich arbeiten.