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Gesundheit als neuer Schwerpunkt der internationalen Zusammenarbeit

60092 · Amtliches Bulletin

Vom 14. März 2023

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/60092/de/gesundheit-als-neuer-schwerpunkt-der-internationalen-zusammenarbeit

Abgerufen am 10. Sept. 2026

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Geschäft: Gesundheit als neuer Schwerpunkt der internationalen Zusammenarbeit (22.3144)

22.3144

Gesundheit als neuer Schwerpunkt der internationalen Zusammenarbeit

Schneider-Schneiter Elisabeth · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Mit meiner Motion fordere ich, dass globale Gesundheit zum Schwerpunktthema in der IZA-Strategie 2025-2028 wird. Ich freue mich, dass der Bundesrat meine Motion zur Annahme empfiehlt.

Die gegenwärtige IZA-Botschaft definiert die strategische Ausrichtung der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit anhand dreier Kriterien. (Glocke und Zwischenruf des Präsidenten: Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir behandeln jetzt parlamentarische Vorstösse; die nächste halbe Stunde können Sie Gespräche ausserhalb des Saales führen. Ich bitte Sie um Ruhe. Frau Schneider-Schneiter, Sie haben das Wort.) Besten Dank, Herr Präsident.

Die gegenwärtigen Kriterien sind die folgenden: erstens die Bedürfnisse der Bevölkerung in den Entwicklungsländern, zweitens die langfristigen Interessen der Schweizer Aussenpolitik, drittens der Mehrwert der Schweizer IZA im internationalen Vergleich. Das Thema globale Gesundheit liegt im Schnittbereich aller drei Kriterien, deshalb ist es erstaunlich, dass globale Gesundheit gegenwärtig nicht als Schwerpunktthema definiert ist. Die Stärkung der Gesundheitsprogramme ist klar im Interesse der Einkommensschwächsten dieser Welt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist wirklich sehr unangenehm, hier zu sprechen, und ich schäme mich auch vor allen auf der Tribüne anwesenden Leuten; es ist wirklich unangenehm! (Glocke und Zwischenruf des Präsidenten: Frau Schneider-Schneiter, Sie dürfen weiterfahren.)

Gemäss WHO sterben pro Jahr immer noch 400 000 Menschen an Malaria. Durch die Entwicklung saisonaler Malaria-Prävention konnten beispielsweise mit einem von der DEZA unterstützten Programm zwischen 2009 und 2016 mehr als eine Million junge Menschenleben gerettet werden, indem Kinder Zugang zu qualitativ hochstehender, wirksamer und bezahlbarer Präventivbehandlung hatten. Gesundheitsprogramme retten aber nicht nur Leben; gute Gesundheit ist auch eine Grundvoraussetzung, um die Schule regelmässig zu besuchen und am Arbeitsleben teilnehmen zu können.

Eine stabile, qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung im globalen Süden schafft ferner viele neue Arbeitsplätze vor Ort. Das dient der wirtschaftlichen Entwicklung und schafft Perspektiven für ein gutes Leben im eigenen Land und ist damit auch im Interesse der Schweizer Aussenpolitik. Diese strebt nämlich stabile und investitionsfreundliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie eine Reduktion der Ursachen von Flucht und irregulärer Migration an. Deshalb hätte auch die SVP ein grosses Interesse daran, diese Motion zu unterstützen. Spätestens seit Covid-19 sind wir uns bewusst, dass Krankheiten nur global bekämpft werden können. Instabile, unzureichende Gesundheitssysteme im globalen Süden wirken sich direkt negativ auf den globalen Norden und damit auch auf die Schweiz aus.

Die Schweiz bietet in vielerlei Hinsicht einen Mehrwert. Die Nachhaltigkeitsziele der UNO sehen eine verstärkte Einbindung der privaten Wirtschaft als zentralen Hebel an, um Armut zu bekämpfen. Langfristig könnten gemäss Schätzungen der DEZA rund 20 bis 25 Prozent aller DEZA-Massnahmen in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor durchgeführt werden. Als führender Life-Sciences-Standort Europas und zentraler Technologie- und Forschungsstandort im Gesundheitsbereich kann die Schweiz dieses Potenzial gerade in der Umsetzung von globalen Gesundheitsprogrammen optimal ausschöpfen.

Globale Gesundheit als Teil der Entwicklungszusammenarbeit gehört aber auch zur humanitären Tradition der Schweiz. Dem internationalen Genf als Standort der Weltgesundheitsorganisation WHO und damit als Welthauptstadt der globalen Gesundheit kommt eine einzigartige Rolle in der Umsetzung von globalen Gesundheitsprogrammen zu. Eine Stärkung der globalen Gesundheit würde den Interessen der Schweiz dienen, da sie den Standort Genf attraktiver machen und auch den Multilateralismus als aussenpolitisches Instrument der Schweiz weiter stärken würde.

Die DEZA schreibt auf ihrer Website: "No wealth without health" - kein Wohlstand ohne Gesundheit. In diesem Sinne bitte ich Sie, diese Motion anzunehmen. Ich danke dem Bundesrat dafür, dass er sie zur Annahme empfiehlt.

Candinas Martin · P-M · Nationalrat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

President (Candinas Martin, president): (discurra sursilvan) La moziun vegn cumbattì da signur Nidegger.

Nidegger Yves · Mit-M · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

On ne choisit pas les axes stratégiques de la coopération internationale du pays sur la base de faits divers, même si le fait divers en question est la pandémie de COVID-19 et qu'il fut un fait divers important. Les axes de la coopération internationale et de la politique internationale de la Suisse en général doivent être la sécurité et la prospérité de la Suisse, c'est-à-dire son indépendance.

Que nous propose le Centre? De considérer qu'il serait non seulement bon pour le monde, mais certainement encore meilleur pour les intérêts économiques de la Suisse - comprenez la pharma, la motion ayant été déposée par une collègue bâloise dont les intérêts ne sont pas très éloignés - de faire de la santé une priorité stratégique derrière laquelle la Suisse mettrait son image et son action. Chers collègues, l'arrière-plan de la pandémie de COVID-19 devrait plutôt nous inciter à fuir cette idée-là, parce que le dégât d'image pour la Suisse serait manifeste.

Je vous rappelle que la manière avec laquelle nous avons réagi politiquement à cela, sous l'angle de la pharma, c'est une commande valant plus de 1 milliard de francs pour 61 millions de doses de vaccins, dont seulement 17 millions ont été utilisées, 10 millions sont déjà passées à la poubelle et 23 autres millions finiront à la poubelle également malgré les prolongations de validité de Swissmedic. On parle ici d'un gaspillage monstrueux portant sur 1 milliard de francs d'engagements de la Confédération pour un résultat désastreux, parce que l'efficacité des 17 millions de doses effectivement injectées est aujourd'hui remise en cause. Le vaccin, apparemment, ne sert à rien, les études les plus récentes montrent que plus on est vacciné et plus on a de chances d'attraper le virus, et des pans entiers du narratif officiel de ce qu'il fallait penser du virus, de son origine, de la manière de le combattre, de l'utilité des mesures liberticides et destructrices d'emploi qui ont été employées - le confinement et le reste -, des pans entiers de ce narratif sont déjà passés dans la catégorie des mensonges de l'histoire, et d'autres pans de ce narratif vont suivre.

Il s'agit de la calamité majeure et cette gestion de la pandémie restera non pas dans les annales de la politique publique réussie, mais restera comme un exemple de manipulation mentale anxiogène à but finalement financier pour certains grands groupes industriels qui s'en sont mis plein les poches sur le dos du contribuable.

Chers collègues, si vous voulez faire de cela l'image de la Suisse dans le monde et de la coopération suisse, adoptez cette motion du Centre. Si vous voulez protéger le pays, rejetez-la.

Cassis Ignazio · BR-M · Bundesrat · Tessin

Covid-19 hat uns daran erinnert, wie sehr eine Gesundheitskrise unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft destabilisieren kann. Die Schweiz hat rasch einen wichtigen Beitrag zur globalen Bewältigung der Covid-19-Krise geleistet. Zentral dafür waren unsere starke Präsenz vor Ort, aber auch unsere lokalen Netzwerke mit langjährigen Partnern. Neben diesen bilateralen Programmen war auch die Unterstützung der multilateralen Organisationen im Gesundheitsbereich durch die Schweiz wichtig. Die meisten von ihnen - Sie wissen es - haben ihren Sitz in Genf. Diese Organisationen spielen ja eine zentrale Rolle bei der Stärkung von Gesundheitssystemen in Entwicklungsländern. Gerade in diesen Ländern ist die Corona-Pandemie aber längst nicht mehr nur eine Gesundheitskrise, sie ist inzwischen eine gravierende sozioökonomische und politische Krise. Entsprechend bleiben die vier thematischen Schwerpunkte der aktuellen IZA-Strategie relevant.

Eine qualitativ gute und gerechte Gesundheitsversorgung gehört zu den Zielen unserer IZA. Bereits vor der Pandemie hat die DEZA über 10 Prozent ihrer bilateralen Mittel für Gesundheitsprojekte ausgegeben. Im Jahr 2021 waren es sogar rund 23 Prozent. Zusätzlich unterstützt die DEZA Gesundheitsorganisationen wie den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, die WHO und Unaids. Als Geberin nimmt die Schweiz Einsitz in den Steuerungsgremien dieser Organisationen. Die DEZA verfügt mit der Sektion Gesundheit seit Jahren über ein Kompetenzzentrum, das mit den relevanten nationalen und internationalen Gesundheitsakteuren gut vernetzt ist.

Je peux vous assurer que le thème de la santé occupera également une place prépondérante dans la stratégie de coopération internationale 2025-2028, notamment en raison des risques de choc pandémique - nous avons bien appris de cette crise.

En septembre 2020, vous avez adopté le postulat 20.3469 concernant la lutte contre les zoonoses, déposé par votre Commission de politique extérieure. Le Conseil fédéral finalisera ce rapport sous peu. Cet état des lieux ainsi que les connaissances scientifiques actuelles et nos expériences seront prises en compte dans l'élaboration de la nouvelle stratégie de coopération internationale.

En ce sens, le Conseil fédéral vous propose d'adopter la motion.

Abstimmung

Präsident (Candinas Martin, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 136 Stimmen

Dagegen ... 53 Stimmen

(0 Enthaltungen)