21.3655
Keine Benachteiligung älterer Menschen bei Anstellungen durch den Staat
Häberli-Koller Brigitte · P-F · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsidentin (Häberli-Koller Brigitte, Präsidentin): Es liegt ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Die Kommission und der Bundesrat beantragen, die Motion abzulehnen.
Stöckli Hans · Mit-M · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Die Motion Vogt, übernommen von Herrn de Courten, verlangt, dass der Bundesrat beauftragt wird, der Bundesversammlung eine Gesetzesvorlage zu unterbreiten, mit welcher das Bundespersonalgesetz und alle weiteren einschlägigen Rechtsgrundlagen so geändert werden, dass sie, ich zitiere, "eine Diskriminierung älterer Menschen (insbesondere in der Form von Altersschranken) verbieten bzw. nicht selber vorsehen". Zudem verlangt diese Motion, dass auch die kantonalen und kommunalen Personalrechte öffentlich-rechtlicher Natur in diesem Sinne abgeändert werden sollen.
Der Nationalrat hat dieser Motion an seiner Sitzung vom 4. Mai mit 116 zu 70 Stimmen bei 1 Enthaltung zugestimmt.
Wir, die Kommission, beantragen Ihnen einstimmig, die Motion abzulehnen, und zwar aus den drei folgenden Gründen:
1. Wie der Bundesrat sind auch wir zusammen mit der Lehre und der Rechtsprechung der Meinung, dass im Bereich der Altersbegrenzung kein Diskriminierungstatbestand gemäss Artikel 8 Absatz 2 der Bundesverfassung vorliegt. Denn Altersdiskriminierung kann einzig dann vorliegen, wenn Menschen in vergleichbaren Situationen aufgrund des Alters und ohne sachliche Gründe unterschiedlich behandelt werden, mit dem Resultat, dass ihnen Rechte verweigert werden. Das Diskriminierungsverbot gilt zudem nicht absolut. Dementsprechend ist die heutige Regelung absolut konform mit der Verfassung.
Gemäss Bundesgericht handelt es sich beim Alter um einen atypischen Diskriminierungstatbestand: Anders als beispielsweise bei den Merkmalen Geschlecht oder Rasse, welche im Verlaufe des Lebens in der Regel stabil bleiben, gehört die überwiegende Anzahl der Personen früher oder später eben auch dieser Gruppe an - wie ich selbst als Sprecher ihr auch angehöre. Deshalb ist eine Diskriminierung in diesem Sinne nicht möglich.
2. Als weiteres Argument kommt dazu, dass es ohne verfassungsmässige Grundlage nicht in die Kompetenz des Bundes fällt, diese Altersbeschränkungen auf kantonaler und kommunaler Ebene aufheben zu lassen.
3. Das ist wichtig: Bereits heute besteht gemäss Artikel 35 Absatz 3 der Bundespersonalverordnung die Möglichkeit, sich als Bundesangestellter bis zum 70. Altersjahr weiterbeschäftigen zu lassen. Dementsprechend ist auch faktisch kein Handlungsbedarf gegeben.
Diese drei Gründe haben die einstimmige Kommission zur Überzeugung gebracht, Ihnen - wie auch der Bundesrat - zu empfehlen, die Motion abzulehnen.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
Le Conseil fédéral vous invite, à l'instar de votre commission, à rejeter cette motion pour les quelques raisons suivantes.
Premièrement, les dispositions relatives aux conditions d'engagement des travailleurs et travailleuses âgés ne constituent pas une discrimination au sens de l'article 8 alinéa 2 de la Constitution, car il ne peut y avoir une discrimination liée à l'âge que lorsque, dans une situation équivalente, des personnes sont traitées différemment en raison de leur âge sans qu'il existe de raison objective.
Deuxièmement, cela a été dit, l'interdiction de la discrimination n'a pas une valeur absolue. D'après la jurisprudence, des limites d'âge maximales fixées par la loi sont admissibles dans différents domaines de la vie.
Troisièmement, cela a été mentionné, en vertu de l'ordonnance sur le personnel de la Confédération, les employés peuvent déjà continuer de travailler jusqu'à ce qu'ils atteignent l'âge de 70 ans. Avec tout le respect que je porte aux personnes qui s'approchent de 70 ans ou qui dépassent ce magnifique âge, je pense qu'à un moment donné il est cohérent qu'on puisse se poser la question de la fin des rapports de travail. La Confédération a par ailleurs déjà appliqué cette disposition par analogie pour engager des personnes âgées de plus de 65 ans. Un élément a aussi été mentionné: de leur côté, les cantons et les communes sont compétents en ce qui concerne leurs propres rapports de travail de droit public pour l'échelon cantonal et communal; il n'y a pas lieu d'introduire un élément au niveau fédéral.
Pour ces raisons, le Conseil fédéral vous propose donc de rejeter la motion.
Häberli-Koller Brigitte · P-F · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Abgelehnt - Rejeté
Präsidentin (Häberli-Koller Brigitte, Präsidentin): Frau Bundesrätin, ich darf Sie bereits verabschieden und wünsche Ihnen einen schönen Festtag.