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Ausserordentliche humanitäre Aktion für Nothilfe beziehende Personen aus altrechtlichen Asylverfahren

60202 · Amtliches Bulletin

Vom 16. März 2023

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/60202/de/ausserordentliche-humanitare-aktion-fur-nothilfe-beziehende-personen-aus-altrechtlichen-asylverfahren

Abgerufen am 10. Sept. 2026

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Geschäft: Ausserordentliche humanitäre Aktion für Nothilfe beziehende Personen aus altrechtlichen Asylverfahren (21.3187)

21.3187

Ausserordentliche humanitäre Aktion für Nothilfe beziehende Personen aus altrechtlichen Asylverfahren

Riniker Maja · 2VP-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion

Präsidentin (Riniker Maja, zweite Vizepräsidentin): Die Motion Streiff wurde von Herrn Gugger übernommen.

Gugger Niklaus-Samuel · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Etwa 3000 Menschen stecken in der Schweiz im sogenannten Nothilferegime nach dem alten Asylrecht fest. Seit Jahren erhalten Asylsuchende, deren Gesuch abgelehnt wurde, keine Sozialhilfe mehr, sondern nur sogenannte Nothilfe. Sie leben seit Jahren in kollektiven Nothilfeunterkünften, dürfen nicht arbeiten, auch wenn sie eine Landessprache sprechen, und müssen, ohne jegliche Perspektive, mit der Nothilfe von 8 bis 10 Franken pro Tag auskommen.

Das Ziel der Schweiz ist es, Druck auf die Betroffenen auszuüben, wieder in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Das ist grundsätzlich nicht falsch, das gehört zu einem glaubwürdigen Asylsystem: Wer keine Asylgründe vorweisen kann und keine vorläufige Aufnahme erhält, muss die Schweiz wieder verlassen. Mit der grossen Reform der Asylverfahren haben wir dafür gesorgt, dass Geflüchtete seit 2019 rasch wissen, ob sie in der Schweiz eine Bleibeperspektive haben oder nicht.

Doch das war nicht immer so. Hier setzt diese Motion an. Sie will für altrechtliche Fälle eine pragmatische Lösung finden, damit die Betroffenen aus der Sackgasse der Nothilfe herauskommen und sich in den Arbeitsmarkt integrieren können. Es handelt sich um Menschen, die seit vier Jahren oder länger hier sind. Sie werden die Schweiz voraussichtlich nie verlassen. Die Voraussetzungen für die Regularisierung sind, dass sie willens und in der Lage sind, sich zu integrieren, und, wie ich schon angesprochen habe, mindestens eine Landessprache sprechen.

Eine Regularisierung dieser Aufenthaltstitel bringt mehrere Vorteile mit sich: Sie ermöglicht den Betroffenen - es sind zurzeit etwa 3000 Menschen - ein menschenwürdiges Leben und eine Zukunftsperspektive. 40 Prozent davon sind Frauen und Kinder. Die abschreckende Wirkung, die die Nothilfe haben soll, funktioniert bei ihnen nicht. Sie sind längst in der Schweiz integriert, sind aber durch das Arbeitsverbot beruflich isoliert und haben wenig Tagesstruktur. Darunter leidet auch die soziale Integration und die psychische Gesundheit. Die Motion ermöglicht den Betroffenen, sich regulär in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Heute ist ihnen die Erwerbstätigkeit gänzlich verboten. Mit der Umsetzung der Motion stehen 3000 zusätzliche, integrierte und in der Schweiz lebende Arbeitskräfte zur Verfügung. In der heutigen Zeit ist das besonders wichtig - denken Sie an den Fachkräftemangel.

Mit der Motion ergibt sich ein erhebliches Sparpotenzial für den Bund, die Kantone und die Gemeinden, denn die Kosten des Nothilfesystems sind beträchtlich: Sie summieren sich in vierzehn Jahren auf mehr als 760 Millionen Franken, das heisst mehr als drei Viertel Milliarden Franken. Das sind allerdings bei Weitem noch nicht die Gesamtkosten, da die Kantone zusätzlich Verwaltungs-, Betreuungs-, Schul- und Polizeikosten tragen. Noch nicht eingerechnet sind indirekte Kosten, zum Beispiel im Bereich der medizinischen Versorgung.

Einige unter Ihnen mögen nun sagen: Das ist alles schön und gut, aber dann kommen ja alle aus der ganzen Welt zu uns, das funktioniert doch nicht. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, das passiert eben genau nicht. Die Motion beschränkt sich explizit nur auf die altrechtlichen Fälle, also auf eine abschliessende, definitive Gruppe. Es gibt keine sogenannten Pull-Faktoren. Es geht vielmehr darum, die letzten Narben des ineffizienten und langwierigen alten Asylverfahrens zu heilen. Es geht speziell um Betroffene aus Tibet oder dem Iran oder Irak. Für sie sind die heute bestehenden Anforderungen für ein Härtefallgesuch zu hoch. Diese Personen sind aber bestens in der Schweiz integriert, sie sprechen eine Landessprache und sind bereit, eine Ausbildung zu absolvieren. Wenn wir sie nicht integrieren wollen, ist das aus meiner Sicht absolut unvernünftig.

Daher bitte ich Sie, diese Motion, welche unter klar definierten Bedingungen den Aufenthaltsstatus dauerhaft regelt, zu unterstützen. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz.

Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura

Comme cela a été mentionné, la motion charge le Conseil fédéral de prévoir une régularisation unique du séjour des personnes qui ont demandé l'asile avant le 28 février 2019 et qui ont été déboutées en vertu de la procédure régie par l'ancien droit. Effectivement, le constat développé par votre collègue Gugger est exact: plus de 3000 personnes bénéficiaient de l'aide d'urgence fin 2019. Selon la motion, une solution serait de les régulariser sur la base de critères clairs et objectifs, tels qu'un comportement antérieur sans faute ou encore la volonté et la capacité de s'intégrer en Suisse.

Les personnes concernées par cette motion ont été déboutées définitivement de leur demande d'asile et il a été constaté qu'il n'existait aucun obstacle à leur renvoi. Elles sont donc formellement tenues de quitter la Suisse et se trouvent actuellement sans titre de séjour valable dans notre pays. Concrètement, comme elles ne donnent pas suite à leur obligation de quitter la Suisse alors qu'elles pourraient le faire, qu'elles ne retournent pas volontairement dans leur pays d'origine, elles ne reçoivent qu'une aide d'urgence.

Il est utile de préciser que la loi sur l'asile dispose que le canton peut octroyer à certaines conditions une autorisation de séjour à toute personne qui, en raison de son intégration poussée, constitue un cas de rigueur grave. La personne concernée doit satisfaire en outre à des conditions supplémentaires, à savoir séjourner en Suisse depuis au moins cinq ans à compter du dépôt de la demande d'asile, avoir un lieu de séjour connu des autorités et ne présenter aucun motif de révocation au sens de la loi sur les étrangers et l'intégration. En outre, elle doit justifier de son identité en produisant des documents.

Bei der Härtefallbewilligung handelt es sich um eine Einzelfallprüfung und nicht um eine generelle humanitäre Regularisierung.

C'est l'enjeu de la motion: une décision de nature générale ou, comme c'est le cas actuellement, un examen des situations individuelles.

Le Conseil fédéral est conscient du fait que les ressortissantes et ressortissants de certains pays ont des difficultés, de grandes difficultés parfois, à obtenir un passeport national. Toutefois, une régularisation unique, ou collective, de séjour telle que proposée par l'auteure de la motion, reprise aujourd'hui par Monsieur le conseiller national Gugger, et dissociée d'un examen individuel approfondi irait, en quelque sorte, à l'encontre du principe même d'une politique d'asile crédible et cohérente.

Les bases légales en vigueur permettent de trouver des solutions adaptées et efficaces pour les personnes faisant l'objet d'une décision d'asile négative et qui séjournent depuis longtemps en Suisse et sont bien intégrées. Lorsqu'elles collaborent à l'établissement de leur identité, le SEM peut les aider et les aide à accomplir les démarches nécessaires à régulariser leurs conditions de séjour.

Vu ces éléments et compte tenu des conditions, le Conseil fédéral ne voit pas la nécessité de régulariser de manière collective, dans le cadre d'une action humanitaire exceptionnelle, les personnes bénéficiant de l'aide d'urgence de longue durée et dont la procédure d'asile a été engagée dans l'ancien droit.

Il vous propose de rejeter la motion.

Abstimmung

Präsident (Candinas Martin, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 100 Stimmen

Dagegen ... 81 Stimmen

(5 Enthaltungen)