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Fotovoltaik in der Landwirtschaft. Potenzial besser ausschöpfen!

62041 · Amtliches Bulletin

Vom 20. Sept. 2023

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/62041/de/fotovoltaik-in-der-landwirtschaft-potenzial-besser-ausschopfen

Abgerufen am 11. Sept. 2026

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Geschäft: Fotovoltaik in der Landwirtschaft. Potenzial besser ausschöpfen! (22.3116)

22.3116

Fotovoltaik in der Landwirtschaft. Potenzial besser ausschöpfen!

Rechsteiner Thomas · Mit-M · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Mit meinem Postulat verlange ich einen Bericht vom Bundesrat, der aufzeigen soll, wie das zum Teil grosse brachliegende Potenzial von Solarstrom in der Landwirtschaft mobilisiert werden kann. Ich verlange zudem, eine Auswahl von Massnahmen zu ergreifen, damit mehr Fotovoltaikanlagen auf Dächern und an Fassaden von Scheunen und Bauernhäusern installiert werden können. Ergänzend dazu möchte ich Erläuterungen, was zu tun ist, um mehr Solaranlagen auf der grünen Wiese zu bauen.

Weshalb will ich das? Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens benötigt die Schweiz mehr Solarstrom, und zweitens kann die Landwirtschaft gute Dienste zu dessen Produktion leisten. Derzeit sind nur etwa 10 bis 15 Prozent der Dächer von Scheunen und Bauernhäusern und noch fast keine Fassaden mit Fotovoltaikanlagen ausgerüstet. Das Potenzial ist enorm, denn viele Gebäude in der Landwirtschaft eignen sich sehr gut für eine Fotovoltaik-Stromproduktion. Es gibt sehr grosse Flächen auf den Dächern, grosse Fassaden, in den Berggebieten sowie im Streusiedlungsgebiet oft an sonnigen und nebelfreien Orten. Eine gute Besonnung und ideale Hangneigungen sind vorhanden.

Der Verbrauch der Landwirtschaft für den eigenen Betrieb ist nicht so hoch wie im Industriebereich. Deshalb ist eine Einspeisung überschüssiger Energie sinnvoll. Die Einspeisung dieser Energie ist jedoch nicht so gut möglich, da die Stromverteilungskabel nicht bis in jedes Tal und auf jeden Berg die notwendigen Querschnitte haben.

Auch die Installation von Solaranlagen auf Wiesen hat Potenzial. Damit soll nicht die bodengestützte Nahrungsmittelproduktion verdrängt werden. Eine Kombination von beidem, z. B. der Haltung von Freilandhühnern mit dem Betrieb einer Solaranlage auf einer Wiese, schützt auch die Tiere vor der Sonne und vor Greifvögeln. Panels über Rebhängen schützen die Reben vor Hagel und produzieren gleichzeitig Energie. Derartige Kombinationen sollen unterstützt werden. Hier werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die naturnahe Produktion von Strom und die naturnahe Produktion von Lebensmitteln sind gleichzeitig möglich.

Deshalb erwarte ich vom Bundesrat, dass er aufgrund des Postulates aufzeigt, welche Unterstützung und welche Fördermassnahmen angezeigt sind. Meines Erachtens könnten dazu Direktzahlungen analog der Förderung der Ökolandwirtschaft, Investitionshilfen für die Verstärkung der Stromleitungen in die peripheren Gebiete, allenfalls vereinfachte Bewilligungsverfahren oder sogar steuerliche Anreize geschaffen werden. Es sind ja bereits Fördermassnahmen auf Stufe Bund und Kantone vorhanden, aber diese reichen für die Landwirtschaft potenziell nicht. Deshalb erwarte ich vom Bundesrat im Sinne einer Gesamtschau eine Auslegeordnung. Sie kann als Ausgangslage angesehen werden und dient als Entscheidungsgrundlage für eine konkrete und kohärente Förderung.

Die vom Bundesrat in der Stellungnahme zu meinem Postulat genannte Machbarkeitsstudie für Agri-PVA wurde auf Mitte 2022 in Aussicht gestellt und im September 2022 publiziert. Die Empfehlungen dieser Studie können auch für die Erstellung des von mir gewünschten Berichtes verwendet werden; sie müssen aber noch angereichert werden. In der Studie hat es eine Empfehlung, die mir besonders bemerkenswert scheint, nämlich dass insgesamt zu prüfen sei, inwiefern landwirtschaftliche Nutzflächen im Agri-PVA-System eine Direktzahlungsfähigkeit erlangen können. Dies gilt insbesondere für die Situation, in der die Bewirtschaftenden nicht die Hauptinvestoren der Fotovoltaikanlage sind.

Also: Die Förderung der Fotovoltaikprojekte in der Landwirtschaftszone wurde in diesem Bericht bereits angetönt. Ich erwarte jedoch noch konkretere Massnahmen. Damit bestätigt auch diese Studie, dass eine Gesamtschau sinnvoll ist. Es sind aber konkrete Vorschläge, konkrete Massnahmen und Finanzierungen oder Finanzierungswege aufzuzeigen, damit das Potenzial der Fotovoltaik in der Landwirtschaft gut genutzt werden kann.

Ich halte deshalb an meinem Postulat fest und bitte Sie, es zu unterstützen.

Nicolet Jacques · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Cher collègue, je déclare mes liens d'intérêts: je suis agriculteur. Je partage les préoccupations exprimées dans votre postulat, je le trouve même intéressant. Ma question est la suivante: êtes-vous conscient du fait qu'il y a un certain nombre de problématiques liées aux animaux qui vivent dans les bâtiments, sous des toits équipés de panneaux photovoltaïques? Des expériences malheureuses ont été faites par des exploitants agricoles qui ont subi des pertes d'animaux importantes, des centaines de bovins ayant péri du fait qu'il y avait des courants vagabonds. Pensez-vous que l'étude que le Conseil fédéral va mener puisse intégrer également ces aspects, de façon à ce que les agriculteurs qui investissent puissent être assurés que leurs investissements ne créeront pas de préjudices à leurs troupeaux?

Rechsteiner Thomas · Mit-M · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Ja, ich denke, das kann gut integriert werden, wenn der Bundesrat das Postulat entgegennimmt und diesen Bericht detailliert erstellt. Die Gesundheit der Tiere steht an erster Stelle. Auch die Nahrungsmittelproduktion soll durch die Agri-Fotovoltaik nicht eingeschränkt werden. Vielmehr soll, wie ich gesagt habe, ermöglicht werden, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Einerseits geht es um den Schutz z. B. von Produktionsanlagen, andererseits um die Produktion von Strom. Wenn Tiere darunter leiden und gesundheitliche Störungen auftreten würden, könnte das aufgenommen werden. Ich meine, dass das im Bericht des Bundesrates durchaus Platz hätte.

Parmelin Guy · BR-M · Bundesrat · Waadt

Le postulat a pour objectif l'établissement d'un rapport qui doit évaluer les mesures permettant qu'un plus grand nombre de granges et de fermes soient équipées d'installations photovoltaïques.

Depuis juillet 2022, l'ordonnance sur l'aménagement du territoire permet, sous certaines conditions, de considérer les installations solaires raccordées au réseau électrique comme "imposées par leur destination". Ainsi, les installations agrivoltaïques peuvent être autorisées dans des parties peu sensibles du territoire et ayant des conséquences positives dans la production agricole ou à des fins de recherche et d'expérimentation. Il convient également de mentionner que l'Office fédéral de l'agriculture a soutenu financièrement la réalisation d'une étude qui examine les potentiels et les risques liés à l'intégration de systèmes de production d'énergie dans la production agricole. Ladite étude a été menée par la Haute école des sciences appliquées de Zurich et publiée en septembre 2022.

Le Parlement a proposé de modifier la loi fédérale sur l'aménagement du territoire lors du traitement de la loi fédérale relative à un approvisionnement en électricité sûr reposant sur des énergies renouvelables, dite aussi acte modificateur unique ou "Mantelerlass", afin d'ancrer au niveau de la loi des conditions permettant d'autoriser les installations solaires hors de la zone à bâtir. Dans ce même projet législatif, il est prévu que les installations solaires suffisamment adaptées aux toits et aux façades ne nécessiteront plus d'autorisation de construire. De même, il est prévu d'adapter la loi sur l'énergie, d'étendre l'obligation d'installer des installations solaires pour les nouvelles constructions et les transformations et rénovations importantes - notamment en cas de rénovation de la toiture.

Vu l'étude publiée en septembre 2022 et les travaux législatifs en cours, les demandes formulées dans le postulat sont, du point de vue du Conseil fédéral, déjà satisfaites. Nous vous prions par conséquent de le rejeter.

Abstimmung

Präsident (Candinas Martin, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Postulates ... 118 Stimmen

Dagegen ... 60 Stimmen

(9 Enthaltungen)