Lexipedia
StartseiteNewsErkundenVerzeichnis
NutzungsbedingungenDatenschutzHilfe
Anmelden

Ausübung einer Erwerbstätigkeit für Asylsuchende gestatten, die vom SEM einen negativen Asylentscheid erhalten haben und auf die Wegweisung warten

59315 · Amtliches Bulletin

Vom 14. Dez. 2022

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/59315/de/ausubung-einer-erwerbstatigkeit-fur-asylsuchende-gestatten-die-vom-sem-einen-negativen-asylentscheid-erhalten-haben-und-auf-die-wegweisung-warten

Abgerufen am 10. Sept. 2026

  1. Dokumente
  2. Bund
  3. Amtliches Bulletin
Quelle

Geschäft: Ausübung einer Erwerbstätigkeit für Asylsuchende gestatten, die vom SEM einen negativen Asylentscheid erhalten haben und auf die Wegweisung warten (20.4119)

20.4119

Ausübung einer Erwerbstätigkeit für Asylsuchende gestatten, die vom SEM einen negativen Asylentscheid erhalten haben und auf die Wegweisung warten

Häberli-Koller Brigitte · P-F · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Antrag der Mehrheit

Ablehnung der Motion

Antrag der Minderheit

(Mazzone, Jositsch, Zopfi)

Annahme der Motion

Proposition de la majorité

Rejeter la motion

Proposition de la minorité

(Mazzone, Jositsch, Zopfi)

Adopter la motion

Präsidentin (Häberli-Koller Brigitte, Präsidentin): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Minder Thomas · Mit-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Die Kommission hat die Motion Regazzi gemeinsam mit der soeben angenommenen Motion beraten, denn sie beschlägt das gleiche Thema. Der Bundesrat soll beauftragt werden, das Asylwesen so anzupassen, dass Asylsuchende, deren Asylgesuch abgelehnt worden ist, weiterhin eine Erwerbstätigkeit ausüben dürfen. Die Motivation ist grundsätzlich dieselbe wie vorhin: Man möchte, kurz gesagt, die betroffenen Personen im Arbeitsprozess belassen, was ihre finanzielle Selbstständigkeit fördert und die Sozialkosten reduziert.

Der Bundesrat empfiehlt auch diese Motion zur Ablehnung, zumal sie viel weiter geht als die vorherige Motion. Hier geht es nicht bloss um die Beendigung einer Erstausbildung, sondern um die generelle Öffnung des Arbeitsmarktes für unrechtmässig im Land verbleibende Asylsuchende. Eine glaubwürdige und konsequente Asylpolitik setze jedoch voraus, so der Bundesrat, dass abgewiesene Asylsuchende die Schweiz auch tatsächlich verlassen. Ihnen dieselben Rechte einzuräumen, nämlich, dass sie arbeiten dürfen, wäre unfair gegenüber jenen Personen, die Asyl bekommen haben. Eine glaubwürdige und nachhaltige Asylpolitik muss klar, verständlich und ehrlich sein. Alles andere käme einer "Chrüsimüsi"-Asylpolitik gleich. Die Motion würde die Motivation und die Anreize zur fristgerechten, selbstständigen Ausreise aus der Schweiz reduzieren.

Die Mehrheit der Kommission ist der Meinung, dass die geltende gesetzliche Grundlage sinnvoll ist und es keine Änderungen braucht. Wenn Personen mit einem negativen Asylentscheid weiterarbeiten dürften und so ihr Leben unter gleichen Bedingungen weiterführen könnten, so hätten sie keine Anreize mehr, an ihrer Ausreise mitzuwirken.

Die Minderheit ist der Ansicht, dass Personen, die vor einem negativen Asylentscheid einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sind, diese weiterführen dürfen sollten. Denn sie würden ohnehin in der Schweiz verbleiben, womit sie auch ihren Arbeitsplatz behalten könnten. Dadurch würden sie oder wären sie nicht von der Nothilfe und der Sozialhilfe abhängig. Es profitierte auch die Wirtschaft, weil diese Arbeitskräfte weiterhin gebraucht würden.

Die Kommission beantragt Ihnen mit 8 zu 3 Stimmen bei 1 Enthaltung, diese Motion abzulehnen.

Mazzone Lisa · 2VP-F · Ständerat · Genf · Grüne Fraktion

Cette motion, comme l'a dit le rapporteur, charge le Conseil fédéral de modifier les bases légales pertinentes de sorte que les requérantes et requérants d'asile dont la demande a été rejetée puissent exercer une activité lucrative jusqu'à ce que la décision de renvoi soit exécutée.

C'est une autre motion, déposée par M. Regazzi, qui traite encore d'une autre question. Elle permettrait aux requérantes et requérants déboutés de rester indépendants financièrement, de ne pas dépendre de l'aide d'urgence, l'aide sociale minimum, alors qu'aujourd'hui, dans de nombreux cas, ces personnes sont marginalisées socialement et professionnellement parce qu'elles n'ont pas accès au travail. Ce serait à ce titre un avantage pour l'économie, qui pourrait continuer de bénéficier de l'investissement professionnel de ces personnes. On sait que dans les faits deux tiers des requérantes et requérants d'asile dont la demande a été rejetée restent encore plusieurs années en Suisse à cause notamment d'une impossibilité, pour des raisons de sécurité, de retourner dans leur pays. Il y a des pays avec lesquels il n'y a pas d'accord de réadmission. C'est le cas avec plusieurs pays, dans lesquels les renvois ne sont donc pas effectués. Les personnes sont alors amenées à rester dans notre pays.

Face à cette situation, face à la réalité, il y a deux attitudes qui sont possibles. La première, c'est tenter d'oublier ces personnes, de les faire disparaître. La deuxième, c'est reconnaître la réalité et tenter d'en faire une opportunité, alors qu'il y a une pénurie de main-d'oeuvre dans notre pays. C'est une situation gagnant-gagnant-gagnant puisqu'elle est gagnante pour l'économie, pour les personnes concernées et aussi pour les cantons. C'est sur ce point que j'aimerais insister. La situation serait gagnante pour les cantons, parce qu'aujourd'hui c'est eux qui assument la prise en charge de ces personnes qui sont déboutées mais qui restent en Suisse. Comme je l'ai dit, deux tiers des requérants d'asile dont la demande a été rejetée restent encore plusieurs années en Suisse. Ces personnes n'ont pas accès au marché du travail et, grâce à cette motion, elles pourraient y avoir accès jusqu'à ce que la décision de renvoi soit exécutée.

C'est pour cette raison que je vous invite à suivre l'auteur de la motion, M. Fabio Regazzi, et le Conseil national en soutenant ma proposition de minorité.

Keller-Sutter Karin · BR-F · Bundesrat · St. Gallen

Ich möchte grundsätzlich etwas dazu sagen, was passiert, wenn ein Asylgesuch abgelehnt wird und eine Wegweisung verfügt wird. In jedem Fall prüft das Staatssekretariat für Migration, ob die Rückkehr in den Heimat- und Herkunftsstaat für die betroffene Person völkerrechtlich zulässig ist, zumutbar ist, technisch überhaupt durchführbar ist. Wenn das nicht der Fall ist, wird eine vorläufige Aufnahme ausgesprochen. Wenn die Rückführung jedoch zulässig, zumutbar und auch technisch möglich ist, dann muss die betroffene Person die Schweiz innerhalb einer festgelegten Frist freiwillig wieder verlassen. Personen, die abgewiesen werden, dürfen nach Ablauf der Ausreisefrist auch keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen.

Mit der vom Motionär geforderten Möglichkeit, eine allfällige Erwerbstätigkeit über die Ausreisefrist hinaus fortzusetzen, würde man einen falschen Anreiz setzen. Es bestünde nämlich die Gefahr, dass die Bereitschaft zur freiwilligen und auch selbstständigen Ausreise nicht mehr bestünde. Noch einmal: Personen, die abgewiesen worden sind und zurückkehren können, müssen bei der Papierbeschaffung und auch bei der Ausreise mitwirken. Wenn sie über den negativen Asylentscheid hinaus arbeiten dürfen, besteht natürlich kein Anreiz mehr für sie, die Schweiz zu verlassen. In der Regel ist es auch so, dass diese Personen die für die Rückkehr erforderlichen Papiere über die Vertretungen ihres Heimat- oder Herkunftsstaats innert nützlicher Frist beschaffen können. Zu Ausreiseverzögerungen kommt es deshalb nur dann, wenn die ausreisepflichtigen Personen ihre Mitwirkungspflicht verletzen, indem sie beispielsweise bei der Papierbeschaffung nicht kooperieren oder auf andere Weise zu erkennen geben, dass sie die Schweiz nicht freiwillig verlassen möchten.

Der Bundesrat ist der Meinung, dass eine Erwerbstätigkeit bei Personen, die rechtskräftig abgewiesen sind und die zurückreisen können, hier falsche Anreize setzen würde. Wir bitten Sie, diese Motion abzulehnen.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 17 Stimmen

Dagegen ... 22 Stimmen

(1 Enthaltung)